Kolchosmose in Stützistan

Die Kolchosenphilosophie (1) wurde 2004 in der Zeitschrift „Zirkular“ ausgeheckt: Subkultur, Antikapitalismus, Kooperation statt Konkurrenz. Die Ur-Kolchose geriet ins Drimseln, aber die Frage bleibt: Kann man eine Gesellschaft schaffen, in der auch Künstler überleben, ohne sich verhartzen lassen zu müssen?

Ein Dialogaufschnitt über Künstlerbezahlung, Urheberrecht und Stütze

von Ní Gudix und HEL Toussaint


Anlaß für unser jüngstes Gespräch waren zwei Dinge: Erstens die unausgegorenen Forderungen der Piraten, das Urheberrecht abzuschaffen, damit jeder sich alles gratis downloaden könne. Zweitens die Aussage von Thomas Collmer (2), er habe Hochachtung vor jedem Hartz-IV-Empfänger, denn dieser negiere die Verwertungsdenke des Kapitalismus.

Ní Gudix: Was sagst du zu Collmers Spruch?

HEL Toussaint: Collmer hat recht mit dem verwertungskreislauf; da wird alles nach stechuhr und stückwaage gegeneinander aufgerechnet. Aber wir können ja gar nicht anders als leischden. Den takt haben wir drin, und den hunger. Hartzis sind ja praktisch stillgelegt. Was brächte es, und wem, sie zu aktivieren und die nuggets herauszusieben?

Na – ihnen selber. Jeder Mensch hat Nuggets, nur kommt der Teer daher, daß immer so getan wird, als gäbe es nur eine Sorte Nuggets, nämlich die, die in die Wirtschaft passen. Den Hartzis wird eingeredet, sie hätten gar keine Nuggets mehr und seien nur noch gut für die Restmüllkiste. Dabei haben sie ne Menge, aber sie lassen alles brachliegen, weil sie vom Amt zu Brachland gestempelt werden. Wenn ich mir diesen Arno Dübel angucke, der seit 37 Jahren rumsitzt, Bier trinkt, nichts tut, nicht kreativ ist, keinem hilft, null Solidarität praktiziert, sondern nur den klassischen Spießer-Feierabend-Stumpfsinn zelebriert, dann klingt Collmers Spruch noch viel gestörter.

Zur Zeit des Punk galt es noch als rebellisch, vormittags rumzusitzen und Bier zu trinken. Heute nicht mehr. Den Staat interessiert diese Pose nicht, und den Spießer nebenan erst recht nicht. Ist das die große Negation? Das ist ja dann eher die große Affirmation jener Kapitalismus-These, daß Hartzis wirklich zu gar nichts mehr gut seien. Obwohl natürlich klar ist, daß Hartz die Leute erst zu Wracks macht.

Stichwort: Hartz macht unsere Jugend träge.

Wir sind die arbeitstoten

so-tun-als-ob gewohnt

einskommafünfpiloten

vom spargelstich verschont.

Ene mene muh und raus bist du,

friß dein Hartz und halte Ruh.

Aber das will durchgecollmert sein.

Als Freiberufler bist du selbständig tätig, begriffstechnisch. Als Hartzi bist du unselbständig untätig, bedeutungstechnisch, von Amts wegen. Du darfst ja gar nicht tätig sein. Du darfst ja gar nicht selbständig denken. Du wirst behandelt wie ein unreifes Kleinkind, dem man auf die Finger klopfen muß. Hartz IV ist ein unreifes Dasein, eine Regression ins Kinderzimmer des Kapitalismus, kein Widerstand! Es geht dabei nicht nur darum, daß Hartzis nicht lohnarbeiten können, sondern eben darum, daß man ihre inneren Nuggets entwertet hat. Hartz ist keine bedingungslose Grundsicherung, sondern ein an Bedingungen geknüpftes Almosen, das einem die Menschenwürde raubt. Also auch nicht viel anders als ein entfremdeter Job oder eine autoritäre Mutter, die dir dein Taschengeld nur dann gibt, wenn du brav bist, und was Bravsein heißt, bestimmt sie. Menschen, die immer schon bevormundet wurden (Eltern, Schule, Job), die nie gelernt haben, sie selbst zu sein, die fühlen sich mitunter als Hartzis wohl. Die haben keine Probleme damit, das Über-Ich der Eltern durch das Über-Ich des Amtes zu ersetzen. Aber Menschen, denen bewußt ist, was Menschenwürde bedeutet, erkennen im Hartz-Dasein die Galeere wieder, die es ist.

(Illu: Ní Gudix)

Ja, bedingungsloses grundeinkommen! aber die piratjes sind ja zu doof, finden ihr eigenes programm im papierkorb nicht wieder. Ist auch negation der verwertungsdenke, ent oder werter.

Was Collmer mit Verwertungsdenke meint, ist klar: der Mensch wird zur Zahl. Einkommen als Statusausweis. Karrierestreben wird als natürliche menschliche Eigenschaft gepriesen, genauso Konkurrenz- und Wettbewerbsdenken. Einzig die Plazierung zählt – „höher, schneller, weiter, Erster“, nach Sekunden, nach Zentimetern, nach Dollars berechnet, ganz egal! Dazu kommt dann auch die Fetischisierung von Kurven und Diagrammen: völlig wurscht, was sie eigentlich aussagen, Hauptsache, ein Diagramm ist da und die Kurve geht nach oben! Da freut sich der verwertet-verwurschtete Karrierist. Das ist aber nicht natürlich, sondern krankhaft und gehört überwunden. Nur geht das nicht mit Hartz. Die Hartzis werden noch viel schneller verwertet als die Nicht-Hartzis, werden noch viel schneller zum Strichcode gemacht, zum Restmüll, zur Zahlen- und Aktenkombination.

Die Frage, ob Hartz IV als bewußte Negation betrachtet werden kann, ist allerdings nur ne theoretische. Wer eine andere Möglichkeit hat zu überleben, der nutze sie. Nur daß eben viele Künstler, Dichter, Musiker diese Möglichkeit kaum mehr haben, weil ihre Arbeit zumeist nicht als „richtige Arbeit“ gesehen wird, sprich als solche, die man bezahlt. Den Klempner, Maurer, Dönerfritzen bezahlt man, aber beim Dichter, Übersetzer, Künstler guckt man komisch, wenn die von Honorar sprechen. Von denen erwartet man, daß sie „richtige“ Arbeit hauptberuflich leisten und daneben, ehrenamtlich und aus Spaß an der Freude, künstlerisch tätig sind. Dabei wird übersehen, daß es ganz schöne Maloche ist, z.B. ein Buch zu schreiben.

Gloria viktoria! willkommen in stützistan! Ja, und sowas müßte eben einfach honoriert werden; Du kannst ja nachweisen den sitzfleischverschleiß. Fragt in 10 jahren nach, ich stelle so und so viel meter glühtext ins netz. Ein teil des netzes ist aus papier. Wir müssen andersrum denken –

Hier wären wir beim Thema Urheberrecht. Klar, daß die Forderung der Piraten, das Urheberrecht ad acta zu legen, damit sich jeder alles gratis aus dem Netz saugen kann, populistisch gut ankommt.

Die gesellschaft sieht nicht, was sie bekommt von denen, die sich dafür entschieden haben, da hineingerutscht sind oder nicht anders können, das aber richtig. Irgendwelche komischen gedichte ins englische übersetzt, was haben die spießer davon? Sie merken ja nicht, daß die luft davon besser, die welt davon frischer wird.

Mit dem urheberrecht ist das so ne sache. Is praktisch stücklohn, müßte in richtung grundeinkommen gehn. Wer was macht, egal ob original oder dirigat, kriegt aus dem goethe-, rembrandt-, mozartgroschenfonds, möglichst breit, möglichst verwaltungsarm. Da is die zeit nicht für, und die jewerkschaft eiert.

Da muß die GEMA nicht sekundenweise rausklauben; hat musik öffentlich gemacht, kriegt. Is auch egal, ob übersetz ob original; öffentlichschreibe, kriegt. Is ne Babeufaufgabe. Guckt? horcht? liest? zahlt. no, es muß noch weiter. Existenzgeld is das einzig wahre.

Deine Grundidee von wegen „wer was macht – kriegt; wer was konsumiert – zahlt“ ist gut, nur: heutzutage, mit Internet, Blogs, Facebook, Myspace usw. zählt sich ja jeder, der ne Tastatur bedienen kann, zu den Machenden. Jeder Hirni, der mit zwei Fingern seinen Namen tippen kann, hält sich für einen Dichter. Das ist doch die Seuche. Und diese Hirnis sind es dann auch, die sich beschweren, daß man im Netz nicht alles gratis runterladen kann, sondern den Copyright-Riegel vorgeschoben kriegt. Gerade die Piraten haben hier ne Schwachstelle. Die haben nur Haie wie die GEMA im Kopf, aber uns kleine Künstler nicht. Wenn es damals schon Copyright gegeben hätte, hätte Metta Victor auch nicht ihr bestes Stück an die Plagiatoren verloren. Dann hätte Georgie überlebt und nicht Gian Burrasca (3). Das vergessen die Piraten (oder haben es noch nie bedacht). Die übers Urheberrecht schimpfen, sind immer die, die keine Ahnung haben. Die selbst noch nie was gedichtet haben und dann meinen, Bücherschreiben sei Easy Living, ein paar Klicks und fertig.

Also: wir könnten mit 5 std arbeit die maschin in schwung halten, einschließlich ihrer redundanzen und gefrorenen blasen.

Japan schaltet fast alle AKWs ab, und die lichter bleiben an. Bedingungsloses grundeinkommen, brot und spiele für alle, die beute reicht dicke.

Warum klafft die schere?

Wohnrecht statt eigentum, der ertrag gehört dem erzeuger, aber der boden gehört allen, warum geht das nicht? weil keins sich für gemeineigentum verantwortlich fühlt? auch so privatisieren sie die gewinne, während sie die verluste sozialisieren, linksjargonnär gesagt.

Die geldschöpfung aus dem nichts, geld aus geld, hauptschwungmasse zur zeit, ist zu unterbinden. Da geht keiner ran.

Im kapitalismus ist das nicht zu wollen.

Hartz: man kann davon leben, aber man kann sich davon nicht marktfähig halten.

Es geht ja darum, ob einkommen an person oder leistung geknüpft ist, und ob gesellschaft sich offenhält oder man sich den zugang erkaufen muß.

Genau. Und da rattern die Räder der Verwertungsmaschinerie, aus der man sich raushalten muß, wenn man nicht gaga werden will. Denn jede Arbeit ist eine Leistung, und es geht nicht, daß einige Leistungen mit Millionen honoriert werden und andere gar nicht. Das Wort Leistungsgesellschaft hat immer diesen tödlichen Klang; man denkt dabei an den skrupellosen Karrieristen, der Geld scheffelt und über Leichen hetzt. Aber was leischtet der denn? Asozialität leischtet der, mehr nicht. Sozialabbau leischtet der. Das Soziale wird abgebaut zugunsten der Leischtung. So geht das nicht. Andersrum denken. Auch der Künstler leischtet was.

Ja, wir müssen die denke andersrum longieren.

Weiter.

Beispiel krankenkasse: traum der linken: kostenloses gesundheitssystem für alle, finanziert aus steuern staatlich kontrollierter unternehmen. Traum der FDP: Dicke zahlen mehr als nichtraucher, alte das doppelte, das meiste geht auf zuzahlung, wenn möglich privat, ebenso bei bildung, kultur: elite oder arbeitshaus / kommt bei FDP bei raus. Also solidar- gegen leistungsprinzip. Ist solidarität keine leistung? was leisten erben?

Ist Schreiben keine Leistung? Ist Dichten kein Nugget?

Denkbar dagegen eine gesellschaft mit grundeinkommen, wo man einfach weiß daß jeder mensch der allgemeinheit erst einmal gut tut, wenigstens nicht schadet. Au, das schorlemmert!

Solang’s ökoneutral läuft – SUVs hingegen wären zu besteuern wie zigaretten, dann reduziert sich das schnell.

Wir tauschen ja weniger materiell, als ideell, virtuell, abstrakt.

Dör grönznutzen dör vörwissenschaftlichung nümmt ab (Wolfgang Sassin). Weit sind wir gekommen im zivilisationsparadox.

Was das alles ökologisch kostet, ist nicht mehr zu messen, dafür sollten wir ein digamma in die formel setzen.

Es gibt mehr geld als werte.

„Der Barde und ich“ im Dezember 2006 bei den letzten Dirty Dichtjes im Kaffee Burger, Photo: Ní Gudix

Ja, das Geld ist zu entwerten, nicht die Werte. Geld hat an sich keinen Wert.

Die gesellschaft entschichtet sich wieder, öffentliches verschwindet, gemeingut wird vernachlässigt.

Also alternative zu miete ist nicht eigentum, sondern wohnrecht. Um die enteignung der eigentümer kommen wir nicht herum.

Andererseits das kolchosenparadox: was leischden tun sie nur mit leistungsanreiz. Das eigene schweinchen mästet man am besten. Es ist aber nicht jede leistung entsprechend anerkannt, das merkste am übersetzerhonorar. Und wieviel etwas kostet, hängt nicht von seiner güte ab.

Damit kommen wir zum urheberrecht. Im kapitalismus ist der urheber letzter löffel. Bei grundeinkommen verschwände er: er hat ja schon.

Wie vercollmern wir das? zumal es flächendeckend eingeführt sein müßte, oder verzollschrankt, sonst geht’s uns wie der DDR, wir sind nicht konvertierbar. Und BILD titelt: Hartz macht unsere jugend träge. Leistungsanreiz aber wohin? für subtilere waffen? wo nimmt der ingenieur seine statussymbole her? Ökodorf mit knochengeld / bis der Gauck zusammenfällt?

Das mit „Urheber letzter Löffel“ ist leider wahr. Das Risiko wird durchgereicht. Jeder kriegt, nur der Künstler nicht. Wenn du irgendwo auftrittst, geht es um Geld für Raummiete, um Geld für Werbung, um Geld für Getränke; Geld für den auftretenden Künstler bleibt am Ende keins mehr übrig. Die Kneipe, in der du auftrittst, macht ein Geschäft damit, daß Leute zu deiner Lesung kommen und Bier trinken. Daß die Leute eigentlich nicht zur Lesung gehen, um Bier zu trinken, sondern um die Lesung zu hören, und daß daher erst der Künstler seine Schore kriegen müßte, von der er dann einen Prozentsatz an den Wirt abzweigen könnte – huch! Was für eine Denke!

(Illu: Ní Gudix)

Ver.di und piraten, beide haben recht an ihrem ende, es muß doch möglich sein, das gesamtnützig zusammenzuspannen.

„Urheber first“ sagt ver.di in einem Thesenpapier (4). Das ist der erste Schritt auf dem richtigen Weg, solange es noch kein Grundeinkommen gibt. Und dafür brauchen wir vielleicht gar nicht die Piraten. Die Occupisten ham das ja auch in ihrer Agenda, und die infiltrieren inzwischen alle Bevölkerungsschichten. Die Piraten sind zu profilneurotisch und zu dilettantisch. Sie arbeiten zu hausaffoid (5): murksimurksi schlurpsischlurpsi (6), und wenns dann wirklich um die Wurscht geht, treten sie zurück, weil sie überfordert sind.

Man kommt vor transparenz nicht zum regieren

Piraten praten statt expropriieren

An den pointen ist noch zu polieren

doch läßt sich auch ein linkshirnwitz lancieren

Kloake entern: dingungslos hartzvieren

selekt- (habmaser) Luhmann: seligieren

Nicht dehydrieren und beim hungern frieren

Programm von vorn bis hinten redigieren,

statt auf dem Stützistatus ponadieren

und in die Imageblase regredieren.

Wer nix wird wird wirt

Wer alle ist wird galerist

Wer nix taugt als unkrautvernichter

wird dichter.

Jau. Da sind wir wieder bei den Kreativstützis, denen ihre inneren Nuggets entwertet wurden. Und bei der faschistoiden Letzter-Löffel-These von wegen „die sollen doch mal richtig arbeiten gehen“. Andersrum denken: wer Dichter wird, hat für den ganzen anderen Teer keine Zeit mehr, weil er arbeitet.

Daß so viele Künstler Hartzis sind, hat ja nix damit zu tun, daß sie alle schlechte Arbeit leisten. Die Arbeit wird nur nicht anerkannt. Zitat Markus Liske: „Solange es in dieser Debatte aber ‚nur’ gegen die Künstler geht_(nicht gegen Bäcker oder Bierbrauer), hat der Schwarm in einem Recht: Der Drang zum Kunstmachen ist eine Bewusstseinsstörung, die man nicht bezahlen muss. Denn der Künstler wird auch dann nicht aufhören zu produzieren, wenn man ihn in die Fänge der bald schon einzigen nennenswerten Künstlerförderung treibt. Sie heißt Hartz IV.“ (7)

Recht hat er, der Liske! Und bei dieser förderung dürfen die künstler die stadt nicht verlassen und müssen sich auf putz- und schippstellen bewerben.

Noch mal Liske: „Hartz IV ist ein Unterdrückungsapparat, der die Menschen zu Untertanen oder Kriminellen machen möchte und das auch schafft. Immer sich klein machen müssen! Betteln müssen! Ständig Schreiben mit Kürzungsdrohungen kriegen! Das geht nicht spurlos an einem vorüber. Das Sein bestimmt eben wirklich das Bewusstsein. Der Spagat zwischen ambitionierter Kunst und Bettlerexistenz ist nicht lange auszuhalten.“

Gib oder nimm! das ist es eben. Das kleine musikschwein, das auf der straße Beatles nachspielt, zahlt das oder kriegt das? Vortragsrecht: wir bringen Graßhoff auf die bühne vor ablauf der schutzfrist; tun wir nicht den erben was gutes? schaden wenigstens nicht, denn wir tun’s honorarfrei, hm! also streikbrech- und lohndrückerei! Berliner stützismusschlendrian! Janoschs firma privatisiert Janosch, wie die pharmaindustrie medikamente. Janoschgroschen gehn ins portfolio. Gib oder nimm! nimm oder gib! Sich die finger wund klampfen, nähen bis blut kommt, tippen bis die augen sich verabschieden: wann hebt’s das urheb aus dem kellerloch?

Mit der Schore ist das so: es geht um die Relationen. Der Straßensänger, der in der Fußgängerzone Beatles raushaut, ist was anderes als Phil Collins, der in der Deutschlandhalle Beatles raushaut. Phil Collins sackt tausende Euros ein, also kann er auch tausende Euros an Rechten bezahlen. Der Straßen­sänger nicht. Und mit den Erben und der Bekanntheit ist es ja auch so ne Sache. Ich dachte ja auch, ich mach das mit dem Janosch-Theater für einen guten Zweck, nämlich dem, Janosch als seriösen Philosophen bekannter zu machen. Aber dann erfuhr ich erstens, daß die Janosch-AG nur auf so was wartet, um einen dann abzu­zoc­ken, und zweitens, daß Janosch selbst von der Zocke keinen Pfennig kriegt. Da wurde mir klar, warum es so wenig Janosch auf deutschen Bühnen gibt: die Theater sind ja eh schon pleite, und dann die Janosch-AG, die unbarmherzig die Hand aufhält, sobald eins mal was machen will.

SOLIDARITÄT! wir sind immer noch ne arbeiterbewegung.

Anmerkungen:

(1) „Kolchosmose“ ist ein zusammengesetztes Wort aus „Kolchose“ und „Osmose“. „Osmose“ kennt jeder aus dem Biologieunterricht. „Kolchose“ nehmen wir beim Wort: „kollektive Chose“ also. Kolchosmose herrscht, wenn der Stoffwechsel in der Kolchose richtig reguliert wird durch das Raus und Rein der Teilchen (grützetechnisch gesprochen).

(2) Thomas Collmer, Schriftsteller und Philosophietheoretiker, Jahrgang 1956, lebt zugehegelt in Hamburg.

(3) Metta Victor, Georgie, Gian Burrasca: siehe Lichtwolf Nr. 38, S. 84.

(4) Wolfgang Schimmel in: Kunst & Kultur, 3/12

(5) Hausaffe: Wort aus der Kolchosensprache. Bezeichnet einen Schnorrer und einen Untermieter, der nicht zahlt.

(6) schlurpsen: Wort aus der Kolchosensprache. Bedeutet soviel wie „dilettantisch arbeiten, nichts können“.

(7) Markus Liske: „Shitstorm over Regener – oder: Der Künstler im Zeitalter seiner digitalen Enteignung” auf www.gedankenmanufaktur.net


In dieser Ausgabe weiterlesen

« Subtraktion statt Subversion Ausgegründetes Sonett mit Bedarfsgemeinschaft »


Unveränderte Fassung des Beitrags aus LW40.

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