aurum ad excrementum - Samstag, 25. Mai 2013
Was isst der Lichtwolf?
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Tweets von @lichtwolfIntime Interna am 22.05.2013, 20:00 Uhr
Kommende Woche steht (zumindest in katholischen Landen) zum letzten Mal für eine Weile ein feiertagsbedingtes langes Wochenende an: Donnerstag ist Fronleichnam (Volksmund: happy cadaver), Freitag Brückentag, dann Wochenende. An eben diesen vier Tagen vom 30. Mai bis zum 2. Juni nimmt das freidenkerische Jugendmagazin Lichtwolf an der Mainzer Minipressen-Messe teil. (Wir hatten es ja schon mal erwähnt.)
Besuchen Sie doch den Lichtwolf an Standnummer A13 in der Rheingoldhalle beim malerischen Mainzer Rathaus. Und gucken Sie sich überhaupt mal auf der MMPM um: Alle zwei Jahre treffen sich Kleinverlage, Untergrundzeitschriften und Buchkünstler in der Gutenberg-Stadt, um ihre Arbeiten einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen.

Der Herausgeber wird zum Herr Ausgeber, denn für jedes neue Abo, das auf der MMPM abgeschlossen wird, gebe ich (also der Schneidegger) ein Bier oder einen Kaffee aus! (Wer stattdessen lieber Saatgut aus dem Lichtwolf-Garten haben möchte, abonniert online bis zum 30. Mai und profitiert von der Frühlingsaktion für Neuabonnenten) Diverse berühmte und beliebte Autorinnen und Autoren der Zeitschrift trotz Philosophie werden am Stand weilen, um Ausgaben zu signieren und Streit zu suchen.
Für noch mehr Kontakt sind zwei Lesungen anberaumt, bei denen Sie erfahren, wie man mit Philosophie reich und berühmt wird, wie sich in der Kartoffel die drei Zeithorizonte vereinen und warum wir uns vor Klaus und Barbie in acht nehmen sollten: Am Rande der Mainzer Minipressen-Messe lesen Schneidegger und die rheinische Edelfeder Marc Hieronimus am 31. Mai um 20:00 Uhr im Antiquariat am Ballplatz das Beste aus nun schon elf Jahrgängen des fröhlichen Wissenschaftsmagazins, das es im Kapitalismus gar nicht geben dürfte. Die nächste Lesung folgt drei Tage später und findet am 3. Juni um 20:00 Uhr im Café Duddel in Köln statt.
Und hier noch einmal alle anstehenden Termine zum Mitschreiben:
Mainzer Minipressen-Messe: vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 (Öffnungszeiten); in der Rheingoldhalle am Mainzer Rathaus (Lichtwolf an Standnr. A13); Eintritt frei
Lichtwolf-Lesung: 31.05.2013, 20:00 Uhr; im Antiquariat am Ballplatz, 55116 Mainz; Eintritt: 5 EUR
Lichtwolf-Lesung: 03.06.2013, 20:00 Uhr; im Café Duddel, Zülpicher Wall 8, 50674 Köln; Eintritt frei
Links der Woche am 18.05.2013, 14:30 Uhr
Links der Woche, rechts der Welt KW 20/13
Die zynische Vernunft buchstabiert
Wörterbücher und Enzyklopädien sind als aufklärerische Projekte auch Dokumentationen der menschlichen Einfalt und Niedertracht. Drum lobt Magnus Klaue im Freitag die bisher umfangreichste Neuübersetzung von Ambrose Bierces teuflischem Wörterbuch, ohne in seiner Begeisterung dessen massenkompatible Mängel zu übersehen. (15.05.13)
Seid umschlungen, ihr Millionen
Giorgio Agamben ist Europäer und Philosoph. Als solcher griff er kürzlich die alte Idee Alexandre Kojèves auf, Europa sei nur als Imperium romanisch-katholischer (statt germanisch-protestantischer) Lebensart sinnvoll. Jürgen Kaube schüttelt in der FAZ einigermaßen den Kopf über solche völkerpsychologischen Phantasien. (16.05.13)
Die Tücken der Conditio techno-humana
Philosophie als Problemlösen hat heutzutage (zu) viel zu tun, findet Eduard Kaeser in der NZZ. Am Beispiel der Klimapolitik zeigt er die Verzwicktheit zeitgenössischer Großprobleme auf, die nicht klar zu formulieren sind und deren Lösungen nur neue Probleme aufwerfen. Da könne jedes Engagement nur fatalistisch sein. (16.05.13)
Unn sünst?
Der Darmstädter Philosoph Gernot Böhme gibt in der taz Auskunft über die Bedeutung der vor allem akustischen Atmosphäre u.a. von Städten für das Bewusstsein. +++ In einer Rezension zeigt man sich beim Theorieblog angetan vom sozialwissenschaftlichen Krisennarrativ, das Wolfgang Streeck in seinem Buch "Gekaufte Zeit: Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus" ausbreitet. +++ Das Rahmenprogramm der Mainzer Minipressen-Messe vom 30. Mai bis 2. Juni steht fest; den Messestand des Lichtwolfs finden Sie auf Platz Nr. A13 in der Rheingoldhalle und am 31. Mai lesen die Herren Hieronimus und Schneidegger ab 20 Uhr c.t. im Mainzer Antiquariat am Ballplatz; am 3. Juni im Kölner Café Duddel. +++ Und noch ein Veranstaltungstipp: Nach der lit.cologne gibt es ab sofort auch eine phil.cologne. Das "Internationale Festival der Philosophie" steigt vom 26. bis 30. Juni mit den üblichen Verdächtigen und einem Philosophy Slam, denn ohne geht es ja gar nicht mehr.
Links der Woche am 11.05.2013, 14:23 Uhr
Links der Woche, rechts der Welt KW 19/13
Schelsky, Springer et.al. warnten anno 68 noch vor der Machtergreifung der sozialwissenschaftlichen Priesterkaste. Die zeitgenössischen Protestbewegungen dagegen sind technokratisch geprägt, urteilt Franz Walter im Freitag. Das politische Medium ist den Sach- und Fachleuten zu schwammig, die Ingenieure und Ökonomen wollen Ergebnisse! (06.05.13) (Mehr über die Expertokratie übrigens im aktuellen Lichtwolf...)
Die Deutschen Islamkonferenz des Innenministeriums ist unbeliebt und vorbei, gerade findet unter dem Motto "Selbstbestimmung statt Gruppenzwang!" die sogenannte "Kritische Islamkonferenz" statt. Alexander Dill hat sich für Telepolis einige Fragen zu Kulturimperialismus, Gleichheit und Islamismus vom Mitorganisator und religionskritischen Philosophen Michael Schmidt-Salomon beantworten lassen. (07.05.13)
Georg Seeßlen...
...ist gerade wieder ungeheuer produktiv. Man möchte ihn fast schon den deutschen Žižek nennen. In seinem Blog gibt es eine Skizze über Demokratie und Postdemokratie, für die man ziemlich ausgeschlafen sein sollte. In der taz erklärt uns der Meister den Kapitalismus mittels des Salzstreuers und dann gibt es noch Kleinigkeiten zu Aigner und Verbriefungen.
Literaturkritik kaputt?
Alle Jahre wieder wird das Feuilleton als ganzes oder teilweise in Zweifel gezogen. Roman Bucheli sieht in der NZZ die feuilletonistische Paradedisziplin der Literaturkritik unter Druck. Aber das Schrumpfen ihres traditionellen Printmediums muss der Rezension nicht schaden, sie könnte durch Anpassung an die Spielregeln des digitalen Neulands reifen. Herbert Debes von Glanz & Elend erklärt, wie und wo die Literaturkritik im Internet zu neuer Blüte gelangen könnte und schon gelangt ist.
Links der Woche am 04.05.2013, 14:23 Uhr
Links der Woche, rechts der Welt KW 18/13
Norman Birnbaum gehört der großen Generation linker Intellektueller an, die - anders als ihre (Zeit-)Genossen im Ostblock - für ihre Sozialutopien belächelt oder als nützliche Idioten der herrschenden Ordnung verachtet wurden. Ihre Nachfolger und Studenten sorgten für wachsende Ungleichheit, Krieg gegen den Terror und Finanzkrise. So fällt Birnbaums Bilanz der Weltverbesserung in der FAZ eher bitter aus. (03.05.13)
Lebensweltliches:
Beim Cicero wird über den Zusammenhang von Krisen und Kreativität nachgedacht - am Beispiel von Wittgenstein und WK I; und "Wer mehr über das Leiden der „Geistesgrößen“ erfahren will, kann in der aktuellen INDES nachlesen." +++ Georg Seeßlen hat diese Woche wieder über Kleinigkeiten gebloggt - von Schaufensterpuppen über Ästhetisierung und moralische Urteile bis zum Dauerbrenner Flugzeugsitzbauer. +++ Nicht schlafen zu wollen ist kindisch und ein Zeichen von Lebenshunger, schreibt Peter Bürger in der NZZ-Reihe über Schlaflosigkeit. +++ In der ZEIT unterhält sich Susanne Mayer recht engagiert mit Naomi Wolf über deren neues Buch "Vagina", in dem sie Männlein und Weiblein zu mehr Masturbation und Ritterlichkeit rät.
Persönliches:
Nach der obligatorischen Kapital-Lektüre meint jeder, eine (schlechte) Meinung zu Jeremy Bentham haben zu müssen; im Freitag versucht sich Magnus Klaue an einer Rehabilitation des Sozialreformers und Panoptikers. +++ David Foster Wallace war Tennisprofi und Logiker und wurde als Schriftsteller bekannt, ehe er 2008 Selbstmord beging; nun ist seine Abschlussarbeit "Schicksal, Zeit und Sprache. Über Willensfreiheit" auf Deutsch erschienen, wie der Deutschlandfunk meldete. +++ Ein anderes manisch-depressives Multitalent feiert am Sonntag seinen 200. Geburtstag: Kierkegaard. Bei Glanz & Elend würdigt Dieter Kaltwasser aus diesem Anlass den dänischen Hosenträger.
Abschließendes:
Wenn Sie sich mit psychoanalytischer Textkritik noch nicht so auskennen und erstmal an was Leichtem üben wollen, hätte man Sie früher auf die Katholiban von kreuz.net verwiesen; nun, da die von der homosexuellen Weltverschwörung abgeschaltet nach Österreich deportiert wurden, bleibt immer noch das von den Jugendverderbern des IPuP herzlich empfohlene www.eltern-im-netz.net, wo der Tötungs- und Geschlechtstrieb dermaßen wegsublimiert ist, dass es nur so rauscht. (Könnte Satire sein!)
Eine Übersicht aller Themen und Beiträge finden Sie im Monatsbuch.
Ní Gudix:
Unterwasserheldenforschung
Stefan Schulze Beiering:
Kritik der Geisteswissenschaften
Norbert Hildebrand:
Das Beste an der Kunst
Bdolf:
Die Voodoo-Versuchsstrecke
Paul Hoppe:
Graphic Arts aus New York
Magister Maier:
Die Penispeitsche unter den Poeten
Der blinde Hund:
Mit einer Spürnase für Philosophie
Tristam:
u.a. rauchende Muslime
Jürgen Nielsen-Sikora:
Die Axt der Vernunft
Stefan Rode:
Crescere Werkblog
Crauss.:
der Motorradheld online
Michael Helming:
Netz-Präsenz/-Präsens
IPuP-Press:
Institut für Polytoxikomanologie & Perspektivismus
Timotheus Schneidegger:
Schwein und Zeit
Michael Helming: Karaoke (Kurzgeschichte als E-Book für Kindle, iPad, usw.)
Timotheus Schneidegger: "Dein Leben ohne mich" (Roman, 240 Seiten, catware.net, 13,80 Euro)
Timotheus Schneidegger: Die zweite Natur (Kurzgeschichte als E-Book für Kindle, iPad, usw.)
Stefan Schulze Beiering: "Wortschreibung im Deutschen" (Sachbuch, 196 Seiten, projektverlag, 15,80 Euro)
Bdolf: Ich und mein Raumschiff (Kurzgeschichte als E-Book für Kindle, iPad, usw.)
Michael Helming: Leichen treppauf (Vier Portraits vergessener Autoren, 68 Seiten, catware.net Verlag, 6,80 Euro)
Bdolf: "Der dunkelste Planet" (Leseheft, 20 Seiten, SuKuLTuR, 1 Euro)
Johannes Witek: "Gebete an den Alligator und die Klimaanlage" (Prosa&Lyrik, 274 Seiten, Chaotic Revelry, 12,95 Euro)
KULT: Unser aller Poesy-Chaotycum
SuKuLTuR: Reclam des Underground
Das Dosierte Leben: Jedem seine Dosis Dada
Glanz & Elend: Magazin für Literatur und Zeitkritik
Pareidolia: Zentralorgan des Salonkommunismus
SmallPress: die virtuelle Messe der Kleinverlage
Kalliope: Zeitschrift für Literatur und Kunst
TITEL-Magazin: Das gute alte Kulturmagazin des Netzes
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Lichtwolf 1/2013 (Nr. 41), März 2013Titelthema: Experten
Alles über Experten an sich sowie über solche für Kunst, Vogelhausbau und Gynäkologie, Expertensysteme, Philosophie als Lebensweise und Roman-Bashing - alles in einem einzigen verschwenderisch illustrierten Frühlingsheft.
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