Angebot!

Lichtwolf Nr. 31 („Steinzeit“)

6,80  5,00 

52 urtümlich gute Seiten DIN A4 mit farbigem Umschlag, innendrin hochwertige Texte und Bilder wie in Stein gemeißelt.

Lieferzeit: ca. 2-3 Werktage

Beschreibung

Mit gut 12.000 Jahren Verspätung begrübelt der Lichtwolf gewohnt aktuell die Steinzeit, das Titelthema der Ausgabe Nr. 31 für den Herbst 2010.

Die Gestaltung ist mit diesem Heft noch etwas dichter zusammengerückt, denn Weißraum ist Umweltverschmutzung. So passen noch mehr Texte und handgezeichnete Illus auf die 52 Seiten. Gleich nach der Einleitung ins Titelthema beginnt Norbert Hildebrands Fußnotenlyrik: Der Gedankenstrom „Luxusliebe (Lithophilia Diamantringia)“ läuft im Fußsteg des Heftes von S. 4 bis S. 50 durch. Wollnse mal gucken? Die ersten fünf Seiten der Nr. 31 gibt es hier als PDF zum Herunterladen sowie im LichtwolfReader als JPEG-Bilder. Michael Helming hat sich mit dem Sozialarbeiter Günther Vettel über Höhlenmenschen des Kapitalismus unterhalten: Gefeuerte Mitarbeiter, die sich in ihrem alten Betrieb einnisten (Lesen Sie hier einen Auszug.). Dazwischen berichtet IPuP-Press nach der Lektüre von Sloterdijks Paläopolitik „Von der Kunst, den Menschen zu schaffen“ und Johannes Witek dichtet über „Das Wunder der Poesie“. Auf der Kinderseite Lichtwelpe erklärt Onkel Schneidegger dem kleinen Jan-Baptist (10) aus Blankenese die Welt des Drecks und was Integrations- und Unterschichtdebatten damit zu tun haben, dass Steine immer nur von oben nach unten fallen. Inzwischen mit einem Praktikumsplatz in der Redaktion versehen, liefert Filbinger den inneren Monolog eines Steinzeitmenschen beim Faustkeil-Discounter. Auf der Seite gegenüber erklärt Georg Frost, was es mit den Medienschlagworten „Steinzeit-Kommunismus“ und „Steinzeit-Islamismus“ auf sich hat. Sodann wird es musikalisch: Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus (IPuP) hat ein Tele-Symposion über Punkrock und Primitivität abgehalten und diskutiert das lebenspraktische Simpeltum mit Cramps, Adorno und Nietzsche. Eingeschoben sind Schneideggers Erwägungen über das Verhältnis von Natur und Kultur bei Mann und Frau an den Beispielen des Metal-OpenAirs Wacken und Lady Gaga. In „Die fabelhafte Welt der Anomalie“ blickt Tina Wirtz auf die allgemeine Regression des Deutschen zum Hordenwesen während der WM zurück. Vasile V. Poenaru berichtet anschließend von den Bemühungen, seine Sippe vor dem Kältetod in der kanadischen Bürokratie-Wildnis zu retten, und Judith Stern zeichnet dieses Mal nicht „Neues…“, sondern die „Geschichte vom Hai und seinem Alkoholproblem“ seit der Urzeit. Bald wird es ölig, zunächst mit Bdolfs Monolog eines im wahrsten Sinne rührenden Hautflüglers „Im Fraktionierturm“, dann mit Georg Frosts Blick auf die Kollaps-Theorien von Joseph Tainter und Richard C. Duncan, nach denen die industrielle Zivilisation im Zuge des versiegenden Erdöls bis zum Jahr 2050 in die Steinzeit zurückfällt (Auszug). Von eben dort stammt der Interviewpartner Bdolfs: Es ist Betty Geröllheimer aus „Familie Feuerstein“, die heute in einem Amüsierbetrieb arbeitet und einiges über die letzten Jahrtausende der angeblichen Hominisation zu erzählen hat (Auszug). Dass die Steinzeit nur ein pseudowissenschaftlicher Bluff der Atheistenlobby ist, behandelt die verschwörungstheoretische Rubrik des Fnord-Repords. Beschlossen wird das Titelthema mit der größten Bratwurst der Welt, in der dieses Mal fünf Autoren ihren Senf zu der Frage abgeben, was in der Steinzeit alles besser war.

Das ist aber nicht alles. Den hinteren Heftteil eröffnet Stefan Schulze Beiering mit dem Auftakt einer Essay-Reihe zur Kritik an den Geisteswissenschaften. Ende Juli war wieder ein Lichtwolf-Betriebsausflug: Es ging zum ZineFest 2010, ins Neandertal und nach Bottrop-Boy – Gonzofeva, Helming und Schneidegger berichten. Johannes Witek spricht dazu „Gebete an den Alligator und die Klimaanlage“, es folgt der diesmalige „Auszug aus dem Totenregister“ mit den Verblichenen der letzten drei Monate und ihren Überresten. Für die UntergRundschau haben Bdolf und Helming wieder einige Kleinzeitschriften wie den kosmischen Penis und Weisz auf Schwarz gelesen und in unter 800 Zeichen besprochen. Hernach begibt sich Michael Helming in „Generation Amok“ auf die Spuren einer im Internet scheinkonstituierten Jugend, welche die vierte Stufe des Nihilismus erreicht hat. Zwischendurch gibt Bdolf noch alltagstaugliche Tipps, wie sich Taliban effektiv bekämpfen lassen. Nach bloß fünfjähriger Pause sind die „Philosophen im Straßenverkehr“ zurück, diesmal sehen wir Karl Marx. Dazu passend eine rhetorische Hilfestellung Schneideggers für FDP-Parteitage usw. („Neiddebatten aufgreifen!“), aus gleicher Feder der „Ontologische Zwischenbericht“ über den Stand der Fundamentalontologie in „Schwein und Zeit„, sowie die zweite Runde Tweetkesselchen. Das Portrait der Reihe „Lebende & Leichen“ stammt in diesem Heft von Crauss, der sich des österreichischen Amok-Dichters Mario Rotter angenommen hat. Dann gibt es noch ein wunderschönes Bild zum Schluss („Downfall“ von Georg Frost), das Sie, werte Leserinnen, an die Zeitumstellung am 31. Oktober erinnern soll.