Links der Woche, rechts der Welt 43/18

Einfach mal bloß Studentin sein

Laura Henkel hat den Wechsel in den Master genutzt, um von der Großstadt Frankfurt in die Studentenstadt Göttingen zu ziehen, und schreibt im FAZ-Blogseminar darüber, wie sich besser studieren lässt, wenn nicht immer die vorgelebte Not der Karriereplanung über einem schwebt. (22.10.18)

 

Die Zeitung als Denkschrift

Die ZEIT wird grundsätzlich und bringt künftig monatlich eine philosophische Gegenwartsfrage zu einem philosophischen Thema. Zum Auftakt erklärt Elisabeth von Thadden, warum gesellschaftliche Unruhe das Denken belebt und was das Denken in Zeiten wie diesen bedeutet. Denn man to. (24.10.18)

 

Überflusser ahnte das Postfaktische

Vilem Flusser ist schon vor einem ganzen Weilchen gestorben und erhält in der NZZ nun eine ausführliche Würdigung seiner prophetischen und sehr unakademischen Medienphilosophie durch Felix Philipp Ingold, der wie viele mit Flusser regen Briefkontakt pflegte. (26.10.18)

 

Ostzonensuppenwürfel für alle

Die Kartoffeln essen kaum noch Kartoffeln, sondern Döner Hawaii mit Pommes und Cola. Udo Pollmer ist Lebensmitteltechniker und Mitglied der Giordano-Bruno-Stiftung und erklärt im Telepolis-Interview, was Veganismus mit Distinktion zu tun hat und warum die Warnungen vor ungesunder Ernährung mit einer Prise Salz zu genießen sind. (27.10.18)

 

 

(Photo: Ajale, pixabay.com, CC0)

Bücher

Schwer fasziniert ist die NZZ von Teresa Präauers Essay „Tier werden“, der anhand von Chimärenmythen den fließenden Übergang zwischen Mensch und Tier ergründet. +++ Die ZEIT bespricht zwei Bücher über das Faszinosum Dinosaurier – einen Paläontologen-Krimi aus dem Nachlass Michael „Jurassic Park“ Crichtons und Steve Brusattes „Aufstieg und Fall der Dinosaurier“, in dem die Ahnung liegt, unsere Besessenheit von Fossilien und fossilen Energieträgern könne uns zum nächsten Gegenstand der Paläontologie machen. +++ Nach seiner „Kurzen Geschichte der Menschheit“ blickt Yuval Noah Harari nun auf den Untergang unserer Spezies in seinem neuen Buch, das die NZZ vorstellt. +++ Es könnte auch alles gut werden: Alberto Manguels illustrierte Kulturgeschichte der Utopie von Morus bis Lennon macht der FR Lust auf die Zukunft. +++ Claude Lèvi-Strauss hat viel von Michel de Montaigne gelernt, wie aus zweien seiner Vorträge hervorgeht, die erstmals auf Deutsch erschienen und von Raffael Hiden fürs Soziologieblog gelesen worden sind. +++ Francis Fukuyama hat sich mit dem Ende der Geschichte genauso geirrt wie mit George W. Bush, aber in seinem neuen Buch, das die taz vorstellt, ist er ganz sicher, dass Identitätspolitik den Untergang der Demokratie darstellt. +++ Robert Habeck ist Schriftsteller und Vorsitzender der Grünen und hat ein Buch über die Verrohung der politischen Ausdrucksformen durch AfD und Gendersternchen geschrieben, das die WELT rezensiert. +++ Die SZ vermeldet das Erscheinen von Band 98 der Heidegger-Gesamtausgabe mit den esoterischen Denktagebüchern der Nachkriegszeit und findet Peter Trawnys „Heidegger-Fragmente“ einen ungewöhnlichen Schritt gen Biographie des Fundamentalontologen.

 

Radio

Thomas Vogel und Jürgen Wiebicke unterhalten sich im Philosophischen Radio des WDR 5 über Mäßigung als Weg zum Glück. Pink stinks and blue is blue: Im DLF gibt es heute die Lange Nacht der Geschlechterrollen. Morgen früh erklärt Kurt Andersen bei Essay und Diskurs den in der US-Bevölkerung grassierenden Realitätsverlust und mittags geht es bei Sein und Streit u.a. um Brasilien, das vor seiner Präsidentschaftswahl an der Moderne (ver-)zweifelt.

 

Das Weitere und Engere

Aus den Wissenschaften: Eine neue OECD-Studie zeigt, dass der Bildungserfolg von Kindern in Deutschland nach wie vor maßgeblich von der sozialen Herkunft abhängt, wie die FAZ meldet. +++ Auch bei der universitären Selbstverwaltung besteht in Deutschland „noch immer“ „ein substantieller Nachholbedarf“, wie der Tagesspiegel schreibt und die Vorschläge des Berliner Wissenschaftsrats für demokratischere Hochschulen zusammenfasst. +++ Der Freitag kommentiert nach der „Sokal hoch 2“-Affäre den erbärmlichen Zustand nicht nur der Sozialwissenschaften im „Publish or perish“-Fieber. +++ Niall Ferguson ist ein Historiker der ganz alten Schule und polarisiert darob, wie die FAZ nach einem seiner Vorträge über die Geschichte der großen Männer schreibt.

Trotz Philosophie: Florian Freistetter kann sich Formeln besser vorstellen als räumliche Figuren und dankt Descartes bei Spektrum für das von ihm ersonnene Hilfsmittel der analytischen Geometrie. +++ Der Standard unterhält sich mit Terry Eagleton darüber, dass Marx doch Recht behalten hat und warum auch Nietzsche und Wittgenstein Materialisten waren. +++ Was Incels aus Roastbeef und Schwanzkarussels machen erklärt Sarah Maria Lenk im aktuellen Lichtwolf und in Teil 3 ihres Gesprächs mit Herrn Meier über das Internet.

Das Letzte: Nachhaltig, fair und feministisch: Die FAZ berichtet über eine Studie, die das taktische Verhältnis von Konzernen zu ihren Saubermann-Imagekampagnen untersucht hat. +++ Der Mensch ist ein Störfaktor, trotzdem bzw. deswegen spricht sich Thomas Wehrs im WELT-Interview gegen noch mehr schlaue Technik im Auto aus. +++ Der Wolf ist zurück in Deutschland und soll wieder gejagt werden dürfen, wenn es nach einer Bundesratsinitiative geht, über die der Tagesspiegel berichtet.

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