Lichtwolf Nr. 37 („Tittenhitler“)

6,80 

Das größte Heft aller Zeiten beansprucht einen Raum von 60 Seiten DIN A4, den es mit Froh- sowie Scharfsinn füllt in der Behandlung der Topoi Sex und Gewalt sowie ihrer Verbindungen. Titten, Hitler und süße Kätzchen – was wollen Sie denn noch!

Lieferzeit: ca. 2-3 Werktage

E-Book-Versionen:

Beschreibung

Vorsicht, das Titelbild kann zu Schlaf- und Erektionsstörungen sowie zu Durchfall und Einbußen des Geschmackssinns „führen“. Aber da muss der deutsche Landser einfach mal die Zähne zusammen beißen und an Muddis Glocken an der Heimatfront denken!

Los geht es – dem Tittel-, Quatsch: Titelthema „Tittenhitler“ angemessen – nach einer extralangen Einleitung, die die Fragen behandelt, wie es dazu kommen konnte, ob man das überhaupt darf und was Karl Kraus alles dazu nicht eingefallen ist. Der Bdolf, der bei einem solchen Heft noch weniger fehlen darf als ohnehin, leitet die Jugend sodann gewohnt gekonnt mit Prolegomena hin zum Thema. Dieses greift Marc Hieronimus fußnotenstark als gesellschaftliche Chiffre auf, trächtig mit der stets beliebten Symbolik von Sex und Gewalt. Eine dreiteilige ernsthaft pornographische Reihe aus dem Reichsgeschlechtshauptquartier hat Bdolf vorgelegt: „Es begann mit Adolf & Eva“. Wem das nicht zu banal ist, der hat noch nicht genug von der Banalisierung des Banalen, die Ni Gudix in ihrem Aufsatz über die Ikone Hitler beklagt. Von Tittenhitler zu Titten für Hitler schweift Michael Helming ab, der einen nationalsozialistischen Frauenratgeber für „unsere Ahnin: die Germanin“ gelesen hat. Einen Klassiker germanischer Volksdichtung hat Wolfgang F. Berger mit dem „Perlkönig“ aufgegriffen, neu interpretiert und sittlich irritiert. Unser Redaktionspraktikant Filbinger hat sich mit seiner Oma – irgendwie ja auch Tittenhitler – bei Kaffee und Kuchen über „damals“ unterhalten und was Habermas dazu sagt. Sodann der zwote Teil von „Es begann mit Adolf & Eva“, nämlich „Frohsinn durch Gliedsteife“. In ähnliche Richtung gehen Gedanken und Griffel von Schneidegger, der sich mit der zeitgenössischen und symptomatischen Bewunderung von Hitlers sekundären Geschlechtsmerkmalen, den Händen auseinandersetzt. Nebukadnezar Böhm dagegen setzt sich mit „Titten“ auseinander, und zwar dem Wort, das im Schmuddelregal mindestens so zahlreich vertreten ist wie in der deutschen Literaturgeschichte. Es schließt sich der Essay „Barbie und Klaus“ von Marc Hieronimus an, der die alten Ideale einer angeblichen Geschlechtsgesundheit nach wie vor am Werk sieht, allerdings im Dienste des Konsumismus. Das hatte Adolf nicht ahnen können, der im dritten Teil von Bdolfs Erzählreihe einen sexualmagischen Blick in die ostdeutsche Zukunft seiner Bewegung wirft. Was ein bisschen mehr Mittelmaß in Welt- und Alltagsgeschichte hätte retten können, das erwägt Stefan Rode in seinem Essay. Das Titelthema wird beschlossen mit der größten Bratwurst der Welt, ob Tittenhitler des Euros Rettung wäre, wozu fünf Autoren ihren Senf abgeben.

Das IPuP war auf Forschungsreise in Estland und hat einen faszinierenden Bericht über den dort sehr beliebten Waren-, Quatsch: Wollfetischismus mitgebracht (mit scharfen Photos!). Dagegen berichtet uns Johannes Witek, worauf alles geschissen wird. Aus der Feuilletonüberwachung werden das Gerede und die Toten des zurückliegenden Winters gemeldet, die Warenumschau stellt drei Missgeburten des kapitalistischen Innovationsdrucks vor und Promo Domo et Mundo versammelt aphoristische Sentenzen aus den Feder ausgewählter Redaktionsdenker. Auf die Verteidigung der Geisteswissenschaften im letzten Heft antwortet Stefan Schulze Beiering mit einem abschließenden Plädoyer, in dem er seine Kritik erneuert und Vorschläge macht, wie die Geisteswissenschaften vor sich selbst zu retten sind. Die Reihe „Kurz & Klein“ enthält wieder zahlreiche Rezensionen in unter 800 Zeichen, in der UntergRundschau werden aktuelle Hefte der Konkurrenz vorgestellt, außerdem gibt es einen Hai aus dem Archiv. „Lebende & Leichen“ wird dieses Mal von Bdolf beschickt, und zwar mit einem Portrait des alemannischen Volksdichter Johann Peter Hebel, der die badische Mundart vor ihrer Verpreußung rettete. Die letzte Seite gehört dem französischen Großillustrator Tristam, der das Titelthema der Ausgabe dergestalt ins Bild gesetzt hat, dass der Film „Titskrieg“ einfach gedreht werden muss.