Von Herren und Sklaven

von Cy D. Fect, 07.01.2003, 18:27 Uhr (Dunkles Zeitalter)

 

Früher gab es zwei Arten von Menschen: Herren und Sklaven (zugegeben etwas vereinfacht).

Was taten die Sklaven den ganzen Tag? Zunächst waren sie damit beschäftigt, zu überleben, eine Sklavin war schon froh, wenn ihr die Kinder nicht entrissen wurden, wenn sie nicht von ihrem Herren vergewaltigt wurde oder von ihrer Herrin geschlagen wurde. Bildung interessierte nicht. Zum einen wurde sie ihnen schlicht vorenthalten, zum anderen hatten sie – durch diese Vorenthaltung – auch gar keine

Vorstellung von Bildung und nicht das Bedürfnis nach Bildung.

 

Die Sklaven mussten den ganzen Tag arbeiten, ihr Leben bestand aus schlafen, essen, manchmal ficken. Sie waren Objekte, Menschen, die von anderen definiert wurden, die dankbar sein mussten, wenn man sie als „Menschen“ bezeichnete.

Ganz anders ihre Herren: diese hatten … Freizeit. Also Zeit, die ihnen zur Verfügung stand, Zeit, in der sie keine Verpflichtungen hatten, Zeit, in der sie tun und lassen konnten was sie wollten. Was sie wollten, war vor allem eines: weiter Herren bleiben. Wie konnten sie das am besten anstellen? Geld – sicherlich wichtig, aber wie konnte man sich unentbehrlich machen? Wie konnte man für die Gesellschaft einen so wichtigen Beitrag leisten, dass man unentbehrlich, nicht nur gefürchtet, sondern bewundert, geradezu verehrt wurde?

Man konnte sich über Dinge Gedanken machen, die für die anderen, die Sklaven, KEINERLEI Relevanz hatten. Sie waren ja die Herren und konnten die Welt definieren wie sie wollten, sie konnten entscheiden was wichtig war. Sie konnten sich wunderschöne Gedanken machen, zu Wesen, die „von außen“ kamen, die „geteilt“ wurden und so zu Mann und Frau wurden. Kurz: fressen und ficken, das konnten die anderen, sie, die Herren, konnten mehr: sie konnten DENKEN.

 

Doch die Herren waren nicht aufmerksam genug. Sie haben mir mächtige Instrumente gegen (9 Jahre Gymnasium) und nun werde ich mich an ihnen rächen, ich habe nämlich – Fehler im System – Fehler im System – auch begonnen zu DENKEN und nun ist es an mir zu definieren, und ich sage Euch:

Worüber Ihr Euch gedanken macht, ist für mich UNWICHTIG.

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