Propädeutikum und Prolegomena zum Thema „Reich und schön“

von Bdolf

1.) Weder Reichtum noch Schönheit sind per se zu kritisieren –

2.) Eines der großen Probleme der westlichen Gesellschaften ist, dass der Sinn für/der Begriff von Schönheit abhanden gekommen ist.

3.) Eines der großen Probleme der westlichen Gesellschaften ist, dass Reichtum abstrakt geworden ist, d.h. jedes Maß verloren hat –

4.) Der Konnex zwischen den beiden Adjektiven: „und Schönheit wird bezahlt …!“ („Das Model“, Kraftwerk). Die Umwandlung von Geld in Schönheit z.B. vermittels Schönheitsoperation funktioniert nur sehr bedingt.

5.) Der Schriftsteller David Foster Wallace war der Erste, der Schönheit als Behinderung dachte („Infinite Jest“). Reichtum wurde dagegen in der Literatur, und nicht nur dort, oft als Behinderung thematisiert.

6.) Im wirklichen Leben hingegen ist Geldhaben nur seltenst behindernd. Ausnahmen: z.B. der „Lottokönig“, der sein ganzes Geld in Dosenbier investiert hat, und denn wieder arm wurde. (Quelle: „BILD“)

7.) Die bürgerliche Gesellschaft halluzinierte – als infantiles Trostpflästerchen – gerne etwas von innerem Reichtum. Konnte man aber nix von kaufen. Schönheit war in diesen Kreisen allerdings auch eher rar, schon wegen des grassierenden Protestantismus usw.

8.) „Geld und Sex – HABEN! HABEN! HABEN!“ (IDEAL; ca. 1982)


Unveränderte Fassung des Beitrags aus LW72.

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