Fotophänomenologie mit Rumsfeld I

Eine polemo-philosophische Be-Trachtung eines Bildes aus dem neuen Amerika, das „weg muß“ (Schneidegger). Bevor Sie den Typen verhaften: Die Aussage bezog sich auf das Foto im Pressefoto-Ordner des Lichtwolf, nicht auf die USA.

von Ro Haben, 06.02.2006, 08:55 Uhr (Freiburger Zeitalter)

 

US-Verteidigungsminister und Hobbyphilosoph D.Rumsfeld verbrachte das vergangene Wochenende auf der 42.Sicherheitskonferenz in München mit nicht ganz so coolen Typen wie den Jungs, mit denen er auf diesem Foto vom Mai 2005 Spaß hat. Die Aufnahme stammt von der offiziellen Seite des Pentagon, ist also wie alle nicht-geheimen Bilder der US-Behörden gemeinfrei und darf somit von bettelarmen Streitkräften der vierten Gewalt wie dem Lichtwolf verwendet, kommentiert und in Ausschnitten vergrößert werden.

 

Rumsfeld und Biker

 

Man muß nicht Roland Barthes sein, um hier zu erkennen: Der Chef im Hintergrund heißt laut Besucherausweis passenderweise Gary Scheffmeyer, scheint also ganz wie Rummy selbst deutscher Abstammung zu sein. Irgendwie ist er mit seinem Bikerclub vorbeigebrummt, um Skeletor (rechts) darüber hinwegzutrösten, daß es im Irak nicht so toll klappt und die intelligenten Amerikaner sich fragen, wie das denn weitergehen soll. Ganz besonders freut sich Rummy, den wohlgenährten Kollegen links zu treffen, der – wie Gary – ein Vietnamveteran ist und sich nicht von seinem Land verarscht fühlt, sondern bloß von den Hippies und Kommunisten. Wie jedes in sich gefestigte Individuum trägt Garys Freund die Insignien seiner Identität außenrum.

 

Rumsfeld und Biker

 

Genauer betrachtet bestätigen sie die These, es handele sich um einen Veteranen, der vielleicht sogar Kriegsgefangener in Vietnam war. Der rechte Aufnäher sagt „POW – MIA“, für „Prisoner Of War – Missed In Action“. Zum Glück ist er wieder da im Gegensatz zu den „58.479 brothers und sisters who never returned“, bzw. only in a box. Die Hege der Einstellung, dies sei nicht von den Amtsvorgängern Rumsfelds zu verantworten gewesen, sondern von inländischen Verrätern (Pazifisten), legt der Aufnäher links unten nahe: Darauf penetriert ein russischer Tanzbär mit roter Mütze eine Frau, vermutlich die erklärte Kriegsgegnerin Jane Fonda. Denn wir lesen: „Bill Clinton – traitor by choice“ und „Jane Fonda – commie by injection“.

Rummys SteckerVorerst noch ungeklärt bleibt die Bedeutung des Steckers, den Rummy da am Revers trägt. Haben die Illuminaten sich schon wieder ein neues Symbol zugelegt? Und ausgerechnet einen entzündeten Arsch, den ein blaues Männlein zum Himmel reckt?

Sachdienliche Hinweise tue man in der Quasselbude kund.

 

Die Quellenangabe ohne Deutung, aber mit Kürzungen des Nationalpathos lautet:

 

US Department of Defense, Washington, D.C., caption: „Secretary of Defense Donald H. Rumsfeld (right) meets with motorcycle riders participating in Rolling Thunder XVIII in Washington D.C., on May 29, 2005. … Hundreds of thousands of motorcycle riders took part in Rolling Thunder 2005. The annual ride, which began in 1988 pays tribute to those killed in Vietnam and remembers those missing from all conflicts. Photo by Tech. Sgt. Cherie A. Thurlby, U.S. Air Force)

 

In diesem Zusammenhang verweisen wir des weiteren auf einen sehr gut recherchierten Artikel der Kollegen von The Onion, dem zufolge die im Irak stationierten US-Militärs selbst eine „exit strategy“ entwickelt haben, nachdem Präsibush sich standhaft weigert, eine solche vorzulegen.

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