Propädeutikum und Prolegomena zum Thema „Weitermachen“

von Bdolf

 

1.) Man sagt, Sisyphos sei ein glücklicher Mensch. Deswegen heißt es „Weitermachen!“

 

2.) „Finis operis – laudis deo!“, egal welchen Glaubens, wirklich ans Ende ist noch keins gekommen, daher: „Weitermachen!“

 

3.) Das Einzige, was man wirklich immer machen kann, ist „Weitermachen!“. (außer vgl. 4)

 

4.) Der Tod ist die einzige Instanz, die ein Weitermachen sehr wirksam verhindert.

 

5.) Ist es nicht oft nicht ein Weitermachen!, sondern die Wiederkehr des Immergleichen?

 

6.) Die Masturbation, ja der gesamte Sagenkreis der Sexualität, ist eine zufriedenstellende Form des immer Weitermachens.

 

7.) Einer der häufigsten menschlichen Fehlschlüsse ist, bei ausbleibendem Erfolg zu folgern, es sei noch nicht genug des Selben gewesen – und dann einfach weiterzumachen, statt eine adäquate Fehleranalyse durchzuführen. Deswegen ist die Menschheitsgeschichte vornehmlich eine Geschichte des Scheiterns. Also besser scheitern, weiterscheitern.

 

8.) Der Macher ist eine Sagengestalt. Der Weitermacher eine tragische Alltagsfigur.

 

9.) „Was machst’n da?“ – „Na – weiter!“

 

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Lichtwolf Nr. 78 (Weitermachen)

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Dieser Artikel stammt aus LW78.


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