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Lichtwolf Nr. 54 (2/2016)

Erschienen im Juni 2016, Titelthema: Ekstase


Lichtwolf Nr. 54 (2/2016)

Rausch, Orgasmen, Enthusiasmus und Transzendenz mit Nietzsche, al-Arabi, Christen, Heidegger, Alkohol sowie Ekel, Fröschen und Wittgenstein im Krieg.

ISBN 9783941921627

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Lichtwolf Nr. 54 (2/2016) ist auch als DRM-freies E-Book zum Preis von nur 3,99 EUR erhältlich:


Räusche und Orgasmen, Außersichsein, Enthusiasmus und Transzendenz sind die großen Themen der aktuellen Ausgabe. Ekstase kann man kriegen durch Deprivationen wie Isolation, Fasten, Meditation und Nahtoderlebnisse oder – andere Stoßrichtung durch die Realitätsmembran – durch Überstimulation mit Musik, Tanz, Gesang, Hyperventilation, Sex, Rauschmittel und alles andere, was Körper und Geist in Wallung versetzt. In Ekstase kann man auch unfreiwillig geraten, etwa im orgiastischen Rahmen einer Massenhysterie – wie es schon von den Auftritten des Dionysos berichtet wird. Panik und Ekstase sind verwandt.
Ekstase heißt außer sich geraten: Aus dem normalen Bewusstseins- und Wahrnehmungstrott heraus geht es in erhöhte, erweiterte oder entrückte Bewusstseinszustände hinein – und wer in der transzendentalen Eisenbahn seine Station verpennt hat, bleibt ent- und gilt als verrückt. Entsprechend sehen Psychologen den Kontroll- und Realitätsverlust kritisch, selbst wenn er zur Zivilisation dazugehört und diese zu ertragen hilft, wie Marc Hieronimus und Schneidegger erwägen.
Bei den Griechen war Ekstase alles, was vom Gewohnten abwich, und doch sind Trance, Rausch und Berserkertum historisch allgegenwärtig, vom Paläolithikum bis zum letzten Wochenende im Berghain. Begleitet wird sie von Hellseherei und Ohnmacht, Konvulsionen und Euphorie, Schmerzunempfindlichkeit und Übermut. Ihrer transzendenten Richtung wegen ist sie wichtiger Bestandtteil der Religionen: Schneidegger befasst sich mit Ekstase und Besessenheit im Christentum und Osman Hajjar mit den dunklen Schriften des Mystikers Ibn al-‘Árabi. Doch auch ganz weltimmanent können Schönheit und Freude etwa an der Natur verzücken bzw. in zivilisatorischen Selbsthass entrücken, gegen den Wolfgang Schröder argumentiert, während Marc Hieronimus der Moderne eine effiziente Transzendenzunfähigkeit bescheinigt.
Zu Zeiten von Romantik und Empfindsamkeit schätzte und suchte man den Überschwang in Kunst und Dichtung, Freundschaft und Liebe (oder Sex und sei es auch mit sich selbst, wofür Hieronimus wirbt). Nietzsches Dionysos-Dithyramben, die Stefan Rode untersucht, hätten zu keinem anderen Zeitpunkt als kurz vorm Wahnsinn entstehen können. In der Musik stehen Jacques Offenbach und Richard Wagner fürs ekstatische Wummern bzw. entzückte Schwelgen und Tobias Stenzel rechnet auch den Noise-Stoiker Lou Reed dazu. Die Hinterlassenschaften romantischen Überschwangs hat Michael Helming besichtigt: An den römischen Gräbern von Keats und Shelley spürt er dem Schönheitsrausch der Poesie nach und kommt in Regensburg runter, wo er in der Walhalla den manifesten teutschen Nationalwahn durchwandelt.
In der Philosophie ist es auch wichtig, aus dem Bewusstsein von Subjektivität, Zeit und Raum mal herauszutreten. Wie schräg sich das zu dem Ekstasebegriff aus Heideggers „Sein und Zeit“ verhält, erklärt Schneidegger. Zwischen den Langtexten finden Sie Bdolfs Propädeutikum und schöne Kleinigkeiten von Tommy Tinte, Rüdiger Spiegel, Martin Köhler und Jonis Hartmann.

Der hintere Heftteil beginnt mit Rezensionen in unter 800 Zeichen und den tragbaren Gedanken dieser Ausgabe. Martin Gohlke überlegt, welche Enttäuschungen den linken Gutmenschen zum Zyniker machen, anschließend stellt Michael Helming den Frosch als Viehlosovieh vor. Georg Frost eröffnet die neue (selbsterklärende) Reihe „Philosophen in Uniform“ mit einem Portrait des jungen Wittgenstein im Ersten Weltkrieg. Daran schließen sich die Aphorismen und Autoren-Portraits nebst Impressum an.

aus dem Inhaltsverzeichnis:

S. 000 (Intime Interna):
Illustrationen

Lichtwolf Nr. 54 wurde illustriert von den famosen Herren Frost, McGrath Muñiz, Singer und Tristam.
von Andy Singer, Georg Frost, Patrick McGrath Muñiz, Tristam

S. 005 (Sozialphänomenologie):
Propädeutikum und Prolegomena zum Thema Ekstase

Neun einleitenden Thesen der Jugend zum Geleit.
von Bdolf

S. 006 (Lebenswelt):
Rauschender Alltag

Nicht wenige Menschen trinken nicht zum Spaßhaben, sondern um überhaupt mit dieser Welt zurechtzukommen. Das sagt viel über sie aus und noch mehr über diese Welt.
von Marc Hieronimus & Timotheus Schneidegger

S. 013 (Philosophistik & Misosophie):
Drei Gläser Wasser

Annäherung an einen ekstatischen Zustand unter einer kritisch-vergleichenden Analyse des Weines und des Wassers.
von Tommy Tinte

S. 014 (Kultur(terrorismus)):
Im Schönheitsrausch der Poesie

Beim Spaziergang über den Cimitero acattolico in Rom durchströmt auch heute noch der alte, unvollendete Geist der Romantik intuitiv die Glieder.
von Michael Helming

S. 023 (Lebenswelt):
Stufen zum Nichts: Ekstase

Beim Zahnarzt läuft "Cocaine", jedenfalls im betäubten Kopf des Kolumnisten.
von Martin Köhler

S. 024 (Der Lichtwelpe):
Der Lichtwelpe: Ekstase

Jennifer-Ann-Kathrin (9) fragt via Postkärtle: „Was ist eigentlich diese Exstase, oder wa -?“ und erhält sachgemäße Replik von Onkel Bdolf.
von Bdolf

S. 026 (Kultur(terrorismus)):
„Es wurde ein Fehler gemacht …“

Das Erhabene der Naturschönheit reizt zu ekstatischen Hymnen auf die lebendige Kraft, neuerdings auch zu larmoyantem Selbsthass gegen eine Zivilisation, die von der Natur scheinbar entfremdet.
von Wolfgang Schröder

S. 034 (Lebenswelt):
Ozu

Installation, Leerstelle, Ernte beim Blick auf und in den Kinoschirm. Mit einem Gastauftritt von unserem guten Freund Dr. Uwe Boll.
von Jonis Hartmann

S. 035 (Lebenswelt):
Wir haben es in der Hand

Sollte Wichser nicht ein Ehrentitel sein? Eine Ehrenrettung der Freiheit zur Ipsephilie wider ihre Verächter
von Marc Hieronimus

S. 038 (Kultur(terrorismus)):
Das Medium hat die frohe Botschaft

Mystik und Ekstase haben es schwer in Bibel und Christentum, Besessenheit überraschenderweise gar nicht. Über den Ursprung von MDMA und Abzappeln gen Göttlichkeit
von Timotheus Schneidegger

S. 046 (Philosophistik & Misosophie):
Sing for me Zarathustra

Nietzsche scheint in seiner letzten Schrift, den „Dionysos-Dithyramben“ an seinem Werk zu scheitern, doch genau daraus eine ungeheure und konsequente Euphorie zu beziehen.
von Stefan Rode

S. 050 (Philosophistik & Misosophie):
Höhenflüge durchs All-Wissen

Die Himmelfahrt blieb Mohammed vorbehalten, alle anderen Gläubigen bemühen sich um geistige Ekstasen hin zum Höchsten. Aufschluss darüber geben die Schriften des Mystikers Ibn al-‘Árabi.
von Osman Hajjar

S. 058 (Philosophistik & Misosophie):
Außer sich in der Zeit

Was haben Ekstasen im Abschnitt über die Zeitlichkeit in Heideggers „Sein und Zeit“ verloren bzw. zu bedeuten?
von Timotheus Schneidegger

S. 060 (Kultur(terrorismus)):
Lou Reeds „Ecstasy“

Das Album dreht sich nicht um Drogen, Spiritualismus oder Lärm, sondern um Sex und Sehnsucht. Über die Ekstasen eines Stoikers
von Tobias Stenzel

S. 062 (Lebenswelt):
3 A für den Neuen Menschen

Würden Lebensentwürfe nach ihrer zweckrational-wirtschaftlichen Verwertbarkeit beurteilt, bekämen wir für unser Bemühen zweifellos die Bestnote.
von Marc Hieronimus

S. 071 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Mein magischer Stein

Meditation über Ekstase en bloc.
von Bdolf

S. 072 (Philosophistik & Misosophie):
Ekstasen der Selbstsabotage

Klaus-Jakob Wahrig reagierte auf die Bewusstseinskrise seiner Zeit durch eine Philosophie der radikalen Selbstkritik des denkenden Ichs, die Motive der Konzeptkunst vorwegnahm.
von Rüdiger Spiegel

S. 074 (Politik):
Another Brick in the Walhalla

Über ekstatischen Stolz, deutsche Identität und den altehrwürdigen Föderalismus. Eine Schlechtwetterreise zur „Gedenkstätte für bedeutende Persönlichkeiten teutscher Zunge“
von Michael Helming

S. 083 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Erlöst vom Strafplaneten

Franz-Xaver Schloch, der Held aus Schland – heute in: „Ekstase – die Erlösung vom Strafplaneten™“
von Bdolf

S. 084 (Kurz und Klein):
Kurz und Klein 54

Rezensionen aktueller Buchtitel in unter 800 Zeichen.
von Bdolf, Jonis Hartmann, Timotheus Schneidegger, Wolfgang Schröder

S. 086 (Philosophistik & Misosophie):
Der tragbare Gedanke 54

Kleine Texte zum langen Nachdenken nach kurzem Lesen.
von Filbinger, Marc Hieronimus, Michael Helming, Wolfgang Schröder

S. 088 (Philosophistik & Misosophie):
Ekel und Emanzipation

„Weitermachen! “, steht auf Herbert Marcuses Grabstein geschrieben. Womit gesagt ist, dass das nicht selbstverständlich ist.
von Martin Gohlke

S. 096 (Lebenswelt):
Viehlosovieh: Frosch

Wenn Froschsein zur Plage wird, dann schaffen naturwissenschaftliche Untersuchungen oder aber die gute Küche Abhilfe, so ist es seit alters her Brauch.
von Michael Helming

S. 098 (Philosophistik & Misosophie):
„Nur sich selbst nicht verlieren!!!“

Zum Start der neuen Reihe „Philosophen in Uniform“: Wie Ludwig Wittgenstein an die k.u.k. Uniform kam, was er im Ersten Weltkrieg erlebte und wie das den Tractatus formte.
von Georg Frost

S. 107 (Philosophistik & Misosophie):
Pro Domo et Mundo 54

Sentenzen für Latrinentür und Rasierspiegel
von Wolfgang Schröder


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