Lichtwolf Nr. 24 („Letzte Worte“)

2,00 

Die letzte mit Schreibmaschine abgetippte Ausgabe, 40 Seiten dick, auf purem Weiß gedruckt und zum Heft geklammert und gefalzt, mit dickem, beschichteten Papier ummantelt.

Nicht vorrätig

Beschreibung

Dies ist die letzte Ausgabe, die von Schneidegger herausgegeben und mit Schreibmaschine Olympia abgetippt wurde. Eben wegen dieser Zeitenwende zeigt das…

Titelbild
…von Georg Frost in allegorisch-minimalistischer Geste die Zweckmäßigkeit der letzten Jahre Lichtwolf, aber auch das Vergehen aller angeblich für die Ewigkeit gedachten Worte, denn angesichts des hausinternen Herausgeber- und Epochewechsels wurde als…

Titelthema
…gewählt: Letzte Worte. Natürlich etwas übertrieben, geht es doch mit dem Lichtwolf weiter, und so sind die Beiträge zum Thema auch alles andere als selbstmitleidige Nabel- und Rückschauen, sondern beschäftigen sich eindringlich mit Worten des Abschieds und solchen, die dazu gemacht werden, mit hinterlassenen Worten, mit dem Hinterlassen von Worten oder aber mit dem letzten Wort im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf die Einleitung des Titelthemas folgt eine eingehende kritische Analyse des Boheis, den wir um letzte Worte machen, von Tobias Roth. Michael Helming erzählt nur scheinbar enzyklopädisch von der geheimnisvollen Skrivekugel des Malling-Hansen und spekuliert, welches Wort auf ihr als letztes getippt werden wird. Norbert Hildebrand liefert mit „Deutsche Reflecksionen“ und „Muss ich denn – oh – muss ich denn hinaus?“ zwei Epigramme aus Zeiten der verstummenden Münder, der Lichtwelpe dazwischen von abermals A.M. Neander beantwortet die Zuschrift des kleinen Hendrik-Leon betreffs der Ankündigung seiner strengen Großmutter, ihr letztes Wort gesprochen zu haben; gefolgt wird die in postplatonische Leib- und Sexualsphären abschweifende Replik von einer entlarvenden Bildgeschichte aus der Feder Chucks. Tina Wirtz nimmt tränenreich Abschied von einem langjährigen, herzlich geliebten Begleiter, Johannes Franzen dagegen zeigt sich als wenig begeisterter Experte für das ökologistische Apokalyptikwesen unserer Tage. Lino Wirag und Monika Koncz steuern Gedichte zum Thema Abschied bei, Miguel de Casco zeichnet den Abgang eines Pfarrers aus dem Leben nach, und Schneidegger schließlich nimmt selbst Abschied, nämlich von Freiburg und alles andere als versöhnlich.

weitere Themen
In der zweiten Hälfte des Heftes werden (zwischen Kurzmeldungen und dem Totenregister) noch einmal alle Textsorten vorgeführt. In Sachen Prosa: Helming erzählt vom Jungfernbetrieb einer ganz besonderen Zeitmaschine, Uli Kögler von der bis zum Irrsinn gehenden aufopferungsvollen Pflege zweier undichter Verwandter. Tobias Roth und Clemens Schittko liefern je ein Gedicht; Nasicus mit „Crank File“ und Judith Stieber mit dem ersten Teil von „Neues vom Hai und seinem Alkoholproblem“ je eine weitere Bildgeschichte. Hochinvestigativ recherchierte Expertenberichte fehlen ebenso wenig: A.M.Neander eröffnet die neue Serie mit Eindrücken aus Assi-Kneipen („E spelunca lux“), (n·k)² geht der Frage nach, wie es Mönche mit der Onanie halten. Beschlossen wird diese Ausgabe mit vier Seiten in eigener Sache: Reklame für die Sonderheftreihe „Das Dunkle Zeitalter“, deren dritter und letzter Teil parallel zu Ausgabe Nr.24 veröffentlicht wurde, sowie für die Lichtwolf-Lesung und den feierlichen Herausgeberwechsel am 8.Juli. Dazwischen berichtet Schneidegger vom Betriebsausflug des Lichtwolf nach Mainz zur dortigen Minipressen-Messe, und die neuen Herausgeber A.M. Neander und Tobias Roth verkünden das Manifest des künftigen Lichtwolf.