Lichtwolf Nr. 19 („Kinder, Kirche, Küche“)

2,00 

40seitiges Heft in schwarz, weiß und vielen Zwischentönen von Grau. Umschlag 100g/Quadratmeter, beschichtet und damit leicht abwaschbar (aber nicht wasserfest!).

Nicht vorrätig

Beschreibung

Auf gewohnt hohem Niveau setzt sich die Reihe der Lichtwolfausgaben mit der vorliegenden fort. EIGENTLICH, denn das

Titelbild
…ist besonders gut geraten bei diesem Heft und damit dem ebenfalls wieder besonders gut geratenem Inhalt mehr als angemessen. Georg Frost hat Elemente eines sozialistischen Propagandaplakats mit solchen vom Titelbild des 5.Lichtwolf (März 2003) mit leichten Aktualisierungen zu einem Ausdruck der vollständig integrierten, quarter-life-crisis geplagten Generation Deutschlands vermengt. Überdies hat Frost in diesem Artikel die Entstehung des vorliegenden Titelbilds für die Nachwelt dokumentiert.

Titelthema
…dieser Ausgabe ist besonders weit gefasst: „KKKKKK“ heißt es vieldeutig. Vorrangig geht es um „Kinder, Kirche, Küche“, nachrangig um „Kapital, Kommerz, Kohle“. Doch so, wie beide K-Tripel zusammengefasst als Inbegriffe des (pseudoneuen) Bürgertums anvisiert werden, werden auch einzelne Bestandteile dessen thematisiert: Johannes Franzen beantwortet die feuilletonistische Tendenz, Ironie zugunsten von Gebärfreudigkeit einzuschränken, August Maria Neander zeigt die Wertlosigkeit der „neo“bürgerlichen Wertedebatte auf. Monika Koncz dagegen widmet sich ausdrücklich den Kindern, nämlich den mit Ritalin ruhiggestellten ADS-Kindern. Der Kükator ist – mit zwei Ks im Namen – berufen, zu allen sechs ausdrücklichen Ks des Titelthemas je den einen oder anderen Satz zu verlieren, Schneidegger erklärt, wie es der Lichtwolf denn mit „Kapital und Kommerz“ hält, und Ro Haben fragt mit unverhohlenem Diskordianismus auf der Kinderseite „Lichtwelpe“, ob unsere jungen Leser vielleicht ein K (wie „Kallisti“) kaufen möchten.

Begleitet werden die Beiträge zum Titelthema von den thematisch passenden zweistrophigen „K-Gedichten“ Lino Wirags, der sich beim Thema „Kohle“ ein Versduell mit Zwillingsbruder Andi Wirag zu liefern hat.

weitere Themen
Der Weltgeist war so gehorsam, in den zurückliegenden Monaten allerhand Themen zu produzieren, die ebenfalls mit K zu tun haben: Um den großen Komplex „Karikaturenstreit, Kulturkampf, Krieg im Mittleren Osten“ kümmert sich Schneidegger mit einem dreiteiligen Dossier in der Heftmitte. Ro Haben informiert über den „asozialsten Baum der Welt“, Jürgen Cissarek schreibt mit „Pfennig-Fuchser“ eine dieser Satiren, die erschreckend leicht Wirklichkeit werden könnten in den wirren Tiefen des deutschen Steuersystems, und Georg Frost hat neben Titelbild und Illustrationen mit „Das Telefonbuch“ auch eine kleine Erzählung über eine alleinstehende Dame eingereicht.

Die Prosa- und Lyrikfraktion war besonders fleißig: dr faustus liefert endlich den langerwarteten zweiten Teil von „Stromausfall“, dessen erster Teil in Lichtwolf Nr.14 stand. Lino Wirag informiert uns mit je zwei, drei Strophen über „Die Hausfrau“, „Das Kino“ und „Den Komiker“. Es dichten außerdem Szandor mit „Der Ball“ und Monika Koncz mit „Du sei wie Du, immer“ auf ihre immer wieder schöne je eigene Weise. Neu in diesem Dichterreigen ist Tina Wirtz, deren Proktologen-Ode „Spieglein, Spieglein an der Darmwand“ das vorliegende Heft beschließt.
Vor dem Ende des Heftes und zwischen den oben genannten Spezialitäten tummeln sich die gewohnten Ingredienzien des Lichtwolf, wie der Quartalsbericht, eine neue Folge von „Gute Zeiten, schlechte Seinsweisen“, das Preisausschreiben, Kurzmeldungen, sowie eine Analyse der Landtagswahlen im März 2006 (inkl. eines Nachrufs auf Ute Vogt aus der Feder ihres Landsmannes Neander) und unter dem Titel „Errata“ eine Liste mit „leider notwendigen Korrekturen und Klugscheißereien“ die vergangenen Ausgaben betreffend.