Lichtwolf Nr. 36 („Nacht“)

6,80 

Innen deutlich lichter als außen, wo es eher nächtlich zugeht. Ein Heft mit 60 Seiten im Format DIN A4 mit zahlreichen Illustrationen und vollgestopft mit luziden Texten zum Thema „Nacht“.

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Beschreibung

In Europa gingen schon häufiger die Lichter aus und die Eulen verflogen sich im Dunkeln. Endlich nimmt sich in diesem Heft der Lichtwolf als wesenhafter Experte des Themas Nacht an. Die ersten neun Seiten dieser Ausgabe können Sie – das sei vorausgeschickt – sich auch gleich selbst und kostenlos angucken: Als PDF (1,2 MB) zum Herunterladen oder im LichtwolfReader zum Durchblättern am Bildschirm.

Nach der Einleitung ins Titelthema geht Marc Hieronimus sogleich in die Vollen und beleuchtet kulturhistorisch, warum der Tag als technisch licht (Fortschritt und Eierkuchen) und die Nacht als schicksalhafte Zweitnatur (Krieg und Wahnsinn) gilt. Neues von Judith Stiebers Hai und seinem Alkoholproblem, das den Comic-Kaltblüter bis in seine nächtlichen Träume verfolgt. Propädeutikum und Prolegomena zum Thema gibt Bdolf sodann in 14 Thesen, woran Michael Helming mit einem Essay zum Nihilismus in Bonaventuras Nachtwachen anschließt. Ergänzt wird dieser von Georg Frost, der sich der urtümlichen und kulturell überwundenen Schrecken der Nacht annimmt, dazu eine geisterstündige Illustration von Christian Roth. Mit reichlich Energy Drinks und Diktiergerät im Gepäck hat das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus den Selbstversuch gewagt und zwei seiner Professorinnen protokolliert die Nacht durchmachen lassen. Dass im Dunkeln gut Munkeln ist, legt Bdolfs Kürzestgeschichts-Set „Geschlechtsnacht“ nahe. Es folgt die aphoristische Liste von Wünschen an die Nacht („Fiat nox“) von Jürgen Nielsen-Sikora. Bdolf berichtet aus dem u.a. von den Gravitationsgesetzen durchreglementierten Schlafzimmer der Eheleute Schorsch und Herta Zumwiesel. Wolfgang F. Berger irrt durch Los Angeles, ohne sagen zu können, wo die „Stars“ sind und ob es jenseits des Kunstlichts Tag oder Nacht ist. Darauf setzt Bdolf noch einmal nach und erzählt vom Schicksal der klufttragenden Grabräuber, die die Gruft der Zumwiesels (a.a.O.) zu öffnen wagen. Als gebildeter Kölner weiß er Bescheid und vieles zu erzählen: Marc Hieronimus über die etwas andere Nacht, die Fastnacht und ihr revolutionäres und konterrevolutionäres Potential. Wie es sich bei diesem lyrischen Thema gehört, versammelt eine Doppelseite sodann einige Gedichte zur Nacht, gefolgt von einem Kurz&Klein Spezial: Besprochen werden Standardwerke und der Rest zum Thema in je unter 800 Zeichen. Zum Abschluss seiner Essayreihe „Sprech/Blasen/Laufen“ über literarisches Wandern erzählt Michael Helming von Begebenheiten der Nächte, die er am Bodensee mit Büchern unter freiem Himmel verbracht hat. Johannes Witek gibt uns einen Einblick, wie das 15.145 Seiten umfassende Oeuvre des outsider artist Henry Darger von Nacht zu Nacht Gestalt angenommen hat und zum Schluss geben sieben Autoren (Karl Kraus mitgezählt sind es acht) ihren Senf ab zur Frage: „Was man früher nur nachts machen konnte, kann man heute auch tagsüber machen. Und umgekehrt. Oder?“

Auf diese größte Bratwurst der Welt folgt der hintere Heftteil. Hier berichtet Vasile V. Poenaru, wie das eigentlich ist, wenn man – wie er im Frühjahr – in Kanada für „jury duty“ einberufen wird. Es folgt eine Zusammenfassung des Geredes im Feuilleton des Herbstes 2011 (Langfassung) und der Auszug aus dem Totenregister. Danach widerspricht Schneidegger der Kritik an den Geisteswissenschaften, die Stefan Schulze Beiering in einer fünfteiligen Essayreihe geübt hat. Sodann wird wieder in unter 800 Zeichen rezensiert in den famosen Kurz-&-Klein-Besprechungen. Die Reihe Lebende & Leichen widmet sich in diesem Heft Robert Boehringer: Über den vielseitigen Dichter, Unternehmer und George-Erben hat Stefan Rode ein ausführliches Portrait vorgelegt. Dazwischen gibt es noch die siebte und letzte Runde Tweetkesselchen sowie „Pro Domo et Mundo 36“ mit Sprüchen. Das Heftfinale besteht aus den Kurzportraits der Autoren und Illustratoren dieser Ausgabe sowie Georg Frosts vierfarbiger Text-Bild-Collage „Im Weltraum herrscht immer Nacht“. Die Heftrückseite ruft vehement zur Teilnahme an der Abstimmung auf, bei der Sie die …sten Beiträge aus der ersten Dekade Lichtwolf für das im Sommer 2012 erscheinende Jubiläumsbuch wählen dürfen, nein: müssen.