Lichtwolf Nr. 23 („Außerirdische“)

2,00 

40 gewohnt hochwertige Seiten in schwarzweiß kopiert mit festem Umschlag, handfreundlich aber scharfkantig und hochkontrastig

Nicht vorrätig

Beschreibung

Titelbild
In Ermangelung jüngerer Zeichentalente musste Georg Frost einmal mehr für ein Titelbild verpflichtet werden, der darüber so „erfreut“ war, daß er nach einer ausgedehnten B-Movie-Nacht diesen Trupp ausgemachter Aggro-Aliens zu Papier brachte, wie sie sturzbesoffen nach einem Frontalaufprall den vermeintlichen Geisterfahrer verdreschen.

Titelthema
Das vorliegende Heft nämlich beschäftigt sich im Titel weniger mit Verkehrssicherheit und Alkoholismus, umso mehr dafür mit Außerirdischen. Auf eine eher (wahrscheinlichkeits-) theoretische Einleitung zum Thema folgt sogleich der Lichtwelpe. Auf dieser Kinderseite des Lichtwolf beantwortet Onkel Neander mit Diderot und einer vom totaliter aliter ausgehenden Ethik eine Zuschrift des kleinen Elijah-Marc, der wissen möchte, warum E.T. abreist, Alf jedoch auf Erden verweilt. Schneidegger hat einen Bericht übersetzt, den offenbar Außerirdische nach Aussterben der Menschheit über die Erde verfasst haben. Wie es ist, nicht an Aliens zu glauben, von einem solchen aber jeden Morgen das Frühstück ans Bett gebracht zu bekommen, erzählt Michael Helming, und Nasicus hat in einem verlassenen Mittelwestkaff einen Alienjäger bei der Arbeit beobachtet. Nicht grundlos an Camus erinnert August Maria Neander mit „Le robot revolté“, der im Ausgang von Hannah Arendt das subversive Potential des Kinderbuchs „Schlupp vom grünen Stern“ erörtert. Und der Kükator hat wie üblich das letzte Wort zum Titelthema.

weitere Themen
Den irdischen Teil der Ausgabe eröffnet Johannes Franzen mit einer Philippika gegen den sowohl in Politik, als auch auf Studentenparties grassierenden Hang, ach so nonkonform sein zu wollen. dr faustus erzählt die in einem Puff angesiedelte Kurzgeschichte „Gourmets“, die Nasicus in Lichtwolf Nr.22 veröffentlicht hatte, aus der Sicht des Freiers. Die Fälle Hans Filbinger und Christian Klar untersucht August Maria Neander mit Carl Schmitt und Thomas Hobbes im Gepäck auf ihre Gnadenwürdigkeit. Darin eingebettet das Gedicht „Dekadentes“ von Tobias Roth, das sich nicht um lyrischen Moralzwang schert. Tina Wirtz berichtet vom mit einer Zunahme der Nordic-Walking-Idiotie korrelierenden deutschen Dackelschwund und abermals Tobias Roth wettert gegen Adalbert Stifters Biedermeiergesülze. Von Victor Kümel gibt es eine gekürzte Fassung seiner Erzählung „Lala“ zu lesen, Clemens Schittko fragt dichtenderweise, was mit den Dingen ist, wenn sie verschwinden, und Ro Haben gibt Empfehlungen, wie die Temperatur ganz ohne Thermometer zu messen ist. Schneidegger und dr faustus schenken der Uni Freiburg zum 550jährigen Jubiläum eine Rekapitulation der zweifelhaften politischen Entscheidungen, des heuchlerischen Jubeltums und der Person Rektor Jägers. Georg Frost beschließt das Heft mit dem Gedicht „Blumenlied“. Zwischen alldem wie üblich Kurzmeldungen, Errata, das Totenregister und – ja! – eine Seite (unbezahlter) Eigenwerbung für den Lichtwolf-Stand auf der Mainzer Minipressen-Messe und für die Bücher einiger Lichtwolf-Autoren.