Lichtwolf Nr. 22 („Liebe machen“)

2,00 

Lichtwolf mit abermals viel zu hoher und damit unwirtschaftlicher Seitenzahl (44), sehr schön, dick, DIN A4 und handlich mit heißem Inhalt in hohen Kontrasten von Schwarz und Weiß.

Nicht vorrätig

Beschreibung

Zur Eröffnung des sechsten Jahrgangs ist der Lichtwolf mit 44 Seiten mal wieder besonders dick und damit noch unrentabler als üblich geraten. Der Inhalt dieser Ausgabe ist es dem Herausgeber aber wert, pro Heft noch einmal 20 Cent drauflegen zu müssen!

Das Titelbild
verspricht heiße Seiten für kalte Zeiten, wenn nicht gar noch mehr, ohne aber ins Schweinische abzugleiten. Barbusigkeit war ein Muß, nicht nur um dem SPIEGEL weiter das Wasser abzugraben, sondern auch weil es bei diesem

Titelthema
eigentlich nicht ohne solche geht: Es lautet „Liebe machen“ und setzt die im Juli 2005 begonnenene „Liebe & Krieg“-Thematik gewissermaßen fort, aber mit Schwerpunkt auf die schönste und zugleich einfachste Unternehmung des Menschen – den Liebesakt. Nach einer aufreizenden Einleitung von Koncz und Neander reagiert Schneidegger auf den Vorwurf in „Sophies Welt“, Philosophie beschäftige sich zu wenig mit Liebe, und erklärt die Bedeutung von „Liebe machen“ mit Hegel und Heidegger sowie hinsichtlich des Islamismus. Den Lichtwelpen, erneut repräsentiert durch August Maria Neander, erreichte eine weitere Zuschrift der kleinen Jacqueline-Marie (bekannt aus Nr.20), die sich erklären lassen möchte, warum ihre Mutter denn nun eine Schlampe ist. Ein rhetorisches Textgewitter in bester Slam-Tradition („Liebt Ihr euch?“) steuert Grohacke bei, Nasicus betrachtet das Bordellleben mit den Facettenaugen einer insektoiden Prostituierten, Tina Wirtz wiederum macht sich Gedanken über Weihnachtsmarkt auf dem Kiez. Michael Helming zeigt, daß Liebe machen auch in Zeiten von Schirrmacher, Herman und von der Leyen noch immer ganz simpel und fein ist, Neander erklärt unter Rückgriff auf Bibel und Kirchenväter den Zusammenhang von bewußter Leiblichkeit und Pornographie (man beachte auch die dazugehörige Netzschau, und der Kükator zu guter Letzt hat einiges zu seinem Spezialgebiet „Liebe (machen)“ zu erzählen. In die Beiträge eingeflochten sind – dem Thema, das doch eher ein lyrisches ist, angemessen – unzählige Gedichte von Norbert Hildebrand, Lino Wirag, Monika Koncz und Tobias Roth, sowie manch hübsche Illustration.

weitere Themen
Das Heftmittenposter ist, da das Titelthema 21 Seiten beansprucht, in dessen Bereich gerutscht, was das kongeniale Prachtstück von Georg Frost und Schneidegger aber nicht in seiner Tiefensemantik beeinflusst. Im jenseitigen Heftteil folgt auf den letzten, das Jahr 2006 beschließenden Quartalsbericht mit „Katzenbesitzer“ eine nicht leicht verdauliche Geschichte von Marc van der Poel, die die Lebens- und Arbeitswelt eines Beamten schildert, der mit der Abschiebung von Flüchtlingen beauftragt ist. Schneidegger stellt Karl Kraus und dessen Zeitschrift „Die Fackel“ vor, die seit Neujahr gemeinfrei ist und deren Einleitung in dieser Ausgabe abgedruckt werden darf. Aktuell und brisant erzählt Theo Malz davon, wie er beim Wurstbrot essen ins Fahrwasser der Polonium-Vergifterei geriet; Lino Wirag und Schneidegger reichen Kleinigkeiten zum Weihnachtsfest nach. „Schaufel 4“ von Victor Kümel zeigt, warum wir rauchen (weil das Verrücken von Möbeln und Anschaffen von Haustieren böse Geister beschwört, die mit uns nachts eine rauchen gehen!). Neander hat sich das neue Buch „Gegenständlichkeit“ von Philoprof Günter Figal hergenommen und das Vorwort interpretiert. Das Heft schließt mit dem zweiten und letzten Teil von Schneideggers Essay „Die frigide Eris“, in dem wir erfahren, was wir vom 21. Jahrhundert zu erwarten haben.

Als PDF herunterladen

Der komplette Lichtwolf Nr. 22 (Liebe machen), eingescannt von der Kopiervorlage, kann hier kostenlos als PDF-Datei (22 MB) heruntergeladen werden.