Propädeutikum und Prolegomena zum Thema „Riten und Gebräuche“

von Bdolf

 

1.) „Riten und Gebräuche“ meint so ziemlich alles vom Bollenhut bis hin zum Gangbang.

2.) „Riten und Gebräuche“ – in summa: Kultur – sind nicht willkürlich setzbar; können sich aber auch sehr kurzfristig etablieren; vgl. z.B. Pokémon Go etc.

3.) Scheinbar altehrwürdige Riten und Gebräuche – z.B. schwäbisch-alemannische Fastnacht – wurzeln bisweilen eher jung, z.B. in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts.

4.) Rituale sind gut, pure Gewohnheit schlecht.

5.) Heute spontan, morgen Ritual.

6.) „Alkohol und Nikotin / rafft die halbe Menschheit hin! – (Pause!) – doch nach einem alten Brauch / stirbt die andere Hälfte auch!“ (Vorwärts im Kampf gegen die Kassenpropaganda!)

7.) Initiation und Ableben: die ehernen Gründungen der Rituale! Balzrituale führen schnell zu Hochzeits- und Fortpflanzungsbräuchen.

8.) Der anachronistische Ausdruck „nach alter Väter Sitte“ muss heute konsequent gegendert werden – dazu anti-ageistisch und nicht-ableistisch, in praxi also – z.B. „nach junger Mütter Sitte“, „nach altem Kindes Sitte“, „nach fähigem Ohnhänders Sitte“ usf.

9.) Gestern Gebet, heute Vulvenmalen: Die christlichen Kirchen können im Brauchtum auch mal einen Haken schlagen …


Dieser Artikel stammt aus LW68.

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