Links der Woche, rechts der Welt KW 20/17

von Timotheus Schneidegger, 20.05.2017, 14:01 Uhr (Zwote Dekade, 1/2)

Check mal deine Privilegien!

Wer als deutsches Weißbrot afrikanische Gerichte kocht, macht sich der „kulturellen Aneignung“ schuldig: Leander F. Badura beschäftigt sich im Freitag mit „Critical Whiteness“ als neuem antirassistischen Blockwartdenken, das auch und besonders innerhalb von emanzipatorischen Bewegungen zu ständig neuen Vorwürfen und Defamierungskampagnen führt, erst recht wenn keine „Trigger-Warnungen“ vorausgeschickt wurden. (17.05.17)

Nichts darf man, außer alles!

Der Berliner Historiker Jörg Baberowski wird von einer trotzkistischen Gruppe als Kulturrassist stigmatisiert. Im Interview mit der NZZ wehrt er sich gegen die Vorwürfe und sieht vielmehr bestimmte Einwandergruppen von Kulturrassismus geprägt. Nicht fehlen darf dann noch die ausführliche Klage, rechts des linksgrünen Mainstreams sei nichts mehr erlaubt. (20.05.17)

Et cetera:

Die FAZ gratuliert zwei Denker(innen) zum 70. Geburtstag, nämlich der „linken Aristotelikerin“ Martha Nussbaum und dem Genusssoziologen Tilman Allert. +++ Die NZZ wiederum schreibt einen Nachruf auf den Vordenker der Diskursethik, Karl-Otto Apel, der mit 95 Jahren gestorben ist. +++ Mladen Gladi? und Christine Käppeler zeichnen im Freitag nach, wie Bini Adamczaks Büchlein über Kommunismus im Kinderzimmer aus Münster seinen Weg zum US-Hassvulkan Breitbart fand (und bald auch den hiesigen Neurechten den Schaum vor den Mund treiben wird). +++ Die FR empfiehlt Jörg Schneiders Ratgeber „So werde ich Nazi – Welcher Extremismus passt zu mir?“. +++ Die SZ portraitiert den NATO-Informatiker Brad Bigelow, der auf seinem Blog Neglected Books Bücher bespricht, die einst (oder auch nie) erfolgreich waren und heute vergessen sind.

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