Links der Woche, rechts der Welt KW 13/17

von Timotheus Schneidegger, 01.04.2017, 13:53 Uhr (Zwote Dekade, 1/2)

 

Der Poststrukturalismus kommt zurück

Die Marxisten und Existentialisten dominierten Frankreichs intellektuelle Szene etwa bis 1968 – dann übernahmen die Poststrukturalisten das Ruder. Klaus Birnstiel, der das Standardwerk zum Poststrukturalismus geschrieben hat, erklärt im Freitag, wie das ablief und zu einem kleinlichen Ende kam, auf das gerade die Renaissance zu folgen scheint. (29.03.17)

 

Die große Weigerung des Problemgeschlechts

An den US-Präsidenten Trump und Obama macht Walter Hollstein in der FAZ fest, dass der Mann überhaupt in Verruf geraten ist. In der Bildung und auf dem Arbeitsmarkt ist er der große Emanzipationsverlierer und droht – abgehängt und orientierungslos – zu einem sozialen und politischen Problem zu werden, das auch schon einige Feministinnen bemerken. (29.03.17)

 

Neue Bücher

Wie auf den Poetry-Slam-Trend die witzigen Bücher folgten, ist es auch nach dem Science-Slam-Trend: Die NZZ stellt die Versuche vor, einen zweiten „Darm mit Charme“ in die Bestsellerlisten zu stellen. +++ Der Freitag bespricht diese Woche eine ganze Reihe von Sachbüchern, unter denen zwei empfohlen seien: ZEIT-Journalist Gero von Randow versucht in seinem Buch, den Pathos der Revolution zu bewahren – vom Pariser Mai 1968 bis zum Arabischen Frühling. Die Ethnologin Jeanette Erazo Heufelder wiederum geht in ihrer „Wirtschaftsgeschichte der Frankfurter Schule“ der Frage nach, woher eigentlich das Geld für Horkheimer, Adorno und Co. kam. +++ Vergessen Sie nicht, den aktuellen Lichtwolf zu bestellen und zu besprechen!

 

Das Weitere und Engere:

Botho Strauß gibt sich mal wieder kulturkritisch, worin man bei der FR aber nur Ressentiment zu erkennen vermag. +++ In der taz ist zu lesen, wie Aktivisten in Köln via Adbusting öffentliche Litfaßsäulen zurückerobern wollen. +++ Noam Chomsky glaubt, dass Donald Trump seine Wähler im Stich lassen wird, meldet die FAZ. Ausführlich erklärt Chomsky das im Interview mit Alternet. +++ In Skandinavien verzichten viele Medien auf Aprilscherze und die SZ erklärt, dass es die traditionellen Falschmeldungen in Zeiten von Fake News und „Lügenpresse“-Geschrei schwer haben.

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