Links der Woche, rechts der Welt KW 07/17

von Timotheus Schneidegger, 18.02.2017, 14:33 Uhr (Zwote Dekade, 1/2)

Schluss mit dem Wohlfühldiskurs!

René Scheu hat sich durch die Lektüre von Carlo Strenger an die Historizität des Liberalismus erinnert. In der NZZ ruft er nicht ohne elitären Gestus dazu auf, das bisherige Zivilisationsmodell nicht für selbstverständlich zu halten und damit aufs Spiel zu setzen, sondern es durch tätigen Einsatz gegen politisch-korrekte „Denk“verbote am Leben zu erhalten. (14.02.17)

Machiavelli als Berufsbild

Ohne Stephen Bannon und Kellyanne Conway beim Namen zu nennen, weil er sich nämlich ganz auf die Renaissance konzentriert, schreibt Peter Sloterdijk elendslang in der NZZ über Kunst und Macht des Sophisten. Schon in der Antike hatten Mächtige gern solche Leute im Mitarbeiterstab – bis es aber um das interessante Verhältnis zwischen ihnen geht, sind einige Abschweifungen zu durchlesen. (18.02.17)

Gegenwehr im Krieg gegen die Wahrheit

Schon im Wahlkampf und mehr noch im Amt versucht Donald Trump die Idee von Wahrheit lächerlich zu machen. Sein daraus entstehender Hauptfeind, die Presse, hat bereits mobil gemacht, nun folgen die Wissenschaftler, wie Christoph Drösser für die ZEIT aus den USA berichtet, wo evidenzfreie Gefühlspolitik ja schon länger angesagt ist. (17.02.17)

Das Weitere und Engere:

Nebenan bei Glanz & Elend wird Michael Tomasellos „Naturgeschichte der menschlichen Moral“ recht ausführlich besprochen. +++ Die WELT stellt Lorenz Jägers Biographie Walter Benjamins vor, die „Das Leben eines Unvollendeten“ von seinem Suizid auf der Flucht vor den Nazis aus schildert. +++ Im Dezember machte ein Artikel des Schweizer Magazin auch hier die Runde, der den Beitrag einer Big-Data-gestützten Politikberatungsfirma zu den Siegen der Brexit- und Trumpkampagne darstellte. Erste Zweifel tauchten schnell auf, inzwischen ist das ganze zum bloßen Marketingtrick der betreffenden Firma reduziert, wie BuzzFeed meldet. +++ Bei Telepolis erklärt der Mailänder Philosoph Diego Fusaro, warum die Universität 150 Jahre nach John Stuart Mills Rektoratsrede tot ist.

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