Links der Woche, rechts der Welt KW 06/17

von Timotheus Schneidegger, 11.02.2017, 17:55 Uhr (Zwote Dekade, 1/2)

Die Sehnsucht nach dem Ausnahmezustand

Der Wahlkampf und die blitzartige reaktionäre Agenda Trumps folgen der machiavellistischen „Dialektik von Verehrung und Furcht“, wie Nils Markwardt in der ZEIT beobachtet und sich fragt, wie mit dieser disruptiven Angstpolitik umzugehen sei, noch dazu wenn diese auf eine unter Rechtspopulisten und Islamisten verbreitete Angstlust trifft. (09.02.17)

Gegen Fundamentalismus und Barbarei

Sowohl die Geistes- als auch die Naturwissenschaften sind unter Trumps Präsidentschaft bedroht, meldet Michael Hagner in der NZZ. Wissenschaft und Demokratie sind eng verknüpft, und so zeitigt die Beschädigung erster durch das jahrzehntelange Nützlichkeitsdiktat auch Folgen für die Demokratie, die selbst manchen Technokraten alarmieren. (10.02.17)

Platzhalter fürs Originalwort

Die Übersetzung von Texten ist schwierig, von philosophischen Texten sogar unmöglich, schreibt Joachim Schulte in der NZZ. Er zeigt dies am Beispiel von Descartes’ Wendung der „klaren und deutlichen Ideen“ und des englischen Wortes „experience“, das sowohl Erfahrung als auch Erlebnis heißen kann. (11.02.17)

Et cetera:

Der Standard stellt in kurzen Stichworten Giorgio Agambens neues Buch „Stasis – Der Bürgerkrieg als politisches Paradigma“ vor. +++ Robert Stockhammer zeigt sich im Freitag unzufrieden mit der Verteidigung von „Wahrheit“ und „Wirklichkeit“ in den Medien. +++ Ebenfalls im Freitag bespricht Tom Wohlfarth den gegenwartskritischen Essay „Miamification“, den der Akzelerationist Armen Avanessian unter Palmen verfasst hat. +++ Noch mehr, aber kürzere gegenwartskritische Essays gibt es übrigens alle drei Monate im Lichtwolf, den man für lumpige 29,80 Euro gerne abonniert.

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