Links der Woche, rechts der Welt KW 02/17

von Timotheus Schneidegger, 14.01.2017, 15:40 Uhr (Zwote Dekade, 1/2)

 

Es geht bergab, nur noch schnelller.

Jochen Wegner hat sich für das ZEIT Magazin mit dem Science-Fiction-Halbgott und Schöpfer des Cyberpunk, William Gibson unterhalten. Es geht u.a. um den Blick künftiger Menschen auf uns, um Zeitreisen, um Ayn Rands schädlichen Einfluss und um die Dystopie aus Gibsons letztem Buch, die mit Trumps Wahlsieg von der Realität überholt worden ist. (11.01.17)

 

Oh, wie schön wäre Elite!

Der Konstanzer Evolutionsbiologe, Exzellenzfreund und Studentenbeschimpfer Axel Meyer fordert in der FAZ kurzum mehr Freiheit für Professoren. Die (also er) drohen von einer für „Governance und Profilbildung“ gestärkten Uni-Verwaltung gelähmt zu werden. Und im professoralen Wettbewerb gibt es aus politischen Gründen angeblich keine Verlierer, was aber genauso zur Elitenbildung nötig wäre wie Studiengebühren. (11.01.17)

 

Hauptsache Wahlfreiheit

Stuart Jeffries hat sich ausgiebig mit der Frankfurter Schule beschäftigt und erklärt im Freitag, warum Adorno et.al. alles schon immer geahnt haben – obwohl der heutige eindimensionale Konsumkapitalismus doch anders kam, als sich marxistisch geschulte Denker das vor Mauerfall und Ende der Geschichte hätten ausmalen können. (11.01.17)

 

Enteignet Zuckerberg!

Im Internet lässt sich mit Wahrheit und Originalität kein Geld verdienen. Paul Mason beschreibt im Freitag, unter welchen Bedingungen im Onlinekapitalismus produziert wird. Da die Politik unfähig oder nicht willens ist, die Monopole zu zerschlagen, müssen wir die sozialen Medien retten, d.h. vergesellschaften. (12.01.17)

 

Die Nation als Business

In einer Woche ist es soweit: Donald Trump wird US-Präsident. Dieter Thomä gibt in der NZZ einen Ausblick auf seine Amtszeit und überlegt, wie Trump in die Reihe seiner 44 Vorgänger passen soll. Als egofixierter Trickster macht er vor, dass der persönliche Triumph alles ist und dafür alles erlaubt ist. Vielleicht wird er aber bald an den Widersprüchen seiner opportunistischen Politik scheitern. (14.01.17)

 

Außerdemchen:

Die Technik wird immer sozialer, da muss die Technikfolgenabschätzung mitziehen, so empfiehlt ein Diskussionspapier, das in der FAZ vorgestellt wird. +++ Die taz ist ziemlich genervt von Byung-Chul Hans neuem Büchlein über die „Austreibung des Anderen“ und den „Terror des Gleichen“. +++ Die NZZ stellt Noam Chomskys neue Bücher vor, worin der 88-jährige Anarchosyndikalist einen Einblick in seine Anthropologie und in die globale US-Politik gibt.

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