Links der Woche, rechts der Welt KW 48/16

von Timotheus Schneidegger, 26.11.2016, 14:45 Uhr (Zwote Dekade, 1/2)

Der Pragmatismus ist schuld an Trump

Der Pragmatismus hatte es in Europa schon immer schwer, weshalb der Pragmatiker Trump hier ein größeres Rätsel ist als in den USA, schreibt Andrian Kreye in der SZ. Er blickt darum in die US-Ideengeschichte und darauf, wie Dewey, James und Peirce die Politik und Kultur des USA geprägt haben, aus der der künftige Präsident hervorging. (18.11.16)

Die Eierköpfe sind schuld an Trump

Die linksliberale Elite in den USA drehe sich nur um sich selbst und habe mit ihrer Political Correctness den kleinen Mann zum Trump-Wähler gemacht, heißt es. Dem widerspricht Katja Kullmann im Freitag vehement, warnt vor dem Antiintellektualismus der neuen Rechten und ruft zur Solidarität der Prekarisierten mit und ohne Uni-Abschluss auf. (21.11.16)

Sie nannten ihn Krac

In der FR wird Siegfried Kracauer zu seinem 50. Todestag von Christian Thomas als metaphysischer Sinnsucher und Kulturkritiker gewürdigt, der sich mit Ernst Bloch und Georg Lukács anlegte und eine schwierige Beziehung zu Adorno pflegte. (25.11.16)

Geisteswissenschaftler sind die besseren Chefs

Für ihr Uni-Blog unterhält sich die FAZ mit dem Psychologen Nico Rose, der seines Zeichens Head of Corporate Employer Branding, University Relations & Recruiting Programs bei Bertelsmann ist und als solcher speziell Geisteswissenschaftler zu kreativen und leidenschaftlichen Führungskräften heranzieht. (25.11.16)

Das Weitere und Engere:

Rüdiger Suchsland weist bei Telepolis auf den Kinofilm „The Arrival“ hin, der Sprachspiele mit Außerirdischen zeigt, die nicht nur Wittgenstein gefallen würden. +++ Der Freitag bespricht Botho Straußens jüngstes antimodernes Lamento über die aussterbende deutsche Leit- und Altherrenkultur. +++ Die NZZ stellt Dieter Thomäs Philosophiegeschichte der bösen Jungs und Störenfriede vor. +++ Die FAZ rezensiert ausführlich, doch ein wenig ratlos Judith Butlers „Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung“. +++ Ebenfalls in der FAZ darf Uwe Jochum einmal mehr gegen Open Access wettern und Sibylle Anderl blickt in eine Zukunft, in der Algorithmen für uns die wichtigsten Stellen aus dicken Büchern heraussuchen.

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