Links der Woche, rechts der Welt KW 46/16

von Timotheus Schneidegger, 13.11.2016, 13:20 Uhr (Zwote Dekade, 1/2)

Ach, Amerika…

Das waren noch Zeiten: Die uralte NZZ hat in ihrem Archiv ihren damaligen Bericht über die US-Wahlen von 1789 gefunden. Das Ergebnis der Wahlen dieser Woche könnte kaum kurioser sein: Gewonnen hat entgegen aller Erwartungen Slavoj Žižeks Wunschkandidat Trump, den Brian Leiter als US-Präsidenten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung analysiert. Die SZ sammelt die schockierten Reaktion von US-Intellektuellen wie Judith Butler oder Saskia Sassen, die sich fragen, wie das passieren konnte. Auch bei Schwein & Zeit geht es – neben einem Ausblick mit Platon – um die Frage, wer die ganzen Trump-Wähler eigentlich sind: alles dumme Nazis?! Hannes Stein portraitiert in der WELT die alternative Rechte („alt right“), die am lautesten und voller Fremdenhass für Trump geworben hatte; auch Meike Laaff blickt für die taz auf die unheilige Allianz der Enthemmung zwischen der Ultrarechten und Internet-Trollen.

300 Jahre ohne Leibniz

Zu seinem 300. Todestag wird Gottfried Wilhelm Leibniz von der NZZ ausgiebig geehrt: Michael Kempe blickt auf Leibniz’ fleißiges Leben und vielfältiges Wirken zurück, Uwe Justus Wenzel erzählt, wie Arthur Schopenhauer Leibnizens Auffassung von der besten aller möglichen Welten zu widerlegen versuchte (ein Projekt, das in diesen Tagen eine Renaissance erfahren dürfte…) und der Schriftsteller Karl-Heinz Ott würdigt die große Bedeutung von Phantasie und Inspiration für das Schaffen des großen Rationalisten Leibniz. Dem war gestern Abend auch die lange Nacht im Deutschlandfunk gewidmet, die man hier nachhören kann.

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