Links der Woche, rechts der Welt KW 39/16

von Timotheus Schneidegger, 25.09.2016, 15:21 Uhr (Zwote Dekade, 1/2)

Geschi geht es auch nicht gut

Diese Woche fand der Deutsche Historikertag statt und man ist nicht glücklich über den Zustand des Schulfachs Geschichte. Martin Schulze Wessel erklärt in der FAZ, wie das Fach durch Output- und Kompetenzorientierung sowie Überfüllung in Krisenzeiten ruiniert wird, die es nötiger denn je machen. (25.09.16)

Spielen Maschinen uns aus?

Zum Start einer neuen Serie der ZEIT über Künstliche Intelligenz (KI) und deren Folgen beschäftigt sich Lars Gaede mit der digitalen Revolution, die die Arbeitswelt ähnlich verändern wird wie die Industrialisierung. Dazu trifft er IT-Forscher, die zuversichtlich oder kritisch auf KIs blicken, die bald nahezu alle Jobs besser erledigen können werden als wir. Einen Spezialfall beim Stand der Technik betrachtet Georg Rüschemeyer für die FAZ: Es geht um die Cepheus-KI und wie sie lernt, das schwer berechenbare Poker-Spiel zu meistern.

Neue Bücher

Jürgen Nielsen-Sikora zeigt sich bei Glanz & Elend begeistert von John Higgs’ ungewöhnlicher Art, die Geschichte des 20. Jahrhunderts als die der neuen Unübersichtlichkeit zu erzählen. +++ Ebenfalls bei G&E bespricht Wolfram Schütte Bettina Stangneths Essay „Böses Denken“, der mit Kant Vernunft, Freiheit und Moral nach ihrer Entwertung im 20. Jahrhundert auslotet. +++ Die NZZ rezensiert Kerry Howleys Romandebut „Geworfen“, dessen Protagonistin eine Phänomenologin ist, die der Faszination von Mixed Martial Arts-Kämpfen erliegt.

Unn sünst?

Die Wuppertaler Campuszeitung blickfeld spricht mit Peter Trawny über sein Heidegger-Institut und den Privatdozenten als akademischen Tagelöhner. +++ Christian Schwägerl schreibt in der FAZ über das schwierige Ringen der Geologenzunft mit dem Begriff des Anthropozäns für das aktuelle Erdzeitalter. +++ Ludger Lütkehaus würdigt in der NZZ den Ethnopsychoanalytiker und Anarchisten Paul Parin zum 100. Geburtstag. +++ Die FAZ unterhält sich ausgiebig mit dem Psychologen Claus Koch darüber, warum die Zeit zwischen 18 und 30 die härteste des Lebens ist. +++ In der Jungle World betreibt Georg Seeßlen eine umfassende politisch-phänomenologische Bildanalyse eines Portraits der schrecklich netten Familie Trump. +++ Ohne erkennbaren Anlass widmet sich Olaf Velte in der FR dem Doyen der Grauen Literatur, Victor Otto Stomps, der auch Schutzpatron der Mainzer Minipressen-Messe ist, an der der Lichtwolf im Mai / Juni 2017 wieder teilnimmt.

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