Propädeutikum und Prolegomena zum Thema Spielchen

Der Jugend zum Geleit

von Bdolf, 22.03.2014, 17:13 Uhr (Zwote Dekade, 1/2)

 

1.) „Spielchen“ ist das Kind vom Spiel. (Na, wer errät welcher Werbespruch aus unvordenklicher Zeit hier kongenial zitiert wird?)

 

2.) „Sexualität ist das adäquate Spiel für Erwachsene!“, lehrt uns die psychoanalytische Kirche.

 

3.) vgl. 2.) – Erwachsene spielen Erwachsene.

 

4.) vgl. 2.) und 3.) – ansonsten spielen sie Sport, Retrogames und Konkurrenz in der Konkurrenzgesellschaft – Spiele für Erwachsene, die Erwachsene spielen.

 

5.) Grundlage des Gesellschaftsspiels sind inzwischen Selbstoptimierung, Selbstkontrolle und Selbstvermarktung. Selbstbefriedigung ist ein schönes Spiel, taugt aber nicht zur Positionierung in der Kontrollgesellschaft, hat daher einen schlechten Ruf (zu Unrecht).

 

6.) Das Leben ist kein Spieleabend!

 

7.) Das Leben ist ein Spiel auf Leben und Tod! („Einer wird gewinnen!“)

 

8.) „’Playboy‘ heißt auf Deutsch ‚Spieljunge'“, erklärte uns zu Kinderzeiten eine Religionslehrerin, das sei jemand, „’der mit der Liebe‘ spiele“ – was das bedeuten soll, erklärte sie uns nicht. Und wir waren zu schüchtern und zu doof zu fragen … (Damals waren Kindern noch schüchtern und wohlerzogen.)

 

9.) „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern … !“, sang Franz-Josef Degenhardt selig. Dieses Spielchen nennt man Klassendünkel. Abhilfe: Klassenkampf!

 

10.) „Der Mensch sei nur da ganz Mensch, wo er spiele!“, so verkündet beim Generaltanz des Erzschillers. (Copyright Jonathan Meese, der manch ein Spielchen mit dem Pinsel spielt.)

 

11.) Dessenhalben wollte man anno ’68 die Gesellschaft spielerisch umstürzen.

 

12.) Das alte „Rein-Raus-Spiel“ (vgl. 2.) kann so manchen tödlich langweiligen Spieleabend (vgl. 6.!) ersetzen. Man sollte viel öfter davon Gebrauch machen.

 

13.) Menschen (???), die die unglaublich witzigen und superschlauen Knobeleien in der Süddeutschen und der ZEIT als Spiel begreifen und tatsächlich ihre Zeit damit verschwenden, sollten überprüfen, ob sie noch am Leben sind (vgl. 7.!)

 


Lichtwolf Nr. 45

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Dieser Text ist die unveränderte Fassung des Beitrags „Propädeutikum und Prolegomena zum Thema Spielchen“ aus LW45.

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