Der Lungenkrebs

von Timotheus Schneidegger, 06.01.2005, 20:19 Uhr (Freiburger Zeitalter)

Der gutartige Lungenkrebs

Der gutartige Lungenkrebs

…ist höflich und riecht gut, sowohl für andere als auch andere. Er hilft beim Luftholen und beim Entspannen, trägt den Schleim hinaus und grüßt freundlich beim zu tief geratenen Zungenkuß. Nach Feierabend raucht er gerne mal ein Pfeifchen und spielt mit der Embolie Backgammon. Er liest Kierkegaard und Böll, er wählt SPD oder CDU, selbst wenn er in Sachsen lebt. Mit anderen tödlichen Krankheiten kommt er sehr gut zurecht, solange sie seine Privatsphäre achten; anderenfalls kann er sehr böse werden und spucken.

Der bösartige Lungenkrebs

Der bösartige Lungenkrebs

…dagegen ist ein übler Flegel, der viel flucht und kleine Kinder hänselt. Er liest nicht gerne, weil er viele Fehler macht und sich dann so sehr darüber aufregt, daß er Nasenbluten bekommt. Nietzsche jedoch hat er gelesen, aber nicht verstanden. Seine Angewohnheit, auch im Krankenhaus seine Ernte 23 und Rot Händle zu rauchen, ist da noch die geringste Charakterschwäche. Türken kann er auf den Tod nicht ausstehen; wenn er selbst Türke ist, klaut er und lacht dabei krächzend. Kirschenessen ist mit ihm möglich, aber nicht gut.


Dieser Text ist die unveränderte Fassung des Beitrags „Der Lungenkrebs“ aus LW14.


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