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Online verfügbare Beiträge von

Timotheus Schneidegger

Intime Interna am 22.05.2013, 20:00 Uhr

Lichtwolf in Mainz und Köln

Kommende Woche steht (zumindest in katholischen Landen) zum letzten Mal für eine Weile ein feiertagsbedingtes langes Wochenende an: Donnerstag ist Fronleichnam (Volksmund: happy cadaver), Freitag Brückentag, dann Wochenende. An eben diesen vier Tagen vom 30. Mai bis zum 2. Juni nimmt das freidenkerische Jugendmagazin Lichtwolf an der Mainzer Minipressen-Messe teil. (Wir hatten es ja schon mal erwähnt.)

Besuchen Sie doch den Lichtwolf an Standnummer A13 in der Rheingoldhalle beim malerischen Mainzer Rathaus. Und gucken Sie sich überhaupt mal auf der MMPM um: Alle zwei Jahre treffen sich Kleinverlage, Untergrundzeitschriften und Buchkünstler in der Gutenberg-Stadt, um ihre Arbeiten einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen.

Lichtwolf MMPM 2007
Ein Bild aus schwarzweißen Tagen: Herr Ausgeber Schneidegger am Lichtwolf-Stand auf der MMPM 2007, damals noch im Zelt, dieses Jahr farbig und in der Rheingoldhalle - sowie mit weniger Haaren und viel mehr Lichtwolf-Ausgaben als damals. (Photo: Michael Helming)

Der Herausgeber wird zum Herr Ausgeber, denn für jedes neue Abo, das auf der MMPM abgeschlossen wird, gebe ich (also der Schneidegger) ein Bier oder einen Kaffee aus! (Wer stattdessen lieber Saatgut aus dem Lichtwolf-Garten haben möchte, abonniert online bis zum 30. Mai und profitiert von der Frühlingsaktion für Neuabonnenten) Diverse berühmte und beliebte Autorinnen und Autoren der Zeitschrift trotz Philosophie werden am Stand weilen, um Ausgaben zu signieren und Streit zu suchen.

Für noch mehr Kontakt sind zwei Lesungen anberaumt, bei denen Sie erfahren, wie man mit Philosophie reich und berühmt wird, wie sich in der Kartoffel die drei Zeithorizonte vereinen und warum wir uns vor Klaus und Barbie in acht nehmen sollten: Am Rande der Mainzer Minipressen-Messe lesen Schneidegger und die rheinische Edelfeder Marc Hieronimus am 31. Mai um 20:00 Uhr im Antiquariat am Ballplatz das Beste aus nun schon elf Jahrgängen des fröhlichen Wissenschaftsmagazins, das es im Kapitalismus gar nicht geben dürfte. Die nächste Lesung folgt drei Tage später und findet am 3. Juni um 20:00 Uhr im Café Duddel in Köln statt.

Und hier noch einmal alle anstehenden Termine zum Mitschreiben:

Mainzer Minipressen-Messe: vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 (Öffnungszeiten); in der Rheingoldhalle am Mainzer Rathaus (Lichtwolf an Standnr. A13); Eintritt frei

Lichtwolf-Lesung: 31.05.2013, 20:00 Uhr; im Antiquariat am Ballplatz, 55116 Mainz; Eintritt: 5 EUR

Lichtwolf-Lesung: 03.06.2013, 20:00 Uhr; im Café Duddel, Zülpicher Wall 8, 50674 Köln; Eintritt frei


Links der Woche am 18.05.2013, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 20/13

Die zynische Vernunft buchstabiert

Wörterbücher und Enzyklopädien sind als aufklärerische Projekte auch Dokumentationen der menschlichen Einfalt und Niedertracht. Drum lobt Magnus Klaue im Freitag die bisher umfangreichste Neuübersetzung von Ambrose Bierces teuflischem Wörterbuch, ohne in seiner Begeisterung dessen massenkompatible Mängel zu übersehen. (15.05.13)

Seid umschlungen, ihr Millionen

Giorgio Agamben ist Europäer und Philosoph. Als solcher griff er kürzlich die alte Idee Alexandre Kojèves auf, Europa sei nur als Imperium romanisch-katholischer (statt germanisch-protestantischer) Lebensart sinnvoll. Jürgen Kaube schüttelt in der FAZ einigermaßen den Kopf über solche völkerpsychologischen Phantasien. (16.05.13)

Die Tücken der Conditio techno-humana

Philosophie als Problemlösen hat heutzutage (zu) viel zu tun, findet Eduard Kaeser in der NZZ. Am Beispiel der Klimapolitik zeigt er die Verzwicktheit zeitgenössischer Großprobleme auf, die nicht klar zu formulieren sind und deren Lösungen nur neue Probleme aufwerfen. Da könne jedes Engagement nur fatalistisch sein. (16.05.13)

Unn sünst?

Der Darmstädter Philosoph Gernot Böhme gibt in der taz Auskunft über die Bedeutung der vor allem akustischen Atmosphäre u.a. von Städten für das Bewusstsein. +++ In einer Rezension zeigt man sich beim Theorieblog angetan vom sozialwissenschaftlichen Krisennarrativ, das Wolfgang Streeck in seinem Buch "Gekaufte Zeit: Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus" ausbreitet. +++ Das Rahmenprogramm der Mainzer Minipressen-Messe vom 30. Mai bis 2. Juni steht fest; den Messestand des Lichtwolfs finden Sie auf Platz Nr. A13 in der Rheingoldhalle und am 31. Mai lesen die Herren Hieronimus und Schneidegger ab 20 Uhr c.t. im Mainzer Antiquariat am Ballplatz; am 3. Juni im Kölner Café Duddel. +++ Und noch ein Veranstaltungstipp: Nach der lit.cologne gibt es ab sofort auch eine phil.cologne. Das "Internationale Festival der Philosophie" steigt vom 26. bis 30. Juni mit den üblichen Verdächtigen und einem Philosophy Slam, denn ohne geht es ja gar nicht mehr.


Links der Woche am 11.05.2013, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 19/13

Herrschaftswissenschaftler

Schelsky, Springer et.al. warnten anno 68 noch vor der Machtergreifung der sozialwissenschaftlichen Priesterkaste. Die zeitgenössischen Protestbewegungen dagegen sind technokratisch geprägt, urteilt Franz Walter im Freitag. Das politische Medium ist den Sach- und Fachleuten zu schwammig, die Ingenieure und Ökonomen wollen Ergebnisse! (06.05.13) (Mehr über die Expertokratie übrigens im aktuellen Lichtwolf...)

Das Recht auf Pluralismus

Die Deutschen Islamkonferenz des Innenministeriums ist unbeliebt und vorbei, gerade findet unter dem Motto "Selbstbestimmung statt Gruppenzwang!" die sogenannte "Kritische Islamkonferenz" statt. Alexander Dill hat sich für Telepolis einige Fragen zu Kulturimperialismus, Gleichheit und Islamismus vom Mitorganisator und religionskritischen Philosophen Michael Schmidt-Salomon beantworten lassen. (07.05.13)

Georg Seeßlen...

...ist gerade wieder ungeheuer produktiv. Man möchte ihn fast schon den deutschen Žižek nennen. In seinem Blog gibt es eine Skizze über Demokratie und Postdemokratie, für die man ziemlich ausgeschlafen sein sollte. In der taz erklärt uns der Meister den Kapitalismus mittels des Salzstreuers und dann gibt es noch Kleinigkeiten zu Aigner und Verbriefungen.

Literaturkritik kaputt?

Alle Jahre wieder wird das Feuilleton als ganzes oder teilweise in Zweifel gezogen. Roman Bucheli sieht in der NZZ die feuilletonistische Paradedisziplin der Literaturkritik unter Druck. Aber das Schrumpfen ihres traditionellen Printmediums muss der Rezension nicht schaden, sie könnte durch Anpassung an die Spielregeln des digitalen Neulands reifen. Herbert Debes von Glanz & Elend erklärt, wie und wo die Literaturkritik im Internet zu neuer Blüte gelangen könnte und schon gelangt ist.


Links der Woche am 04.05.2013, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 18/13

Die Welt zum Guten ändern

Norman Birnbaum gehört der großen Generation linker Intellektueller an, die - anders als ihre (Zeit-)Genossen im Ostblock - für ihre Sozialutopien belächelt oder als nützliche Idioten der herrschenden Ordnung verachtet wurden. Ihre Nachfolger und Studenten sorgten für wachsende Ungleichheit, Krieg gegen den Terror und Finanzkrise. So fällt Birnbaums Bilanz der Weltverbesserung in der FAZ eher bitter aus. (03.05.13)

Lebensweltliches:

Beim Cicero wird über den Zusammenhang von Krisen und Kreativität nachgedacht - am Beispiel von Wittgenstein und WK I; und "Wer mehr über das Leiden der „Geistesgrößen“ erfahren will, kann in der aktuellen INDES nachlesen." +++ Georg Seeßlen hat diese Woche wieder über Kleinigkeiten gebloggt - von Schaufensterpuppen über Ästhetisierung und moralische Urteile bis zum Dauerbrenner Flugzeugsitzbauer. +++ Nicht schlafen zu wollen ist kindisch und ein Zeichen von Lebenshunger, schreibt Peter Bürger in der NZZ-Reihe über Schlaflosigkeit. +++ In der ZEIT unterhält sich Susanne Mayer recht engagiert mit Naomi Wolf über deren neues Buch "Vagina", in dem sie Männlein und Weiblein zu mehr Masturbation und Ritterlichkeit rät.

Persönliches:

Nach der obligatorischen Kapital-Lektüre meint jeder, eine (schlechte) Meinung zu Jeremy Bentham haben zu müssen; im Freitag versucht sich Magnus Klaue an einer Rehabilitation des Sozialreformers und Panoptikers. +++ David Foster Wallace war Tennisprofi und Logiker und wurde als Schriftsteller bekannt, ehe er 2008 Selbstmord beging; nun ist seine Abschlussarbeit "Schicksal, Zeit und Sprache. Über Willensfreiheit" auf Deutsch erschienen, wie der Deutschlandfunk meldete. +++ Ein anderes manisch-depressives Multitalent feiert am Sonntag seinen 200. Geburtstag: Kierkegaard. Bei Glanz & Elend würdigt Dieter Kaltwasser aus diesem Anlass den dänischen Hosenträger.

Abschließendes:

Wenn Sie sich mit psychoanalytischer Textkritik noch nicht so auskennen und erstmal an was Leichtem üben wollen, hätte man Sie früher auf die Katholiban von kreuz.net verwiesen; nun, da die von der homosexuellen Weltverschwörung abgeschaltet nach Österreich deportiert wurden, bleibt immer noch das von den Jugendverderbern des IPuP herzlich empfohlene www.eltern-im-netz.net, wo der Tötungs- und Geschlechtstrieb dermaßen wegsublimiert ist, dass es nur so rauscht. (Könnte Satire sein!)


Links der Woche am 27.04.2013, 15:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 17/13

Warum eigentlich nicht?

Maximilian Krämer wundert sich in der FAZ, warum Philosophie in ganz Europa selbstverständliches Schulfach ist, nur nicht in Deutschland, denn die philosophischen Zeitschriften, Praxen und Ratgeber belegen ja ein wachsendes Interesse an Philosophie. Dass es kein verbindliches Curriculum Philosophie gibt, lässt Krämer als Entschuldigung für die Schwundform Ethikunterricht nicht gelten. (21.04.13)

Elementarschere Einkommen

Seit Hans-Ulrich Wehler sein neues Buch über die soziale Ungleichheit in Deutschland vorgestellt hat, ist er damit auf allen Kanälen vertreten. In den "Blätter für deutsche und internationale Politik" hat er sein Buch in einem Artikel zusammengefasst. Bei der Polarisierung der Einkommen und Vermögen geht es vor allem um Macht und Herrschaft, wie er an der Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik zeigt.

War Hitler neidisch auf Blondie?

Hans Ulrich Gumbrecht zieht in seinem FAZ-Blog den scharfsinnigen Schluss, dass Tierfreunden und Vegetariern nicht zu trauen ist, weil Hitler ein Tierfreund und Vegetarier war. Aber eigentlich geht es ihm (Gumbrecht) um tierethische Positionen (Singer, Hacking et.al.) und deren Mensch-Tier-Differenzierung. Übrigens: Hitler hat auch deutsch gesprochen, in Flachspüler gekackt, aber wenigstens war er nicht in der Waffen-SS. (26.04.13)

Rezensionen

Maximilian Probst zeigt sich in der ZEIT angetan und bewegt von der Biographie, die Benoît Peeters über den Zentristen und Zwiespalter Jacques Derrida geschrieben hat. +++ Prost: Die taz stellt zwei Bücher über Rausch und Revolution vor, nämlich "Das Ende der Enthaltsamkeit. Über Bars, Cocktails, Selbstermächtigung und die Schönheit des Niedergangs" und "Leben im Rausch. Evolution, Geschichte, Aufstand". +++ Die NZZ präsentiert Michael Sandel als modernen Sokrates, sieht dessen Versprechen mit Sandels Buch "Gerechtigkeit. Wie wir das Richtige tun." aber noch nicht ganz eingelöst.

Sonstiges

Der blinde Hund hat die Nominierungen gesammelt und ruft nun zur Abstimmung über das schlechteste Philosophie-Buch aller Zeiten auf. +++ Schöner Nachtrag zum aktuellen Lichtwolf über Experten: "Sprachexperte" (hihi) Joachim Scharloth hat den SPIEGEL ausgewertet und zeigt, dass der Triumph der Experten über die Wissenschaftler eine Folge von 1968 ist und welche Worte üblicherweise im Kontext von "Experten" gebraucht werden.


Links der Woche am 20.04.2013, 13:17 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 16/13

Mode des Selbstversorgens

"Die Selbstversorger sind auf dem Vormarsch", sei es aus Öko-Bewusstsein, sei es aus Misstrauen gegen die Fraßindustrie, so meldet die WELT. Cosima Lutz gibt einen Überblick inkl. gärtnernder Neonazis und Literaturempfehlungen. Wer mit der Selbstversorgung klein anfangen und was interessantes lesen möchte, während das Zeug wächst und das Internet abkackt, dem sei die aktuelle Lichtwolf-Aktion für Neu-Abonnenten empfohlen. (16.04.13)

Mode des Biographismus

Auch Biographien liegen voll im Trend, schreibt Hannelore Schlaffer in der NZZ - aber waren sie denn jemals out? Biopics jedenfalls dominieren das Kino und Biograph ist längst ein ordentlicher Brotberuf. Das Fernsehen hat es normal gemacht, sich an Berühmtheiten ranzuwanzen, um an ihrem Abglanz teilhaben und ihren Alltag als geadelt betrachten zu können. (17.04.13) (Wir hätten da übrigens auch noch einen kompletten Lichtwolf zum Thema Autobiographie...)

Bücher! Bücher!

Uwe Justus Wenzel bespricht in der NZZ Quentin Skinners "Die drei Körper des Staates", eine Meditation über den Frontispiz des Hobbesschen Leviathan. +++ Bei Glanz & Elend stellt Dieter Kaltwasser den zweiten Band "Nachmetaphysisches Denken" von Jürgen Habermas vor. +++ Der geistige Vater des Selbstversorgertums (s.o.),

Henry David Thoreau, hat einem Jünger Briefe geschrieben, die in einem neuen Buch versammelt sind und in der FAZ besprochen werden. +++ Auch die ZEIT rezensiert Thomas Strässles Buch zur Gelassenheit.

Außerdem:

Guter Datenjournalismus: Die ZEIT hat die Zahlen der Todesopfer rechter Gewalt 1990 - 2013 statistisch aufbereitet und visualisiert. +++ Hans Ulrich Gumbrecht erwägt in seinem FAZ-Blog, ob Politikverdrossenheit eine Folge des Endes der Ideologien ist. +++ via @theorieblog: das Foucault-Blog +++ Der blinde Hund will's wissen und ruft zur Wahl des schlechtesten philosophischen Buchs aller Zeiten auf, bei der z.Zt. noch nominiert werden kann.


Links der Woche am 13.04.2013, 14:20 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 15/13

Zweimal Seeßlen

Wie so oft ergeht hier der nötige Hinweis auf Georg Seeßlens Blog, das diese Woche mindestesn zwei Lesenswürdigkeiten enthielt:

Die wunderbare Warenwelt ist weder das Paradies noch Trost über seinen Verlust, vielmehr vernichtet der Kapitalismus jedes Paradies, das er in der Welt und in den Vertriebenen findet. +++ Als Seeßlen vergangenen August in der taz forderte, das Feuilleton abzuschaffen, machte er u.a. die Bemerkung: "Im Kulturteil würde man sich dafür schämen, wozu man sich im Wirtschaftsteil anstandslos bekennt." In seinem Blog zeigt er nun am Beispiel eines "Unternehmergesprächs", wie diese bürgerliche Schizophrenie in der FAZ aussieht, deren Feuilleton sich entgeistert gäbe, verstünde es wirklich, was im Wirtschaftsteil steht.

Das Sein zum Tode

Der Ökologe Ludwig Trepl setzt sich seit einiger Zeit in den Scilogs kritisch mit der Gaia-Hypothese auseinander. Diese Woche dämpft er den szientifisch-naturalistischen Episteme-Optimismus, Leben auf Physik reduzieren zu können: Leben ist nicht rein kausal erklärbar, weil es nämlich den Tod gibt. (08.04.13)

Geschichte als Geschichte

Arno Widmann plaudert in der FR mit dem Heidelberger Mediävisten Johannes Fried ausführlich über Weltgeschichte als unmögliche Erzählung der Ursprünge und Wege des Menschen. Entweder werden Schlaglichter von Spezialisten zwischen zwei Buchdeckel gepresst oder ein einzelner Erzähler verschwindet im Dickicht historischer Verstrickungen. (08.04.13)

Das Gegebene und das Gezeigte

Im FAZ-Blog plädiert Sibylle Anderl für Vorsicht im Umgang mit Daten, die gerade in einem nie dagewesenen Ausmaß produziert und durchforstet werden. Dazu verweist sie auf Bogens und Woodwards Unterscheidung zwischen zwischen Daten und Phänomenen, denn so "gegeben", wie der Name sagt, sind nicht "Daten", sondern eher das, was sich zeigt. Das sollten sich auch Datenjournalisten hinter die Löffel schreiben. (11.04.13)

Das Weitere und Engere:

Nebenan bei Glanz & Elend stellt Dieter Kaltwasser zwei philosophische Neuerscheinungen vor: Schnädelbachs "Was Philosophen wissen und was man von ihnen lernen kann" sowie Hösles "kurze Geschichte der deutschen Philosophie". +++ Im Freitag bemerkt Slavoj Žižek angesichts des Zypern-Dilemmas, dass die tatsächlich nötige Regulierung wieder ausbleiben wird. +++ Nicht nur Erstis haben ihre liebe Not, bezahlbares Obdach zu finden, auch die Uni Bremen muss sich in Hotels einmieten, um Hörsäle zu haben, wie die taz berichtet. +++ Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia stellt im FAZ-Blog die mathematisch-modelltheoretische Konfliktforschung von Lewis P. Richardson vor. +++ Konsumkritik ist überholt, so die These von Wolfgang Ullrichs neuem Buch, das Andrea Roedig im Freitag vorstellt: Die postmoderne Konsumkritik betrachtet die Warenwelt als Bibliothek. +++ Der blinde Hund hat sich einen E-Reader besorgt und schreibt ausführlich und anleitend vom Nutzen und Nachteil des E-Book-Wesens für Geisteswissenschaftler.


Links der Woche am 06.04.2013, 14:28 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 14/13

Die Wirtschaftsweisen

Einen Interviewband zum globalen Aktivismus stellt uns Florian Schmid im Freitag vor. Darin finden sich (nicht mehr ganz frische) Gespräche mit u.a. Slavoj Žižek, Stéphane Hessel, Tariq Ali, Francis Fukuyama und Michael Hardt über die globalen Krisen, Anlässe zum Protest und die Notwendigkeit seiner Organisation und Vernetzung. (02.04.13)

Nach Bologna kein Bologna mehr

Kulturwissenschaftler Klaus P. Hansen beschreibt in einem Gastbeitrag für Spon, "wie Unis Genialität verhindern", nämlich u.a. mit Wettbewerbszirkus und Dauerbefristungen. Bologna und Exzellenzwahn machen Gelehrte zu Verwaltungsangestellten und geben PR den Vorrang vor ernsthafter Forschung (insbesondere der einsamen Lektüre). (03.04.13)

Unn sünst?

Das ganz Kleine und das ganz Große: Cary Huang macht mit einer Flash-Animation die Größenverhältnisse im Universum anschaulich. +++ Georg Seeßlen bloggt 12 Thesen über Sprache, die auch im Lichtwolf Nr. 35 zum gleichen Thema hätten stehen können. +++ Apropos Lichtwolf: Die aktuelle Ausgabe ist seit dieser Woche auch als E-Book erhältlich. +++ Christian Wiese schreibt in der Jüdischen Allgemeinen - als hätte er die plötzliche Fahndung nach 50 NS-Verbrechern geahnt - darüber, was von Hannah Arendts "Eichmann in Jerusalem" nach einem halben Jahrhundert noch bleibt. +++ Die taz stellt das neue Waffenrecht an einer Uni in Lynchburg (!) vor, die so US-amerikanisch zu sein scheint wie Apple Pie und auch was für Taliban wäre. +++ Der blinde Hund hat seine Link-Liste mit Philosophie im Internet aktualisiert und um Open-Access-Zeitschriften erweitert. +++ Radio-Tipp: Heute kommt ab 23:05 Uhr im Deutschlandfunk die Lange Nacht über Erich Mühsam.


Intime Interna am 04.04.2013, 21:12 Uhr

Elektrische Experten und Samenbomben

Nein, in dieser Nachricht geht es weder um Cumshot-Legende Peter North noch um E-Book-Experten, die überraschend verkünden, ihr Fachgebiet sei zufällig die krasseste Neuheit seit Erfindung des Netzwerkkabels.

Lichtwolf Nr. 41 als E-Book

Den aktuellen Lichtwolf gibt es als E-Book fürs Kindle sowie im offenen .epub-Format oder wie früher auf Papier.

Stattdessen möchten wir darauf aufmerksam machen, dass der aktuelle Lichtwolf zum Thema "Experten" nun auch - wie die alle Ausgaben seit der Nr. 34 - als E-Book erhältlich ist.

Ganz nach geübtem Gebrauch gibt es die elektronische Fassung der Nr. 41 in zwei Geschmacksrichtungen: Einmal für Kunden des einbrüstigen Onlineriesen und Inhaber seines Lesegeräts Kindle; den aktuellen Lichtwolf fürs Kindle darf man ruhig bestellen, schließlich werden bei der Auslieferung nur Bits getrietzt, bis sie quietschen. Wer dagegen nicht dem Amazonen auf den Leim gegangen ist und irgendeinen anderen E-Book-Reader hat (oder ein kostenloses Programm, mit dem sich E-Books am Computer lesen lassen) sowie lieber eine Datei kauft, über die er und sie frei verfügen dürfen, der wählt die Nr. 41 im offenen .epub-Format - erhältlich bei Libreka und den E-Book-Shops, die ihre Titel von Libreka übernehmen. Der von Apple - noch so einem in der Region verwurzelten Familienbetrieb, bei dem die Wirtschaft nicht nur in Osterreden für den Menschen da ist - tut das meist nur, wenn Sonne, Mond und Jobs-Planet in einer obskuren Konstellation stehen.

Punkt 2: Der Samenstau in der Redaktion. Im Editorial der aktuellen Ausgabe heißt es, wir böten den Frühling über eine zusätzliche Gratifikation für alle, die Lichtwolf-Kram direkt beim Lichtwolf (oder beim Verlag) bestellen: Jedem neuen Abo, das bis zum 31. Mai via www.lichtwolf.de neu abgeschlossen wird, legt der Herausgeber höchstselbst ein Tütchen Saatgut aus der Vorjahresernte bei: Wicken, Ringelblumen und der von der Leserschaft besonders geschätzte Senf – vom Herausgeber persönlich auf Heimaterde gezogene Munition für guerilla gardener! Robust, schnell wachsend und mit Betriebsanleitung versehen! Einige Neuabonnenten haben ihr erstes Heft im Abo bereits erhalten, aber noch ohne Saatgut. Dies wird in den kommenden Tagen, da der Frühling ja nun doch noch kommt, mit der Post nachgeschickt. Alle anderen, die es mit dem Lichtwolf in Regal und Vorgarten besonders grün haben möchten, bekommen ihr Abo hier.

Oder Sie warten bis Ende Mai: Dann ist Mainzer Minipressen-Messe und wer am Stand des Lichtwolf ein Abo ordert, kriegt ein Freibier. Das kann man nicht aussähen, aber sofort austrinken.


Links der Woche am 30.03.2013, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 13/13

Ein paar Menschheitsfragen

M. Laaff & D. Schulz geben in der taz anlässlich von Googles Datenbrille einen kurzen Überblick, wie weit Mensch und Maschine bereits verschmolzen sind. Wie es weitergeht behandelt u.a. Lichtwolf Nr. 39 ("Jenseits des Menschen"). +++ Die Kollegen vom theorieblog.de verweisen auf ein Joint Venture des Schweizer Tagesanzeigers mit dem Portal philosophie.ch, das die ganz großen Fragen behandelt. +++ Der Nachbar von Michael Krüger notierte in schlaflosen Nächten sorgfältig, was mit der Schöpfung im Allgemeinen und der Menschheit im Speziellen schiefgelaufen ist, wie Krüger in einem rührenden Nachruf in der NZZ berichtet.

Schwanzvergleich für Akademiker

Was der Uni das Hochschul-Ranking ist dem Wissenschaftler das Publikationsranking. Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia stellt im FAZ-Blog die zugrundeliegende Methodik der Auswertung von Veröffentlichungen und Querverweisen vor, um sodann linkreich von den Wundern und Problemen der Bibliometrie zu künden. (27.03.13)

Das Spiel des Herausgeberlebens

Frank Schirrmacher hat gerade ein Buch über Spieltheorie veröffentlicht und will das Thema den Lesern der von ihm mitherausgegebenen FAZ nicht vorenthalten. Neulich erklärte dort ein Informatiker, wie mit Spieltheorie und Big Data menschliches Verhalten vorhergesagt werden kann. (Wenn Sie sich dafür interessieren: Im aktuellen Lichtwolf geht es im Beitrag über Expertensysteme auch um das Thema.) Diese Woche kommt Schirrmacher auf den Kern seines Buchs zu sprechen, nämlich die spieltheoretische Verheerung der Finanzmärkte, womit er die Bühne frei macht für den Mathematiker und Ökonomen Ariel Rubinstein, der uns erstmal erklärt, was Spieltheorie überhaupt ist.

Zwei fürs 20. Jahrhundert

Michael Jäger unternimmt im Freitag den Versuch einer Gegenüberstellung der Zeitgenossen Richard Wagner und Karl Marx. Beide weisen um 1848 erstaunliche gedankliche Parallelen auf und es ist interessant zu sehen, wie Wagner und Marx mit dem Vorzug der Sinnlichkeit vor dem Geld, den sie von Feuerbach haben, hernach in Denken und Werk umgehen. (28.03.13)

Bücher, Bücher, Bücher!

Da muss irgendwo ein Nest sein. Der NZZ-Fachphilosoph Uwe Justus Wenzel hat Frühlingsgefühle bekommen - und zwar durch das neue Buch von Antonio Negri und Michael Hardt, das Tauflecken im Eispanzer der Globalisierung ausmacht; übrigens gibt Michael Hardt im Interview beim Freitag Auskunft über den neuen Papst, globale Widerstandsbewegungen und Liebe. +++ Auch Arno Widmann bespricht Band 10 von Karlheinz Deschners "Kriminalgeschichte des Christentums" sowie die antiquarisch auf CD-ROM erhältlichen Bände 1-9. +++ Noch eine Besprechung eines Buchs, auf das an dieser Stelle bereits hingewiesen wurde: Hans Bernhard Schmid vergleicht in der NZZ Heideggers Handwerkerphänomenologie mit der in Richard Sennetts Neuerscheinung "Zusammenarbeit". +++ Ludger Lütkehaus zitiert Wittgensteins guten Vorschlag für eine bündische Grußformel unter Philosophen und stellt in der NZZ Thomas Strässles Essay über die Gelassenheit vor. +++ Statt einer Rezension schreibt Franz Viohl im Freitag einen offenen Brief an den Sozialpsychologen Harald Welzer, in dem er seine zwiespältigen Gefühle nach der Lektüre von Welzers Aufruf zum Widerstand ("Selbst denken") darlegt.


Links der Woche am 23.03.2013, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 12/13

Sozialpolitik in Historikers Sicht

Vergangene Woche wurde an dieser Stelle bereits auf die neuerliche Debatte um Ungleichheit und Gerechtigkeit hingewiesen. Anlass war Hans-Ulrich Wehlers Buch "Die neue Umverteilung", das Klaus Harpprecht in der ZEIT vorstellt. Der Historiker hatte sich ebenda vergangenen Monat ausführlich zum geschönten Armutsbericht der Bundesregierung geäußert und sich insbesondere darüber gewundert, dass der soziale Frieden immer noch hält. Im Gespräch mit der FR gibt Wehler Auskunft über die Umverteilung von unten nach oben und die kalte Wut.

Opa erzählt vom Krieg

Der 68er Helmut Wietz hat einen Comic über das wilde Berlin Ende der 60er gemacht - eine Art bebilderte Selbstkritik der Generation, die (ob bekifft oder nüchtern) Mao und Adorno verehrte, auch ohne viel lesen zu müssen. Marcel Malachowski stellt Buch und Mindset im Freitag vor. (21.03.13)

Wissenschaftsphilosophiewochen bei der FAZ

Sibylle Anderl berichtet von einem Hannoveraner Treffen von Wissenschaftsphilosophen, die zwischen den Stühlen von Physik und Philosophie tagten. In der Klimaforschung führt mehr Wissen zu mehr Unsicherheit - Schuld ist die Komplexität der Materie, erklärt Joachim Müller-Jung. Abermals Sibylle Anderl schlägt von Hannover aus vor, bei solchen Problemen mal den Wissenschaftsphilosophen zu fragen.

Eingeführt bleiben!

Klaus Watzka unterrichtet in Jena BWL und beobachtet mit Sorge, wie nun auch die letzten Bundesländer die mit ordentlich Sachzwang eingeführten Studiengebühren wieder abschaffen. In der FAZ macht er ein Tabu aus, um es wacker zu brechen, indem er nämlich dafür plädiert, die Studentenschaft an den Kosten ihrer Bildung zu beteiligen. (21.03.13)

Außerdemos von Sonstnochos:

Nebenan bei Glanz & Elend bespricht Jürgen Nielsen-Sikora zwei Bücher zur Verschwarmung des Menschen im Netz von Nicholas A. Christakis und James H. Fowler sowie von Jean Baudrillard (!). +++ Mit den Piraten wurde nicht nur der Insiderwitz als politisches Kommunikationsmittel "salonfähig", wir verdanken der Partei auch Klarheit darüber, ob Berlin auf die Zombie-Apokalypse vorbereitet ist. +++ Pünktlich zum neuen Papst ist Karlheinz Deschners "Kriminalgeschichte des Christentums" abgeschlossen, wie Ludger Lütkehaus in der NZZ meldet. +++ Der Frühling lässt noch auf sich warten, der Lichtwolf zur Jahreszeit ist aber schon da: Titelthema Experten.


Intime Interna am 21.03.2013, 11:30 Uhr

Das neue Heft ist da!

Experten sollten in den entscheidenden Gremien mitreden. Warum werden das deutsche Steuer- und Rechtssystem für Laien ewig undurchschaubar bleiben? Weil jeder sechste Abgeordnete im gegenwärtigen Deutschen Bundestag Angehöriger der steuer- oder rechtsberatenden Berufe ist und Arbeitsmarktpolitik nicht am eigenen Leib erfahren möchte.

Lichtwolf Nr. 41, Experten

Die Frühlingsausgabe 2013 beschäftigt sich mit Experten und ist ab sofort im Einkaufszentrum oder per Abo erhältlich. Die E-Book-Ausgabe folgt kommende Woche.

Könnte man so sagen. Kann man aber auch sagen, ob es zu viele oder zu wenige Experten in Politik und Medien gibt? Sind die richtigen Experten diejenigen, die unsere dilettantischen Ahnungen bestätigen, oder sind das gerade die falschen? Und wie reden die eigentlich mit uns?

Dies sind einige der Themen, die in der aktuellen Frühlingsausgabe des Lichtwolf mit dem Titelthema Experten behandelt werden. Expertenherrschaft von Platon bis Chomeini, verschiedene Fachleute in Bild und Detailkritik, Kunstfeinde als Kunstexperten, Fachwissen als Herrschaftswissen, Vogelhausbau, Marslandkarten und Expertensysteme. Außerdem erörtern wir die Fragen, ob und wie man als Philosoph leben soll, was ein Wort ist und warum die Kurzgeschichte dem Roman wohl doch vorzuziehen ist.

Gucken Sie ruhig erstmal ganz unverbindlich in den Expertenwolf rein: Im LichtwolfReader können Sie die ersten Seiten des Hefts durchklicken, Sie können eine Leseprobe als PDF herunterladen und die Einleitung ins Titelthema, der (halbe) Lichtwelpe für Kinder mit Nobelpreis-Ambitionen sowie Bdolfs Experten-Propädeutikum stehen zur Lektüre online bereit.

Ausführlichere Infos zum knollennasig illustrierten Inhalt der Frühlingsausgabe erhalten Sie im Einkaufszentrum, wo Sie das Heft auch gleich für schnöde 7,80 Euro (inkl. Versand) bestellen oder zum Anlass für ein bequemes Jahres-Abonnement nehmen können. Denn bei Amazon ist der Lichtwolf ab dieser Ausgabe aus Gründen nicht mehr zu haben.

P.S.: Im Editorial dieser Ausgabe heißt es, nun sei dieser Winter überstanden. Wir bitten diesen Irrtum zu entschuldigen.


Intime Interna am 19.03.2013, 12:58 Uhr

Mainzer Rheingold

Immer, wenn das Jahr ungerade ist, treffen sich die Buchkünstler, Kleinverlage und Untergrundzeitschriften in Mainz zur Minipressen-Messe (MMPM). 2013 ist ein ungerades Jahr und Ende Mai ist es wieder soweit: Die 22. MMPM findet vom vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 statt - und der Lichtwolf ist wieder mit einem Stand zwischen den letzten Mohikanern der Grauen Literatur vertreten. Der Eintritt ist frei und wer auf der Messe ein Abo abschließt, kriegt vom Herausgeber einen ausgegeben (deswegen heißt das ja Herr Ausgeber).

Anders als die Reklame in der Frühlingsausgabe behauptet, die unsere Abonnenten diese Woche im Briefkasten finden sollten, wird der Lichtwolf nicht im Messezelt am Rheinufer Daueraudienz halten. Wie die Organisatoren mitteilten, wird die diesjährige MMPM die erste sein, die nicht im ewig provisorischen Großraumzelt, sondern komplett in der nahegelegenen, für wagnersche Ewigkeit gebauten Rheingoldhalle stattfindet. Damit haben Sie noch einen guten Grund, Ende Mai / Anfang Juni mal nach Mainz zu kommen, um nämlich die sicherlich ungewohnte Atmosphäre einer MMPM auf Marmorboden zu erspüren.

Lichtwolf auf der MMPM 2013

Und noch einen guten Grund gibt es, die MMPM 2013 zu besuchen: Am Rande der Messe lesen die Herren Hieronimus und Schneidegger am 31. Mai, 20 Uhr im Mainzer Antiquariat am Ballplatz aus 1.000 Jahren Lichtwolf vor. Gegen einen Eintrittspreis von 5 Euro erfahren Sie hier u.a., warum Sie Klaus fürchten sollten und wie man mit Philosophie reich und berühmt wird.



Links der Woche am 16.03.2013, 14:49 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 11/13

Der Blick zurück

Die marxistische Geschichtsschreibung Anglophoniens hat mit Eric Hobsbawn und Tony Judt in den vergangenen Jahren zwei ihrer Ganzgroßen verloren. Michael Hesse räsoniert in der FR über Tony Judts und Timothy Snyders historiographische Dialoge übers 20. Jahrhundert. (13.03.13)

Europa beherrschen

Mit Merkel und Gauck herrscht in Deutschland eine postdemokratische Ideologie, die rundum mit Teflon beschichtet ist. Georg Seeßlen geht in seinem Blog dem Merkelismus nach, der nur scheinbar bräsig-wendehälsig ist, tatsächlich aber machiavellistisch und merkantilistisch (eben merkelistisch) seine Agenda in Europa durchsetzt. (09.03.13)

MOOCs

Da nur "online" es heutzutage über keine Aufmerksamkeitsschwelle mehr schafft, muss es schon auch "massive" sein: Massive Open Online Course (MOOC) ist kein neuer Spieletrend, sondern bietet den gebildeten Ständen und denen, die dazuzählen wollen, Content direkt aus den Hörsälen der berühmtesten Hochschulen. Seiten wie Cousera, Open Course World, edX oder Udacity bieten (auch deutschsprachige) Vorlesungen zum Download an, sind das Titelthema der aktuellen ZEIT und werden in der FAZ mit Lob und Anerkennung begutachtet.

Gesellschaft mal anders

Robert Misik stellt im Freitag Hans-Ulrich Wehlers und Michael Sandels Überlegungen zu Ungleichheit und Gerechtigkeit vor, die vor allem auf die richtige Formulierung von Fragen der Umverteilung zielen. In der FR denkt Schriftsteller Artur Becker russisch über die kommende Gesellschaft nach bzw. darüber, welche revolutionären Voraussetzungen die Hinwendung zu geistigem statt materiellen Wohlstand hat. Und die taz stellt die jüngste Occupy-Phänomenologie von Michael Hardt und Antonio Negri vor, die da heißt "Demokratie! Wofür wir kämpfen".

Auch das noch:

Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus empfiehlt dieses Ratespiel: Wer hat's gesagt - Nietzsche oder Spongebob? +++ Na, haben Sie auf der gegenwärtigen Leipziger Buchmesse wieder keinen Preis abgekriegt? Trost finden Sie beim Laudatomaten, der schmucke Lobreden auf Sie (oder sonstwen) ausspuckt. Die einzig wahre Messe für Freunde des gedruckten Worts ist ohnehin die Mainzer Minipressen-Messe Ende Mai, an der übrigens auch der Lichtwolf teilnimmt.


Links der Woche am 09.03.2013, 14:46 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 10/13

Post Humanum

In seinem Blog ging Georg Seeßlen diese Woche u.a. dem Posthumanismus nach. Dabei orientiert er sich an Colin Crouchs These von der Postdemokratie und wird zunächst einmal diskursanalytisch, ehe er auf die Konsequenzen für posthumane Identität, Erkenntnis usw. zu sprechen kommt. Zur Vertiefung empfehlen wir den Lichtwolf Nr. 39 zum Thema "Jenseits des Menschen". (02.03.13)

Küss die Hand!

Buprä Gauck hat sich mit seinem Abtun der #aufschrei-Debatte diese Woche wieder unangenehm in Erinnerung gerufen, aber vielleicht gibt es auch sachdienlichere Beiträge: Der Philosoph Robert Pfaller erinnert im Gespräch mit der FAZ an Galanterie, Prüderie und die Waffen der Frauen, die allesamt nicht mehr sind, was sie mal waren. (02.03.13)

Markt der Tugenden

Noch ein Gespräch, noch ein Philosoph, noch einmal die Frage nach dem Zusammenleben: In der FR erteilt Tugendethiker Martin Seel Ratschläge dazu, wie wir armen Sünder in der verschränkten Krise von Kapitalismus und Moral miteinander auskommen sollen und können. (06.03.13)

Die akademische Familie

Nach 1945 wurde manche Chance auf Neuanfang in der BRD vertan. So erinnert Jürgen Kaube in der FAZ an die Pläne, in Deutschland Colleges nach angloamerikanischem Vorbild zu gründen. Sie kämen der geisteswissenschaftlichen Lehre zugute und dem intellektuellen Stand der immer jüngeren Studienanfänger entgegen. (07.03.13)

Transparenz überall

Der Feuilleton-Philosoph der NZZ, Uwe Justus Wenzel, blickt auf die Geschichte der Transparenz-Bewegungen zurück bis hin zur Aufklärung, um sodann die Idee selbst zu erörtern. Schafft oder zerstört Transparenz Vertrauen, was ist mit der Privatsphäre und wie lässt sich Transparenz überhaupt herstellen? (09.03.13)

Unn sünst:

Raphael Enthoven, der Precht Frankreichs und Lochschwager von Nicolas Sarkozy, hat Mitleid mit der Philosophie in Deutschland, so erklärt er im Gespräch mit dem Cicero. +++ Die Tagebücher des Anarchisten und philosophischen Schwerenöters Erich Mühsam sind seit einer Weile online und im Verbrecher Verlag zu haben; die NZZ stellt den jüngsten zwoten Band vor.


Links der Woche am 02.03.2013, 14:45 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 09/13

Das Analoge zwischen 0 und 1

Quantenphysiker sind es gewohnt, das tertium non datur der klassischen Logik zu strapazieren. Joachim Schulz als Vertreter der Zunft erklärt in den Scilogs, warum der Welle-Teilchen-Dualismus kein logischer Widerspruch ist und wie ein Quantencomputer funktioniert. (23.02.13)

Der kleine Fürst

Großes politisches Ungemach in Italien, wo Niccolo Machiavelli vor 500 Jahren das Handbuch der Regierungskunst schrieb. "Seinem Rat folgen Herrscher von den Medici bis zu Stromberg", erklärt Marc Reichwein in der WELT, ehe er manches Missverständnis über den Machtratgeber ausräumt. (26.02.13)

Das Schöne im Wandel der Zeit

Im Märzheft des Merkur hat sich Ingo Meyer ausführlich mit vier Jahrzehnten ästhetischer Theorie aller im deutschen Sprachraum relevanten Schulen und Positionen auseinandergesetzt. Herausgeber Christian Demand hat noch einige Fragen zur neueren Ästhetik und unterhält sich darüber mit dem Autor. (28.02.13)

Die Kluft zwischen Arm und Reich

...wird immer größer und vermeintliche Gegenmaßnahmen verstärken den Trend noch. Elitenforscher Michael Hartmann erklärt im Gespräch mit der ZEIT, wie Stipendien und die Exzellenzinitiative die Reproduktion der Elite aus den immergleichen Kreisen begünstigen. (28.02.13)

Außerdemchen:

Tarnen und Täuschen im Netz: Die ZEIT stellt einen Ratgeber zur Selbstverteidigung gegen kommerzielle Datensammler vor. +++ Als "Feminist der ersten Stunde" wird John Stuart Mill in der NZZ angeteasert: Jean-Claude Wolf stellt den Klassiker des Liberalismus und Utilitarismus in der NZZ vor - anlässlich des ersten Bands einer fünfbändigen Leseausgabe von Mills Werk. +++ Hans Ulrich Gumbrecht fragt in seinem FAZ-Blog mit Hegel und Heidegger nach der Heimat und wozu sie noch gebraucht wird. +++ Für die ZEIT bespricht Ulrich Greiner Henning Ritters Essay "Schreie der Verwundeten" über die Brutalität und Mitleid.


Links der Woche am 23.02.2013, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 08/13

Erbenlose Denkwende

Philip Bloms Buch "Böse Philosophen" erzählt von dem Pariser Salon, in dem Diderot, Hume, Laurence Sterne, Rousseau und andere Aufklärer miteinander debattierten. Goedart Palm nimmt das Buch bei Glanz & Elend zum Anlass, in einem Essay der Frage nachzugehen, was heute noch von der Aufklärung als bedenkenswert übrig geblieben ist. (16.02.13)

Die blöde kapriziöse Kuh von Verbraucher

Jens Friebe "ist Musiker, Autor und Vegetarier", wie es unter seinem FAZ-Beitrag zum aktuellen Pferdefleischskandal heißt, und hat als solcher einen besonders scharfen Einblick in die Ideenwelt der im wahrsten Sinne "Fleischverbraucher"; titeln tut der Text mit einem heißen Kandidaten für die "Überschrift des Jahres 2013": "Man hat uns Tier ins Fleisch gemischt!" (20.02.13)

Philosophie und Vertrauen

Die NZZ bringt die gekürzte Abschiedsvorlesung des Basler Philosophen Emil Angehrn, worin er beschreibt, wie die Philosophie Vertrauen und Misstrauen voraussetzt und selbst zum Gegenstand hat. Es ist nicht wenig, worauf sie so vertraut: die Intelligibilität der Welt, die Wahrheitsfähigkeit von Sprache und Ratio usw. - andererseits ist das sonst unmögliche Gespräch den Vertrauensvorschuss wert. (22.02.13)

Und sonst so?

Auch Uwe Justus Wenzel schreibt in der NZZ von Philosophie und Vertrauen, namentlich mit Blick auf den Universalhermeneutiker Paul Ricœur. +++ Kein Vertrauen mehr bzw. nie gehabt, sondern den vorige Woche dokumentierten Umgang mit Leiharbeitern zum Anlass genommen, die Zusammenarbeit mit Amazon zu beenden, haben Lichtwolf und catware.net Verlag. +++ In der FAZ bespricht Dietmar Dath den neuen Eckhard Henscheid und Thomas Assheuer bespricht für die ZEIT das neue Buch von Andreas Reckwitz, in dem dieser das Aufgehen der Kreativität im Kapitalismus beschreibt. +++ In Lichtwolf Nr. 39 ("Jenseits des Menschen") hat der Blinde Hund uns Peter Singers tierethische Argumentation vorgestellt - der Text ist nun auch im Blog vom blinden Hund zu lesen. +++ Eine Würdigung zum 100. Todestag erhält der rätselhafte Ferdinand de Saussure in der NZZ von Bernhard Dotzler. +++ Die ZEIT stellt einige der jungen, kleinen, kritischen Zeitschriften vor, die an der US-Ostküste wie Pilze aus dem Boden schießen.



Links der Woche am 16.02.2013, 14:29 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 07/13

Die Gelegenheit wird zur Pflicht

Der Historiker Valentin Groebner zeigt in der FAZ, wie alt die Elemente der zeitgemäßen Heilslehre vom Mitmach-Netz sind, und kommt nach dem wissenschaftshistorischen Rückblick auf die immer schon forschende Schwarmintelligenz auf das Problem zu sprechen: Überproduktion von Texten, die mit Überproduktion von Metatexten bekämpft wird. (10.02.13)

Das Gute, Wahre, Schöne ist nicht das Soziale

Ameisenforscher Edward O. Wilson hat ein Buch über das (soziale) Wesen des Menschen geschrieben, von dem die FAZ nicht so begeistert ist. Frank Schirrmacher, Mitherausgeber eben jener Zeitung, hat auch ein neues Buch geschrieben, in dem er die Spieltheorie als wissenschaftliche Grundlage des Neoliberalismus ausmacht, und das Georg Seeßlen für den Freitag bespricht. Die menschlichen Bedürfnisse bringen die Menschen in Handel und Wandel zusammen, wo sie bald sich verselbstständigen Umständen unterliegen: Vom Individuum in den Systemen des Kapitalismus erzählt Ökonomin und Philosophin Shoshana Zuboff ausführlich im FAZ-Gespräch. Individuenwoche auch bei Hans Ulrich Gumbrecht, der in seinem FAZ-Blog mit Canetti und Heidegger eine neue Sehnsucht nach Aufgehen in der Masse ausmacht, was in Stadien gelegentlich auch mal einen Superorganismus hervorbringt. Der Ökologe Ludwig Trepl dagegen ist gar nicht einverstanden mit der Gaia-Hypothese, wonach die Erde wegen der vielfältigen Rückkopplungs- und Selbstorganisationsphänomene auf ihr als Superorganismus zu verstehen sei. Und Eva Berendsen zu guter Letzt sieht die Generation Vielleichtsager komplett überfordert von der poststrukturalistischen Unübersichtlichkeit.

Das Weitere und Engere:

Der Rechtsphilosoph Ronald Dworkin ist gestorben, die Nachrufe in der FAZ und in der NZZ würdigen seine politisch-ethische Lehre, im Deutschlandfunk ordnet Ottfried Höffe Dworkins Werk ein. +++ Der blinde Hund hat "ferngesehen", nämlich Kent Brockmans Bemerkung über arbeitslose Philo-Absolventen. +++ Und mal was von Spon: Dort darf die Philosophie Ursula Wolf Auskunft geben über Arbeit, Stress und "Diogenes' Performance-Philosophie".


Links der Woche am 09.02.2013, 14:26 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 06/13

Das Fast-Nachten der Fasnet

Aus aktuellem Anlass (Karneval) stellt uns Maximilian Krämer in der FAZ die Gebrüder Heidegger vor: Der eine, Martin, umstrittener Fundamentalontologe, der andere, Fritz, ein in der Schwabenprovinz gefeierter Fasnetprediger. Aus dem (Un)Vermögen der Sprache schenkt sich die Grenze zwischen Ernst und Komik und Philosophie und Fastnacht. (08.02.13) (Mehr Tiefsinn aus Frohsinn schürft Marc Hieronimus in seinem Aufsatz über Fastnacht und ihr revolutionäres und konterrevolutionäres Potential, siehe Lichtwolf Nr. 36.)

Wie man Dr. wird

Nachdem es nun doch ernst geworden ist mit dem Doktortitel der mutmaßlichen Plagiatorin Annette Schavan, fragt sich das staunende Publikum: Was ist das eigentlich, so eine Promotion - und wie ging und geht das vor sich? Ulrich M. Schmid, Professor in St. Gallen, erklärt in der NZZ den Promotionsprozess. (08.02.13) (Haben Sie den klugen Aufsatz von Peter V. Brinkemper zum Fall Schavan bei Glanz & Elend schon gelesen?)

Außerdemchen:

Micha Brumlik war wohl im Kino und hat für die taz mit Hannah Arendt "Lincoln" und mit Hegel "Django Unchained" geguckt. +++ Die NZZ stellt das neue Buch des Rechtsphilosophen Ronald Dworkin über/wider Metaethik vor. +++ Außerdem verweist die NZZ auf die in New York erscheinende neo-marxistische Revue "Jacobin". (Hier geht es direkt zu den US-Kollegen.)


Links der Woche am 02.02.2013, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 05/13

Ein Mann für alles

Diese Woche waren bekanntlich diverse großdeutsche Gedenktage. Der Historiker Thomas Weber blickt in der FAZ auf die NS-Forschung hierzulande, und zwar weniger auf den Forschungsstand als auf die Strukturen, die an hiesigen historischen Seminaren bestenfalls "enervierende, obskurantistische Hitler-Folklore" zulassen. (29.01.13)

Und sonst?

Sibylle Berg ist in der Reihe der NZZ schlaflos mit einem Leistungsträger. +++ Wolfgang Büscher erinnert in der WELT an Botho Strauß' Essay "Anschwellender Bocksgesang", der vor 20 Jahren das Feuilleton in mächtige Wallung brachte. +++ Sonst war nicht so viel los diese Woche. Falls Sie noch was zu den Gedenktagen nacharbeiten möchten, sei Ihnen der Tittenhitler empfohlen, in dem es auch ein bisschen um Sexismus geht. Zur abschwellenden Debatte um politisch korrekte Kinderbücher sei an Fiete Fatmoakers beliebte "Verbotene Wörter" erinnert. Und wo wir schon dabei sind: Haben Sie eigentlich schon Ihr Lichtwolf-Abo bestellt?


Links der Woche am 26.01.2013, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 04/13

Vom Dazwischensein zum Bewusstsein

Interesse wirkt nicht harmlos zwischen Subjekt und Objekt, diagnostiziert Georg Seeßlen in seinem Blog, sondern hängt mit Neugier, Begierde und nackter Gier zusammen. Drum ist es in der Warenwelt hochwillkommen, aber auch die Politik kennt Interessen, die lieber im Verborgenen verfolgt werden, und am Ende kommt im Wettbewerb negatives Interesse heraus. (20.01.13)

Wie ein Fisch im Wasser

Bei "Information Philosophie" ist ein Vortrag von Ekkehard Martens über "Philosophie in der Öffentlichkeit heute" zu lesen. Philo-Absolventen könnten ihren Lebensunterhalt mit Vorträgen vor und Gesprächen mit Laien bestreiten. Zur Umsetzung dieser sokratischen Sitte auf den heutigen "Marktplätzen" gibt Martens vier Varianten mit einem Anwendungsfall. (21.01.13)

Piiiiiiiiiiiiiiiiiiii

Rousseau hatte ihn, Luther auch: Der Tinnitus ist, so überlegt Uwe Justus Wenzel in der NZZ, Begleiter, wenn nicht gar Mitauslöser des Subjektivitätsgedanken in der frühen Neuzeit. Das legt zumindest die Lektüre von Uwe C. Steiners Essay zur vollständigen Kulturgeschichte des Tinnitus nahe. (22.01.13)

Die Beuys-Prophezeiung

Entsteht ein Kunstwerk, wenn man ein Kunstwerk nachmacht? Hanno Rauterberg sieht in der gegenwärtigen Kunstszene wenig Willen zum Neuen, stattdessen Recycling und Remix. Sein ZEIT-Essay verschwendet keine Zeilen aufs Beklagen, sondern gibt einen Überblick über die Originalitätsbegriffe der heutigen Kunsttheorie. (25.01.13)

Außerdemos von Sonstnochos:

Die taz lobt Felix Haslers "Neuromythologie", eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung. +++ Suhrkamp hat die Kracauer-Werkausgabe mit "Von Caligari zu Hitler" abgeschlossen, meldet die NZZ. +++ Noch einmal Anthropozän: Reinhold Leinfelder erklärt als einer der Ausstellungsorganisatoren in den Scilogs, warum er sich über die Diskussion um das aktuelle Erdzeitalter freut. +++ Sind Forschung und Lehre frei oder dienen sie Unternehmensinteressen? Transparency International, der fzs und die taz haben Hochschulwatch gestartet, "ein Nachschlagewerk über die Verbindungen der Wirtschaft zur Wissenschaft." (Betrifft unseren Fachbereich ja eher selten.)


Links der Woche am 19.01.2013, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 03/13

Das Eigene als das Andere

In der NZZ bespricht Andreas Cremonini das neue Buch von Maria-Sibylla Lotter (u.a. Übersetzerin von Stanley Cavell), "Scham, Schuld, Verantwortung. Über die kulturellen Grundlagen der Moral". Darin geht es vor allem erstmal um Metamoral, also das Verhältnis zu eigenen und fremden Moralvorstellungen. (16.01.13)

Philosophie-Schabernack

Ein Hashtag bei Twitter kann schnell ein Eigenleben annehmen, wie es diese Woche passiert ist, als im Gefolge des zuletzt eher schweigsamen Philosophy Bro Business-Bücher der Philosophie unter dem Hashtag #philobusinesspitches ersonnen wurden. Außerdem hat das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus eine Seite mit tanzenden Philosophen aufgetan.

Der Bürger in der Wehr

Nach dem Massaker an einer Grundschule in Newtown wird in den USA wieder um eine Verschärfung des Waffenrechts gerungen. Eduard Kaeser macht sich in der NZZ Gedanken über das staatliche Gewaltmonopol und das dafür nötige Grundvertrauen, das durch allgemeine Bewaffnung zersetzt wird. (18.01.13)

Das kalte Auge der Macht

Zwei Arten von Kamera gibt es: Die Filmkamera - idealerweise im Namen der Kunst, aber auf jeden Fall von Menschen geführt - und die Überwachungskamera - die als Apparat eines Apparats Angst und Macht ausstrahlt. Georg Seeßlen bringt als Medienphänomenologe in seinem Blog mal eben Walter Benjamins "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" auf den neuesten zwiespältigen Stand der Technik. (18.01.13)

Unn sünst?

Letzte Woche wurde bereits auf eine Ausstellung zum Anthropozän in Berlin hingewiesen, die uns Uwe Justus Wenzel in der NZZ mit Schopenhauerschem Selbstekel nahelegt. +++ Die taz berichtet vom Lehrer Arne Ulbricht, der im Namen der Freiheit seine Verbeamtung auflösen ließ. +++ Schneideggers Aufsatz über die Subtraktion nach Alain Badiou und Slavoj Žižek aus dem aktuellen Lichtwolf ist nebenan bei Glanz & Elend in Überlänge zu lesen.


Links der Woche am 12.01.2013, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 02/13

Die Raststättenmenschen

Georg Seeßlen erzählt in seinem Blog nach einer nächtlichen Begegnung im SB-Restaurant an der Autobahn ein wunderbares modernes Märchen von den Menschen, die am Rande des rasenden Güter- und Personenfernverkehrs leben. (04.01.13)

Hannah Arendt im Kino

Margarethe von Trottas Film über Hannah Arendt (gespielt von Barbara Sukova) ist diese Woche in rauchfreien Kinos angelaufen und wird ringsum besprochen, von der WELT über die FAZ bis hin zur taz.

Es vorher gewusst haben werden

Der Laplacesche Dämon wird gerade an der ETH Zürich konstruiert: Carolin Wiedemann und Benjamin Seibel berichten in der FAZ von einem Datenprojekt, das alle künftigen Staus, Krisen und Katastrophen vorausberechnen und sie verhindern soll, indem es die zur Selbstorganisation nötigen Infos liefert. (07.01.13)

Maschinen, die Maschinen machen

Computerkapazität auf der Überholspur ist das eine, 3D-Drucker sind das andere: Dietmar Dath stellt in der FAZ einige solche Projekte vor, die - irgendwo zwischen Kunst und Maschinenbau - computergenerierte Objekte in der handgreiflichen Welt materialisieren. Bald womöglich auch in jedem Wohnzimmer. (07.01.13)

Manufaktumzeitgeist

FAZ zum Dritten: Henning Ritter legt einen Essay über das Verlernen vor, das Raum für Neues schafft und zugleich Teil der Sehnsucht nach Ursprung und Eigentlichkeit ist. Perfektion ist erreicht, wenn nichts mehr weggelassen werden kann, Wahrheit, wenn alles bis aufs Wesentliche verlernt ist, und Gegenwart, wenn die Tradition gründlich vergessen ist. (11.01.13)

Das Weitere und Engere:

Ein Haufen ZEIT-Redakteurinnen und -Redakteure macht sich Gedanken, wo und wie sich die Welt verbessern ließe in postutopischen Zeiten. +++ Wirtschaftsethiker Frank Wiebe bemerkt in den Scilogs, dass sich ethische Fragen immer an die anderen richten, aber selten wie es sich gehört an den Fragenden selbst. +++ Im Berliner Haus der Kulturen läuft gerade ein Projekt, das das Anthropozän als erdgeschichtliches Zeitalter rechtfertigen will, berichtet die FR. +++ Vor einem Monat wurde an dieser Stelle auf den Kampf für eine vegetarische Mensa an der Uni Basel hingewiesen; die FAZ berichtet nun von der ersten vegetarischen Mensa in Berlin. +++ In der WELT blicken Alexander Kluge und Florian Illies voraus ins Jahr 2013. +++ Richard Dawkins hat ein neues Buch geschrieben, in dem er von Dave McKean illustriert die Welt erklärt, so heißt es in der WELT (Großbuchstaben).


Links der Woche am 05.01.2013, 14:14 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 01/13

Wofür uns die Maschinen brauchen

Wer ausprobieren will, ob Neurophilosophie weniger drittmittelfinanziert größenwahnsinnig daherkommt, wenn Alexander Kluge ihr seine aussagesätzigen Fragen zuraunt, dem ist "eine Watsch'n im richtigen Moment", Quatsch: sein in der WELT abgedrucktes Gespräch mit Wolf Singer zu empfehlen. (30.12.12)

Auferstanden in Neubauten

Hoo Nam Seelmann berichtet uns in der NZZ von der Wiederkehr der von Mao geächteten Moralphilosophen Konfuzius und Menzius in China. Lange nach der Kulturrevolution besinnt man sich in der Provinz Shandong auf das philosophische Erbe und wer wissen will, was es damit auf sich hat, findet in diesem Artikel einen guten Einstieg, zumal auch der weniger bekannte Menzius vorgestellt wird. (31.12.12)

Leben und Funktion

Ludwig Trepl beschäftigt sich als Ökologe von Berufungswegen mit Leben (und nicht etwa mit Häusern) und widmet sich in einem Nachklapp zu seiner Kritik der Öko-Ideologie noch einmal der Unterscheidung zwischen Lebewesen und organisch anmutenden Systemen, die nicht rein naturwissenschaftlich zu treffen ist, sondern teleologisch-semantischen Feingespürs bedarf. (02.01.13)

Außerdemchen:

Falls Sie sich fragen, was das für einer ist: Zum 70. Geburtstag erhält der US-Soziologe Sozialphilosoph Richard Sennett in der FR eine Würdigung aus der Feder von Christian Schlüter, die schon im ersten Satz gut (i.S.v. wahr) losgeht. +++ Eine Reihe von Wissenschaftlern fordert im Suhrkamp-Streit beide Parteien auf, das Renommée des Hauses zu wahren, und Axel Honneth schlägt Joachim Gauck als Vermittler vor.


Links der Woche am 29.12.2012, 14:27 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 52/12

Besser nach Neukölln

Die beiden ZEIT-Reporter Nadine Ahr und Henning Sußebach haben sich als Obdachlose verkleidet, um zu gucken, ob man in Neukölln die Weihnachtsgeschichte kennt. Vor einem Jahr blitzten sie mit der Masche bei den Wohlhabenden im Taunus ab, die daraufhin leserbrieften, die Armen wären bestimmt auch nicht mitfühlender. (26.12.12)

Bei der FAZ würde man lieber nicht

Auch bei der FAZ hat die Zentripetalkraft der herrschenden Ordnung merklich nachgelassen. Für Nils Minkmar ist die Große Müdigkeit das Symptom der arschoffenen Gesellschaft und fast könnte man meinen, er empfehle die Subtraktion, wie sie im aktuellen Lichtwolf behandelt wird. Längst sollen sich auch und besonders die Frauen verheizen lassen. Der Feminismus ist im Medienalltag vor allem Wirtschaftsfeminismus, also die Frage, wie "Frauen möglichst zackig in die Wirtschaft reinstalliert werden" und nebenher genug künftige Akademiker gebären können sowie sexy bleiben. Antonia Baum sieht ihre Geschlechtsgenossinnen mehr Zwängen und Widersprüchen ausgesetzt als Männer es je waren.

Schneller leben

Schnauze voll von der Überfütterung auch in der NZZ: Alles wird immer eiliger, konstatiert Martin Meyer, denn Blumenbergs Zeitschere öffnet sich, sogar die Jugend zeigt müde Routine im Umgang mit den sekündlichen Updates der Unsicherheit. Der Kulturpessimist rät daher zu konzentrierter Versenkung in Schönes. (24.12.12)

Zahlen zählen

Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia stellt in ihrem FAZ-Blog schöne mathematische Gesetzmäßigkeiten vor wie z.B. das Zipfsche Gesetz, das zur Beschreibung von Häufigkeitsverteilungen unterschiedlichster Art (Wörter, Städte, Musiknoten) taugt, oder das Benfordsche Gesetz über die Häufigkeit von Anfangsziffern längerer Zahlenfolgen. (26.12.12) Noch mehr zu Zahlen, Ziffern und Nummern im aktuellen Lichtwolf.)

Zum Schluss des Jahres:

So starten Sie von Musen geküsst ins neue Jahr: Die FAZ informiert uns über einige Inspirationsquellen Berliner Gelehrter. Guten Rutsch!


Intime Interna am 28.12.2012, 11:50 Uhr

Zahlenwolf elektrisch

Lichtwolf Nr. 40 als E-Book

Die Weihnachtspause ist vorbei und die elektrische Leserschaft - ob early adaptor oder gerade erst mit E-Book-Reader beschenkt - freut sich: Denn der aktuelle Lichtwolf zum Thema "Zahlen, Ziffern und Nummern" ist jetzt auch als E-Book - wie gewohnt DRM-frei - erhältlich.

Den elektrifizierten Lichtwolf Nr. 40 gibt es sowohl für Amazon Kindle als auch via libreka! im .epub-Format für alle anderen Lesegeräte. Der Kostenpunkt für die eine wie die andere E-Book-Fassung liegt bei 3,99 Euro im deutschsprachigen Euroraum, Fremdwährungen abweichend.

Wer ein Apple-Gerät hat, möge doch bitte gucken, ob es unsere E-Books inzwischen auch mal im iBookStore gibt, und hier Bescheid geben, da man nicht von außen reingucken kann in die Steve-Jobs-Galaxie...


Intime Interna am 23.12.2012, 11:08 Uhr

Der Zahlenwolf ist da!

...und es ist mal wieder ein Prachtexemplar von "Heft" geworden, nämlich ein 90 Seiten dickes DIN-A4-"Taschenbuch" voller Zahlen, Ziffern und Nummern, die das Titelthema dieser winterlich kühlblauen Ausgabe stellen. Darin geht es unter anderem um den Trost der zählenden Wissenschaften, um politisches Grundrechnen, ums Zählen und Bezahltwerden, um Schulnoten und Sein als Quantität sowie um die 16 besten Zahlen zwischen 0 und 9 plus unendlich. Außerdem wird der Bochumer Bergwerksdichter Heinrich Kämpchen portraitiert und die Überlegenheit der Kurzgeschichte über den Roman wird zurückgewiesen.

Lichtwolf Nr. 40

Hier wegen Kompression nicht soo schön, auf dem gedruckten Lichtwolf Nr. 40 aber von halluzinatorischem Realismus: das Cover der aktuellen Ausgabe zum Thema Zahlen, Ziffern und Nummern.

Abonnementen sollten Lichtwolf Nr. 40 allerspätestens Heiligabend im Briefkasten haben, wenn nicht gar schon staunend in den behandschuhten Pfoten halten. Alle anderen können sich das Heft hier im Einkaufszentrum besorgen - oder erstmal reingucken.

Ein Bruchteil der Winterausgabe mit der Extraportion Klassenkampf ist nämlich online, und zwar die Einleitung ins Titelthema sowie Bdolfs Propädeutikum und Prolegomena zu Zahlen, Ziffern und Nummern, außerdem Wolfgang Schröders Beckett-Essay zu Sinn und Künstlichkeit in Kunst und Mathematik und die aktuelle politische Zahlenkunde von Tina Wirtz. Das ganze Zeug können Sie sich auch kostenlos als Leseprobe im PDF-Format herunterladen oder im LichtwolfReader online angucken.

Die E-Book-Fassung des aktuellen Hefts folgt in den nächsten Tagen, sobald die Zensoren unserer hochgeschätzten elektronischen Vertriebspartner aus ihrem Weihnachtsurlaub zurück sind; die Zeit bis dahin können Sie sich mit den erhältlichen E-Books aus unserem Hause vertreiben. Falls Ihnen das Christkind keinen E-Book-Reader oder eine Leuchtschrippe mit so einer App zum Bücherlesen bringt, müssen Sie mit dem gedruckten Heft vorlieb nehmen, das sich auch sehr gut für den Start eines Abonnements eignet.

Schöne Feiertage allerseits! (Und bestellen Sie ruhig, hier wird durchgearbeitet!)


Links der Woche am 22.12.2012, 14:28 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 51/12

Sie ist halt doch die Schönste

via Klaus Holthausen: In den Philosophy News gibt Rick Pimentel fünf gute Gründe "Why I Love Philosophy". Warum Philosophie dagegen so unbeliebt ist, fragt Addliss - und seine These von der quasireligiösen Funktion der Naturwissenschaften, Unsicherheit zu kompensieren, wird auch im kommenden Lichtwolf ("Zahlen, Ziffern und Nummern") behandelt.

Frankfurter Sprechakte

Sebastian Dörfler berichtet für die FAZ von einer Oldenburger Tagung über Habermas und die Kritische Theorie, die noch eher pessimistisch über das richtige Sprechen im falschen Leben dachte. Die Vorträge widerlegten die Fama, erst mit Habermas habe Frankfurt seinen linguistic turn gemacht. (18.12.12)

Bachelor für und wider

Vorige Woche war in der taz der vielgescholtene Bachelor verteidigt worden; nun antwortet Soziologe Stefan Kühl, die vermeintliche Bildungsgerechtigkeit von verschulten Bachelor/Master-Studiengängen sei um den Preis der Selbstständigkeit erkauft, die notwendige Betreuung schlechter denn je und die Methodenkompetenz beschränke sich aufs Schlawinertum.

Weiter in den Untergang

Der Globus ist noch heile und die Welt kann weiter untergehen. Der Astrophysiker Ben Moore hat in der FAZ eine Reihe von Extinktionsszenarien mitsamt ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit (von 0 bis 100 Prozent) zusammengestellt. (21.12.12)

Todesmaschinen Facebook, Google usw.

Für das SZ-Magazin hat sich Tobias Haberl mit dem "Philosophen der schlechten Laune" Byung-Chul Han unterhalten. Der hat neulich - obschon kein Politiker oder Bankfuzzi - mit einer profunden Kritik der Transparenz von sich reden gemacht und sagt der Gesellschaft den kommunikativen Hitzetod voraus.

Das Weitere:

In der NZZ wird Stefan Breuers Buch über Max Webers Herrschaftssoziologie besprochen. +++ Die Schriftsteller Arno Geiger und John Burnside sind gleichfalls in der NZZ schlaflos und haben dem einiges zu verdanken. +++ Irgendwann ist auch wieder Frühling: Bei Cicero wird Horst Bredekamps Buch "Leibniz und die Revolution der Gartenkunst" vorgestellt.




Links der Woche am 15.12.2012, 14:13 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 50/12

Wie wir wissen

Herbert Schnädelbachs neues Buch ist nach seinem Thema benannt, nämlich "Was Philosophen wissen". Hans Bernhard Schmid stellt den Titel in der NZZ als einen vor, der sich wegen seiner profunden Wissenschaftsgeschichte und der notwendigen Erörterung von Begriffen wie Wahrheit, Überzeugung oder Bedeutung auch als anspruchsvolle Einführung in die Philosophie eignet. (12.12.12)

Wir werden alle sterben!

Aber vielleicht gibt es Backups. Vor zwei Wochen wurde hier bereits auf einen FAZ-Blog-Beitrag hingewiesen, der auf Studien zur Simuliertheit unserer Welt hinwies; Heise Online kommt noch einmal auf die Experimente zu sprechen. Auch das blogkow greift die (Gedanken-)Experimente auf und überlegt, wie der Weltuntergang zu verhindern wäre.

Unn sünst?

In der SZ stellt Franziska Augstein zwei neue Titel zum Marxismus - u.a. von Eric Hobsbawn - vor. +++ "Katastrophal schlecht" findet Johan Schloemann gleichfalls in der SZ das neue Buch von Richard Sennett über Kooperation. +++ Mal was anderes: Der Bachelor ist nicht so schlecht wie sein Ruf, so kommentiert Bernd Kramer in der taz. +++ Arme Studenten: Ruben Karschnick portraitiert in der ZEIT eine Jura-Studentin zwischen Tafel und Staatsexamen.


Links der Woche am 08.12.2012, 14:22 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 49/12

Nachhaltige Mensa

An der Uni Basel wird eine vegetarische Mensa gefordert. Da dass einige eher so mittel finden, wird es politisch. Für das Theorieblog hat sich Susanne Schmetkamp mit zweien der Initiatoren der Kampagne über ihre Argumente und den Widerstand unterhalten, auf den sie treffen. (03.12.12)

Kritik der Kritik

In seinem Blog geht Kulturpessimist Georg Seeßlen der Kritik auf den Grund: Was sie bedeutet, was sie will und soll und warum sie im Spektakel nicht einfach an ihrem Anspruch scheitert, sondern ihn komplett aufgegeben hat. Die Lektüre sollte für alle, die rezensieren und nicht bloß Konsumtipps geben wollen, verpflichtend sein. (04.12.12)

Wozu Dr.?

Die Frage nach dem Sinn des Promovierens als Guttenberg und Schavan zum Trotz noch ungestellte beschäftigt diese Woche Hans Ulrich Gumbrecht in seinem FAZ-Blog. Die Doktor-Arbeit als Befähigungsnachweis für die akademische Karriere ist auch aus wissenschaftsfernen Motiven begehrt, die Gumbrecht auch im Namen eines erkrankten Doktorandenfreunds skeptisch sieht. (07.12.12)

Konkurrenz belebt das Geschäft

Niemand wisse alles, so hebt Michael Hampe in der NZZ an, dennoch tut die Wissenschaft gut daran, sich als auf dem Weg dorthin zu verkaufen. Sonst gibt es keine Fördergelder, ohne die wissenschaftlich nix mehr geht. Allerdings fördert die Ökonomisierung der Wissenschaft eher deren Ideologisierung. (08.12.12)

Außerdemos von Apropos:

Die NZZ weist auf die Neuedition der metaphysischen Schriften des vergessenen württembergischen Philosophen Nicolaus Taurellus hin. +++ via str0mgeist: ein schönes Interview mit John Searle übers Professorenwesen bzw. -dasein. +++ "Fuck happiness", scheint der Tenor diverser Unglücksratgeber zu sein, die die NZZ vorstellt. +++ Passt denn auch zum gegenwärtigen Jahresverabschieden, das mit diesen Photos des Jahres, die z.T. arg an die Nieren gehen, gut zu bewerkstelligen ist.


Irgendwas mit Medien am 05.12.2012, 10:54 Uhr

Schreiben Sie sich mal was Nettes

Gerade noch rechtzeitig zur diesjährigen Verleihung der Nobelpreise ist der Laudatomat auf den neuesten Stand gebracht worden: Toootal tolle und tiefsinnige Preisreden auf Knopfdruck - jetzt mit der Extraportion halluzinatorischem Realismus - für alle, die in Philosophie, Literatur, Geschichte oder Journalismus unterwegs sind. Natürlich kann sich ein Jedes auch Lobeshymnen auf sich selbst auswerfen lassen, da wird nichts gespeichert oder geprüft. Genau das Richtige also für die finsteren Tage und alle, die einfach mal wieder was Nettes über sich selbst lesen wollen (Journalisten, Bankiers, Piraten, Arme)!

>>> auf zum Laudatomaten!


Links der Woche am 01.12.2012, 14:09 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 48/12

Konsum statt Kinder, Kirche, Küche

In Lichtwolf Nr. 37 bemerkte Marc Hieronimus bereits die ideologische Wiederkehr des Bundes Deutscher Mädel in Gestalt von Barbie's Doll World. Carolin Wiedemann zeigt sich nun in der FAZ einigermaßen erschüttert über die "Pinkifizierung der kindlichen Lebenswelt", dank der das von den Müttern eroberte Terrain bald verwildern dürfte. (24.11.12)

Elektrische Schafe träumen Sie

Wegen ihrer eigenen Virtualität bot die Twittersphäre diese Woche dem FAZ-Blog-Artikel von Sibylle Anderl die große Runde, in dem sie dem Hirn-im-Tank-Argument zu neuer Substanz verhilft. Physiker (wer sonst!) haben jetzt einen Klärungsansatz, ob die Wirklichkeit bloß vorgetäuscht ist. Es könnte sein, dass Sie mitsamt allem ringsum Teil einer Simulation sind, mit der eine post-humane Intelligenz ihren Ursprung rekonstruiert. (25.11.12)

Der doppelte Dath

Dietmar Dath hat gerade viel Zeit für die FAZ und drum gleich zwei Betrachtungen eingereicht: (1) Er dokumentiert Ambitionen zur Abschaffung des Bargelds mit dem Ziel der "Rekonstruktion der Zirkulationssphäre unter digitalen Vorzeichen". (2) An einer Milchbar hat Dath mit einem CGI-Experten eine ästhetische Unterhaltung über Computereffekte geführt, die längst zur eigenen Kunstgattung geworden sind.

Besprechungen

Die NZZ stellt Stefan Breuers Buch vor, das Carl Schmitt in den intellektuellen Diskurs des frühen 20. Jahrhunderts einsortiert. +++ Der Cicero hat die Tagebuchnotizen des Peter Sloterdijk besprochen und findet, "als Protokollant seines inneren Monologs ist er allemal besser als im Fernsehen".

Das Weitere und Engere:

Rüdiger Störkel weist in der FAZ auf die anhaltende Verelendung englischer Hochschulkultur hin. +++ Der blinde Hund hat ein total whackes Gespräch zwischen Alexander Kluge und Helge Schneider alias Igor Crantz über Nix aufgetan. +++ Hans Ulrich Gumbrecht macht sich Gedanken über das Überleben der Menschheit, die sich längst eine Zukunft ohne sie vorstellen kann (und Gründe dafür hat); radikaler: siehe aktueller Lichtwolf. +++ "Wir fürchten den Wolf, weil er uns ähnelt", resümiert Eckhard Fuhr in der WELT angesichts der wölfischen Rückeroberung Deutschlands (inkl. 4W3S0M3! Video aus Russland!). +++ Thomas Vašek, Chefredakteur von "Hohe Luft", stellte einst fest, dass es zwar viele Zeitschriften über Schusswaffen und Angeln gibt, aber keine über Philosophie.


Links der Woche am 24.11.2012, 14:27 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 47/12

Willkommen im Diskurs

Thomas Thiel berichtet für die FAZ von einer Marburger Tagung zum Stand der Dinge in Sachen Michel Foucault. Dessen Diskurstheorie ist längst als guter Ton im Diskurs verankert, bleibt die ideengeschichtliche Aufarbeitung in Form z.B. von Hegelkritikkritik, angewandter Psychiatriegeschichte und Aktivierung der Gouvernementalität. (20.11.12)

BHL mal wieder

Für die FAZ hat sich Feuilleton-Juniorchef Nils Minkmar mit Bernard-Henri Lévy, der früher was mit Philosophie gemacht hat, unterhalten, und zwar über François Hollandes Inneneinrichtung und den Untergang Europas. (20.11.12)

Sie ist immer schon ihre Geschichte

Nebenan ist bei Information Philosophie die Abschiedsvorlesung von Heinrich Niehues-Pröbsting vom letzten Jahr nachzulesen. Darin fragt der Erfurter Philoprof, wozu und mit welchem Philosophieverständnis wir Philosophiegeschichte studieren, anstatt die ollen Kamellen links liegen zu lassen und uns mit Besinnungsaufsätzen hurtig einen Platz in der Ethikkommission zu erschreiben. (24.11.12)

Et cetera:

Hegel ist wieder da, meldet der Freitag! +++ Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus hat seit geraumer Zeit eine Forschungsstelle im Internet, wo u.a. philosophische Begriffe in 4.000 Zeichen erklärt werden, jüngst Horkheimer/Adornos "Fun ist ein Stahlbad". +++ Die Tage werden immer kürzer und Hans-Ulrich Gumbrecht denkt über Licht nach. +++ Joe Paul Kroll denkt dagegen beim CULTuRMAG über die Verfassung der Gattung Essay nach und darüber, was sie über die Verfassung des modernen Subjekts verrät.


Links der Woche am 17.11.2012, 14:11 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 46/12

Die Nacht ist nicht nur...

...zum Schlafen da, wie wir aus dem Nachtwolf Nr. 36 wissen. Martin Meyer macht in der NZZ eine sorgfältige Meditation über Schlaflosigkeit und die Nacht. Damit läuten die Schweizer die Reihe ein, in der "kluge Menschen" schreiben, was sie unter "schlaflos" verstehen. Die Zürcher Theaterintendantin Barbara Frey fängt an.

Für Lehrerinnen und Lehrer

Im FAZ-Blog Planckton schreibt Joachim Müller-Jung über Prüfungsangst und Black-outs, die nur die Spitze des Eisbergs sind. Angstforscher sehen in ihrem Forschungsgegenstand nämlich eine soziale Grundkraft, die vor Mathe-Tests am deutlichsten zum Vorschein kommt.

Aber anscheinend wird in den Geisteswissenschaft auch ein leer abgegebenes Blatt noch als Essay mit "ausreichend" bewertet: Jürgen Kaube findet die Inflation der Bestnoten auf Abschlusszeugnissen in der FAZ eher ungut. Für den Freitag hat sich Michael Angele darüber mit Heinz-Peter Meidinger vom Deutschen Philologenverband unterhalten, der seit langem die Noteninflation kritisiert.

Was dürfen wir mit Fischen machen?

Markus Wild von der Uni Fribourg hat ein ethisches Gutachten verfasst, demzufolge die kognitiven Fähigkeiten von Fischen gar nicht so verschieden von denen der Säugetiere sind, wie er in der NZZ im Gespräch mit Andrea Roedig erklärt. Pescetarismus ist somit auch keine moralisch einwandfreie Ernährungsweise. Wer die Auseinandersetzung des blinden Hundes mit Fischen, Peter Singer und dem Prinzip der gleichen Interessenabwägung aus dem aktuellen Lichtwolf gelesen hat, weiß das schon und hat nun einen Argumentationsweg extra.

Sozialphilosophie warmer Stuben

Hans Ulrich Gumbrecht denkt in seinem FAZ-Blog über Bewerbungen nach - und zwar aus Perspektive derer, die täglich Dutzenden von hochqualifizierten Prekariern alles Gute für ihre weitere berufliche Zukunft wünschen. Die Selbstdarstellungen von "Musterknaben" und "Alphamädchen" erregen halb Mitleid, halb Verachtung, weil sie von der mußevollen Beschäftigung mit "literarischen Losern" abhalten und anscheinend nur von der Suche nach sozialer Sicherheit motiviert sind. (16.11.12)

Unn sünst?

Sein heißt Gesehenwerden, das wissen auch die Lütten und so verstehen sie es, wenn sie sich die Augen zuhalten, ist in der ZEIT zu lesen. +++ Wer sich als Philosoph einen Hund zum Gefährten wählt, kann ihn nicht Rex, Hasso oder "Hund" nennen. @str0mgeist hat einen guten Tipp zur Benamsung aufgetan: Hundenamen im antiken Griechenland. +++ Apropos: @derblindehund hat sich am dieswöchigen Welttag der Philosophie nicht die Nase zugehalten und dieses Philosophie-Quiz bei der FAZ aufgestöbert.


Links der Woche am 10.11.2012, 14:28 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 45/12

Man muss noch ein Star an sich sein

Der Harvard-Philosoph Michael Sandel gehört zu den Feuilleton-Lieblingen hier- und dazulande, wo man ihn seines Vortragstalents wegen einen "Rockstar-Moralisten" heißt. Anlässlich des Erscheinens von Sandels neuem Buch "Was man für Geld nicht kaufen kann" hat Philo-Groupie Elisabeth von Thadden für die ZEIT ein Portrait verfasst. (03.11.12)

Elite kaputt

2017 läuft die Exzellenzinitiative aus und die Elite-Unis müssen selber zusehen, wie sie ihre E-Cluster weiterfinanziert kriegen. In der FAZ stellen drei Wissenschaftler ihre Forderungen für die Wissenschaftspolitik nach 2017 in den Diskursraum. Gleichfalls in der FAZ berichtet Ute Mehnert darüber, was Hurrikan Sandy von der Elite-Stadt und -Uni Princeton übrig gelassen hat.

Drachen schlachten

Ob jung oder alt, Geisteswissenschaften pflegen ihre sprachlichen Eigentümlichkeiten. (zur Kritik daran) Die Gender Studies übertreiben es damit ganz besonders, wie Andrea Roedig im Freitag mit Beispielen belegt und recht ordentlich kritisiert. Einerseits haben die geisteswissenschaftlichen Fachtermini ihren Sinn, andererseits sind die "verquirlten Butler-Foucaultizismen" starr und autoritär. (09.11.12)

Rezensionen und Reste

Jan-Werner Müller geht in der NZZ dem Schlagwort "Postdemokratie" nach. +++ Sabine Richebächer stellt den Band vor, der mit der Korrespondenz zwischen Sigmund Freud und Eugen Bleuler Quellen zur Psychiatriegeschichte urbar macht. +++ In der FAZ empfiehlt uns Cord Riechelmann den Dokumentarfilm "Derrida, anderswo" von Safaa Fathy, der 1999 gedreht wurde und nun auf DVD erschienen ist. +++ Peter Henning ist in der ZEIT ganz begeistert von Édouard Levés "Selbstmord", dem Buch, das der titelgebenden Finalhandlung voranging. +++ Suizid, Zug um Zug: Für eine Würdigung der Kulturtechnik des Rauchens muss man inzwischen die EU gen Balkan verlassen. Die FR berichtet über eine Ausstellung zur Qualmkultur in Zagreb.


Links der Woche am 03.11.2012, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 44/12

Naturethik woher, wohin?

In den Scilogs greift Ludwig Trepl einen Kommentar auf, der nicht nur Menschen, sondern auch die Natur als Subjekt ethischer Überlegungen gelten lässt. Im ersten Teil geht Trepl den Grundrichtungen solcher Naturethiken nach, um dann erstmal Ethik an sich zu durchleuchten. "Achtung" ist in ihr mindestens so wichtig wie Wille und Gesetz, und so behandelt der zweite Teil von Trepls Überlegungen die Leitung durch moralische Gefühle im Umgang mit der Natur.

Rezensionen

Wenn die ZEIT von einem "epochalen Werk" spricht und damit ein Buch namens "Gerechtigkeit für Igel" bezeichnet, merkt der Ethiker mit Geschmack auf: Besprechung von Ronald Dworkins Summa über die eine große Sache. +++ Die Historiker nehmen sich nun der individuellen Gefühle an: Die NZZ bespricht einen Essayband zur Geschichte des Lachens. +++ Gerd Koenen zeigt sich in der NZZ unzufrieden mit dem letzten Buch des verstorbenen Eric Hobsbawm über den Marxismus als historische Gedankenformation.

Außerdemchen:

Doktorandin Janina Reibold ist in einen exzellenten Graduiertenkolleg zum Thema "Open Access" eingeladen worden und verbrennt mit ihrer ungezogenen Skepsis in der FAZ manche Brücke. +++ Im Blog nebenan beschreibt Sibylle Anderl das Hochstapler-Syndrom an Unis. +++ Und nochmals FAZ: Die hat sich ganz großartig mit Fritz J. Raddatz über Stil unterhalten.


Links der Woche am 27.10.2012, 14:43 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 43/12

Hegel-Geregel

Das IPuP hat wieder einen sehr wichtigen Text aufgespürt, der allen - vom Erstis bis zum Doktoranden - eine große Hilfe sein wird: Mikhail Emelianov erklärt in seinem Blog, "How To Fake Your Way Through Hegel". Mit fünf raffinierten Regeln, die sich wahlweise auch an Heidegger anpassen lassen, wird ein jedes zum absoluten Hegel-Überwinder, ohne je eine einzige Zeile selbst lesen zu müssen.

Wir sind die Roboter

Passend zum aktuellen Lichtwolf "Jenseits des Menschen" brachte arte diese Woche eine Doku von Philippe Borrel über die Technisierung der Welt und des Menschen bis hin zu einer "Welt ohne Menschen". Die FAZ lobt den Film über Trans- und Posthumanismus. Man kann ihn sich online bei arte angucken.

In-der-Welt-Tastsinn

Dasein ist Seiendes, dem es in seinem Sein um sein Sein geht, klar, das weiß jedes Kind. Aber wie fühlt sich Dasein eigentlich an? Daniel Heller-Roazen ist - vor allem auf Aristoteles gestützt - dieser Frage nachgegangen und Markus Wild stellt das Buch in der NZZ vor; die übrigens hat neuerdings eine "metered paywall" (maßnehmende Bezahlschranke), die Unbekannte nur noch 10, kostenlos Registrierte nur noch 20 Artikel pro Monat lesen lässt. (25.10.12)

Deutsches Universitätsfinanzwesen

Anno 2006 wurde das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern in Bildungsfragen zementiert. Was sich schon damals nur mit deutscher Kleinstaaterei begründen ließ, soll demnächst via Grundgesetzänderung korrigiert werden. Joachim Nettelbeck zeichnet in der FAZ den rechtshistorischen Rahmen nach, in dem Bund und Länder ihren Eiertanz zur Exzellenz aufführen. (27.10.12)

Für immer Häftling 172364

Ludger Lütkehaus stellt in der NZZ zwei Neuerscheinungen zu Jean Améry vor. Der würde dieser Tage seinen 100. Geburtstag feiern, hätte er nicht erlebt, was er erlebt und was ihn 1978 in den Suizid getrieben hat. Améry beharrte auf der Seinswahrheit seiner Destruktionserfahrungen aus KZ und Gestapo-Folter; am selbstgewählten Lebensende sah sich der große Essayist als der große Dichter gescheitert, der er gern gewesen wäre. (27.10.12)

Das Weitere:

Großer Kommentarrummel bei der ZEIT: Jörg Neunhäuserer outet sich als Verlierer der akademischen Reise nach Jerusalem bzw. der zum Jobcenter und die Leser kippen fassweise Senf dazu. +++ Um auch jenseits der Sprachgrenzen angemessen im Internet zu kommentieren, empfiehlt sich die Studie vulgärer Sprache des Sprachwissenschaftlers Hans-Martin Gauger, die in der SZ vorgestellt wird. +++ Georg Seeßlen denkt nach über bewegte Seelen, social entrepeneurship und den Himmel.


Links der Woche am 20.10.2012, 14:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 42/12

Mit Adorno die Ohren spitzen

Das IPuP hat einen schönen Essay in der noch schöneren Onlinepostille Magenkrämpfe auf unwegsamem Gelände [M.A.U.G.] aufgetan. Darin wird solide in die psychosoziale Analytik des Jargons der Eigentlichkeit eingeführt, um es dann Leserin und Leser zu überlassen, nämlichen in den politischen Neujahrs- und Weihnachtsansprachen heutiger Zeit aufzuspüren. (13.10.12)

Heute ein Wunder, morgen ein Restposten

Boris Hänßler macht sich die Zeit bewusst, indem er sich mit Ray Kurzweil einen Sprung um 18 Jahre in die Zukunft vorstellt. Kurzweils Vorstellungen erscheinen weniger übertrieben, blickt man - wie Hänßler - auf den Stand der Technik vor 18 Jahren zurück. Passend dazu zeigt der britische Telegraph, wie einige populäre Websites anno tobak mal aussahen. (15.10.12)

Kurze Sprünge mit fremden Federn

Die Dissertation von Bundesbildungsministerin Annette Schavan wird nach Plagiatsvorwürfen jetzt so gründlich geprüft, wie das angeblich im Promotionsverfahren üblich ist. Mit angemessenem Rigor untersucht Wolfgang Bittner in der FAZ die Aporie der Bildungsministerin, um dann grundsätzlich zu werden über die Schlendriankultur in Urheberdingen. Nebenan bei Glanz & Elend erstellt Peter V. Brinkemper anhand ihrer Vorgehensweisen ein Psychogramm des ehemaligen Doktors zu Guttenberg und der noch-Doktorin Schavan - sowie der Wissenschaftskultur, die so was mehr als nur zulässt.

Dagegen aneseln

Nach seiner Essayreihe über Nietzsche und Jean Genet portraitiert Leopold Federmair im Begleitschreiben nun den Schriftsteller Gerd-Peter Eigner als Meister des konsequenten Querulantentums. Die Händel und Verwicklungen, die Eigner literarisch und persönlich provozierte, ergeben eine dicke Autobiographie und manche Feindschaft, auf die der Außenseiter aus gutem Geschmack stolz sein kann. (18.10.12)

Gumbrecht- / Technik-Woche

Hans Ulrich Gumbrecht fragt in seinem neuen Buch "Nach 1945 - Latenz als Ursprung der Gegenwart" wie wir wurden, was wir sind, und die taz unterhält sich mit dem Historiker darüber. In seinem FAZ-Blog nimmt sich Gumbrecht der Technikphilosophie Heideggers an und versucht, sie mit Friedrich Kittler an die zeitgenössische Informationstechnik anzuschließen, um zu fragen, ob und welches Sein sie entbirgt. Das erinnert ein bisschen an die Einleitung des aktuellen Lichtwolfs ("Jenseits des Menschen"). Da muss überhaupt irgendetwas los sein diese Woche, denn die NZZ bringt Thomas Machos Aufsatz über die Abgrenzung des Menschen von Nichtmenschen (Tiere, Maschinen), der wiederum an Marc Hieronimus' aktuelle Heft-Beiträge (von denen einer auch online steht) erinnert. Vielleicht liegt es an der sehr freundlichen Besprechung der Nr. 39 im "Blog Kultur oder Wissenschaft"; ebenso offen bleibt die Frage, ob Roy Batty wirklich "I want more life, fucker!" fordert oder nicht eher "I want more life, father!".

Aber auf jeden Fall gilt: Wer Gumbrechts und Machos aktuelle Aufsätze mag, wird auch den Herbstwolf jenseits des Menschen sehr schätzen.


Links der Woche am 13.10.2012, 14:28 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 41/12

Unser täglich Seeßlen

Die Sensation der Woche ist nicht etwa der Nobelpreis für die EU, sondern dass Georg Seeßlen ja ein Blog hat, das er nahezu täglich beschickt! Der Essay der Woche ist eine etymologisch-historische Meditation über das Wort und die Institution "Nachrichten", an der auch die Frankfurter Schule ihre Freude gehabt hätte. (10.10.12)

Wir werden alle sterben!

Astronomieblogger Florian Freistetter hat in der Vergangenheit aus zukünftigem Anlass ausgiebig und tapfer gegen die Vulgärpanik wegen des in zweieinhalb Monaten vermeintlich endenden Maya-Kalenders gekämpft. Doch er sieht sein aufklärerisches Werk in Scherben, hat er selbst doch nun einen mysteriösen Kalender entdeckt, der gleichfalls in der zweiten Dezemberhälfte jäh endet. (10.10.12)

Solidarität. Macht. Gerechtigkeit.

Was für Affen gilt, muss in höherem Maße doch auch für Menschen gelten, fand Adolf Hitler und mit ihm der ganze spätmoderne Biologismus. Andrea Roedig schreibt im Freitag über (menschliche) Experimente mit Kapuzineräffchen, die im Gegensatz zu Pavianen einen Sinn für Gerechtigkeit haben. Den hat auch der Mensch, er kann sogar dicke Bücher und lange Artikel darüber schreiben. (11.10.12)

Habituelle Obdachlosigkeit

Wer sich gefragt hat, was es mit dieser Frankfurter Buchmesse auf sich hat, von der diese Woche im Feuilleton so oft die Rede ist, für den hat Klaus Bittermann, Verleger und Autor (u.a. das "Who's who peinlicher Personen") in der FAZ mal seine Erfahrungen aufgeschrieben; und genau so haben wir uns das auch vorgestellt. (11.10.12)

Das Weitere:

Einen wichtigen Beitrag zum Perspektivismus leistet Blogger(in?) Resubefra im Freitag, wo er/sie den Unterschied zwischen westlichem und asiatischen Webdesign erklärt. +++ Richard Senett hat wieder ein Buch darüber geschrieben, was die Gesellschaft zusammenhält und was sie zerstört (u.a. Banken), die taz unterhält sich mit dem Soziologen. +++ Viele Besprechungen diese Woche in der NZZ: eine Neuedition der Reden in drei Fassungen, mit denen Platonübersetzer Friedrich Schleiermacher die Religion verteidigt, das "Spanische Testament", in dem der illustre Arthur Koestler seine Zeit in Francos Todeszelle dokumentiert, und soziologisch wird es mit Max Webers letzten Briefen sowie einer Erinnerung an Helmut Schelskys Pamphlet wider den SPIEGEL und die linken Intellektuellen.


Intime Interna am 09.10.2012, 20:15 Uhr

Nachklapp zur Lesetour

Lichtwolf-Lesung Wer bei der lichtwölfischen Lesetour 2012 nicht dabei sein konnte - und mit Blick auf die Kopfzahl des Publikums war das ein bedeutender Teil der Menschheit -, kann sich kurze Bildeindrücke von der Lesung im Freiburger Etablissement The Great Räng Teng Teng verschaffen: Gästin Anja Braun hat den Opener gefilmt (Bdolf unplugged!) und ein paar Photos [nur für Eingeloggte] von der Lesung gemacht. Wer dabei war, möge sich erinnern.

Nachtrag: Nicht zu vergessen, darum nachgereicht sei das kurze Interview, das das vorbildliche Radio Dreyeckland im Vorfeld der Freiburger Lesung mit Schneidegger und Bdolf geführt hat.


Links der Woche am 07.10.2012, 14:26 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 40/12

Mit 24 Stunden lesetour-bedingter Verspätung...

Fremdheit und Gefahr

In seinem Blog macht Gunter Dueck eine Rechnung von Risiken und Gefahren auf, die mangels Hellsehen überall in der unbekannten Zukunft liegen. Im Schritt zurück beleuchtet Dueck sodann den Zusammenhang von Unvertrautheit und selbsterfüllender Furcht, um zu seiner Forderung "Aufklärung statt Haftungsausschlüsse!" zu gelangen. (29.09.12)

Dumm konsumiert gut

Georg Seeßlen und Markus Metz haben dieses Jahr wieder einen Doppelschlag vorgelegt, in dem sie die Tendenz des zeitgemäßen Dienstleistungskapitalismus zu Spektakel und Verblödung untersuchen. Besprochen werden die jüngsten Titel von Peter V. Brinkemper bei Glanz & Elend.

Kompetenzenkompetenz

An deutschen Unis wird nach Bologna jährlich millionenfach die "employability" der Studentenschaft geprüft, obschon keiner weiß, wie sie zu vermitteln und zu erheben ist. Peter Wex, ehemals leitender Verwaltungsdirektor der FU Berlin, vermutet in der FAZ, das Kompetenzgerede sei als Wissenschafts-PR gar nicht so ersnt gemeint. (03.10.12)

opulente Metametalektüre

Gregor Keuschning gibt einen Überblick über die Notizbücher von Sloterdijk, in denen der schnaufende Denker seine Leseeindrücke festhält (u.a. die Kollegen Jürgen Nielsen-Sikora nebst Glanz & Elend) und meist auf Reisen weiterdenkt. Darüber hinaus wird gelästert, beklagt, der eigene Ruhm protokolliert und die Politik kommentiert. (07.10.12)


Intime Interna am 07.10.2012, 13:20 Uhr

Lesetour 2012 abgeschlossen

Lichtwolf-Lesung ...und 2013 geht es weiter, nachdem diese Woche in Zürich, Freiburg und Köln das Beste aus zehn Jahrgängen Lichtwolf vorgetragen worden ist. Wir danken recht artig dem anwesenden Publikum, denen, die uns ein Nachtquartier gewährten sowie den Gastgebern - der Roten Fabrik in Zürich, The Great Räng Teng Teng in Freiburg sowie dem Kölner Café Duddel!

Die Links der Woche folgen sogleich mit 24 Stunden reisebedingter Verspätung!


Links der Woche am 29.09.2012, 14:32 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 39/12

Die, wo es um Ficken geht

Hans-Martin Schönherr-Mann guckt für den Büchermarkt im Deutschlandfunk, welche Philosophie- und Psychologie-Magazine es gibt, und stellt eigentlich alle wichtigen vor - abgesehen natürlich von Der blaue Reiter, Juventas, Merkur, Widerspruch und dieser einen komischen Postille, die früher mit Schreibmaschine getippt worden ist und immer so viele Schimpfworte enthält. (24.09.12)

Schlaue Tiere reden über Tiere

In der NZZ berichtet Andrea Roedig vom 16. Philosophicum Lech, wo es um Tiere ging - im Speziellen um Montaignes Katze und den Hund Argos - und was sie vom Menschen unterscheidet. Abgesehen davon, keine Tagungen abzuhalten und den Bericht darüber mit einem herzallerliebsten Menschenphoto zu eröffnen. (26.09.12) (Ums Tier-werden und um Tierrechte geht es übrigens auch im aktuellen Lichtwolf "Jenseits des Menschen".)

Dem Gender-Yeti auf der Spur

Ist geschlechtsspezifische Diskriminierung in den Wissenschaften so was wie ein "Gender-Yeti", also bloßes Hörensagen, fragt sich die Physikerin Sibylle Anderl im Planckton-Blog bei der FAZ. Eine Yale-Studie hat auf ebenso simple wie eindrückliche Weise gezeigt, dass Frauen (wohl nicht nur in den Naturwissenschaften) selbst von Frauen weniger Karrierekompetenz unterstellt wird. (26.09.12)

Was wirklich zählt

Wider den relativistischen Schlendrian lässt die FAZ sieben Bürger aus Feuilletown antreten, die unter "Widerstand" und roter Faust schreiben, was ihnen wichtig ist: Hausmeister, Empirismus, Beständigkeit, Zynismus, Stille, Aufklärung und Zeitungslektüre. Vom aktuellen Armutsbericht kein Wort. (26.09.12)

Unser Freund Hegel

Stefan Dornuf reiht in der NZZ Slavoj Žižeks neues Hegel-Buch zwischen den großen Hegel-Deutungen von Kojève und Ritter ein. Žižek verteidigt Hegel darin sowohl gegen seine Vereinnahmung durch den Diamat als auch seine Verdammung durch den Strukturalismus, um ihn als besten Denker für das 21. Jahrhundert zu retten. (27.09.12)

Noch mehr zu lesen...

... gibt es seit dieser Woche dank des lichtwölfischen Doppelschlags: die Herbstausgabe und das Best-of der ersten zehn Jahre sind erhältlich. Daraus wird kommende Woche fleißig vorgetragen, und zwar bei den Lesungen in Zürich, Freiburg und Köln. Das könnte besser sein als Precht und Sloterdijk beim Schlammcatchen!


Intime Interna am 27.09.2012, 13:02 Uhr

Jede Menge Lichtwolf ist da!

Die volle Dröhnung Lichtwolf zur nachdenklichen Jahreszeit:

Lichtwolf Nr. 39Die Herbstausgabe zum Thema Jenseits des Menschen ist da!

Die Herbstausgabe zum Thema "Jenseits des Menschen" ist ab sofort als Paperback mit 92 Seiten DIN A4 erhältlich: Heterotopien, anthropofugales Denken und anthropophage Spezies, Tier-werden, denkende Dinge, Un-, Über- und Untermenschen, alles drin! Abonnenten sollten den strammen Herbstwolf spätestens morgen im Briefkasten haben, der Rest der Menschheit bestellt sich das Ding im Einkaufszentrum für schöde 7,80 Euro.

Wenn Sie erstmal unverbindlich reingucken möchten: Im LichtwolfReader können Sie die ersten 13 Seiten durchblättern oder diese hier als PDF-Datei herunterladen. Online verfügbar sind die Einleitung ins Titelthema, "Auf sieben Krücken musst du stehen" von Marc Hieronimus sowie Bdolfs "Propädeutikum und Prolegomena zum Thema". Die E-Book-Fassung folgt in den nächsten Tagen.

Zehn Jahre LichtwolfDer Prachtband mit dem Besten aus zehn Jahrgängen "Zeitschrift trotz Philosophie" beschließt im Herbst 2012 die erste Dekade.

Kein E-Book wird es - wegen der unzähligen Faksimiles und Illustrationen sowie des schieren Umfangs - vom Jubiläumsband geben, mit dem der Lichtwolf einen Rückblick auf und eine Auslese aus seinen Jahrgängen 2002 bis 2012 unternimmt. Der kiloschwere Wälzer hat 364 Seiten mit den schönsten Kleinoden und kleinsten Übeln aus der ersten Dekade "Zeitschrift trotz Philosophie" und ist gleichfalls ab sofort hier im Einkaufszentrum erhältlich. Zehn Jahre Lichtwolf kosten bloß etwas mehr als ein Jahres-Abo.

Sollten Sie noch einen Schimmel- oder sonstwas-Fleck an der Wand abzudecken haben, empfehlen wir statt Tapeten das schicke Lichtwolf-Poster in DIN-A3-Größe. Es zeigt vorne bzw. hinten die erste Dekade des Lichtwolf und hinten bzw. vorne die Geschichte der Philosophie in vier Bildern.

"Das soll ich alles kaufen und womöglich auch noch lesen?!", werden Sie jetzt entsetzt fragen - aber denken Sie dran: Bald ist Weihnachten und der (wirklich schwere und kantige) Prachtband "Die erste Dekade" eignet sich hervorragend als gefährlicher Gegenstand, um Zudringlichkeiten am Fest der Liebe nachhaltig abzuwehren!



Intime Interna am 24.09.2012, 12:56 Uhr

Ach, es dauert uns so!

Abonnentinnen werden es schon ahnen: Auch die Herbstausgabe braucht ein paar Tage länger, bis sie endlich die Briefkästen Europas erreicht.

Lichtwolf-PosterDas Wendeposter mit der ersten Dekade Lichtwolf und der Geschichte der Philosophie - (erstmal) nur für Abonnenten.

Das tut uns sehr leid und liegt u.a. darin begründet, dass die Nr. 39 das ziemlich schwere Jubiläumsbuch mit dem Besten aus den Jahrgängen 2002 bis 2012 im Gepäck hat. Nein danke, Sie können nicht tragen helfen.

Aber wie schon im Fall der Sommerausgabe zum Thema Autobiographie lohnt sich auch im Herbst das Warten auf den Lichtwolf. Der kommt - als Wiedergutmachung - überdies mit einem schicken DIN-A3-Poster zu allen Abonnenten nach Hause: Auf einer Seite das Cover des Jubiläumsbuchs zur ersten Dekade Lichtwolf, auf der anderen Seite die vollständige Geschichte der Philosophie in vier Bildern (aus Lichtwolf Nr. 35).

Wenn Sie schon ein Abo haben, nutzen Sie die kommenden Tage bitte, um eine exponierte Stelle an der Wand freizumachen; wenn Sie noch keines haben, ordern Sie flink, um gleichfalls noch ein Poster gratis abzustauben!


Links der Woche am 22.09.2012, 14:46 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 38/12

Nach Columbus

Deutsche Uni-Leitungen gucken sich gerne was von ihren US-Kollegen ab und werden dafür mit Elite-Zuschüssen belohnt. Drum könnte die in der NZZ stehende Klage des Schriftstellers Gregor Hens über die Erosion akademischer Werte in den USA auch hierzulande relevant sein. (17.09.12)

Emo-Wochen bei der ZEIT

Die Philosophie, die ZEIT und die Wissenschaften haben die Gefühle für sich wiederentdeckt. Martin Hartmann plädiert denn auch in der ZEIT für Philosophie mit Gefühl und liefert denn auch eine Liste philosophiegeschichtlicher Exempel. Im Gespräch mit der Historikerin Ute Frevert und der Soziologin Eva Illouz geht es um die verdrängte Allgegenwart des Emotionalen in Ratio und Gesellschaft. Wer ganz starke Nerven hat, liest auch noch das Gespräch, das Moritz von Uslar beim Spaziergang mit Wilhelm Schmid, Experte für Häppiness, geführt hat.

Blasphemie ohne Gott

Die Sommerdebatte des Jahres folgte Martin Mosebachs Forderung, Gotteslästerung stärker unter Strafe zu stellen. Derzeit turnt die lautstarke Minderheit der Muslime vor, wie schwer es solche Gedankenwelten haben, im 21. Jahrhundert ein überschaubares Herzinfarktrisiko zu bewahren. Der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zeichnet in der NZZ die (lange) Geschichte des Blasphemie-Diskurses in Europa nach. In der ZEIT schreibt Michael Schmidt-Salomon im Namen der Aufklärung all jenen was ins Stammbuch, die bei aller bekundeten Freiheitsliebe dann doch mit Staatsgewalt für Rücksicht auf religiös motivierte Erpressung und metaphysische Grandeur sorgen wollen. Wenn Ihnen all das bekannt vorkommt, waren Sie auch beim letzten Harmageddon zwischen Freiheitshelden und Gottesschützern dabei bzw. kennen Neanders Text zur Papst-Satire von 2006. Leo Fischer von der Titanic erklärt in der taz, warum sein Magazin zur (von Journalisten und Außenamt so genannten) Propheten- auch noch Majestätsbeleidigung hinzufügt.

Das Weitere

Uwe Justus Wenzel stellt in der NZZ die deutsche Übersetzung der Aufsätze Cora Diamonds, die u.a. die Tierrechtsethiker kritisieren. (Apropos: im kommenden Lichtwolf schreibt der blinde Hund über Peter Singer). +++ Die Berliner Zeitung dokumentiert Judith Butlers Dankesrede über das richtige Leben im falschen. +++ Schönes Deutsch: Im Guardian kontempliert Mark Rice-Oxley über den Hang des Deutschen zu prosaischen Wortungetümen.


Intime Interna am 19.09.2012, 14:48 Uhr

Zürich - Freiburg - Köln

Am 3. Oktober ist Tag der deutschen Einheit - für den Lichtwolf bester Anlass, ins Ausland zu gehen und bei den Eidgenossen mit einer Lesung aus zehn Jahrgängen Lichtwolf Wiedergutmachung für diese Sache mit den Steuer-CDs zu leisten!

Best of: 10 Jahre LichtwolfAb kommender Woche erhältlich: 1 kg Lichtwolf vom Allerbesten aus der ersten Dekade; Anfang Oktober Lesungen daraus in Zürich, Freiburg und Köln.

Nach dem Auftakt in Zürich geht die Lesetour nordwärts weiter: am 4.10. in Lichtwolfs Bethlehem Freiburg, am 5.10. in Köln.

Wenn Richard David Precht Ihnen zu harmlos ist, Peter Sloterdijk zu sehr schnauft und Ihnen von akademischer Philosophie die Füße einschlafen, dann ist das was für Sie: zehn Jahre trotz Philosophie an einem Abend - und Sie müssen nicht einmal selbst ein Buch in die Hand nehmen.

Denn parallel zur Herbstausgabe (Titelthema: Jenseits des Menschen; schon abonniert?) erscheint kommende Woche der überfällige und überschwere (1 kg!) Sammelband mit den schönsten Kleinoden und kleinsten Übel aus zehn Jahrgängen Lichtwolf. Damit wird auch seine Entwicklung nachgezeichnet - vom zusammengetackerten Thesenstapel im APO-Layout zum philostudentischen Kampfblatt Freiburgs, das als letzte deutschsprachige Zeitschrift noch mit Schreibmaschine gemacht wurde, bis zur Etablierung als einziges Untergrund-Magazin für Philosophie mit Biss.

Aus Anlass ihres zehnten Geburtstags reist die „Zeitschrift trotz Philosophie“ mit dem Besten aus ihrer ersten Dekade durch Europa und veranstaltet Leseabende mit der Extraportion Philosophie – so wertvoll wie ein kleines Steak. Neben dem Philosophie-Entrepreneur und Lichtwolf-Herausgeber Timotheus Schneidegger treten auf:

Der Philosophie-Punk Bdolf von der Band FleischLEGO sowie der Großessayist Michael Helming, die erste Bibliothek in Menschengestalt:

03.10. Zürich (CH), Rote Fabrik

04.10. Freiburg (D), Räng Teng Teng

Die rheinische Edelfeder Marc Hieronimus:

05.10. Köln (D), Café Duddel

Los geht es stets um 20 Uhr, der Eintritt ist erschwinglich außer in Köln, da ist er frei, und nicht nur können Sie vor Ort Lichtwolf-Hefte sowie den Jubiläumsband kaufen, sondern sogar gewinnen!


Links der Woche am 15.09.2012, 14:41 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 37/12

Nach Hegel kommt Google

Nach der Postmoderne, so die auch nicht mehr ganz so frische These von Boris Groys in der ZEIT, kommt das Netzwerk als Erklärung der kreativen Klasse dafür, vom plebejischen Massenmenschen nicht mehr verstanden zu werden. Der Kalte Krieg hielt den Historizismus noch eine Weile am Leben, jetzt ist ewige Google-Gegenwart und jeder ist globaler content provider. (09.09.12)

Was fürs Selbstbewusstsein...

Der blinde Hund weist auf einen Artikel des britischen Philosophen Stephen Law hin, der unter der Überschrift, warum man Philosophie studieren sollte, den Absolventen dieses schönen Fachs die Inkompetenzbewältigungskompetenz fürs 21. Jahrhundert attestiert. (10.09.12)

IPuP online

Lange hat es gedauert, doch nun endlich hat sich das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus ein Grundstück auf Wordpress besorgt. Endlich können Sie IPuP-Forschungsergebnisse nicht mehr bloß im Lichtwolf und auf Facebook verfolgen!

Was Solides

Jürgen Kaube von der FAZ ist überhaupt nicht amused von dem Ton, in dem eine Studie der Vodafone-Stiftung beklagt, dass immer mehr Abiturienten - vor allem aus den sog. "bildungsfernen Schichten" - statt eines Studiums lieber eine Lehre anstreben. (14.09.12)

Truthishness

Quantenphysiker Josef Honerkamp hat es ein wenig mit den Philosophen. In seinem jüngsten Scilog-Eintrag wundert er, wie nicht nur der Rationalismus auf der heimlichen Annahme fußt, Wahrheit werde sich auf intuitive Weise zeigen. Unter "Evidenz" versteht man in der Physik was anderes und auch Wahnvorstellungen können mit beeindruckenden Argumentationsgirlanden verziert sein. (15.09.12)

Auch das noch:

Judith Butler hat ihn trotz aller Proteste bekommen, den Adorno-Preis, und die taz hat noch ein ein paar Meinungen dazu.



Links der Woche am 08.09.2012, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 36/12

Das Humanoide als Ende jeder Evolution?

Als Prolegomenon zum in zwei Wochen erscheinenden Lichtwolf mit dem Titelthema "Jenseits des Menschen" empfohlen: Ulf von Rauchhaupt schreibt in der FAZ eine kleine Geschichte des Anthropomorphismus von Aliens, die für Kulturhistoriker und Evolutionstheoretiker weder nach Star Wars noch nach kleine grüne Blobs aussehen sollten. (03.09.12)

Weiter Streit um Butler

Nun bekommt Judith Butler dieser Tage doch den Adorno-Preis, trotz aller Proteste; Ulrike Baureithel hat im Freitag ein kleines Portrait von Butler als Philosophin gezeichnet. Stephan J. Kramer vom Zentralrat der Juden erklärt in der FR, warum die Israelkritikerin den Preis nicht verdient und Micha Brumlik beleuchtet die Motive der Angriffe auf Butler.

Spezialisten statt Intellektuelle

Lange wurde das Aussterben des Intellektuellen nicht mehr beklagt. Hans-Ulrich Gumbrecht zeichnet seine Entwicklung aus dem französischen "philosophe" der Aufklärung zum Engagierten des 20. Jahrhunderts nach, dessen große Erzählung in Zeiten der allgemeinen Ausdifferenzierung nicht mehr nachgefragt wird. (07.09.12)

Unn sünst?

In der NZZ wird Manfred Kochs Ehrenrettung der Faulheit besprochen (im kommenden Lichtwolf übrigens auch; Abo?). +++ Gleichfalls in der NZZ werden Sloterdijks Notizbücher besprochen - von Ludger Lütkehaus, dessen neues Buch auch im kommenden Lichtwolf besprochen wird! (Abo?!) +++ Im Freitag wird das nicht mehr ganz taufrische Buch besprochen, mit dem Alain Badiou die Liebe gegen den Kapitalismus verteidigt. +++ Teil III von Leopold Federmairs Essay über Nietzsche und Genet ist im Begleitschreiben erschienen. +++ Bin ich ein Asi, wenn ich gerne Asi-TV gucke? Dr. Dr. Rainer Erlinger meint mit Kant: ja.


Links der Woche am 01.09.2012, 14:18 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 35/12

Poststrukturalismus wörtlich und praktisch verstanden

Im kommenden Lichtwolf (Abo?) ist u.a. vom Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus u.a. ein faszinierender Text darüber enthalten, wie man mit Deleuze, Guattari und einer handvoll Kunst zum Tier wird. Das IPuP wies nun auf einen Bericht beim Onlinemagazin MUTE hin, in dem es darum geht, wie der Poststrukturalismus die Häuserkampftaktik der israelischen Armee beeinflusst.

Adorno für Butler

Am 12. September soll Judith Butler den Adorno-Preis der Stadt Frankfurt erhalten. Dagegen protestieren jüdische Verbände im In- und Ausland, die in Butler eine Hamas-Apologetin und Israelhasserin sehen. Frankfurt hat inzwischen erklärt, Butler den Preis dennoch verleihen zu wollen. Die angegriffene Philosophin selbst antwortet in der ZEIT auf internationale Antisemitismusvorwürfe und verteidigt ihre Israelkritik in der FR gegen die Vorwürfe des Zentralrats der Juden.

Angst und Ertragen

Apropos: Martha C. Nussbaum kritisiert Judith Butler seit Jahren für ihren wortreichen Quietismus in Sachen Feminismus; die NZZ stellt nun ihre Kampfschrift gegen die aus Furcht gespeiste europäische Intoleranz gegenüber religiösen Minderheiten vor, die sich u.a. in Verschleierungs- und Beschneidungsverboten zeigt. (28.08.12)

Klassisches Feuilleton

Vor zwei Wochen ging es um das Feuilleton an sich. Martin Meyer geht der inzwischen wieder abgeflauten Debatte um die Rubrik mit einem Text nach, der feuilletonistischer kaum sein könnte. Habermassche neue Unübersichtlichkeit, Lübbesches Musealisierung der Gegenwart, postmoderne Langeweile -- und mittendrin das Feuilleton als Leuchtturm des Zeitgeistes. (31.08.12)

Das Weitere und Engere:

Im Begleitschreiben setzt Leopold Federmair seine Überlegungen zu den Umwertern Nietzsche und Genet (siehe letzte Woche) fort. +++ Morgen im nicht jugendfreien Spätprogramm startet Richard David Precht seine Philosophie-Talkshow mit der guten Frage, ob lernen dumm macht.


Links der Woche am 25.08.2012, 14:43 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 34/12

Nachkläppe

Zu den Debatten aus der letzten Woche zotteln noch einige Wortmeldungen herein. In Sachen "Feuilleton abschaffen" spricht sich auch Isolde Charim in der taz dafür aus, das querulatorische Potential der Blätter in Zeiten ökonomistischer Gleichdenke zu stärken. Und bei der FAZ meldet sich in Sachen Europa Martin Walser zu Wort und verteidigt die Einigkeit des alten Kontinents mit Nietzsche, Hölderlin und Schäuble. Die ZEIT dagegen macht es andersrum und hat einen Sack europäischer Schriftsteller gefragt, was sie von Deutschlands Euro-Politik halten.

"nice-to-know"-Interdisziplinarität

Interdisziplinarität ist cool und hip und der Winner bei allen DFG-Antragsfeten. Davon will Peter Geimer in der FAZ aber nichts wissen, denn er fragt, ob der vor jeder gemeinsamen Forschung nötige Verständigungsaufwand z.B. zwischen Romanistinnen und Festkörperphysikern oder zwischen Neurologinnen und Vorderasienarchäologen überhaupt lohnt. (19.08.12)

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Nach den Soziologen geben jetzt auch die Historiker einen empfohlenen Scheiß auf das Hochschul-Ranking des CHE, das Studieninteressierten den Weg weisen soll. Jürgen Kaube berichtet in der FAZ von der soziologischen und mathematischen Kritik an den empirischen Methoden des CHE und wird grundsätzlich: "So wenig, wie es die besten fünf Weltreligionen, die fünf besten Physiklehrer an Gymnasien oder fünf beste Ehefrauen gibt, gibt es die besten fünf Soziologie- oder Geschichtsinstitute oder Geschichtsstudiengänge an deutschen Hochschulen." (21.08.12)

Zwei Umwerter

Nebenan im Begleitschreiben beschäftigt sich Gastautor Leopold Federmair mit Nietzsche und Jean Genet. Nietzsches Projekt, durch Reflexion zur Naivität zurückzukehren, findet bei Genet unter umgekehrten Vorzeichen statt. Am deutlichsten wird der Unterschied beim vitalen Thema Begierde - verstockt hier, obszön da; ein zweiter Teil folgt. (23.08.12)

Max Weber im Radio

via @perspectivia: DRadio Wissen hat diese Woche über die Tagung "Max Weber in der Welt" berichtet. Auf hypotheses.org sind die vier Teile versammelt: Universalgelehrter und Soziologe, Der frühe Denker der Globalisierung, Der Soziologe und der Krieg sowie Ein deutscher Soziologe in der Welt. (24.08.12)

Zur vorlesungsfreien Zeit:

Die Reisen des jungen Wittgenstein in die skandinavische Einsamkeit werden in der NZZ thematisiert. +++ Hoffnung für Studienabbrecher macht die ZEIT: Alles halb so wild! +++ Wer das Philosophie-Studium schmeißt, erspart sich was, vgl. dazu Philosophen schämen sich (via der blinde Hund). +++ 50 Jahre wissenschaftstheoretischer Paradigmenwechsel: The Observer über Thomas Kuhns Klassiker.


Intime Interna am 22.08.2012, 17:17 Uhr

Neue E-Geschichte von Michael Helming

Sind Sie sicher, wen Sie da auf der Straße wiedererkennen?

Vergangenen August eröffnete der catware.net Verlag seinen E-Book-Reigen. Seither sind die Lichtwolf-Ausgaben sowie die Bücher von Lichtwolf-Autoren auch für Kindle, iPad und alle anderen elektrischen Lesegeräte erhältlich. MIchael Helming: Harnisch

Im Zuge der Elektrifizierung startete auch die Reihe "Le chat sans papier", in der Kurzgeschichten von Lichtwolf-Autoren exklusiv als E-Book aufgelegt werden. Hier ist jetzt mit Michael Helmings "Harnisch" ein Neuzugang zu verzeichnen.

Die Kurzgeschichte handelt vom Flaneur Igor Timorrs und der Frage, als wer er denn nun eigentlich auf der Straße wiedererkannt wird. Gibt es offene und ehrliche Worte, mit denen das heutige Individuum die Beziehungslosigkeit und Fremde sich selbst gegenüber artikulieren könnte?

Eine Begegnung als Erzählung für Ihre Leuchtschrippe, erhältlich als E-Book für Amazon Kindle und bei Libreka im epub-Format für alle anderen Reader (=E-Buch-Lesegeräte), jeweils bloß 2,99 Euro "inkl. Versand". Wie gewohnt DRM-frei.


Links der Woche am 18.08.2012, 14:27 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 33/12

Denver Clan Feuilleton

Sommerloch im Feuilleton? Von wegen! Der Forderung aus der letzten Woche, die bourgeoise Geisteswichserei abzuschaffen, schließt sich Johannes Kuhn nicht an, weiß aber, dass die berühmte Digitalisierung "das Feu" zur Erneuerung zwingt. Auch Tim Klimeš stimmt nicht ganz zu, aber anders: Für ihn gehört der feuilletonistische Stil auf die komplette Zeitung ausgedehnt. Und Lena Baetz verlangt im Freitag weniger Klagen und mehr Besinnung auf die F-Tugenden wie Stil und Haltung. Vollends erwies sich das Getue im feuilletonistischen Schrumpfolymp als Seifenoper, nachdem Richard "Sherlock" Kämmerlings in der WELT aufgedeckt hat, bei dem Autor des Schweden-Krimis, in dem unverkennbar Frank Schirrmacher zerfleischt wird, könne es sich nur um den Schirrmacher-Rivalen Thomas Steinfeld von der SZ handeln. Die literarische Exekution verleitet Jakob Augstein bei der Motivsuche dazu, Schirrmacher zum Übervater des Feuilleton hochzuschreiben, auf den sich patrizidale Ohnmacht fokussieren muss. Oh, it's fun to watch rich people be naughty!

Nochmals: Europa

Derweil wird in Schirrmachers Firma weiterhin eine europapolitische Debatte geführt. Nachdem die Skeptiker zuletzt ein wenig die Medien beherrschten, plädiert Nils Minkmar dafür, die deutsch-französische Freundschaft zum Grundmuster für den innereuropäischen Umgang zu machen. Sodann erinnert Hans-Gert Pöttering in einem Gastbeitrag daran, dass das Grundgesetz die weitere europäische Integration nicht etwa verhindert, sondern ausdrücklich vorsieht.

Summa C L

Max Webers Briefe von 1918–1920 sind frisch ediert, schreibt Joachim Radkau in der ZEIT, und darin scheint der Chefsoziologe u.a. seiner einen Geliebten akademisiert von Cunnilingus und Analverkehr vorzuschwärmen und es überhaupt ganz unpuritanisch angehen zu lassen. Daneben erfahren wir reichlich über Webers Selbstbild und seine Korrespondenzen über den Ersten Weltkrieg. (16.08.12)

Objektives Recht

In der ZEIT stellt Felix Stephan - anlässlich von Paul Ryans Nominierung zum republikanischen Kandidaten für das Amt des US-Vizepräsidenten - dessen liebste Kapitalismusdenkerin Ayn Rand vor. Ihre Bücher - allen voran "Atlas Shrugged" - verkaufen sich von Jahr zu Jahr besser und prägen das Denken - jedenfalls in den USA. Das Erfolgsgeheimnis ist der High Society Telenovela-Stil der ökonomischen Apokalypse, die durch Steuern und Arbeitnehmerrechte ausgelöst wird. (17.08.12)

Aufsätze

Nebenan bei Information Philosophie gibt es drei neue Aufsätze auf einen Schlag, nämlich: Levinas und die Jüdische Philosophie von Rachid Boutayeb, Philosophisches zum "So-Tun-als-ob" in der Schule von Markus Waldvogel und Kritische Neurowissenschaft von Jan Slaby ("unveröffentlichtes Manuskript – bitte nicht ohne Erlaubnis des Verfassers zitieren oder verbreiten!").

The Schlotterdeik Diaries

Peter Sloterdijks Notizbücher der Jahre 2008 bis 2011 ("Zeilen und Tage") sind da und Thomas Kapielski hat sich beim Rezensieren für die FAZ bereits mit dem Schwurbelstil angesteckt. Mit nahezu identischem Einstieg, aber nüchterner referiert Andreas Rosenfelder in der WELT, wie Sloterdijk sich selbst beim Denken und Gucken dokumentiert; auch Dirk Pilz in der FR findet das alles sehr okay. Sloterdijk ist übrigens in der Titanic-Reihe Premiumdenker der Gegenwart der Erste; Nr. 2: Robert Spaemann.

Noch mehr Rezensionen

Rolf Hosfelds Tucholsky-Biographie wird in der NZZ von Manfred Koch als Introspektive des Weimarer Feuilleton (s.o.) vorgestellt. +++ Ebenfalls in der NZZ weist Karl-Markus Gauss auf Arthur Schnitzlers Traumtagebuch hin. +++ Tim Caspar Boehme bespricht in der taz zwei Bücher, die sich mit Lacans Axiom beschäftigen, es gäbe keinen Geschlechtsverkehr (sondern Reis?).


Links der Woche am 11.08.2012, 14:33 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 32/12

Kultur

Kultur soll den Phantomschmerz des verlustig gegangenen Paradieses lindern, so Ralf Konersmanns Eingangsthese in der NZZ, weshalb sie aber immer auch als "Sinnbild der Seinsverfehlung" gilt; Konersmanns sodann folgende Begriffsgeschichte erweist diesen prothesenhaften Kulturbegriff als unangemessen für die menschliche Sphäre. Von deren Teilgebiet Feuilleton - der "Fortsetzung des Gymnasialunterrichts mit anderen Mitteln" - hat Georg Seeßlen die Schnauze voll: In der taz fordert er dessen Abschaffung, weil es die bürgerliche Persönlichkeit, deren Aufbau der des Feuilletons entsprach, nicht gibt. (Siehe direkt dazu Marc Reichweins Feuilletonkritikkritik in der WELT.)

Gewalt

Die Gewaltausbrüche inmitten vermeintlich zivilisierter Gebiete werden vielleicht objektiv nicht zahlreicher, aber doch immer spektakulärer. Ingeborg Harms sieht in der ZEIT einen Überbietungswettbewerb der Gewalt toben, der seine Wurzeln in der französischen Revolution hat und vom unerfüllbaren Heroenkult genährt wird. Dafür, sich damit nicht abzufinden, plädiert Andreas Herberg-Rothe in der FR. Seine Begriffsgeschichte der Gewalt und Moderne zeigt sich skeptisch in Bezug auf den zivilisierenden Fortschritt, aber auch in Bezug auf die auf dieser Skepsis beruhenden Versuche, der Moderne eine kämpferische Metaphysik zu geben.

Europa

Nicht nur in der aktuellen sonntaz der Streit der Woche, ach, des Jahres: Wie alternativlos ist "Europa"? Wer so fragt, ist blöd, urteilt Ottfried Höffe in der FAZ. Deutschland wird vom Süden ausgeplündert und das Volk von Nebelkerzen werfenden Politikern an der aufgeklärten Mitsprache gehindert. (Recht ähnlich der neuliche WELT-Kommentar nebst der Leserstimmen.) Auch Hans-Ulrich Gumbrecht denkt über Europa nach, wo die Nationen heterogen nebeneinander her leben und von einander sowie von einer die Exportökonomie ummäntelnden Idee Europa angeödet sind. Immerhin profitiert die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. (Passend zum ganzen Euro-Elend nehmen die Pläne zum Einsatz der Bundeswehr im Innern Gestalt an.)

Leistungsschutz für die Öffentlichkeit

In der Urheberrechtsdebatte gilt es, die Bereiche Kunst und Wissenschaft zu unterscheiden, schreibt Wissenschaftsrat Wolfgang Marquardt in der FAZ. Das wissenschaftliche Publikationswesen ist zugunsten der Verlage und zuungunsten der Autoren und Nutzer durchkommerzialisiert. Hier gelte es, die Herrschaft der Wissenschaftsverlage durch eine Novelle des Urheberrechts zu brechen. (08.08.12)

Pröbchen und Tierchen

Von Klett-Cotta gibt es eine 12-seitige Leseprobe, in der Helmut König die Philosophiegeschichte der Bundesrepublik behandelt (Obacht, es kommt sofort ein PDF!) +++ Diese Woche war Weltkatzentag und damit auch alle anderen niedlichen Viecher ihre Würdigung erfahren, gibt's im SZ-Magazin eine Fotostrecke von Ed Panar mit Aufnahmen von Tieren, die ihn angucken.


Irgendwas mit Medien am 09.08.2012, 20:08 Uhr

Bis die F-Skala platzt

Bei der WELT hat Henryk M. Broder einen europapolitischen Kommentar geschrieben, in dem er Markus Söder und Marine Le Pen für ihre EU-Skepsis in eine Reihe mit Giordano Bruno stellt. So weit, so Broder. Viel bemerkenswerter ist bei seinen Texten der Kommentarbereich, dessen per "Empfehlen"-Klick quantifizierter Leserapplaus Aufschluss über die Geschwisterlichkeit von WELT und BILD gibt.

Kommentare in der Welt


Links der Woche am 04.08.2012, 14:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 31/12

Searle zum 80.

Diese Woche wurde der Sprechakt der Geburtstagsgratulation ausgiebig begangen. Anlässlich John Searles Achtzigstem vergleicht Hans Bernhard Schmid in der NZZ den Philosophen mit John Wayne und hat den Eindruck, Searle revidiere in seinem gleichfalls diese Woche auf Deutsch erschienenen Buch (Besprechung bei Deutschlandradio Kultur) seine Theorie der sozialen Konstruktion von Wirklichkeit. Für die SZ würdigt Willy Hochkeppel Leben und Werk des Gratulanden und Tim Caspar Boehme gibt in der taz einen Crash-Kurs Speech Acts wegen Geburtstag und Buchveröffentlichung.

Man ist auch Mensch

Der viel gerühmte Heribert Prantl hat in einem Porträt über Andreas Voßkuhle, den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, den falschen Eindruck erweckt, dessen Kochgewohnheiten aus eigener Beobachtung zu kennen. In diesen unfassbaren Journalismusskandal schaltet sich Michael Angele via Freitag ein, indem er auf Prantls an Heidegger ("diesem vermutlich bedeutendsten Philosophen aller Zeiten") geschulten Gebrauch des Wörtchens "man" hinweist. (01.08.12)

Du bist AAA, aber mit Ausblick negativ.

Wirtschaftsthemen sind wg. Krise längst auch Feuilleton-Themen, zumal jeder schon einmal erleben musste, wie es ist, herabgestuft zu werden. Die FAZ hat einige Redakteure und Autoren aufschreiben lassen, wann und wie ihre Abwertung stattfand, begründet und empfunden wurde. Tröstliche Lektüre, denn trotzdem ist ja noch was aus ihnen geworden. (vgl. die taz-Rezension von Werner Rügemers Analytik der Rating-Agenturen)

Philosophie und Sex

Stefanie Voigt beleuchtet bei Telepolis die schummrigen Winkel der Philosophiegeschichte, in denen es um Sex geht. Dort ist aber nicht viel los und Voigt muss im ersten Teil ihres Essays erstmal klären, wie Philosophie und Sex sich bereits in der Antike auseinandergelebt haben. Im nun veröffentlichten zweiten Teil ihres Essays ist Voigts Philosophiegeschichte des Vögelns in der Neuzeit angekommen - und wir warten mit einer freien Hand auf den dritten Teil.

Unn sünst?

Thomas Stadler rekapituliert in seinem Blog die jüngsten Wortmeldungen zur Sommerdebatte um Blasphemie und Beschneidung. +++ Der große Biochemiker Gottfried Schatz sieht in der NZZ die Naturwissenschaften in fortschrittsbedingte Sprachverwirrung abgleiten. +++ Occupy Space: Bei Glanz & Elend denkt Peter V. Brinkemper über "Prometheus - Dunkle Zeichen" nach, den neuen Film von Ridley Scott ("Bladerunner", "Alien"). +++ Sigmar Gabriel - so steht's in der heutigen FAZ - lässt der SPD ein Parteiprogramm von Jürgen Habermas, Julian Nida-Rümelin und dem Ökonomen Peter Bofinger schreiben. (Nachtrag, 05.08.: Die europapolitische Denkschrift ist nun auch online bei der FAZ.)


Links der Woche am 28.07.2012, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 30/12

Humboldtscher Dämon

Ein Text, der diese Woche große Aufmerksamkeit in der denkenden Blogosphäre fand, beschäftigt sich mit der Digitalisierung der Geisteswissenschaften. Thomas Thiel berichtet in der FAZ vom Hamburger Treffen der Digital Humanities, die sich der Pflege der elektronischen Infrastruktur und informationellen Methodik verschrieben haben. (24.07.12)

Der Penis Gottes

Die Sommerdebatte um Blasphemie und Beschneidung ist inzwischen selbsterhaltend geworden. In der FAZ blickt Robert Spaemann, der früher mal Philosoph war, mit Neid auf den islamistischen Rigor und fordert die Unterstützung der christlichen Minderheit hierzulande durch weltliche Gesetzgebung. Den Katholiban reichen Hiob und Psalme nicht mehr, Jesu Mutter erkennt Geschlechtskrankheiten am Geschmack und so viel Penis war nie: Während Facebook das Titelbild des aktuellen ZEIT-Magazins sperrt, weil der Pimmel darauf gegen Facebooks AGB verstößt, stellen Unbekannte mitten in Bremen einen Pappmaché-Penis auf, und Elisabeth Raether fragt in der ZEIT: Wieso das alles? Denn sogar Hans-Ulrich Gumbrecht nimmt sich in seinem FAZ-Blog der Penisse an.

Weiteres zur Demokratie

Die Demokratie hat sich unter den Selbstbezeichnungen von Staaten als beliebteste durchgesetzt, aber - so Hans Maiers Überlegung in der NZZ-Reihe zur Volksherrschaft - entwertet das den Begriff nicht? Vielerorts ist er kaum mehr als ein solcher und ruft ansonsten weder die Begeisterung noch die Skepsis früherer Tage hervor. Die enge Verbindung von Kapitalismus und Demokratie hat sich jedenfalls als Trugschluss erwiesen, führt Slavoj Žižek im Cicero aus. Wladimir Putin und Silvio Berlusconi haben/hatten Macht einzig, weil sie sie von einem demoralisierten Wahlvolk forderten, dem jede Vulgarität zuzumuten ist. Dagegen sieht Ludger Schwarte die Demokratie hierzulande von Gesetzen erstickt.

Langeweile ist, was man draus macht

In der NZZ weist Psychiater Daniel Hell auf philosophische und religiöse Umgangstraditionen mit dem Schreckgespenst der Moderne hin, der Langeweile nämlich. Ihr zu entrinnen ist für Pascal und Kierkegaard anthropologische Konstante, ihr standzuhalten für frühchristliche Eremiten eine Herausforderung, der Heidegger Eigentlichkeit abgewinnt. (27.07.12)

Außerdemos:

Die Rechtssoziologin und Hegelianerin Gertrude Lübbe-Wolff ist mit dem Hegel-Preis ausgezeichnet worden (nicht mit dem Hegel-Preis). +++ Björn Vedder gibt im Titel-Magazin einen kurzen Überblick über Bücher von feuilletontauglichen Denkern zu feuilletontauglichen Themen. +++ Die taz stellt den Kurzfilm „Greece, Year Zero“ vor, in dem Sokrates mit der aktuellen Verelendung Athens konfrontiert wird, die ihm bekannt vorkommt. +++ Falls Sie jetzt schon von Olympia 2012 genervt sind - der taz-Schreckschraube Deniz Yücel geht's aus Gründen genauso.


Intime Interna am 26.07.2012, 15:23 Uhr

Vier Rezensionen neu online

In Lichtwolf 38 aufm Stapelder aktuellen Sommerausgabe ist die Rubrik "Kurz & Klein", in der Werke in unter 800 Zeichen besprochen werden, gleich drei Mal vertreten. Da wäre zunächst das erste Spezial, in dem Michael Helming passend zum Titelthema des Hefts fünf Autobiographien rezensiert, darunter die von Ernst Hanfstaengl, die sie auch online lesen können. Im zweiten Kurz-&-Klein-Spezial wurden Lichtwolf-Autoren - entgegen dem sonst üblichen Eigenwerbeverbot und anlässlich des Themas "Autobiographie" - gezwungen, ihre eigenen Werke bzw. solche, bei denen sie die Finger im Spiel hatten, in unter 800 Zeichen zu rezensieren. Eine solche Eigenrezension ist online einsehbar, und zwar bespricht Ní Gudix den von ihr übersetzten Gedichtband "The Visible World – Die sichtbare Welt" des irischen Dichters Gerald Dawe. Weil die Urheber in diesem K&K-Spezial ihr Zeug selbst besprechen müssen, stellt Bdolf die aktuelle Platte seiner Band FleischLEGO ebendort vor, Michael Helmings Rezension derselben ist nur online verfügbar. (Übrigens stehen FleischLEGOs "Amstetten Lounge Sessions" auch als Prämie für ein Mäzenaten-Abo zur Auswahl - solange der Vorrat reicht. Und er schwindet.)

Aus der regulären Rezi-Rubrik des Hefts ist zu guter Letzt die Besprechung online, die Clarissa Gonzofeva zum Sachbuch "Plantation Memories. Episodes of Everyday Racism" von Grada Kilomba verfasst hat. Eine Übersicht sämtlicher bisher kurz und klein besprochener Werke finden Sie hier.


Links der Woche am 21.07.2012, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 29/12

Schnippschnapp

Seitdem das Kölner Landgericht die Beschneidung von Jungen als Körperverletzung gewertet hat, tobt eine Debatte um Kindeswohl und Religionsfreiheit. Julian Nida-Rümelin denkt im Gespräch mit dem Deutschlandradio Kultur nicht nur an muslimische und jüdische Kinder, sondern auch an die Mediziner und macht Werbung für praktische Philosophie. Auch der blinde Hund hat ein paar Anmerkungen zur Beschneidungsdebatte. Nachdem Martin Mosebachs Forderung, Blasphemie wieder zum Straftatbestand zu machen, nicht ganz so gezündet hat, wittert die Gegenaufklärung nun doch noch Morgenluft: In der FR sieht Dirk Pilz in der Beschneidungsdebatte "die ganze Erbärmlichkeit des derzeitigen Atheismus" offenbart. Hannes Stein zählt in der WELT antisemitische Auslassungen der Aufklärer von Kant bis Hitchens auf, um damit zu belegen, warum Atheisten und ihre weltliche Gesetzgebung in Sachen religiös motivierter Beschneidung nicht satisfaktionsfähig sind. Abermals die FR unterhält sich mit dem Anthropologen Volker Sommer über Affen und den evolutionären Sinn von Religion und Homosexualität.

Mustergültig

In diesen Tagen jähren sich die Anschläge von Oslo und Utøya zum ersten Mal, zugleich wird in einem Monat das Urteil gegen den rechtsextremen Täter gesprochen. Für die FAZ rekapituliert Sebastian Balzter den Prozessverlauf und die beeindruckende Weise, wie die Beteiligten im Gerichtssaal und in ganz Norwegen mit dem Terrorismus umgehen. (18.07.12)

Wissenwertes fürs Stehpartygespräch

Aus die Maus: Popküken Lena Meyer-Landrut hat ihr Philosophie-Studium geschmissen. +++ Der blinde Hund hat einen Nachklapp zum kürzlichen Wiener Autodafé eines Magisterzeugnisses. +++ Philosoph und Ökonom Robert Kurz ist mit 68 Jahren überraschend verstorben, Neues Deutschland und die taz rufen nach.


Links der Woche am 14.07.2012, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 28/12

Böse, böse, böse!

Zum 50. Todestag von George Bataille legt Glanz & Elend eine Verhandlung von Goedart Palm vor, die dem Bösen nachgeht: Seine ungeklärte Herkunft zwischen Instinkt und Freiheit, seine Erkenntnisfunktion, seine Personifikation und schließlich seine Konstruktion bei Bataille. Wer diesen profunden Aufsatz gelesen hat, sollte gewappnet sein.

God GTFO!

Die Philosophin Martha Nussbaum hält Blasphemie-Schutz und ähnliche Gesetze für eine schlechte Idee, wie sie im Interview mit der FR erklärt. Gott hat in der Politik nichts zu suchen und Toleranz ist höfliche Herablassung; außerdem geht es ums westliche Verhältnis zu chinesischen und muslimischen Menschenrechten. (13.07.12)

Zum Seelenklempner

Hans-Ulrich Gumbrecht blickt in seinem FAZ-Blog auf seine näheren Vorfahren zurück, die allesamt womöglich von der zeitgenössischen Psychoanalyse profitiert hätten, wenn diese ihnen nur finanzierbar gewesen oder seriös erschienen wäre. Der Argwohn gegenüber dem Fach und die heimliche Verachtung seiner hilfesuchenden Kunden als Schwächlinge wirkt bis heute fort. (13.07.12)

Schieflagen und Scheren

Robert Misik stellt in der FR das (erstaunlich preiswerte) "Occupy Handbook" vor, das interessanterweise Essays von Spitzenökonomen versammelt, die unter dem Eindruck der Proteste dem Neokeynesianismus das Wort reden. Wirtschaftswissenschaften und Millionäre haben jenseits des Atlantik ein Problembewusstsein für Ungleichheit entwickelt, dem hierzulande mit dieser Handreichung auf die Sprünge geholfen werden könnte. (13.07.12)

What makes the grass grow?

Es ist eine Binse, dass das gefährlichste Wesen auf Erden der untervögelte junge Mann ist. Karin Kneissl hat ein Buch über den destabilisierenden Faktor des adoleszenten Samenstaus geschrieben, "Testosteron macht Politik", und Fanny Jimenez stellt es in der WELT vor. (13.07.12)

Katzen würden CSU wählen

Die unter Tieren lebende Schriftstellerin Hilal Sezgin unterhält sich in der ZEIT anlässlich der Utrechter Konferenz "Minding Animals" mit dem kanadischen Philosophen Will Kymlicka über seine Forderung, Tieren Bürgerrechte zu verleihen. Dies wäre die moralische Konsequenz aus der Domestizierung und erst so richtig Multikulti. (13.07.12)

Unn sünst?

In der NZZ bespricht Lisa Herzog das Buch über die "Ökonomie von Gut und Böse" des Prager Philosophen Tomáš Sedlá?ek. +++ Thomas Fuchs eine neue neue Biographie über das Südstaaten-Landei Samuel Langhorne Clemens vorgelegt und die taz ist begeistert. +++ In der anhaltenden Urheberrechtsdebatte untersucht Yascha Mounk die philosophischen Grundlagen der Eigentums- und Diebstahlbegriffe. +++ Marc Reichwein meditiert in der WELT über den Ursprung des Feuilleton.


Links der Woche am 07.07.2012, 13:08 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/12

Abmahnung vom Papst

"Im Netz kann jeder Verrückte andere Verrückte finden, um irgendwas loszutreten – egal, wie sinnlos, kontraproduktiv oder gefährlich es sein mag", stellt der Netzkritiker Evgeny Morozov im Gespräch mit der FR fest. Ebendiese Zeitung versucht seit zwei Wochen, eine Debatte um Martin Mosebachs Forderung zu entfachen, Blasphemie müsse könne um der Ästhetik willen wieder Straftatbestand werden. Uwe Justus Wenzel rekapituliert den Mosebach für die NZZ und nimmt besonderen Anstoß an der These, Artikel 1 GG sei aus dem Christentum abgeleitet. Just in der FR äußert sich Claus Leggewie eher skeptisch über Mosebachs heroisches Künstlerideal in normativer Wendung. Navid Kermani schließlich schafft es in der SZ, den Bogen von Mut und Aufklärung über die Blasphemiedebatte zum Kölner Beschneidungsurteil zu schlagen.

Metaphysik des Klassenzimmers

In der NZZ stellt Martin Meyer Hermann Ungars Roman "Die Klasse" (1927) vor, der für des Kollegen Helmings Geschmack "stets zu viel und „Die Ermordung des Hauptmanns Hanika“ (1925) zu wenig erwähnt wird", wie er im aktuellen Lichtwolf am Rande seines Expeditionsberichts zu Ungars Grab anmerkt. (03.07.12)

Und Xavier Naidoo singt dazu

Die soziale Durchlässigkeit (nach oben) hat in Deutschland abgenommen, berichtet Philipp Wurm im Freitag. Die Aufstiegsgeschichten à la "vom Kriegswaisen zum Bundeskanzler" und "vom Metzgersohn zum Adidas-Chef" werden in der aktuellen Generation zwar seltener, aber nicht ganz unmöglich, und so lesen wir hier von drei Exempeln, die "es geschafft" haben. (05.07.12)

Harte Anthropologie

Bei der ZEIT kann man sich den animierten Kurzfilm "The Gloaming" angucken, der zeigt, was passiert, wenn man Gott spielt, aber eben auch Menschen mit im Spiel sind. (06.07.12)

Heute Abend schon was vor?

Auf Einladung des Instituts für Polytoxikomanologie und Perspektivismus lesen Michael Helming und Timotheus Schneidegger heute Abend beim IPuP-HQ im Palast der Produktion, Bremen-Blumenthal. Kompliziert zu finden, aber dafür ein Gläsken Korn zum Empfang statt Einlasskontrolle.


Intime Interna am 06.07.2012, 13:49 Uhr

Das neue Heft ist da!

Und es ist gar kein Heft, sondern ein 104-seitiges "Taschenbuch" im DIN-A4-Format! Die Sommerausgabe markiert den zehnten Jahrestag der Jungfernausgabe des Lichtwolf, die im Juli 2002 nur ein Zehntel des Umfangs hatte.

Lichtwolf Nr. 38

Das Gute, Wahre und Schöne: Lichtwolf Nr. 38 mit dem Titelthema "Autobiographie".

Leider war die Nummer 38 ausgerechnet jetzt mit einer Verspätung von zwei Wochen unterwegs, was uns leid tut. Andererseits hat sich das Warten gelohnt! Das neue Paperbackformat macht die bisherige Praxis unnötig, möglichst viel Text auf möglichst wenig Seiten unterzubringen. So sind besonders die Langtexte luftiger gesetzt und mit augenfreundlich reduziertem Grauwert ausgestattet.

Die Sommerausgabe zum Titelthema "Autobiographie" ist aber nicht nur sehr, sehr schön geworden, innendrinne geht es auch hochinteressant zu. Lange und kurze Beiträge nehmen sich der unvermeidlichen Herren Frisch, Ortheil, Beckett, Weiss und Kinski ebenso an wie den autobiographoiden Phänomenen Ego, Identität und Lebenslauf. Näheres zum Inhalt erfahren Sie im Einkaufszentrum. Die ersten zehn Seiten dieses Ausgabe können Sie auch im LichtwolfReader durchblättern oder als PDF-Datei herunterladen. Außerdem sind drei Beiträge online verfügbar, so nämlich "Die Wahrheit über Magister Maier" aus erster Hand, Bdolfs Prolegomena und Propädeutikum zum Titelthema sowie die erste Hälfte der Reportage, in der Michael Helming schildert, wie er das Grab von Hermann Ungar wiederentdeckt hat.

Abonnenten sollten den Sommerwolf spätestens heute in den Briefkästen oder sich gar schon von der Überbewältigung beim ersten Anblick erholt haben. Falls der Postwagen auch morgen wieder nichts als Enttäuschung bringt, melden Sie sich bitte bei den freundlichen Versandrobotern im Einkaufszentrum.

Ansonsten aber nehmen Sie sich ein, zwei Tage Zeit, machen Sie den Bregen frei und begeben Sie sich mit der aktuellen Ausgabe und einem Notizbuch in eine bequeme Lektüre- und Grübelposition!


Links der Woche am 30.06.2012, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 26/12

Er so: flach!, Columbus so: rund!

Der Bayreuther Soziologe Georg Kamphausen hat seinem Bachelor-Studiengang eine Karikatur zur Interpretation vorgelegt und dokumentiert in der FAZ auszugsweise die Ergebnisse. Diese sind "mit dem bekannten Begriffsapparat des Kulturpessimismus nicht zu beschreiben" und das glorreiche Resultat des zurückliegenden Bildungsreformjahrzehnts. (24.06.12)

Skandalmaschine überhitzt?

Letzte Woche hat Martin Mosebach in der FR für die Strafbarkeit von Blasphemie plädiert und obwohl die Zutaten für einen ordentlichen Aufreger stimmen - bekannte Persönlichkeit, von der man "so was" nicht gedacht hätte, plus steile These -, kommt die Debatte nicht in Schwung. Mit bemühter Ironie "verteidigt" Ingo Schulze in der FR den Mosebach, indem er auf den für Kunst nötigen Leidensdruck und den großen Segen verweist, den Salman Rushdie durch die Fatwa erhielt. Haha. Ausgerechnet Cicero winkt müde ab, obwohl dort regelmäßig Udo di Fabios restaurative Feudalphantasien verbreitet werden.

Rousseau überall

Zu seinem 300. Geburtstag finden wir Rousseau auf allen Kanälen, darum hier nur eine Auswahl. In der NZZ skizziert Heinrich Meier Rousseaus philosophisches Gesamtwerk. Die taz belegt ihn mit dem sympathischen Doppeletikett Aufklärer und Taugenichts. Im Freitag portraitiert Karl-Heinz Ott den Philosophen nicht unkritisch als Fortschritts- und Menschheitsskeptiker. Die ZEIT lässt Slavoj Žižek psychoanalytisch über Rousseaus Begriff der Selbstliebe meditieren und bietet - durchaus nicht unpassend - einen langen Essay von Axel Honneth über den vernachlässigten Zusammenhang von politischer Philosophie und Pädagogik.

Nachsitzen für Manager

Im theorieblog nimmt Lisa Herzog die Debatte um die Finanztransaktionssteuer zum Anlass, Hegels Ökonomiebegriff vorzustellen. Demnach dichtet diese Disziplin Gesetzmäßigkeiten in eine Masse von Zufälligkeiten hinein, allerdings sind Gesellschaft und Marktgeschehen auch regulierbar, und zwar nicht nur mit Steuern und Staatsanwalt, sondern vor allem durch Aufklärung. (25.06.12)

Ruhm ohne h ist auch was

Kaum haben die geschätzten Kollegen vom Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus repräsentative Räumlichkeiten mit 4000 Quadratmeter Nutzfläche bezogen, schickt die taz Nord einen Volontär vorbei, um völlig falsch und unsachlich (u.a.) über die "Philosophie-Studenten" zu berichten. (24.06.12)

Das Übrige und Übliche

Die taz zeigt sich sehr angetan von der Friedrich-Engels-Biographie, in der der Historiker Tristram Hunt die Dokumente und Briefe des Ur-Kommunisten auswertet. +++ Ist Ethik nicht immer völlig subjektiv begründet und drum auf tönernen Füßen?, wird der Philosophy Bro am Mailbag Monday gefragt. Und antwortet. +++ Der blinde Hund weist auf Beschäftigungs- und Konsummöglichkeiten für arbeitslose Philosophie-Absolventen hin. +++ In eigener Sache: Seit gestern hat lichtwolf.de ein neues Layout - bitte laden Sie ein, zwei Mal neu und teilen Sie uns mit, ob alles funktioniert und schön ist. Die verspätete Sommerausgabe ist gedruckt und sollte, so Gott will, Anfang kommender Woche endlich in die Briefkästen kommen. Derweil könnten Sie schon einmal die Rabatte im Einkaufszentrum ausnutzen. Es wird Sie niemand deshalb verurteilen.


Links der Woche am 23.06.2012, 14:41 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 25/12

So why don't you kill me

Stets den Erfolg vor Augen zu haben ist das Mantra unserer Zeit. Oliver Burkeman dagegen erwägt im Guardian, ob es nicht zeitgemäßer wäre, ein Bewusstsein des eigenen Loser-Status zu entwickeln. Begehbares Monument dieses Denkens ist der Supermarkt der gescheiterten Produkte in Michigan. Der Stoizismus mit seinem Hang zum worst case scenario kommt mit dem Scheitern, das nun einmal die Regel ist, aber auch mit den seltenen Erfolgserlebnissen besser klar. (15.06.12)

Gegensäkularisierung

Was für den Blutdruck gefällig? Schriftsteller und Katholizismus-Afficionado Martin Mosebach findet in der FR, auch ein säkularer Staat sollte Blasphemie unter Strafe stellen. Das Grundgesetz sei schließlich aus dem Christentum abgeleitet und der Kunst tut etwas Zensur nur gut. Im Übrigen kann sich Mosebach nicht empören, "wenn in ihrem Glauben beleidigte Muslime blasphemischen Künstlern – wenn wir sie einmal so nennen wollen – einen gewaltigen Schrecken einjagen." (18.06.12)

Die 99 Prozent sind Idioten.

Der Freitag bringt ein Portrait, das The Guardian über Slavoj Žižek, den alten Philosophie-Schlawiner angefertigt hat, unter der Überschrift "Der Borat der Philosophie". In Žižeks Butze hängen ein Call-of-Duty- und Stalin-Poster, die Klamotten sind im Küchenschrank, dem es wohl an Tassen fehlt, der Rest ist voller Bücher und DVDs. Ansonsten viele "total verrückte Sachen". (19.06.12)

Alan Turing zum CSD

Alan Turing würde dieser Tage ein Jahrhundert alt werden und bekommt zum runden Geburtstag von Uwe Justus Wenzel in der NZZ die frühe Erfindung des Chatrooms zugesprochen, in dem die Intelligenz des Gesprächspartners ja auch oft fraglich ist. Oder dessen wahres Geschlecht, wahres Alter, was auch immer. In der FAZ schreibt Dietmar Dath dem Geburtstagskind eine ausführliche Würdigung.

Zum Einzigen hin

Zurück auf die Bäume? Dann geht doch!, so riet Rousseau denen, die ihn partout als Idealisten eines Naturzustands missverstehen wollen, den er ähnlich wie Hobbes nur als methodische Fiktion verwendete. Mit ihr erkennt er, so erklärt Ulrich Kronauer in der NZZ, den Menschen als wesenhaft solitär, was nicht zuletzt in der Erziehung zu berücksichtigen ist. (23.06.12)

Außerdemchen:

Chefethiker Martin Seel referiert in der ZEIT wieder über den Extremsport des Gratwandels zwischen Tugend und Laster. +++ Der Philosophy Bro erklärt am Mailbag Monday den Witz von Paradoxien. +++ Das ZDF räumt weiter auf: Nach dem Philosophischen Quartett wird nun auch das Nachtstudio mit Volker Panzer abgesetzt; der wird drum im Tagesspiegel interviewt. +++ André Glucksmann wird 75, Deutschlandradio Kultur gratuliert dem Engagierten. +++ Die ZEIT würdigt Kurt Schwitters zum 125. Geburtszui090999aaaaaaaaack#&/!


Intime Interna am 21.06.2012, 09:13 Uhr

Sommeranfang ohne neuen Lichtwolf?

In der Tat. Heute morgen, nachdem das Postauto durchgefahren war, wuchsen die wütenden Massen weiter an, die sich bereits gestern vor Verlag und Redaktionssitz versammelt haben. Grund ihres Zorns: Es ist kalendarischer Sommeranfang - doch das Sommerheft der "Zeitschrift trotz Philosophie" ist noch nicht in den Briefkästen. Wo ist der neue Lichtwolf?

Kein Trost ist es für die Leserinnen und Leser in ihrer Enttäuschung, dass es allen so geht. Denn das neue Heft, dessen Titelthema "Autobiographie" lautet, wird jeden mit Verspätung erreichen. Wie Sie es gewohnt sind, wird der Lichtwolf von Ausgabe zu Ausgabe besser, und wenn Sie schon die vergangene bzw. jetzt ja noch aktuelle Frühlingsausgabe zum "Tittenhitler" nicht zu Unrecht für den absoluten Zenit philosophischer Schriftkultur hielten, dann könnten Sie ob des Autobiographiewolfs glatt den Verstand verlieren. Die Wahrheit ist die: Das Heft ist dermaßen gut, dass wir es einfach noch ein paar Tage behalten wollten.

Lichtwolf Nr. 38 zum Thema "Autobiographie" erreicht Sie voraussichtlich Ende Juni / Anfang Juli. Entschuldigung. Und das zum zehnten Geburtstag!

(Die Verspätung gibt Ihnen die Gelegenheit, den Tittenhitler oder den Nacht- oder Sprachwolf zu bestellen (gibt's alles auch als E-Book) oder jetzt noch rasch ein Abo zum alten Preis zu bestellen, das wird nämlich ab der kommenden verspäteten Ausgabe einen Euro teurer!)


Links der Woche am 16.06.2012, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 24/12

Wett-Hinken der Argumente

via der blinde Hund: In einem zwei Monate alten Podcast des australischen Radioprogramms "The Philosopher's Zone" beschäftigen sich Moderator Alan Saunders (der am 15. Juni überraschend gestorben ist) sowie Peter Slezak und James Franklin mit den schlechtesten Argument der Philosophiegeschichte, z.B. das chinesische Zimmer, Pascals Wette oder der ontologische Gottesbeweis.

Vom Mittelbau her

Thomas Ludemann ist Privatdozent an der Uni Freiburg und gießt sein Gläschen Wasser in das seit Monaten laufende Rinnsal der FAZ-Debatte um den Status des prekären Privatdozenten. Versorgungsmentalität sieht Ludemann eher bei den Unbefristeten bzw. mal so, mal so, generalisieren könne man nichts. Aber der Mittelbau gehört ausgebaut und ordentlich bezahlt, nicht nur um Forschung und Lehre von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. (12.06.12)

The Good, the Bad and Philosophy

Wie zuletzt wieder jeden Montag ist beim Philosophy Bro stets Mailbag Monday. Doch neben der Beantwortung von Leserzuschriften liest der Bro auch Klassiker und fasst sie konzis zusammen. Diese Woche war Karl Poppers "Einführung in die Logik der Wissenschaften" dran. Falsifizier das! (12.06.12)

Neidische Pfahlbürger

Götz Aly hat neulich den Börne-Preis bekommen. In seiner Dankesrede beantwortete er - wie schon in seinem letzten Buch - die im Titel stehenden Fragen: "Warum die Deutschen? Warum die Juden?"; die WELT bringt eine gekürzte Fassung der Rede über den ewigen Minderwertigkeitskomplex. (14.06.12)

Bloomsday

Heute ist Bloomsday. Sollten Sie zu den vielen gehören, die "Ulysses" von James Joyce kennen, aber noch nicht zu lesen geschafft haben, machen Sie doch mal das Radio an: Auf SWR2 läuft noch bis Sonntag früh und im Deutschlandfunk von 20 bis 3 Uhr nachts die Vertonung des Dublinepos, welche die FAZ "das größte Hörspiel-Wagnis aller Zeiten" nennt; es sprechen u.a. Manfred Zapatka, Dietmar Bär und Corinna Harfouch.

Medientranszendenz

Wie die taz mitteilt, vertont die Band Slime auf dem diese Woche erscheinenden ersten Album seit 17 Jahren Gedichte von Erich Mühsam. +++ Der frühere Philosoph und heutige TV-Aktivist Bernhard-Henri Lévy hat einen Witzfilm darüber gedreht, wie er Gaddafi besiegte, meldet die NZZ.


Links der Woche am 09.06.2012, 14:33 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 23/12

Degeisteswissenschaftlichkeitierung

Carsten Könneker bespricht in seinem Scilog "Gute Stube" das Buch "Wissenschaftssprache. Eine Gebrauchsanweisung." von Valentin Groebner. Dessen Kritik am geisteswissenschaftlichen Schreiben kommt Lichtwolf-Lesern nicht unbekannt vor: Stefan Schulze Beiering hat von Lichtwolf Nr. 31 bis 35 längst eine ausführliche Essayreihe zur Kritik der Geisteswissenschaften und ihres Duktus vorgelegt. (04.06.12)

tertium datur

Der Philosophy Bro erklärt an seinem Mailbag Monday den Dialethismus, also die relativ moderne Auffassung, wonach ein Satz durchaus gleichzeitig wahr und falsch sein kann. Das Lügnerparadoxon und andere selbstreferentielle Aussagen dienen ihm als Beispiel, logische Positivisten müssen sehr stark sein. (04.06.12)

Teddy, mach ma Bier!

Die ZEIT-Serie "Studenten von früher" informiert uns über die wilde Studizeit eines gewissen Theodor W. Adorno, komplett mit Rock'n'Roll, Frauengeschichten und Irrungen & Wirrungen. (06.06.12)

Geschickt

Schicksal ist das Gegenteil von Selbstbestimmung und deshalb seit der Aufklärung out, findet Hans Ulrich Gumbrecht in seinem FAZ-Blog "Digital/Pausen". Allerdings hat es sich als "Kontingenz" ganz gut im Denken gehalten. Attraktiver jedoch auch als Heidegger Schick-sals-Gewese findet Gumbrecht das stoische Schicksalsgewebe. (08.08.12)


Links der Woche am 02.06.2012, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 22/12

Was von der Corporate Identity bleibt

Der Bielefelder Soziologe Stefan Kühl beschäftigt sich in der FAZ damit, warum das Leitbild der unternehmerischen Universität nach jahrelangem Vorbeten viel einzuebnen vermochte, aber den Wesensunterschied von Unternehmen und Unis nicht. Inzwischen würden Unis "viel dafür geben (und vielleicht auch bezahlen), um in der Öffentlichkeit nicht als an der Wirtschaft ausgerichtete Unternehmen, sondern als an der Wissenschaft ausgerichtete Universitäten wahrgenommen zu werden." (27.05.12)

An ihren Worten sollt ihr sie erkennen

Im Internet tummeln sich nicht nur die Koofmichs, es nützt auch der Vernetzung von Menschen mit ernsthaften psychischen Problemen. Damit sie sich in Selbsthilfeforen austauschen können, müssen diese zunächst zu Schutzräumen gemacht werden. Katrin Rönicke beschreibt im Freitag, wie das funktioniert und wie der Trend zur Triggerwarnung langsam auch den öffentlichen Raum zerteilt. (30.05.12)

Wasserköpfe

Christiane Florin lehrt Politikwissenschaft an der Uni Bonn und hat vorige Woche in der ZEIT einen Text über ihre Studenten geschrieben. Ihre Frage an die wassersaufenden Dumpfis, warum überhaupt sie Politik studieren, kippt in die Einsicht, deren erlebnis- und verwertungsorientierter Egozentrismus sei die neue Form politischen Interesses. Juliane Löffler will das als "Studierende von heute" nicht auf sich sitzen lassen und antwortet im Freitag auf Florins Anwurf, indem sie die Studien- und Arbeitsbedingungen beklagt.

Dasein als Teil der Welt

In seinem Blog "Digital/Pausen" fragt sich Hans Ulrich Gumbrecht, wie die Welt (als Beziehungsset zwischen den Dingen und dem Ich) seines Enkels Diego aussieht: Der Zweijährige ist begeistert von Baufahrzeugen, denen er in Büchern und bei jedem Spaziergang nachspürt. Bei ihrer Entdeckung begrüßt er sie mit ihrem entsprechenden Nomen, als wäre er ontisch ihresgleichen; Dasein, das sich noch nicht als solches begreift. (01.06.12)

Das Weitere und Engere:

Bernard-Henri Lévy fordert den französischen Präsidenten auf, militärisch in Syrien einzugreifen; die WELT bringt den offenen Brief auf Deutsch. +++ Judith Butler erhält den Theodor-W.-Adorno-Preis. +++ Rezensionen: Die NZZ bespricht Neuerscheinungen zu Thompson und Gonzo-Journalismus sowie Spaemanns Autobiographie "Über Gott und die Welt". +++ Nebenan bei Glanz & Elend bespricht Jürgen Nielsen-Sikora Michel Terestchenkos "Der dünne Putz der Menschlichkeit".


Links der Woche am 26.05.2012, 14:44 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 21/12

Voll im Bild

In der anglophonen philosophischen Twittersphäre machte die Woche diese Sammlung aus dem April die Runde: Die Bilder stellen 20 philosophischen Positionen ikonographisch reduziert genug dar, um jede einzelne auf ein Verkehrsschild zu prägen.

Unfucking Gödel

Der Philosophy Bro erklärt, was es mit Gödels erstem und zweiten Unvollständigkeitstheorem auf sich hat - und wie sehr (und falsch) manche darin einen Beweis für eine höhere Macht - und sei es nur der freie Wille - am Bewusstseinswerk sehen wollen. (22.05.12)

Auf Leben und Tod

Wenig übrig bleibt von Hegels durch Honneth erweiterten Begriff der Anerkennung, nachdem er von Frank Wiebe in die Wirtschaftsethik eingeführt wird. Dort herrschen behavioristische Bonusmodelle zur Menschenlenkung oder autoritäre Führungsstile. Anstatt sie mit Hegel zu betrachten, rät Wiebe mit Anerkennung und Kritik unter Gleichen zu führen. (23.05.12)

Nur die Harten....

...kommen in den Garten, weiß man auch in Bamberg. Dort ist wohl gerade Gartenschau, was die Verantwortlichen an der Uni zur glorreichen Idee verleitete, die "Bamberger Hegelwoche vom 12. bis 14. Juni" unter dem Motto "Gärten sind Philosophie" auszurufen. (24.05.12)


Links der Woche am 19.05.2012, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 20/12

Der Preis der Arbeit

Die DDR hat (politische) Strafgefangene für IKEA Spanplatten ausfräsen lassen, die Deutschland AG hätte ohne Zwangsarbeit kaum so schnell nach '45 wieder Fuß gefasst. Wirtschaftsphilosoph Frank Wiebe macht sich Gedanken, wie Zwangsarbeit zu entschädigen wäre (gar nicht) und wie vertrackt die Frage nach Verantwortung hier ist. (07.05.12)

Das Guckloch in die Welt an sich

Kausale Abgeschlossenheit ist philosophisch bequem und naturwissenschaftlich praktisch, weil sich der Forscher auf einen kleinen Bereich konzentrieren kann, in dem dann alles gesetzmäßig ablaufen müsste. Josef Honerkamp ist jedoch skeptisch, ob es kausale Abgeschlossenheit überhaupt geben kann oder ob sie nicht Symptom unserer beschränkten Erkenntnisfähigkeit ist. (14.05.12)

And what's the deal with...

Der Philosophy Bro beantwortet wieder Leserzuschriften. Diesmal erklärt er, wie sich sinnvoll für Tierrechte argumentieren lässt, warum der Positivismus Anfang des 20. Jahrhunderts so beliebt war und was es mit Wittgensteins Abbildtheorie auf sich hat. (14.05.12)

Zum Schluss

Der blinde Hund hat einen Artikel von Paul Boghossian über logische Schlussweisen gelesen und ist ins Zweifeln darüber geraten, ob es sich bei Induktion und Deduktion wirklich um verschiedene handelt. (17.05.12)

Fichte, Geichte

Heute feiert Johann Gottlieb Fichte irgendwie im Ideenhimmel seinen 250. Geburtstag. Drum kann Uwe Justus Wenzel in der NZZ zwei Fichte-Biographien vorstellen sowie das nur anzudeutende Werk des Teutonosophen, der meist erst genannt wird, wenn der Atemzug nach "Kant, Hegel, Schelling" bereits versiegt ist. Die Märkische Allgemeine hält Fichte für verheideggert.

Unn sünst:

Apropos Wirtschaftsethik: Der Spaemann-Schüler Peter Koslowski ist gestorben, die FAZ ruft nach. +++ Gar nicht traurig ist man bei der taz über das Ende des Philosophischen Quartetts. +++ Für die FAZ bespricht Werner Plumpe David Graebers Kapitalismuskritik, die sich am Schuldwesen festmacht. +++ Der Freitag stellt Neuerscheinungen zu Albert Hofmann und LSD vor (im Sinne von "präsentieren", nicht "halluzinieren").


Intime Interna am 14.05.2012, 12:44 Uhr

Das größte E-Book aller Zeiten

Tittenhitler E-Book

Der aktuelle Lichtwolf zum Thema "Tittenhitler" ist nun auch als E-Book für Kindle und im epub-Format erhältlich.

Lediglich 67 Jahre und 6 Tage nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa ist das größte E-Book aller Zeiten endlich zum Verkauf freigegeben: Es handelt sich natürlich um die elektronische Ausgabe des aktuellen Frühlingshefts mit dem Titelthema "Tittenhitler". Darin geht es um Sex, Gewalt und den Konnex der beiden, faschistische Männer- und Frauenideale und ihre Wiederkehr in konsumistischem Gewand, um Gedenken bis zum Abwinken, schöne Hände, Omas Erinnerungen, Wollfetischismus in Estland und viele andere griffige Dinge.

Besitzer eines Kindle - oder der entsprechenden App oder des Clients - können sich den Tittenhitler als E-Book beim einbrüstigen Contentdealer für 3,99 Euro binnen Sekunden aufs Gerät holen. Freunde und vor allem Benutzer des offenen E-Book-Standards epub seien an Libreka verwiesen, wo es den aktuellen Lichtwolf ebenfalls für 3,99 Euro gibt. Alles wie gewohnt DRM-frei, also lade man zügig runter, bevor die Elektrozensoren es sich vielleicht noch anders überlegen!

Wer die Frühlingsausgabe ohne verpixelte Hakenkreuze lesen und "was zum Anfassen" braucht - bei dem Thema keineswegs unlauter -, nimmt weiterhin vorlieb mit der gedruckten Ausgabe, die Sie hier im Einkaufszentrum für 6,80 Euro ordern oder gleich zum Anlass für ein Abonnement nehmen können.

Weitere sehr, sehr gute und auch günstige E-Books gibt es übrigens nebenan beim catware.net Verlag.


Links der Woche am 12.05.2012, 10:12 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 19/12

Du bist nichts

"Der Kampf um die Urheberrechte im Internet ist mehr als nur ein Streit um die Vergütung", ahnt Thomas Assheuer in der ZEIT. Nicht nur der Urheber, sondern gleich das ganze bürgerliche Subjekt sei qua Digitalrevolution im Verschwinden begriffen, so denkt Assheuer das Piraten-Programm weiter bzw. zurück in die philosophische Debatte des 20. Jahrhunderts über Bedeutung und Bedeutungslosigkeit der philosophischen Gewohnheit "Subjekt". (05.05.12)

Was nun, was tun?

Wer kennt das nicht: Man spaziert am Bahndamm entlang und wird eines führerlosen Frachtzugs gewahr, der auf ein Kind zurast. Die einzige Chance, es zu retten, besteht darin, den Zug auf ein Nebengleis umzuleiten, wo er fünf Bahnarbeiter überfahren würde, oder darin, einen Adipösen auf die Gleise zu stoßen, um den Zug zum Entgleisen zu bringen. Der Philosophy Bro dröselt die Doktrin des Doppeleffekts auf. Fucking A. (07.05.12)

nomm nomm nomm

Die FR unterhält sich mit der Philosophin Agnes Heller über Marx, ihr Heimatland Ungarn und die Zukunft Europas. Darin kommt Heller zu dem plakativen Urteil, Philosophen gäben uns "spirituelle Nahrung". Mehr von Frau Heller ist heute Abend im Radio zu hören: Der Deutschlandfunk bringt ab 23:05 Uhr die Lange Nacht über Ágnes Heller. (08.05.12)

Voll in die Augenklappe

Die Piraten-Partei hat es gerade nicht leicht: Nach Sven Regener und 51 "Tatort"-Autoren rotten sich jetzt Tausende von Künstlern gegen ihre Vorstellungen vom Urheberrecht im Zeitalter technischer Reproduzierbarkeit zusammen! Zu allem Überfluss haut Johannes Thumfart in der taz der piratischen Ideologie vom rhizomischen Bürgerschwarm auch noch die philosophischen Füße weg. Ein Glück für die Piraten, dass Parteien erst mit als absurd entlarvten Ideologien bei Bundestagswahlen über 14 Prozent kriegen! (10.05.12)

Das Weitere:

Apropos Piraten-Partei & Urheberrechte: Ganz schön differenziert (und arriviert) für ADHS! +++ Die taz meldet das Erscheinen einer Derrida-DVD. +++ Schlotterdeik lästert über seinen TV-Nachfolger Precht, wie SPON kolportiert, dagegen verteidigt Barbara Bleisch Philosophie in der Glotze und besonders Precht. +++ via Der blinde Hund (wo man übrigens häufiger vorbeigucken sollte): Auf Tumblr ist zu sehen, wie Philosophen aussehen.


Links der Woche am 05.05.2012, 14:32 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 18/12

Die Zimmer Turings und Chinas

Vor einer Weile wurde bereits auf eine Artikelserie hingewiesen, die sich zu Alan Turings 100. Geburtstag seiner Maschine und ihrem Test widmet. Tarek Richard Besold hat unter der nach wie vor schönen Überschrift "Turings Werk und Searles Beitrag" bei den SciLogs inzwischen Teil 1, Teil 2 und Teil 3 seiner Betrachtungen zur Künstlichen Intelligenz nach Turing veröffentlicht.

Gegen Mubarak und Ackermann

Unruheexperte Wolfgang Kraushaar hat ein Buch geschrieben, das Stefan Reinecke in der taz vorstellt: "Aufruhr der Ausgebildeten. Vom Arabischen Frühling zur Occupy-Bewegung" sieht erstmals seit 1968 erstmals wieder die Armen Seit' an Seit' mit jungen Akademikern gegen die herrschende Ordnung protestieren, allerdings in führer- und visionsloser Offenheit. (30.04.12)

Die gebende Hand mit dem Goldring

Bei Telepolis führt Reinhard Jellen ein Gespräch mit Kathrin Hartmann über Super-Gentrifizierung und die Tafeln als Sinnbild eines ökonomistischen Zeitgeistes, der die Gesellschaft in angehimmelte Gewinner und verachtete Verlierer entsolidarisiert. Hartmann hat für ihr Buch "Wir müssen leider draußen bleiben" in den Armutszonen von Bangladesch und München recherchiert. (02.05.12) (Und wer darob einen richtigen Hals kriegt, dem sei "Die Lange Nacht vom Zorn" heute ab 23:05 Uhr im Deutschlandfunk empfohlen.)

Demokrise

Wirtschaftskrisen sind Vertrauenskrisen sind Krisen der Demokratie. Drum wird auch weiterhin akut über die Staatsform unter Druck nachgedacht. In der NZZ blickt der Historiker Christian Meier zurück auf die Vorfahren der morgen wählenden Griechen. Schon im antiken Athen herrschten stets nur einige, nie das ganze Volk, dessen Herrschaftsanspruch die Demokratie nicht erfüllen kann.

Ebenfalls den Blick zurück zu den erfreulichen europäischen Wurzeln anstatt die unerquickliche Gegenwart lenkt Sahra Wagenknecht (Linke) in der FAZ. (Jawohl, die Kommunisten stehen jetzt auch schon in der FAZ!) Kunst, Geist oder Demokratie sind wie Europa überhaupt den Märkten überlassen worden, die nötig reguliert gehören.

Das Älteste

Die ZEIT bespricht Robert Spaemanns autobiographischen Gesprächsband über "Gott und die Welt". +++ Die FAZ stellt "Platon in Bagdad" von John Freely vor, der darin beschreibt, wie das Wissen der Antike über den Orient zurück nach Europa kam. +++ Der Bayrische Rundfunk erinnert zum 250. Geburtstag an Johann Gottlieb Fichte. Herzlichen Glückwunsch zum Vierteljahrtausend, altes Möbel!


Links der Woche am 28.04.2012, 15:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 17/12

Ein Prosit dem Volkskörper

In der WELT freut sich Alan Posener über eine "Studie" der amerikanischen Onlinezeitung "The Daily Beast", die unter den nutzlosesten Uni-Abschlüssen vor allem geisteswissenschaftliche wie Politik, Geschichte, Philosophie oder Kunst aufführt: "Ein Land, in dem es kein geisteswissenschaftliches und künstlerisches Prekariat gibt, ist ein Land ohne Seele." (25.04.12)

Demokratie unter Druck

Unserer Lieblingsstaatsform geht es gerade nicht gut: Von außen machen der wirtschaftliche Erfolg Chinas und das EU-Sparkommissariat Druck, im Innern wählen die Bürger wenn überhaupt dann nur noch aus Protest. Herfried Münkler macht sich in der NZZ seine Gedanken über den Scheideweg zwischen elitärer Kommando-Demokratie und irrationaler Massenbewegung. (25.04.12)

YPS kommt zurück

...so wird gemeldet, und zwar eine YPS für die, die damit aufgewachsen sind und heute auf Titten, Grillwürste und Club-Mate-Lifestyle statt Urzeitkrebse stehen.


Links der Woche am 21.04.2012, 15:10 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 16/12

Looking for Freedom

In der taz verteidigt Micha Brumlik den Vordenker des Individualismus, John Stuart Mill gegen seine Vereinnahmung durch den Neoliberalismus. Seine Ablehnung jeglicher staatlicher Einmischung war keineswegs so rigoros, wie z.B. Hayek meinte, und zum Lebensende hin machte sich Mill gar Gedanken über den Sozialismus. (17.04.12)

Agamben zum Siebzigsten

Zu seinem 70. Geburtstag bekommt Giorgio Agamben in der taz ein kurzes Portrait von Cord Riechelmann, das die Pioniertat des "Homo sacer" würdigt, Auschwitz philosophisch und nicht nur geschichtswissenschaftlich zu begegnen. Leider bricht es viel zu früh ab. Ausführlicher dagegen die Geburtstagsgrüße, die Agamben in der NZZ von Uwe Justus Wenzel bekommt.

Träger Muff

Markus Dahlem fragt sich in den BrainLogs, ob eine wissenschaftliche Karriere überhaupt noch lohnt. Anlass ist eine aktuelle Radiosendung, die die Starrheit akademischer Strukturen nicht gesetzlich oder finanziell begründet sieht, sondern der muffigen Trägheit geschuldet. (20.04.12)

Quickstep von links nach rechts

Hans Ulrich Gumbrecht widmet sich in seinem FAZ-Blog Digital/Pausen diese Woche der nicht mehr ganz so taufrischen Frage, ob "links" und "rechts" im politischen Diskurs noch Sinn machen. Von der Begriffsgeschichte, in der die Positionierung einst relativ zum Verständnis des Begriffs "Gleichheit" stattfand über die Godesberger SPD und die Schwärze der Grünen bis zur erzlinken Staatsgläubigkeit geht der "Quickstep". (20.04.12)

Paddi machen: Letzte Woche Festival in Hannover, heute Party in Bielefeld: Die dortige Uni-Abteilung Philosophie haut auf den Putz, Mauri Antero Numminen ist Stargast.


Links der Woche am 14.04.2012, 14:48 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 15/12

Vorsorge gegen die Sorgen

Wenn nichts mehr hilft, hilft nur noch der Weltuntergang: Im US-Fernsehen starten zwei Reality-Dokus, in denen es um Leute geht, die sich auf die Apokalypse vorbereiten. Johannes Thumfahrt sieht das eschatologische Prinzip der Casting-Show darin auf die Spitze getrieben und berichtet in der taz über ein Land, in dem sich Bewohner bewaffnen und einbunkern, weil sie mit dem Weltuntergang besser umgehen können als mit der nächsten Tilgungszahlung. (11.04.12)

Quantentricks

Wer beeindruckt nicht gern eine fesche Erstsemesterin, einen feschen Erstsemester mit der modernen Physik entlehnten Paradoxa? Dieses geisteswissenschaftliche Balzritual könnte bald an sein Ende kommen, denn Physiker Joachim Schulz erklärt gerade in seinem Scilog "Quantenwelt" allgemein verständlich relativistische Paradoxa - und ihre schnöde Auflösung! (12.04.12)

Calvins Erbe

Malochen ist scheiße, aber es geht immer noch beschissener, wie der Doku-Film zeigt, der das Business-Punk-Motto "Work hard, play hard" als Titel hat und von der taz, der ZEIT und der der FAZ vorgestellt wird, die gar meint, der Film zeige, "wie die Betriebswirtschaft unser Leben zerstört und am Ende vielleicht auch den klassischen Kapitalismus". Zur positiven Stimulation des Fluchtreflexes sei abermals an die taz verwiesen, die ein Gespräch mit dem Aussteiger Tom Hodgkinson geführt hat.

Festival oder Kneipe?

In Hannover findet gerade das dritte Festival der Philosophie statt. +++ Das Panoptikum der Stammkneipenkultur, Adam Seides "ABC der Lähmungen" wurde neu aufgelegt, wie die ZEIT meldet.


Links der Woche am 07.04.2012, 15:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 14/12

Put your Schlegel in my Kant

Die Spaßgesellschaft endete am 11. September 2001, seither hat es die Ironie schwer gehabt im öffentlichen Diskurs. Das tut ihm nicht gut und der Kunst im weitesten Sinne auch nicht, findet Peter Richter, und weist in einem wunderbaren FAZ-Text nach, das auch schon Griesgrame wie Hegel müßige Verspieltheit unter dem verbissenen Ernst des bürgerlichen Realitätssinns begruben. (01.04.12)

Warum Flaggen brennbar sind

Thomas Grüter fragt in seinem Scilog "Gedankenwerkstatt", ob Irrationalität womöglich kein Defekt, sondern nur ein weiterer üblicher Modus des Denkens ist. Der Glaube an übersinnliche Kräfte ist schließlich in allen Kulturen verbreitet, ebenso wie der an Rituale, Wahrsagerei und Symbole, wie der hierzulande gültige § 90a StGB bezeugt. (02.04.12)

Kaum Diskurs im Diskurs

Nebenan bei Glanz & Elend rekapituliert Peter V. Brinkemper eine Wuppertaler Tagung zu Habermas' Update des Historischen Materialismus', die eher zu einer (mäßigen) Werkschau geriet. Was sind Kapitalismus und Demokratie heute in Europa? Was bedeuten Erkenntnis und Interesse für den Diskurs? Was machen Wissenschaft und Technik im Überbau?

"deutsche Gebrauchsliteratur"

Kürzlich lasen vor 250 "eher linken" Zuhörern die Redakteure Mely Kiyak (FR), Yassin Musharbash (SPON) und Deniz Yücel (taz) aus der Hatemail vor, die sie in den vergangenen Jahren erhalten haben: Leserbriefe, aus denen Rassismus, aber auch Sexismus und Antisemitismus nur so herausmüffeln. Der kathartische Abend schien - dem taz-Bericht nach - sogar lustig gewesen zu sein, wenn nämlich die Zuschriften vor lauter Hass gar zu sehr ins Absurde kippten. (02.04.12)

Von der Fahne gegangen

Die Zentripetalkraft des abendländischen Kapitalismus und seiner Leistungsnorm lässt nach. Dokumentiert wird das von der Selbstauskunft einer jungen Hochschulabsolventin mit Karriereaussichten, die nicht etwa hingeworfen hat, um sich mit Sabbatjahr oder Abenteuerurlaub für den Job zu regenerieren. Vielmehr lebt sie jetzt einfach von Arbeitslosengeld jenseits von Schland; mit Oscar Wilde: "I don't want to earn a living, I want to live." (04.04.12)

Das Weitere und Engere

In der NZZ bespricht Ludger Lütkehaus das neue Buch "Aufklärung. Das europäische Projekt." von Manfred Geier. +++ Anlässlich der Veröffentlichung von Theodor W. Adornos Vorlesungen zur Ästhetik und Dialektik läuft in Berlin eine Ausstellung zu TWA, schreibt der Tagesspiegel. +++ Sensation: Fichte war kein Rammenauer, sondern aus Oschatz, wie die Oschatzer Allgemeine Zeitung atemlos meldet!


Links der Woche am 01.04.2012, 15:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 13/12

Glück auf beim Data Mining

Dietmar Dath glaubt nicht, dass früher alles besser war, aber auch nicht, dass in Zukunft alles besser wird. In der FAZ skizziert er die vier Paradigmen der exakten Wissenschaften, deren jüngstes viertes ein Kind der Möglichkeit ist, komplizierte Berechnungen mit einer Turingmaschine zu erledigen. Vernetzt man Millionen davon, schlägt die Quantität in eine neue Qualität um, in welcher Theorie, Experiment und Simulation ununterscheidbar sind. (28.03.12)

Der Unvermeidliche

Hans Ulrich Gumbrecht denkt in seinem philosophischen FAZ-Blog "Digital/Pausen" diese Woche über die Frage nach, ob Heidegger unvermeidlich sei. (In Freiburg: ja) Grund ist die Tatsache, dass Subjektphilosophie und Konstruktivismus abgewirtschaft sind und besonders Heideggers Spätwerk neue Impulse zur Gegenwartsanalyse geben könnte. Daneben setzt sich Gumbrecht noch mit seinen inzwischen abgelegten Vorbehalten gegen Heidegger wg. 1933/34 auseinander. (30.03.12)

Metametameta

Leonie Seng verweist in Ihrem Philosophie-Blog auf das Philolink-Blog, das seit einigen Tagen Links zu philosophischen Themen sammelt, und wir verweisen in unserer wöchentlichen Sammlung von Links zu philosophischen Themen auf den Verweis zur Verweissammlung. Deconstruct this, Poststrukturalismus! (30.03.12)

Weltwissen in 45-Minuten-Häppchen

Judith Schalansky hat mit "Der Hals der Giraffe" den wunderbaren Monolog einer verbitterten Bio-Paukerin verfasst und denkt nun in der FAZ über Schulbücher gestern, heute und morgen nach; sowie über das Rätsel, das über jeder Schulzeit hängt - gerade wenn Klausuren anstehen: Wofür soll man den ganzen Stoff später mal brauchen? (01.04.12)


Links der Woche am 24.03.2012, 19:38 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 12/12

Die Ironie der Zensur

Macha Séry hat in den Archiven einen Artikel gefunden, in dem Albert Camus 1939 beschrieb, wie Freiheit, vor allem Pressefreiheit unter den Bedingungen der Unfreiheit möglich ist. Es ist von passender Ironie, dass dieser Text der Zensur zum Opfer fiel und erst jetzt in deren Archiven gefunden wurde, wie Jürg Altwegg in der FAZ berichtet. (20.03.12)

Vom Gekritzel zum Opus

In der NZZ bespricht Ludger Lütkehaus den neunten Band von Nietzsches "Handschriftlichem Nachlass ab Frühjahr 1885", der ab sofort für lumpige 338 Euro erhältlich ist (alternativ kann man dafür 13 Jahre lang den Lichtwolf abonnieren). Die Philologen waren gut - vielleicht zu gut - zu Nietzsche, der in den Arbeitsheften von 1888 einräumt, "wie ein Schwein zu schreiben". (24.02.12)

Apropos Gekritzel

Zwei Texte beschäftigten sich diese Woche mit dem Wandel der Schriftkultur, der ja wie die Plattentektonik nur von Fachleuten mit komplizierten Geräten zu bestimmen ist. Zum einen stellt Eduard Kaeser in der NZZ die Rolle der Haptik beim Schreiben in den Vordergrund, um sich sodann mit dem Gewische und Gefingere des Touchscreen-Wesens zu beschäftigen. Zum anderen bemerkt Harald Jähner in der FR das Aussterben der Grußfloskel "Lieber..." - in einem Text, der trotz eines homophoben Ausreißers lesenswert ist.

Wonnen der Maloche

Mit dem Buch von Alain de Botton über "Freuden und Mühen der Arbeit" beschäftigt sich in der ZEIT Max Neufeind, der beim Rezensieren einmal den Roman im Blick behält, den Thomas von Steinaecker ebenfalls der modernen Arbeitswelt gewidmet hat, und daneben auch Hegels Definition von sinnvoller Arbeit. (22.03.12)

Mind the Gap

An einer lückenlosen Geschichte der Philosophie wird am King's College in London gearbeitet. Die Zeitleiste startet mit Hesiod und ist inzwischen bei Marc Aurel angelangt.


Intime Interna am 22.03.2012, 09:27 Uhr

Deutschland, ab ins Bett!

Die neue Frühlingsausgabe ist da!

Tittenhitler

„Das stolz bekannte Nichts, das mir zu Hitler einfiel, schlägt, denke ich, alles, was den aktiven Freiheitskämpfern nicht eingefallen ist.“ Karl Kraus, Die Fackel Nr. 912, Aug. 1935, S. 70

...und es ist vollkommen normal, liebe Leserin, lieber Leser, in Ihrem Alter beim Anblick dieses Titelbilds nicht zu wissen, wohin mit den Hormonen. Gänsehaut, Schockstarre, Lustschweiß und Herzrasen lassen in der Regel mit Bestellen eines Lichtwolf-Abos oder des Einzelhefts nach.

Näheres zu dem, was hinter dem Schlafzimmerblick des Brüsteführers im aktuellen Frühlingsheft drinne steht, entnehmen Sie bitte dem entsprechenden Beipackzettel im Einkaufszentrum. Die ersten sieben Seiten der Ausgabe können im LichtwolfReader kostenlos durchgeblättert und studiert werden, ebenso unteuer ist der Download nämlicher Auszüge als PDF, zu bewerkstelligen hier. Es stehen auch zwei Beiträge zur unverbindlichen Onlinelektüre bereit, nämlich Bdolfs Prolegomena zum Titelthema sowie die erste Hälfte des Essays "Springtime for Tittenhitler" von Marc Hieronimus.

(Das Atmen und Bestellen nicht vergessen vor lauter Erregung!)


Links der Woche am 17.03.2012, 14:32 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 11/12

KI sag mal "Piep"!

In diesem Jahr wäre der Computerpionier Alan Turing 100 Jahre alt geworden. Bei den Scilogs eröffnet Tarek Richard Besold darum unter der schönen Überschrift "Turings Werk und Searles Beitrag" eine Reihe zum Turing-Test, den eine künstliche Intelligenz bestehen müsste, um als solche anerkannt zu werden. (13.03.12)

Nach dem Vektor zum Bahnhof fragen

Quantenphysiker Joachim Schulz lässt uns - ganz formelfrei! - in den Scilogs an einer der vielen Segnungen der Mathematik teilhaben, nämlich am Vektorraum, der als Koordinatensystem jeder Leserin und jedem Leser noch bekannt vorkommen sollte. Damit lässt sich der Raum beschreiben und womöglich auch die Raumzeit. (13.03.12)

Am Katheder auf Arbeit

In der FAZ wird weiter über den Privatdozenten debattiert. Remigius Bunia stellt im Rückblick fest, dass nicht der Umgang mit dem PD, sondern der mit der Lehre das Problem ist. Zur Lehre ist man befugt oder berufen, zum Unterrichten wird man gezwungen (13.03.12)

Die laue Flut

Jürgen Kaube beschäftigt sich in der FAZ mit der Sachbuchflut und den Gründen, warum von ihr nicht mehr als einige Pfützen bleiben werden. In den 60ern hinterließ jede Sachbuchsaison Klassiker, die in Diskussionen gestählt, von Lektoren fit gemacht und unter Entbehrungen fertiggestellt wurden! Heute hat die DFG "Sondertöpfe für Vorhaben, die besonders riskant sind, weil man nicht schon vorher weiß, was dabei herauskommt." (16.03.12)

Alles fließt

Die Frankfurter Universität feiert Derrida gerade mit einer Riesenkonferenz ab und mutmaßlich aus Anlass eines Derrida-Revivals besucht Maximilian Probst für die ZEIT den Dekonstruktionsschüler Jean-Luc Nancy. Zufrieden ratlos darf er miterleben, wie die starren Verhältnisse, gegen die man einst denkend antrat, sich inzwischen komplett verflüssigt haben. (16.03.12)

Außerdem:

Rüdiger Safranski hat Joachim Gaucks Buch "Freiheit" gelesen und zeigt sich in der WELT begeistert vom Liberalismus des abmorgigen Bundespräsidenten. +++ Anlässlich seines 90. Geburtstags würdigt die ZEIT den Philosophietransformator Karl Otto Apel, wie gewohnt ausführlicher bei Glanz & Elend nebenan. +++ Im Freitag weist Tom Strohschneider darauf hin, dass Terry Eagleton die Kapitalismuskritik eines gewissen Herrn Marx gegen Kritiker verteidigt. +++ Harald Lesch und Wilhelm Vossenkuhl haben sich bei Rotwein über Philosophie unterhalten, herauskam ein 700-Seiten-Buch, von dem die SZ überhaupt nicht begeistert ist.


Links der Woche am 10.03.2012, 14:03 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 10/12

Sei empowert und sei froh, und putz' nochmal das Kunden-Klo!

Schon gewusst? "Kik" ist ein Akronym für "Kunde ist König". Thomas Ebermann hat die Steigerung des Psychoterrors für Arbeitnehmer, nämlich firmeninterne Motivationshymnen, für die Theaterbühne aufbereitet und lässt sie dort u.a. von Schorsch Kamerun (Goldene Zitronen) zu Gehör bringen, so erzählt die taz. (05.03.12)

Comedia dell’Arte in unserer Gesellschaft

Markus Metz und Georg Seeßlen hauen pro Jahr mindestens ein profundes Buch zur Seelen- und/oder Popkultur-Lage heraus. 2012 eröffnen sie dieser Tage mit "Bürger erhebt euch!", die taz bringt einen begriffsklärenden Vorabdruck aus dem Buch, das eine gefährliche Spannung zwischen progressivem Citoyen und konservativem Bourgeois diagnostiziert. (06.03.12)

Langsamkeit und Verbrauch

Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia rechnet in ihrem FAZ-Blog die Theorie Ivan Illichs durch, man sei unter Berücksichtigung aller Kosten mit dem Auto kaum schneller als mit dem Fahrrad. Nicht nur das Ergebnis ist faszinierend, auch der Gedankenrahmen, demzufolge "power" korrumpiert - politische wie elektrische "power". Illich empfahl darum schon anno 1973 eine gesellschaftliche Energiediät. (06.03.12)

cf. Wachowski, A. & L.: "Matrix" (1999)

Vor zwei Wochen ging es um die Art, wie Philosophen - namentlich Axel Honneth - in Film und Literatur Quellen zur Illustration ihrer Theorien finden. Susanne Schmetkamp führt im Theorieblog die Diskussion über das rechte Verhältnis weiter und kommt zu dem Schluss, Philosophie und Narration bereicherten einander. (07.03.12)

Schwarmintelligenz statt Fürstengeist?

Die Ansicht, Netzwerke und Moral seien affirmative Scheiße, die einzig den Herrschenden zum Machterhalt dient, scheint schon etwas älter zu sein. Sie nämlich hat Machiavelli zur Suche nach einer neuen Ordnung zwischen Volk und Herrscher getrieben, so der Tenor von Volker Reinhardts biographischem Buch "Machiavelli oder Die Kunst der Macht", das Cord Riechelmann in der FAZ bespricht. (08.03.2012)

Nicht zurückblicken

Das Wortspiel macht's nicht falsch: "In Würdigung seiner kapitalen Geschichte hat Europa Griechenland stets hohen Kredit eingeräumt." Unter dieser Prämisse untersucht Manuel Gogos in der NZZ das krasse Verhältnis zwischen dem Griechenland als Wiege abendländischer Kultur und dem Griechenland unterm Joch der Sparkommissare. (09.03.12)

Das Weitere und Engere

In der ZEIT weist Frank Schäfer auf ein neues Buch voller Interviews mit Hunter S. Thompson hin. +++ Genf hat sich mit seinem wohl berühmtesten Citoyen ausgesöhnt und wird Rousseau zu seinem diesjährigen 300. Geburtstag mächtig feiern, meldet die NZZ. +++ Suhrkamp zögert, die Übersetzung einer Trotzki-Biographie von 2009 herauszubringen - weil sie mit liebgewonnenen Mythen aufräumt, wie Lorenz Jäger in der FAZ spekuliert? +++ Gleich zwei Nervensägen in einer Meldung? Das geht: Schlotterdeik weiß schon jetzt, Gauck werde "uns" pastoral auf die Klötze gehen.


Links der Woche am 03.03.2012, 14:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 09/12

Schaden und Nutzen

Falls Rot-grün, Occupy und NABU hierzulande noch ein Dokument zur Wiederbelebung und Blockbildung fehlte, liegt es nun aus der Feder von Naomi Klein in den Blättern für deutsche und internationale Politik vor: Die Rechte leugnet den Klimawandel, weil sie von dem System profitiert, das ihn forciert. Im Umkehrschluss sind der Kampf gegen den Klimawandel und der für eine gerechtere Wirtschaftsform derselbe.

Geistreich und bildungsarm

Bei uns wohnt die "Wissensgesellschaft" in der "Bildungsrepublik". Andrea Roedig hegt im Freitag allerdings Zweifel an den Segnungen einer Bildungsinflation, die sich darin äußert, dass ein hohes Bildungsniveau - zumindest den Geisteswissenschaftler - weder sicheren Job noch hohes Gehalt bescheren, und dass Wissen zur Ware wird, die um des Profits willen massenhaft und billig auf Halde produziert wird. (27.02.12) (Ein gutes altes Beispiel für das gebildete Prekariat gibt der Privatdozent ab, mit dem sich Stefan Laube in der FAZ beschäftigt. Auf Laubes "Versorgungsmentalität" antwortet ein mit dem Status quo sehr zufriedener Volker Rieble.)

Reiche nie aus den Augen lassen

Und wenn Sie jetzt noch immer keinen Hals auf die Besitzenden haben, tun Sie sich noch das rein: Die taz stellt via dpa eine der beliebten US-Studien vor, die Vorurteile bestätigen. Fahrer dicker Autos wirken demnach nicht nur rücksichtsloser, sie sind es auch, und Reiche greifen im Gegensatz zu Armen eher mal anderen in die Tasche. (28.02.12)

Aus Schaden klug

Trost finden die zu kurz Gekommenen in der FAZ, wo Christian Geyer (eher kritisch) Reinhart Kosellecks weitgehend psychologiefreie Erkenntnistheorie des Besiegten vorstellt. Demnach können Niederlagen zumindest die Historiker scharfsinniger machen. (21.02.12)

Ungenormter Sonnenumlauf

Na, haben Sie das Beste aus dem 29. Februar gemacht, den es dieses Jahr mal wieder als Dreingabe zu den üblichen 365 dazu gab? Wie und warum das mit den Schaltjahren bzw. -tagen so ist, erklärt Klaus Bartels in einem höchst lesenswerten NZZ-Beitrag zur globalen Kalendergeschichte. (01.03.12)

Zumutung Freiheit

Freiheit ist schön, macht aber viel Arbeit. Drum ist der Liberalismus wenig sexy, aber notwendig, so der Tenor des Aufsatzes von Gerhard Schwarz in der NZZ. (02.03.12)


Links der Woche am 25.02.2012, 15:49 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 08/12

Kaufkraft statt Strahlkraft

Frank Schirrmacher hat schon seit einer Weile einen Selbstkritischen: 2011 erwog er, die Linken könnten mit ihrem Urteil über den Kapitalismus vielleicht doch nicht ganz falsch liegen. Nun nimmt er den Abgang Christian Wulffs zum Anlass, mit dessen und seiner eigenen Babyboomer-Generation abzurechnen, die alles verjubelt hat, was ihr in den Schoss fiel. (19.02.12)

Kunst im Zeugenstand

In der Tradition der alten Frankfurter Schule nimmt sich Axel Honneth das Recht heraus, in der Kunst - insbesondere in Film und Literatur - eine produktive Zeugin für die gesellschaftlichen Pathologien zu haben, denen er mit der Theorie auf den Fersen ist. Thomas Assheuer fragt in der ZEIT, ob die Philosophie sich der Kunst bedienen darf, und gibt Beispiele für das Ge- und Misslingen dieser Art von Erkenntnisstiftung. (20.02.12)

Manche sagen so, andere anders

Der Wissenschaftstheoretiker Martin Kusch hat eine interessante Biographie und landet nun in Wien, wo er nächste Woche seine Antrittsvorlesung über den Relativismus hält. Klaus Taschwer portraitiert im Standard den Mann und seine wissenschaftssozialogisch bedingt relative Haltung zum Relativismus. (21.02.12)

Si tacuisses

"Pop-Philosoph" Dietmar Dath und Chemieprofessorin Barbara Kirchner haben ein Buch geschrieben zur Remedierung der Aufklärung, die als "intellektuelle Kriegsmaschine" erfunden wurde, wie die taz meldet. Rudolf Walther stellt - ganz und gar nicht begeistert - das Buch vor, das mit Marx/Engels/Bloch dem bislang noch Ungedachten auf der Spur sein will. (22.02.12)

Außerdemstens:

Heinz Rudolf Kunze ("Dein ist mein ganzes Herz") wünscht sich entweder Otto Rehhagel als neuen Bundespräsidenten - oder Peter Sloterdijk. +++ Neues Deutschland bespricht Herbert Schnädelbachs Buch über das, was Philosophen wissen, zum Beispiel: "Philosophie hat im bildungsbürgerlichen Mittelstand Konjunktur und nimmt heute etwa die Bedeutung ein, die vor 100 Jahren die Hausmusik hatte." +++ In der FAZ bespricht Nils Minkmar geradezu hymnisch das Gärtner- und Denkbuch, mit dem Jakob Augstein die Vita Activa ins 21. Jahrhundert aktualisiert. +++ Seien Sie noch einmal herzlich daran erinnert, an der Wahl der Beiträge teilzunehmen, die im Jubiläumsbuch zur Feier von zehn Jahren Lichtwolf enthalten sein sollen: Abstimmung und Gewinnspiel laufen nur noch bis Mittwoch!


Links der Woche am 18.02.2012, 14:02 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 07/12

Das Ohngefähre

Der Quantenphysiker Josef Honerkamp staunt in den Scilogs über die Probleme, die sich Philosophen mit der logischen Unbestimmheit von Begriffen machen. ("Ab wann ist eine Ansammlung von Körnern ein Haufen?") Das Ideal ist natürlich die Mathematik, die mit eindeutigen Begriffen unanfechtbare Beweise führen kann. Aber Honerkamp tröstet mit Popper, die Begriffe müssten ja bloß "so exakt sein, wie es die Problemsituation erfordert". (14.02.12)

Das bessere Leben

Melanie Mühl, Jahrgang 1976, gehört zur Generation, die es einmal nicht besser haben wird als ihre Eltern, mit denen dennoch keiner tauschen will. Immerhin schreibt Mühl (hoffentlich bezahlt und unbefristet) für die FAZ - und zwar über das Lebensgefühl ihrer Generation zwischen ernüchtert, engagiert, überqualifiziert und auf sich selbst zurückgeworfen. (14.02.12)

Du bist deine Krankheit

Vom Toxoplasmose-Erreger weiß man, dass er Mäuse leichtsinniger macht, um über sie in seinen eigentlichen Zielwirt Katzen zu gelangen. Im FischBlog stellt Lars Fischer eine Studie vor, die nahelegt, dass auch das Grippe-Virus das Verhalten seiner Gastgeber beeinflusst: Probanden hatten nach der Grippeimpfung mehr Sozialkontakte als sonst - damit sich das Virus besser verbreiten kann? (15.02.12)

Akademisches Nadelöhr (50 %)

Karlsruhe hat gesprochen: Die W-Besoldung für die Professorenschaft ist verfassungswidrig. Die (meist Bruch-)Zahlen der akademischen Besoldungspraxis und deren Wurzeln in der Hochschulreform anno 2002 legt Markus A. Dahlem in den Scilogs dar und plädiert für mehr Transparenz und Offenheit im Oberbau. (17.02.12)

Das Weitere und Nähere

IM SZ Magazin informiert uns Peter Praschl über die Streichung der Schreibschriften zugunsten einer Grundschrift in der Grundschule - und über die erwartbare Furcht vor einem Kulturverlust. +++ An dieser Stelle wurde bereits mehrfach auf den kuriosen Konnex von Dichtern und Diktatoren hingewiesen, den nun auch noch einmal Thomas Thiel in der FAZ aufgreift. +++ Gleichfalls bereits mehrfach wurde hier auch auf Kritik an Wissenschaftsverlagen hingewiesen; in der FAZ berichtet Philip Plickert über den aktuellen Boykottaufruf gegen Elsevier.


Links der Woche am 11.02.2012, 14:07 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 06/12

Die Katastrophe und das Denken

Das Erdbeben von Lissabon gab 1755 der Theodizee-Frage neuen Schwung. Nicht nur Voltaire geriet angesichts der Katastrophe in Zweifel über eine angeblich harmonische, sinnvolle Weltordnung. Bei Glanz & Elend beschreibt Karim Akerma sehr schön, wie Rousseau - der zur Anthropodizee übergeht - und Kant - der das Gute hinter dem Unglück sucht - mit der Erschütterung umgegangen sind.

Wie einst Georg Heym

Staunende Betrachtungen zur Jahreszeit stellt Jörg Friedrich im Freitag an, wenn er den Blick auf die derzeit gefrorenen Seen richtet: Wo sonst höchstens Seevögel oder Jesus unterwegs sind, tummeln sich nun die Fußgänger, von der Sensation des sonst Unbegehbaren in den Übermut getrieben. (09.02.12)

Alles richtig falsch?

Wenn schon, denn schon: Das Peinliche am Plagiatsfall Guttenberg war die Heimlichtuerei. Walter Benjamin dagegen wollte mal ein Werk verfassen, das nur aus Zitaten besteht. Dieses Projekt wurde im Jahr 2000 von einem Studenten des Wiener Philosophen Herbert Hrachovec umgesetzt. Wie er als Prüfer mit dieser Diplomarbeit umging, die geisteswissenschaftliche Selbstverständlichkeiten herausfordert, erklärt Hrachovec beim ORF. (10.02.12)

Gucken kostet was

Wissenschaftsverlage stehen in der Kritik: Staatlich bezahlte Forscher müssen, um in der scientific community was zu gelten, in ihren Magazinen publizieren, welche dann wiederum für teures Geld von öffentlich finanzierten Bibliotheken abonniert werden müssen. Ulrich Herb berichtet im Freitag vom Boycott-Aufruf des Mathematikers Tyler Neylon. (11.02.12)

Drei ehrenwerte Herren

Klaus Theweleit wird 70, die FAZ gratuliert. Die ZEIT bespricht das neue Buch des Soziophilosophen Amitai Etzioni: "Vom Empire zur Gemeinschaft". Wer sie gestern auf Deutschlandradio Kultur verpasst hat, möge heute Abend um 23 Uhr den Deutschlandfunk einschalten: Die lange Nacht über Alexander Kluge.


Links der Woche am 04.02.2012, 15:02 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 05/12

Anarchismus immer und überall

Die Occupy-Bewegung ist links, aber bemerkenswert unsozialistisch. Ob der Anarchismus der zeitgemäße Utopieversuch ist, fragt Uwe Ebbinghaus in der FAZ, und stellt zunächst einmal das Fehlen einer ideologischen Kontinuität fest. Die aber muss kein Mangel sein, sondern ist vielmehr Gemeinsamkeit vieler anarch(ist)isch geprägter Protest-, Revolutions- und Bewältigungskulturen. (30.01.12)

SNAFU

Im Tagesspiegel unterhält sich Angelika Brauer mit Axel Honneth über die wachsende Kluft zwischen arm und reich, die einerseits der Kritischen Theorie zu neuer Aktualität verhilft, andererseits von einem Mangel an öffentlicher Empörung begleitet ist. Intellektuelle spielen dabei normalisierte Rollen. (02.02.12)

Genug Wissen für alle

Hans-Werner Sinn will mehr vom Sachverstand geleitete Politik. Michael Blume erklärt in den Chronologs warum diese zunächst einleuchtende Forderung weder der Politik noch der Wissenschaft nützt. Denn auch letztere lebt vom Engagement aller und nicht nur der Eliten, drum sein Aufruf an jeden, sich in die Wissenschaften zu stürzen! (03.02.12) (vgl. dazu die Essay-Reihe von Stefan Schulze Beiering, deren Kritik der Geisteswissenschaften sich vor allem gegen deren Elitarismus richtet.)

Nachbar Frankfurter Schule

1955 kehrte Ulrich Sonnemann in das Land zurück, aus dem er vor den Nazis fliehen musste, und schrieb fürderhin zur "Einübung des Ungehorsams in Deutschland", u.a. mit "Vorstudien zur Sabotage des Schicksals" und anderen vielversprechenden Titeln, die uns Uwe Justus Wenzel in der NZZ zum 100. Geburtstag Sonnemanns vorstellt. (04.02.12)

Anderswo:

Augsburger aufgepasst: Im Dr. Hofweber Institut findet kommende Woche der letzte Philosophie Slam statt. +++ Die Konkurrenz schläft nicht: Werben&Verkaufen meldet, dass "Philosophie Magazin" und "Hohe Luft" mit den Verkaufszahlen ihrer ersten Ausgaben zufrieden sind und in Serie gehen wollen.


Links der Woche am 28.01.2012, 14:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 04/12

Räsonniert, aber gehorcht!

Anlässlich des 300. Geburtstags Fritz-zwos geht Ottfried Höffe in der FAZ ausführlich der Frage nach, ob sich unter seinem aufgeklärten Absolutismus in Preußen eine platonische Philosophenherrschaft etabliert hatte, wie sie zuletzt unter Marc Aurel in Rom herrschte. Der Wille, Tugend und Macht zu vereinen, war jedenfalls von Generationen von Philosophen anerkannt. (22.01.12)

Simpel, mutig, Kunst

Kerstin Holm weist leider nur in einer kurzen Glosse bei der FAZ auf den weißrussischen Aktionskünstler Denis Limonow hin, der sich und seine Gruppe der Mitwirkung an den Sprengstoffanschlägen auf die Minsker U-Bahn bezichtigt hat. Dadurch können die beiden Handwerker, die ohne Beweise und aufgrund (mutmaßlich unter Folter erzwungener) Geständnisse zum Tode verurteilt wurden, vorerst nicht hingerichtet werden. (24.01.12)

Erschüttert

Japan setzte auf den Staat und die technische Herrschaft über die Naturgewalten. Nach Tsunami, Kernschmelze und einer überforderten Regierung sind die japanischen Grundfesten ähnlich erschüttert wie die Inseltektonik. Da es aber auch nicht ohne geht, steckt Nippon in einer Zwickmühle, die Florian Coulmas in der NZZ anschaulich schildert. (25.01.12)

Denkt doch an die Kinder statt an "Inquisitionsschlampen hart gedehnt IV"!

Bei der WELT geht es nicht immer bloß um Weltkrieg und Kulturverfall, auch in der Pornographietheorie ist das Springerblatt ganz groß. (Erinnert sei an das von Sachkenntnis strotzende Interview, das Jan Küveler mit Porno-Kali Sasha Grey geführt hat.) Pornokonsum kostet die Wirtschaft Zeit und also Geld, passt nicht recht zum hehren Ideal vom guten und edlen Menschen und gibt doch einen der besten Anlässe ab, um Paternalismus und Liberalismus gegen einander abzuwägen, wie es der britische Philosoph Alain der Botton in der WELT also tut. Deutlich liberaler waren da die Schlüsse, die Augušt Maria Neander in seinen entsprechenden Betrachtungen zur Pornographie im Lichtwolf gezogen hat.

Auf jedem Schiff, das dampft und segelt

Auffällig oft verweisen wir auf Artikel des (längst nicht mehr ganz so) bürgerlichen FAZ-Feuilleton - weil es nun einmal eines der Besten ist. Dies wurde diese Woche wieder unter Beweis gestellt durch Marcus Jauer. Ausgehend von Jean-Luc Godard, der die "Costa Concordia" als Drehort seiner Kapitalismusparabel "Film Socialisme" auswählte, schlägt Jauer den Bogen zum Francesco Schettino als auch vor Ort anzutreffende Führungsfigur, die - wenn die Kacke am Dampfen ist - nichts mehr von ihrer Verantwortung wissen will. (26.01.12)

Das Weitere und Nähere

Das Ende der Schokobanane? Im Fischblog erklärt Lars Fischer, wie der Klimawandel sowohl Kakao- als auch Bananenplantagen bedroht. +++ Rudolf Walther berichtet für die taz von einem prominent besetzten Kongress zur Klärung der Begriffe Communitas, Commune, Communismus. +++ Ebenfalls in der taz schreibt Ambros Waibel den Nachruf auf Carl Weissner, den Mann, der Bukowski erfand und ihm diese Woche für immer in den Weinkeller des Todes folgte. Drei Wochen zuvor hatte Waibel Weissner noch die Hauptrolle in seiner Schreibcafé-Kolumne gewidmet.

Rezensionen

Die ZEIT bespricht Martin Hartmanns Buch über Vertrauen in Politik und Alltag und Martin Seels Buch über Tugenden und Laster (ambivalent wie die Werkthese selbst). In der NZZ zeigt sich Roman Veressov nicht glücklich mit Michael Fischs Foucault-Biographie.


Links der Woche am 21.01.2012, 15:14 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 03/12

Wer hat, der hat

Mit viel Ernst Bloch im Gepäck behandelt Martin Seel in der NZZ die Frage, wie sich Tugenden und Laster in ein gesundes Verhältnis setzen lassen. Das Haben ist - in Persönlichkeit und Konsum - so wichtig wie das Habenwollen und auch die Freuden des Verzichts sind nicht zu verachten. (14.01.12)

Ockhams Bart

John Brockmans Onlinemagazin "The Edge" zielt auf die Symbiose von Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften und hat die Schlauköpfe seines Umfelds gefragt: "Welche tiefe, elegante oder schöne Erklärung gefällt Ihnen am besten?" Alan Posener stellt in der WELT das Projekt und einige Beiträge vor. (17.01.12)

Fuck art, let's fuck

In Russland ist alles etwas extremer: Winter, Politik, Kunst. Kerstin Holm stellt uns in der FAZ die russische Künstlergruppe "Woina" ("Krieg") vor, zu deren Kunstprojekten abgefackelte Polizeiautos gehören und die dem Kapitalismus zum Trotz so leben wie Gorkis Barfüßler, die uns das IPuP in Lichtwolf Nr. 34 vorgestellt hat. (19.01.12)

Außerdem:

Das Philosophische Quartett mit Schlotterdeik und Safranski wird 10 Jahre alt. Hurra. +++ Die NZZ weist auf den neuen Essayband des letzten Wiener Kaffeehaus-Philosophen Frank Schuh hin, der Liebe, Kunst und Tod behandelt.


Links der Woche am 14.01.2012, 14:18 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 02/12

Bloggen wie einst Dilthey

Das Culture-to-go-Blog meldet, im Netz werde unter Geisteswissenschaftlern debattiert, ob Bloggen unseriös sei und der Reputation schade. Die Debatte ist dort mit vielen Links dokumentiert. Auf digiwis.de gibt es eine aktuelle Liste von Historiker-Blogs. Die WELT verweist auf das Blog Münchner Theologe Gerd Häfner. Bei den BrainLogs hat Beatrice Lugger eine Liste der twitternden deutschen und internationalen Wissenschaftsinstitutionen zusammengestellt.

Für Hände voll Dollars

Seit mit Muhammad Yunus 2006 erstmals ein Banker den Friedensnobelpreis erhielt, ist die Kritik an den von ihm populär gemachten Mikrokrediten gewachsen. Kathrin Hartmann fasst sie in der FR zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Hilfe zur Selbsthilfe die Fortsetzung des Neoliberalismus mit den Mitteln der Entwicklungspolitik ist und nur den Banken nutzt. (10.01.12)

Nach oben geht es ins Netz

Statt Neugier sind Netzwerke heute das Kernmerkmal erfolgreicher Wissenschaftler. Germanist Peter-André Alt beschreibt in der FAZ, wie die Neugier aus ihrem kirchlichen Bann befreit wurde und heute vor akademischer Karriere-Taktik ins Hintertreffen gerät, bis die Selbstvermarktung unhinterfragt als wichtigstes Qualitätskriterium in der Wissenschaft gilt. (10.01.12)

Neue Sportpanzer für die Postdemokratie

Vor einem halben Jahr wurde hier auf Dieter Kaags lesenswerten Essay über SUVs hingewiesen. Diese Woche nun stand in der FAZ ebenfalls ein Artikel, der auch für unvierrädrige Verkehrsteilnehmer von Interesse sein dürfte: Niklas Maak berichtet von der internationalen Automesse in Detroit bzw. eher von der in Chrom gegossenen Sozialneurose. (12.01.12)

Ein Krieg muss her!

Der Schriftsteller Ingo Schulze hat bereits den Untergang eines Systems miterlebt und jahrelang mit der Faust in der Tasche zugesehen, wie Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden. Jetzt haut er in der SZ auf den Tisch und bringt seine Thesen gegen die selbstverständlich gewordene Ausplünderung der Gesellschaft vor. (12.01.12)

Unn sünst?

Eine Liste von 20 Filmen, die jedem Philosophie-Studenten ans Herz zu legen sind, gibt es bei Accredited Online Colleges: http://www.accreditedonlinecolleges.com/blog/2010/top-20-movies-for-philosophy-students +++ Apropos Film: Demnächst gibt es eine Doku über das Leben von William S. Burroughs. +++ Die Politologen sind alle durch, nun kommen die Ethiker dran: Martin Seel über die Angelegenheit Wulff.


Links der Woche am 07.01.2012, 14:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 01/12

Hannah: The Movie

Nicht Montana, sondern Arendt: Die "Information Philosophie" meldet den Beginn der Dreharbeiten von Margarete von Trothas Film über Hannah Arendt (gespielt von Barbara Sukowa, Axel Milberg als Heinrich Blücher, so das Luxemburger Tageblatt), der im Oktober in die Kinos kommen soll.

Das Durcheinander der Dinge

In der ZEIT referiert Elisabeth von Thadden über die Begriffsgeschichte der Ordnung, vom Kosmos der Vorsokratiker über die antike Physik und neuzeitliche Taxonomie bis zur Einsicht der Humboldt-Nachgeborenen, dass in der Welt ein heilloses Durcheinander herrscht und das einst gefürchtete Chaos als relative Ordnung in alle Wissenschaftsbereiche einzieht. (06.01.12)

Alles auf null

Mit der viel beschworenen Chancengleichheit wird es nichts, solange sich die Regierung nicht dazu durchringt, endlich einen richtigen Kapitalismus durchzusetzen. Darum plädiert der Wissenschaftsphilosoph Ulrich Kühne in der taz für eine 100-prozentige Besteuerung von Erbschaften, die ein gesellschaftlich schädliches Relikt des Feudalismus darstellen. (07.01.12)

Das Weitere

Umberto Eco wird 80, Stephen Hawking wird 70. +++ Die FAZ bespricht zwei inzwischen nicht mehr ganz so neue Bücher über Hegel von Robert Pippin und Susan Buck-Morss. +++ Medienphilosoph Peter Weibel würde laut WELT gerne Cyborg werden: Transhumanismus als letzte Chance, mit dem Internet klarzukommen.


Politik am 06.01.2012, 14:08 Uhr

Was sind das nur für Leute

Den Zuschauern des Kasperletheaters bleibt bloß die schale Hoffnung, die Politkaste möge sich den Fall Wulff eine Lehre sein lassen und sich künftig nicht mehr in die Hände der BILD zu begeben. Aber da war doch noch was anderes in der hiesigen Politik als der Osnabrücker Kreissparkassenleiter, den ein grausames Schicksal (nebst Kanzlerin, Ehrgeiz sowie BILD) ins höchste Staatsamt befördert hat: Genau, die FDP, die durch ihr Dreikönigstreffen sowie dadurch, die Regierungsbeteiligung auch im Saarland durch interne Querelen verloren zu haben, heute für Abwechslung in den Nachrichten sorgt.

Politologen sind seit Mitte Dezember samt und sonders damit beschäftigt, Kommentare zum Bundespräsidenten abzugeben. Darum nimmt es kaum wunder, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, den Abstieg der FDP mit dem Aufstieg der Piraten-Partei in einen nicht nur zeitlichen Zusammenhang zu stellen.* Beide sind klassische Freiberufler-Parteien, nur würden neben den Social-Media-Beratern und Urheberrechtsbloggern neuerdings auch Steuerberater und Rechtsanwälte eher Piraten als FDP wählen. Bei zwei Prozent sind die (alten) Liberalen inzwischen angekommen und im Prinzip so fertig, dass es sich nicht mehr gehört, sie zu verspotten. Die Zahlen jedoch zeigen, dass 2 % bei der Sonntagsfrage eine ganze Menge Menschen sind:

Wahlberechtigte BTW09 (absolut): 62.168.489

Wahlbeteiligung BTW09 (prozentual): 70,78 %

Wahlbeteiligung BTW09 (absolut): 44.005.575

Zweitstimmen für die FDP 2009 (prozentual): 14,6 %

Zweitstimmen für die FDP 2009 (absolut): 6.316.080 (Zahlen bis hier: Bundeswahlleiter)

Mitgliederzahl der FDP 2009 (absolut): ca. 70.000 (ZEIT)

Sonntagsfrage FDP 2011 (prozentual): 2 % (ZEIT)

Sonntagsfrage FDP 2011 (absolut): 865.216 (nach obigen Zahlen gerechnet)

Mitgliederzahl der FDP 2011 (absolut): 63.416 (n-tv)

Das heißt, dass jedes FDP-Mitglied es irgendwie schafft, zusätzlich zu seiner Stimme noch 13 andere Wahlberechtigte von seiner Partei zu überzeugen. Er ist also noch lange nicht tot, der Gelbliberalismus, es riecht nur streng.

Lichtwolf Nr. 30*) Treue Lichtwolf-Leser wissen natürlich, dass Ihr Fachblatt für Dinge in Zusammenhängen aus Gründen schon im Sommer 2010 die Piraten-Partei als radikalliberale Konkurrenz der FDP ausmachte, der es damals allerdings - wie aus dem Text hervorgeht - etwas besser ging: "Noch passen der Liberalismus von FDP und Digitalkultur noch nicht zusammen. Doch irgendwann werden auch Piraten zu groß, um Politik zu spielen, und wechseln für ein paar Prozent mehr zur FDP. Und wenn die Ideologie der Digitalkultur erstmal erwachsen ist, wird sie einen schönen neuen Marktradikalismus für eine Informationsgesellschaft nach gut deutsch kryptofeudalem Vorbild abgeben. Die FDP hat bereits einen eigenen Landesverband Internet." (Schneidegger, Timotheus: "Grow the fuck up", in: Lichtwolf Nr. 30 ("Erwachsene"), S. 10-14, hier: S. 14)



Links der Woche am 31.12.2011, 14:20 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 52/11

Kopfloser Protest

Das US-Magazin TIME hat den Demonstranten als Person des Jahres aufs Titelbild gehoben. Aus diesem Anlass denkt Nils Minkmar in der FAZ über die Proteste des Jahres 2011 - von Arabellion bis Occupy und Russland - nach, die allesamt ohne charismatische Führerfigur auskamen, was ihn wiederum zu einem neuen Umgang mit Rechtsterroristen inspiriert. (27.12.11)

Zum Tod von Michael Dummett

Am 27.12. starb der britische Logikphilosoph Michael Dummett mit 86 Jahren. Letztes Jahr hat er in Podcasts bei "Philosophy Bites" über Frege gesprochen und über seine erste und einzige mit Wittgenstein.

Wacht auf, Versackte dieser Erde!

Heute Nacht werden so viele Alkoholabbauprodukte die Kanalisation fluten wie in keiner anderen Nacht des Jahres. Im Neuen Deutschland lesen wir eine "kleine Betrachtung zur Bedeutung des Alkohols für politische Bewegungen" von Ralf Hoffrogge, der darin die Geschichte des Schnäpskens für das Proletariat skizziert. Prost! (28.12.11) (Dazu passend: die FR über Suffköppe im Tierreich.)

Einen tanzenden Superstar gebären

Nietzsche von den USA inspiriert? Diese These des Buchs "American Nietzsche" von Jennifer Ratner-Rosenhagen stellt Hannes Stein in der WELT vor. Demnach hat Nietzsche für den Transzendentalisten Ralph Waldo Emerson geschwärmt und zugleich in den USA (gerade in linken Kreisen) bereits Verehrung genossen, als er in Deutschland noch weitgehend ignoriert wurde. (28.12.11)

Wie wird 2012 gewesen sein?

Statt eines Jahresrückblicks gibt Dietmar Dath in der FAZ eine extrapolierte und extra polierte Vorschau auf das Jahr 2012, die zwar erfreulicherweise ohne "Maya-Weltuntergang" auskommt, aber doch nur den immer gleichen Scheiß mit neuem Branding erwarten lässt. (29.12.11)


Intime Interna am 28.12.2011, 10:25 Uhr

Elektrische Nachtausgabe

Lichtwolf Nr. 36 E-Book

Lichtwolf Nr. 36 ("Nacht") als E-Book für Kindle und alle anderen.

Na, hat der Weihnachtsmann Ihnen was Schönes gebracht? Vielleicht sogar irgendeine Art von Leuchtschrippe, auf/mit der Sie E-Books lesen können? Oder sowas hatten Sie schon längst und hätten jetze gerne auch den neuen Lichtwolf im Elektroformat?

Bitteschön: Alles war elfenartig fleißig über die Feiertage und der aktuelle Lichtwolf zum Thema Nacht ist nun auch (wie die vorigen Ausgaben Nr. 34 und 35) als E-Book für schnöde 3,99 Euro erhältlich: Bei Amazon für den Kindle und bei Libreka für alle anderen Lesegeräte.

Weitere Elektrizitätswerke vom Lichtwolf resp. seinen Autoren gibt es nebenan beim catware.net Verlag.


Links der Woche am 24.12.2011, 14:01 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 51/11

Sandel Superstar

Die ZEIT stellt den in Harvard lehrenden Philosophen Michael Sandel vor. Seine Vorlesungen zum Thema Gerechtigkeit sind eher öffentliche Seminare und so beliebt, dass der Zutritt ausgelost werden muss. In Fernost werden die Mitschnitte seiner Sokratiaden millionenfach herunterladen. (19.12.11)

Was vom Hype bleibt

In Wien lehrt der Archtitekt Georg Franck, der in der NZZ erklärt, wie ein Klassiker zustande kommt: Entgegen aller Verschwörungstheorien über "den Betrieb" ist die Ochsentour - ob in bildender Kunst, Architektur oder Literatur - immer die gleiche und durchaus kritisch-rationalistische: Neu sein, bei Experten bekannt werden, Mainstream werden, nachgeahmt werden, nach der Inflationsbereinigung übrig bleiben. (19.12.11)

Festlektüre

Sollten Sie unterm Baum den Geschenkklassiker Büchergutschein finden, so seien Sie vertrauensvoll verwiesen auf zwei Rezensionen von Stefan Geyer bei Glanz & Elend, die ganz hervorragende Lektüre versprechen: Besprochen werden der letzte Roman von Tristan Egolf unter dem Motto "All hail Discordia" (indeed!) sowie "Ignaz oder Die Verschwörung der Idioten" von quasi outsider artist John Kennedy Toole.

Akademisches Gezwitscher

via @jluebeck und falls Sie Folge-Bedarf haben: Die Wissenswerkstatt hat im Rahmen einer Studie zwei Listen zusammengestellt, einmal eine der Wissenschaftler und einmal eine der Universitäten bei Twitter.

Nun doch Historikerstreit?

Und das zum Fest der Liebe: Tom Strohschneider referiert im Freitag, wie sich zwei Historiker streiten. Denn in der FAZ hat Götz Aly bereits auf die Generalkritik reagiert, die Hans-Ulrich Wehler letzte Woche an seinem Buch über die Geburt des Antisemitismus aus dem Sozialneid geübt hat.

Er nu wieder!

Slavoj Zizek hat es geschafft, trotz oder wegen diverser Zwangsneurosen Schlotterdeik den Rang als feuilletontauglicher Philosoph abzulaufen. In der FR führt Arno Widmann ein ausführliches Festtagsgespräch mit ihm, das sich - wie üblich! - liest, als wären schon einige Tässchen Glühwein im Gedankenspiel gewesen. (23.12.11)

Die Aporie ist die Lösung

Der Besinnungsaufsatz zum "Fest der Liebe" steht in der taz. Helmut Höge denkt dort mit Foucaults sozialer Lebenskunst und acht Anführungszeichen pro Satz über Liebe und Freundschaft nach und warum es immer nur bei Sex bleibt, Moral aber auch keine Lösung ist. (23.12.11)

Zu guter Letzt:

Heute vor acht Jahren ist lichtwolf.de ans Netz gegangen und zu diesem Anlass ist wieder eine Reihe von Artikeln aus vergangenen Ausgaben (und der aktuellen) onlinegestellt worden. +++ Stipendium gefällig? Philosophen und Schriftsteller für vier Wochen ins Nietzsche-Haus nach Sils-Maria. +++ Ey: Schöne Feiertage!


Intime Interna am 24.12.2011, 00:01 Uhr

lichtwolf.de zum achten Geburtstag

Wie letztes Jahr und eigentlich jedes Jahr zum 24. Dezember, wird - während Jesus mit einem gestohlenen SUV und voll bis unter die Dornenkrone Obdachlose durch Einkaufszentren hetzt - hier der Jahrestag des Starts von lichtwolf.de gefeiert. Geschenkt gibt es zu diesem Feste Artikel aus den gedruckten Ausgaben. Heute feiern wir die achte Wiederkehr des "Launchs" unserer edlen Weltnetztröte und jetzt haben Sie über die Feiertage ordentlich was zu lesen:

- Die fünfteilige Essayreihe zur Kritik der Geisteswissenschaften von Stefan Schulze Beiering aus Lichtwolf Nr. 31 bis 35 ist komplett und ungekürzt online, ebenso wie

- aus dem aktuellen Lichtwolf Nr. 36 (Titelthema: "Nacht") Judith Stiebers "Neues vom Hai - Folge 12" und Bdolfs "Propädeutikum und Prolegomena zum Thema Nacht", außerdem zwei der weltberühmten 800-Zeichen-Rezensionen (Bücher von Jürgen Große und Jakob Hein.

- Außerdem können Sie reinlesen in Michael Helmings Reisebericht aus Meersburg, wo er für Lichtwolf Nr. 35 den genii loci von Mauthner und Mesmer nachjagte; sowie in den von Stefan Rode verfassten Lichtwelpen aus Lichtwolf Nr. 34, worin die teilhabekritische Zuschrift der kleinen Larissa beantwortet wird.

Feiern Sie schön und lesen Sie mehr denn je, denn das schadet dem System, jedem System!


Intime Interna am 20.12.2011, 13:08 Uhr

Das neue Heft ist da!

...und in vier Tagen müssen Sie einige Geschenke parat haben, welch günstiger Zufall!

Nicht nach-,Lichtwolf Nr. 36 sondern nachtdenken, darum geht es in der soeben offiziell veröffentlichten Winterausgabe der "Zeitschrift trotz Philosophie". Das Titelthema lautet "Nacht", behandelt wird nämliche im eigentlichen Sinne, d.h. als Grusel, Entbehrung und Finsternis, sowie natürlich im übertragenen Sinne: Umnachtung, Fastnacht, Herzen der Finsternis, Gemunkel und natürlich Bonaventura. Nicht nur Nachtschwärmer sollten zugreifen, auch für lichte Köpfe ist dieses Brevier ein unerlässlicher Wegweiser auf der dunklen Seite von Planet, Philosophie und Psyche!

Das Heft gibt es hier bei uns im Einkaufszentrum. Natürlich können Sie es auch gleich mit einem kompletten Abo bekommen und sich ein Jahr Lichtwolf sichern. Wenn Sie zunächst einmal ganz unverbindlich reingucken möchten, können Sie auch das gerne tun: Es gibt einmal einen PDF-Auszug, der ihnen die ersten neun Seiten des Nachtwolfs auf die Festplatte zaubert. Diese stehen auch im LichtwolfReader bereit und können dort am Bildschirm durchgeblättert werden.

Der Beitrag "Kunst und Licht, Kultur und Landschaft. Krieg nicht zu vergessen." von Marc Hieronimus steht auch online, ebenfalls seit gestern verfügbar ist aus der Reihe "Das Gerede vom..." die Langfassung der aktuellen Quartalszusammenfassung des Feuilleton.

Wenn Ihnen ein Heft aus Papier zu hölzern daherkommt, gedulden Sie sich bitte noch etwas: Lichtwolf Nr. 36 erscheint in etwa einer Woche auch als E-Book für Kindle, iPad usw.

Der Nachtwolf (oder ein Lichtwolf-Abo) ist auch ein schickes Weihnachtsgeschenk: Wenn Sie spätestens bis Donnerstag Mittag bestellen, stehen die Chancen gut, dass das Heft pünktlich zu Heiligabend bei Ihnen oder gleich beim Beschenkten im Briefkasten liegt!


Kultur(terrorismus) am 19.12.2011, 19:51 Uhr

Fünf Sterne für ein Cover

Kenner wissen: Michael Helmings Erzählband "Die vorläufig letzte Fassung der Gegenwart" enthält außergewöhnliche Phantastik. Da nimmt es kaum wunder, dass das Buch auch eine außergewöhnliches Cover hat. Tom Benz hat es entworfen und - ganz unzeitgemäß - komplett ohne Photoshop, nur mithilfe von Spiegeln inszeniert und aufgenommen.

DVLF

Jetzt können Sie dieses Buchcover auf photographie.de bitte auch mit den gebührenden fünf Sternen auszeichen. Merci!


Links der Woche am 17.12.2011, 15:37 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 50/11

Exotisch denken

Für die taz bespricht Frank Schäfer das neue Buch "Orangen! Erdnüsse!", in dem Globaldenker Eliot Weinberger einige seiner lyrischen (oder auch erratischen) Essays zusammengefasst hat. Sie behandeln auf ungewöhnliche Weise u.a. Polizisten mit Lippenstift und den gar nicht so offensichtlichen postmodernen Zusammenhang von Foucault und George W. Bush. (12.12.11)

Kampf um Anerkennung

Serdar Somuncu ist aggro, lustig und klug, wie er im ZEIT-Interview mit Marcus Staiger zeigt. Darin geht es vor allem um die öffentlichen Lesungen aus "Mein Kampf", mit denen Somuncu auch durch national befreite Zonen getourt war und sich nur wundern kann, warum man sich jetzt über ein rechtsradikales Terrornetzwerk wundert. (12.12.11)

Holz und Hitchens

Diese Woche starb Philosoph und DKP-Mitglied Hans Heinz Holz mit 84 Jahren. Für den Freitag würdigt ihn Tom Strohschneider ausführlich, in der FAZ schreibt Dietmar Dath einen knappen Nachruf auf den Linksdialektiker, der auf Kapitalismusverächter Eindruck macht, die im Feinkostladen einkaufen.

Am 15. Dezember ist der eigensinnige Polemiker und entschlossene Antitheist Christopher Hitchens an Krebs gestorben. Nachgerufen wird in der FR recht kurz von Harry Nutt, in der SZ auch nicht viel länger von Jannis Brühl, in der taz mit angemessener Zurückhaltung von Doris Akrap und in der ZEIT von Jessica Braun.

Streiten sich zwei Historiker

Einen neuen Historikerstreit, wie ihn sich die FAZ erhofft, wird das nicht abgeben, aber vielleicht eine Debatte eröffnen, die keineswegs zur Unzeit kommt. Denn Götz Aly erklärt in seinem Buch "Warum die Deutschen? Warum die Juden?" den Antisemitismus mit Sozialneid. Hans-Ulrich Wehler wirft ihm nun vor, die Empirie der "sozialen Mobilität" seit 1800 entweder ignoriert oder falsch interpretiert zu haben. (12.12.11)

(In der FR übrigens wird Wehler zur wachsenden Ungleichheit in Deutschland befragt. Und wo wir schon dabei sind: Die taz unterhält sich über Krise & Kampf mit Empire-Autor Michael Hardt)

Die neuen Förderreizwörter

Außer Datenbanken gibt es nicht viel Forschungsarchitektur, die sich Geisteswissenschaftler fördern lassen können, ist in der FAZ zu lesen. Weil das "Europäische Strategieforum für Forschungsinfrastrukturen" (ESFRI) aber seine Mittel abregnen lassen will, tun Ideen Not, wo und wie die Geisteswissenschaften sich ihre Digitalisierung und Vernetzung fördern lassen können, um zu applied content management und Digital Humanities aufzusteigen. (13.12.11)

Einfach nur töten

Gewohnt klug denkt Georg Seeßlen im Freitag über die Verbindung zwischen Terror und Medien, genauer: zwischen Terror und Pop nach. Anlass ist die erstaunliche Einsicht, dass der "Nationalsozialistische Untergrund" auf jede Kommunikationsroutine des Terrors verzichtet hat und damit ein popkulturelles und gewalthistorisches Unikum darstellt. (15.12.11)

Ihre Stimme wird gebraucht!

Nicht nur FDP-Mitglieder- und Russen konnten zuletzt herumdemokraten, auch das gemeine Volk ist gefragt: Nebenan bei Keule's Welt wird der Vollpfosten 2011 gewählt. Hier vor Ort haben Sie die Möglichkeit, diejenigen Beiträge aus der ersten Dekade "Zeitschrift trotz Philosophie" zu wählen, die unbedingt im Jubiläumsbuch enthalten sein müssen, das zum 10. Geburtstag im Sommer 2012 erscheint.


Intime Interna am 16.12.2011, 11:04 Uhr

Zum zehnten Geburtstag...

...haben Sie die Qual der Wahl.

Kopfschlagen, Eierlikörsaufen, Packhüpfen - was sind angemessene Tätigkeiten zur Feier der unwahrscheinlichen Tatsache, dass es die "Zeitschrift trotz Philosophie" auch zehn Jahre nach ihrer Gründung in einem Freiburger Hinterhof noch immer gibt?

Lichtwolf-Geburtstag

Machen wir doch einfach ein Buch, das die ersten zehn Jahrgänge des Lichtwolf zusammenfasst und zum Jubiläum im Sommer 2012 erscheint! Die Redaktion hat einige der seit 2002 im Lichtwolf veröffentlichten Beiträge ausgewählt und Sie, unsere quasilibidinös verehrte Leserschaft, bestimmen, welche ins Jubiläumsbuch aufgenommen werden, darum:

Stimmen Sie ab und gewinnen Sie ein Exemplar des Jubel-Bands!

Zu diesem Zweck haben wir hier auf lichtwolf.de eine Umfrage vorbereitet. Sie dauert vielleicht um die zehn Minuten, je nachdem, wie lange Sie überlegen und ob Sie tatsächlich aus allen bisherigen 35 Ausgaben einen Beitrag wählen wollen. Am Ende der Umfrage können Sie an der großen Geburtstagstombola teilnehmen und neben dem Jubel-Band auch ein Abo oder Heftpaket gewinnen.

Machen Sie also für die Lichtwolf-Beiträge, die Sie der Nachwelt in Buchform überliefert wissen möchten, ein Kreuz unter: www.lichtwolf.de/geburtstag


Links der Woche am 11.12.2011, 08:21 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 49/11

Wegen Internet- und Bregenausfall mit einigen Stündchen Verspätung: die spärlichen dieswöchigen Lektüretipps im Netz. Falls Sie übrigens noch ein ausgefallenes Weihnachtsgeschenk suchen: Ein Lichtwolf-Abo lässt sich auch verschenken.

Weich, aber herzlos

Elias Canetti war ein Arschloch, lernen wir von der ZEIT. In der nämlich bespricht Peter Hamm den Briefwechsel 1942-1992 ("Liebhaber ohne Adresse") zwischen Canetti und seiner Geliebten, der Malerin Marie-Louise von Motesiczky, die sich seine Polygamie, Egomanie und Falschheit jahrelang gefallen ließ. (03.12.11)

Am Anfang war der Ethos

Wirtschaftsethiker Frank Wiebe bloggt über die Begriffe Ethik, Moral und Ethos. Er zeigt auf, dass sie keineswegs synonym sind, wie sie von Philosophen und in Unternehmen verwendet werden und wie sie aufeinander aufbauen bzw. einander ergänzen. (04.12.11)

Politische Mitnahmeeffekte

Als im August in England Jugendrevolten tobten, stritten sich die Fachleute, ob der Protest politisch sei oder bloß offen gewalttätiges Konsumverhalten. Gestützt auf Umfragen unter Beteiligten des damaligen Aufruhrs kommt Gary Younge im Freitag zu dem Schluss, dass die Motive (Armut, Ungleichheit, Polizeibrutalität) durchaus politisch waren. (05.12.11)


Links der Woche am 03.12.2011, 14:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 48/11

Gottgefällige Evolution

Religion und Evolution sind Michael Blumes Blog-Themen. In seinem aktuellen Beitrag geht er wieder dem Selektionsvorteil Religiosität nach und der Frage, welche Rolle Gebote dabei spielen: Sie dienen den Gläubigen dazu, einander zu erkennen und unter den Augen "überempirischer Akteure" zusammenzuhalten. (26.11.11)

Honneth-Lesekreis

Das Theorieblog hat einen Online-Lesekreis zu Axel Honneths neuem Buch "Das Recht der Freiheit" gestartet, an dem sich alle Interessierten beteiligen können. Binnen zwölf Wochen soll das Buch in zwölf Portionen gelesen und diskutiert worden sein. Zwei Sitzungen unter der Überschrift "Historische Vergegenwärtigung: Das Recht der Freiheit" sind bereits online.

Handydisplays statt Feuerzeuge im Konzert

Sloterdijk sagt, den Moment für einen Teil des Alltags zu halten sei kein guter Umgang mit dem "Angebot des Moments". Diesen Gedanken greift Stefan Schulz in der FAZ auf: Er sieht im Telephon das erste Gerät, das die Momentvergessenheit förderte, die gemeinsam mit dem Apparat um sich griff, sodass wir heute die schönsten Momente verpassen, weil wir mit ihrer Dokumentation für später und Andere beschäftigt sind. (27.11.11)

Mehr als nur vernünftig

In der SZ erklärt Dirk Lüddecke die Geschichte der Menschenrechte, was er einleitend bereits als praktische Relativierung der Menschenwürde kenntlich macht. Anlass ist das Buch "Die Sakralität der Person. Eine neue Genealogie der Menschenrechte." des Freiburger Soziologen Hans Joas, der mit Troeltsch und Durkheim hinter den Menschenrechten eine nicht nur rein rationale Begründung stehen sieht. (29.11.11)

Aussterbende Orchideen

An der Bonner Uni bedrohen Sparmaßnahmen die Philosophische Fakultät, wie Jürgen Kaube in der FAZ berichtet. 10 Prozent der Stellen sollen gestrichen d.h. nicht mehr neu besetzt werden. Neben den wie üblich besonders bedrohten kleinen Fächern wie Mongolistik und Keltologie verschwindet dann auch die ohnehin kleingesparte Slawistik. (29.11.11)

Kulturkaffer

Beim Titel-Magazin schreibt Thor Kunkel eine vorbildliche Polemik gegen den Literaturbetrieb, besonders gegen seinen PR-Fortsatz, das querverfilzte Feuilleton: "Das funktioniert in etwa wie die Marktwirtschaft, die auch schon lange keine freie mehr ist und in der lauter Versager einander decken." (30.11.11)

Žižek im People-Journalismus

Bei der ZEIT riecht es im Moment ja ohnehin etwas streng nach Männerschweiß und diversen Gels. Da fällt es kaum weiter auf, dass der Ostzonensafarist Moritz von Uslar mit Slavoj Žižek, "dem Superstar der Kapitalismuskritik" (warum nicht "die/der Lady Gaga der Philosophie"?) unterwegs war. Dabei geht es nur am Rande um Žižeks Bücher, hauptsächlich werden sein Äußeres und seine Popularität behandelt. (02.12.11)

Ansonsten noch:

Die ZEIT bespricht das neue Buch "Tunguska" von Michael Hampe, in dem vier Auffassungen vom Wesen der Natur aufeinandertreffen. +++ Im Gespräch mit der taz erklärt Steven Pinker, warum die Welt allen Nachrichteneindrücken zum Trotz heute so gewaltfrei ist wie nie zuvor. +++ Die WELT meldet den Einzug der Philosophie in Münchner Upper-class-Kitas. +++ Radiotipp: Heute Abend ab 23:05 Uhr ist im Deutschlandfunk die lange Nacht über Kierkegaard, Wittgenstein und Kafka zu hören.


Lebenswelt am 28.11.2011, 17:07 Uhr

Mexiko, Finger im Po

Seit geraumer Zeit warnt (PDF) die Mainzer Minipressen-Messe ihre Aussteller "vor - auf den ersten Blick - kostenlosen Adressbucheinträgen". Vor einem Weilchen hat endlich auch der Lichtwolf solche Post bekommen:

Post aus Mexiko

Zunächst einmal ist es beruhigend, dass in Mexiko wirtschaftlich noch mehr los ist als Drogenkrieg und Entführungsindustrie. Herr Guerrero drängt in einem für solche Scams ausgezeichneten Deutsch darauf, dass wir unseren Aussteller-Eintrag schnellsten aktualisieren. Da ist ja auch schon ein Formular vorbereitet:

Post aus Mexiko

Wer daraufhin das beigefügte Formular nimmt und unterschrieben ins Retourkuvert stopft, sollte Kosten und Nutzen abgewägt haben. Denn Herr Guerrero arbeitet ganz und gar nicht für Gottes Lohn, sondern lässt sich den Eintrag laut Kleingedrucktem mit jährlich 1271 Euro ("oder sein Equivalent [sic] in mexikanischen Pesos") vergüten.


Links der Woche am 26.11.2011, 14:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 47/11

Sterben lernen

Darüber kann man im tristen November nach Allerseelen, Totensonntag usw. mal sprechen: Die Redaktion des Freitag hat ein Alphabet des Todes aufgemacht. Von "Abschaffung" (des Todes) bis "Zeremonie" enthalten die Einträge Karrieretipps wie den Grabredner und Wendungen wie: "Sterben passt oft nicht in die Lebensplanung." (20.11.11)

In Sachen Occupy

Im Freitag berichtet Florian Schmid mit einem ausführlichen Debatten-Überblick, dass der Anarchismus im Zuge der Occupy-Bewegung in den USA (als "Post-Anarchismus") eine Renaissance feiert.

Einmal Tragödie, einmal Farce: In New York hat die Polizei die "Occupy Wall Street"-Bewegung vertrieben, doch Jordan Mejias geht in seiner Analyse in der FAZ aufgrund historischer Gesetzmäßigkeiten davon aus, dass der Spuk erst mit einem abermaligen New Deal wirklich zu Ende ist.

Wer es ganz ausführlich mag, sei an den New Yorker verwiesen: Dort portraitiert Mattathias Schwartz Ursprünge und Zukunft der Occupy-Bewegung.

Gewalt und Irrationalismus

Bei Heise findet sich ein zweiteiliges Gespräch mit dem Sozialwissenschaftler Werner Seppmann ("Dialektik der Entzivilisierung") über die Zunahme von Gewalt und Irrationalismus als Krisensymptom. In Teil I geht es um den militanten Rechtsradikalismus, seine Verharmlosung und seine Aufmerksamkeitskonkurrenten Amokläufer und U-Bahn-Schläger - sowie um die strukturelle Gewalt neoliberaler Umgestaltungsprozesse. Die wachsende Zahl derer, die unter dem Diktat von Wachstum und Wettbewerb abgehängt werden, sucht Schutz vor persönlicher und sozialer Desintegration in paranoischen Weltbildern, wie in Teil II behandelt wird. Dazu passend: Das Gespräch mit Anti-Gewalt-Trainer Thomas Mücke über junge Rechtsextremisten im Freitag.

Das große Liedermacher-Sterben

Nachdem letzte Woche der Tod von Franz Josef Degenhardt zu beklagen war, starb diese Woche Ludwig Hirsch durch eigene Hand ("Grausamkeit des Alltäglichen", Nachruf des Standard). Zuvor ist am 22. November ist Georg Kreisler gestorben und ihm ruft jeder Feuilleton nach.

Den Reigen der persönlichen Erinnerungen eröffnen Johannes Honsell und Oliver Das Gupta in der SZ mit der Schilderung ihres letzten Besuchs in Salzburg. In der WELT zeigt sich der Kreisler-Kumpel Ilja Richter überrascht von der Sterblichkeit des 89-jährigen. Auch Jörg Sundermeier bekennt in der taz, sich neben dem singenden Dichter alt vorgekommen zu sein.

Thomas Rothschild ahnt in der ZEIT, dass Kreisler das Schicksal Bernhards und Degenhardts blüht und "ihn die Heuchler, die er zeitlebens bekämpft hat, vereinnahmen" werden. Matthias Nöther klärt in der FR auf, dass Kreisler nicht nur "unbequem" war, sondern dass ihm auch vieles unbequem war - von Österreich bis zum Label "unbequemer Kabarettist". Darauf zielt auch Ingeborg Waldinger in der NZZ ab, die Kreisler als tieftraurigen Anarchisten und Selbstüberwinder mit schwarzem Humor beschreibt. "Aber er hat es gut mit den Menschen gemeint", konzediert Dieter Bartetzko fast schon vernichtend in der FAZ.

Kommt Zeit, kommt Nobelpreis

Nietzsche war mit 25 Jahren Professor an der Uni Basel, was die Nachgeborenen alt aussehen lässt, die in dem Alter nicht einmal ihr Studium abgeschlossen haben. Bierologe Philipp Bayer stellt da eine beruhigende Studie vor: Demnach sind die Wissenschaftler zum Zeitpunkt ihrer Publikation, die ihnen später einen Nobelpreis in Medizin, Physik oder Chemie einbrachte, immer älter. (23.11.11)

Nur zu unserem Besten

Es herrscht Finanzkrise: Ausnahmezustand. Wer hat darüber entschieden? Die Märkte. Nicht nur für Schmitt-Leser erklärt Albrecht von Lucke in den Blättern für deutsche und internationale Politik, wie die Märkte und nicht die Wähler als Souverän die griechische und italienische Regierung ein- oder absetzen. Habermas warnte zuletzt vor einer Verramschung der Demokratie und von Lucke sieht nun eine Diktatur der Kommissare ("marktkonforme Demokratie", Merkel) am Horizont aufziehen.

Kurz und schnell oder nicht sooo wichtig:

Zu seinem 20. Todestag erinnert die FR an Klaus Kinski, die Personifikation der Wildnis. +++ Maximilian Probst fragt sich in der ZEIT, ob der neue Zeitschriftentrend Philosophie dem Fach gut tut. +++ "Wir waren alle so besoffen", kann ja jeder sagen, der beim Seitensprung erwischt wird; tiefsinnigere Rechtfertigungen gibt Franz Josef Wetz mit seinem Buch "Lob der Untreue". +++ Über die Weihnachtsferien nix zu tun? Nehmen Sie sich doch einen dieser Calls for papers zu Herzen und füllen Sie Ihren Kalender mit Philosophie-Veranstaltungen.


Lebenswelt am 24.11.2011, 15:44 Uhr

Konsumtipps zum Fest

In einem Monat ist Heiligabend, das Fest der Disney-Schmonzetten mit Tim Allen - und der Kinder. Geschenk-AboWer ganz schlau ist und den alljährlichen Mindfuck der Frage "Was schenke ich nur?" schnell hinter sich bringen und auch noch - für unaufwändige Donationslösungen ungewöhnlich! - originell dastehen will, dem sei ein Lichtwolf-Abo zum Verschenken anempfohlen!

Laden Sie sich einfach den Geschenk-Zettel herunter: ausfüllen, eintüten und dem Geschenknehmer rechtzeitig unter den Baum oder in den Strumpf stecken. Zwischendurch klicken Sie sich durch das Abo-Formular, wo sie angeben, dass es sich um ein Geschenk handelt und wohin sowie ab wann ein Jahr lang Lichtwölfe geliefert werden sollen. Und schon ist das Thema für zwölf Monate erledigt!

Oder lieber ein Buch? Der neue Band von Johannes Witek heißt "Gebete an den Alligator und die Klimaanlage" und gibt auch ein tolles Geschenk ab; über Michael Helmings Essayband "Leichen treppauf" freut sich der Freund der Phantastik und des Expressionismus.


Links der Woche am 19.11.2011, 14:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 46/11

Noch sechs Wochen, dann ist das Jahr 2011 erledigt; noch vier Wochen, dann kommt Lichtwolf Nr. 36 (Thema: Nacht) - nur, damit Sie Bescheid wissen und rechtzeitig ein neues Jahr abonnieren können!

Freiheit ist Sklaverei

In seinem Wirtschaftsethik-Blog "Gute Geschäfte" geht Frank Wiebe der nicht kleinen Frage nach, was unter "Freiheit" alles verstanden wird: Isaiah Berlins Wovon und Wozu, die idealistische Freiheit zum Vernunftgebrauch, Honneths und Hegels soziale Freiheit bis hin zu der sehr eigenwilligen Freiheit in Fichtes die DDR vorwegnehmender Schrift über den "Geschlossenen Handelsstaat". (13.11.11)

Um des Unfriedens willen

Reaktanz bedeutet, etwas anders machen zu wollen nur aus dem Grund, dass alle anderen es gleich machen. Harald Martenstein gibt in seinem ZEIT-Essay über den unsteten und doch lockenden Mainstream als reaktantes Beispiel eine Lobeshymne auf Westerwelle, die im gegenwärtigen Meinungsschwarm ebenso befremdlich wäre wie eine Exotenmeinung, die einen künftigen Mainstream vorwegnimmt. (14.11.11)

Zum Tod von Franz Josef Degenhardt

Am 14. November ist der Liedermacher Franz Josef Degenhardt gestorben und das ist nicht schön. Sogar die bürgerliche FAZ bringt inzwischen einen Nachruf (von Dieter Bartetzko) auf den Bürgerschreck. Die taz würdigt seine Lieder und ließ Jörg Sundermeier den Nachruf schreiben, in der ZEIT macht das Ulrich Greiner.

Philosophy - the booming life science everyone loves to love!

Bereits letzte Woche wurde hier im Kleinen auf einen SZ-Artikel verwiesen, der des Lichtwolfs Konkurrenz in den Kioskregalen vorstellt. Zum Tag der Philosophie am 17. November geht das ZDF dorthin, wo es weh tut - ins Post-Bologna Philosophie-Studium - während Uwe Justus Wenzel in der NZZ den angeblichen "Megatrend Philosophie" aufgreift sowie die beiden neuen Zeitschriften "Philosophie Magazin" (dessen Chefredakteur beim Theorieblog interviewt wird) und "Hohe Luft". Beim Medienmagazin kress vergleicht Rupert Sommer die beiden Neuerscheinungen, im PR-Portal Horizont.net tut das Juliane Paperlein.

Politycki gegen die Mediokrität

Bock auf Kulturpessimismus? Passt doch so schön zum trüben Novemberwetter! In der ZEIT diagnostiziert Matthias Politycki einen Burn-out der Kultur, bedingt durch den seit Privat-TV, Amerikanisierung und 1989 auch auf kulturellen Leistungen lastenden Quotendruck. Politycki ist übrigens Kurator des Autorenforums beim Literaturfest München und klagt auch das himmelschreiende Elend an, das ihm dort vor Augen und zu Ohren kam. (18.11.11)

Faschoscheiße

Nach den Anschlägen in Norwegen am 22. Juli d.J. stellte sich bereits die Frage, ob offener Rassismus von der Meinungsfreiheit gedeckt ist oder vielmehr Verbrechen legitimiert. Jagoda Marinic plädierte vor einem Jahr in der FR für eine Demokratie, der ein anrüchiger Diskurs lieber ist als ein juristisch verengter. Allerdings hat der jüngst Nachricht gewordene Thriller um den "Nationalsozialistischen Untergrund" sie nachdenklich gemacht; denn rassistisches Gedankengut droht hierzulande eher verharmlost als unterdrückt zu werden; weder urplötzlich noch von einer Minderheit. (Dazu nicht unpassend: Am 8.11. ist in Berlin endlich ein Denkmal für Georg Elser enthüllt worden.)

Ansonsten:

In der NZZ fragt sich Urs Hafner, ob die Umwandlung der Universitäten in Zeugniskonzerne sich mit ihrem Bildungsauftrag verträgt - eine Frage, die man 12 Jahre nach Unterzeichnung der Bologna-Erklärung auch in der Schweiz ja mal stellen darf! +++ Die WELT meldet, dass Bernard-Henri Lévy ein Buch darüber geschrieben hat, wie er einmal Gaddafi gestürzt hat. +++ The BirdBase, so was wie el Kaeda für Vögel, hat zahlreiche Großmedien mit einer miserablen Kafka-Edition hereingelegt.


Links der Woche am 12.11.2011, 13:02 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 45/11

Alles okay? Okay!

Uwe Ebbinghaus hat für die FAZ eine sehr okaye Meditation über "okay" geschrieben, das Zivilisationswort schlechthin: universell verwendbar und weltweit verständlich, seine Herkunft und Ausbreitung ist ein Mythos, dem der Autor kulturhistorisch nachgeht. Ist die okay-Inflation im Alltag eine Unsitte oder ein Symptom - und wofür? Und welches ästhetische Potential schlummert in "okay"? (07.11.11)

Bildung nach Manchesterkapitalismus-Art

Die FAZ verfolgt den Umbau der Universitäten zu IKEA-Filialen, wie er in Großbritannien mit manischem Eifer betrieben wird, aufmerksam (wir verlinkten). Rüdiger Störkels jüngster Bericht über die Umwertung vom Studenten zum Kunden bzw. Produkt bietet einen historisch fundierten Überblick über die ökonomistischen Reformpläne. (08.11.11)

Marx und Antimarx

Marx hatte recht, sagt der Historiker Christopher Bayly in der FR, sowohl was die Ungleichheit im Spätkapitalismus angeht wie auch die These, dass sich der Kapitalismus selbst verzehrt. (Warten wir mal ab...) Drum ist Marx derzeit auch wieder ein gefragter Analytiker. (Passend dazu: Die taz berichtet von einer Historikertagung, auf der letzte Woche die lange unterschätzte Bedeutung des Antikommunismus für die Bundesrepublik erörtert wurde.)

Der Markt, das bin ich

In den Nachrichten ist seit geraumer Zeit von "den Märkten" die Rede, die beruhigt werden oder neues Vertrauen schöpfen wollen. Wer sich schon immer gefragt hat, wer und was sich hinter der Rede von den "Märkten" verbirgt, der lese den erhellenden Crashkurs in Finanzwesen aus der Feder des Soziolgen Heiner Ganßmann bei Le Monde diplomatique.

Eurointellektualität

Laut EU-Richtlinie zum Betrieb von Umwälzpumpen im Fäuleton ist es mindestens zwei Mal pro Jahr notwendig, die gesellschaftliche Rolle bzw. das Verschwinden der Intellektuellen aufs Tapet zu bringen. Vorschriftsgemäß sechs Monate nach Stephan Moebius beklagt nun Thomas Assheuer ebenfalls in der ZEIT, dass die Intellektuellen in der Eurokrise ungehört bleiben. (10.11.11)

Der linkenswürdige Rest

Zwei Pariser Ausstellungen zeigen den Nachlass Walter Benjamins und die Photographie seiner Gefährtin Gisèle Freund. +++ Am 17.11. ist Welttag der Philosophie; wir machen weiterhin nicht mit. +++ In Tübingen protestiert die Fachschaft Philosophie gegen die zeitgemäßen Kürzungen im Bereich Geisteswissenschaften. +++ Auf verlorenem Posten ist genug Platz für alle: Vom durchschlagenden Markterfolg des Lichtwolf ermutigt kommen im November gleich zwei neue Philosophie-Magazine in die Kioske. (Wäre übrigens nett, wenn die Hamburger Kollegen ihre im August bestellten Lichtwölfe so langsam mal bezahlen.)



Links der Woche am 05.11.2011, 15:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 44/11

Ein-, Hin- und Weg-führung

In der ZEIT stellt Thomas Meyer zwei Neuerscheinungen zu Heidegger vor. Zum einen "Unterwegs in Sein und Zeit" - ein Buch, mit dem Alfred Denker einen kompakten Vorgeschmack auf seine geplante dreibändige Heidegger-Biographie gibt. (Übrigens hat nämlicher Denker Meßkirch mit einem Heidegger-Seminar über das Verhältnis von Dichtung und Denken beehrt.) Zum anderen Florian Grossers Dissertation "Revolution denken" über die Politisierung von Heideggers Denken seit 1919. (30.10.11)

Plastiken aus unendlichen Geraden

Für die SZ hat Joseph Hanimann die Pariser Ausstellung "Mathématiques - un dépaysement soudain" in der Fondation Cartier besucht. Hier trifft Mathematik auf Kunst, Elemente von Heraklit bis Turing schwirren durch die Gegend und die Installationen gehen der Frage nach, ob Mathematiker schöpferisch tätig sind oder ob sie entdecken, was immer schon da war. (01.11.11)

(Leser, die auf diesen Link klickten, könnten sich auch dafür interessieren: (1) Die NZZ bespricht die Übersetzung von "Gegen Null: Eine mathematische Phantasie", worin Lars Gustafsson seine mathematisch-logischen Gedankensplitter versammelt hat. (2) Das FAZ-Blog "Deus ex Machina" hat sich mit Gödels Unvollständigkeitstheorem beschäftigt.)

Pop und die Welt

Kulturtheoretiker Klaus Theweleit kann mit Pop und Retro nicht viel anfangen. Bei der ZEIT spricht er anlässlich der Pophistory-Konferenz an der Berliner Volksbühne über das ganz normale popkulturelle Recycling des Alten und wie sich die Balkanisierung der Gesellschaft in der Entwicklung des Pop abzeichnet. Verehrer von Amy Winehouse sollten weglesen. (02.11.11)

Charles Taylor zum Achtzigsten

Nicht der Diktator, sondern der Philosoph Charles Taylor wird dieser Tage 80 Jahre alt. Nicht nur zu diesem Anlass wird sein neues Buch "Laizität und Gewissensfreiheit" in der taz sowie in der NZZ besprochen.

Unn sünst?

Laut Matt Ridley ist Oswald Spenglers Kulturdefätismus gerade wieder en vogue, so die Presse. +++ In der ZEIT spricht sich Bernard-Henri Lévy für ein militärisches Eingreifen der NATO nun auch in Syrien aus. +++ Jürgen Habermas schimpft in der FAZ mit den EU-Chefs, die Volksabstimmungen in Marktnot doof finden. (vgl. dazu Tom Strohschneider beim Freitag)


Links der Woche am 29.10.2011, 14:09 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 43/11

Entspannte Verleger

Vor einem Monat ging es schon einmal um Wissenschaftsverlage. Biologieblogger Martin Ballaschk greift das Thema auf und fasst noch einmal zusammen, wie die Fachverlage von Uni-Bibliotheken Mondpreise für Publikationen verlangen, die von ebenfalls aus Steuermitteln entlohnten Wissenschaftlern verfasst und geprüft wurden. Logisch, dass dabei astronomische Renditen eingefahren werden. (Achtung, enthält ekliges Zeckenbild!) (26.10.11)

Nothilfe? Nein danke!

Warum hilft man Menschen in Not? Die Theologen sagen wegen Gott, die Neurologen wegen Spiegelneuronen, die Spieltheoretiker wegen der Spekulation auf Gegenseitigkeit, die Ethiker überlegen noch. Zum Beispiel in China, wo - wie Mark Siemons in der ZEIT schildert - die Umstände derart sind, dass sich die Todesfälle wegen unterlassener Hilfeleistung auf offener Straße häufen. (26.10.11)

Tragische Helden vs. mythische Helden

Der Literaturwissenschaftler Wolfram Ette hat ein Buch geschrieben, das der aristotelischen Theorie nachweist, nichts mit der griechischen Praxis der Tragödie zu tun zu haben. Mit und in ihr übt der Mensch die Loslösung (und nicht etwa die Verklärung) von Göttern und Schicksal und erhebt sich über den gewalttätigen Mythos. Thomas Assheuer stellt das Buch, das seine These an Tragödien aus allen Zeitaltern beweist, in der ZEIT vor. (26.10.11)

Wo Opa noch okkupierte

Zwei ältere Semester schreiben den Demonstranten von Occupy Wall Street was ins Stammbuch. In der SZ setzt sich Slavoj Žižek (vgl. die aktuelle Titanic, S. 60-62) mit den Vorwürfen an die Bewegung auseinander. Außerdem rät er, den Protest nicht zum Event verkommen und sich nicht von falschen Freunden zu konkreten Forderungen verleiten zu lassen, anstatt eine andere Welt zu fordern. In der taz wägt Ulrich Beck das Potential der globalen Bewegung ab, die gegen "das System" in seiner Weltrisikogesellschaft ist und von der Beck so überwältigt ist wie damals, als sich am "9. September 2001 die Twin Towers in New York in Staub auflösten". (So steht's geschrieben.)

Nie so werden, wie man ist.

Nina Pauer hat in der ZEIT einen Besinnungsaufsatz über den zeitgenössischen Ironiezwang veröffentlicht: Warum delektieren sich junge Anwärter der verspannten Mittel- und Oberschicht an der Fremdscham, die das Privatfernsehen mit Casting-, Proll- und Bauern-Shows beliefert? In seinem Blog greift Lukas Heinser Pauers Text auf und verfasst eine sehr weise Abhandlung über unvermeidliche Peinlichkeit und angebrachte Ironie. (27.10.11)

Die Ganzen und ihr Eigentum

Für die FR portraitiert Christian Schlüter den Philosophen Thomas Pogge, der an einem neuen Eigentumsbegriff und einer Ökonomie ohne Wachstum arbeitet. Das scheint durch Eurokrise und Internet ohnehin "alternativlos" zu sein. Pogges "Health Impact Fund" bringt - vorerst nur im Pharma-Bereich - so disparate und krisenhafte Konzepte wie Gemeinwohl, Wettbewerb und (geistiges) Eigentum unter einen Hut. (28.10.11)

Zum Mitreden:

Unsere Kommilitonin der Herzen Lena Meyer-Landrut würde lieber Pädagogik statt Philosophie studieren und Richard David Precht hat diese Woche seine Antrittsvorlesung an der Uni Lüneburg gehalten. Es geht aufwärts!


Links der Woche am 22.10.2011, 14:12 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 42/11

Wenn ich es nicht haben kann...

Frank Wiebe bloggt nebenan über Wirtschaftsethik und stellt eine Studie der Uni St. Gallen vor, wonach Aktienhändler in spieltheoretischer Umgebung psychopathische Verhaltensmuster aufweisen. Ihre Strategien sind aggressiv, egoistisch, unkooperativ und alles andere als optimal. Wiebes Schlüsse: Ethik lohnt sich und Unternehmensstrukturen formen die Persönlichkeit. (16.10.11)

Was ist, muss nicht sein

Die "Blätter für deutsche und internationale Politik" drucken eine Rede ab, die Ingo Schulze bei seiner Ernennung zum Mainzer Stadtschreiber gehalten hat. Vom ZDF kommt er über Gutenberg auf Georg Forster, den Erfinder des Begriffs "öffentliche Meinung", um sodann eine ganze Reihe scheinbarer Selbstverständlichkeiten in dieser öffentlichen Meinung umzuschubsen.

Zum Tod von Friedrich Kittler

Am 18. Oktober ist der Medientheoretiker Friedrich Kittler gestorben, der den Deutschen Foucault und Derrida erschlossen und die Schreibkultur erklärt hat. Es rufen nach: die ZEIT, die taz, die SZ, die FR und die FAZ. (18.10.11)

Über philanthrocapitalism

Erinnern Sie sich noch an die Steuerstaat-Debatte, die Peter Sloterdijk 2009 auslöste? Während der Aufruf zum Steuerboykott aufgrund immer neuer Euro-Garantien hierzulande gerade besonders gute Erfolgschancen hätte, fordert US-Milliardär Warren Buffet höhere Steuern für seinesgleichen. Warum es für ein demokratisches Staatswesen problematisch ist, die Reichen zu schonen und auf ihr freiwilliges Mäzenatum zu setzen, erklärt Stephan Hebel in der FR. (18.10.11)

(Apropos: Vom Lichtwolf gibt es auch ein Abo auch für Mäzene: Das ist etwas teurer, dafür können Sie sich aber eine Prämie aussuchen und sich eines guten Gewissens erfreuen!)

Wess' Brot ich ess', dess' Lied ich edier'

Der Germanist Roland Reuß ist besonders bekannt geworden durch sein Engagement gegen Google Books und OpenAccess. Nun knüpft er sich in der FAZ zusammen mit dem Juristen Volker Rieble die Deutsche Forschungsgemeinschaft vor. Sie beschreiben die Strukturen der DFG und kommen zu dem Schluss, die Vergabepraxis von Fördergeldern sei mindestens intransparent, wenn nicht gar Einladung zu Gemauschel und Subventionsbetrug. (18.10.11)

Tod im Bild

Die Nachrichtenagentur AFP rühmt sich - wie Florian Rötzer auf Telepolis in einem Aufsatz zur Bildermacht darstellt - des Scoops, als Erste die Bilder des sterbenden Gaddafi gehabt zu haben. Wie auch die BILD spart sich AFP die Skrupel, die der medialen Konkurrenz einen Vorteil verschaffen könnten. Die breitet Bernd Graff in der SZ aus, wenn er Menschenwürde und Aufklärungspflicht abwägt. Auch Jan Ludwig findet in der FAZ die Jagd nach dem Photo des Sterbenden zumindest fragwürdig. (20./21.10.11)



Links der Woche am 15.10.2011, 14:34 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 41/11

Occupy the World

Für den heutigen Samstag haben zahlreiche kapitalismuskritische Gruppen zu weltweiten Protesten aufgerufen. Die taz zeigt sich bei aller Sympathie skeptisch, sind die Unterschiede zwischen dem Potsdamer Platz und dem Tahrir Platz, sogar auf dem "Liberty Place", doch zu groß. Slavoj Žižek war in New York und der Standard bringt einen Auszug aus der Rede, die er vor den Aktivisten von "Occupy Wall Street" gehalten hat.

Gartenphilosophie

Jasper von Altenbockum hat einen Maulwurf im Garten und resümiert in der FAZ die vielen grausamen bis lächerlichen, jedoch durchweg nutzlosen Methoden der Maulwurfsvergrämung. Am Ende seiner Meditation kommt er auf Hegel, denn für den "war der Maulwurf die Erkenntnis, die ans Licht drängt, aber dann doch nicht wirklich kommt, weil er ja fast blind ist und nur Schwarzweiß erkennt." (09.10.11)

Komorbidität

Philosophiestudenten haben ja gerne mal was Autistisches. Jan Pfaff jedoch stellt uns in der ZEIT die Zwillinge Konstantin und Kornelius vor, bei denen wirklich Philosophie diagnostiziert wurde. Sie studieren in Potsdam Autismus und verblüffen ihren Professor mit neuen Ansätzen und präzisen Schlüssen. (14.10.11)

Außerdem:

Schon letzte Woche ging es um Karl-Heinz Otts Rousseau-Kolportage "Wintzenried", die nun auch in der NZZ gepriesen wird. +++ Leonie Seng hat sich für ihr Blog mit Julian Nida-Rümelin über Philosophie-Kongresse und Bologna unterhalten.


Links der Woche am 08.10.2011, 13:59 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 40/11

Nicht nur geistige Masturbation

In der Badischen Zeitung bespricht Michael Braun den biographischen Roman "Wintzenried" von Karl-Heinz Ott. Darin lernen wir Jean Jacques Rousseau als manisch onanierenden Jüngling kennen, aus dem ein "triebgesteuerter Eiferer" wird. Der Weg dahin führt von sexuellem Ungemach über Größenwahn in die Paranoia. (01.10.11)

Ich glaube an die Deutsche Bank, denn die zahlt aus in bar

Michael Blume bloggt über Religion und Evolution und hat sich in den Chronologs mit der Rede beschäftigt, mit der der Papst vorige Woche im Bundestag am Positivismus zweifelte. Gott ist demnach so wenig beweisbar wie die Gültigkeit der Menschenrechte. An beide muss man glauben - und das ist evolutionär sehr nützlich. (05.10.11)

iGott? iGitt!

Über Tote nichts Schlechtes, gewiss. Doch so schnell, wie Apple-Gründer, freelancer-Messias und Internetpapst Steve Jobs nach seinem Tod in dieser Woche heiliggetweetet wurde, ist Misstrauen angebracht. ("Er kam, den Menschen die Angst zu nehmen." Geht's noch, SZ?!) Arno Frank wagt in der taz einen kritischen Nachruf und begründet das Guruhafte von Jobs biographisch; Jobs' Erbe besteht aus einem glänzenden, neuen Verblendungszusammenhang. Auch Stefan Kuzmany nimmt sich bei Spon den quasireligiösen Umgang mit Apple, Jobs und ihren Produkten vor. Bequem ist schließlich besonders ein - schon wieder - Verblendungszusammenhang. (06.10.11)

Schlotterdeik als Kasperle

Das Karlsruher Staatstheater bringt eine zweistündige Adaption von Peter Sloterdijks 700-Seiten-Essay "Du musst dein Leben ändern" unter der Regie von Patrick Wengenroth auf die Bühne - mit einer Sloterdijk-Handpuppe als Cameo. Für das TITEL-Magazin bespricht ein vom Halb-halb aus Theater und Proseminar enttäuschter Hans-Klaus Jungheinrich die Premiere. Für die FAZ beurteilt Martin Halter den Einstand des neuen Intendanten Peter Spuhler am Staatstheater - inmitten der Materialschlacht auch die Schlotterdeik-Verwurstung aus "Trash und Diskurs".

Übrigens: Vor einem Jahr gab es die ersten "Links der Woche" bei lichtwolf.de - Schampus für alle!


Links der Woche am 01.10.2011, 14:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 39/11

Haitianische Hegelwochen

Das Buch "Hegel und Haiti" von Susan Buck-Morss wurde vor zwei Wochen bereits in der taz rezensiert. Nun weist auch Florian Schmid im Freitag auf das Werk hin, das Hegels Überlegenheit gegenüber Locke und Rousseau damit begründet, dass jener die politische Realität des haitianischen Sklavenaufstands in seiner Philosophie verarbeitet hat. Cord Riechelmann von der FAZ lässt sich nicht lumpen und bespricht neben Buck-Morss' Buch auch gleich noch Frank Rudas "Hegels Pöbel. Eine Untersuchung der 'Grundlinien der Philosophie des Rechts'" (mit Vorwort von Zizek). Demnach steht das Elend des armen Pöbels im Zusammenhang mit der Gier des reichen Pöbels.

Mein erstes E-Book

Barbara Schweizerhof vom Freitag hat sich ihr erstes E-Book gekauft und berichtet, wie so ein "Buch" binnen zweier Klicks eingekauft und ausgeliefert ist, wie auf dem iPad herumgefingert wird und was das E-Book verglichen mit dem Buch gestattet und verwehrt. Sehr gute E-Books gibt es übrigens vom catware.net Verlag, z.B. den Lichtwolf und Bücher seiner Autoren. (26.09.11)

Heidegger für Großrussland

Die Philosophie war in Russland "systembedingt" bis 1989 sehr "übersichtlich". Seither wird nachgearbeitet, wobei Spengler, Schmitt und Jünger den Vorzug gegenüber Adorno, Althusser, Bloch erhalten. Dieser Stoßrichtung zum Irrationalismus folgt Alexander Dugin mit seinem Manifest "Heidegger: Die Möglichkeit der russischen Philosophie". Felix Philipp Ingold bespricht das Buch für die NZZ. (27.09.11)

So nah, doch so fern

Der wunderbare Gottfried Schatz beschäftigt sich in der NZZ diesmal mit dem Blut - und zwar ohne ein einziges Mal auf Vampire Bezug nehmen zu müssen. Ohne "Faust"-Zitat geht es aber nicht. Sachkundig erklärt uns der humanistisch beschlagene Biochemiker das Blut als "Mikrokosmos, in dem sich Leben und Tod helfend die Hände reichen". (30.09.11)

Akademischer Schweinkram

Pete LeBar sammelt Campus-Romane, die auf dem Schwanitz entgegengesetzten Ende der Niveauskala stehen: Schundromane der 50er mit lüsternen Erstsemesterinnen vom Land, Gangbangs in der Burschenschaft, sexuell ausgedörrten Professorengattinnen, die Jagd auf die Hiwis des Gemahls machen usw. Henryk M. Broder portraitiert den Mann und sein schönes Genre in der WELT. (30.09.11)

Atheismuskrawall im Provinzidyll

Nach Schopenhauer kümmert sich Ludger Lütkehaus jetzt auch editorisch um Fritz Mauthner. Dessen "Der Atheismus und seine Geschichte im Abendlande" hat Lütkehaus in vier Bänden neu herausgegeben. Karlheinz Schiedel bespricht die Edition in der Badischen Zeitung und beschwört Mauthner genius loci am Bodensee. Ebendort ist übrigens Michael Helming hingewandert und berichtet im aktuellen Lichtwolf aus Mauthners Meersburg. (01.10.11)

Das Sonstige in Kürze

Der Tagespiegel rezensiert den biographischen Nietzsche-Comic von Michel Onfray und Maximilien Le Roy. +++ Die Kollegen von SuKuLTuR haben ihre Homepage aufgehübscht (und auch lichtwolf.de kriegt Montag ein Facelifting). +++ Die WELT spricht mit Robert Spaemann über den Papst. +++ Sibylle Lewitscharoff hat für die Buchmesse einen Roman über Hans Blumenberg und einen Löwen geschrieben. +++ Der ORF unterhält sich mit Peter Bieri über Selbstbestimmung.


Intime Interna am 29.09.2011, 13:31 Uhr

LW35 elektrisch

LW35 als E-Book

Nun, da Amazon sein neues Lesegerät Kindle Fire (=bunt und hell) vorgestellt hat, geht er also los, der Kampf der Titanen bzw. der Verdrängungswettbewerb der Monopolisten im Tablet-Bereich.

Damit wir unbedeutenden Inhalteanbieter dabei nicht unter die Räder geraten, setzen wir auf mehrere Pferde. Drum gibt es den aktuellen Lichtwolf Nr. 35 zum Thema "Sprache" als E-Book sowohl für Amazons Kindle als auch im epub-Format für alle anderen Leuchtschrippen (iPad, iPhone, Sony Reader usw.). Kostet bloß 3,99 Euro und ist natürlich DRM-frei, das Zeug.


Links der Woche am 24.09.2011, 14:24 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 38/11

Dem Spinoza auf der Spur

Yeah, der Papst ist da und Christoph Lüthy weist in der NZZ auf anspruchsvolle Häresie hin: Leen Spruit und Pina Totaro haben "The Vatican Manuscript of Spinoza's Ethica" herausgegeben. Das ist zwar nicht die vatikanische Fatwa gegen den Monismus der theologischen Krawallnudel Spinoza. Aber mindestens so gut, nämlich ein philologischer Krimi um das, was Spinoza tatsächlich und vermeintlich Indizierenswertes geschrieben hat. (21.09.11)

Schlangestehen: 1-

Dank verkürztem Gymnasium und ausgesetzter Wehrpflicht wird es zum diesjährigen Wintersemester in den Hörsälen noch enger als ohnehin schon; jedenfalls für die, die überhaupt einen Studienplatz bekommen. Die sonntaz dieser Woche berichtet von der Hafencity der Politik, der Bildungsbaustelle, und hat sich schon einmal mit einer im Stau steckenden Abiturientin unterhalten. (23.09.11)

Alles aus Liebe

Die Frankfurter Feuilleton-Gräfinnen haben Marbach die Ehre erwiesen. Denn das dortige Literaturmuseum hat eine Ausstellung über die berühmtesten, schönsten und missbrauchtesten Worte der Welt eröffnet: "Ich liebe Dich!" Also berichten sie darüber, Felicitas von Lovenberg in der FAZ und Judith von Sternburg in der FR. Beide Damen sind sich einig: Was in Wirklichkeit der schönste Satz ist, gerät in der Literatur zum peinlichen "Groschenheft-Standard". (23.09.11)

(In diesem Zusammenhang sei dringend auf das IPuP-Symposium zum Thema "Garring Lolo" (vgl. Lichtwolf Nr. 33, S. 36ff.), also zur Psychose namens Verliebtheit, hingewiesen, das am 25.09. ab 19:30 Uhr in der Theaterwerkstatt des Bremer Schlachthofs stattfindet.)

Nachtrag, 27.09.11: Auch die SZ hat - natürlich! - eine Dame nach Marbach geschickt. Nicht adelig zwar, dafür mit Doppelname bespricht Kristina Maidt-Zinke die Ausstellung.

Nachtrag, 07.10.11: Und nun war auch die WELT in Marbach.

Aus Schaden klug

Karl Jaspers war chronisch lungenkrank und wuchs mit der Aussicht auf einen frühen und qualvollen Tod auf. Der Neurochirurg Arnaldo Benini beschreibt in der NZZ Jaspers' Beschwerden, seinen Umgang damit und wie sie ihn sowie seine Existenzphilosophie geprägt haben. (24.09.11)

Der Weg des Philosophen

Der Münchner Philosophen Heinrich Meier hat sich in seiner Studie "Über das Glück des philosophischen Lebens" intensiv mit den "Träumereien des einsamen Spaziergängers", in denen Rousseau die persönliche Bilanz eines Lebens für die Philosophie gezogen hat. Martin Meyer bespricht das Buch in der NZZ. (24.09.11)

Sünschtiges

In der TLZ fragt Prof. Dr. Detlef Jena, ob Talkshows die Salons von heute sind und ob Schopenhauer da mitmachen würde. +++ Auf der Suche nach einem Lieblingsfußballer? Wie wäre es mit "Union-Star Patrick Zoundi (29)" (?), der sich laut BZ lieber mit Philosophie als Playstation beschäftigt. +++ Gestern vor 20 Jahren erschien "Nevermind", auch die ZEIT und die taz erinnern daran.


Intime Interna am 21.09.2011, 13:36 Uhr

Die Herbstausgabe ist da!

Lichtwolf Nr. 35
Seit gestern ist der neue Lichtwolf lieferbar. Das Titelthema der diesjährigen Herbstausgabe lautet: "Sprache". Dazu hat das Heft, das erstmals auf dünnerem Papier gedruckt ist und daher nicht mehr ganz so voluminös wie die bisherigen Ausgaben daherkommt (Das spart Wald, Porto und Regalmeter!), eine Extraportion Frankfurter Schule und Fußnoten an Bord.

Wenn Sie mögen, können Sie sich im Einkaufszentrum anschauen, was genau in der Nr. 35 alles drinne steht. Die ersten fünf Seiten dieser Ausgabe gibt es gratis als PDF oder zum Durchblättern im LichtwolfReader. Online ist auch die erste Hälfte von Marc Hieronimus' Typologie der Sprachnörgler.

Lichtwolf Nr. 35 gibt es in wenigen Tagen übrigens - wie auch die Urlaubs-Ausgabe - als E-Book für Amazon Kindle und im .epub-Format für alle anderen Lesegeräte. Natürlich können Sie sich den Lichtwolf auch gemütlich per Abo ein Jahr lang nach Hause kommen lassen.


Links der Woche am 17.09.2011, 14:02 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 37/11

Leuten ihren eigenen Arsch vermieten

Das Verlagswesen hat es nirgends leicht: Überall unter dem Druck des Medienstrukturwandels, macht es sich auch noch unbeliebt durch absurde Gesetzesforderungen, Abhörskandale und Honorardumping. Im Guardian stellt George Monbiot aber den stillen Riesen unter den Schweinepriestern vor: Das akademische Verlagswesen mit seinen absurd hohen Lizenzgebühren für steuerfinanzierte Fachtexte. (29.08.11)

Chaos ist nicht gleich Chaos

Im Freitag erklärt der Sozialhistoriker David Goodway, warum Anarchie rein gar nichts mit Chaos zu tun hat, indem er einen Abriss der Geschichte des Anarchismus liefert: Von den unbewussten Anfängen in fernöstlicher Philosophie und griechischer Antike über die bekannten Theoretiker bis hin zu heutigen Basisdemokratien und Graswurzeln. (12.09.11)

Wir nennen es Werbung?

Ebenfalls beim Freitag stellt Christoph Leusch alias Columbus den "Doxosophen" vor, jenen Intellektuellentypus, den Pierre Bourdieu als neuesten und zeitgemäßesten ausmachte: Ein Meinungstechnologe ("Norbert Bolz"), der Konzernen die Türen und Hirne derer öffnet, die Genehmigungen ausstellen und die Öffentlichkeit so oder aber auch so über kommende Großprojekte unterrichten. (13.09.11)

Und was kann man damit wer'n?

An dieser Stelle wurde letzte Woche auf die Rückblicke hingewiesen, die Andreas Maier und Florian Schroeder aus Anlass des baldigen Semesterbeginns auf ihr Studium warfen. Die Redaktion des Freitag hat ihre zeitgemäße Nostalgie des süßen Studentenlebens in Lexikonform gegossen - vorgeblich weil Lena Meyer-Landrut die Tage ihr Afrikanistik-Studium antritt. (15.09.11)

Ob mancher noch auf eine "Mass" bleibt...

...ist nicht überliefert, doch wir wissen: Während in München das Oktoberfest beginnt, endet dort der 22. Kongress für Philosophie (mit Gründen), der (bis jetzt) eher bescheidene Resonanz im Feuilleton fand. Für die WELT berichtet von dort Jan Küveler, als hätte er einer Tagung von Phantasten im Wunderland beigewohnt (vmtl. wg. zu wenig "Real-world-Pragmatismus") und verrät schon im ersten Absatz, Wittgensteins Privatsprachenargument nicht kapiert zu haben. Auch Christian Schlüter, der für die FR vom Kongress berichtet, hatte Spaß an der Philosophie, die sich in München offenbar mächtig aufgedonnert und flippig gab.

Nachtrag, 21.09.11: Für die NZZ berichtet nun auch Uwe Justus Wenzel vom Philo-Kongress der Vorwoche.

Kampf auf Freiheit und Tod

Die taz weist auf das Buch "Hegel und Haiti" von Susan Buck-Morss hin, die ausführt, wie der haitianische Sklavenaufstand von 1791 Hegel zu seiner Herr-und-Knecht-Analyse inspiriert hat (und dass das ohne Twitter nicht möglich gewesen wäre). Apropos: Nach der FR bespricht nun auch die NZZ Axel Honneths neues Buch über Freiheit und Gesellschaft.


Links der Woche am 10.09.2011, 13:15 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 36/11

Immer und überall hier und jetzt

In der taz stellt uns Helmut Höge das Volk der Pirahã vor, das in Amazonien achselzuckend die metaphysischen Zumutungen an sich abtropfen lässt, die die Moderne mit sich bringt: Die Pirahã kennen keine Abstrakta wie Zahlen, Besitz oder Gott und leben sprachlich und gedanklich einzig in der Gegenwart. (05.09.11)

Neuromystik

Für die ZEIT hat Stefan Klein ein langes Gespräch mit Thomas Metzinger geführt, der zu den Gemäßigten unter den Neurophilosophen zählt. So kann er - ohne ein einziges Mal von fMRT zu sprechen - seine These erklären, wonach Identität im steten Fluss ist und die Bewusstseinsforschung eine säkulare Mystik hervorbringen kann. (06.09.11)

Der Anfang einer Abstiegsgeschichte

In den "Blättern für deutsche und internationale Politik" fasst Oliver Nachtwey noch einmal zusammen, was vor einem Monat zu den Krawallen in England geführt hat. Die Eliten leben einen Amoralismus vor, der den Abgehängten verdeutlicht, dass sie nichts zu verlieren und zumindest einen Plasmafernseher zu gewinnen haben. Mit Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit und die Finanzkrise, deren Folgen eben nicht die Elite betreffen, kommt Nachtwey zu dem Schluss: "Die soziale Krise in Europa - und mit ihr der Protest - sind noch lange nicht vorbei, sie haben gerade erst begonnen."

Auch Gustav Seibt von der SZ beschäftigt sich mit den Verlierern der Krise und der Furcht vor dem Niedergang. (06.09.11)

Wie man einst studierte

Während von Bund und Zivi befreite, doppelte Abi-Jahrgänge vor den Pforten der Unis lange Schlangen bilden, erzählen ihnen nicht ganz so alte Herren, wie man einst studiert hat:

Der Schriftsteller Andreas Maier schwärmt in der WELT (ausgerechnet!) vom wohligen Ewigkeitsgefühl des Bummelstudiums auf eine Weise, die den Sozialingenieuren von INSM und CHE nacktes Entsetzen bereiten dürfte. (09.09.11)

Florian Schroeder hat um die Jahrtausendwende in Freiburg das Studium aufgenommen und blickt bei Spon zurück auf den Magister im possierlichen Uni-Städtchen. Hier beweist sich Schroeder als "Comedian", indem er die üblichen Klischees runternudelt und festhält, schon damals sowohl Bologna als auch den Protest dagegen ganz kritisch gesehen zu haben. (08.09.11)

(Wer sich dafür interessiert, was damals wirklich los war bei Bildungsstreik, Rektoratsbesetzung und Gebührenboykott, der ist beim Lichtwolf gut aufgehoben.)

Flaming bush

Aus Anlass des 10. Jahrestags der Anschläge vom 11. September (und passend zum Lichtwolf mit dem Thema "Sprache", der in 10 Tagen erscheint) bietet Alem Grabovac in der taz einen Rückblick auf die neuen Worte, die die Welt in einem Jahrzehnt "Krieg gegen den Terror" gelernt hat. (09.09.11)

Noch zwei Meldungen...

...die nur scheinbar nichts miteinander zu tun haben: In Hannover kann man sich laut FAZ den Schädel von Leibniz angucken und zum 20. Jahrestag wird "Nevermind" neu aufgelegt, die WELT analysiert aus diesem Anlass "Smells like Teen Spirit".


Intime Interna am 09.09.2011, 14:57 Uhr

Elektrizitätswerke

Lichtwolf Nr. 34 als E-BookNeulich durften wir hier die frohe Kunde vermelden, dass es den Lichtwolf fortan auch als E-Book für Amazons Kindle gibt.

Heute geht es mit der Elektrifizierung weiter, denn nun stehen Lichtwolf Nr. 34 sowie die übrigen Titel des catware.net Verlags auch im offenen .epub-Format für alle anderen E-Book-Lesegeräte und Apps zur Verfügung. Bücher und Kurzgeschichten aus der exklusiven E-Book-Reihe - natürlich DRM-frei.

Michael Helmings Portrait von Jorge Luis Borges können Sie sich übrigens kostenlos als E-Book im .epub-Format herunterladen.


Links der Woche am 03.09.2011, 13:51 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 35/11

Mit der Freiheit etwas anfangen

Axel Honneth schreibt mit seinem Buch "Das Recht der Freiheit" gegen die "Verhunzung der Freiheit zur asozialen Attitüde" an, so Christian Schlüter in seiner Besprechung bei der FR. Gestützt auf die Rechtsphilosophie des preußischen Staatsdenkers Hegel stellt Honneth die Freiheit als subjektives und soziales Phänomen dar, das - vor allem mit der Würde eng verbunden - von der Liebe bis hin zur Politik wirkt. (30.08.11)

Passend dazu berichtet der Tagesspiegel von einer Podiumsdiskussion mit Honneth und dem ehemaligen Verfassungsrichter Udo Di Fabio.

Haufenweise Scheiße

Alexander Schimmelbusch weist im Freitag auf den Artikel von Michael Lewis in Vanity Fair hin, der die deutsche Politik während der Finanzkrise sowie den Holocaust mit der germanischen Analfixierung erklärt: "Lewis argumentiert derart unsachlich, als hätte ihm der Sänger von Rammstein die Ehefrau ausgespannt, um mit ihr streng reglementierten Fäkalspielchen zu frönen." Aber lustig. (31.08.11)

Platon und Prada

Die Verwurstungsmaschinerie läuft auf Hochtouren: Nachdem vorletzte Woche die Sex- & Mystery-Sensation vermeldet wurde, dass Platon gar nicht prüde war und einen Geheimcode hinterlassen hat, geht es nun um Platon und Prada. Rebekka Reinhard hat nämlich ein Buch namens "Würde Platon Prada tragen? - Philosophische Überlebenstipps für den Lifestyle-Dschungel" geschrieben und news.de liefert die passende Klickstrecke. Es wäre zum Auswandern, schleppte man das System nicht wie einen Bazillus noch in den menschenleersten Erdwinkel. (31.08.11)

Der Größte Denker Aller Zeiten

Den Einzug der PR in den Philosophiebetrieb vermeldet die Wiener Zeitung. Dort schreibt Otto A. Böhmer anlässlich des 15. Philosophicums in Lech am Arlberg vom 21. bis 25. September ein wohlwollendes Portrait von Peter Sloterdijk, der da eröffnungsredet. Hier nun darf er sich als Sommelier der Philosophie loben und erklären, warum er alles besser macht: Grammatik, Aufklärung, Bibel. (02.09.11)

Willkommen im Club

Popküken Lena Meyer-Landrut gehört nun offiziell zu unserer Zielgruppe: Sie hat sich für Afrikanistik und Philosophie in Köln eingeschrieben. (03.09.11)


Links der Woche am 27.08.2011, 14:33 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 34/11

Auf die Mobilitätsbarrikaden!

Mit der Integrationskraft der Linken ist es nicht mehr weit her, konstatiert Franz Walter im Freitag. Er sieht den vorindustriellen Mob zurückkehren, dessen Zorn sich unkanalisiert entlädt, vor allem in Gesellschaften, in denen "Aufwärtsmobilitäten durch massenhafte innergenerationale Konkurrenz in fiskalisch schwierigen Zeiten fraglich sind". (23.08.11)

Das Versmaß aller Dinge

Wer zwar nicht die Welt, aber doch ein Land, ein Volk, eine Nation beherrscht - und zwar total - kann seinen Machthunger und Geltungsdrang immerhin noch in die Welt der Buchstaben ausdehnen. Thomas Schmid blickt in der WELT auf den Zusammenhang von Macht und Lyrik sowie auf das dichterische Werk von Goebbels, Mao und Stalin. (23.08.11)

Born to kill yourself

Rein (bio)logisch kann Selbstmord keine genetische Sache sein, es sei denn, die entsprechenden Gen-Träger bringen sich erst nach der Fortpflanzung um. In der NZZ berichtet Fabienne Hübener vom Stand der Wissenschaft, wonach ein ganzes Gen-Netzwerk die Suizidalität erhöhen soll - und auch die neuerdings populäre Epigenetik hat ihre Finger im Spiel. (24.08.11)

Die Gesetze der Anomie

Der Pädagoge und Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer hat in der taz einen luziden Essay über die Krawalle in England geschrieben. Darin beleuchtet er im Allgemeinen und Speziellen die Hintergründe, die Rolle der Eliten und unter welchen Bedingungen es zu welcher Art von Gewaltausbrüchen kommt. (25.08.11)

Sein Senf darf nicht fehlen

Die Proteste in London haben nichts mit denen in Madrid zu tun, mit denen in Israel, Syrien, Libyen eh nicht und das Ende des Kapitalismus läuten sie schon dreimal nicht ein. Denn obwohl der Kapitalismus nicht mehr weiter weiß, ist weit und breit außer Protestcamps und eingeschmissenen Schaufenstern keine Alternative zu sehen. Natürlich darf Slavoj Žižeks Meinung in heutigen Endzeiten nicht fehlen; Johannes Thumfart lockt sie für die ZEIT hervor. (25.08.11)

Das auch noch:

Ballermannbarde und Gaddafi-Double Costa Cordalis kommt nach Stade und hat einstmals stolze drei Semester Philosophie studiert. Grund genug fürs Hamburger Abendblatt, ihm lauter küchenphilosophische Fragen zu stellen. Das ZDF macht 2012 womöglich eine Philo-Show mit Richard Dingens Precht. Und die FR unterhält sich mal eben mit Wilhelm Schmid über Glück im Ranking und Unzufriedenheit als Motiv.


Links der Woche am 20.08.2011, 13:31 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 33/11

Gute Geschäfte, schlechte Geschäfte

Frank Wiebe kennt sich mit Wirtschaft und Ethik aus, darum hat er nebenan das Blog "Gute Geschäfte" aufgemacht - "gut" wie in "gutes Leben". Zu Beginn erklärt er kurz und knapp das Geschäftsmodell der Deutschen Bank nach Ackermann ("Risiken transformieren"), unter welchen Umständen es ethisch wäre und warum es das nicht ist. (17.08.11)

Englische Zustände

Mit Blick auf die Kapitalismuskrawalle in England und die Proteste in süd-östlichen Mittelmeeranrainern unterscheidet Georg Seeßlen in der taz instruktiv zwischen guten Aufständen und schlechten Aufständen. Dagegen glaubt Elitenforscher Michael Hartmann im Freitag nicht, dass da bloß ein paar Proleten endlich mal an den Krempel aus der Reklame herankommen wollten. In der FAZ argumentiert Hans-Georg Soeffner mit Thomas Hobbes, dass ein Staat, der sich aus dem Gesellschaftsvertrag zurückzieht, über Naturzustände nicht klagen soll.

Gute Wissenschaft, schlechte Wissenschaft

Neben dem Experiment des Prof. Ulbricht, einen Staat einzumauern und zu gucken, was passiert, hat dieser Tage auch das Stanford Prison Experiment runden Geburtstag. Die BBC hat 40 Jahre danach mit Überlebenden Teilnehmern und dem Leiter über Powertrips und Menschenversuche gesprochen. (17.08.11)

Vom Casino zur Spielhalle

Abermals Georg Seeßlen, der im Freitag ausführlich den Wandel vom Casino- zum Medienjournalismus, also vom elitären Salonlöwentum zum vulgären Gezocke beschreibt: Das "Ecotainment" lädt den Zuschauer zum Mitmachen ein und saugt bloß frisches Kapital zum Verheizen an, bis die Telenovelisierung des Börsengeschehens die Frage aufwirft: "diesen unappetitlichen Vollidioten sollen wir unser Geld anvertrauen?" (18.08.11)

Boulevard für Bessere

Regelmäßig erinnert die WELT ihre Leser daran, dass auch sie ein Produkt aus dem Hause Springer ist. Die üblichen Grundlagen eines Artikels - "wie eine neue Studie der Universität XY zeigt" und irgendwas mit ficken - ließen sich diese Woche mit Platon verrühren: Der angebliche Erfinder der "platonischen Liebe" war in echt "bei weitem nicht prüde". Aber es kommt noch besser: Ein Geheimcode ist bei Platon auch noch entdeckt worden! Und wer jetzt nicht klickt, muss hirntot sein. (18.08.11)

Teilchen schauen nicht zurück

Am Large Hadron Collidor (LHC) am Cern versuchen Physiker, die Entstehung des Universums zu verstehen, und die Philosophin Arianna Borrelli versucht, die Entstehung von Weltbildern zu verstehen, indem sie die Physiker beobachtet und ihnen wissenschaftstheoretisch auflauert. Für die ZEIT hat Stefanie Schramm das epistemologische Metaexperiment beobachtet. (19.08.11)

Die Krise als Quell der Moral

Andreas Cremonini stellt in der NZZ den Philosophen Stanley Cavell vor, der einigen wegen seiner blumige Schreibe eher als Literat gilt. Anlass des Portraits ist die deutsche Übersetzung von Cavells Buch "Cities of Words. Ein moralisches Register in Philosophie, Film und Literatur.", das Philosophen mit Filmen erklärt und eine auf Emerson und Thoreau basierende Ethik darlegt. (20.08.11)


Links der Woche am 14.08.2011, 09:16 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 32/11

Gestern gab es hier kein Internet, weil der regionale Anbieter Aufstandsunterdrückung übt oder sich halt nicht drum schert, ob seine Kunden Internetzugang haben, jedenfalls kommen die Links der Woche dieses Mal erst am Sonntag statt Sonnabend. Gott vergelt's.

Top-Ten-Ethik

Viel zu oft geht der Ranking-Kram an der Philosophie vorbei. Sonja Zietlow käme nie auf die Idee, die zehn besten Philosophie-Momente aller Zeiten zu krönen. Doch endlich haben die Leiter Reports abstimmen lassen und die zehn besten bzw. wichtigsten Ethik-Bücher der letzten 200 Jahre bestimmt! (09.08.11)

(Und eine Liste der Unis, an denen sich experimentelle Philosophie studieren lässt, gab es gleich auch noch.)

Für alle oder für niemanden

Seit einem verurteilten Kindsmörder Anfang der Woche Schmerzensgeld zugesprochen wurde, weil ihm im Polizeigewahrsam Schmerzen angedroht wurden, steht der Rechtsstaat mal wieder auf der Kippe. Stephan Hebel hat in der FR aufgedröselt, welchen rechtsphilosophischen Sinn die Trennung zwischen moralischem Empfinden und juristischer Allgemeingültigkeit hat. (09.08.11)

Deutschland mit/ohne die Manns

Im Suhrkamp-Verlag erscheinen sämtliche Feuilletons von Siegfried Kracauer. Alexander Cammann hat sie für die ZEIT gelesen und folgt ihnen durch Deutschland, das sich 80, 90 Jahre nach der spitzfedrigen Beschreibung des Kulturdiagnostikers Kracauer verändert hat; z.B. regiert die Mann-Dynastie nicht mehr den Feuilleton und Kafka gibt es auch nicht mehr zu entdecken. (09.08.11)

Wer schreibt, der bleibt

Um Integrität und Qualität der Wissenschaft zu sichern, muss sie entschleunigt werden. Dazu gehört eine Zähmung des akademischen Publikationswesens ("publish or perish"), in dem nichts so irrelevant ist wie der Leser. Der Historiker Gerd Schwerhoff denkt in der FAZ umständlich darüber nach, was man da tun könnte und was nicht. (11.08.11)

Feuilletonist Münzer (PDF)

Der Verlag Autonomie und Chaos hat eine Sammlung mit Novellen und Feuilletons von Kurt Münzer herausgegeben, der zu den vergessenen Schriftstellern gehört, die Michael Helming in seinem Essayband "Leichen treppauf" portraitiert hat. Also hat der gute Kollege Helming den neunzehn Münzer-Texten ein Nachwort spendiert. Das komplette Buch kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Eine Verschwörungstheorie geht um die Welt

Der italienische Autor Giovanni Catelli hat ein altes Gerücht aufgefrischt, wonach der Unfall, der 1960 Albert Camus das Leben kostete, vom sowjetischen KGB organisiert worden ist. Während die FAZ die Neuerscheinung in einem knappen Kommentar abhandelt, geht die WELT auf schnelle Autos, die Quellenlage und die Reaktion ausgewiesener Camus-Experten ein.


Links der Woche am 06.08.2011, 14:10 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 31/11

Die da oben, wir da unten

Unsere Selbsteinschätzung ist abhängig davon, auf wie vielen Metern über Normalnull sie getroffen wird. Bierologe Bastian Greshake weist in den Scilogs auf Verhaltensstudien hin, die sich mit dem Priming beschäftigen, also dem Phänomen, dass und wie Umweltfaktoren die Urteilskraft beeinflussen. Die Konsequenz: Von Managern Bescheidenheit zu fordern ist sinnlos, solange sie ihre Büros hoch über der Stadt haben. (31.07.11)

Das Ende der Reformen

Im Freitag stellt Ralf Klausnitzer das Buch "Akademischer Kapitalismus. Über die politische Ökonomie der Hochschulreform" des Soziologen Richard Münch vor. An Stelle des alten Wettbewerbs um die bessere Idee ist der Wettlauf um Exzellenz, Elite und Gütesiegel getreten, klar, nix Neues. Interessant aber ist, wie Münch den angeblich geschaffenen Uni-"Markt" als folgenschwere Illusion entlarvt. (01.08.11)

Battlestar Dialectica

The Philosopher's Eye tut kund, dass die renommierte, eher in der Analytischen Philosophie verortete Zeitschrift "Dialectica" derzeit eine ganze Reihe von Artikeln kostenlos anbietet, um neue (Probe-)Abonnenten zu locken. Als PDFs stehen Artikel vorwiegend zu ontologischen und logischen Themen bereit. (01.08.11)


Links der Woche am 30.07.2011, 14:03 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 30/11

In Sachen Norwegen

Zu den Anschlägen von Norwegen am 22. Juli haben sich auch einige berufene Philosophen geäußert:

Die Basler Zeitung spricht mit dem Sozialphilosophen Detlef Horster über das Böse im Allgemeinen und Speziellen. (25.07.11)

In der FR gibt der norwegische Schriftsteller und Philosoph Jostein Gaarder Auskunft über Lage in seiner Heimat, die Folgen der Anschläge und die Bedrohung von rechts. (28.07.11)

Und der Standard unterhält sich über Terror-PR mit Lars Gule, der in Oslo Philosophie lehrt und in den 70er-Jahren einen Bombenanschlag in Israel plante. (26.07.11)

Kritik der neurowissenschaftlichen Vernunft

In der FAZ weist Christian Geyer auf den Aufruf des Berliner Philosophen Jan Slaby hin, die Herausforderung durch die Neurowissenschaften anzunehmen. Die Philosophie sei als Korrektiv für die vermeintliche neue Leitwissenschaft nötig, um ihre Scheindebatten ebenso aufzudecken wie ihre methodologischen Verstrickungen. (27.07.11)

Investition in die Zukunft

Wie immer, wenn eine jahrhundertelange Universitätstradition reformiert werden soll, wird dies zum Wohle der Studenten und um der Zukunft wegen betrieben, derer man neuerdings erstmal fähig zu sein hat. England geht voran, erhöht die Studiengebühren, lässt gewinnorientierte Unis zu und lagert die Geisteswissenschaften in die Besenkammer aus. Rüdiger Störkel berichtet für die FAZ von den Plänen, den Protesten und den Entgegnungen der verantwortlichen Politiker. (27.11.11)

Das Blabla-Meter

Mira Wild schreibt in einem FAZ-Kommentar über eine Website, ohne einen Link zu setzen. Zur Strafe wird sie (im Gegensatz zu Andreas Maisch von der ZEIT) hier auch nicht verlinkt, sondern direkt das Blabla-Meter von Bernd Wurm. Damit kann man jeden beliebigen Text auf seinen Bullshit-Index hin überprüfen. (29.07.11)

Lehrvideo Moralität

Martin Ballaschk gibt in den Wissenslogs Auskunft über seine unchristliche Erziehung, der zum Trotze er dennoch im Stande ist, Gut und Böse auseinander zu halten. Viel relevanter aber ist sein Hinweis auf den Video-Blogger QualiaSoup und die ersten zwei Teile einer Serie über Moral. (29.07.11)


Links der Woche am 23.07.2011, 14:15 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 29/11

Die Qual der Wahl

Ausnahmsweise mal was von Spon: Philosophie-Student Lukas Geuter diskutiert mit VWL-Student Tobias Henn über die richtige Motivation bei der Wahl des Studienfachs, also Geld oder Liebe. Nuja. (15.07.11)

Hegel zum Hören

Die Vorträge des Mitte Juni in Stuttgart abgehaltenen Hegel-Kongresses sind beim Blog "Political Theory" (bzw. recht eigentlich auf Stuggis Homepage) zum Nachhören verfügbar. Vorträge u.a. von Axel Honneth, Martin Seel und R. Jay Wallace. (18.07.11)

Was "Handapparat" vor der Jahrtausendwende bedeutet hat

Recht melancholisch weist Oliver Herwig in der FR auf "die seltsam melancholische Ausstellung 'Die Weisheit baut sich ein Haus. Architektur und Geschichte von Bibliotheken'" in der Münchner Pinakothek der Moderne hin. Bleibt zu hoffen, dass kein Internetevangelist diese Totenmesse des Buchwesens stürmt, in den Sarg pisst und dazu fröhlich "Bimbam, die Hex' ist tot." singt. (20.07.11) Passend dazu berichtet die NZZ am 22.07.11 über das Ende der US-Buchhandelskette Borders.)

McLuhan zum Hundertsten

Am 21.07.11 hätte der kanadische Medientheoretiker Marshall McLuhan 100 Kerzen auspusten bzw. 100 Fernsehen ausmachen dürfen. Zu diesem Anlass erscheinen eine neue Biographie und knapp ein Portrait pro Feuilleton:

Aufklärer und Katholik, Daland Segler in der FR

Im Whirlpool der elektronischen Welt, Uwe Justus Wenzel in der NZZ

Der Medienversteher, Claus Pias in der FAZ

Der Marshall ist die Message, sechs Checker(Innen!) von der taz

Der kurze Weg von der Medien- zur Mädchentheorie, Andreas Rosenfelder in der WELT

Der Magier, Thomas Assheuer in der ZEIT

Der Rest steht bei Google.

Richtigstellung: Bis zum 19.08.11 war an dieser Stelle die Rede von einem "US-Medientheoretiker". Hierzu stellt unser in Kanada lebender Kollege Vasile V. Poenaru fest: Marshall McLuhan war Kanadier. Anm. d. Hrsg.: Herr Poenaru hat recht.

Diddl-Maus-Studentinnen

Annette Pehnt hat einen Schlüsselroman geschrieben, der mutmaßlich an der PH Freiburg spielt und - zuerst vom Piper Verlag sorgenvoll zurückgehalten - bei Jos Fritz erschienen ist. In der FAZ stellt Anja Hirsch das Buch vor, dessen im Post-Bologna-Bildungs-Ikea verlorene Protagonistin jeder Studierte kennt. (22.07.11)

Alles ist verdunkelt

Es gab Zeiten, als die Darmfunktionen der Nachbarin noch nicht eine Suchanfrage entfernt waren: Der Historiker Daniel Jütte schreibt in der NZZ über die frühe Neuzeit, in der Gott, Welt und Politik geheimnisumwittert waren, sowie über die Gründe der damaligen Geheimniskrämerei, der auch die Aufklärung kaum an den Schleier packen konnte und mochte. (23.07.11)



Links der Woche am 16.07.2011, 14:07 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 28/11

Der ewige Fluss der Meinungen

Im Freitag empfiehlt Florian Schmid die Lektüre von "Der Hass der Demokratie" des französischen Philosophen Jacques Rancière, dessen Buch mit sechs Jahren Verspätung nun auch auf Deutsch erscheint. Darin geht er dem inflationären Demokratie-Begriff auf den Grund der Streitkultur, die nicht jedem geheuer oder gar teuer ist. (11.07.11)

Wissen, Welt, Wahrheit

Der genius malignus hat spätestens mit "Matrix" sein Comeback in der Philosophie gefeiert und wirft die Frage auf, woher wir eigentlich wissen wollen, was wir zu wissen glauben. Damit hebt auch Elmar Diederichs in den Brainlogs an, referiert sodann die verschiedenen Definitionen von Wissen und findet am Ende zwei Fäden, die er weiterverfolgen will: die Fragen der Wahrheit und der Außenwelt. (13.07.11)

Hauptsache, das eigene Kind kommt sicher in den Klavierunterricht

Die wenigen Autofahrer unter unseren Lesern haben es geahnt: Die SUVs sind unser Unglück. Geradezu amtlich wird der Befund über die geländegängigen Riesenautos, die sich durch die Innenstädte drängeln, dank Dieter Kaags Artikel in "Blätter für deutsche und internationale Politik". Er beleuchtet zunächst die Verkaufspsychologie, dann die ökologischen und sicherheitspolitischen Konsequenzen des SUV-Booms, und befragt schließlich die Statistik, auf wessen Kosten die erhöhte Sicherheit der Sportpanzerfahrer geht. (14.07.11)

Das Subjekt wird erst am Objekt Subjekt

Das OpenAccess-Magazin "Internationale Zeitschrift für Philosophie und Psychosomatik" hat Mitte Juni ihre aktuelle vierte Ausgabe online gestellt. Als PDFs verfügbar sind zahlreiche Beiträge zum Thema "Subjekt und Objekt" im Rahmen von Lebensgestaltung und Psychotherapie, u.a. in Form einer Filmexegese von "Shutter Island".

Kunst der Begegnung

Passend dazu der Artikel "Zweckrationalität und zwischenmenschliche Praxis in der Psychotherapie. Zu der Aktualität von Heideggers Wissenschaftskritik und der Notwendigkeit eines künstlerischen Umgangs mit der Biotechnologie" von Matthias Richter in der aktuellen Ausgabe des Journals für Philosophie und Psychiatrie.


Links der Woche am 09.07.2011, 14:17 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/11

Physik über Philosophie

Der Physiker Josef Honerkamp blättert in der Zeitschrift "Information Philosophie" und kommt sich dabei wie ein Spanner vor. In den Chronologs wundert er sich über die Fremdheit zwischen Natur- und Geisteswissenschaftlern, über die "gefühlte Wahrheit" und sorgsame Sprache letzterer sowie über den Menschen als Maß aller Dinge. (03.07.11)

Alles über Liebe

Alain Badiou kann bekanntlich mehr als Revolution. Sein Buch "Lob der Liebe" ist soeben auf Deutsch erschienen und fordert mit Rimbaud die Neuerfindung der Liebe als das, was sie sein sollte: Die Geburt einer Welt aus zwei nicht-identischen Subjekten. Mehr nicht. Für die FAZ rezensiert Cord Riechelmann das Buch, das zuvördest mit falschen Vorstellungen aufräumen will. (05.07.11)

Kant als Unternehmensberater

via @theorieblog: Simone Dietz erklärt Kants "Kritik der reinen Vernunft" einmal anders, nämlich mit Sonja Sinnlichkeit und Volker Verstand aus der Erkenntnis-GmbH. (05.07.11)

Seelendrama

Nach der Rezension in der WELT letzte Woche wird die Neuausgabe von Franz Overbecks "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche. Mit Briefen an Heinrich Köselitz und mit einem Essay von Heinrich Detering." auch in der NZZ besprochen, und zwar vom stets lesenswerten Ludger Lütkehaus. (05.07.11)

Mühsam online

Diejenigen Tagebücher von Erich Mühsam, die nicht verschollen sind, werden nun neu aufgelegt. Parallel zur gedruckten Ausgabe hat der Verbrecher Verlag das Werk im Internet verfügbar gemacht, wo sich wunderbar durch Namen, Daten und anderen Verweise klicken lässt. Der Hinweis auf Mühsams "Onlinetagebuch" entstammt einem Text von Katrin Schuster, die sich ausgehend davon im Freitag Gedanken über Hypertextualität macht. (07.07.11)

Hassu Problämm?

Alle haben ein Problem, besonders der Euro mit den Griechen. Klaus Bartels weist fast schon heideggerianisch das aus dem Griechischen stammende Wort "Problem" als "Vor-werf-Ding" aus und unterfüttert die Etymologie mit antiken Anekdoten aus Hellas. (08.07.11)

Anmut Armut

Die Bloggerin Elke Brüns von "Gespenst-der-Armut.org" nimmt sich in der FR der gegenwärtig inflationären Ausstellungen zur Armut in der Kunst an. Im seltsamen Verhältnis zwischen Armut und Kunst bleiben die Fragen von Ethik, Ästhetik und Engagement offen, wenn nicht gar ungestellt. (08.07.11)

Arbeiterkinder im Elfenbeinturm

Im Freitag unterhält sich Rudolf Stumberger mit dem Münsteraner AStA-Referenten Andreas Kemper über den ersten deutschen Kongress des US-Netzwerks "Akademiker mit Arbeiterhintergrund", das sich der Trinität von Herkunft, Bildung und Chancen widmet. (09.07.11)


Intime Interna am 08.07.2011, 15:23 Uhr

Zum neunten Geburtstag

Wie jedes Jahr wuchtet der Lichtwolf im Juli anlässlich der Wiederkehr seines Gründungsdatums einige Artikel aus vergangenen Heften in den Online-Orbit. 2011 wird die "Zeitschrift trotz Philosophie" neun Jahre alt und bietet seiner Internet-Leserschaft folgende Preziosen aus den Archiven:

-"Postplatonische Pornographie" von Neander (aus Lichtwolf Nr. 22) über den Würdebegriff der Kritik der Pornographie,

-"Wir sind die Universität!" von dr faustus und Schneidegger (aus Lichtwolf Nr. 23) über die Prunkerei zum 550-jährigen Jubiläum der Uni Freiburg,

-"Muss ich denn - oh - muss ich denn hinaus?" von Norbert Hildebrand (aus Lichtwolf Nr. 24) über den schweren Abschied von allem,

-"Über Sabine" von Schneidegger (aus Lichtwolf Nr. 25) über junge Eltern und den Erwerb der Schweigfähigkeit beim Kleinkind,

-"Neues vom Hai - Folge 2" von Judith Stieber (aus Lichtwolf Nr. 26) über des Hais Alkoholproblem und hilfreiche Reklame,

-"Fnord-Repord 26" von Frost und Schneidegger (aus Lichtwolf Nr. 26) über verschwörungstheoretische Neuigkeiten (inzwischen wohl verjährt),

-"Wittgenstein, Hitler und der Schürhaken" von IPuP-Press (aus Lichtwolf Nr. 27) über genau das: Wittgenstein, Hitler und der Schürhaken,

-"Es beginnt märchenhaft... und dann explodiert alles" von Magister Maier (aus Lichtwolf Nr. 28) über Heidegger, Husserl und das Kiffen,

-"Freud - The King of Rock'n'Roll des Geistes" von IPuP-Press (aus Lichtwolf Nr. 29) über Freuds glamoröses Leben zwischen Sex, Drugs und Psychoanalyse (inkl. Pilger-Tipps),

-"La Bruni et le Platon" von Schneidegger (aus Lichtwolf Nr. 30) über die philosophisch beschlagene Chanteuse und Präsi-Gattin Carla Bruni,

-"Punkrock und Primitivität" von IPuP-Press (aus Lichtwolf Nr. 31) über Adorno, Cramps und die fragliche Eigentlichkeit der Primitivität,

-"Der versoffene Gourmet" von Michael Helming (aus Lichtwolf Nr. 32) über die Rolle des Essens im Werk von Charles Bukowski,

-"Subjekt und Objekt(ivität)" von Stefan Schulze Beiering (aus Lichtwolf Nr. 33) über die unmögliche Objektivität der Geisteswissenschaften,

-"Deutsche Inseln: Jamaika" von Dietmar Wischmeyer (aus Lichtwolf Nr. 34) über den peinlichen Sextourismus der Deutschen sowie

-"Neues vom Hai - Folge 10" von Judith Stieber (aus Lichtwolf Nr. 34) über des Hais Alkoholproblem und sein Hobby zur Urlaubszeit,

Puh, da haben Sie jetzt ja erstmal ordentlich was zu lesen...! Happy Birthday!


Intime Interna am 07.07.2011, 21:26 Uhr

Novitäten beim Abonemeng

Zwei Neuerungen beim Echtwelt-Abonnement der Zeitschrift Lichtwolf gilt es frohsinnig zu verkünden:

(1) Den alljährlichen Stress, ein abgelaufenes Abo händisch zu verlängern, können Sie sich fortan sparen, denn jetzt steht auch das unendliche Abo zur Verfügung. Ganz gleich ob reguläres oder Mäzenaten-Abo: Ein Kreuz an der richtigen Stelle genügt und Ihr Abo verlängert sich automatisch - und zwar solange, bis Sie oder Ihre Erben kündigen.

(2) Neue Prämien für Mäzene! Wer sich (und uns) das teurere Lichtwolf-Abo gönnt, kann inzwischen unter fünf Abo-Prämien auswählen. Neu hinzugekommen sind Michael Helmings Essayband "Leichen treppauf" sowie die aktuelle Schallplatte von FleischLEGO. Dolle Sache!


Links der Woche am 02.07.2011, 13:46 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 26/11

Auf jedem Narrenschiff, das dampft und segelt

Mehr kulturpessimistische Polemik als Rezension ist Jürgen Nielsen-Sikoras Besprechung des Buchs "Blödmaschinen" von Markus Metz und Georg Seeßlen nebenan bei Glanz & Elend. Das macht den Text jedoch nicht weniger lesenswert, der schon allein für diesen Satz verlinkenswert ist: "Geistige Arbeit wird ohnehin überflüssig in einem System struktureller Blödheit, in der auch die Philosophie zu einem Halb-und-Halb aus mathematischer Formel und MRT-Hirnbild mutiert ist." (26.06.11)

Der Böse und seine Bedeutung

Ebenfalls in Glanz & Elend verhandelt Goedart Palm mit Georges Bataille das Böse bzw. den Bösen; und nicht nur mit Bataille: Nach einem Einstieg mit "Natural Born Killers" und biblischen Teufelskonzepten kommen alle zu Wort, die etwas zum Bösen geschrieben haben: Nietzsche, Konrad Lorenz, Niklas Luhmann usw. Ein ausführlicher Rundumschlag zum Bösen als Exzess und zu Rolle und Charakter des personifizierten Bösen als gnadenloser Moralpunk. (Der Vollständigkeit halber: Ähnliches Rezensieren in der SZ.) (27.06.11)

ein Décadent, der sich zum Übermenschen stilisiert

Vor einer Weile (vgl. LdW 16/11) erschienen Franz Overbecks "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche" als Neuedition des Buch von 1906, mit dem des Bartträgers alter Kumpel den von der Schwester betriebenen zeitgenössischen Kult auf den Teppich zurückzuholen gedachte. Wolfgang Schneider bespricht das Buch und Overbecks liebevolle Herabsetzung Nietzsches in der WELT. (28.06.11)

Alles ist erleuchtet

Im Freitag beschäftigt sich die Wissenschaftsjournalistin Kathrin Zinkant mit den Segnungen der funktionellen Magnetresonanztomographie, die antrat, um den Leib-Seele-Dualismus final aufzulösen. Wie effektiv die MRT-Bildnerei beim Lösen uralter Fragen ist, zeigte sich zuletzt in der bahnbrechenden Erkenntnis, dass die Umwelt Auswirkungen auf das Gehirn hat. (01.07.11)

Greifbare Wirklichkeit

In seinem digitalphilosophischen FAZ-Blog stellt Hans Ulrich Gumbrecht die Frage, was bildende Kunst heute noch wollen will, bzw. welche Berechtigung diese Frage beim "contemporary sublime" überhaupt noch hat. Denn das Erhabene hat Vorrang vor dem Schönen, um die virtuell gewordene Wirklichkeit auf diese letzte mögliche Weise ins Greifbare zu transzendieren. (02.07.11)


Links der Woche am 25.06.2011, 14:25 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 25/11

Robophilosopher

Im Freitag schaut Boris Hänßler mit Blade Runner und Ray Kurzweil nach, wie weit wir auf dem Weg zu lernender und fühlender Künstlicher Intelligenz sind und ab wann wir uns das Smartphone endlich direkt ins Stammhirn stecken können. Besonders ehrgeizig sind natürlich die Forscher, die Moral computerisieren wollen. (20.06.11)

Sie reden - und wie!

Alexander Kluge unterhält sich in der FR mit dem Politologen Claus Leggewie über die Ähnlichkeit von Politik und Schriftstellerei, über fehlende Leidenschaft, "Arabellion" und - wie bei den Herren üblich - über den ganzen Rest auch noch. (25.06.11)

Plagiatsfälle

Anfang März wurde die Debatte um den Plagiatsfall Guttenberg und seine Folgen recht abrupt durch Fukushima beendet. Gegessen war das Thema aber nicht, und so kehrt es in den Diskurs zurück, nachdem letzte Woche der EU-Politikerin Silvana Koch-Mehrin (FDP) ihr Doktortitel ebenfalls wegen Plagiaterie aberkannt wurde.

Besonders schön ist dieser Fall, weil Koch-Mehrin zwar ihre Spitzenämter aufgab, sich nun jedoch in den EU-Forschungssausschuss wählen ließ. Das kann man lustig finden wie die Opposition im EU-Parlament, oder empörend, wie es die bloggenden Wissenschaftler tun: Der Physiker Joachim Schulz und der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch erklären noch einmal, was es mit wissenschaftlichem und politischem Anstand auf sich hat und fordern Koch-Mehrins kompletten Abgang (wie tags drauf geschehen). Elmar Diederichs argumentiert systematisch und stößt dabei bis in die Sphäre politischer Philosophie vor, die durchaus gefragt ist, wenn eine wissenschaftliche Hochstaplerin einem demokratischen Organ zur Forschungsförderung vorsitzt.

Oder man geht ganz anders ans Plagiieren ran, wie der Politikwissenschaftler Jörg Becker in der FAZ: Er freut sich zunächst über die Anerkennung, die Georgios Chatzimarkakis, ebenfalls FDP, ihm erbrachte, indem er in seiner Doktorarbeit von Becker abschrieb. Nach einem Exkurs darüber, was die Abschreiberei mit liberalen Werten zu tun haben soll bzw. über sie aussagt, ist die Freude schal geworden: Als wäre das Plagiieren nicht schon schlimm genug, Chatzimarkakis hat Beckers Thesen völlig aus dem Zusammenhang gerissen.

Das kreative Prekariat

Die Journalistin Katja Kullmann hat einen Lebenslauf voller toller Referenzen und ist dennoch bei Hartz IV gelandet. Also hat sie ein Buch geschrieben ("Echtleben"), das die Großmedien zum Anlass der Frage nehmen, ob sich Fleiß und Bildung überhaupt noch lohnen (FAZ).

Don Alphonso hat in den FAZ-Blogs wenig Mitgefühl mit den jungen Kreativen, die sich einst als new masters of the universe feierten und nun die Ernte ihrer Dynamik-Predigten einfahren. Die ZEIT unterhält sich mit Kullmann über ihren Absturz Ausflug ins Prekariat und stellt außerdem weitere Bücher zum Thema vor. Hier sind es besonders die schönen Kommentare der ZEIT-Leserschaft ("Selber schuld, geht halt arbeiten!"), die wir unserer Leserschaft zur Ermutigung und zum Stählen des Trotz-Reflexes anempfehlen.


Intime Interna am 20.06.2011, 08:39 Uhr

Das neue Heft ist da!

Lichtwolf Nr. 34...und damit wird es Zeit für Urlaub, denn der steht im Titelthema der aktuellen Sommerausgabe der "Zeitschrift trotz Philosophie".

Darin erfahren Sie alles Bedenkenswerte über den Zusammenhang von Reisen und Denken (der Text ist auch online), Urlaub in der Literatur, philosophische Reiseziele und das falsche Lob der Arbeit. Außerdem erklärt Dietmar Wischmeyer einige Eigentümlichkeiten des Landes der Bekloppten und Bescheuerten, es geht um Argumentationsmuster der Geisteswissenschaften und in der Reihe "Lebende & Leichen" wird die US-Schriftstellerin Amy Hempel portraitiert, von der der Jahrestags-Feuilleton erst Ende 2011 sprechen wird (wg. 60. Geburtstag...).

Näheres zu Inhalt und Aufmachung erfahren Sie im Einkaufszentrum, dort können Sie das sehr gut als Reise- und Strandlektüre geeignete Heft auch bestellen. Oder gleich abonnieren. Die ersten sieben Seiten dieser Ausgabe gibt es hier als kostenlose PDF zum Herunterladen sowie im LichtwolfReader zum Angucken.

Abonnenten sollten ihre Ausgaben in diesen Tagen erhalten; da die gelben Schergen von Thurn und Taxis in einigen Regionen montags nicht mehr zustellen, kann es schon noch bis Dienstag oder Mittwoch dauern. Sollten Sie als Abonnent ihren Sommer-Lichtwolf bis Donnerstag nicht bekommen haben, mailen Sie doch bitte die Redaktion an.

Vielen Dank und schönen Urlaub!


Links der Woche am 18.06.2011, 14:08 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 24/11

Wissenschaftstheorie vs. -geschichte

Fynn Ole Engler und Jürgen Renn portraitieren in der FAZ "Wiener Kreis", bei dem in den Personen von Moritz Schlick und Ludwik Fleck zwei bis heute unüberwundene Gegensätze aufeinander trafen: Die positivistische Auffassung, eine rationale Wissenschaft sei ein sicherer Weg zur Wahrheit vs. die materialistische, alles wissenschaftliche Vorgehen und damit auch seine Ergebnisse seien historisch bedingt. (13.06.11)

Die Sozialdemokratie riecht nur komisch

Vor knapp einem Jahr starb der Historiker Tony Judt, der gerne auch mal Israel kritisierte und den USA Europa erklärte. Dazu gehört natürlich der sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat, dessen finanziell bedingte, aber moralisch unhaltbare Nichtfinanzierbarkeit das Thema von Judts letztem Buch ist. Eckhard Fuhr bespricht es in der WELT mit unspringerhafter Sympathie. (13.06.11)

Philosopher Superstar

Klar gibt es auch in der Philosophie Popstars wie z.B. Schlotterdeik und Zizek. Doch so, wie Lady Gaga nicht bloß aussieht, sondern auch Instrumente beherrscht, ist Zizek beispielsweise neben der ruhmträchtigen Tätigkeit als Krawallpapst auch kompetenter Linkshegelianer und Noam Chomsky eben ein Sprachphilosoph, dessen linguistisches Schaffen Georg Rüschemeyer in der FAZ behandelt. (15.06.11)

Der andere Superstar

Wer von Chomsky spricht, soll von Habermas nicht schweigen, wird man sich bei der FAZ gedacht haben: Jürgen Kaube berichtet von einem Vortrag über die Krise der Europäischen Union, den Jürgen Habermas an der HU Berlin gehalten hat. Ähnlich wie für Tony Judt (s.o.) mangelt es für Habermas vor allem an wohlfahrtsstaatlicher Moral und einem ehrlichen Umgang mit dem unfertigen Citoyen. (18.06.11)

Ende der Philosophen-Arbeitslosigkeit?

Neben dem Stresstest erlebte in den letzten Jahren der Ethik-Rat einen großen Boom als politische Feuerlöscherattrappe. Alles mögliche wird gestresst oder eben von Ethikern begutachtet, inzwischen sogar Atomkraftwerke. Andreas Herberg-Rothe geht in der FR dem Ethik-Boom nach und prüft, ob die philosophischen Konzepte überhaupt für die Kommissionsarbeit taugen. (16.06.11)

Radiountauglicher Philorock

In allen Philo-Fachschaftsräumen der Welt liegen Pink-Floyd-CDs herum, nun erklärt Hartmut Rosa in der FR, wieso: Bei Charles Taylor (dem Philosophen, nicht dem Diktator) bedürfen Selbst- und Weltbezug einer Resonanz- oder Ausdrucksmöglichkeit. Dieser Umstand wird von keiner Band so eindringlich behandelt wie von Pink Floyd, worin dann auch ein Grund ihrer Popularität läge. (18.06.11)


Links der Woche am 11.06.2011, 14:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 23/11

top-down-Beschiss

Aus der vergangenen Woche noch: Beim Wissenschaftsbeschiss gibt es zwei Methoden - das bottom-up-Verfahren, bei dem z.B. ein ehrgeiziger Politiker sich auf dem Weg nach oben einen Titel erschleicht, und das top-down-Verfahren, bei dem ein Etablierter seine Publikationsliste mit dem aufbläht, was ihm an Haus-, Seminar- und Abschlussarbeiten zugetragen wird. Gunter Dueck träumt in den WissensLogs von einer auf die Aufklärung solcher Fälle spezialisierten Einheit. (29.05.11)

Gebildet geht die Welt zugrunde

Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech nimmt in der SZ die Sitten und Gebräuche der Nachhaltigkeits-Schickeria und der Lohas unter die Lupe. Der Befund, dass es der Umwelt wenig nutzt, wenig der fair gehandelte Kaffee mit dem SUV vom Bioladen abgeholt wird, ist nicht neu, wird hier aber schön formuliert. Überdies verknüpft Paech die Problematik recht originell mit der Bildungspolitik. (07.06.11)

Bruder Menschenaffe

Der Philosoph Peter Singer will behinderte Kinder abtreiben und die Tötung von Menschenaffen als Mord verfolgen lassen. Edgar Dahl stellt in den WissensLogs klar, was von den Vorwürfen gegen Singer zu halten ist, und gibt eine sehr luzide Übersicht über seine Argumentation, die zugleich eine schöne Einführung in die Tierphilosophie darstellt. (09.06.11)

Adorno und die Kunst

Ausgerechnet bei den Adorno-Vorlesungen 2011 will Robert Pippin die Ästhetik des von TWA gescholtenen Hegel rehabilitieren. Christian Schlüter berichtet in der FR von der Wahrheit des Kunstwerks in der Falschheit des Lebens. (09.06.11)

Was man alles nicht weiß

Agnotologie ist der jüngste Spross am Baum der Erkenntnis und die tatsächlich ernst zu nehmende Lehre vom Nichtwissen, für das die Maßeinheit "Bush" verwendet wird. In der FAZ hat Manuela Lenzen die Ergebnisse der Tagung zum Umgang mit Nichtwissen am Bielefelder Zentrum für interdisziplinäre Forschung dokumentiert. (09.06.11)

Urlaubslektüre

Nicht nur im nächste Woche erscheinenden Lichtwolf Nr. 34 (Titelthema: Urlaub) sind schöne Lektürehinweise für die Ferienzeit enthalten: Herbert Debes hat Camus' "Hochzeit des Lichts" wiedergelesen und legt in Glanz & Elend die essayistisch-poetischen Beschreibungen der mittelmeerischen Natur denen ans Herz, die zu Hause bleiben und denken müssen. (10.06.11)


Intime Interna am 06.06.2011, 14:14 Uhr

Nach der MMPM11

Aufmerksame Leser werden es bemerkt haben: Vergangenen Samstag gab es keine Links der Woche. Denn da war ja ein Großteil der Redaktion in Mainz auf der Minipressen-Messe. Die ging gestern zu Ende, jetzt wird mit Vollgas die kommende Lichtwolf-Ausgabe fertiggestellt, die in zwei Wochen zum Thema "Urlaub" erscheint und einen Bericht vom Betriebsausflug nach Mainz enthält. (Abo gefällig?)

Von der MMPM vorab nur so viel: Schön war's! Viele Kollegen und Beiträger waren da und obwohl der Lichtwolf nirgends nix gewonnen hat, lag er zumindest richtig mit der Prognose, SuKuLTuR werde den Stomps-Preis erhalten (wenn auch "nur" den Förderpreis).

Nachtrag: Einige von Michael Helming auf der MMPM geschossene Photos sind ab sofort auf der Facebook-Seite des Lichtwolf zu sehen.


Links der Woche am 28.05.2011, 14:16 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 21/11

Das Wort "Ich" im Gerede

Nebenan bei Glanz & Elend bespricht Goedart Palm Michail Bachtins "Zur Philosophie der Handlung". Der Acte gratuit wird als anlass- und motivlose Tat zum negativen Ausgangspunkt einer Philosophie der Handlung, die beim vitalistisch und phänomenologisch beschlagenen Bachtin die Selbstbehauptung des Individuums zum Grund hat. (23.05.11)

Erfahrungen im Abseits

Am 4. Januar d.J. starb der Imam und Dichter Hadayatullah Hübsch. Die Kollegen von satt.org bringen Auszüge aus Gesprächen, in denen Hübsch in den letzten Wochen vor seinem Tod seinen Beatnik-Kollegen und Linienpiloten Jürgen Ploog biographisch ausgefragt hat z.B. über das Fliegen, das Reisen und seine Begegnung mit Burroughs. (23.05.11)

Gleichheit oder Kapitalismus

Freiheit hier, Gleichheit da sind die zwei Enden einer Wurst, an der die Philosophie schon lange kaut. Andreas Herberg-Rothe unternimmt in der FR den Versuch, die Begriffe zu klären, ihren historischen Konflikt - besonders augenfällig während des Systemgegensatzes im Kalten Krieg - nachzuzeichnen und einen neuen Tara im Kapitalismus anzumahnen. (23.05.11)

Mediävistik wie Maschinenbau

Die britische Mitterechts-Regierung ist unter Studenten nicht wohlgelitten. Das gebrochene Wahlversprechen der Liberalen, die Studiengebühren abzuschaffen (tatsächlich wurden sie drastisch erhöht), ist das eine. In der FAZ berichtet Anna Gielas von neuen politischen Vorgaben, mit denen insbesondere die Geisteswissenschaften auf der Insel kaputtevaluiert werden. (23.05.11)

(Dazu passt durchaus der drei Tage darauf ebd. veröffentlichte Kommentar von Gina Thomas zu den britischen Sparmaßnahmen im Bibliothekswesen.)

Narziss in der U-Bahn-Station

Im Freitag überlegt der Gefängnispsychologe Götz Eisenberg - der ebd. mit einer Portraitreihe über Kriminelle geglänzt hat -, warum Jugendliche Gewalttaten in kameraüberwachten Ecken wie U-Bahnstationen verüben. Der sozial, politisch und medial geforderte Narzissmus zeigt seine dunkle Seite: Die Täter schlagen zu, nicht obwohl, sondern weil sie dabei gefilmt werden. (25.05.11)

Das schwindende Königreich

Bei den Scilogs greift Sprachblogger Anatol Stefanowitsch die Anregung eines alt-Texts auf, dass und wie man von einem beliebigen Wikipedia-Eintrag in endlich vielen Klicks zum Eintrag "Philosophie" gelangt. Sodann erklärt er anhand eines Beispiels, warum alle Wege zur Philosophie führen. (26.05.11)

Der Warenfetischismus des Jazz

Volker Heins bespricht in der FR Dirk Braunsteins Buch "Adornos Kritik der politischen Ökonomie", worin der Autor Kritik an Adornos (ökonomisch fundierter) Kritik insbesondere der Kulturindustrie übt. Bei TWA nämlich fielen am Ende Wirtschaft und Gesellschaft in eins und das findet Braunstein dann doch wenig überzeugend. (27.05.11)


Intime Interna am 26.05.2011, 21:06 Uhr

Mainzer Minipressen-Messe 2011

In einer Woche beginnt - quasi an Himmelfahrt - die Mainzer Minipressen-Messe 2011. Vom kommenden Donnerstag bis Sonntag stellen in Gutenberg-City Kleinverlage, Untergrundzeitschriften, Buchkünstler und Kunstdrucker vor bibliophilem Publikum aus.

Mainzer Minipressen-Messe

Der Spass steigt in einem schönen, großen Zelt direkt am Mainzer Rheinufer (hinter dem Rathaus und der Rheingoldhalle) mit malerischem Blick auf Hessen, von dem uns zum Glück ein breiter Fluss mit Wasserschutzpolizei trennen wird.

Begleitet wird die MMPM wieder von zahlreichen interessanten Veranstaltungen: Poetry Slam, Workshops und eine Diskussion zur Frage, ob und welchen Sinn der Kleindruck in Zeiten von Wordpress noch hat.

Die Messe selbst ist am Do., 02.06. und Fr., 03.06. jeweils von 14:00 bis 19:30 Uhr geöffnet, Sa., 04.06. und So., 05.06. bereits ab 10 Uhr.

Der Lichtwolf ist dieses Mal wieder mit einem eigenen Stand neben den lieben Kollegen des under-dog-biz vertreten und lädt seine geschätzte Leserschaft aus Nah und Fern recht herzlich ein, der Messe und dem famosen Stand der Zeitschrift trotz Philosophie (Standnr. C30) einen Besuch abzustatten. Der Eintritt ist frei!

Am Lichtwolf-Stand (etwa in der Nähe des Cafés in der Mitte des Ausstellungszelts) kriegen Sie was geschenkt. Zudem gibt es sämtliche Ausgaben zu kaufen sowie Bücher von Lichtwolf-Autoren, die das Zeug auch gerne signieren. Neben Herausgeber Schneidegger sind die Herrschaften Bdolf, Michael Helming und die reizende Clarissa Gonzofeva vor Ort und schreiben was in den Buchdeckel. Überdies hat Schneidegger sein Privatarchiv geöffnet und bringt die letzten Exemplare von eigentlich längst vergriffenen Altausgaben des Lichtwolf (aus dem Schreibmaschinenzeitalter) mit.



Intime Interna am 22.05.2011, 22:15 Uhr

Neue Rezensionen

Im Zuge der Erfassung aller bisher im Lichtwolf (online und in den Heften) besprochenen Titel sind fünf Rezensionen online gewuchtet worden. In unter 800 Zeichen rezensiert werden:

Mühlhölzer, Felix: Wissenschaft

Timmermann-Levanas, Andreas: Die reden, wir sterben

Chauvistré, Eric: Wir Gutkrieger

Sowie zwei der K&K-Besprechungen aus der aktuellen Ausgabe:

Duve, Karen: Anständig essen

Riechelmann, Cord: Bestiarium: Der Zoo als Welt - die Welt als Zoo


Links der Woche am 21.05.2011, 14:35 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 20/11

Fiskalphilosophie

Man erinnere sich an die Fiskaldebatte, die Peter Sloterdijk mit seinem Aufruf zum Boykott des Finanzamts ausgelöst hatte. Lothar Struck lässt sie Revue passieren und hat sich für Glanz & Elend durch das Buch "Die nehmende Hand die gebende Seite" gekämpft, in dem Schlotterdeik auf seine übliche Weise über Westerwelle, Sozialstaat und Steuern nachdenkt. (16.05.11)

Steht wie eine V1!

In der taz meditiert Helmut Höge über den offensichtlichen Zusammenhang zwischen militärischen Zerstörungs- und männlichen Fortpflanzungssehnsüchten am Beispiel des Kawumm-Phallus, auch bekannt als Rakete: "Die glatte, kühle Erotik eines für den einmaligen Abschuss in den Himmel vorgesehenen Stahlkörpers macht ost- wie westdeutsche Männer gleich kirre." (17.05.11)

Wo sind sie geblieben?

Offenbar hat Kultursoziologe Stephan Moebius lange nicht mehr im Fäuleton geblättert. Sonst wüsste er, dass es zu Fukushima, Libyen und bin Laden (aber auch zu von Trier, DSK und jedem anderen Scheiß) mehr als genug bis ins Groteske schöngeistige Kommentare gab und gibt. Doch eine Debatte will entfacht werden, und so fragt er in der ZEIT, wo die Intellektuellen als Weltdeuter vom Rang eines Émile Zola geblieben sind. (19.05.11)

Wittgenstein in Berlin

Nach wie vor jährt sich Wittgensteins Tod zum 60. Mal und im Schwulen Museum in Berlin-Kreuzberg gibt es eine Ausstellung zum österreichischen downsizing-Logiker. Helmut Mayer hat sie sich für die FAZ angesehen und findet die gezeigten Funde aus Cambridge und Innsbruck geschmackvoll in Szene gesetzt. (19.05.11)

Ein Prost dem Pessimismus

Der Hessische Rundfunk gratuliert dem früheren Frankfurter Professor und Adorno-Assi Alfred Schmidt zum 80. Geburtstag mit einem Portrait. Mit Schoppen, Schopenhauer und Materialismus findet er: "Eine Philosophie darf keine süßliche Metaphysik sein. Sie muss gnadenlos das Negative aussprechen." (19.05.11)

Man sprach Deutsch

Axel Honneth beklagte diese Woche gegenüber der dpa, dass die Philosophie selbst in Deutschland immer seltener auch auf Deutsch behandelt wird. Darüber hinaus wird sie an den Unis zwischen der Neurowissenschaft hier und dem Nützlichkeitsdenken da zerrieben. Johannes Seibel kommentiert in der Tagespost den Sieg der angelsächsisch analytischen Tradition und den "Ausverkauf einer ganzen Disziplin an die bloße Meinung". (18.05.11)

Was sich gehört

Apropos "Schwundform von Ratgeber-Kolumnen der Alltagsmoral": In der taz unterhält sich Kai Schlieter mit dem als "Moral-Experten" annoncierten Rainer Erlinger darüber, was sich alles gehört und was nicht: Freude über fremde Tode, Nothilfe für Personen und für Völker, Atomkraft und Massentierhaltung. Daneben werden alle Fragen aus dem Ethik-Duden durchgenommen. (21.05.11)

Und sie gehören doch dazu!

Die Badische Zeitung spricht mit dem Philosophen und Übersetzer Franz Schupp über den Islam, genauer: die arabische Kultur, die nicht nur die griechischen Klassiker bewahrte, sondern mit Averroes - so Schupps These - gar die europäische Aufklärung einleitete. (21.05.11)


Intime Interna am 20.05.2011, 11:49 Uhr

23.5.: Akronymhomonyme!

Da hätten Sie ja mal was sagen können - oder eben nicht... -, hochverehrte Tweetkesselchen-Spieler: Dass die Kommentarfunktion von lichtwolf.de seit Sonntag kaputt ist und Sie die gesuchten Begriffe hier gar nicht auflösen können!

Doch nun funktioniert das Teil wieder, Sie können wieder kräftig in die Beiträge hineinkommentieren oder eben die noch ungelösten Tweetkesselchen der Runde 5 in Angriff nehmen; hier gab's schon den ersten Tipp.

Für die chronischen Mitrater auch interessant: Zur Feier des 23. Mai gibt es ein Tweetkesselchen-Spezial, nämlich das Akronymhomonymeraten! Zu finden sind gleich zehn doppeldeutige Abkürzungen auf einen Schlag. Wer zuerst die meisten löst, kriegt ein Lichtwolf-Abo hinterhergeschmissen. Los geht es am 23. Mai um 0:00 Uhr.


Links der Woche am 14.05.2011, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 19/11

Kollektiv für das Individuum

Vor einer Weile hat sich u.a. die FAZ mit "Der kommende Aufstand" beschäftigt - eine Weckschrift, die von einem unbekannten Autorenkollektiv verfasst wurde. In der multitudinalen Autorschaft scheint linksrheinisch ein neuer Trend zu liegen, wie Niklas Maak mit Blick auf die in Paris veröffentlichten "Grundbausteine einer Theorie des Jungen-Mädchens" berichtet. Wieder ein Kollektiv - diesmal unter dem Signet "Tiqqun" - analysiert darin das durchkapitalisierte Individuum. (10.05.11)

not(Rezension)

Waldemar Kesler bespricht in der taz den/die "Logicomix" - einen philosophiegeschichtlichen Comic über Logik mit Bertrand Russell in der Hauptrolle -, allerdings ohne einen Eindruck vom Inhalt des Buchs in Wort oder Bild vermitteln zu können. (10.05.11)

Alle Fragen offen

Die FAZ hat ein neues Blog am Start: "Digital/Pausen" soll wohl Philosophie und Gegenwart behandeln. Das Blog wird beschickt von Hans Ulrich Gumbrecht, der zu Beginn von einem Seminar schwärmt, zu dem er Peter Sloterdijk nach Stanford eingeladen hatte. Gewohnt wolkig mythologisierte Schlotterdeik die Gegenwart des Astro-Terrors in mesopotamischer Stimmung. (11.05.11)

Linke, Liebe, Leiden

Raffael Fritz weist in/bei Ö1 Wissenschaft auf das neue Buch von Alain Badiou hin, das diese Woche erscheint: "Lob der Liebe. Im Gespräch mit Nicolas Truong" Darin wendet er sich gegen Partnerbörsen und Biologismen, die Badiou allesamt als Ausflüsse eines sicherheitsfanatischen Hedonismus gelten. Echte Liebe muss bereit sein, zu leiden und durchzuhalten. (13.05.11)

Und sonst so?

Sonst interessiert sich "Popküken" Lena Meyer-Landrut offenbar für ein Philosophie- oder Theologiestudium, im Philosophicum Lech wird nach einer Eröffnung von Schlotterdeik über das Glück nachgedacht und Hans-Jürgen Stöhr ist ein Berater für "gescheites Scheitern".


Links der Woche am 07.05.2011, 14:14 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 18/11

"Gerecht" kommt von "Rechnen"

Heinrich Hemme berichtet in der FAZ von einem neuen Ansatz, den die Spieltheoretiker Lionel Levine und Katherine E. Stange zur Lösung theoretischer Verteilungsproblem gefunden haben. Dass sich an den praktischen dadurch nichts ändert, ergibt sich schon an der Prämisse, dass die Beteiligten der Strategie auf Kooperation statt Konkurrenz setzen müssten. Man beachte hier übrigens die Kommentare. (02.05.11)

Anhängsel der Maschine

Gleichfalls in der FAZ und fast passend zum obigen Artikel ist das ausführliche Gepräch, das Frank Rieger mit Daniel Suarez anlässlich des Erscheinens seines neuen Romans "Darknet" geführt hat. Suarez' Erzählwelten sind in der nahen Zukunft angesiedelt und befinden sich fest im unsichtbaren Griff der Algorithmen, denen der Mensch nur noch als Schnittstelle zur Realität dient. (02.05.11)

Wer zuerst schießt, hat gewonnen!

Wie gerufen zur vermeldeten Tötung Osama bin Ladens kamen in den Scilogs Elmar Diederichs' Überlegungen zum vorauseilenden Entwaffnungsschlag, in Rumsfeld-Diktion: pre-emptive strike. Dargestellt (und kritisiert) werden die politphilosophischen Grundlagen und Güterabwägungen der Militärdoktrin, die im Falle des 3. (nicht 2.) Golfkriegs zu weltweitem "Ruhm" gelangte. (02.05.11)

Hegel sells

Angesichts des anhaltenden Specials "Philosophie" der Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft" mokiert sich Leonie Seng in den Scilogs über das Marketing-Versagen der dargestellten Wissenschaft. Die Philosophie als Produkt (nicht als brand?) versäume mal wieder, ein fresheres Image bei der target audience zu pitchen, weil ihre Sprachrohre (Nida-Rümelin, klar) nicht aus ihrem verschwurbelten Jargon herausfinden. (02.05.11)

Bastelstunde

Christina Rietz hat in der ZEIT einen geselligen Abend protokolliert, den man mit Hanno Depners "Kant für die Hand. Die Kritik der reinen Vernunft zum Basteln & Begreifen." aus dem Knaus-Verlag zugebracht hat. Weder mit dem gebastelten Ding an sich, noch mit dem Verständnis der "Kritik der reinen Vernunft" hat es anscheind geklappt. (04.05.11)

Tag der Philosophie in der FR

...mit gleich zwei schönen Texten. Zum einen hat Sylvia Staude ein Gespräch mit Alva Noë über Kunst, das Bewusstsein und seine Umwelt geführt. Angenehmerweise bleiben die Computermetaphern hier mal außen vor und der Vorzug wird dem Bild vom Tanz gegeben.

Zum anderen schreibt Otto A. Böhmer zum 300. Geburtstag über David Hume, der keinen guten Start in der Philosophie hatte und es auch sonst als gewichtiger Denker nicht leicht hatte z.B. mit dem störrischen Buchmarkt und dem anhänglichen Rousseau. (07.05.11)


Politik am 03.05.2011, 07:41 Uhr

Bin Laden? Das gibt's doch was vom Lichtwolf...

Aus Lichtwolf Nr. 33, S. 18:

"Jede Angst hat eine Hoffnung im Gepäck, die sich vom geschulten oder schlicht voreingenommenen Auge an den Fußabdrücken des Horrors erkennen lässt. Mit der Borg-Königin realisiert sich eine allzu menschliche Hoffnung, die seit 1945 den Kern amerikanischer Militärstrategie ausmacht. Nämlich sich nicht Mann für Mann durch unendliche Horden von Gegnern kämpfen zu müssen, sondern mit einer Bombe an der richtigen Stelle den Sack zumachen zu können. Früher glaubte man, den Kreml zu sprengen würde das kommunistische Gespenst mit einem Schlag austreiben; heute drückt sich die erfahrungsresistente Hoffnung, die Hydra durch Enthauptung töten zu können, in der Fixierung auf Osama bin Laden aus, obwohl es seit bald einem Jahrzehnt für lose vernetzte Terrorzellen keine Rolle spielt, ob er noch lebt und was er anordnet."


Lichtwolf Nr. 33

Den ganzen Artikel und viele weitere Texte, schön illustriert und handschmeichelnd gedruckt, finden Sie in Lichtwolf Nr. 33 (Titelthema: "Monster") - erhältlich hier im Einkaufszentrum für nur 6,80 Euro.




Links der Woche am 30.04.2011, 13:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 17/11

Jesus Reloaded

Der Philologe und Übersetzer Mustafa Al-Slaiman hat in der SZ zu Ostern erklärt, wie Jesus im Koran dargestellt wird. Demnach versteht sich der Islam als Ergänzung (oder klarstellendes Update), nicht als Konkurrenz zum jüdischen Messianismus und christlichem Trinitätsgedenken. So gesehen wäre der Islam nicht, wie gern behauptet, dem Christentum knapp 700 Jahre hinterher, sondern einen Schritt voraus. (24.04.11)

Vertrauen braucht mehr als eine Runde

Letzte Woche wurde bereits auf den neuen populärwissenschaftlichen Trend "Altruismus" bzw. "Kooperation" hingewiesen. Nun hat Josef Honerkamp in den Scilogs nachgelegt mit Überlegungen aus der Spieltheorie, allen voran dem Gefangenendilemma. Gingen die Beteiligten streng rational vor, würde jede Runde gleich ausgehen. Gäbe es aber eine Vielfalt von Agenten und Strategien, deren Spiel zudem über mehrere Runden ginge, würde der Kooperation gleichsam evolutionär der Vorzug gegeben werden. (27.04.11)

Rosa und braun

Wie es der reinste Zufall will, hat man an der Uni Cambridge pünktlich zum 60. Todestag Ludwig Wittgensteins bisher unveröffentlichte Notizen des Sprachphilosophen (und seines Liebhabers Francis Skinner) ausgegraben, die einst als das Rosa Buch gedacht waren und womöglich noch dieses Jahr als das Braune Buch erscheinen könnten. The Philosopher's Eye hat Näheres + Links zur Geschichte. (29.04.11)

Fast rund, polar

Marianna Lieder portraitiert im Tagesspiegel zum fünften Geburtstag das Halbjahresmagazin "Polar. Zeitschrift für politische Philosophie und Kultur." Die zehnte Ausgabe ist gerade zum Thema "Tod und Gesellschaft" im Campus Verlag erschienen. (29.04.11)

Wandern mit Frege

Im Vorgriff auf das Titelthema der Sommerausgabe ("Urlaub") verweisen wir hier gern auf einen Termin für die Logiker an der Ostseeküste: Alljährlich begeht Wismar den Geburtstag ihres großen Sohns Gottlob Frege mit einer Wanderung. Am nächsten Sonntag zum 25. Mal, wie die Ostsee-Zeitung informiert. (30.04.11)

Der Link-der-Woche-Preis für die schönste Einleitung geht in dieser Woche übrigens an Constanze Kurz: "Wo steht man eigentlich als postmoderner Mensch? Apple kann es uns sagen."



Links der Woche am 23.04.2011, 15:06 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 16/11

Ich ist out, wir ist in

Die populärwissenschaftlichen Weltbildhauer haben einen Schwenk vollzogen, so beobachtet Uwe Justus Wenzel in der NZZ am Sachbuchmarkt. Statt ökonomistischer und biologistischer Apologien des Egoismus beherrschen nun die Vorbeter eines neuen Wir-Gefühls den Diskurs, der das Wozu des Dazugehörens aber noch nicht recht zu bedeuten vermag. (18.04.11)

Nietzsches bester Freund

Henning Ritter bespricht in der FAZ die Neuausgabe der "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche" vom besten Kumpel des Schnauzbartträgers, also von Franz Overbeck. Mit den aus dem Nachlass edierten Notizen sollte das Fascho-Bild korrigiert werden, dass Schwester Nietzsche von ihrem Bruder schon bald nach seinem Zusammenbruch entwarf. Die umfangreichere Neuedition räumt gar noch mit manch anderer Imagekomponente auf. (20.04.11)

Isegrimms Rückkehr

Der Wolf kehrt zurück in den deutschen Forst und natürlich gibt das Probleme, wenn die Leute "alle Grimm gelesen haben" - diese Beutegreiferverleumder! Iris Hilberth schildert in der FR, wo genau der Wolf auf dem Vormarsch ist, warum der gemeine Wanderer nichts zu fürchten hat und wie die gewohnt zuwandererfreundliche CSU damit umzugehen gedenkt. (22.04.11)

Die Jahreszeit der Nerds

In der FR weist der Gießener Mathematik-Professor Albrecht Beutelspacher auf die Fibonacci-Reihe und den Goldenen Schnitt hin. Diese beiden mathematischen Muster, die sich zur Frühlingszeit besonders zahlreich in der aufblühenden Natur finden lassen, stecken übrigens auch im Lichtwolf-Layout, siehe Lichtwolf Nr. 30, S. 34f. (22.04.11)

Das frustrierte Subjekt

Goedart Palm bespricht bei Glanz & Elend Slavoj Žižeks und Jacques Rancières Bemühungen der Wiedergeburt des Subjekts aus dem Frust der Theorie, namentlich das Buch "Die Tücke des Subjekts" über die verwischte Grenze zwischen dem Privaten und Politischen.


Links der Woche am 16.04.2011, 16:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 15/11

Schlimmer geht immer

War ganz schön viel los in den letzten Wochen: Japan, Wahlen, Libyen, Elfenbeinküste usw.usf. Sobald es irgendwo ruhig zu werden "drohte", kam schon die nächste Eilmeldung vom nächsten Brandherd. Marcus Jauer analysiert in der FAZ analogiereich die "Lust am Alarm" und kommt zu dem Schluss: Medien und ihre Konsumenten genießen es, auf Trab zu bleiben, um nicht lange darüber nachdenken zu müssen, wie es zu alldem kommen konnte. (13.04.11)

Und das kam so

Der brennenden Frage, woher all die dicken Philosophie-Klassiker kommen, ist Dieter Henrich in seinem neuen Buch "Werke im Werden" nachgegangen: Defizite aufspüren, Geistesblitz haben, irgendwie mit dem Leben klarkommen wollen und Schreibzeug sind die vier notwendigen Bedingungen fürs neue Denkgebäude. Sibylle Salewski hat das Buch im Deutschlandfunk besprochen. (14.04.11)

Der Rufer in der Wüste

Darauf, dass Muammar al-Ghadhafi ein Dichter und Denker ist, wies die SZ kürzlich bereits hin. In der NZZ beleuchtet Joseph Croitoru, mit welchen westlichen Intellektuellen sich der libysche Diktator zum Tee ins Zelt hockte, um seine philosophische Streetcred aufzupimpen. Die müssen sich jetzt alle schämen. (15.04.11)

Schneller lesen

Lesen ist anstrengend und blöd, besser also, man bringt es schnell hinter sich. Johannes Gernert hat für die taz an einem Speedreading-Kurs teilgenommen. Er schildert, was man dort übt, und ist begeistert von seine Fortschritten. (15.04.11)

Hume zum Geburtstag

Der britische Philosoph David Hume wird würde dieser Tage 300 Jahre alt werden. Hans-Martin Schönherr-Mann portraitiert den Empiristen (und erwähnt seine Epigonen) in der WELT: Außen pfui, innen hui, hat Hume Transzendenz und Gewissheit aus Alltag und Philosophie herausgescheucht. (16.04.11)

Figarofigarofigaro!

Am 2. Mai findet in Leizipg das Wettlesen des MDR Figaro Literaturpreises statt. Das wird wohl live übertragen und man möge doch bitte mindestens den Publikumspreis der Autorin mit dem Lichtwolf in der Vita zu"voten".


Links der Woche am 09.04.2011, 14:31 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 14/11

Der bessere Baron

Kollege Rode hat in der Zürcher Studierendenzeitung das wunderbare von Joel Bedetti verfasste Portrait des Barons Meinhard von Seckendorff gefunden. Ein guter Mann von Welt, wohlerzogen und voller Liebe zu Frauen, schönen Künsten und besonders zur Philosophie. Mit dieser Liebe hat er sein Erbe durchgebracht und sein Studium an der Uni Zürich kürzlich nach 90 Semestern abgebrochen. Nun hat er sich auf sein verfallendes Schloss zurückgezogen und gibt - immer noch gut gelaunt - Auskunft über sein Leben. (25.02.11)

Gewöhnung an Damokles

Jede neue Erfindung bringt eine neue Art von Unfällen mit sich, und je komplizierter die Technik, desto katastrophaler die Folgen im stets unwahrscheinlichen, doch möglichen Fall des Falls. Martina Heßler resümiert in der FAZ mit Günther Anders im Gepäck die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und warum der sich selbst überholende Mensch immer wieder davon ablässt, mit dem Unwahrscheinlichen zu rechnen. (03.04.11)

Libyen als Philosophem

Der scharfe Strubbelkopf BHL hat kürzlich den Libyen-Krieg in die Wege geleitet, nun weht ihm Gegenwind aus der eigenen Profession in die Föhnfrisur: Ein paar Intellektuelle, die Krieg prinzipiell nie gut finden, hat Frankreich noch. Sascha Lehnartz berichtet in der WELT, wie sie nun gegen den bellizistischen Mainstream in der linksrheinischen Philosophie aufmucken. (05.04.11)

Nietzsche für umme

Das European Journal of Philosophy hat eine komplette Ausgabe mit Essays zu Friedrich Nietzsche kostenlos ins Netz gestellt. Insgesamt 20 Texte im PDF-Format zu Nietzsches Positivismus, Amor Fati und Metaethik, zu der Tradition, in der er stand, und zu seinen Kritikern, außerdem zu - haha - "Genealogie und Moral" sowie zu Nietzsche und Kunst. (06.04.11)

Geburtstagsreime

The Philosopher's Eye weist auf allerhand Festivitäten zum anstehenden 60. Todestag von Ludwig Wittgenstein hin. Unter anderem veranstaltet die British Wittgenstein Society einen Wettbewerb, einzureichen ist ein Essay oder Gedicht mit bis zu 1500 Wörtern zum Thema "Wittgenstein nach 60 Jahren". Der Gewinner darf auf der Konferenz in Gregynog vorlesen; und das Örtchen klingt immerhin, als gebe es dort guten Whiskey. (07.04.11)


Links der Woche am 02.04.2011, 14:47 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 13/11

Klasse Klassen

"Bierologe" Philipp Bayer hat in einem Geistesblitz festgestellt, dass Platons Ideenlehre offenbar auch ihren Niederschlag in der objektorientierten Programmierung (OOP) gefunden hat. In ihr werden Klassen definiert, nach deren Muster dann Objekte geschaffen werden. (28.03.11)

Na, wie geht's?

Man hat es immer schon geahnt, jetzt fasst Margit Mertens es in der FR zusammen: Small Talk ist sozial. Affen entlausen einander, um den Zusammenhalt zu stärken, wir labern übers Wetter und stellen Fragen, die nicht mehr als solche zu erkennen sind. Interessant: Das Gerede muss nicht einmal Sinn machen, geschweige denn gehaltvoll sein. (28.03.11)

Fieslinge und Fiesitäten

Das Böse ist gerade unheimlich angesagt. In der FR bespricht Oliver Pfohlmann zwei aktuelle Bücher zum Thema. Zum einen Terry Eagletons sprachphilosophisch beschlagene Studie "Das Böse"; zum anderen "Die Lust am Bösen. Warum Gewalt nicht heilbar ist." von Eugen Sorg, der sich als IKRK-Delegierter und Kriegsreporter ein Bild vom Bösen machen konnte/musste. (31.03.11)

Die schöne, weise Grüne

Jeder in der Zielgruppe hat einen der charakteristischen grünen Bände schon mal zumindest gesehen: Die "Philosophische Bibliothek" erscheint seit 100 Jahren im Felix Meiner Verlag. Doch die Reihe ist noch viel älter: Uwe Justus Wenzel stellt in der NZZ ihre Ursprünge und ihren Begründer Julius Hermann von Kirchmann vor. (02.04.11)

Unn sünst?

Dass ein Philosophie-Studium sich negativ auf die Lebenstüchtigkeit auswirken kannt, ist bekannt und wurde abermals in Köln bestätigt, als ein abgebrannter Philo-Student seinen Banküberfall wegen Zweifel abbrechen musste. Die SZ berichtet von Slavoj Žižeks jüngstem Auftritt in Berlin und säkulare Humanisten kriegen auch eine Bibel.


Intime Interna am 28.03.2011, 13:31 Uhr

Mal reingucken ins Monsterheft?

Kostenlos und unverbindlich können Sie sich nun auch ein Bild vom monstervollen Inneren der aktuellen Frühlingsausgabe machen: Die ersten sieben Seiten einschließlich Titelbild stehen im LichtwolfReader zur An- und Durchsicht bereit. Eine PDF-Datei mit den Seiten 4-7 und zwei schönen Beiträgen zum Horror und zu Werwölfen steht hier zum Download bereit.


Links der Woche am 26.03.2011, 13:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 12/11

Geld oder Leben ändern

Wie jeder populäre Großdenker dieser Tage findet auch Harald Welzer in der FAZ, die Atomkatastrophe von Fukushima sei ein "guter" Anlass, die Phantasmen vom ewigen Wachstum und nebenwirkungsfreien Wohlstand fahren zu lassen. Allerdings ist er wenig optimistisch, dass dieser oder ein künftiger GAU endlich den nötigen Ruck verabreicht; denn Enthaltsamkeit ist gesamtgesellschaftlich leichter gepredigt als individuell getan. (20.03.11)

Der Schöngeist als Diktator

Von allen Schurkenstaaten, die wir gerade bombardieren, hat einzig Libyen einen echten Dichter und Denker als Diktator. Die SZ beschäftigt sich eingehend mit dem polit-theoretischen und prosaischen Werk Muammar al-Gaddafis, einmal mit Günther Orths Ausflug in Gaddafis Gedankenwelt sowie mit einem Interview, das Ruth Schneeberger mit Muammar al-Gaddafis Münchner Verleger Michael Farin geführt hat. Zeit für ein Proseminar! (21./24.03.11)

Das goldene Zeitalter des Salons

Goedart Palm bespricht bei Glanz & Elend das Buch "Böse Philosophen", mit dem Philipp Blom eine ganze Reihe von Salondenkern aus dem Schatten von Voltaire und Rousseau, der "blöden Drecksau" (IPuP, Lichtwolf Nr. 32, S. 29), rettet: Denis Diderot, Jean-Baptiste le Rond D’Alembert, Paul Thiry d'Holbach, Claude Adrien Helvétius, Julien Offray de La Mettrie, Friedrich Melchior Baron von Grimm und Jean Meslier. Wie bei G&E üblich, wird nicht einfach besprochen, vielmehr ist die Rezension selbst eine ausführliche Darstellung der französischen Philosophieblüte der frühen Neuzeit.

Eichmann im Radio

Heute Abend kommt um 23:05 Uhr im Deutschlandfunk die lange Nacht über die Fahndung nach, die Verhaftung von und den Prozess gegen Adolf Eichmann. Die passende Lektüre dazu bietet Stefan Rodes Essay "Dr. Monster" aus dem aktuellen Lichtwolf, S. 26ff.

Und sonst so?

Die Dienstwege zwischen Himmelbett, Elfenbeinturm und Palast sind in Frankreich besonders kurz. Der Tagesspiegel meldet, Nicolas Sarkozy sei insbesondere von seinem hemdsärmeligen und wohlgeföhnten Lochschwager Bernard-Henri Lévy (vgl. Lichtwolf Nr. 30, S. 42ff.) zum Eingreifen in Libyen bewogen worden. Obacht, Damenwelt: Heißes Photo! (22.03.11)

Überraschenderweise lebt Philosoph Robert Spaemann noch, die Frage ist nur: Wie geht's? Vor allem obenrum? Der ZEIT-Beilage "Christ und Welt" jedenfalls steckte Spaemann, die wachsende Zahl an Naturkatastrophen sei ein Vorzeichen der Apokalypse.

Und noch ein rüstiger Philosoph hat Japan auf die Metaebene zu hieven: Der emeritierte Inhaber des Freiburger Heidegger-Lehrstuhls Rainer Marten bringt in der Badischen Zeitung die Technik auf den neuesten ontologischen Stand.

Unsere lieben Leser mögen daran denken, morgen Nacht ihre Uhren um eine Stunde vorzustellen und, sofern sie in Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg wohnen, einige Stunden vorher zur Landtagswahl zu gehen!


Intime Interna am 21.03.2011, 19:48 Uhr

Monster! Und der nächste Streich...

Lichtwolf Nr. 33Gestern ist bekanntlich die Frühlingsausgabe erschienen. Sie ist sehr schön geworden - 60 Seiten dick, DIN A4 groß, außen bunt und innen schwarzweiß sowie voller Monster in Bild und Text. Wenn Sie mögen, lassen Sie sich das Heft doch nach Hause kommen: Kostet bloß 6,80 Euro; oder Sie gucken sich das Vieh erstmal im Einkaufszentrum an. Die weiteren, üblichen Appetizer zum neuen Lichtwolf wie Blick ins Heft im PDF und JPG-Format sowie von Print nach Online gewuchtete Beiträge folgen in den nächsten Tagen.

Heute gibt es zunächst den Bonustrack zum Monster-Heft: Bdolfs Beitrag zur im Heft behandelten Frage, welches Monster Berlin heimsuchen sollte, war zu lang - doch im Internet ist genug Platz. Darum folgen Sie bitte dem Link und lesen Sie, welche Monster tatsächlich schon in Berlin hausen.Leichen treppauf

Wer die Nr. 33 schon zu Hause hat, wird auf der Rückseite die Ankündigung eines neuen Buchs bemerkt haben. Am 1. April erscheint mit "Leichen treppauf" ein Sammelband, für den Michael Helming seine aus dem Lichtwolf bekannten Portraits von Hanns Heinz Ewers, Alexander M. Frey, Kurt Münzer und Hermann Rauschning noch einmal kräftig überarbeitet und um Werksbesprechungen ergänzt hat. Abonnenten kriegen das Büchlein für umme zur Nr. 33 nachgereicht.


Links der Woche am 19.03.2011, 14:46 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 11/11

I'm worse at what I do best

Der Physiker Josef Honerkamp hat das Buch "Neurowissenschaft und Philosophie" gelesen. Darin diskutiert der Neurowissenschaftler Maxwell Bennett mit drei Philosophen (u.a. Peter Hacker), ob und wie die Philosophie mit ihrer Begriffsklärungsexpertise für die harten empirischen Wissenschaften von Nutzen sein könnte. Der lesende Physiker findet, die Philosophen sollten sich mal lieber auf ihren eigenen Sandkasten beschränken. (13.03.11)

Philosophinnen und ihre Macker

In der WELT bespricht Mara Delius das Buch "Die intellektuelle Ehe. Der Plan vom Leben als Paar." von Hannelore Schlaffer, in dem den Intimbeziehungen von Intellektuellen des 19. und 20. Jahrhunderts nachgegangen wird, und erklärt, was das Faszinosum von Paaren ausmacht, die aus unbedingten Denkern bestehen. Auch gut: Die 13-teilige Klickstrecke "Philosophen machen Ferien", mit der Sie sich bitte auf die Sommerausgabe des Lichtwolf mit dem Titelthema "Urlaub" vorbereiten. (15.03.11)

Can't spell "function" without "fun"

Der werdende Computerlinguist Jonathan Oberländer erklärt in einem Gastbeitrag bei den Scilogs die "Skriptopposition" als Funktionsprinzip von Witzen, das noch dazu (vielleicht) maschinell reproduzierbar ist und Google eines Tages (hoffentlich) in die Lage versetzen könnte, zu jeder Suchanfrage einen Witz zu generieren. Tittenhitler. (16.03.11)

Der Einzige und seine Trauer

Andrea Köhler hat in der NZZ zweierlei zu vermelden: Die American Psychiatric Association erwägt, die narzisstische Persönlichkeitsstörung aus ihrem Diagnosehandbuch zu streichen; und Bücher über den Tod eines geliebten Menschen sind gerade angesagt. Der Zusammenhang ist mindestens Lesern dieses Buchs (Google Books) bekannt; ansonsten: Trauer ist absolut und autonom im wahrsten Sinne. (19.03.11)

Atomgetriebene Taschenlampen

Über Japan, Kernkraft und Godzilla gibt es derzeit mehr als genug zu lesen, da lohnt der Blick zurück an den Anfang des Atomzeitalters. Gleichfalls in der NZZ finden wir einen ideengeschichtlichen Abriss von Bernd Flessner über den naiven Nuklearoptimismus der 50er und 60er Jahre. (19.03.11)


Intime Interna am 15.03.2011, 20:02 Uhr

Betrifft: japanische Atommonster

Es ist genau wie im Film: Wenn der Ozeanboden bebt - sei es wg. Tektonik oder wg. Atomtest - wird Godzilla aus seinem Schönheitsschlaf gerissen. Nun, da das große Erdbeben in Japan den Feuilletonisten wieder allerhand Gelegenheit zur Kontingenzbeschreibung gegeben hat, holen sich die ferndiagnostischen Popkulturexperten auch reihenweise Godzilla ins Boot. Das Vieh stapft überall herum, von der taz über die FAZ bis hin zur WELT.

(Was davon im Übrigen zu halten ist, bringt Bdolf im kommenden Heft schön auf den Punkt: "Erstsemester [!] weisen gerne darauf hin, die Begeisterung der Japaner für ihre 60er Jahre "Horror"-Filme resultiere aus ihren Atombombentraumata zu Ende des Zweiten Weltkrieges. Aussagen wie diese sagen wenig über "Monster" aus, aber viel über die Erstsemester-Qualität der Erstsemester.", Lichtwolf Nr. 33, S. 25)

Apropos Nr. 33 und damit unsere lieben Abonnenten schonmal bescheid wissen, wenn am Samstag die Frühlingsausgabe des Lichtwolf mit dem Titelthema "Monster" im Briefkasten liegt: Die Nummer 33 ist am 10. März, einen Tag vor dem Erdbeben in Druck gegangen. Wenn darin also u.a. sowie en passant die Rede ist von der japanischen Vorliebe für "städteverwüstende Nuklearmutanten", so hat das - wie hier üblich - nichts mit in tagesaktueller Hektik zurechtkonstruiertem Gegenwartsbezug zu tun, sondern ist gewohnt apodiktisch, mithin überzeitlich gemeint.


Links der Woche am 12.03.2011, 19:00 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 10/11

Immer die anderen

Das nützt den Japanern gerade nichts, könnte aber erhellend sein für diejenigen, die auf der anderen Seite der Welt an der Katastrophe via Live-Ticker teilnehmen: Der Vortrag von Andrea Esser beschäftigt sich unter dem Titel "Übrigens sterben immer die Anderen" mit dem Tod als Problem der praktischen Philosophie. (06.03.11)

Godzilla vs. King Kong in Bad Bellingen

Die FR bringt ein "Dramolett" von Otto A. Böhmer, in dem sich Martin Heidegger fiktiverweise zu Theodor W. Adorno an den Tisch setzt (unter der falschen Prämisse, sie hätten einander nicht gekannt). Die zwei machen einen Abstrich von Raum und Zeit, mampfen Hubertustopf und gemischten Salat, hauen einander den Jargon um die Ohren und der Leser sollte bei der Lektüre mal lieber seinen Philosophieduden aufgeschlagen neben sich haben! (06.03.11)

No Lebensrisiko, no fun

Womöglich anlässlich der "närrischen Zeit" (würg) plädiert der Wiener Philosoph Robert Pfaller in der FAZ dafür, auch beim Maßhalten etwas maßzuhalten. Denn staatlicher Paternalismus und ökonomische Selbstoptimierung treiben der lebensweltlichen Vernunft den Spaß am Leben aus, der - so wird mit vielen Stoikern im Gepäck argumentiert - von der gelegentlichen vernünftigen Selbstbeschränkung der Vernunft ermöglicht wird. (07.03.11)

Besser geht immer

Der Druck nimmt zu: Jede ausgeschlagene Option der Selbstoptimierung gewährt der weniger zimperlichen Konkurrenz einen Vorteil - und Konkurrenz herrscht überall und um alles: Arbeitsplätze, Liebespartner, Versicherungsprämien, Kindergarten- und Grabplätze. Melanie Mühls Gedanken in der FAZ gehen vom Trend zum Zweitlifting aus, um den lebensweltlichen Opportunismus bis hin zur strategischen Abtreibung zu behandeln. (08.03.11)

Prost!

Peter Richter meditiert - womöglich auch wegen Fasnet - übers Saufen (und sei es auf Weingütern). Dazu gibt es historische Anekdoten über die innerdeutsche Schnapsdiplomatie der Neuzeit ("Man muß sich, so deuten es manche Historiker an, das Abendland bis ins 18. Jahrhundert als durchgängig und flächendeckend angeschickert vorstellen."), phänomenologische Betrachtungen über Bierflaschen und die soziale Aporie des Trinkens oder Nicht-Trinkens sowie düstere Zukunftsaussichten. Obacht, hier macht die FAZ plötzlich doch wieder alte Rechtschreibung, weil es sich um einen Auszug aus dem Buch "Über das Trinken" (Goldmann, 2011 - respect!) handelt! (08.03.11)

Unsere härteste Konkurrenz

Seit 15 Jahren gibt es den SuKuLTuR-Verlag und er hat viel erlebt und erreicht: Seine kleinen gelben Büchlein werden in Süßigkeiten-Automaten verkauft und letztes Jahr hat ein junges Ding ihren hochgelobten Debüt-Roman insbesondere bei Airen, einem der Autoren von SuKuLTuR, abgeschrieben. Nun bewirbt sich der Verlag um den Victor-Otto-Stomps-Preis der Stadt Mainz 2011 und der Lichtwolf sieht bei solcher Konkurrenz seine Chancen auf den Preis schwinden. (12.03.11)

Leichen treppauf

Es rumort nebenan: Offenbar hat Michael Helming ein neues Buch in der Mache, das am 1. April im catware.net Verlag erscheint, der auch den Lichtwolf vertreibt. Näheres weiß man wohl, aber es wird noch nichts verraten. Das Cover des Büchleins kann man sich schon angucken und in Vorfreude schwelgen. Mehr in einer Woche nach Erscheinen von Lichtwolf Nr. 33 ("Monster")!


Links der Woche am 05.03.2011, 15:15 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 09/11

Elder anti-statesmen über Arabien

Im Freitag blicken die als Revolutionstheoretiker titulierten alten Herren Michael Hardt und Antonio Negri auf die jugendliche Multitude in Tunesien, Ägypten und Libyen. Deren gegenwärtige Revolten könnten Nordafrika zum neuen politischen Experimentierfeld und Selbstfindungsorkus machen. (27.02.11)

Lesen macht dumm und gewalttätig

Die FR berichtet über das Vorgehen der Berliner Staatsanwaltschaft gegen die linken Buchläden Schwarze Risse, Infoladen M99 und OH21. Dort gab es die Zeitschrift "Interim" zu kaufen, für deren straffähige Inhalte die Buchhändler belangt werden sollen - ein bislang einmaliger Vorgang, der die bisherige Rechtsprechung auf den Kopf stellt. (28.02.11)

Die Banalität des Blöden

Nachdem die FAZ kürzlich Heidi Klum sehr schön als deutsche Schäferhündin portraitiert hat, packt die taz anlässlich der neuen Staffel von "Germany's Next Top Model" Hannah Arendt aus und analysiert das totalitäre System hinter den medialen Verführungs- und Unterwerfungsritualen. (02.03.11)

Schöner wohnen mit Wittgenstein

Die NZZ hat sich das von Ludwig Wittgenstein für seine Schwester entworfene Haus in Wien angesehen. Die Architektin Gabriele Reiterer beschreibt den im Geiste des Tractatus errichteten Bau und seine sprachphilosophische Geschichte. (05.03.11)

Leihen und herrschen

In dieser Woche wurde Muhammed Yunus, der für seine Erfindung der Mikrokredite 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, unter fadenscheinigem Vorwand als Direktor der von ihm gegründeten Bank abgesetzt. Die Blätter für deutsche und internationale Politik beschäftigen sich mit den Mikrokrediten, die zunächst als Wundermittel gegen Armut und Arbeitslosigkeit gepriesen wurden, tatsächlich jedoch beide zu fördern scheinen und vor allem nur die Falschen reich machen.


Links der Woche am 26.02.2011, 14:01 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 08/11

Arm aber frei

Die taz hat in der Bunten, die hier niemals einen Link kriegen würde, den 30-jährigen Sohn von Thilo Sarrazin entdeckt, der es gar nicht schlecht findet, arbeitslos zu sein; wenigstens habe er dann seine Freiheit. Bei den Eltern und deren schnelldrehenden Äußerungen über das untere Fünftel der Gesellschaft kann man sich allerdings denken, dass er es seelisch noch etwas schwerer hat als als viele andere, die von Hartz IV im Plattenbau leben müssen. (24.02.11)

Anti-Sarrazene

Die Schriftstellerin Hilal Sezgin hat vor einer Weile der Großstadt den Rücken gekehrt und lebt seither zusammen mit Tieren in der Lüneburger Heide. (In der FR beschickt sie vom Land aus die sehr schöne Kolumne "Unter Tieren", die gerade im Buch "Landleben" mündete.) Man kann also ihrem Wahrheitssinn vertrauen und sich beim Deutschlandfunk über das von Sezgin herausgegebene Buch informieren, mit dem sie auf Sarrazin reagiert: Als Muslim wird man nicht geboren, man wird dazu gemacht. (24.02.11)

Riecht nur komisch

Vor einigen Monaten verkündete Stephen Hawking in seinem neuen Buch den Tod der Philosophie, die es verschlafen hätte, sich - wie Hawking mit seinem Grand Design - um ein holistisches Weltkonzept zu bemühen. Steven Hedley setzt in "Philosopher's Eye" zu einer Verteidigung der Epistemologie an und verweist auf die Replik, die Christopher Norris an Hawkings Adresse gesandt hat. (24.02.11)

Philonline

via @AnotherRerun: Wie jeden Freitag Abend gab es auf WDR5 das "philosophische Radio", im Studio war Martin Warnke und das Thema diesmal: Philosophie und/im Internet. Diese Folge (wie auch alle anderen) kann man nachören; via Internet. (25.02.11)

Digitales Leben danach

Die taz macht sich zum Wochenende Gedanken über das Leben nach dem Tod, genauer: Was wird aus unseren diversen Online-Accounts und Internet-Ablegern, wenn das stoffliche Anhängsel der Inputmaschine unter die Erde gekrabbelt ist? Den ganzen Artikel gibt es in der gedruckten sonntaz zu lesen. (26.02.11)

Die poetische Art, Geld zu vernichten

Nicht nur Banken können prima Kapital vernichten; genauso gut geht das mit dem Verlegen von Lyrik. In der NZZ stellt Michael Braun die innovativen Modelle vor, mit denen die Verlage Roughbooks und luxbooks ohne Mäzene und Preis-Hopping Gedichte unters Volk bringen wollen. (26.02.11)


Links der Woche am 19.02.2011, 14:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 07/11

Adorno ab Do. im Angebot

Die FR bringt einen kurzen Auszug aus der Zeitschrift Mittelweg 36, in deren aktueller Ausgabe Wolfgang Kraushaar über einen Anschlag auf die Literaturwelt berichtet. Auf der Buchmesse 1981 zirkulierten Flyer, mit denen das vermeintliche neue Joint Venture von Suhrkamp und ALDI beworben wurde: In der "edition sual" sollten sich Titel finden wie Adornos "Temperaturen. Studien zur Physiognomik der Feinbackkunst" für gut 11 Mark. (13.02.11)

Was der Arbeiter und Soldat rät

Der Krieg war die große Leerstelle im bundesrepublikanischen Bewusstsein: allgegenwärtig im Verschwiegenen. Der Nachgeborene Jürgen Nielsen-Sikora erklärt in Glanz & Elend den Erfolg von Ernst Jünger mit dem Kampf, der in Stil und Gehalt das Werk Jüngers prägt und an das Scham- und Schuldtabu "Krieg" rührte. Mit Blick auf die aktuelle Jünger-Rezeption geht der Aufsatz der Frage nach, was vom Arbeiter und Soldaten heute noch übrig ist. (16.02.11)

Das kann sich jeder leisten

Die "Blätter für deutsche und internationale Politik" "feiern" fünf Jahre Hartz IV. Aus diesem Anlass gibt es 14 Blätter-Beiträge für 0 Euro zum Lesen. Diverse Analysen von Verfassungsgerichtsurteilen, fußnotensatte Überlegungen zur Bezahlbarkeit von Menschenwürde sowie zu Armenspeisung und Kinderarmut, außerdem plädiert Katja Kipping für ein Grundeinkommen.

Titel? Haben!

Immer neue Fundstellen von plagiierten Textstellen legen nahe, dass des Verteidigungsministers Doktorarbeit zum "Axolotl Roadkill" 2011 wird. Unter dem ganzen leidlichen Geläster zum Thema sticht Tobias Fabingers Artikel positiv heraus. Nicht allein, weil er im "Magazin für studierende Arbeiterkinder" hochgeladen steht; vielmehr kommt er ohne Sarkasmus auf den ohnehin zum Lifestyle-Accessoire heruntergekommenen Doktortitel zu sprechen. (17.02.11)

Die Welt als Versuch und Irrtum

Seit geraumer Zeit veröffentlicht der emeritierte Biochemiker Gottfried Schatz in der NZZ schöne Stücke über das Leben und die Welt. In seinem jüngsten Beitrag beschreibt er die Bedeutung des Zufalls, der immer wieder in ein ökologisches Gleichgewicht einbricht und ein fröhliches Gebastel und Gestümper in Gang setzt, dem wir Artenvielfalt und Umweltanpassung verdanken. (17.02.11)

Doch eine Wissenschaft!?

Die Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft" eröffnet mit ihrer aktuellen März-Ausgabe [sic!] eine bis August ausgelegte Reihe namens "Die größten Rätsel der Philosophie". Das ist natürlich doppelt hochgestapelt: Erstens sind sämtliche Rätsel der Philosophie gleich groß. Zweitens handelt es sich nur um ein aus der ZEIT bekanntes Artikel-Schaulaufen der üblichen Verdächtigen (Newen, Pauen, Nida-Rümelin usf.) (19.02.11)


Links der Woche am 12.02.2011, 14:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 06/11

Unlesbarer Superkult

Wolfram Schütte hat das Risiko, sich an der Neuausgabe von Arno Schmidts "Zettel's Traum" einen Bruch zu heben nicht gescheut. Nun fragt er sich in Glanz & Elend jedoch, was es mit dem Mythos dieses Überbuchs auf sich hat, ob und wer es überhaupt ganz zu lesen geschweige denn zu besprechen wagt und warum sich die Herausgeber Friedrich Forssman und Günter Jürgensmeier diese Mühe mit dem erratischen Typoskript gemacht haben. (06.02.11)

Deutsche Schäferhündin

Die Anforderungen, die ein zünftiges Heidi-Klum-Bashing an Mut und Beobachtungsgabe stellen, sind überschaubar. Niklas Maak gelingt in der FAZ jedoch ein sehr kunstvolles Portrait der germanischen Richtgöttin, die in der Glotze allerhand eisige Prinzipien mit falschem Mienenspiel und groteskem Erfolg vorlebt. (06.02.11)

Von Reform zu Reform zu Reform

In der Schweiz wird mit zunehmendem Stirnrunzeln auf die Deutschen geblickt, die sich massenhaft an eidgenössischen Universitäten - als Professoren, Assis und Studenten - breitmachen. Der Historiker Caspar Hirschi legt in der NZZ Zahlen vor und erklärt, wie und warum die Schweizer Uni-Landschaft von der deutschen Reformeritis profitiert, aber zugleich auch immer mehr auf den brain gain angewiesen ist. (07.02.11)

Der eindimensionale Agent

Nach den Enttarnungen von Polizeispitzeln in Reihen linker Kreise mal was anderes: die nicht mehr ganz neue Frage, ob Herbert Marcuse für die CIA gearbeitet hat. Soziologe Detlev Claussen bespricht in der taz die Doktorarbeit "Krieger und Gelehrte. Herbert Marcuse und die Denksysteme im Kalten Krieg" von Tim B. Müller, der dem Fall in den Archiven nachspürte. (08.02.11)

Frei wie die Fliegen

Im Gespräch mit der SZ stellt der Zoologe Björn Brembs die jüngsten Ergebnisse der Fruchtfliegenforschung vor. Das evolutionär nicht unvorteilhafte Verhalten der kleine Viecher könnte quantenmechanischen und thermischen Effekten entspringen, die der instinktiven Reaktion zufällige Alternativen an die Seite stellen. Das spricht in seinen Augen sehr deutlich für die Willensfreiheit der Insekten; warum sollte sie uns also abgehen? (10.02.11)

Geistiger Gewichtheber

Die Financial Times Deutschland unterhält sich anlässlich seines kommenden 50. Geburtstags mit dem abstinenten Muskelprotz Henry Rollins, der immer noch voller Zorn und dabei alles andere als blöd ist. Musik macht der gute Mann längst nicht mehr, sondern einen Verlag, Bücher, Spoken-Word-Auftritte und Urlaubsreisen nach Nordkorea. (11.02.11)


Links der Woche am 05.02.2011, 14:59 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 05/11

Der Zusammenhalt der Welt

Biologisten schließen besonders gern vom Sein aufs Sollen, wenn sie im evolutionären Kampf die moralische Rechtfertigung dafür entdecken, ein Arschloch zu sein. Im Gespräch mit Robin McKie klärt der Primatenforscher Frans de Waal auf, wie falsch dieser Schluss ist: Wenn man schon mit survival of the fittest argumentieren will, dann für die Empathie, die mehr für das Überleben von Spezies getan hat als der Kampf aller gegen alle. (31.01.11)

Am Spitzelwesen genesen

Vor einer Weile sind deutsche und britische Polizeispitzel aufgeflogen, die sich über lange Zeit in linken Kreisen bewegten und dort intensive persönliche Beziehungen aufbauten (siehe LdW 01/11 und 02/11). Tom Strohschneider rekapituliert im Freitag die Berichterstattung über die Fälle, in denen er ein Symptom eines verdeckt wuchernden Polizeiapparats sieht (31.01.11)

Irgendwas mit P und vier Beinen

Was es alles gibt: Die FR portraitiert die im hessischen Griesheim lebende und arbeitende Hunde-Philosophin Miriam Arndt-Gabriel, die sogar ein Diplom hat, allerdings in Hunde-Psychologie. (31.01.11)

Je gedruckter, desto schöner

Der Name Roland Reuss lässt in der deutschsprachigen Blogosphäre die Alarmglocken schrillen: Das ist doch der fiese Germanist, der mit seinem Heidelberger Appell das freie Internet zugunsten der gierigen Wortverwerter abschaffen wollte! In der NZZ erklärt er mit Paul Valéry, was die jahrhundertealte Kunst der Typographie für das verstehende Lesen leistet und warum das Internet so hässlich ist. (03.02.11)

Anything goes - to shits

Das alte Leid: Wenn alles möglich ist, ist nichts mehr möglich. Tomasz Kurianowicz blickt in der NZZ auf das Paradoxon, dass wir heute freier und besser leben als jede andere Generation vor uns oder anderswo auf der Welt - und dass wir trotzdem (oder deswegen) latent bis akut unglücklich sind mit unserem totalen Glück. (04.02.11)

Des Kaisers neues Gelaber

Der vorbildlich gegen Rechts engagierte SPD-Politiker und T-Shirt-Verkäufer Mathias Brodkorb hat Rolf Zimmermanns Buch "Philosophie nach Auschwitz" gelesen und darin ein Prachtexemplar der akademischen Schwurbelei entdeckt, die abwechselnd triviale und groteske, durchgehend jedoch sprachlich verstellte Schlüsse zieht - was beim Thema Holocaust besonders ärgerlich ist. (05.02.11)

Man stirbt, ich nicht.

Und noch eine schöne Rezension: Jürgen Nielsen-Sikora hat für Glanz & Elend die Neuausgabe des lange vergriffenen Buchs "Die Erfahrung des Todes" von Paul-Ludwig Landsberg besprochen, dessen Philosophie sich zwischen Hoffnung und Verzweiflung aufspannt. (05.02.11)


Links der Woche am 29.01.2011, 15:54 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 04/11

Mit dem Ende der Welt anfangen: Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 (MP3)

Die sonntägliche Reihe "Essay und Diskurs" hat das neue Jahr ordentlich begonnen - mit einer dreiteiligen Sendung zum Weltuntergang. Ulrich Baron stellt den ganzen Reigen der Apokalyptik vor, von der Johannes-Offenbarung bis zu den Eschatologien in Nationalsozialismus, Kommunismus und modernem Krisenzeitalter. Jeder Teil dauert eine knappe halbe Stunde und sollte flink heruntergeladen werden, ehe der DLF das Zeug depublizieren muss (oder die Welt untergeht). (23.01.11)

Die appetitlose Revolution

Mercedes Bunz argumentiert in der FAZ u.a. mit dem bekannten Technik-Fan Heidegger, dass eine Industrialisierung des Geistes stattfindet, die den Experten entmachten und befreien wird, wie ihre Vorgängerin das mit dem Arbeiter ja auch gut hingekriegt hat. Sodann freut sich Bunz auf eine Zukunft, in der man stolz darauf ist, weder Kopfrechnen noch ohne Stichwortdatenbank Texte verfassen zu können. (24.01.11)

Die fröhliche Witzenschaft

Philosopher's Eye fragt, ob Humor einen Sinn für Philosophie hat. Denn langsam scheint sich die Weisheitsliebe auch in komische Gefilde voranzutasten, nachdem sie sich jahrtausendelang nur auf Tragödien konzentriert hat. Fraglich ist, ob wir nur lachen können, wenn wir moralisch zustimmen, oder ob der unmoralische Witz gerade dadurch so lustig ist. (25.01.11)

Philosophie in der ZEIT

Die ZEIT hat die Philosophie hinter dem Heizkörper wiedergefunden und ihr einen Schwerpunkt gewidmet. Nachdem Martin Seel letzte Woche für die Wahrheit der Philosophie warb, ist diese Woche Jens Jessen dran mit einem Lob der Unfertigkeit in der Philosophie. (26.01.11)

Tiefdruck überm Balaton

Nicht nur für Medienschaffende wird es in Ungarn zunehmend ungemütlich. Das Theorieblog weist u.a. auf einen offenen Brief des Philosophen Laszlo Tengelyi von der Bergischen Universität Wuppertal und auf weitere Quellen hin, die die zunehmende Repression der Regierung Orbán gegen Geisteswissenschaftler behandeln. (28.01.11)


Links der Woche am 22.01.2011, 19:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 03/11

Mit Denkerkralle

via @AnotherRerun: Der Velociraptor ist - so haben wir es bei "Jurassic Park" gelernt - der schnellste, sozialste und schlaueste Dinosaurier von allen. Da liegt es nahe, ihm auch philosophische Qualitäten zuzuschreiben. Und in der Tat: Der Philosoraptor hat sich über so einige Sachen mächtig kluge Gedanken gemacht. Die 50 Besten gibt es bei Geekosystem. (23.10.10)

Es geht nicht immer um Sie!

In Tunesien stürzte das muffige Regime über ausdauernden Protesten der Bevölkerung. Nicht nur im deutschsprachigen Internet wurde dies als die zweite "Twitter-Revolte" nach dem Iran im Sommer 2009 und als erste erfolgreiche "Facebook-Revolution" überhaupt gefeiert. Niklas Hofmann holt die diktatorenfressenden Nerds in der SZ wieder auf den Teppich und hat schon für seinen einleitenden Satz den Link mit Prädikat verdient. (17.01.11)

Borderonline

Und nochmal Internet, diesmal macht sich der Physik- und Philosophielehrer Eduard Kaeser in der NZZ Gedanken über Nutzen und Nachteil der Simulation und Virtualität für das Leben. Sich im Internet ständig neu erfinden zu können, habe etwas für sich, und zwar so viel, dass das Abschalten irgendwann undenkbar wird. Das echte Leben, das dabei auf der Strecke zu bleiben droht, ist jedoch die Grundlage des simulierten. (19.01.11)

All about Anonymous: Teil 1 / Teil 2

Internet zum Dritten: Im Titel-Magazin liefert Jan Fischer ein faszinierendes zweiteiliges Portrait der Anonymous-Gruppe, die zuletzt weltweite Berühmtheit erlangte durch ihre digitalen Vergeltungsschläge gegen Unternehmen, die ihre Geschäftsbeziehungen zu WikiLeaks abbrachen. Fischer erklärt, wie Anonymous als ein naturereignishaftes Netzphänomen des Unfugs entstand und sich zu einer verbiesterten 2.0-Ideologieklitsche entwickelte. (16.01.11)

Philosophie macht dumm und gewalttätig

Der Attentäter von Tucson, Jared Loughner, ist (wahrscheinlich) kein Analphabet, wie der kürzliche Blick des New Yorker in sein Bücherregal nahelegt. The Philosopher's Eye überlegt anlässlich einer einschlägigen Zeitungsmeldung, ob Loughner durch seine ausgiebige Nietzsche-Lektüre dazu gebracht wurde, sechs Menschen zu töten und mehrere weitere schwer zu verletzen, und ob Philosophie zu Gewalt führen kann. (Camus sagt bien sur.) (19.01.11)

Eat, pray, hate

Jörn Kabisch rechnet im Freitag vor, was uns billige Lebensmittel tatsächlich kosten, und erklärt, dass teurere Lebensmittel in den Korb zu legen auch nicht hilft. Denn in der Nahrungskette steht die Lebensmittelindustrie weit über dem Verbraucher; wie es dazu kam, zeichnet Kabisch mit fünf Beispielen nach. (20.01.11)

Maximale Maximen

Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia stellt im FAZ-Blog "Deus ex Machina" die gute Frage, ob sich die beiden gern zitierten Maximen-Schöpfer Immanuel Kant und Adam Smith über die Rolle des Individuums in der Sozialmühle streiten würden - oder ob ihre jeweiligen Appelle sich bestens ergänzen. (21.01.11)


Links der Woche am 15.01.2011, 14:37 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 02/11

Genealogie der Konsummoral (PDF)

Die Verbraucher wollen das, was ihnen der Markt anbietet, so die häufige Argumentation nicht nur von Nahrungsmittelindustriellen. In "Cultura. International Journal of Philosophy of Culture and Axiology" betrachtet Teodor Negru "Culture and Capitalism. Genealogy of Consumer Culture" und überlegt, ob wir sind, was wir wollen oder was wir produzieren (lassen).

Noch ein Spitzel

Letzte Woche wurde an dieser Stelle auf einen Artikel der FAZ hingewiesen, der die Enttarnung eines Polizeispitzels in linken Kreisen an der Uni Heidelberg behandelt. Nun berichtet Peter Nowak im Freitag von einem V-Mann des Scotland Yard, der jahrelang globalisierungskritische Gruppen in ganz Europa unterwandert und ausspioniert hat. (12.01.11)

Die Rolle des Intellektuellen

Im Freitag entspinnt sich gerade eine (immer wieder beliebte) Debatte über die Rolle des Intellektuellen in der Gesellschaft. Den Anstoß gab Hans Ulrich Gumbrecht, der den kritischen Intellektuellen in den verdienten Ruhestand schickte, weil sein Liberalismus längst Mainstream sei; wenn überhaupt, so bräuchte es jetzt gerade Denker, die auch mal jenseits dessen zu denken wagen, was ihre Ahnen erstritten und erschrieben haben.

In genau diesem "riskanten Denken" sieht Albrecht von Lucke wenn schon keine Gefahr, so zumindest eine Zumutung. Antiliberale Tabubrüche haben nichts mit Mut zu tun. Gumbrechts Gewährsmann Schlotterdeik erweist sich auch nicht als risikofreudig, sein Aufruf zum Kampf gegen den Kleptomanenstaat folgt schlicht der Maxime: "Auf fremdem Arsch ist gut durchs Feuer reiten."

RANDOM() vs. Zufall

Johnny Haeusler berichtet in Spreeblick von seiner lebensweltlichen Schnittstelle zwischen iPhone und Eigenheim voller junger Familienmitglieder, denen das zeitgenössische Medienverhalten womöglich alle zufälligen Kulturfünde vorenthält. Sicherheitshalber lassen die Eltern nun Probe-Abos und CD-Hüllen herumliegen, um die Kultur für die Kleinen auch außerhalb der App-Sphere sichtbar zu machen. (13.01.11)

Schweinebraten für die peer group

Oft heißt es, der Verzehr von Schweinefleisch sei für Juden und Muslime tabu, weil ihre Religion in heißen Gebieten ohne Kühlschrank gegründet wurde. Diesen und weitere gute Gründe für religiöse Nahrungsgebote erörtert Michael Blume in seinem Blog "Natur des Glaubens", um den allerbesten zum Schluss zu präsentieren: Nahrungsvorschriften dienen der Distinktion von anderen Gruppen wie pantheistischen Vegetarierern, katholischen Veganern und atheistischen Fastfood-Kunden! (15.01.11)

Von Tieren lernen heißt Chillen lernen

Koalas, Katzen und viele andere Tiere brauchen keinen hektischen Job, nicht mal eine 9-to-5-Beschäftigung und können trotzdem ruhig schlafen. Ulrich Schnabel hat ein Buch über das Nichtstun geschrieben und rät dem modernen Menschen, sich ein Vorbild an der tierischen Verwandtschaft zu nehmen. Jana Petersen stellt das Buch in der taz vor. (15.01.11)



Links der Woche am 08.01.2011, 14:04 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 01/11

Die wichtigste Mahlzeit des Tages

Die geneigte FAZ-Leserschaft lässt sich im Blog "Stützen der Gesellschaft" vom vollauf satisfaktionsfähigen Don Alphonso den Klassenkampf von oben und die intrinischen Gefahren der Bürgerlichkeit für sich selbst erklären. Zu Jahresbeginn hat er an der Verlotterung der Frühstückssitten ein Symptom der Selbstversklavung erkannt und benannt. (02.01.11)

IM Simon

BaWüs Staatsschutz hat einen jungen Zivilpolizisten in linke Studentenkreise an der Uni Heidelberg eingeschleust. Benamst wie ein Wolf-Haas-Protagonist, hat der Spitzel bei Demos ausgeholfen, in Lesekreisen mitdiskutiert und enge Freundschaften geschlossen. Marcus Jauer berichtet in der FAZ, wie die Tarnung Mitte Dezember aufflog und sich bei den Zielpersonen Verstörung und Paranoia breitmachen. (03.01.11)

Nachtrag (07.02.11): Anfang Februar stellt sich heraus, dass die staatliche Unterwanderung der linken Szene in Bawü wohl größere Dimensionen hat (die taz berichtet).

Nichts ist unmöglich

In der SZ plädiert der Autor Alain de Botton gegen die optimistische Ideologie der Sehnsucht und Hoffnung, die statt Trost zu liefern nur Schuldgefühle über verpasste Möglichkeiten verursacht sowie den Schock über die Wirklichkeit von Unglück vergrößert. Stattdessen rät er zur Besinnung auf den Stoizismus, dessen Frohsinn sich daraus speiste, immer mit dem Schlimmsten zu rechnen. (03.01.11)

Zum Tod von Hadayatullah Hübsch

Am 4. Januar 2011 starb der Dichter und Imam Hadayatullah Hübsch. Nicht nur bei lichtwolf.de wurde zu diesem traurigen Anlass nachgerufen:

Hessischer Rundfunk: Zum Tod von Hadayatullah Hübsch (Der HR wiederholt am Sonntag, 9. Januar 2011, um 10:45 Uhr ein biographisches Gespräch mit Hübsch.)

Christof Meueler, Junge Welt: Musik ohne Musik

Canan Topçu, Frankfurter Rundschau: Ein Poet und Muslim

Uve Schmidt, Glanz & Elend: Auch er war unser. (hier am 09.01.11 nachgetragen)

Vor der kommenden Revolte...

...steht die Empörung, zu der der 93-jährige ehemalige Résistance-Kämpfer Stéphane Hessel aufruft. Jürg Altwegg stellt in der FAZ sein Büchlein "Indignez-vous" vor, das zur Freude des Kleinverlags reißenden Absatz findet. Er plädiert darin für Gewaltverzicht nicht nur im Nahen Osten, für mehr Gleichheit und weniger Kapitalismus. (06.01.11)

Kritischer blickt Marc Zitzmann in der NZZ auf das Büchlein, dessen Gemeinplätze vage bleiben und das eher von der moralischen Autorität des Autors lebt. (08.01.11)

Nachtrag, 09.01.11: Die FAZ bespricht nochmals ausführlicher und hat einige Textauszüge aus "Indignez-vous" parat.

Nachtrag, 10.01.11: Für die FR hat Arno Widmann das Büchlein gelesen und sieht darin den französischen Gegenentwurf zu unserem Sarrazin.

Nachtrag, 12.01.11: Nun hat es auch Alex Rühle von der SZ geschafft, die 30 Seiten zu lesen und zu besprechen.

Die ewig Gestrigen

Über den Kommunismus kann man gefahrlos schreiben, solange man das richtige Parteibuch hat. Die Linke Gesine Lötsch hat die ewigen Kalten Krieger in helle Aufregung versetzt; asansörpress35 analysiert in der Freitag-Community (bzw. -Kommune) die hysterischen Reaktionen insbesondere der CSU und was hinter der Vorwärtsverteidigung der FDGO steckt. (08.01.11)


Intime Interna am 05.01.2011, 10:41 Uhr

Zum Tod von Hadayatullah Hübsch

Der "elder statesman" der Grauen Literatur ist gestorben.

Von Augustinus heißt es, er habe es in seiner Adoleszenz ziemlich wild getrieben, ehe ihn ein Erweckungserlebnis die lebensweltliche 180-Grad-Wende unternehmen ließ. Interessant werden Leute erst, wenn sie nichts ausgelassen haben und zur eigenen Vergangenheit wie zu einem peinlichen Kumpel halten, den man nunmal schon eine Ewigkeit kennt und trotz seiner Eskapaden nicht zum Teufel jagt.

So ein Leut war unser verehrter Kollege Hübsch, der 1946 von seinen Eltern Paul-Gerhard getauft wurde und sich mit Mitte 20 den Vornamen Hadayatullah gab. Da hatte er die Gewässer seiner Zeit schon mehrfach durchschwommen und in den Sümpfen rund um 1968 manche Kelle Dreck geschluckt.

Für die einen holte Hübsch den Beatnik-Stil in die deutsche Sprache, für die anderen stand er schlicht in der Tradition des Expressionismus. Unter dem Pflaster lag der Strand, Marokko war der Nabel der Welt und LSD war im falschen Leben immer noch die bessere Wahl als RAF, DDR oder CDU. Doch im Kalten Krieg blieb es unbehaglich, auch in der Kommune 1 fand Hübsch wohl eher den Schrebergartenverein auf Hasch als eine Lebensgemeinschaft neuen Typs.

Während manch einer seiner damaligen Weggefährten auf einem Trip oder gleich in der Psychiatrie hängen blieb, fand Hübsch zum Islam. (Wer nun an Cat Stevens denkt, liegt nicht ganz falsch: Über Yusuf Islam schrieb Hübsch vor zwei Jahren eine Biographie.) Zwar ersparte ihm Allah nicht den gelegentlichen Flashback, wies ihm aber doch wohl einen Weg, auf dem Hübsch das richtige Maß von Begeisterung und Kopfschütteln über die Welt und die Leute fand. Er gründete eine Familie und stieg in der Frankfurter Nuur-Moschee zum Leiter der Freitagspredigt auf. Fast vier Jahrzehnte lang schrieb er fleißig und alles andere als nebenbei Gedichte und Hörspiele.

Im literarischen Underground wird man nicht berühmt, höchstens die taz kommt mal vorbei und fragt stirnrunzelnd, was einen denn reite, auch in neurechten Organen wie der Jungen Freiheit für die Verständigung zwischen Christentum und Islam zu werben. Ein großer Teil von Hübschs zahlreichen Publikationen beschäftigt sich mit dem Islam, insbesondere der Ahmadiyya-Lehre; ein mindestens so großer ist ganz, ganz graue Literatur: kleine Gedichtbände aus großen Städten, Rückblicke auf die Stationen seines Lebens und natürlich seine Zeitschrift "Holunderground".

Zuletzt schrieb Hübsch in seinen Briefen immer wieder von gesundheitlichen Problemen, die schwerwiegender gewesen sein müssen, als es den Anschein hatte. Seit dem Morgen des 4. Januar 2011 lässt Hübsch seine Augen geschlossen und seine Schreibmaschine schweigen. Die Zeitschrift trotz Philosophie wird ihn nicht mehr um Rat bitten können. In den kommenden Lichtwolf-Ausgaben veröffentlichen wir einige seiner letzten Texte.

Der Familie Hübsch und seiner Gemeinde gilt unsere herzliche Anteilnahme.



Links der Woche am 01.01.2011, 14:56 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 52/10

Das Tier sieht dich an (PDF, 234 KB)

Als wären die Fragen der Willensfreiheit, Qualia und der Körper-Geist-Verbindung nicht ungelöst genug, sattelt Ulrich Leinhos-Heinke im e-Journal Philosophie der Psychologie (Nr. 14, Juli 2010) noch einen drauf und überlegt, ob und wie die Begriffe Bewusstsein und Personalität bei Tieren vor dem Hintergrund verhaltensbiologischer Beobachtungen zu erhellen seien.

An apple a day

Wie im Nachtrag zum Titelthema des aktuellen Lichtwolf ("Essen & Trinken") erklärt Nils Minkmar in der FAZ - freilich als Nachtrag zur Festtagsvöllerei - wie sich auch bei Spitzenköchen und -politikern die Einsicht verbreitet, dass schon eine kleine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten manchen Gang zum Arzt überflüssig macht und ganz nebenbei das globale Ernährungsproblem lindern hilft. (27.12.10)

Subtraktion in die Mobilität

Friedhelm W. gibt nur einmal im Jahr Geld aus: 3.800 Euro für eine Bahncard 100, mit der er im Orkus der Deutschen Bahn von Verzehrgutscheinen für verspätete Züge lebt und Pfandflaschen sammelt, von deren Erlös er sich die Bahncard 100 fürs nächste Jahr kauft. Uwe Ebbinghaus portraitiert den "Zugnomaden" und Selbstsubtrahenten in der FAZ. (27.12.10)

Fundstellen-Fetischismus

Mit der totalen Digitalisierung ist nichts leichter geworden, als sich zu jedem Furz ein Zitat aus der Weltliteratur liefern zu lassen. Roman Bucheli überlegt in der NZZ (die diese Woche die Beschäftigung mit dem Internet nachholt), was es bedeutet, wenn Texte benutzt und nicht gelesen werden. (29.12.10)

Klugheit für jeden Tag

Arno Widmann von der FR hat Tolstois "Für alle Tage" wiedergelesen als Ausdruck der Sehnsucht nach dem einfachen Leben und der damit (scheinbar) verbundenen Klarheit über sich selbst. Das Brevier mit klugen Sentenzen für jeden Tag gibt eine schöne "vergebliche Lektüreempfehlung" zum neuen Jahr ab. (30.12.10)


Links der Woche am 25.12.2010, 14:42 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 51/10

Sind wir nicht alle Anarcho?

Der Freitag bringt einen sachkundigen Text von Suzanne Moore, die über den spätestens seit Wikileaks ubiquitären "Anarchismus" nachdenkt: "Diese komplexe Bewegung, der es im Grunde um die völlige Rückführung des Staates in die Gesellschaft geht, auf ein Schimpfwort für jemanden zu reduzieren, der irgendetwas auf einen Polizisten schmeißt, ist der blanke Hohn." (20.12.10)

Anm. d. Red.: Blöde Arschpiraten, die Poststellenmitarbeiter am Tag vor Weihnachten mit Briefbomben verstümmeln und sich selbst Anarchisten nennen, sind eine größere Schande.

Die Winterexegese 2010/11

Draußen schneit und friert es, was das globale Getriebe ins Stocken bringt und den Föjetong auf den Plan ruft, der uns erklärt, was Winter bedeutet: Im Freitag erkennt Tim Lang in gesperrten Autobahnen die Lektion, dass die moderne just-in-time-Produktion ein riskantes, ganz und gar nicht nachhaltiges Spiel ist. In eine ähnliche Kerbe schlägt Gerhard Matzig in der SZ mit seinem Räsonment über Mobilität in Zeiten ihrer Verneinung. Für Steffen Grimberg (taz) fühlt es sich im darniederliegenden Deutschland so gemütlich an wie nach dem Triumph des internatinalen Terrorismus. Das beste: Alle diese Artikel kann man nächstes Jahr bestimmt wieder bringen! (21.12.10)

"Ficken" reicht nicht mehr

Im Freitag geht es diese Woche zum Fest der Liebe um die Liebe. Der Sexualforscher Volkmar Sigusch widmet sich dem handgreiflichen Teil der Zuneigung und stellt fest, dass die sexuelle Realität der Gegenwart nicht mehr zum sexuellen Vokabular passt, das gute 100 Jahre alt ist und weder mit Geschlechterwechsel noch mit Objektliebe, One Night Stands oder Begierdefreiheit umgehen kann. (23.12.10)

Vierstündige Betriebspause der Welt

Schönes Zwischending zwischen den Weihnachtsfanatikern und den nicht minder öden Festtagsmuffeln: Der Schriftsteller Andreas Maier erklärt in der FAZ, wie sich Blaise Pascals Diktum, alles Unglück der Menschen rühre daher, nicht einfach zu Hause bleiben zu können, an Weihnachten für ein paar Stunden realisiert - und warum ihm das heilig ist. (24.12.10)

Jeden Tag Weihnachten

Er kämpft seit 1990 gegen die Bushs in der US-Regierung, war jahrelang auf Heroin, hat eine der zornigsten Stimmen im Geschäft und musste schon Konzerte abbrechen, weil das Publikum alles kurz und klein schlug: Al Jourgensen von der Industrial-Kapelle Ministry. Letztes Jahr folgte er der Aufforderung seiner Frau, ein Weihnachtslied aufzunehmen, und seine Festbotschaft ist immer wieder nötig und gut, denn: It's always christmas time in capitalism! (25.12.10)

Außerdem: Genug lichtwolf.de bis 2011

Zum gestrigen 7. Geburtstag von www.lichtwolf.de wurde eine ganze Latte neuer alter Beiträge aus vergangenen Ausgaben ins Netz gewuchtet. Könnte man auch mal lesen.


Intime Interna am 24.12.2010, 17:27 Uhr

Zum 7. Geburtstag von lichtwolf.de

Bescherung! Heute vor sieben Jahren ging www.lichtwolf.de ans Netz und wie an jedem Heiligabend bringen die Menschen auf der ganzen Welt dem allmächtigen, barmherzigen Internet aus diesem Anlass Weihegeschenke und Opfergaben, um es für den nächsten Sonnenzyklus gnädig zu stimmen. Nichts besänftigt das jähzornige Gemüt des Internet mehr als datentauglich aufbereitetes Zeitschriftenmaterial in Wort und Bild - und zum Glück hat der Lichtwolf davon noch genug für die nächsten 993 Jahre!

Seit heute also sind folgende Beiträge aus den gedruckten Ausgaben im Internet verfügbar:

Der Essay, mit dem Stefan Schulze Beiering in der Nr. 31 die Reihe zur Kritik an den Geisteswissenschaften eröffnete; außerdem die erste Hälfte des zweiten Teils, den Sie im aktuellen Lichtwolf Nr. 32 zu Ende lesen können.

Aus den vergriffenen Ausgaben der Freiburger Zeit, als der Lichtwolf noch mit Schreibmaschine getippt wurde, stammen diese Beiträge:

-Schneideggers Miniatur "Das Ende einer Affäre" über das Ende einer Affäre (aus Nr. 14),

-des Kükators Kommentar zur (Freiburger) Hochschulpolitik (aus Nr. 15),

-August Maria Neanders "Dulce et Decorum" über alles, was man zu Bundeswehr und Ästhetik schreiben könnte (aus Nr. 16),

-der Lichtwelpe, in dem erklärt wird, was eine Universität ist - ebenfalls von Neander (aus Nr. 17) sowie

-das Portrait des Obermisanthropen Ulrich Horstmann von Schneidegger (aus Nr. 18).

Falls Sie auf die Schnelle wissen wollen, wohin mit dem Weihnachtsgeld, lohnt der Blick in die Rubrik "Kurz & Klein", worin in unter 800 Zeichen rezensiert wird. Online sind ab sofort die Besprechungen von Heike Groos' "Ein schöner Tag zum Sterben" und Richard Brautigans Forellenfischen sowie eine der Rezensionen aus der aktuellen Ausgabe mit dem Titelthema "Essen & Trinken": Angela Grubes "Vegane Biografien. Narrative Interviews und biografische Berichte von Veganern".

Als wäre das noch nicht genug, um sich mit dem Lichtwolf die Feiertage am Computer zu vertreiben, sind nun auch die übrigen Seiten der beiden vergriffenen Ausgaben Nr. 21 und Nr. 22 eingescannt und in den LichtwolfReader gesteckt worden, wo Sie bequem und für lau mit dem Mauszeiger in die Hefte reingucken können und logischerweise noch mehr Beiträge zu lesen haben.

Herr, wir loben Deine IP!


Intime Interna am 19.12.2010, 19:50 Uhr

Die Winterausgabe ist da!

Wenn es kälter wird, soll man gut essen und trinken. So lautet das Titelthema der aktuellen Ausgabe des Lichtwolf natürlich auch "Essen & Trinken" und wird die geneigte Leserschaft gut durch den Winter bringen. Sie erfahren darin alles über: Essen & Glück; die Verdauung von Elias Canetti; was es bei Bukowski zu Futtern gab; welches Nahrungsmittel Philosophen wären; ob und warum man Tiere oder Kartoffeln (nicht) essen sollte; was von kulinarischen Redensarten zu halten ist; warum es keine Philosophie des Essens gibt; undundund.

Einen Überblick über den saftigen Gehalt dieses Krustenbratens von Heft erhalten Sie im Einkaufszentrum. Gerne können Sie sich die ersten Seiten der Ausgabe im LichtwolfReader angucken oder als PDF herunterladen, ehe Sie sich das Heft nach Hause kommen lassen. Bestellen Sie hurtig, damit Sie über die Feiertage noch etwas Bekömmliches zu lesen haben!

Abonnenten sollten die Ausgabe spätestens morgen im Briefkasten haben - sofern die gelben Autos nicht allesamt von der Straße geschlittert sind.

Lichtwolf Nr. 32


Links der Woche am 18.12.2010, 14:39 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 50/10

Der Aufstand kommt und kommt

Gleich sechs Autoren besprechen in Glanz & Elend "Der kommende Aufstand" (siehe LdW 47/10), und zwar: Thomas Hummitzsch, Gregor Keuschnig, Rudolf Maresch, Goedart Palm, Jürgen Nielsen-Sikora und Wolfram Schütte. Der Mann kennt die Vorgängertexte des Manifests, weiß, was aus ihnen und ihren Lesern irgendwann doch geworden ist, und schließt sehr schön: "Man wird danach in der Regel skeptisch, aber man muss darob nicht zynisch werden." (13.12.10)

Nachtrag, 30.01.11: Jörg Fuchs versucht im TITEL-Magazin, "Der kommende Aufstand" vorurteilsfrei zu besprechen und sieht den Text in der Tradition von Trainspotting und Fight Club.

Gottes Werk und Trolls Beitrag

Im Freitag überlegt Georges Monbiot, wie viele Trolle, die im Internet Diskussionen ruinieren, wohl genau dafür bezahlt werden. AstroTurfing nennt sich der Spaß, benannt nach einem Kunstrasen: Dabei wird mit unzähligen Pseudonymen eine Graswurzelbewegung vorgetäuscht, deren Getrolle "rein zufällig" im Interesse von Unternehmen oder politischen Extremen steht. (15.12.10)

Phänomenologie des Körpers

Die OpenAccess-Zeitschrift "Internationale Zeitschrift für Philosophie und Psychosomatik" hat ihre dritte Ausgabe veröffentlicht. Unter dem Heftschwerpunkt "Kultkörper und Körperkult" (wie es sich für kreative Akademiker gehört in einer Epanodos formuliert) erfahren wir einiges über die "phänomenologische Ontologie normaler Körpererfahrung", High Heels und Self Design. (15.12.10)

Neu-Römische Dekadenz

In Italien hat die Politik nichts mehr mit dem Gemeinwohl, nur noch mit persönlicher Bereicherung zu tun. Peter Michalzik erinnert in der FR daran, dass Italien oft eine Vorreiterrolle in Europa innehatte und die Zeichen eines Verfalls des Politischen, wie er den Stiefel prägt, auch in Deutschland bereits erkennbar sind. (16.12.10)

Die Welt als Pizzabude und Hotel

Frankfurt füllt Beton in die einstigen Wohnstätten Schopenhauers, zeitgleich stellt das Frankfurter Institut für Stadtgeschichte Mobiliar und weitere Fundstücke des griesgrämigen Einwohners aus. In der FAZ bespricht Dieter Bartetzko die Schau und was aus Schopenhauers Butze geworden ist. (16.12.10)

Krieg im Netz

In "Blätter für deutsche und internationale Politik" stellt Seymour M. Hersh ausführlich die US-amerikanischen Erfahrungen und Zukunftspläne mit elektronischer Kriegsführung vor. So nahm im Mai 2010 das U.S. Cyber Command seine Arbeit auf, um das sich bereits ein militärisch-kybernetischer Komplex bildet. (17.12.10)

Das Beste fürs Kind

Eltern wollen (meist) nur das Beste für ihr Kind und finden, ihr Kind sei sowieso das Beste. Elmar Krekeler hat für die Berliner Morgenpost das Buch "Sie meinten's herzlich gut. Berühmte Leute und ihre schrecklichen Eltern." von Jörg Zittlau gelesen und gibt hilfreiche Tipps, wie man aus Kindern durch Vernachlässigung und Terror große Philosophen und Staatslenker macht. (18.12.10)



Links der Woche am 11.12.2010, 17:34 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 49/10

Cypher-Anarchismus

Anfang der Woche stellte sich der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Julian Assange der britische Polizei. In der SZ spürt Niklas Hofmann dem Weltbild des Wikileaks-Gründers nach, worin alter Anarchismus auf die neue Welt des Informationszeitalters trifft. Via @theorieblog: Wer es ausführlicher zur politischen Ideologie Assanges mag, der lese bei Peter Ludlow nach. (02.12.10)

Nur ein Spiel?

Gute Schachspieler können sich der Ehrfurcht des Laien sicher sein. Ulf von Rauchhaupt räsoniert in der FAZ, ob es sich beim Schach um eine Wissenschaft oder - angesichts der unzähligen Kombinationsmöglichkeiten - gar um ein Universum für sich handelt, das auch von den leistungsfähigsten Computer noch nicht völlig erschlossen ist. (07.12.10)

Die Zukunft unter Wasser

In Cancun stieg dieser Tage ein Weltklimagipfel, bei dem mehr denn je von Anfang an klar war, dass dabei lediglich CO2-Emissionen durch anreisende Delegationen herauskommen würden. Der Künstler Jason deCaires Taylor hat seine Sicht auf den Klimawandel in Zement gegossen und im Meer versenkt, die SZ bietet eine eindrucksvolle Bilderstrecke. (08.12.10)

Statistiker mit "zu viel" Zeit

In seinem Blog "Wahrheit über Wahrheit" stellt Thomas ein einfaches, aber effektives Verfahren vor, dass er sich ausgedacht hat, um zu ermitteln, ob ein Begriff oder eine Person wie z.B. "Sarrazin" übermäßig in den Medien vorkommt, also häufiger, als es ihrer tatsächlichen Bedeutung angemessen wäre. (09.12.10)


Links der Woche am 04.12.2010, 14:32 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 48/10

Eine SMS ist eine Flaschenpost

In der NZZ berichtet Navid Kermani lang und ausführlich über sein heimatliches Viertel, um sich sodann Gedanken zu machen über die unbekannten Leben, die ihre Spuren auf seinem Gebrauchthandy hinterlassen haben, und was die Leute aus den ungelöschten SMS wohl heute treiben. (29.11.10)

Bei den Höhlenbewohnern

Am 18. November war der "Tag der Philosophie", dessen Zentralveranstaltung die UNESCO nach weltweiten Protesten doch nicht in Teheran abhielt. (Siehe LdW 46/10) Der dortige Kongress fand dennoch statt und der Marburger Emeritus Reinhard Brandt gehörte zu den wenigen westlichen Philosophen, die trotz alledem der iranischen Einladung folgten. In der FAZ erzählt er, wie es in der Islamischen Republik war. (30.11.10)

Im vergitterten Darkroom

Zu seinem 110. Todestag erhält Oscar Wilde in Glanz & Elend ein sehr schönes Portrait aus der Feder von Jürgen Seul. Ganz klassisch wird dabei das Leben des Schriftstellers nachgezeichnet bis hin zur Anklage und Verurteilung wegen Unzucht und der Aufarbeitung des Künstlerprozesses. (30.11.10; die Kollegen sind am Donnerstag gehackt worden, so kann es auf der inzwischen reparierten Seite evtl. noch zu Warnmeldungen kommen.)

MINT-Witze

Sebastian Reusch versammelt in den Brainlogs zahlreiche Witze über Physiker, Ingenieure, Computerleute und Mathematiker, also im weiten Sinne Logiker, also im weitesten Sinne Philosophen. (01.12.10)

Philo fürs Ohr

via @fxneumann: Eine Gruppe am Institut für Philosophie der Universität Wien hat seit dem Jahr 2000 online diverse Vorlesungen, Symposien und Einzelvorträge im MP3-Format gesammelt und streamt das Zeug via Internet und on Demand; ganz frisch: "Cyberplatonismus". (01.12.10)

Der Rest

Außerdem: Beim ORF kann man sich anhören, warum Ernst Bloch noch aktuell ist. Haben Sie gewusst, dass Restauranttester Rach aus der Glotze eigentlich "Philosoph" werden wollte? Vielleicht hätte ihn das interessiert: Philosophie der Pornographie.


Kultur(terrorismus) am 02.12.2010, 20:30 Uhr

Da passt alles zusammen!

Bewohner Freiburgs und des oberrheinischen Umlands seien auf die Gelegenheit hingewiesen, die Punk-Kapelle FleischLEGO am nächsten Freitag (10.12.10) live im White Rabbit (Leopoldring 1) zu erleben. Die ordnungsgemäßen Texte des großen Bdolf in Begleitung alter brennender Musikschule (vielleicht kommen auch Klassiker zu Gehör wie "Sound of Merkheft" und "Pamela Anderson - flieg Dein Nazi-UFO!").

Wenn gar alles gut geht, ist der nagelneue FleischLEGO-Tonträger auf Vinyl oder CD direkt ab Bühne zu erwerben. Vom Lichtwolf empfohlen!

FleischLEGO live



Links der Woche am 27.11.2010, 11:43 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 47/10

Thema der Woche: Die Debatte um "Der kommende Aufstand"

Es adelt einen Text, wenn Glenn Beck (FOX News) darüber meint: "Dies ist möglicherweise das Böseste, was ich jemals gelesen habe." Zum Erscheinen der damit beworbenen deutschen Ausgabe des Manifests "Der kommende Aufstand" in der Edition Nautilus ist im Föjetong eine Debatte mit seltsam verkehrten Vorzeichen ausgebrochen: Nach den Besprechungen der FAZ und SZ kam von der taz der Vorwurf, die großen alten Tanten würden den Terrorismus befürworten und das Manifest selbst sei kryptofaschistisch. FAZ und SZ legten alsbald nach.

FAZ, 08.11.10 Nils Minkmar erklärt den Aufruf und die Anleitung zu Subtraktion statt Subversion mit einer Spur von Anerkennung und einem zielgruppenaffinen Tadel zum Schluss.

SZ, 11.11.10 Alex Rühle liest das Manifest als Ausdruck des diffusen Unbehagens in der spätkapitalistischen Zivilisation und findet, es treffe einen Nerv.

taz, 23.11.10: Johannes Thumfart zeigt sich fassungslos über die wohlwollende Aufnahme des Manifests bei FAZ und SZ, erkennt er darin doch die antimodernen Handschriften von Carl Schmitt und Martin Heidegger.

´SZ, 25.11.10: Marc Felix Serrao findet das Manifest bzw. seine Autoren und Anhänger so wenig rechts oder links wie den Joker aus Batman. Es ist schließlich spätkapitalistischer (oder jüngerscher) Nihilismus, der da (noch lediglich) spricht.

FAZ, 26.11.10: Jürgen Kaube resümiert das Manifest als weniger rechtes denn jugendliches (und gerechtfertigtes) Protestschreiben, das allerdings unbedacht auf Somalia als Ideal zielt.

taz, 26.11.10: Andreas Fanizadeh legt nach und erkennt zumindest in der Reaktion der FAZ ein Gegensteuern; viele jedoch übersähen noch immer die rechtsradikalen Elemente des defätistischen Manifests.

Nachtrag, 30.01.11: Weitere Besprechungen von "Der kommende Aufstand" gab es in der 50. Kalenderwoche 2010.


Weitere Links der Woche

Grüner Klassenkampf

Goedart Palm stellt in Glanz & Elend schlagwortreich "Die Monkey Wrench Gang" von Edward Abbey (illustriert von Robert Crumb) vor. Ausführlich bedacht werden dabei die literarischen und philosophischen Hintergründe und Aporien des Ökoterrorismus. Dazu empfehlen die Kollegen die Lektüre von "From Herbert Marcuse to the Earth Liberation Front: Considerations for Revolutionary Ecopedagogy" (PDF). Ein Gewinnspiel zum Buch gibt es auch! (21.11.10)

Schön ja, aber warum?

Mit Kunst verhält es sich fast so wie mit der Zeit: Wir wissen, was das ist, solange uns keiner danach fragt. Elmar Diederichs denkt in den Brainlogs über unseren intuitiven Zugang zu Ästhetik und Geschmacksurteilen nach. (21.11.10)

Holldrio im Menschenzoo

Blogger wwalkie hat Grégoire Chamayous bislang nur auf Französisch vorliegendes Buch "Les chasses à l'homme. Histoire et philosophie du pouvoir cynégétique" (Paris 2010) gelesen. Beim Freitag gibt er einen Einblick in die Geschichte der Menschenjagd und den Wandel ihrer Formen und Rechtfertigungen. (21.11.10)

Moralisches Gewicht und finanzielle Macht

Nicht nur Karstadt-Mitarbeiter sehen in ihm einen Heiligen: Ist Nicolas Berggruen ein philanthropischer Investor neuen Typs, der sich in seinem Handeln von existentialistischer Lektüre leiten lässt? Im FAZ-Interview gibt er Auskunft, wie er mit politischer Philosophie das bankrotte Kalifornien retten will. (22.11.10)

Der Balkan ist überall

Andreas Ernst unterhält sich für die NZZ mit Slavoj Žižek u.a. über den krisengeschüttelten Balkan, dessen einzige Rettung - trotz beidseitiger Enttäuschung - die EU wäre. Nebenbei zeigt sich, dass man sich als Linker neuerdings immer öfter auf Seiten des Staates wiederfindet. (22.11.10)


Links der Woche am 20.11.2010, 18:38 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 46/10

Wessis beim Elternabend

Der Leipziger Holger Witzel regt sich im Stern gekonnt über westdeutsche Neubürger auf, die sich beim Ost-Elternabend aufspielen. Heraus kommt dabei eine Polemik, die sich auch als Apologie des Schulhof-Mobbings lesen lässt und bestimmt böse Leserbriefe gibt. (14.11.10)

Früher war alles besser

Es war einmal ein Deutschland, fein säuberlich geteilt und als Schlachtfeld des finalen Weltkriegs auserkoren, weshalb man sich gerade im Westen zusammenriss und artig um die Produktion kümmerte. 20 Jahre nach dem Fall der Mauer diagnostiziert Eric Gujer in der NZZ die Virulenz der Westalgie. (17.11.10)

Deine Wahrheit, meine Wahrheit

Nach internationalen Protesten hat die Unesco kurzfristig den Welttag der Philosophie nicht komplett abgesagt, aber zumindest den zentralen Kongress nicht in Teheran abgehalten. Richard Herzinger konstatiert in der WELT der Unesco eine verdiente Blamage zur Strafe für ihren unspringerhaften Kulturalismuswahn. (18.11.10)

Weder ja, noch nein, und schon gar nicht jein

Uwe Justus Wenzel dagegen sinniert in der NZZ zunächst über die ewige Wiederkehr der Welttage und kommt mit reichlich Hegel zu dem Schluss, dass sich die Philosophie an ihrem Festtag als (1) preiswert, (2) diplomatisch und (3) nicht bedingungslos neutral erwies. (18.11.10)

Denk mal wieder schöner (PDF)

Carmen Cosma überlegt in "Cultura. International Journal of Philosophy of Culture and Axiology" 13/10, wie sich inmitten der ökologischen und ökonomischen Krise die moralische Gesundheit erhalten lässt: Mit der Wiederbelebung der altgriechischen Tugend der Sophrosyne.


Intime Interna am 16.11.2010, 19:26 Uhr

Lichtwolf is coming to Fishtown *

Bremer und Nordküstenbewohner mit ÖPNV-Ticket oder Kraftfahrzeug aufgepasst: An diesem Freitag veranstaltet das renommierte Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus sein II. internationales Symposium im Schlachthof Bremen. (Das heißt nur so!)

Los geht es um 18 Uhr cum multo tempore mit Kornempfang und feierlicher Eröffnungsrede. Es erwarten Sie sodann drei packende Vorträge u.a. von Lichtwolf-Herausgeber Schneidegger, gefolgt von einer Tombola und einem Ritual zu Ehren des Kapitalismus. Näheres erfahren Sie direkt beim IPuP auf Myspace.

IPuP-Symposium

Man sieht sich Freitag Abend!

*) Ein gebürtiger Bremerhavener weist darauf hin, dass Kernbremen (wo der Abend steigt) nicht "Fishtown" ist.


Links der Woche am 13.11.2010, 14:56 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 45/10

Der lange Winter der Ordnung

Seit fünf Jahren flottiert im Netz das neoanarchistische Manifest "Der kommende Aufstand". Nils Minkmar erklärt in der FAZ den Aufruf und die Anleitung zu Subtraktion statt Subversion mit einer Spur von Anerkennung und einem zielgruppenaffinen Tadel zum Schluss. (08.11.10)

Alles kann, nichts muss

Wenn eine Petition mit über 50.000 Unterzeichnern in den Bundestag eingebracht wird, tut sich was: Tim Strohschneider berichtet im Freitag über die auf diesem Weg wiederbelebte parteipolitische Debatte um die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (siehe dazu auch das Interview mit Daniel Häni aus Lichtwolf Nr. 27). (09.11.10)

Die ewige Hutschnur

DanielW liefert im Freitag eine Phänomenologie der Ressentiment-Bewegungen von Antifeminismus bis Sarrazin, die so genau ist, dass man sie glatt als Anleitung zur Bildung einer deutschen Tea-Party-Bewegung lesen könnte; wäre man nicht so sehr damit beschäftigt, auch an sich selbst die immergleichen Argumentationsmuster und Fühlstrukturen wiederzuerkennen. (10.11.10)

Die zweifellose Philosophie

Am 18. November steigt der alljährlich von der UNESCO ausgerufene Tag der Philosophie (siehe auch diesen Text zum Tag der Philosophie 2008). Dieses Jahr wird er ausgerechnet in Ahmadineschads Iran begangen. Alessandro Topa berichtet in der NZZ über die Situation der Geisteswissenschaften, insbesondere der Philosophie nach dem Wahlbetrug von 2009. (12.11.10)

Happy Birthday, ihr Herzgebährenden!

Zum 100. Geburtstag des literarischen Expressionismus portraitiert Silvio Vietta in der NZZ den geistigen Soundtrack zu fin de siècle, Weltkrieg I und Revolution. Krebsbarracken, Globalverwirrung und eiterndes Bürgertum - Zeit wär's für eine Neuauflage! (13.11.10)


Links der Woche am 06.11.2010, 16:19 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 44/10

It's a lifestyle, not a crime!

Als wäre unsere Auflage nicht schon bedrängt genug: Julia Gerlach stellt in der Berliner Zeitung das neue Produkt des Verlegers Osama bin Laden vor, "Inspire". Die Mitgliederzeitschrift von al Kaida erinnert an die Bunte, nur geht es bei den home stories zu Terroristen nach Hause und der Serviceteil ("Opensource-Jihad") behandelt das Bombenbauen in Muttis Küche. (01.11.10)

res drogitans

via @fxneumann: Im taz-Blog gibt Hans Cousto zunächst einen Einblick in die Etymologie des Begriffs "Substanz" und den schmalen Grad der Häresie, auf dem im Mittelalter jeder wandelte, der sich damit beschäftigt. Er denkt sodann über den neuesten Trend der Drogenpolitik nach. (01.11.10)

Objektiv abgesegnete Subjektivität

Ben Goldacre wundert sich im Freitag über einen BBC-Bericht, der sich mit Libidoproblemen beschäftigt und dabei einen neurologisch aufgepeppten cartesischen Dualismus wie eine Selbstverständlichkeit behandelt. Viel ärgerlicher aber ist die mediale Tendenz, Qualia nur noch dann als real gelten zu lassen, wenn die MRT ihnen dieses Gütesiegel verpasst hat. (01.11.10)

"Post"demokratie im Wahrsten

Das TITEL-Magazin veröffentlicht einige Essays aus einem kommenden Sammelband über Facebook. In dieser Woche gibt es den Aufsatz von Lino Wirag, der kunstvoll name-droppend eine "Poetologie des Postings" (und dieses als ästhetisches Wirkungsquantum) entfaltet. Adorno, Semiotik, die ganzen Franzosen - es ist einfach alles drin! (01.11.10)

Von Farben sprechen

In der FR bespricht Stefana Sabin das neue Buch von Guy Deutscher, worin er der Frage nachgeht, ob die Sprache universal ist und sich nur in der Welt spiegelt (Chomsky) oder ob eine Sprache das Denken ihrer Sprecher determiniert (Sapir-Whorf). (03.11.10)


Links der Woche am 30.10.2010, 15:42 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 43/10

Doof bleiben und Scheiße kaufen

Lesenswert ist das etwas erratische Interview, das "die Presse" mit Klaus Theweleit über den Sturz des Totalitarismus durch Rock'n'Roll geführt hat, wegen der These vom Kalten Krieg der Regierungen gegen die Bevölkerung: "Wir sollen doof bleiben und denen weiterhin ihre Scheiße abkaufen." (21.10.10)

Nerven und nerven lassen

Malte Welding outet sich in einem schönen, langen BZ-Text als Mitglied der Minderheit, der es zu gut geht, um Gegenstand von Integrationsdebatten zu sein: den weißen Männern. Als solcher erkennt er an Multikulti alle Eigenschaften der Wirklichkeit: laut, hässlich, miefend und nicht zu leugnen. (23.10.10)

Liebesökonomie

In der WELT diagnostiziert Volker Demuth anhand gegenwärtiger Romane, dass die bedingungslose Liebe der Partnerschaft auf Bewährung gewichen ist, die sich geschmeidiger mit den Anforderungen des 21. Jahrhunderts vereinbaren lässt und - wie alles andere im Leben - strikt buchhalterisch betrachtet wird. (26.10.10)

Helfende Tatzen

Die Frankfurter Rundschau stellt das neue Buch des Verhaltensforschers Michael Tomasello vor, der untersucht, wie und warum Primaten es vorziehen, miteinander zu koopieren anstatt zu konkurrieren. Dazu vergleicht er die Gruppendynamik von Schimpansen und kleinen Menschen (sog. "Kindern"). (27.10.10)

Quellenangabe im wahrsten Sinne

Der Chicagoer Soziologe Andrew Abbott hat untersucht, wo und wie in wissenschaftlicher Prosa aus einem seiner Bücher zitiert oder darauf verwiesen wird. Ergebnis: Die meisten Autoren haben das Buch gar nicht gelesen, die Quellenangaben sind bloß akademisch geforderter Formalschmuck, so berichtet Jürgen Kaube in der FAZ. (28.10.10)

elgooG ist kein Haustier

Die Schriftstellerin Dubravka Ugresic denkt in der NZZ über Gott und die Welt bzw. das moderne Äquivalent Google und das Internet nach. Aber auch über Neuroplastizität und Schicksal und das englische Wort für Hund. (30.10.10)

Die Tage werden kurz länger, dann weiter kürzer

Morgen bzw. heute Nacht werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Aus diesem Anlass denkt der Physiker Joachim Schulz weiter über das Phänomen Zeit nach - rein in den Grenzen der Naturwissenschaft, aber heimlich dürfen auch Philosophen mitlesen. (30.10.10)


Links der Woche am 23.10.2010, 15:01 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 42/10

Informationsethik

Die heutige Ausgabe der NZZ widmet sich ausführlich dem Internet und damit zusammenhängenden Kulturfragen. Früher dran und tiefer drin war die "International Review of Information Ethics", deren 13. Ausgabe vom September 2010 als PDF (1 MB) zur Verfügung steht. Unter dem Titel "Intercultural Infomation Ethics" werden u.a. P2P, MMORPGs, Nekama und das gute Leben im Netz behandelt.

Der Weg war Ziel

Stuttgart 21, wohin man blickt. In der taz nimmt Jörg Magenau das schwäbische Ringen um Oben oder Unten zum Anlass einer unterhaltsamen Überlegung zum Reisen und der darauf wirkenden Beschleunigung, die vom Fortschritt ausgeht. (17.10.10)

Dunkelheit schärft die Sinne

Karl Payer erkennt im Journal für Philosophie & Psychiatrie 2/09, dass Heideggers Angst-Begriff ziemlich genau eine Depression beschreibt, und überlegt mit "Sein und Zeit" und weiteren Klassikern im Gepäck, welchen Sinn und Nutzen für das Leben Depressionen haben.

Das Frühstück der Champions

Die Wirkungsweise von Ketamin, auch bekannt als "Special K", ist auch Jahrzehnte nach der Synthetisierung nicht gänzlich verstanden. Jörg Albrecht blickt in der FAZ auf die medizinische und psychedelische Geschichte des Narkotikums zurück, das dort helfen könnte, wo alle anderen Psychopharmaka versagen. (20.10.10)

Unergründliche Ratsschlüsse

Die ersten Studienjahrgänge verlassen mit Bachelor-Zeugnissen die Hochschulen - oftmals unfreiwillig, denn wie so oft hat die Politik mit der Bologna-Reform erstmal kräftig flexibilisiert und gehofft, der Markt werde die Verteilungslogik schon irgendwie regeln. Das "Master-Desaster" ist Wochenthema beim Freitag. (21.10.10)


Intime Interna am 21.10.2010, 16:53 Uhr

Bald haben wir das Internet voll

Auf dem Weg zur Vollendung dieses glorreichen Ziels und damit das arme Internet auch mal wieder ein bisschen Lichtwolf zu Gesicht bekommt, sind fünf weitere Artikel aus den gedruckten Ausgaben ins Netz gehievt worden. Es handelt sich um:

"10 Gründe, um das Philosophiestudium abzubrechen", rechtzeitig zum Semesterstart aus der vergriffenen Ausgabe Lichtwolf Nr. 13 ("Erstis") gezogen;

"Aus dem Tagebuch eines Werbefuzzis" von Magister Maier aus Lichtwolf Nr. 26 ("Werbung")

"Neues vom Hai und seinem Alkoholproblem, Folge 3" von Judith Stieber aus Lichtwolf Nr. 27 ("Arbeit")

Aus Rücksicht auf den bald zur Neige gehenden Platz im Weltnetz gibt es nur gekürzte Fassungen dieser beiden Artikel:

"Die saubere Welt der Werbegegner" von Johannes Franzen aus Lichtwolf Nr. 26 ("Werbung")

"Die größte Bratwurst der Welt", in der fünf Autoren ihren Senf zur Frage abgeben, ob Internet vergesslich macht; (vollständig) erschienen in der nach wie vor lieferbaren Ausgabe Lichtwolf Nr. 29 ("Vergessen").


Links der Woche am 16.10.2010, 14:02 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 41/10

Zwei Nachträge zur KW 40/10:

Das Selbst, der Geist und der Markt

Für J.M. Bernstein war Hegel der Philosoph, der den Punkt im Blick hatte, an dem Individualismus und gesellschaftliche Insitutionen auf einander treffen. In der New York Times argumentiert Bernstein mit Hegels "Phänomenologie des Geistes" für eine stärkere Bankenregulierung. (03.10.10)

Geht doch bitte da drüben spielen!

Der Freitag hat die Übersetzung eines Guardian-Artikels, in dem Slavoj Žižek der offenen, der weichgespülten und der sich selbst unbewussten Fremdenfeindlichkeit nachspürt. Sie hat mehr mit der vorchristlichen Angst um den eigenen Stamm zu tun als mit christlich-jüdischen Werten. (08.10.10)

Empfehlungen aus der KW 41/10:

Never Forget

Das Internet vergisst nichts, lehren Medienpädagogik und Erfahrung. Chanchal Biswas überlegt in der NZZ, was es für die Ethik des Vergebens und Vergessens bedeutet, wenn über nichts mehr Gras wachsen kann, sondern jede Jugendsünde nur eine Googlesuche entfernt ist. (10.10.10)

Je Bildungsgrad, desto Kinderzahl

Alard von Kittlitz beleuchtet in der FAZ anlässlich des aktuellen Welthunger-Indicis den Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und Kinderzahl und blickt dabei weder auf die Unterschicht noch auf das Schrumpfgermanentum, sondern auf die Überbevölkerung als unterschätzte Umweltkatastrophe. (11.10.10)

Sozialismus oder Barbarei

Am 3. Oktober starb der französische Philosoph Claude Lefort - von der deutschen Presse weitgehend unbeachtet, wie die taz in einem nur wenige Absätze kurzen Nachruf schreibt. Ein ausführlicheres, wenn auch ziemlich akademisches Portrait des libertären Merleau-Ponty-Schülers ist im Therorieblog zu lesen. (12.10.10)

Survival of the Fickest

Lars Fischer stellt (und beantwortet) im Fischblog die gute Frage, warum so viele Lebewesen Sex haben (oder gerne hätten) und nicht viel mehr den bequemen Weg der Jungfernzeugung beschreiten, sich also mit Zellteilung oder Selbstbefruchtung den ganzen Ärger von Partnersuche und -erhalt sparen. (15.10.10)

Alles in Unordnung

Lutker Lütkehaus zeichnet in der NZZ wissenschaftshistorisch die Karriere des Entropiebegriffs nach - von der Physik des optimistischen 19. Jahrhunderts bis zu den Nichtungen von Schopenhauer und Nietzsche. (16.10.10)


Links der Woche am 09.10.2010, 15:07 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 40/10

Heute starten wir mit einer neuen Rubrik nach einem alten Prinzip: Jeden Samstag Nachmittag liefert lichtwolf.de eine kommentierte Linkliste der Woche. Wir beginnen mit den Empfehlungen der Kalenderwoche 40 im Jahre 2010 und wünschen ein philosophisches Wochenende:

Unter Druck kommt der Mensch sich abhanden

Christian Geier bespricht in der FAZ einige Sachbücher des Herbstes u.a. von Giorgio Agamben, Ines Geipe und William Styron, die sich mehr oder weniger philosophisch mit Depressionen und dem Kampf um das gute Leben auseinander setzen.

Kindern die Unerklärlichkeit erklären

Markus A. Dahlem führt auf Brainlogs ein kurzes Interview mit Kalle Becker, der ein Kinderbuch (!) über schizophrene und manisch-depressive Psychosen geschrieben und illustriert hat. (06.10.10)

Nachtrag zu Lichtwolf Nr. 29 ("Vergessen")

In der Einleitung zum Titelthema "Vergessen" von Lichtwolf Nr. 29 wurde die arte-Dokumentation "Die andere Seite der Angst" erwähnt, in der es um posttraumatische Belastungsstörungen und ihren Zusammenhang mit Erinnern und Vergessen ging. Die aufmerksamen Kollegen des IPuP haben die Doku im Netz gefunden.

Wie es ist, eine Philosophin zu sein

Das @theorieblog wies via Twitter auf das Blog der Women in Philosophy Task Force hin, das in Anlehnung an Thomas Nagels berühmten Essay seine Leserinnen fragt: "What is it like to be a woman in philosophy?" (06.10.10)

Zur Freiheit bestimmt

Rüdiger Braun berichtet für die Märkische Allgemeine von der Kogwis 2010 in Potsdam, wo Philosophen, Psychologen und Kognitionswissenschaftler sich einmal mehr über neurologischen Determinismus und Willensfreiheit stritten. (07.10.10)

Liu Xiaobao zum Mitnehmen

Der Friedensnobelpreis 2010 geht an den chinesischen Dissidenten Liu Xiaobao, der in Haft sitzt und wahrscheinlich nichts von seiner Ehrung weiß. Die ZEIT bietet ein kurzes Portrait des Literaten und Philosophen. (08.10.10)

Ein Gott rettet uns auch nicht mehr

Volker Gerhardt stellt in der WELT den "Jahrhundertdenker" Hans Jonas und Band 1 seines edierten Gesamtwerks vor, das von Heidegger-Kritik über Theorien der Freiheit bis zum Prinzip Verantwortung alles enthält, was man zum guten Leben braucht. (09.10.10)



Intime Interna am 24.09.2010, 16:51 Uhr

Angst vorm Weihnachtsmann?

Das muss nicht sein!

Wie mehrere Quellen übereinstimmend berichten, findet trotz Wirtschaftskrise und Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche auch in diesem Jahr am 24.12. ein sog. "Heiliger Abend" statt. Wie in den Vorjahren werden auch diesmal wieder Leute dafür verachtet, nichts geschenkt zu haben, und noch mehr Verachtung erhalten die, die das Falsche geschenkt haben. Dies wohl wissend, verbringen die Menschen die kommenden drei Monate in großer Seelennot und zermartern sich den Kopf, wem sie was schenken könnten, sollten oder müssten.

Doch Hilfe naht: Den Lichtwolf konnten Sie auch bislang im Abo verschenken, nun aber können Sie sogar ein Weihnachtsgeschenk daraus machen und sich die nächsten drei Monate um wichtigere Dinge sorgen! Einfach im Abo-Formular ankreuzen, dass Sie den Lichtwolf zu Weihnachten schenken wollen und im nächsten Schritt die Adresse des Beschenkten angeben. Die Bestellung wird pünktlich ausgeführt und erreicht ihr Ziel an Heiligabend. Wer mag, lädt sich noch das Geschenk-Anschreiben (PDF, 128 KB) herunter: Ausfüllen, ausdrucken und dem Beschenkten direkt unter den Baum oder in den Adventskranz werfen. Sollen sich doch die anderen Idioten in überfüllten Buchhandelsketten und Parfümerien auf den letzten Drücker um Geschenke schlagen!


Intime Interna am 19.09.2010, 19:51 Uhr

Ausgabe Nr. 31 ist da!

Hurra, hurra, es wird Herbst und die neue Ausgabe der "Zeitschrift trotz Philosophie" ist da! Sie sollte spätestens morgen in den Briefkästen der Abonnenten liegen!

Lichtwolf Nr. 31Titelseite der Herbstausgabe 2010 zum Thema Steinzeit.

In der ab sofort erhältlichen Herbstausgabe spürt der Lichtwolf der Steinzeit in der Gegenwart und dem Primitiven in den Zeitgenossen nach. Über den Inhalt der 52 mit Texten und Illustrationen vollgepackten Seiten können Sie sich im Einkaufszentrum näher informieren. Werfen Sie auch ruhig einige kostenlose Blicke in zumindest die Teile des Heftes, die als PDF zum Download bereitstehen oder als JPEG-"Scans" im LichtwolfReader betrachtet werden können. Außerdem ist die erste Hälfte von Michael Helmings Beitrag über Höhlenmenschen im Kapitalismus online verfügbar.

Vor Freude und Stolz wegen der schicken neuen Ausgabe völlig irre, wollen wir noch ein kleines Gewinnspiel veranstalten: Wer als erster den korrekten Namen des Gemäldes, auf welches das Titelbild der Nr. 31 anspielt, sowie den vollständigen Namen des Malers als Kommentar hier hineinschreibt, kriegt ein Lichtwolf-Abo geschenkt. Nicht vergessen, Ihre E-Mail-Adresse ins entsprechende Feld zu tippen!


Intime Interna am 08.09.2010, 15:07 Uhr

Zwischenmeldungen zum Herbst

Damit die wenig marketingmäßig ungünstige Meldung der Preiserhöhung auf der Titelseite mal nach unten rückt und dem Publikum die Zeit bis zum Erscheinen von Lichtwolf Nr. 31 ("Steinzeit") verkürzt wird, hier vier überfällige Kurzmeldungen am Stück:

(1) Abo-Postkarten behalten ihre Gültigkeit. Im Zuge der kürzlichen Preiserhöhungen wurde ganz vergessen, auf ein Schlupfloch für Sparfüchse aufmerksam zu machen! Nicht wenige in unserer geschätzten Leserschaft haben im Zuge ihres Lichtwolf-Bezugs, am Rande von Lesungen, Ausstellungen usw. eine oder gar viele dieser Abo-Postkarten (Bild) gesammelt. Mit denen ließen (und lassen!) sich reguläre Inlands-Abos zum alten Preis bestellen oder verschenken. Die Postkarten mitsamt den darauf angegebenen Preisen gelten auch in Zukunft - glücklich darum, wer sie gesammelt hat und damit nun jedes Mal 6,80 Euro sparen kann!

(2) Tweetkesselchen. Soeben sind zwei neue Tweetkesselchen in Runde 2 des Homonyme-ratens geschickt worden. Zu erraten sind ein etwas anstößiger und ein absolut stubenreiner doppeldeutiger Begriff.

(3) LichtwolfReader stockt. Bei der Arbeit an Lichtwolf Nr. 31 ist wohl ein paar mal zu oft gescannt worden - jedenfalls hat der redaktionelle Flachbettablichter den Geist aufgegeben, Geld für Ersatz ist erstmal nicht da und so kann es noch ein wenig dauern, bis weitere vergriffene Ausgaben eingescannt und im LichtwolfReader kostenlos verfügbar gemacht werden können. :(

(4) Apropos Arbeit an der Nr.31: Das kommende Heft mit dem Titelthema "Steinzeit" wächst und gedeiht. Abonnenten können sich schon jetzt auf knallvolle 52 Seiten freuen, wieder schick illustriert und mit tiefgründigem Witz vollgeschrieben. In der Ausgabe, die am 20. September erscheint, haben wir ein Interview mit einer Steinzeit-Persönlichkeit, die erstmals Einblick in ihr Privat- und Berufsleben gibt, Oberschicht-Bashing und Umweltapokalyptik, Punkrock und Primitivität sowie amoklaufende Jugendliche und Dichter und vieles mehr. Noch kein Abo? Bitte hier entlang!


Intime Interna am 18.08.2010, 11:58 Uhr

(Fast) alles wird teurer

Wer mit dem Gedanken spielt, den Lichtwolf zu abonnieren oder sein bestehendes Abo zu verlängern, sollte in den nächsten zwei Wochen zuschlagen, um ein relatives Schnäppchen zu machen. Denn zum 1. September wird die "Zeitschrift trotz Philosophie" - sowohl Einzelhefte wie Abos - teurer.

Nicht ganz, denn unsere künftigen ausländischen Leser können sich freuen, dass das Auslands-Abo 3,20 Euro billiger wird. Menschenleute, die den Lichtwolf gern und ein wenig mehr Geld übrig haben, erhalten zu ihrem ab 1. September georderten Mäzenaten-Abo eine Prämie dazu; diese künftigen Leser sollten mit der Bestellung also noch zwei Wochen warten, um ein Buch abzustauben.

Die Neuberechnung der Verkaufspreise wurde notwendig, weil die bisherigen Verkaufspreise mit einer deutlich höheren Auflage kalkuliert waren. Wie das vor sich ging, erläutert dieser Artikel, worin auch steht, wie sich der neue Preis zusammensetzt und warum das alles gar nicht so schlimm ist.

alt

neu

Veränderung

Einzelheft, Inland

5,00 EUR

6,80 EUR

+36 %

Einzelheft, Ausland

8,00 EUR

8,80 EUR

+10 %

reguläres Abo, Inland

19,00 EUR

25,80 EUR

+36 %

reguläres Abo, Ausland

39,00 EUR

35,80 EUR

-8 %

Mäzenaten-Abo, Inland

49,00 EUR

49,00 EUR

0 % (+Abo-Prämie)

Mäzenaten-Abo, Ausland

99,00 EUR

99,00 EUR

0 % (+Abo-Prämie)

Durchschnitt

36,50 EUR

37,53 EUR

+3 %

Leser, die bereits ihr Abo verlängert haben, bezahlen weiterhin nur den alten Abo-Preis. Auch die alten Ausgaben behalten ihren bisherigen Preis.


Intime Interna am 13.08.2010, 20:51 Uhr

Feed the Reader!

Das interessierte Publikum kann fortan einen Blick in drei weitere Ausgaben werfen, die etwa zur Hälfte im LichtwolfReader als Scans vorliegen. Dies sind die beiden vergriffenen Ausgaben Nr. 21 ("Manien") und Nr. 22 ("Liebe machen") sowie ein paar Seiten aus der noch lieferbaren Ausgabe Nr. 23.


Intime Interna am 06.08.2010, 10:41 Uhr

65 Jahre Kernwaffenpraxis

Zum 65. Jahrestag des Atombombenabwurfs über der japanischen Stadt Hiroshima ist die Schilderung einer Kernexplosion auf Teilchenebene aus Lichtwolf Nr. 28 ("Und dann explodiert alles") in Text online. Nämliche Erzählung können Sie auch als Auszug aus dem genannten Heft am Bildschirm betrachten, mitsamt Zeichnungen und allem Pipapo, und zwar im LichtwolfReader.


Kultur(terrorismus) am 22.07.2010, 10:34 Uhr

ZineFest 2010 in Mülheim

Was haben Denver, Manchester, Wellington und Mülheim gemeinsam? In all diesen Städten findet alljährlich ein ZineFest statt. "Zine" ist die Schlusssilbe des englischen "magazine" und bezeichnet kleine, selbstkopierte Heftchen, die von den "Zinesters" aus purer Freude am Ausdruck und an der Gestaltung hergestellt werden. (Die deutsche Wikipedia kennt mal wieder nur Fanzines, die englische kennt sich besser aus.) Im Juli steigt in Mülheim nun schon zum dritten Mal das deutsche ZineFest mit Ausstellern aus ganz Europa.

Auch der Lichtwolf ist zwischen 2002 und 2007 (bekanntlich) mit Schreibmaschine, Schere und Kleber gemacht worden und so ist es selbstverständlich, dass die Zeitschrift trotz Philosophie beim Szenetreffen in Mülheim dabei ist.

Den kleinen und idealistischen Untergrund-Publikationen zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen, ist ein Ziel des ZineFests, auf dem die Vielfalt der Szene und ihrer Genres zu beobachten ist. Überdies erwartet die Besucher ein Rahmenprogramm mit Musik, Ausstellungen, Lebensmitteln und Lesungen - unter anderem von Michael Helming.

Am Stand des Lichtwolf gibt es übrigens was umsonst, wenn Sie also in der Gegend sind und keinen Bock auf den offiziellen Ruhr-2010-Rummel haben, kommen Sie halt mal vorbei!

ZineFest 2010 in Mülheim

Mülheimer ZineFest 2010

am 30. Juli ab 16 Uhr und

am 31. Juli ab 11 Uhr, Eintritt frei

im AZ Mülheim, Auerstraße 51, 45468 Mülheim a.d.R.


Intime Interna am 09.07.2010, 22:40 Uhr

Für tropische Nächte

So langsam wird es ja wieder etwas dunkler und kühler in unserem armen, von einem Tintenfisch regierten Lande. Zeit, an die Bildschirme zurückzukehren und manches neue Ding vorzufinden.

Zur linken Hand finden Sie ein paar neue Scans alter Lichtwolf-Ausgaben im nagelneuen LichtwolfReader; es sind Seiten aus der Nr. 24 und Nr. 25.

Zur rechten Hand sehen Sie den Start der zweiten Runde Tweetkesselchen. Übrigens sind einige Homonyme aus der ersten Runde noch immer nicht gelöst - schaffen Sie das bei der Hitze?



Intime Interna am 07.07.2010, 11:23 Uhr

Happy Börtsday, lieber Lüschtwollef

Der Lichtwolf feiert im Juli seinen 8. Geburtstag und alle seine Freunde sind zum lustigen Spinatessen gekommen! Nachher wird gemeinschaftlich der Sandkasten bespielt und am Weltempfänger Fußi gehört, aber nur bis zur Halbzeit, dann geht's ins Bett!

Legga!

"Und was hab' ich von dem Scheiß?", fragen Sie nun zu Recht. Nun, Sie kriegen auch was zum Geburtstag! Einige Auszüge aus den gedruckten Ausgaben gibt es ja schon im PDF-Format; dort soeben hinzugefügt wurde übrigens die Doppelseite 34/35 mit dem Fnord-Repord 30.

So richtig knallergawalla-neu dagegen ist der flotte LichtwolfReader, in/mit dem Sie durch die gedruckten Ausgaben blättern können. Hier finden Sie neben den bisher schon verfügbaren Auszügen nun auch:

Lichtwolf Nr. 30:

S. 34: Fnord-Repord 30 (Frost/Schneidegger)

Lichtwolf Nr. 28:

S. 16: "Gone in 60 Milliseconds" (Schneidegger)

S. 19: "Es beginnt märchenhaft..." (Magister Maier)

S. 22: "Rammstein" (Peter Petersen)

S. 23: "Staatsallergie" (Norbert Hildebrand)

Lichtwolf Nr. 27:

S. 6: "Brotberuf" (Bdolf)

S. 7: "Stalin als Chef" (Fitzgerald Löhrmann)

S. 11: "Die vier edlen Wahrheiten" (Miguel de Casco)

Lichtwolf Nr. 26:

S. 12: "Aus dem Tagebuch eines Werbefuzzis" (Magister Maier)

S. 13: "Neues vom Hai: Werbung" (Judith Stieber)

S. 36: "Was sollen wir lesen, Georgie?" (Michael Helming)

S. 41: "der junge Felder" (scherenkatze)

In den kommenden Wochen folgen nach und nach die leider/zum Glück vergriffenen Ausgaben des Lichtwolf. Denken Sie dran: Je eher eine Ausgabe ausverkauft ist, desto früher kommt sie kostenlos in den LichtwolfReader!


Philosophistik & Misosophie am 06.07.2010, 11:43 Uhr

Philosophen im Straßenverkehr

Zum Ende des Dunklen Zeitalters hin gab es im Lichtwolf eine kurzlebige Serie, in der Philosophen im Straßenverkehr dargestellt wurden. Da die entsprechenden Ausgaben kaum noch oder gar nicht mehr lieferbar sind, gibt es die Kleinode nun online.

Erleben Sie folgende "Philosophen im Straßenverkehr": George Berkeley, Martin Heidegger, Friedrich Nietzsche und Carl Gustav Platon.



Intime Interna am 19.06.2010, 19:39 Uhr

Lichtwolf Nr. 30 ist da!

Und wie groß er geworden ist! Richtig erwachsen sieht die Zeitschrift trotz Philosophie mit ihren bald 8 Jahren schon aus!

Lichtwolf Nr. 30Das Titelthema des aktuellen Hefts lautet "Erwachsene" und darin finden Sie u.a. ein erstaunlich ernsthaftes Interview mit dem Philosophie-Absolventen und Titanic-Chefredakteur Leo Fischer sowie mit Peppermint Patty; der Digitalkultur wird ein seltsam unausgegorener Liberalismus nachgewiesen, außerdem geht es um Erziehung und Verantwortung in Theorie und Praxis sowie Krieg und Spiel. Sieben Autoren erklären, ab wann genau man erwachsen ist und ein bunter Strauß an sozialphänomenologischen Studien in Lyrik und Prosa behandelt Adoleszenten und Erwachsene. Daneben klärt der Fnord-Repord u.a. über die polnische Verschwörung der Jesuiten auf, es gibt tiefsinnige Schweinigeleien aus dem Hause Bruni-Sarkozy und Michael Helming portraitiert in der Reihe "Lebende & Leichen" den vergessenen Schriftsteller Alexander Moritz Frey, der zusammen mit Hitler im Schützengraben saß und schon damals nichts mit ihm zu tun haben wollte - was keineswegs auf Gegenseitigkeit beruhte.

Die Nr. 30 können Sie hier angucken und bestellen oder aber sie wappnen sich fürs ganze kommende Jahr mit einem Abonnement. Nen schönen Sommer noch!


Intime Interna am 08.06.2010, 19:59 Uhr

Ankündigung Lichtwolf Nr. 30

In weniger als zwei Wochen gibt es die Sommerausgabe des Lichtwolf, der mit seiner Nr. 30 und dem anstehenden 8. Geburtstag schon ein richtiger Wonneproppen ist.

Das Titelthema des kommenden Hefts lautet "Erwachsene" und darin finden Sie u.a. ein erstaunlich ernsthaftes Interview mit dem Philosophie-Absolventen und Titanic-Chefredakteur Leo Fischer sowie mit Peppermint Patty; der Digitalkultur wird ein seltsam unausgegorener Liberalismus nachgewiesen, außerdem geht es um Erziehung und Verantwortung in Theorie und Praxis sowie Krieg und Spiel. Sieben Autoren erklären, ab wann genau man erwachsen ist und ein bunter Strauß an sozialphänomenologischen Studien in Lyrik und Prosa behandelt Adoleszenten und Erwachsene. Daneben klärt der Fnord-Repord u.a. über die polnische Verschwörung der Jesuiten auf, es gibt tiefsinnige Schweinigeleien aus dem Hause Bruni-Sarkozy und Michael Helming portraitiert in der Reihe "Lebende & Leichen" den vergessenen Schriftsteller Alexander Moritz Frey, der zusammen mit Hitler im Schützengraben saß und schon damals nichts mit ihm zu tun haben wollte - was keineswegs auf Gegenseitigkeit beruhte.

Das Heft erscheint am 21. Juni - wenn Sie jetzt abonnieren, haben Sie das gute Stück pünktlich im Briefkasten. Und weil der Lichtwolf auf mattem Papier gedruckt ist, eignet er sich hervorragend zur Lektüre im prallen Sonnenschein.


Intime Interna am 01.06.2010, 22:10 Uhr

Johannes 18:17

Kennen Sie das? Sie wollen eigentlich mal wieder gucken, was es beim Lichtwolf an Neuigkeiten aus Ontenhausen gibt, aber es ist Ihnen unangenehm? Weil Sie fürchten, in Erklärungsnot zu geraten, wenn Arbeitgeber oder Mitbewohner hereinplatzen und diese seltsam schwarzweiße Seite auf Ihrem Schirm erwischen? Weil Sie schon die Stiefel der Content-Gestapo auf dem Flur hören, sobald Sie nur den vorderen Teil "www.licht" unserer schröcklichen Adresse eingetippt haben?

Nein, das kennen Sie nicht? Weil Sie surfen, wohin Sie verdammt nochmal wollen, und keine Angst vor Buchstaben mit spitzen Ecken haben? Na, dann ändert sich für Sie gar nix.

Und für alle anderen, die Wendy-Leser und Musical-Freunde da draußen, gibt es lichtwolf.de nun auch im harmlosen Layout. Farbenfroh, kontrastarm, vorzeigbar - wie direkt aus der Bookmark-Leiste von Jörg Tauss kopiert!


Intime Interna am 21.05.2010, 13:34 Uhr

Erinnerung an die Abonnenten

In genau einem Monat ist Einsendeschluss für die Lichtwolf-Preisfrage 2010. Darum geht's: Verfassen Sie einen geistreichen Essay zur Frage, "warum so viel rund wie Himmelskörper und nicht viel mehr eckig wie Möbel ist". Mitmachen dürfen nur Lichtwolf-Abonnenten - natürlich auch, wer sein Abo inzwischen verlängert hat (online oder mit Postkarte).


Kultur(terrorismus) am 09.05.2010, 10:04 Uhr

Ballade wider das Vergessen

Poem zum Renteneintritt des Weltkriegsendes

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,

im Taschentuch ist ein Knoten drin.

Ich wollte doch mit irgendwelchen Leuten -

Oder doch allein? Und vor allem: Wohin?

Besser, ich rufe den einen an...

Hab ich's mir nicht aufgeschrieben?

Die Nummer von diesem - na, dem Mann!

Hm, nur wo ist der Wisch geblieben?

Müller oder Meyer oder so,

in äh - Dingenskirchen oder wo...

Ich komm nicht drauf, ums Verrecken nicht!

Sach-doch-gleich, wie war das noch genau?

Irgendwas mit Köhler, Anstand, Kettenlicht...

Ach ja, jetzt fällt's mir ein: "Auschwitz-Birkenau"


Kultur(terrorismus) am 24.04.2010, 15:13 Uhr

Helming liest MP3s vor

Vor knapp zwei Monaten ist Michael Helmings neuer Erzählband "Die vorläufig letzte Fassung der Gegenwart" erschienen. Jetzt hat sich der gute Mann mal des Nachts hingesetzt und einige der 21 kurzen Geschichten aus dem Genre Phantastik - vom komischen Alltag bis zum weltgewordenen Traum - eingelesen.

Die MP3s gibt es kostenlos auf Helmings Homepage; einen ebenfalls kostenlosen Blick in seinen Erzählband kann man bei Google Books werfen - und bestellen kann man das Buch für schlichte 9,80 Euro (inkl. Versand) hier im Einkaufszentrum, direkt beim Verlag oder z.B. bei Amazon.


Intime Interna am 21.03.2010, 17:07 Uhr

Der vergessliche Lichtwolf ist da!

Gestern hat die Frühlingsausgabe des Lichtwolf bereits die Abonnenten erreicht und ab sofort ist sie auch über das Einkaufszentrum bestellbar.

Dort können Sie sich übrigens auch erstmal ein Bild von diesem Heft machen, dessen Titelthema "Vergessen" lautet. Dazu ist den Beiträgern wieder eine ganze Menge eingefallen und wir haben ein feines Heft daraus gemacht, in dem wirklich für jeden etwas Anspruchsvolles dabei ist: Reminiszenzen an die Agenda 2010 und an vergessene Persönlichkeiten (fiktiv wie nicht-fiktiv), ein Schwulenporno mit Immanuel Kant, außerdem Depressionen und Bahngleisgeschichten, Mahnungen in Sachen Schland, eine elegante Herleitung der Kreiszahl Pi, Wissenswertes über Kreatives Schreiben, Antworten auf die Frage, ob Internet vergesslich macht, sowie viele schicke Zeichnungen und Photos in herrlich altmodischer Aufmachung.

Wenn auch Sie gerne zu jeder neuen Jahreszeit eine druckfrische Ausgabe der "Zeitschrift trotz Philosophie" im Briefkasten hätten, abonnieren Sie den Lichtwolf doch einfach für 19 Euro (Mobilfunkpreise können abweichen.).

Welchen Hinweis muss ich noch bringen? Ach, vergessen... (Haha.)



Intime Interna am 26.02.2010, 20:44 Uhr

Kurz gemeldet: Initiale, Gadamer, Tweetkesselchen und Helming

Wie aus dem Layoutschacht gemeldet wird, kommen in den gedruckten Ausgaben des Lichtwolf die Initiale B, D, E, I, M, N, T und W am häufigsten vor. So gut wie nie dagegen beginnen Lichtwolf-Artikel mit C, F, Q, R, U, X, Y oder Z. +++

Als Nachtrag zur "Langen Nacht mit Gadamer" im Deutschlandfunk vorige Woche gilt es zu vermelden, dass des Hermeneutikers erste Erinnerung doch tatsächlich die an die rote Rinde eines Edamerkäses war! Der Lichtwolf hatte es schon geahnt! +++

Inzwischen sind im heiteren Homonyme-raten schon fünf Tweetkesselchen rausgegangen, von denen aber erst zwei korrekt gelöst wurden! Schaffen Sie's? +++

Nur noch bis Sonntag Abend, 23:59:59 Uhr können Sie Michael Helmings neuen Erzählband "Die vorläufig letzte Fassung der Gegenwart" zum Subskriptionspreis von bloß 6 Euro vorbestellen! Das Buch hat 21 phantastische Geschichten auf 120 Seiten und erscheint am 1. März. Bei Google Books können Sie jetzt schon einen Blick hineinwerfen.


Kultur(terrorismus) am 23.02.2010, 01:19 Uhr

Hegemann bei Twitter

...geht übrigens so:

Hegemann bei Twitter

Und allen Teenies, die gleichfalls die Kollegen von SuKuLTuR ausplündern wollen, sei ganz dringend das ebendort im Reclam des Underground erschienene neue Büchlein von Bdolf empfohlen: "Der dunkelste Planet"

Das kostet bloß einen Euro und billiger ist man noch nie an Verlagsvertrag, VG-Wort-Tantiemen und Harald-Schmidt-Auftritt rangekommen!


Philosophistik & Misosophie am 29.01.2010, 17:06 Uhr

Die vorläufig letzte Fassung der Gegenwart

Der neue Erzählband von Michael Helming

Das literarische Genre der Phantastik ist in den letzten Jahren arg ins Hintertreffen geraten. Stattdessen: Pilgern, Vampire, Krankheiten. Glücklicherweise ist das Genre noch lange nicht so leblos wie die Körper von Poe und Borges. Im März rappelt es hinterm Sichtfeld des Wirklichen: Michael Helming legt seinen neuen Erzählband "Die vorläufig letzte Fassung der Gegenwart" vor!

Die vorläufig letzte Fassung der Gegenwart

Michael Helming: "Die vorläufig letzte Fassung der Gegenwart" (120 Seiten, bis zum 1. März für 6 Euro vorbestellbar)
Der brillante Buchumschlag von Tom Benz-Hauke verspricht, was die Geschichten dahinter halten.

Das Buch enthält 21 zum Großteil noch unveröffentlichte Erzählungen die den Leser von rätselhaften Schrullen über heitere Absurditäten bis ins dunkle Herz der Phantastik führen. Es beginnt mit einem gewöhnlichen Pfandautomaten und endet mit einer ungewöhnlichen Zeitmaschine. Die Schauplätze der ersten Geschichten kommen uns noch bekannt vor, doch die Situationen werden immer seltsamer. Das Allerbeste an Helmings Schreibe: Sie ist lustig, ohne zu kalauern, und sie ist unheimlich, ohne Horror zu bemühen.

Lichtwolf-Leser kennen Michael Helming als schreibende Bibliothek auf Beinen; und sie wissen, dass sein Stil an Jorge Luis Borges geschult ist. Helmings neuer Erzählband "Die vorläufig letzte Fassung der Gegenwart" enthält fast keine Schimpfwörter, überhaupt keine Vampire und auch keine komplizierten Beziehungskisten; lediglich 21 Ausschnitte aus einer Welt, die unserer zum Verwechseln ähnlich sieht.

Helmings neues Buch hat 120 Seiten und erscheint Anfang März. Es kann jedoch ab sofort zum vergünstigten Subskriptionspreis von 6 Euro vorbestellt werden: entweder hier im Einkaufszentrum oder direkt beim catware.net Verlag.


Intime Interna am 29.01.2010, 14:06 Uhr

Manches neue Ding

Um freundliche Beachtung wird gebeten.

Auch die Homepage des catware.net Verlags hat nun ein Einkaufszentrum: http://www.catware.net/einkaufen.php

Im Zuge dessen war eine Aktualisierung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen nötig, die für das Onlineangebot des Verlags (inkl. lichtwolf.de) und eben die Onlineshops (inkl. des hiesigen und dortigen Einkaufszentrums) gelten.

Daneben ist auch wieder am Code von lichtwolf.de herumgebastelt worden, z. B. am RSS-Feed und an der Artikelanzeige, die nun auch "Tags" zum Artikel anzeigt.



Philosophistik & Misosophie am 04.01.2010, 00:43 Uhr

Metaphysik und Revolution

Der Beitrag "Metaphysik & Revolution - Teil II" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Philosophistik & Misosophie am 04.01.2010, 00:39 Uhr

Metaphysik und Revolution

Der Beitrag "Metaphysik & Revolution - Teil I" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.




Intime Interna am 24.12.2009, 17:03 Uhr

Geschöncke!

Wie jedes Jahr begehen wir auch heute wieder den Todestag Rudi Dutschkes, indem wir im Kreise der Anverwandten und/oder im Laufe des Lebens eingefangenen Bekannten Raclette, Fondue, Hase und Fisch verspeisen, Portwein schnäbeln, Lichtlein anzünden und einander schöne Sachen schenken.

Der Lichtwolf feiert seit 2003 am 24.12. aber auch den "Launch" von lichtwolf.de (wo sie gerade was lesen). Und auch aus diesem freudigen Anlass schenkt Ihnen der Lichtwolf meistens was, nämlich Artikel aus den gedruckten Ausgaben, die Sie somit nicht mehr kaufen müssen bzw. kaufen können, weil sie vergriffen sind.

Das liegt dieses Mal unterm Elektrobaum - und da ist es ganz schön voll dieses Jahr:

aus Nr. 17: Schneidegger - Denver Clan in Freiburg

aus Nr. 18: Johannes Franzen - "Der ganze Mensch nur Einwände gegen sich selbst"

aus Nr. 19: Georg Frost - Das Telephonbuch

aus Nr. 20: Augu¨t Maria Neander - Der Lichtwelpe: Bär alle, Bier alle

aus Nr. 20: Norbert Hildebrand - Erwachsenengedicht

aus Nr. 21: Augu¨t Maria Neander - "Es gibt keine Seligkeit ohne Bücher."

aus Nr. 22: Michael Helming - Love is a Stranger

aus Nr. 23: Der Kükator - ...über Außerirdische

aus Nr. 23: Ro Haben - Technischer Rückschritt

aus Nr. 24: Schneidegger - Abgesang auf Freiburg

aus Nr. 24: Augu¨t Maria Neander - E Spelunca Lux: Jollystuben, KA

Die "Zeitschrift trotz Philosophie" wünscht Ihnen, liebe Leser, eine wunderbare Lektüre und ein schönes langes Wochenende!


Intime Interna am 18.12.2009, 13:49 Uhr

Lichtwolf Nr. 28 ist da!

LW 28Das Heft, mit dem Sie an Silvester die ganze Nachbarschaft wegböllern und einen kräftigen Distinktionsgewinn einstreichen können: 52 Seiten, halb zum Titelthema "Und dann explodiert alles", halb zu anderen Dingen wie Hegel-Tourismus, literarische Heizdeckenfeste, österreichischer Amtsadel, deutsche Einheit unter sozialistischer Ägide, uvm. Näheres zum Inhalt wird hier geboten, einen Auszug aus dem Heft (der Lichtwelpe beantwortet eine Frage zum Maya-Kalender) kann man sich hier (PDF, 651 KB) angucken.

Das ganze ist gewohnt altmodisch mit Zeichnungen aufgemacht, jedoch ist der aktuelle Winterlichtwolf die erste Ausgabe der "Zeitschrift trotz Philosophie", die mit einem farbigen (!) Umschlag daherkommt.

Wunderbar knallige Lektüre, Tiefsinn mit Humor und Philosophie mit Sprengstoff eingerührt. Das Einzelheft kostet fünf Euro, das Jahres-Abo gibt es schon ab 19 Euro. Kann man auch bequem verschenken.


Intime Interna am 11.12.2009, 16:45 Uhr

Vorankündigung: Lichtwolf Nr. 28

Die Feiertage nahen und die Verzweiflung wächst: Wem schenke ich was? Bin ich blöd, wenn es wieder nur ein Gutschein oder irgendwas mit Nobelpreisträgern ist? Wenn ich mir solche Gedanken gar nicht mache: Bin ich auch blöd oder habe ich bloß keine Freunde?

Und dann noch, vor allem an unseren Bachelor-geplagten Hochschulen: Wie soll ich denn diese ganze Literaturliste in der Weihnachtspause abarbeiten, ohne durchzudrehen?!

In all diesen Problemlagen kann der Lichtwolf mit Lösungen aufwarten, die so pragmatisch wie tiefsinnig sind! Am 18. Dezember erscheint die neue Ausgabe der "Zeitschrift trotz Philosophie". Abonnenten haben das Heft noch weit vor den Feiertagen im Briefkasten. Da sich so ein Abo ja auch verschenken lässt (einfach eine abweichende Lieferanschrift und eine Grußbotschaft angeben), handelt es sich um ein astreines Weihnachtsgeschenk, das zugleich erschwinglich und originell ist.

Konsumistische Intersubjektivität ist aber nicht alles, es gilt auch für die Feiertage vorzusorgen, um die übliche Pflichtlektüre in der dunklen Zeit aufzulockern. Im kommenden Lichtwolf mit dem Titelthema "Und dann explodiert alles" trifft Philosophie auf Sprengmittel. Halb metaphorisch, halb tatsächlich: Bombenentschärfung, Detonationsverläufe, "Wirk"lichkeit, Explosionsnach- und vorsorge, Risikomanagement im Rechtschreibunterricht, schwarz-gelbe Warnzeichen. Lichtwolf Nr. 28 in gewohnter Form-Gehalt-Verstauchung kommt diesmal besonders hegellastig daher. So erfahren Sie in dem Heft u.a. an welche Wände man pissen muss, um Hegel nah zu sein, und was passiert, wenn man sich wegen Hegel mit Stalin anlegt. Außerdem werden die Niederungen des Literaturbetriebs und der menschlichen Gesamtmisere weiter ergründet.

Die besonders knallige "Zeitschrift trotz Philosophie" ist genau das Richtige, um endlich mal was Ausgefallenes zu verschenken und/oder über die stillen Tage zu schmökern! Zum Abo-Formular geht's hier entlang - und dann können Sie sich in Ruhe Glühwein einflößen, bis der Feiertagsrummel wieder vorbei ist.



Irgendwas mit Medien am 01.12.2009, 21:55 Uhr

Dem kommunikativen Alltag aufs Gaspedal

Kommentare sind Usus in diesem sog. "Internet", das seinen Namen nicht von ungefähr haben wird!

Mit großzügiger Verspätung steigt nun auch der Lichtwolf in die elektrische Intersubjektivität ein: Die neue Kommentarfunktion ist da! Fortan können Sie, geschätzter Leser, und Ihre Gemahlin gleichfalls!, nahezu überall mitten in laufende Artikel hineintippen, was immer Ihnen dazu einfällt.

Mitten in den Artikel? Mitten in den Artikel! Anderswo schiebt man Ihre Kommentare in den mühsam zu erscrollenden Seitenkeller ab, auf lichtwolf.de können Sie dem Artikel Absatz für Absatz ins Gehege kommen.

Probieren Sie es gerne aus! (Und nehmen Sie sich ruhig mal die halbe Minute zur Rechtschreibprüfung, verdammig!)

Auf zärtlichen Schriftverkehr mit Ihnen freuen sich schon sämtliche Lichtwolf-Autoren!




Intime Interna am 21.11.2009, 17:25 Uhr

Herbsttournee 09: Lichtwolf on stage.

Slams sind gut und schön, der Slam Supreme in Freiburg ist und bleibt der beste und schönste.

Kommenden Dienstag (24.11.) ist es wieder soweit: Es gibt lecker Bier und anderthalb Stunden hochkulturelle Unterhaltung mit schönen und lustigen Menschen vor, auf und hinter der Bühne.

Wo und wie der Lichtwolf-Herausgeber da reinpassen soll, weiß der Himmel und jeder, der sich das selbst angeguckt hat: Am Dienstagabend, 20:30 Uhr in der MensaBar Freiburg (Rempartstraße, Eintritt erschwinglich). Herr Schneidegger ist mit dabei, erzählt vom Leben als Schlickfarmer und liest einen verstörend sachlichen Text aus der kommenden Lichtwolf-Ausgabe vor. Man erscheine zahlreich mit Kind und Kegel!


Irgendwas mit Medien am 12.11.2009, 00:08 Uhr

Die Guerilla ist überall

B: Bewegst Du Dich im öffentlichen Raum?

A: Wenn es sich nicht vermeiden lässt, ja, dann lasse ich mich blicken und man guckt dann auch stets zurück.

B: Sperrst Du auch die Ohren auf?

A: Auch das. Was haben die Deinen vernehmen müssen, dass Du Dich so versperrst?

B: Flitzerblitzer. Dauerparodiesendungen.

A: Das ist originell.

B: Was ist der Unterschied zwischen dem Hinweis auf eine Geschwindigkeitsüberwachung und der Warnung vor einem Flitzerblitzer?

A: Ein Stück Zeit, ein Stück Witz.

B: Beide muss man jedoch frisch zu mischen verstehen.

A: Dir macht das Bauchweh?

B: Ich muss kotzen, ja.

A: Lasse nur alles heraus, häppchenweise und auch die Brocken.

*Musikeinspielung*

B: Wo kommen all die verschissenen Eco-Seminaristen und Baudrillard-Schleimer her? Gibt es derer überviele oder keine wichtigeren Zeichen mehr zu kapern?

A: Gewiss von beidem ein Stück! Die frischen Radiofritzen wollen eben nicht die Straßenverkehrsordnung verlautbaren, das würde den Motoristen die Freude am freien Fahren und am Funk vergällen! Was gilt’s!

B: Eben nichts, der Golfprolet so wenig wie die Omas und Tiere, die er totfährt. Wer jedoch kann auf die Idee gekommen sein, diesen zeitlosen Unwitz im Rundfunk zu verbreiten?

A: Eine Eco-Leserin etwa?

B: Sie muss jedenfalls in der Nähe sein und schämt sich weder für das Umwerten auf Latrinenniveau, noch dafür, dies in Rechnung zu stellen.

A: Gewiss, auch sie hat für Lebensabschnittspartner und Miete zu sorgen! Und der lustige Widerstand gegen die Gängelei unserer freiheitlichen Medien, werbliche Inhalte als solche - gar als Dauerwerbesendung zu kennzeichnen, verleidet Dir gleichfalls den Verkehr?

B: So ist es. Bald schon kann man sich dafür bezahlen lassen, überall Kleingedrucktes einzublenden, damit es beizeiten unsichtbar wird.

A: Nun, da sollte eine schwule Sau wie Du eben mit der Zeit gehen, die auch das Leben der Zeichen bestimmt!

B: Meinetwegen, doch es stört mich, dass die Straßen mit hungernden Semiotikern überlaufen, die für Geld alles solange umwerten, bis es bricht.

A: Dann lieben alle alles!

B: Außer mich und Dich.

A: Nun, dann werden wir endlich frei und gleich sein!

B: Vielleicht trüge es den in die Kloaken quellenden Überschuss ab, würden sich die semiotischen Guerilleros selbst umwerten.

A: In Deiner Klage verbindet sich der Kulturpessimist mit dem Ökonom: Jener will zur Mehrung seiner Geltung und seines Einflusses verknappen, dieser zur Mehrung seines Geldflusses.

B: Als wäre in der Kultur überhaupt noch etwas ohne Ökonomie darin! Wann ist Dir zuletzt ein Gedanke begegnet, in dessen Blutverwandtschaft Du kein gewerbliches Kalkül erahntest?

A: Bleibe mir fort mit Deinem Blut & Hoden, mein Lieber!



Intime Interna am 03.10.2009, 17:45 Uhr

Diese Runde geht an Dich, Internet!

Es hilft ja nichts! Zähneknirschend hat sich die Zeitschrift trotz Philosophie dem Novitätendruck und also der Web 2.0-Verfallenheit ergeben. Fans, Followers und Lykophile können sich nun mit dem Lichtwolf vernetzen und verbrüdern und umgekehrt. Elektrogesellschaft mit dem Lichtwolf gibt es in den Geschmacksrichtungen Twitter, mySpace und Facebook.

Was man damit machen kann, wird sich zeigen. Anzünden und sich damit die Fingerchen wärmen jedenfalls, so viel steht schon fest, geht mit diesem Zeug nicht; das ist und bleibt weiterhin unique selling proposition der gedruckten Ausgaben.


Intime Interna am 01.10.2009, 00:01 Uhr

Herbst- / Winterkollektion 09/10

Frisch aus den Insolvenzmassen namhafter Versandhändler und Warenhausketten freigekauft, in schwarzweiße Lauge getaucht und von automatisierten Billigstlöhnern mit Sinnsprüchen und Lichtwolf-Emblemen bedruckt: Die neue Herbst- / Winterkollektion im Einkaufszentrum ist da!

Zugegebenermaßen lag der "Spreadshop" des Lichtwolf zuletzt etwas brach. Doch nun sind alle Druckmotive generalüberholt worden und 16 ausgewählte Produkte warten nur darauf, von Ihnen bestellt und durch die kalte Jahreszeit hindurch getragen zu werden. Darunter schicke Hemden, noch schickere Jacken mit Taschen zum Lässig-rumstehen sowie diverse entsetzlich nützliche Ausrüstungsgegenstände.

Sämtliche Aufdrucke sind durch Beflockung auf den Stoff aufgebracht statt mit billiger Plastikfolie, die nach dem dritten Waschen Risse bekommt. Und wenn Sie - kritischer Konsument, der Sie ja sind - nun fragen, ob so weiße Hemden nicht schnell schmutzig werden, verkennen Sie den Stil: Erstens trägt man das jetzt so (wg. Schwarzgelb), zweitens müssen Sie ja noch eine schwarze Jacke dazu bestellen und über ihr versifftes Lichtwolf-Hemd streifen.

Gleich reinschauen in den Spreadshop und die Weihnachtszeit (Konsumpflicht!) im Hinterkopf behalten!


Intime Interna am 22.09.2009, 13:19 Uhr

Erratum für Lichtwolf Nr. 27

Anders als im aktuellen Lichtwolf ab S. 34 behauptet ist die Deutsche Literaturgesellschaft natürlich kein Imprint der Frankfurter Verlagsgruppe und der gesamte Artikel oder zumindest große Teile davon einfach: FALSCH.

Der Autor (und Herausgeber) Schneidegger bittet um Entschuldigung.


Intime Interna am 20.09.2009, 11:50 Uhr

Lichtwolf Nr. 27 ist da!

Der Herbst kann kommen, schließlich ist der entsprechende Lichtwolf ab sofort verfügbar. Die Herbstausgabe der Zeitschrift trotz Philosophie trägt das Thema "Arbeit" im Titel. Im Einkaufszentrum können Sie die Nr. 27 in Augenschein nehmen und bestellen, Abonnements gibt es hier. (Hier lohnt der Hinweis auf die Septemberaktion: Bis zum 30.09. bestellte Mäzenaten-Abos kriegen zusätzlich zu einem Jahr Lichtwolf Schneideggers Roman "Dein Leben ohne mich"! Alle anderen müssen das Buch bei Amazon kaufen.)

Einen Beitrag aus Lichtwolf Nr. 27 können Sie auch schon online lesen: Die Korrespondenz mit Daniel Häni, Mitbegründer der Initiative Grundeinkommen. Die entsprechende PDF-Datei enthält außerdem Lyrik von Norbert Hildebrand und Prosa von Toby Hoffmann.

Zwei Errata zur aktuellen Ausgabe gibt es schon jetzt zu vermelden: Die Nr. 27 ist so dicht gepackt, dass leider die Ankündigung der nächsten Ausgabe keinen Platz mehr im Heft fand. Also sei sie hier nachgetragen: Lichtwolf Nr. 28 mit dem Titelthema "Und dann explodiert alles" erscheint am 18. Dezember 2009.

Zweites Erratum: Hinter "Blowjob" auf S. 18 im aktuellen Heft ist en parenthese "für den Arbeitgeber" hinzuzufügen. Vielen Dank.



Intime Interna am 15.09.2009, 15:00 Uhr

Dein Leben ohne mich

Das Romandebüt von Timotheus Schneidegger mit dem schicken Titel "Dein Leben ohne mich" ist ab sofort auch hier im Einkaufszentrum erhältlich. Und nicht mehr bloß im Buchhandel (z.B. bei amazon.de).

Mäzenaten-Abonnenten und alle, die noch bis zum 30.09. ein Mäzenaten-Abo des Lichtwolf ordern, kriegen übrigens ein Exemplar des Romans gratis.

Weitere Informationen zum Buch und eine Leseprobe finden Sie unter www.dein-leben-ohne-mich.de.


Intime Interna am 01.09.2009, 09:07 Uhr

Mäzene haben es gut

Große Wohltätigkeitssause im September

Wie angekündigt gibt es im September viel zu lesen vom Lichtwolf. Michael Helmings Borges-Portrait in voller Länge ist ab sofort als PDF online abrufbar oder als Sonderheft im Einkaufszentrum zu bestellen.

Abonnenten - auch die, die sich kein Mäzenaten-Abo gegönnt haben - brauchen das Heft nicht zu bestellen, sie erhalten es zusammen mit Lichtwolf Nr. 27 (Titelthema: Arbeit) am 21. September frei Haus. Das gilt natürlich auch für jeden Leser, der noch bis dahin ein Abonnement bestellt.

Die Mäzene des Lichtwolf erhalten zum Herbstbeginn überdies ein Exemplar von Schneideggers Romandebüt "Dein Leben ohne mich" - und das gilt den ganzen September lang! Also noch bis zum 30.09. ein Mäzenaten-Abo bestellen, zurücklehnen und sich das ganze feine Zeug vom Lichtwolf bequem nach Hause kommen lassen. Das haben Sie sich doch verdient!




Intime Interna am 23.08.2009, 01:03 Uhr

Wider den Urlaubsgeist

Die Sonne scheint, es ist heiß, jaja! Die Leute haben wenig an, was die Wenigen, die vor der Aufgabe, die Weltwirtschaft mit bloßen Händen wieder aufzurichten, nicht in den Urlaub geflohen sind, - je nach Anschauung - in Lust oder Ekel bannt, wäh, wäh, wäh! Das ist doch jedes Jahr das Gleiche, Menschenskinder!

Also Schluss mit dem Gegreine, schließlich naht Hoffnung aus schwarzweißen Gefilden! Im September steht ein wahres Trommelfeuer von Veröffentlichungen an: Am kommenden Monatsersten erscheint die Langfassung von Michael Helmings Borges-Portrait zeitgleich als Sonderheft und als online einsehbare PDF-Lektüre. (Kleiner Tipp: Abonnenten erhalten alle Sonderhefte gratis, also noch rechtzeitig vor dem 1.9. für ein Jahr den Lichtwolf buchen!) Zum Herbstbeginn am 21. September erscheint dann neben Lichtwolf Nr. 27 mit dem Titelthema "Arbeit" das Romandebüt von Timotheus Schneidegger (Titelthemen: Selbstmord, Identität, german angst).

Somit gibt es kommenden Monat stolze 16 + 52 + 240, also 308 Seiten im Selbststudium durchzuarbeiten, ehe das neue Semester anfängt bzw. das Arbeitszeitkonto ins Soll rutscht! Und wenn eine solche Ankündigung nicht den ifo-Index rauf- und die Arbeitslosenquote runterjagt, dann, ja dann war es das wirklich mit dem Geist des Kapitalismus in Deutschland und der Arbeitgeberverband muss sich schleunigst was Neues einfallen lassen so kurz vor der Bundestagswahl!


Intime Interna am 15.07.2009, 13:00 Uhr

Neue Katechismen

Die Sammlung häufiger Fragen und Antworten ("FAQ" oder auch Katechismus) ist überarbeitet worden. Somit können Sie Ihr Informationsbedürfnis bezüglich Lichtwolf noch intensiver stillen und die Zeitschrift trotz Philosophie muss nicht alles doppelt und dreifach erklären.

Unterteilt sind die Katechismen nach vier Themenbereichen:

- Einführendes & Allgemeines zum Lichtwolf

- Gebrauchsanweisung für die gedruckten Ausgaben

- Wer steckt hinter dem Lichtwolf?

- Im Lichtwolf veröffentlichen

Hier fragen und erfahren Sie, wo der Lichtwolf herkommt, wieso er keine Werbung macht und welche Art von Beiträgen er bringt.

Nachtrag: Und der Artikel "Ein Produkt wie jedes andere", des Lichtwolfs Beitrag zur Internet-vs.-Print-Debatte, ist nun nicht nur als PDF-Fassung, sondern auch "nur so" online; und zwar hier. Wer den Text lieber schick gedruckt mit allerhand weitere Texten und Graphiken rundherum lesen möchte, bestellt Lichtwolf Nr. 26 im Einkaufszentrum.



Intime Interna am 21.06.2009, 12:23 Uhr

Die Nr. 26 ist da!

Das würde auch Terminatoren gefallen: Lichtwolf Nr. 26 mit dem Titelthema Werbung. Extra dick, extra schick und voller feiner Beiträge über die Werbewelt, darunter brandheiße Insider-Informationen, rührende Bildergeschichten und manch bemerkenswerte Überlegung. Außerdem: Ein Portrait von Jorge Luis Borges, eine Deutung des Kampfs Internet vs. Holzmedien und eine Kritik der Ödipus-Rezeption seit Freud. Ein exklusiver Auszug (Seite 41-45) aus dem Sommer-Lichtwolf ist bereits seit vergangener Woche im PDF-Format (2,92 MB) abrufbar.

Näheres zum Inhalt der Nr. 26 entnehme man gnädigst der Auslage im Einkaufszentrum.

Und was das gewohnt hohe Niveau angeht, auf dem beim Lichtwolf Philosophie betrieben wird, so sprechen die Zahlen für sich: In der neuen Ausgabe kommt das Wort "Scheiße" 15 Mal vor, "ficken" 10 Mal und "Adorno" 2 Mal. Da wird sich die Deutsche Zeitschrift für Philosophie aber warm anziehen müssen mitten im Sommer!

Der Lichtwolf ist ab sofort hier im Einkaufszentrum erhältlich und kann natürlich auch abonniert werden.


Intime Interna am 11.06.2009, 23:15 Uhr

Die Henne hat gelegt

... und das Gelege wird in der Offizin liebevoll mit Licht, Toner und Papier offset-bebrütet. Sofern jetzt nicht höhere Gewalt ins Spiel kommt - und bei universumserschütternden Projekten ist dies ja nicht unwahrscheinlich - hat die treue Abonnenten-Schar am 22. Juni den Lichtwolf Nr. 26 im Briefkasten.

Diese Ausgabe, das darf schonmal und ganz ohne die im Titel des Hefts stehende Werbung verraten werden, wird geil. Einfach nur geil. Im Ernst: G - E - I - L.

Das liegt an der schicken Gestaltung, die das traditionelle Schreibmaschinenlayout der "Zeitschrift trotz Philosophie" mit der Computerdampfkraft versöhnt. Noch mehr ist die Geilheit der Nr. 26 ihren Autoren zu verdanken, die einen schwarzweißen Strauß von dermaßen hochwertigen Texten zusammengestellt haben, dass man glatt den Verstand verlieren möchte, ehe man ob seiner erlesenen Spitzheit jemandem in der Bahn versehentlich ein Auge auspiekt.

Wer gewieft und/oder misanthropisch genug ist, aber trotzdem bislang kein Lichtwolf-Abo hat, sollte es mal schnell bestellen. Oder wollen Sie sich lächerlich machen und am 22. Juni ohne den dicksten und schicksten Lichtwolf aller Zeiten dastehen?

Als kleine Vorschau kriegen Sie vier Seiten aus der kommenden Ausgabe kostenlos, wie es sich im "Internet" gehört; aber direkt im Druckformat, wie es sich für ein Holzmedium wie den Lichtwolf gehört. "Ein Produkt wie jedes andere" heißt der Beitrag des Herausgebers zur kommenden Ausgabe und zur fortdauernden Debatte, ob das Internet der gedruckten Schriftkultur den Garaus machen wird oder nicht. Außerdem ist am Rande des Beitrags ein Kästle, in dem der Schöpfer der neuen Brotschrift des Lichtwolf erklärt, was es mit ihr auf sich hat.

Den Text können Sie sich auf Ihr e-Book ziehen oder ausdrucken: "Ein Produkt wie jedes andere" von Timotheus Schneidegger, in: Lichtwolf Nr. 26, S. 42-45, PDF-Datei, 2,62 MB.



Kurz und Klein am 06.06.2009, 22:15 Uhr

DVD-Abend mit Kant

Lüde man Kant zum DVD-Abend ein, könnte man nach "Unsere Erde" noch lange über den Begriff des Erhabenen diskutieren. Vorausgesetzt, man erholt sich vom Staunen, in das diese aufwändigste Tierdoku aller Zeiten versetzt; dieser Klappentext hält, was er verspricht.

Bewundernswert auch der Löwenmut der Kameraleute, die in ein Wasserloch tauchen, in dem ein Elephantenherde nach wochenlangem Wüstenmarsch übermütig plantscht. Die Bilder sprechen für sich, da hätte der ungewöhnlich gelangweilt klingende Erzähler Ulrich Tukur besser geschwiegen: Ein Elephantenjunges stupst seine verdurstete Mutter an. Der Eisbär, der durchs himmelblaue Polarmeer schwimmt, wird ertrinken. Und der Zuschauer trägt seinen Teil zur Ausdehnung der Wüsten und zum Abschmelzen der Pole bei.


Intime Interna am 12.05.2009, 16:51 Uhr

Einkaufszentrum wieder geöffnet

Nach langen Renovierungsarbeiten ist das Einkaufszentrum von www.lichtwolf.de ab sofort wieder geöffnet. Über den Onlineshop können Sie fortan wieder fleißig Lichtwolf-Ausgaben bestellen, um sich die Wartezeit bis zum Erscheinen der Sommerausgabe am 22. Juni zu vertreiben.

Oder gleich schon mal Ihre persönliche Lichtwolf-Versorgung für ein ganzes Jahr sichern: Neben dem Standard-Abo (vier Ausgaben sowie alle Sonderhefte für nur 19 Euro inkl. Versand) gibt es nun auch das Mäzenaten-Abonnement. Das ist was für Bessere, nämlich für Freunde von § 14 (2) GG, wonach Eigentum verpflichtet. Wer hat, möge also geben und ihm wird gegeben werden: Das Mäzenaten-Abo ist wie ein normales Abo, bloß unterstützen Sie den Lichtwolf durch den Abo-Preis von 49 Euro großzügig. Im Gegenzug ist jedes Heft, das Sie im Rahmen Ihres Mäzenaten-Abos zugeschickt bekommen, vom Herausgeber handsigniert. "Geilomat", werden Sie sagen, und haben recht damit!

Ebenfalls neu: Sie können Lichtwolf-Abonnements oder gleich ganze Bestellungen verschenken! Geben Sie dazu im Bestellformular einfach als Lieferanschrift die Adresse des Beschenkten an. Eine nette Grußbotschaft können Sie auch noch hinzufügen. Es ist zwar noch etwas hin bis Weihnachten. Aber dennoch gut zu wissen, wo man auf die Schnelle noch ein Geschenk herkriegt, das einem ewigen Dank sichert.

Zum Einkaufszentrum geht es hier entlang, bitte nicht alle gleichzeitig!



Intime Interna am 05.04.2009, 16:58 Uhr

Volle Kraft voraus, baby!

Der Hafer wird stechen.

Derweil die Frühlingssonne Mensch und Tier in die grünende Natur hinaustreibt, nimmt auch die Geschäftigkeit beim Lichtwolf zu. Und zwar im wahrsten Sinne, wenn auch unauffällig wie die Schanzarbeit der Ameisen, die im Sommer Picknickdecken zu erstürmen trachten.

Die Idee, mit gedruckter und hübsch illustrierter Philosophie die dicke Kohle zu machen, ist offenbar abwegig genug, um in Krisenzeiten wie der gegenwärtigen zu überzeugen. Schließlich waren es ja abwegige Ideen wie Glückspiel mit Geld, das einem nicht nur nicht gehört, sondern das auch durch nichts als Powerpoint-Präsentationen gedeckt ist, die wagemutige Unternehmer reich und nörgelnde Steuerzahler arm gemacht haben.

So ist es also inzwischen gelungen, Kassengift wie den Lichtwolf für eine warme Mahlzeit und einen Buchvertrag beim Kleinverlag catware.net unterzubringen, der die "Zeitschrift trotz Philosophie" künftig vom Nordwesten aus im großen Stil vertreibt.

Der Lichtwolf wird, wie an dieser Stelle bereits im Januar angekündigt, neben anderen Komparativen auch teurer sein als bisher. Schließlich muss er fortan nicht mehr bloß das Knäckebrot des Herausgebers finanzieren, sondern Firmenwagen, Boni und goldene Klobürsten der Unternehmensleitung, die das Potential des Lichtwolf erkannt hat: Eine mit Liebe (zu Weisheit, Wein, Weib und MP3) gemachte Zeitschrift ist ein Produkt, das unentbehrlich, selten und dank seiner eigentümlichen Schreibmaschinenaufmachung ungoogelbar ist. Da zeigt sich dann auch ein blutjunger Verlag bereit, sein Stammkapital in die Zeitschrift trotz Philosophie zu buttern und dem alten Lichtwolf-Motto "aurum ad excrementum" ein hoffnungsfrohes "ad aurum" anzuhängen.

Eine handliche Präsentation des künftigen Lichtwolf können Sie als zweiseitige PDF-Datei (675 KB) einsehen.

Nun geht es beim Lichtwolf also kapitalistischer zu. Mit dem kommenden Heft zum Thema "Werbung" haben Sie erstmals die Möglichkeit, im Lichtwolf zu inserieren! Und zwar bereits ab 13,96 Euro (netto!). Die Anzeigentarife sind so günstig und flexibel, dass es der nackte Wahnsinn wäre, diese einmalige Chance ungenutzt zu lassen! Man beachte die Mediadaten für Lichtwolf Nr. 26!



Intime Interna am 23.01.2009, 23:23 Uhr

Die vorläufig letzte Fassung der Zukunft

Am Montag, 22. Juni, wird alles wieder wie früher sein. Die Abonnenten haben ihren vierteljährlichen Lichtwolf im Briefkasten und der Rest der Welt muss im Einkaufszentrum von lichtwolf.de bestellen, bis der Lagerboden hier wieder feucht aufgewischt werden kann.

Aber das Wiedererscheinen des Lichtwolf macht einige Änderungen notwendig (und möglich). Der künftige Lichtwolf wird teurer, hübscher, computerisierter, besserer und sowieso sein. Die personelle Kontinuität ist gesichert bei fortgesetzt forcierter inhaltlicher Superiorität: Das Vieh wird umfangreicher, die Auflage höher und der Druck professioneller. Die traditionelle, kontrastreiche Aufmachung (Schreibmaschinentypen und handgezeichneten Illus, kurzum: lichtwölfische Schwarzweißmalerei) bleibt als scheffige corporate design-Marke natürlich erhalten.

Insgesamt wanzt sich die künftige "Zeitschrift trotz Philosophie" noch enger an ihre historischen Vorbilder "Die Fackel" und "Die Weltbühne" ran. Als deutschsprachige Abgrundversion von The New Yorker ist der Lichtwolf die einzige nicht nur nicht-, sondern geradezu anti-akademische Philosophiezeitschrift.

Wie gewohnt gibt es ab Sommer also vierteljährlich ein neues Heft, nur jeweils etwa einen Monat früher als bisher. Fortan kommt der Lichtwolf nämlich mit der neuen Jahreszeit, also pünktlich zum kalendarischen Saisonwechsel.

Warum schreibt a) der 2007 abgetretene Schneidegger das b) alles so indikativisch? Weil a) ich (also Schneidegger) künftig wieder als Herausgeber fungiere und b) als solcher die Zukunft des Lichtwolf in trocknen Tüchern sehe. Die "Zeitschrift trotz Philosophie" erscheint künftig unter den wohlwollenden Fittichen eines kleinen Verlags, der für Druck, Buchhaltung, Steuern und die juristische Abschirmung der Zeitschrift und ihrer Beiträger zuständig ist. Natürlich ist das für den Lichtwolf, der seit seiner Gründung 2002 gegen Literaturindustrie und Wirtschaftsscheiße ankotzt, ein Pakt mit den Teufeln der Betriebswirtschaft. So lag und liegt auch das Titelthema der ersten Ausgabe des künftigen Lichtwolf nahe: Werbung.

Zum Verlag, über den hier aus ermittlungsverhandlungstaktischen Gründen nichts näheres verraten wird, sei vorerst nur so viel gesagt: Er hat seinen Sitz weder in Frei-, Ham- noch Münchenburg. Und er war sich von Anfang an im Klaren darüber, beim Lichtwolf nichts zu melden zu haben und mit dem Vieh kaum etwas gewinnen zu können. (Holtzbrinck oder Springer können es also schonmal nicht sein.)

Kunden des Einkaufszentrums und Abonnenten werden Ende Februar persönlich davon unterrichtet, wie es mit ihren Abonnements und Bestellungen weitergeht.

Da die Zukunft des Lichtwolf sich inzwischen hinreichend deutlich abzeichnet, hat sie auch bereits ihren Niederschlag auf lichtwolf.de gefunden: Es gab Ergänzungen und Änderungen z.B. beim Impressum und Profil, die den neuen Umständen schon einmal Rechnung tragen. Auch wenn ja leider noch nicht zuviel verraten werden darf! (Nicht mal als gereimtes Rätsel!)

Zu den parallel erfolgten technischen Änderungen an lichtwolf.de siehe hier, besonders sei auf die neue Autorenreklame auf der Titelseite hingewiesen. Und darin ganz besonders auf die nächsten Veranstaltungen im guten, alten Freiburg: Am 28. Januar der Slam Supreme in der MensaBar (Rempartstraße) und am 1. Februar die Russen-Lesung mit Schneidegger und Helming im KGB.



Intime Interna am 28.09.2008, 11:14 Uhr

Jetzt aber wirklich: Tot. (Bzw. eingeschläfert)

Man halte sich an eigene Todesmeldungen. Wie elegant hätte der Lichtwolf noch vor Jahren aus dem Reigen treten können, wäre nicht doch stets von irgendwo ein Lichtlein hergekommen, dem der Zirkus augenleidend nachstolpern wollte.

Nun schweigt der Lichtwolf seit Monaten weithin und droht, wie manch andere Jugendliebschaft zu verdorren. Unschön. Um ihn in Ehren zu beerdigen ist es zu spät. Also muß neues Leben in die Chose gepumpt werden.

Es sei hiermit dekretiert: Der Lichtwolf ist nicht tot, er schweigt bloß.

Bis zum Sommer 2009. Dann geht es weiter. Aber gewiß nicht so, wie zuvor.

Näheres in den kommenden Wochen an dieser Stelle.


LichtwolfTV am 23.01.2008, 10:53 Uhr

Kükators zweiter Videostreich

Der Kükator, neuerdings mit eigener Videokamera unterwegs, hat in der "Juhutube" seinen zweiten Kurzfilm eingestellt: Das anderthalbminütige Machwerk gibt sich vordergründig als schlichte Verlesung des Manifests für mehr Schmusetherapie aus. Der geniale Clou: Vorgetragen in der lingua franka des Raubtierkapitalismus erhebt der Text gesamthumanen Anspruch, erobert die Zeichen des globalen Finanzmarkts und weiß sie umzudeuten und neu zu arrangieren zu einer Botschaft, die dem ursprünglichen Sinn des Ausbeutens um des Ausbeutens willen diametral entgegengesetzt ist. Es handelt sich um Videokunst der Brüche und des Brechens: Das Englisch des Kükators ist gebrochen, eine Sympathiebekundung an den literarischen Topos des in unserer Zeit so häufig mißverstandenen Fremden; der Vortragsstil bricht mit dem Gestus des souveränen Alleinunterhalters, um auch hier auf eine Welt der Wärme jenseits von Viva und "Two Girls One Cup" zu verweisen; die kongeniale Handkameratechnik zeigt dem Dogmafilm ebenso den überlegenen Stinkefinger wie dem Bildreporterkino von Blair Witch bis Cloverfield, ein geradezu postmoderner Stilbruch ebenso wie die unverblümt und ungeschnitten ausgetauschten Regieanweisungen und Rückmeldungen des Kameramanns, die dem Rezipienten in an Postman mahnender Manier das Medium der Message ins Bewußtsein rufen und so zum Teilhaben aufrufen - nicht nur am Filmkunstwerk selbst, sondern auch am Schmusen und Liebhaben, das damit voller Verve und Humanität eingefordert wird. Fünf Sterne!

Hier geht's direkt zum neuen Video, und hier zum Kükator-Kanal auf Youtube.

Nachtrag: Und schon das nächste neue Video vom Kükator - diesmal halt auf Italienisch, Rest wie gehabt.


LichtwolfTV am 16.12.2007, 11:20 Uhr

Kükator in der U-Tube

Blut geleckt und angefixt hat sich der Kükator (man erinnere sich an Folge 2 von LichtwolfTV) neulich eine Videokamera gekauft, um in Zukunft Youtube mit unzähligen Bewegtbildepisoden aus seinem Leben als gefiederter Schmusetherapeut zu bereichern.

Der erste sog. "Clip" ist inzwischen hochgeladen und kann hier in Augenschein genommen werden.

Das Publikum zeigt sich begeistert:

"Die Frage, die ich mir stelle ist, ob bei diesem krass derben Mongoshit überhaupt irgendein türkennazi abflasht oder ob das alles so whacker spastidreck ist, ihr Opfer!"

Reinschauen und liebhaben!


Hochschule am 28.11.2007, 10:18 Uhr

Besser als ausgedacht

Über Marc Röhlig heißt es, er "schreibt für sein Leben gern: vom Liebesbrief am Valentinstag bis zur Antwort auf den Bußgeldbescheid." Anstatt nun, wie es sich für solche Leute gehört, beizeiten mal einige unlektorierte Lyrikbände an einen der Verlage zu schicken, deren Reklamen einen mit einem "Sie schreiben gern?" anhauen, berichtet der arme, verwirrte junge Mann für SPON aus seinem Leben als Student an der Uni Freiburg. Dies auf eine Weise, die vermuten läßt, daß es sich bei ihm um nichts als ein alter ego des bitterlich verträumten Matthias Matussek handelt, alibihaft bebildert mit Fotos aus dem Devotionalienhandel der Uni Freiburg. Liest man "Röhligs" launiges Geschwafel über Referate, Mensa und alles, was Matussek sonst noch gerade einfällt, wenn er an seine vergeudeten Jahre an der alma mater denkt, mit einer solchen Vorstellung des Autors, fällt der Spaßfaktor natürlich umso geringer aus. Nimmt man nämlich in kindlicher Unschuld an, diesen Menschen gäbe es wirklich so, wie er sich darstellt, hat man kräftig zu lachen, wenn Röhlig z.B. in seinem aktuellen Beitrag von einem Kennenlernspiel zu Beginn eines Tutorats erzählt, in dem der Begriff "Gordischer Knoten" erwähnt wurde:

"Es hat mich neugierig gemacht. Gleich nach dem Tutorat bin ich in die Bibliothek gegangen und habe mir jede Menge Bücher ausgeliehen, die mir den Gordischen Knoten erklärten, und alles, was die Jahrhunderte sonst noch zu bieten hatten."

Hach ja!

Die Lachtränen bleiben einem gelegentlich, wie auch heute, im Kanal stecken, blitzt einmal mehr Matusseks tiefe Verbitterung darüber auf, daß das Goldene Zeitalter des totalen Wettbewerbs an der jüngst mit Eliteschärpe behängten oberrheinischen Bachelorbäckerei noch immer nicht angebrochen ist. Schuld sind wie immer die 68er, hier in Form ihrer wirren Brut, die partout nicht lernen und Hemden mit dem Logo "ihrer" Uni kaufen will, sowie immer noch nicht jubelt, wenn die halbjährlich fälligen 500 Euro Studiengebühren zu überweisen sind. Da die damit zu verbessernde Lehre, so der unfreiwillige Subtext, sich seit der Einführung der Gebühren keinen Millimeter in Richtung Zumutbarkeit bewegt hat, muß es ja an den 68ern, also ihren Kindern liegen, von denen Matussek-Röhlig nun -- und jeder, dem etwas an der deutschen Sprache liegt, möge bitte dieses Zitat überspringen -- die "Verbesserung der Lerne" verlangt. Wie zum Beweis der Krausschen These, moralische Niedertracht verrate sich bereits im Umgang mit der Sprache:

"So lange es nicht genügend Dozenten gibt, die sich die gewichsten Stiefel anziehen; und so lange es keine Studenten gibt, die bereitwillig den Hintern herhalten, um sich mal kräftig zum Lernen animieren zu lassen - so lange wird wohl die eigentliche Elite auf sich warten lassen."

Jede Lebensform zu verachten, die nicht mit der eigenen identisch ist, und gewichste Stiefel abwechselnd zu lecken und ihnen in äffischster Unterwerfung den Hintern darzubieten -- damit ist der Geist der Exzellenzinitiative dann doch brillant in Worte gebannt. Insofern passt Matussek-Röhlig perfekt zum Spiegel und zur Uni Freiburg.


Kultur(terrorismus) am 11.11.2007, 11:27 Uhr

Noch die blutroteste Tinte ins Digitale aufgesogen

Man erinnere sich oder nehme es nun nachträglich zur Kenntnis: Am 1.1. ds.J. wurde "Die Fackel" gemeinfrei, dieses von 1899 bis 1936 donnernde Moralgeschütz des publizistischen Einzelkämpfers Karl Kraus (siehe Lichtwolf Nr.21, S.29ff.). Die über 22.000 Seiten der Fackel standen sogleich komplett digitalisiert und nach Invektiven gegen praktisch jeden durchsuchbar, der im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts unangenehm auffiel, unter corpus1.aac.ac.at/fackel (Nutzbar nach kostenloser Registrierung.)

SimplicissmusZwischenzeitlich ist auch ein weiterer Urahn aus dem Holozän des Zeitschriftenwaldes in digitalisierter Form zugänglich gemacht: Der "Simplicissmus" mit der roten Dogge als Wappentier. Gefördert von der DFG sind alle 49 Jahrgänge im PDF-Format unter simplicissmus.info abrufbar. Wo die Kraussche Fackel wie ein wütender Fels in der Brandung ihrer Zeit stand, machte der Simplicissmus zwischen seiner ersten Nummer 1896 und seinem um Krieges Willen eingestellten Erscheinen im September 1944 so manche Wende im Stechschritt des deutschen Geistes mit. Mal wird der wilhelminische Geist auf die Schippe genommen, dann dem Hurra-Patriotismus im Ersten Weltkrieg gefrönt, dann zählen Thomas Mann und Kurt Tucholsky zu den Autoren, vor 1933 wird die NSDAP veräppelt, der nach 1933 applaudiert wird und nach der Kriegswende 1942 geht es schließlich ganz bergab ins Schmollen darüber, daß die Welt partout nicht am deutschen Wesen genesen will.


Intime Interna am 17.10.2007, 22:13 Uhr

Memo: Sprechstunde

Nur um das klarzustellen: Die vor Wochen annoncierte Sprechstunde des Lichtwolf (alle Details hier) im "Chat"-Universum des Internet findet ungebrochen jeden Donnerstag Abend ab 20:15h in der Echtzeitquasselbude statt.

Es handelt sich um einen "internet relay chat", kurz IRC, und die Schreibmaschine unter den Internetchatformen; somit besteht schonmal Anwesenheitspflicht für alle, die schon im Internet unterwegs waren, bevor alle anderen auch auf diesen Zug aufsprangen (<1999). Tja, und wer mit Leuten vom Lichtwolf und anderen einen gepflegten Bierabend im textbasierten Konferenzmodus abhalten will ist ja eh dabei.

So denn: Jeden Donnerstag ab 20:15h, via Quasselbude (auf "Echtzeitquasselbude" klicken und anschließend das Java-Zertifikat akzeptieren) oder auf irc.german-elite.net, Port 6667, channel #lichtwolf

BYOB


Intime Interna am 03.10.2007, 19:35 Uhr

Lesen im Ausland immer teurer

Um die Kasse des noch jungen Trägervereins Lichtwolf e.V. zu schonen, ist mit sofortiger Wirkung der Preis für ein 365 Tage währendes, ins Ausland gerichtetes Abonnement der Zeitschrift trotz Philosophie erhöht worden: Jenseits der BRD residierende Leser müssen künftig 20 Euro für ein Jahr Lichtwolf zahlen, alle anderen wie gehabt nur die Hälfte.

Wenn diese Mischung aus Information und Reklame Sie überzeugt oder an ein altes, schlummerndes Bedürfnis erinnert hat, bestellen Sie Ihr Abo gleich hier!



Intime Interna am 06.09.2007, 09:49 Uhr

Sprechstunde, erstmals und immer wieder

Am heutigen Donnerstag Abend hält der Lichtwolf ab 20:15h erstmals Sprechstunde, und zwar in der Echtzeitquasselbude, also dem der Quasselbude eingebauten "Chat". Da haben Sie Gelegenheit, mit so manchem aus der Lichtwolf-Redaktion sowie anderen Lesern und Gästen ein wenig, tja: Zu "chatten".

So funktioniert das ganze:

Sie klicken in der Quasselbude auf "Echtzeitquasselbude" links oben.

Sollten Sie bereits über ein Benutzerkonto in der Quasselbude verfügen, melden Sie sich am besten vorher an - dann starten Sie nämlich gleich unter Ihrem Benutzernamen in den Chat. Es geht aber auch ohne.

Ist der erwähnte Klick vollzogen, springt (sofern vorhanden) der Java-Motor Ihres Computers an. Dieser kommt sogleich mit einem Sicherheitshinweis (ihre Firewall evtl. ebenfalls), weil Ihr Computer sich daran macht, (keine sensiblen) Daten auszutauschen. Das lassen Sie bitte zu (also auf "Ja" oder "OK" klicken), sonst wird es nämlich nichts mit dem "Chatten".

Dann dauert es noch einen kleinen Moment, in dem Sie mit dem IRC-Server verbunden und in den Kanal des Lichtwolf durchgestellt werden. Schon geht's los.

Alternativ dazu können Sie auch einen sog. "IRC-Client" verwenden, um sich mit dem Kanal des Lichtwolf zu verbinden. Die knallharten Profis haben z.B. das Programm mIRC auf der Platte und wissen mit folgenden Daten über den "chatroom" des Lichtwolf etwas anzufangen:

Server: irc.german-elite.net

Port: 6667

Channel: #lichtwolf


Intime Interna am 01.09.2007, 01:52 Uhr

Ende der Sommerfrische

Nicht, daß Sie denken, die scheinbare Untätigkeit der Redaktion auf lichtwolf.de in den vergangenen anderthalb Monaten sei eine tatsächliche gewesen: Nein. Die diesjährige Sommerfrische wurde genutzt, um - die antiken Stätten um Olympia und Sparta dieser Tage zum Vorbild nehmend - alles in Schutt und Asche zu legen und in neuem Gewand wiederauferstehen zu lassen.

Vulgo: Die versprochene Renovierung von lichtwolf.de erfolgte im Hintergrund der letzten Wochen und wird hiermit offiziell Ihnen zu Händen übergeben. Einen kurzen Rapport, was sich außer dem, was eh sofort ins Auge sticht, verändert hat, findet Sie hier.


Intime Interna am 15.08.2007, 12:33 Uhr

Sommerliche Renovierung

Wie in Heft Nr.24 angekündigt wurde lichtwolf.de im Sommer 2007 rundumerneuert. Eine kurze Übersicht der Änderungen.

Die neue Seitengestaltung wird nach mehreren Testläufen am 01.09.07 offiziell übernommen und enthält folgende Überarbeitungen und Neuerungen:

Seitengestaltung

Überdeutlich erkennbar: Die Seiten sind horizontal aufgeteilt in fünf Bereiche. Schwarzer Rand links, linke Spalte mit Navigationsmenü, mittlere Spalte mit dem Inhalt, rechte Spalte mit zusätzlichen Informationen und schließlich ganz rechts der Außenrand. Der Inhalt der rechten Spalte ist abhängig vom angezeigten Inhalt: Bei Artikeln wird hier auf weitere Artikel des Autors hingewiesen usw., alles ganz hilfreiche Informationen für die liebe Leserschaft.

Die Seitengestaltung ist für eine Auflösung von 1280x1024 optimiert, läuft aber auch bei 1024x768 und durch die Begrenzung der Seitenausdehnung bei extrem breiten Auflösungen ordentlich; die Zeiten, in denen lichtwolf.de auch auf 800x600-Auflösung prima aussah sind vorbei.

Das CSS wurde gestriegelt und hat den CSS-Validator wenn auch mit einigen Warnmeldungen passiert; ähnliches gilt für den HTML-Code. Da nicht jeder astreines HTML in die Datenbank eingetragen kann, sind nicht alle Seiten von lichtwolf.de W3C-konform. (Sie müssen nicht wissen, was das alles heißt.)

Auch die Druckansicht einzelner Artikel, sowie das Layout der Quasselbude wurden überarbeitet, und es gibt neue Initiale (und zwar die aus dem vierten Jahrgang).

Das Heftarchiv wurde vollständig mit dem Bereich "Publikationen" im Einkaufszentrum verschmolzen, letzteres komplett überarbeitet, v.a. das Bestellformular und die interne Verarbeitung der Bestelldaten.

Inhalte

Das Online-Archiv wurde komplett durchgesehen, dabei wurden einige ältere Beiträge und zahlreiche Seiteninhalte überarbeitet und verschoben, u.a. auch das Impressum. Vorgenommene Überarbeitungen werden registriert und angezeigt (siehe "Zuletzt überarbeitet" auf der Titelseite und unter einem Beitrag), u.a. und v.a. im brandneuen RSS-Feed auf speziellen Wunsch Neanders.

Man beachte dazu auch das komplett überarbeitete Monatsbuch, das um eine Kalender- und Suchfunktion erweitert wurde; letztere sucht bislang aber lediglich nach genau der übergebenen Zeichenkette.

LichtwolfTV hat nun eine eigene Rubrik bekommen, der Kurzfilm zum Bloomsday wurde ebenfalls darin aufgenommen. Der neue Artikel "Technisches über diese Seite" informiert über technische Entwicklung und Details von lichtwolf.de; das "Update-Log" wurde darin verarbeitet und hernach entfernt. Ebenfalls neu ist der stehende Artikel "Gimmicks", in dem sämtliche Spezialbeiträge (MP3s und PDFs) aufgelistet sind. Der Gemeinschaftskrimi wurde als eigener Menüpunkt entfernt und als PDF-Dokument unter "Gimmicks" zum Herunterladen zur Verfügung gestellt.

Außerdem neu: Der Lichtwolf hat jetzt Sprechstunde. Jeden Donnerstag Abend ab 20:15h in der Echtzeitquasselbude ("Chat"), für alle registrierten Nutzer zugänglich via Quasselbude.




Intime Interna am 05.07.2007, 21:39 Uhr

Das neue Heft ist da!

Lichtwolf Nr.24SonderheftDie Lichtwolf-Ausgabe für den Sommer 2007 (siehe rechts) ist ab sofort hier im Einkaufszentrum sowie in diesen Verkaufsstellen erhältlich, Abonnenten sollten ihr Exemplar spätestens morgen im Briefkasten finden. Doch nicht nur das, auch ein Exemplar der dritten und letzte Ausgabe der Sonderheftreihe "Das Dunkle Zeitalter", die parallel zu Lichtwolf Nr.24 erschienen ist (siehe links). In diesem Sonderheft sind die Ausgaben Nr.9-12 neu aufgelegt.

Beide Hefte sind noch warm vom Kopieren und können im Heftarchiv in Augenschein genommen werden, ehe die Kaufentscheidung gefällt, die Bestellung abgeschickt wird. Vielen Dank.


Hochschule am 05.07.2007, 16:47 Uhr

Freiburger AStA 2007/08

An den Freiburger Uniwahlen am 3.7. nahmen diesmal mit 13,85% kaum mehr Studierende teil als im Vorjahr. Auch die Sitzverteilung im AStA ist nach dem vorläufigen Endergebnis kaum anders als 2006: Das Bündnis unabhängiger Fachschaften (buf), Garant des hiesigen u-Modells, hat mit zwei Wahllisten abermals 10 der 15 Sitze errungen. Die JuSos verloren einen Sitz an den RCDS, womit beide mit je zwei Vertretern im neuen AStA vertreten sind; JuLis haben wieder einen Sitz. Am auffälligsten sind die Stimmverluste der JuSos (-5,1%) zugunsten des RCD$ (+1,6%) und der linken Hochschulgruppe (+4,3%) , die sich in diesem Jahr das historische Kürzel SDS angehängt hat.

Auf den vier studentischen Sitzen im Senat der Uni Freiburg nehmen künftig die drei buf-Vertreter Jonathan Nowak, Henrike Hepprich und Nora Gaupp, sowie der Juso Thomas Dieker Platz.


Hochschule am 02.07.2007, 13:56 Uhr

Empfehlungen zur AStA-Wahl 2007

Hingehen.

Einfach hingehen und wählen. Morgen wird an der Uni Freiburg ein neuer AStA gewählt; wer dort eingeschrieben ist, möge bitte um Himmels Willen irgendwann zwischen 8 und 18 Uhr seine Stimme(n) abgeben (Wahlräume)! Wer keine Ahnung hat, soll einfach nach Optik votieren! Das kann doch nicht so schwer sein, schließlich haben alle hier Abitur!



Sozialphänomenologie am 08.06.2007, 00:03 Uhr

Neues Gespräch mit dem Kükator

Im März 2007 hat sich der Kükator zu seinem 50.Geburtstag noch einmal ausführlichst interviewen lassen, um einige Informationen nachzureichen, die ihm beim Lichtwolf-Interview im Februar 2006 wohl entfallen waren. Das sind v.a. Details über seine Kindheit und Jugend im hohen Norden, erste Damenbekanntschaften sowie die damit verbundenen komödiantischen, politischen und religiösen Erweckungserlebnisse einschließlich der Einführung in die Mysterien der Schmusetherapie.

Regelmäßige Lichtwolf-Leser kennen die Geschichte des Kükators schon ansatzweise aus vergangenen Heften, nun aber wird die von ihm selbst erzählte Biographie des Kükators auch dem großen Internetpublikum zugänglich gemacht.

Ab sofort sind beide Interviews hier als MP3s verfügbar.


Intime Interna am 25.05.2007, 10:50 Uhr

Nach der Messe ist vor der Messe

Der Lichtwolf ist längst zurück von der Kleinverlegermesse in Mainz am vergangenen langen Wochenende und hat zugegebenermaßen sein ehrgeiziges Ziel, schwerreich und mit ausverkauftem Lager wieder gen Süden zu ziehen, spektakulär verfehlt. Für Sie ist das ein Grund zur Freude, weil es das berüchtigte rote Sonderheft über den Lichtwolf, das für die Mainzer Minipressen-Messe gedruckt wurde, fortan auch hier im Einkaufszentrum zu bestellen oder im Heftarchiv zu inspizieren gibt.

Außerdem sei darauf hingewiesen, daß die Messeankündigung von Anfang Mai in einen bescheidenen Bericht vom Lichtwolfstand in Mainz umgewandelt wurde.



Intime Interna am 01.05.2007, 09:34 Uhr

Zur Zukunft des Lichtwolf

Wie neulich gemeldet wird es nach der kommenden Ausgabe Nr.24 im Sommer zum Führungswechsel und Strukturwandel bei der "Zeitschrift trotz Philosophie" kommen.

Zum einen wird der Lichtwolf von einem in Kürze zu gründenden Verein getragen werden. Der Vereinsvorstand wird auch die Herausgeberschaft des Lichtwolf übernehmen; namentlich besteht das Triumvirat aus August Maria Neander und Tobias Roth, technisch und in der Heftgestaltung unterstützt von Aurelius Amadeus Zukkergast.

Ganz konkret lebensweltlich bedeutet das, daß die Zukunft des Lichtwolf erstmal gesichert ist und der Lichtwolf auch nach dem im Sommer anstehenden Aus- und Umbau von lichtwolf.de weiterhin alle drei Monate als gedruckte Ausgabe erscheinen wird.

Die Abonnenten möchten das der aktuellen Ausgabe Nr.23 beiliegenden Anschreiben betreffs ihres Abonnements bitte als gegenstandslos betrachten und das Hin und Her der letzten Wochen verzeihen.



Intime Interna am 10.04.2007, 20:15 Uhr

Das neue Heft ist da!

Nr.23Die 23.Ausgabe des Lichtwolf ist da! Im Titel geht es um Außerirdische, im Rest des Heftes um viele andere und ziemlich weltliche Dinge. Mehr zum Inhalt wie üblich im Heftarchiv.

Die Nummer 23 kann ab sofort hier im Einkaufszentrum bestellt oder in diesen Verkaufsstellen eigenontisch erworben werden, den Abonnenten sollte das Heft spätestens übermorgen zugegangen sein.



Intime Interna am 27.03.2007, 10:57 Uhr

Nabelschau, die nicht bei sich bleibt

Wie neulich angekündigt, bewirbt sich der SonderheftLichtwolf um den diesjährigen V.O.Stomps-Preis der Stadt Mainz, nimmt an der damit verbundenen Minipressenmesse teil und hat aus diesem Anlaß ein exklusives und rotes Sonderheft erstellt, in dem es um nichts als den Lichtwolf selbst geht. Zahlreiche Auszüge aus der darin enthaltenen, ausgefeilten Selbstdarstellung sind nun in das Dossier "Über den Lichtwolf" auf lichtwolf.de eingeflossen, um auch die hiesige Eigenwerbung auf den neuesten Stand zu bringen. Völlig neu hinzugefügt wurden die Chronologie des Lichtwolf sowie eine Sammlung der Stimmen anderer zum/über den Lichtwolf.


27.03.2007, 10:38 Uhr

Über den Lichtwolf

Der Beitrag "Andere über den Lichtwolf" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



27.03.2007, 10:18 Uhr

Über den Lichtwolf

Der Beitrag "Chronologie des Lichtwolf" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Kultur(terrorismus) am 26.02.2007, 19:41 Uhr

Neues von der Slam-Front

1. Beim neulich annoncierten "ersten Poetry Slam im Kreis Sigmaringen" räumte Freiburg am Wochenende kräftig ab. Souverän lasen sich Monika Koncz und Johannes Franzen ins Finale, wo die Dame schließlich knapp über den Herrn triumphierte.

Nachtrag: Die Schwäbische Zeitung berichtete am 28.02. ziemlich exklusiv von diesem Poetry Slam.

2. Am gestrigen Sonntag hatte die Poetry Slam-Sendung des WDR Premiere. Mit dabei auch Grohacke, der vom Ballonfahrer Jean erzählte und damit den Sieg errang - der Auftritt ist hier nachzuverfolgen. Natürlich darf der reklamemäßige Hinweis nicht fehlen, daß diejenigen, die am 16.01. beim Slam Deluxe im Publikum saßen, Grohackes Ode an die Erbfeindschaft schon Wochen vor dem Rest der Republik genießen durften.


Intime Interna am 23.02.2007, 14:42 Uhr

Derbe Styles, die wo tight burne du

...gibt es am morgigen Samstag Abend beim ersten Poetry Slam im Landkreis Sigmaringen. Unweit von Heideggers Geburtsort Meßkirch, im beschaulichen Göggingen, werden u.a. Johannes Franzen, Michael Helming, Monika Koncz und Timotheus Schneidegger praktizierte Literalität in die Provinz bringen. Der Slam wird moderiert von Toby Hoffmann, der Saal ist gestuhlt ([sic!] ) und anschließend gibt es Funk (hey yeah!).

Unbestätigten Meldungen zufolge wird diese Gegend tatsächlich von Menschen bewohnt, sollten sich unter diesen auch potentielle oder aktuale Lichtwolfleser befinden, die sich das ganze gerne anschauen möchten, hier alles weitere: Der Poetry Slam findet in der "Linde" statt, Einlaß ab 19:30h, Beginn 21:00h, Eintritt: 5,- Euro.


Intime Interna am 17.02.2007, 16:01 Uhr

Noch ein guter Grund für ein Abo

SonderheftWer jetzt (=bis April) noch ein Lichtwolf-Abo beantragt, macht gleich ein richtiges Schnäppchen. Vier reguläre Ausgaben gibt es für 10,- Euro ein Jahr lang nach Hause geschickt, "inklusive aller in diesem Zeitraum erscheinenden Sonderausgaben", wie es heißt. Allein in diesem Jahrgang werden bereits zwei Sonderausgaben erscheinen, eine davon ist erwartungsgemäß "Das Dunkle Zeitalter Vol.III", das die gleichnamige Sonderheftreihe im Juli abschließen wird. In Vol.I wurden die Lichtwolf-Ausgaben Nr.1-4, in Vol.II die Nummer 5-8 neu aufgelegt, Vol.III umfasst die Nummern 9 bis 12, wodurch alle früheren, längst vergriffenen Ausgaben des Lichtwolf komplett vorliegen werden. "Das Dunkle Zeitalter Vol.III" wird allen Abonnenten im Juli zusammen mit Lichtwolf Nr.24 zugestellt.

Nun aber zu der anderen Sonderausgabe, deren Titelbild uns links schon anlächelt:

Der Lichtwolf nimmt in diesem Jahr erstmals an der Minipressenmesse vom 17. bis 20. Mai 2007 in Mainz teil und hat aus diesem Anlaß ein ausnahmsweise rot ummanteltes Sonderheft aufgelegt, in dem praktisch alles drinsteht, was man über den Lichtwolf wissen muß: Welchen Sinn und Zweck der Lichtwolf hat, welche Geschichte, wer die Macher sind und was üblicherweise im Lichtwolf abgedruckt wird - steht alles hierdrin. Dieses Sonderheft ist - wie alle Sonderausgaben - streng limitiert und wird für Normalsterbliche erst auf der Mainzer Minipressenmesse zu erwerben sein. Nur falls anschließend noch Exemplare übrig sind, kann das Sonderheft ab Juni über das Einkaufszentrum bestellt werden.

Lichtwolf-Abonnenten kann das egal sein: Die erhalten nicht nur auf jeden Fall ein Exemplar der Sonderausgabe. Nein, die bekommen das schicke Heft auch einen Monat, bevor sonst jemand es zu Gesicht bekommt, nämlich zusammen mit der im April erscheinenden Ausgabe Nr.23.

Wer also bis dahin kein Abo hat, ist selber Schuld! So.



Kultur(terrorismus) am 09.02.2007, 19:56 Uhr

Zum letzten Mal: Slam Deluxe

Slam DeluxeAm Dienstag, den 13.02.07, einen Tag vorm Feiertag der Floristen, steht der Slam Deluxe - laut Auskunft der Organisatorin Frau Koncz - ganz im Zeichen der Liebe, des Gemüses und der Poesie. Was auch immer das heißt, dieser Slam Deluxe wird auf jeden Fall der letzte sein. In diesem Semester. Als wäre das noch nicht Grund genug, sich den Valentinsvorabend davon verschönern zu lassen, könnten und sollten auch die Stars des Abends hinterm Ofen und Schreibtisch hervorlocken: Auf der Bühne wird man erleben können den Stuttgarter Import Nils Heinrich (Texte, Lieder & Gemüse) und den Poetry-Slam-Veteran schlechthin: Wehwalt Koslowski.

Außerdem folgende Freiburger Creme: Ralf Welteroth (Geschmackspolizei Freiburg), Johannes Franzen (Prosaist und Satiriker), Victor Kümel (Preisträger Treffen Junger Autoren in Berlin), Tobias Roth (Poeta doctus), Lukas Schütte (Performance Poet & Jongleur), Monika Tietze (Prosa), Tina Wirtz (Satire und Wortspiel) und Sebastian Scheuthle mit seiner Nummer "Besuch im Hallenbad" - Tragik, Komik und Slapstic treffen aufeinander.

Slam Deluxe am Dienstag, 13.02.07, in der MensaBar Freiburg: Einlass 20.00 Uhr,

Beginn 20.30 Uhr, Eintritt: 5 € / 3 € (ermäßigt).



Intime Interna am 22.01.2007, 00:43 Uhr

Heiße Seiten für kalte Zeiten

Lichtwolf Nr.22...klingt reißerisch und ist - wie es sich für Reklame gehört - unverschämt übertrieben. Denn der neue Lichtwolf, der im Laufe des heutigen Tages erscheint, beschäftigt sich zwar zu einem guten Teil mit dem Thema "Liebe machen", tut das aber zum einen auf gewohnt lichtwölfische Art (irgendwo zwischen Sid Vicious und Joachim Fest), zum anderen enthält das Heft ja auch noch Beiträge zu anderen interessanten Themen.

Es ist trotz unentschuldbarer Verspätung wieder ein sehr gutes und auch wieder ein sehr dickes Heft geworden, das Sie sich im Archiv erstmal gefahrlos anschauen, im Einkaufszentrum bestellen oder in einem dieser Geschäfte kaufen können. Als Abonnent dürften Sie schon morgen den Lichtwolf Nr.22 in ihrem Briefkasten finden.


Intime Interna am 17.01.2007, 12:08 Uhr

Slam - Kulturschock - neues Heft

Gestern tagte der "Slam Deluxe" in der MensaBar, gewohnt souverän und reizend organisiert und moderiert von Donna Monika Koncz. Auf der Bühne zu sehen und zu erleben waren

Grohacke aus Heidelberg, Johannes Franzen, Victor Kümel, Nike Herberg, Genia Borisowa, Lukas Schütte und Tina Wirtz, allesamt je begleitet von Nikolaus Halfmann am Saxophon und flankiert vom Bühnenstück "Auf die Familie!" von und mit Judith Stieber & Timotheus Schneidegger. Man, da haben Sie was verpasst!

Aber der nächste Slam Deluxe in der Freiburger MensaBar findet schon wieder am 13.Februar 2006 statt.

Schon früher, in der nächsten Woche, geht es im Namen einer guten Sache weiter: Unter dem Titel "Kulturschock" treten am 24.01. ab 20:30h in der MensaBar Freiburg Bernd Lafrenz (mit einem Ausschnitt aus seiner legendären "Sommernachtstraum"-Inszenierung), Monika Koncz, Timotheus Schneidegger und die Band Emerge zur Unterstützung des Gebührenboykotts und für freie Bildung auf. Der Eintritt ist frei und Sie sind herzlich eingeladen, sich das anzugucken, solange die Genese von Kultur an deutschen Universitäten noch möglich ist (=bis Sommersemester 2007).

Aufgrund all dieser peripheren Aktivitäten wird sich die Veröffentlichung der überfälligen Januar-Ausgabe ("Winter") des Lichtwolf noch um einige Tage verzögern. Wir bitten die Abonnenten, von wütenden Nachfragen abzusehen.



Politik am 29.12.2006, 21:49 Uhr

Text-Bild-Schere

Ihr Typen vom SPIEGEL,

diese Meldung so zu bebildern -- lernt man das im Axel-Springer-Haus oder war es die eben darin ausgedrückte charakterliche Disposition, die euch erst zum "Journalismus" geführt hat?

SPON mit Saddam


Intime Interna am 25.12.2006, 12:06 Uhr

Mehr Gutes zum Geburtstag

Genau diese "Homepage" vor Ihren, lieber Leser, Augen ist gestern drei Jahre alt geworden. Wo ist nur die Zeit hin!

Zu diesem freudigen Anlaß gab es ein paar technische Wartungsarbeiten und kosmetische Änderungen, deren sichtbarste diese sein dürften: Den selbst satirischen Hinweis auf satirischen Gehalt eines Artikels sparen wir uns fortan, die Technik der Quasselbude und die Texte "Über den Lichtwolf" sind auf den neuesten Stand gebracht worden und die Schrift auf lichtwolf.de ist vom Schwarz ein wenig gen Schriftfarbe von faz.net bewegt worden, was nicht nur mit dem beklagenswerten Rechtsruck in der Redaktion zusammenhängt, sondern vor allem Ihre, lieber Leser, Augen schonen soll. Denn damit Sie über die Feiertage mit gutem, alten Zeug aus vergangenen Lichtwölfen versorgt sind, ist das Archiv von lichtwolf.de einmal mehr aufgestockt worden. "Online" verfügbar sind fortan folgende Beiträge aus gedruckten Lichtwolf-Ausgaben:

-Schneideggers auf Selbstversuchen basierender Bericht über die Psychodroge "Salvia Divinorum" (Lichtwolf Nr.14)

-Ro Habens Analyse des im November 2005 beschlossenen Entwurfs zur Einführung von Studiengebühren in BaWü: "Über Gebühr getobt" (Lichtwolf Nr.17)

-Zwei Gedichte von Norbert Hildebrand, neben "Der Misander" der "Nachruf 2006" auf das Jahr 2005, der noch immer erstaunliche Aktualität aufweist (beides aus Lichtwolf Nr.18)

-Johannes Franzens Antwort auf Schirrmacher, di Fabio und die ganzen anderen erzbürgerlichen Gebärmaschinen: "Treibt Gattung, Kinder!" (Lichtwolf Nr.19)



Kultur(terrorismus) am 10.12.2006, 17:16 Uhr

Slam Deluxe Speziell

Am kommenden Dienstag (12.12.) steigt in der MensaBar Freiburg ein ganz besonderer Slam Deluxe:

Toby Hoffmann und Etta Streicher bringen an diesem Abend ihr Programm mit dem Titel "Moralverkehr" nach Freiburg. Zwei Dichterwelten prallen hier aufeinander: Etta Streichers feinsinnige, bildreiche und phantasievolle Poesie trifft auf Toby Hoffmanns lautstarke und sprachgewaltige Beat-Lyrik. Ob hintersinnig-ironisch, sarkastisch und radikal oder einfach nur sprachverliebt und wortverspielt, das Publikum erwartet ein literarisches Frage-Antwort-Spiel bei dem alle Register der Vortragskunst gezogen werden. Die CD zum Programm erschien im November im Sprechstation Verlag, Konstanz, Kostproben daraus sind zu hören auf slamdeluxe.de.

Der Slam Deluxe mit Hoffmann und Streicher beginnt am 12.12. um 20:30h in der MensaBar (Rempartstraße), Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 4 Euro.


Intime Interna am 15.11.2006, 14:25 Uhr

November?

Nichts passiert im November! NICHTS!


Hochschule am 24.10.2006, 11:29 Uhr

Slam Deluxe am 24.10.

Heute Abend eröffnet der Slam Deluxe seine Herbst/Winter-Saison. Auf der Bühne werden zu sehen und hören sein: Johannes Franzen (Prosaist und Satiriker), Anna Stein (Lyrikerin), Victor Kümel (Preisträger Treffen Junger Autoren in Berlin), Martin Brücker (Schauspieler, Gitarrist, Autor), Oliver Genzow & Nikolaus Halfmann (Sumpfliteratur & Jazz 'n' Roll in einem), Lukas Schütte (Schauspieler, Performance-Poet& Jongleur), Michael Gössler (Schauspieler, Improvisationstalent) und Tina Wirtz (Satire und Wortspiel).

Der Slam Deluxe findet am heutigen Dienstag, den 24.10.06, 20.30 Uhr in der MensaBar statt. Eintritt kostet 5 Euro, für Prekarier nur 3 Euro. Alles weitere nebenan auf www.slamdeluxe.de.


Intime Interna am 03.10.2006, 14:29 Uhr

Lichtwolf Nr.21

Nr.21Das neue Heft ist da und möchte von Ihnen erworben werden. Entweder in einem gut sortierten Ladengeschäft Freiburgs, oder hier im Einkaufszentrum von lichtwolf.de.

Saumselige und kritische Leser können natürlich auch zunächst einen prüfenden Blick auf die aktuelle Ausgabe im Heftarchiv werfen. So viel darf verraten werden: Das Wort "Waffen-SS" taucht nicht ein einziges Mal darin auf! Es werde HerbSSt!


Intime Interna am 25.09.2006, 11:21 Uhr

Der Lichtwolf woanders

Ein freundlicher Kollege des oberrheinischen Regionalblatts im Internet fudder.de hat letzte Woche den Lichtwolf besucht, der jenem aus irgendwelchen Gründen das welterste investigative Gespräch über die Zeitschrift trotz Philosophie gewährte. Der daraus hervorgegangene sehr wohlwollende Bericht ist ab sofort auf fudder.de unter der Überschrift "Gestörte Entschleuniger" zu lesen.

Wem es etwas zu viel der Dialektik ist, dort den Lichtwolf direkt neben einem Interview mit Benjamin Lebert sehen zu müssen, der sei herzlich auf die unten stehende Hommage an Benjamin Lebert und Schigalew verwiesen.



Politik am 17.09.2006, 10:30 Uhr

Das Kreuz mit der Religion

jajaEs ist weithin bekannt, daß die Gleichung "Glaube + Kirche = Religion = Wahnvorstellungen + Bürokratie" überall aufgeht und der Lichtwolf nie im Leben ausgerechnet dem Papst zur Seite spränge, der als Professor und Staatsoberhaupt gleich doppelt auf der "anderen Seite" steht.

Sein kürzlicher Vortrag an der Uni Regensburg erhitzt mal wieder "islamische" Gemüter, die wie damals im Februar wegen Karikaturen, dieses Mal aber mit gehörig weniger Latenzzeit, nach Entschuldigungen schreien und sich mit keiner einer zufrieden geben. Dies vorausgeschickt nun die Preisfrage: Wenn das rechts stehende Bild eine (in Wirklichkeit gar nicht so abwegige; das macht gute Satire aus...) Fotomontage ist, also eine Karikatur -- flippen die Karikierten dann noch mehr aus? Oder fällt wenigstens bei einem mal der Groschen?

Ach!


Intime Interna am 11.09.2006, 15:39 Uhr

Liebe Kunden

...die Sommerpause ist beendet und ausstehende Bestellungen beim Einkaufszentrum wurden heute verschickt, dürften Sie also in den nächsten Tagen, so die Deutsche Post will, erreichen.

Die Redaktion indes hat die Arbeit an der kommenden Ausgabe (Nr.21) mit dem Titelthema Manien aufgenommen. Wer jetzt abonniert, bekommt das Heft Anfang Oktober noch warm vom Kopieren zugeschickt.


Intime Interna am 01.08.2006, 20:01 Uhr

Sommerfrische 2006

Die Redaktion des Lichtwolf und die eifrigen Gnome im Einkaufszentrum von lichtwolf.de sind ab sofort im Urlaub. Die Sommerfrische wird den ganzen August andauern. Währenddessen bleibt oberflächlich alles wie gehabt: Sie können hier schöne Texte lesen, sich in der Quasselbude gegenseitig beschimpfen und im Einkaufszentrum Lichtwolf-Hefte und Textilien bestellen. Beachten Sie jedoch, daß Ihre Heft-Bestellungen erst Anfang September ausgeführt werden können.

Damit Ihnen in der bevorstehenden Sommerpause nicht langweilig wird, hat Ihnen die Redaktion ein schönes Päckle mit Beiträgen hinterlassen:

Die Kurzgeschichte Rigor Mortis aus der Feder von Nasicus ist brandneu, zweiteilig und fortan auf lichtwolf.de zu lesen. Ins Archiv wurden diese drei uralten Texte aus gedruckten Ausgaben übertragen:

-Das vier Jahre alte Editorial der allerersten Lichtwolf-Ausgabe.

-Das Manni-fest aus der "Lichtwölfin" vom Januar 2003, das nach wie vor keine Ausschreitungen oder Haß-mails zu provozieren vermochte.

-...und, mit "50 Euro" ein Klassiker absurder Eigenwerbung aus Lichtwolf Nr.12 (Juli 2004).

Der Lichtwolf wünscht Ihnen einen Sommer, wie auch immer er Ihnen passt, und ist nach Diktat verreist. Tschüß!


Intime Interna am 21.07.2006, 19:48 Uhr

Zweite Auflage der Nr.20

Die sommerliche Zurückhaltung darf fahren gelassen werden, denn so eben wurde die zweite Auflage der zwischenzeitlich ausverkauften Ausgabe Nr.20 in die Regale des Einkaufszentrums geschoben.

Wer noch mitten im Sommer ein Exemplar haben will, um am Baggersee oder im heimischen Garten eine kontrastreiche Figur abzugeben, bestelle zügig: Im August ist die gesamte Lichtwolf-Belegschaft auf Hitzeflucht!



Intime Interna am 14.07.2006, 16:04 Uhr

Lichtwolf Nummer 20 ist präsent.

Kurz und bündig: Lichtwolf Nr.20 ist da, gesamthistorisch gesehen vier Jahre alt (natürlich hochaktuell!) und 44 Seiten fett. Der kann kaum noch laufen!, und möchte von Ihnen im Einkaufszentrum abgeholt oder im Heftarchiv begutachtet werden.

Und los, bevor die Sommerpause ausbricht!


Intime Interna am 13.07.2006, 19:49 Uhr

Neues aus dem Einkaufszentrum

Drei wichtige Dinge gibt es zu vermelden:

Ab sofort und somit gerade rechtzeitig zum bevorstehenden vierten Geburtstag des Lichtwolf ist das Sonderheft "Das Dunkle Zeitalter Vol.II" (siehe rechts) im Einkaufszentrum erhältlich. In dieser limitierten Sonderausgabe sind Lichtwolf Nr.5 bis 8 leicht überarbeitet und mit Sammlerwert neu aufgelegt worden.

Abonnenten brauchen dieses Heft vorerst nicht zu bestellen, es wird ihnen zusammen mit der regulären Ausgabe zugeschickt, die voraussichtlich morgen erscheint. Wenn Ihnen "Das Dunkle Zeitalter Vol.II" allerdings gefällt, müssen Sie natürlich noch drei, vier Exemplare bestellen!

Die (noch) aktuelle Ausgabe Lichtwolf Nr.19 vom April war schnell vergriffen und lange Zeit ausverkauft. Jetzt sind noch einige Exemplare nachgedruckt worden. Diese zweite Auflage der Nr.19 erwähnt im Gegensatz zur in dieser Angelegenheit fehlerhaften ersten Auflage auch ihren Mitautoren Szandor auf der Titelseite und im Impressum.

Wenn Sie also noch eine Nr.19 brauchen oder gerne ein Exemplar aus der zweiten Auflage zusätzlich hätten, können Sie im Einkaufszentrum beherzt zugreifen.

Zu guter Letzt sei schon jetzt darauf hingewiesen, daß die Lagerarbeiter im erwähnten Einkaufszentrum der Redaktion wie im letzten Jahr in die Sommerfrische folgen werden. Diese wird den gesamten August hindurch währen. Bestellungen bis Ende Juli werden wie gewohnt bearbeitet, im August aufgegebene Bestellungen dagegen können erst Anfang September ausgeliefert werden.

Wir bitten um Verständnis und hoffen, Sie nutzen die zweite Juli-Hälfte zu ausgelassenem Konsum im Einkaufszentrum. Dieser lohnt sich nicht nur wegen der schönen Publikationen, die Sie dort bestellen können, sondern auch wegen des ausgefeilten Rabattsystems!


Intime Interna am 04.07.2006, 21:49 Uhr

Veranstaltungshinweise für Juli

Sollten Sie den gestrigen Slam Deluxe in der MensaBar verpasst haben oder Ihnen die dort beinahe im Minutentakt angepriesenen weiteren kulturellen Ereignisse zu schnell zum Mitschreiben entgegengekommen sein, bekommen sie hier eine chronologische Übersicht der Veranstaltungen in Freiburg, die der Lichtwolf guten Gewissens und nicht ohne Eigennutz empfiehlt:

05.07., 19 Uhr, 264 (Kaiser-Joseph-Str.264):

Im Rahmen der mittwöchlichen "Absurden Kellerkunst" der neu eröffneten Kneipendisse "264" (nach der Hausnummer) inszenieren Judith Stieber und Timotheus Schneidegger ihre Patrizidmonologe unter dem Titel "Auf die Familie!". Für trotzallem kulturinteressierte Fußballfreunde: Das Stück ist kurz vor 21h zu Ende, genug Zeit also, um zu zahlen und einen Übertragungsort aufzusuchen!

12.07., 20:30h, jos-fritz-café (Wilhelmstr.15):

Die internationale (deutsch, englisch, spanisch) Lesung "grenzüberschreibungen" bringt Adrián Navigante, Aron Sayed, Crina Bondre Ardelean, Gonzalo Pastor, Ingrid H Punkt, Werner Müller und René Dietrich auf's Podium, letzgenannter ist auch zu hören am...

14.07., 20:15h, Buchhandlung Schwanhäuser (Bertoldstr.23):

...mit seinem Text "Leben weg", für den Dietrich den Paula-Rombach-Literaturpreis erhalten hat.

Am 12. oder 14. keine Zeit? Dann den nächste Woche erscheinenden Lichtwolf Nr.20 besorgen, darin ist nämlich auch ein Text von René Dietrich enthalten.

23.07., 20:30h, KGB Sowjetkneipe (Friedrichstr.23):

Zum Geburtstag der "Zeitschrift trotz Philosophie" trägt Herr Schneidegger unterstützt von August Maria Neander bei der Lichtwolf-Lesung im traditionellen Ambiente die schönsten Kleinode und kleinsten Übel aus ja, aus schon vier Jahren Lichtwolf vor.

Der Eintritt ist bei allen genannten Veranstaltungen, soweit erkennbar, frei, was wohl dafür entschädigt, daß hochkarätige Kulturereignisse wie obige sich ausgerechnet im Juli derart häufen müssen.


Kultur(terrorismus) am 30.06.2006, 08:28 Uhr

Slam Deluxe am 03.07.

Nur falls Sie die Reklame übersehen haben, seien Sie an dieser Stelle noch einmal von einem unabhängigen Fachorgan für Kulturzeug instruiert, was Ihnen entginge, ließen Sie sich den kommenden Slam Deluxe entgehen.

Der nächste Slam Deluxe wird am 3.Juli (Montag!) ab 20 Uhr in der MensaBar abgefeiert. Vor und v.a. auf der Bühne wird die größtenteils auch im Lichtwolf präsente kulturelle Creme des Südwestens zugegen sein, u.a. die reizende Slam-Königin Monika Koncz nebst alten Slam-Schlachtrössern und Schreibwüterichen wie Johannes Franzen, Andi Wirag und Tina Wirtz.

Außerdem haben sich angekündigt: Anna Stein und René Dietrich (aus beider Federn wird es in der kommenden Ausgabe Nr.20 schöne Dinge zu lesen geben), sowie die Slam-Altstars Toby Hoffmann, Oliver Genzow & Nikolaus Halfmann, Michael Gössler, Lukas Schütte und neu dabei: Eugenia Constantinovici. Das ergibt einen bunten Reigen aus Darbietungen, die dermaßen vielfältig sind, daß hier einzig "alles, was man mit Worten machen kann" als Gemeinsamkeit versprochen werden kann.

Slam! Slam! Slam!


Hochschule am 14.06.2006, 19:44 Uhr

Der AStA 2006/07

Wenn Sie sich für andere Ergebnisse interessieren als diejenigen eines Ballsports, dem zur Zeit nicht zu entrinnen ist, dann betrachten Sie doch die vorläufigen Ergebnisse der gestrigen Wahlen des AStA (Allgemeiner Studierendenausschuß) der Uni Freiburg.

In der "Legislaturperiode" vom Oktober 2006 bis September 2007 werden die 15 Sitze des AStA voraussichtlich wie folgt besetzt sein:

10 Sitze buf (Bündnis unabhängiger Fachschaften)

03 Sitze JuSos

01 Sitz RCDS

01 Sitz JuLis

Von den vier Mandaten der studentischen Vertreter im Senat, dem chefigsten Gremium der Uni Freiburg, werden drei von buf und eines von den JuSos wahrgenommen.

Damit hat buf ein weiteres Mal die absolute Mehrheit erlangt und das u-Modell bleibt wie gehabt in Kraft.

Die Wahlbeteiligung übrigens lag trotz des ungünstigen Termins kurz nach der Pfingstpause mit etwa 13% nur knapp unter der des Vorjahres und blieb somit immerhin zweistellig.




Lebenswelt am 25.05.2006, 20:38 Uhr

Führer befiehl!

Der ZEIT-Verlag hat eine neue Ausgabe des ZEIT-Studienführers herausgegeben, bis zum Stehkragen vollgestopft mit vollkommen objektiven Informationen des "Centrums für Hochschulentwicklung" (CHE), das dem Bertelsmannkonzern gehört. Es ist schon genug darüber geschrieben worden, was es mit dem Kapern von Begriffen auf sich hat. Zuerst hat die Textilmafia Ches Konterfei auf überteuerte Hemden gedruckt, mit denen sich revolutionäre Gesinnung und großzügiges Taschengeld simultan zur Schau stellen lässt. Dann trieb Bertelsmann die semantische Neubesetzung der drei Buchstaben noch weiter voran und unsere Kindeskinder werden sich in der Vorlesung "Die BRD im Umbruch - 1968 bis 1989" fragen, warum man in den WGs von Rudi Dutschke und Gudrun Ensslin so auf Hochschulrankings abgefahren ist.

Nein, nein, das braucht nicht weiter besprochen oder erfragt zu werden, nur dieses: Was soll uns das Titelbild des aktuellen Studienführers der ZEIT sagen? Oder das des Stern-Pendants von 2004?

Daß Jungs panisch oder verträumt, jedenfalls irgendwie im unscharf fokussierten Rand oder Hintergrund herumlümmeln, während ihre ungleich attraktiveren Jahrgangskameradinnen voller Gewißheit in die Zukunft grinsen?

Vom crossmedialen Sexismus ins Abseits gedrängt bleibt dem Männchen nur ein Trost: Wer - zumindest nach dem Fachblatt für biologistische Sozialapologetik - den besseren Orientierungssinn hat, braucht auch keinen Studienführer.


Lebenswelt am 10.05.2006, 21:22 Uhr

Entscheidung für Existenz

Am kommenden Samstag (13.05.) ist es wieder soweit: Die Zukunftsmesse "heads and hands" bietet Absolventen und Studienendfiguren der jeden Lebenslauf verschönernden Uni Freiburg in der Mensa Rempartstraße die Gelegenheit, "Netzwerke zu knüpfen" usw. Falls Sie interessiert sind, wie es dort so ist: Der Lichtwolf war stets dabei und berichtete massiv von heads and hands 2004 (mit vielen interessanten Gesprächen an den Ständen von DaimlerChrysler, dem Arbeitsamt und der ZEIT) und heads and hands 2005 (mit Betrachtungen zu Angst, Schrecken und Existenz).

Dieses Jahr gibt es keinen Bericht, denn der Lichtwolf mischt jetzt selbst groß mit im Existenzgründerbereich. Am Samstag, den 13. Mai findet im "Kagan", der Edeldisse im obersten Stockwerk des Solartowers am Hauptbahnhof (!), ein "Innovations- und Gründercafe EXTRA" statt. Um 17 Uhr gibt es einen Sektempfang (!!), im Anschluß daran werden Monika Koncz und Lichtwolf-Chefboss Timotheus Schneidegger Vorträge halten über Entscheidungen und Möglichkeiten.

Die Teilnahme ist kostenfrei, es wird um Anmeldung gebeten, die auf diesen Seiten vorgenommen werden kann, wo sich ebenfalls nähere Informationen zu der Veranstaltung, bzw. dem "Event" finden.

Nachtrag:

Die Vorträge von Koncz und Schneidegger gibt es nun auch als PDF-Datei (100KB) zum Herunterladen und Nacharbeiten.


Kultur(terrorismus) am 08.05.2006, 10:52 Uhr

Slam Deluxe in der Mensabar

Am Abend des 07.05.06 hielt der Slam Deluxe erfolgreich Einzug in die Freiburger Mensabar. Das in kleineren Räumlichkeiten bewährte bunte Programm, das Monika Koncz (die unterstützt von "piano-man" Andi Wirag durch den Abend führte) für ihr Publikum zusammengestellt hatte, schaffte es, auch das große Mensafoyer gute zwei Stunden lang mit hochkarätiger Unterhaltung zu fesseln. Neben ausgezeichneten Gedichten und Kurzprosa, verfasst und vorgetragen von Lino Wirag, Johannes Franzen, René Dietrich und Tina Wirtz bot der Slam Deluxe abermals den avantgardistisch genretranszendierenden Künstlern Gelegenheit, sich auf der Bühne zu verausgaben: Max Wolff trug seine Gedichte in Begleitung des Bassisten Friedemann Raabe vor, Lukas Schütte war multitaskingfähig genug, seine Lyrik zu deklamieren während er auf der Bühne mit Keulen und Bällen jongliert, und die Sumpfliteraten Oliver Genzow und Nikolaus Halfmann ließen es mit Auszügen aus ihrem Jazz'n'Roll-Programm "Als Kind war ich komisch, heute bin ich okay." krachen.

Das war ein schöner Abend und der Lichtwolf ist stolz wie Bolle, einige aus dieser Speerspitze der südwestdeutschen Künstlerbande zu seinen Beiträgern zählen zu dürfen.

Für den nächsten Slam Deluxe in der Mensabar wird es wieder kräftig Reklame auf lichtwolf.de geben. Bleiben Sie dran und gehen Sie hin!


Intime Interna am 01.05.2006, 17:46 Uhr

Rabattmarkt

Eine gute Nachricht für die Stammkunden des lichtwölfischen Einkaufszentrums und ein hervorragender Anlaß für alle anderen, jetzt ordentlich Hefte nachzubestellen: Das Einkaufszentrum von lichtwolf.de zeigt sich ab sofort großzügig, denn es räumt seinen Großkunden Vergünstigungen ein:

Bei einem Bestellwert über 5,- Euro werden 5%, bei einem über 10,- ganze 10% und bei einem über 15,- stolze 20% des Gesamtbetrags erlassen. Und weil es dadurch viel anschaulicher wird, hier zwei Beispiele, wie Sie von diesem Rabattsystem profitieren können:

1. Sie bestellen drei Exemplare der aktuellen Ausgabe Nr.19 für insgesamt 6,- Euro, müssen aber nur 5 Euro 70 dafür bezahlen!

2. Ein richtiges Schnäppchen machen Sie, wenn Sie 100 Hefte bestellen: Davon bekommen Sie nämlich 20 Stück gratis!

Zum Einkaufszentrum geht es hier entlang, bitte nicht drängeln!



Irgendwas mit Medien am 18.04.2006, 09:55 Uhr

Another one bit the dust.

Unsere von je her unterschätzte, massiv subventionierte, koks-staubige, schreibmaschinenlose Konkurrenz aus dem Hause Axel-Springer, "Der Freund" (mehr darüber + Pressemeldung hier) ist nach acht Ausgaben eingestellt worden, wie der Tagesspiegel meldet.

Was für ein "Jammer".

Leser und Redakteure des "Der Freund" sind hiermit herzlich eingeladen, zum Lichtwolf zu wechseln. Voraussetzungen: Keine Kokserei, keine Schleichwerbung für taurinhaltige Energiegetränke, keine schwachmatischen "2 cool 4 grammur" stream of consciousness-Texte mehr.

Abonnements bestellen Sie hier, Bewerbungen richten Sie an die im Impressum genannte Anschrift.


Intime Interna am 11.04.2006, 21:20 Uhr

Das neue Heft (Nr.19) ist da!

Lichtwolf Nr.19Naja, was soll man noch viele Worte machen:

Eine neue Ausgabe des Lichtwolf - wieder 40 Seiten dick, wieder die besteste aller Nummern überhaupt - wartet darauf, von Ihnen im Publikationsarchiv in Augenschein genommen und/oder gleich (danach) im Einkaufszentrum bestellt zu werden.

Sie können sich denken, was jetzt noch kommt: So ein blöder Vertickerspruch wie "Es lohnt sich, diese Ausgabe schnellstmöglich zu erwerben, um möglichst viel der restlichen Zeit, die der Herrgott Ihnen schenkt, mit diesem Heft nahe Ihres Herzens zu verbringen."

Aber sowas hat der Lichtwolf nicht nötig, er weiß, daß er auch ohne billige Werbesprüche von Menschen gekauft und gelesen wird, die Geschmack haben, gut aussehen und intelligenter als ihre Nachbarn und der blöde Erdkundelehrer, der nie grüßt, sind.




Intime Interna am 24.03.2006, 10:37 Uhr

Konsum macht schön.

Ob Frühling oder Winter, drinnen oder draußen, scheißegal: Die Textilkollektion des Lichtwolf verwandelt Sie in wandelnde Litfaßsäulen mit Stil. Im "Spreadshop" gibt es ab sofort einige neue Artikel zu kaufen: Elegante Abendgarderobe für die Dame, Windjacken für alle, sowie Aufkleber und eine Nylontasche. Und überall ist Lichtwolfreklame nicht bloß aufgedruckt, sondern wunderbar flauschig "aufgeflockt".


Kultur(terrorismus) am 18.03.2006, 19:54 Uhr

Der neueste Trend

...in der sogenannte "Blogosphäre" (bei Hegel "Lebenswelt", bei Heidegger "In-der-Welt-Sein") sind die "Publicons": Das sind winzig kleine Schildchen, die der selbstbewußte Nerd von heute z.B. in seine Signatur einfügen kann, um über das übliche Einsteinzitat hinaus die international vernetzte Mitwelt über die Konstituenten der eigenen Identität zu informieren. Der sexuell verwirrte Onlinerollenspieler kann somit zum Ausdruck bringen, daß er die Produkte eines bestimmten Herstellers benutzt und gerne "24" guckt, und für dergestaltige Werbung wird er nicht mit Koks oder Geld, sondern individueller Anerkennung bezahlt.

Toll! Und damit Sie bei dem Spiel noch individueller tun können als die armen Schweine, die sich aus dem zusammenbedeuten müssen, was die Publiconmonopolisten im Angebot haben, noch zwei solche Schilder vom Lichtwolf für umsonst:

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Intime Interna am 17.02.2006, 22:45 Uhr

Bitte fürchten Sie sich nicht!

Denn es gibt, zumindest beim Lichtwolf, keinen Grund dazu.

lichtwolf.de sieht (mal wieder) etwas anders aus als gewohnt, weil den PHP/mySQL-Pionieren im Redaktionskeller (mal wieder) langweilig war und sie sich am "Code" der lichtwölfischen Weltnetztröte zu schaffen machten.

Die meisten Änderungen sind wie üblich rein technischer Art, somit weit unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des geneigten Lesers angesiedelt.

Unübersehbar dagegen dürfte die deutliche Zunahme an grau sein. Die ist zum einen ästhetisch begründet, zum anderen sind ausführliche Beiträge nun schön deutlich als solche zu erkennen und, den Erfordernissen des Blog-Zeitalters geschuldet, jetzt lassen sich auch Kurzmeldungen wie diese hier separat anzeigen und der Link aus der Adresszeile herauskopieren und via e-mail an Freunde und Verwandte verschicken. Man nennt das offenbar "permanent link".

Außerdem sind den Lebensläufen der Lichtwolf-Mitarbeiter, zugänglich bspw. über das Impressum, Listen mit sämtlichen Beiträgen Ihres liebsten oder am meisten verachteten Autoren angehängt worden. Sie ahnen, worauf das hinausläuft: Bald gibt es (vielleicht) sogar eine unheimlich nützliche Suchfunktion auf lichtwolf.de!

Sobald mal wieder Langeweile im Technikkeller ausbricht.



Kultur(terrorismus) am 11.02.2006, 15:48 Uhr

Fight Club (Bollywood)

Als wären der Film "Fight Club" und das "Genre" Bollywood "an sich" nicht schon "geil" genug, kommt bald ihr erstes gemeinsames Kind zur Welt: Fight Club (Bollywood).

Man darf gespannt sein, wie sich angewandte postmoderne Bewältigungstrategien mit abgefahrenen Tanz- und Gesangseinlagen ("Hashmiiinii hala-dilii labam daliii!") vor Almkulissen vertragen. Die "Trailer" (im WMV-Format) schauen vielversprechend aus:

Nr.1 / Nr.2 / Nr.3


Politik am 05.02.2006, 16:14 Uhr

Schnelle Eingreiftruppe von SpOn

Spiegel Online hat herausgefunden, daß das piefige Freiburg eine Städtepartnerschaft mit der einzig aus Atomwaffenfabriken und Mullahs bestehenden iranischen Metropole Isfahan pflegt -- und gleich jemanden in den Breisgau geschickt, der sich jedoch wohl etwas zu lange mit der Jungen Union unterhalten hat, die Isfahan am liebsten seinem Schicksal überlassen würde.

Hier der SpOn-Artikel, entstanden etwa zehn Monate nachdem der Lichtwolf seine Berichterstattung über die Beziehungen zwischen Freiburg und Isfahan aufgenommen hat (vgl. Lichtwolf Nr.15, 17, 18).




Kultur(terrorismus) am 26.01.2006, 13:12 Uhr

Aus dem Schatzkästlein...

...der Internetkultur...

...sei Ihnen heute ein experimenteller Kurzfilm des kongenialen Duos Chris Cunningham (Regisseur) und Aphex Twin ("Musik") gereicht:

"Rubber Johnny" lebt mit seinem kleinen Hund in einer gemütlichen WG, wo er seine Zeit mit Solotanz und Generierung von Laserstrahlen verbringt.

ACHTUNG! Schauen Sie den Film nicht auf LSD und schon gar nicht, wenn Sie zu Alpträumen neigen! Achten Sie weiterhin darauf, in Reichweite des Lautstärkereglers zu bleiben, denn einige Szenen des Kurzfilms sind geeignet, Ihnen die Anlagen zu zerfetzen.


Intime Interna am 19.01.2006, 16:38 Uhr

Liebe Ausländer!

v.a. Schweizer und Österreicher!

Die Deutsche Post hat neulich mal wieder das Briefbeförderungsentgelt angehoben. Das Einkaufszentrum von lichtwolf.de reagiert darauf mit einer Preissenkung. Jedenfalls teilweise:

-Ab sofort wird auf Bestellungen, die per Vorkasse bezahlt werden, nur noch eine Versandpauschale von einem Euro statt einsfünfzig erhoben. Dementsprechend kostet die Bestellung eines Probehefts nur noch drei Euro.

Das war's aber auch schon mit den Preissenkungen.

Denn da es unverändert teuer ist, Großbriefe von Deutsch- ins Ausland zu verschicken, zunehmend aber auch liebenswürdige Schweizer und Österreicher zu den Kunden des Einkaufszentrums zählen, hat das Versandkomitee darauf gedrängt, Lieferungen ins Ausland mit einem höheren Versandkostenanteil zu belegen. Er beträgt in Zukunft für per Vorkasse bezahlte Bestellungen zwei Euro, wer lieber eine der Lieferung beiliegende Rechnung bezahlen möchte und jenseits des Geltungsbereichs des Grundgesetzes lebt, muß stolze sechs Euro draufzahlen. Ein einjähriges Auslands-Abo des Lichtwolf kostet ab sofort 15 Euro. Alle bislang eingegangene Bestellungen und Abonnements sind von den Preisänderungen nicht betroffen.

Wir bedauern diese Maßnahme, deren Hintergrund hier noch einmal ausführlich dargestellt wird.


Intime Interna am 17.01.2006, 18:08 Uhr

Lichtwolf Nr.18 ist da!

Nummer 18Sie haben es geahnt, das neue Heft ist da, besteht aus 40 großartig schwarz weiß grauen Seiten DIN A4 und möchte von Ihnen im Publikationsarchiv näher kennengelernt und danach oder währenddessen im Einkaufszentrum bestellt werden. Denn es ist ein sehr gutes Heft!

Natürlich können Sie das gute Stück auch eigenhändig erwerben in einem Fachgeschäft für gute Bücher und schöne Zeitschriften Ihrer Wahl. Sollte Ihr Buchhändler oder Kioskbetreiber den Lichtwolf nicht im Sortiment haben, bitten Sie ihn doch einfach, eine Hand voll Exemplare beim Pressegrossisten zu bestellen. Das können Sie auch dann machen, wenn Sie gar keine Nr.18 haben wollen.


Lebenswelt am 11.01.2006, 09:12 Uhr

Scheiß aufs Mozartjahr

2006 ist das LSD-Jahr! Albert Hofmann wird heute 100 Jahre alt. Indikativ, nicht der Konjunktiv, in dem von anderen Jahrestagen die Rede ist!

Zu diesem Anlaß veröffentlicht Tante taz ein illustres Interview mit dem rüstigen Entdecker des LSD, sowie die Drogenmemoiren eines ehemaligen "users". Ein viel ausführlicheres Gespräch mit Hofmann hat Heise geführt, die FAZ fasst sich kurz.


Intime Interna am 10.01.2006, 17:39 Uhr

Wer Lichtwölfe nachmacht...

...oder nachgemachte Lichtwölfe in Umlauf bringt, ist der Welt vollkommen gleichgültig.

Lichtwolfs dr faustus hat sich bei ebay nach einer neuen Lebensgefährtin umgesehen und berichtet von einem erstaunlich großen Angebot. Für umgerechnet acht bis zehn Lichtwolf-Ausgaben können Sie sich dort eine Olympia-Schreibmaschine (gerne auch "Maschiene"...)Lichtwolf-Olympia ersteigern, wie sie auch beim Lichtwolf verwendet wird (Ihr Postbote wird sich bedanken!). Dann brauchen Sie nur noch eine Hand voll Verrückter, die mit ihrem Leben nichts besseres anzufangen wissen, als über interessante Dinge interessante Texte zu verfassen, und schon können Sie dem Lichtwolf auf dem Gebiet der maschinengeschriebenen Zeitschriften Konkurrenz machen.

Bemerkenswert jedoch das "suboptimale" (Schröder-Köpf) Deutsch der dortigen Offertenmacher: z.B. die hier "bitten eine Olympia Schrieb Maschiene 100% prozend ok."

Solches Volk hat es auch gar nicht verdient, mit einer schönen Olympia das Haus zu teilen und soll sich vom Auktionserlös ruhig ein sprachschonendes Wochenende im Trugbildhotel ("Wem wir sind") leisten.

P.S.: In einem ganz anderen Zusammenhang soll hier kurz den unfaßbaren, bevorstehenden Enthüllungen des Kükators zum sog. "Gammelsex"-Skandal vorausgegriffen werden, und zwar mit dem Hinweis auf diese wunderschöne Seite, die insbesondere der Zielgruppe unserer Kinderseite "Lichtwelpe" erklärt, wie ein weiblicher homo sapiens befruchtet wird.



Intime Interna am 05.01.2006, 19:30 Uhr

Lichtwolf bei der Leselounge

Am 15.01. hat die Leselounge im KGB Freiburg ihr erstes Dienstjahr vollendet. Zur "Festlichen Jubiläumslesung" treten alle Beteiligten noch einmal an, um ihre "liebsten Zitate, Gedichte und ausgewählte Textpassagen zum Besten geben."

Mit dabei ist auch Herr Schneidegger, der als Repräsentant des Lichtwolf mit einem Kleinod der Leselounge als Gastgeberin der Lichtwolf-Lesungen huldigen wird.

Beginn ist um 20:15h, der Eintritt ist frei, das KGB steht am Siegesdenkmal (Friedrichstr.23) in, genau, Freiburg.


Hochschule am 28.12.2005, 12:05 Uhr

Frischer Wind in die Hochschulpolitik

Sie werden sich erinnern: Im politischen Gespräch des Lichtwolf Nr.17 hatte Martin Walcher, Parteichef der PARTEI in Freiburg, durchblicken lassen, die oberrheinische Dependanz der "Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative" werde sich bald auch mit aller gebotenen Aufmerksamkeit um das E im Parteinamen kümmern (Elitenförderung). Denn der PARTEI liegt die deutsche Jugend am Herzen, der sie, z.B. in der Hintner-Jugend das Einmaleins der PARTEI-Treue beibringt.

Nun ist es auch bei uns soweit, die Freiburger PARTEI hat ihren studentenpolitischen Ableger RPTS (Ring PARTEI-treuer Studenten) gegründet und sieht siegessicher den nächsten Uniwahlen entgegen. Mitgliedschaft in einer Jugendorganisation der PARTEI wird nach dem Erdrutschsieg der PARTEI bei den baden-württembergischen Landtagswahlen im März für die Fortsetzung des Studiums im "Ländle" obligatorisch sein. Jedenfalls war das bislang immer so.


Intime Interna am 24.12.2005, 23:56 Uhr

Geboren am 24.Dezember

Zugegeben: Jesus ist das ältere Geburtstagskind. Die Weltnetztröte des Lichtwolf (www.lichtwolf.de) ist heute nur zwei geworden (einen Rückblick auf die gehörige Entwicklung seit dem Start an Heiligabend 2003 finden Sie hier).

Damit aber alle etwas von diesem Freudentag haben, gibt es drei neue alte Beiträge aus gedruckten Ausgaben jetzt hier im Netz, damit Sie über die Feiertage gut versorgt sind, nämlich:

-"Die Botschaft" von Fiete Fatmoaker aus Lichtwolf Nr.13

-"Das Katzenhaar" von Felisande aus Lichtwolf Nr.14

-"Kastor und Pollux" von Szandor aus Lichtwolf Nr.17


Politik am 14.12.2005, 18:27 Uhr

Sprachregelungen und Weihnachtspause

"Instinktlos, ein Ärgernis, enttäuschend, respektlos, überraschend, unverständlich, nicht gerade etwas was einem gefallen kann, eine Schande für die Demokratie"

und

"Unfassbar, schockierend, durchgeknallt, inakzeptabel"

Ja, bei all den Sprachregelungen, die derzeit von der Politik ausgegeben werden, kann man doch kaum noch auseinanderhalten, ob es gerade um Ex-Kanzler Schröders neuen Job bei Gazprom ("Russen holen sich Schröder", BILD am 10.12.) oder Iranchef Ahmadineschaads neue alte Holocaustleugnung geht!

Um in dieser Sache einiges aufzuarbeiten, ist das komplette Lichtwolf-Versandkomitee in den "Weihnachtsurlaub" geschickt worden. Bisher eingegangene Bestellungen werden noch bearbeitet, alle ab sofort eingehenden Bestellungen im Einkaufszentrum werden erst Anfang Januar in Angriff genommen.

Vor lauter Wut darüber will Europaparlamentarier D.Cohn-Bendit nun bei der FIFA dafür sorgen, daß die Eintrittskarten aller Lichtwolfleser für die WM 2006 verfallen.

Wir bitten Sie dafür um Entschuldigung.


Philosophistik & Misosophie am 13.12.2005, 17:20 Uhr

Heidegger in Teheran

..lautete (übrigens) eine Überschrift vom Wochenende. Im dazugehörigen Artikel von Dieter Thomä geht es um eine in Teheran vom Iranischen Institut für Philosophie und der dortigen Schweizer Botschaft veranstaltete Tagung über den Todtnauberger. Dessen Technikkritik erfreut sich im nachrevolutionären Iran schon länger großer Beliebtheit, bemerkenswerter jedoch findet Thomä, wie Heideggers Philosophie als "westliche Selbstkritik" in die Pflicht genommen wird, wenn mal wieder vor der Gharbzadegi, der "Vergiftung (aber auch: Machenschaften (!)) des/durch den Westen", gewarnt werden muß. Andererseits wiederum scheint Heidegger als politisch kompromittierter und doch tiefsinnig geltender Denker eine Leitfigur für die iranische Philosophie zu sein, in der zwischen den beiden Polen "Magd der Theologie" und Dissidententum nicht mehr viel übrig ist.

Lesenswert allemal in unseren heutigen Zeiten:

-"Heidegger in Teheran", Dieter Thomä. NZZ 10.12.05, S.26.

-Bericht über den Iranbesuch von Habermas und seine Eindrücke von der dortigen Philosophie (aus der FAZ vom 13.06.02).



Politik am 09.12.2005, 16:27 Uhr

Staatstransplantation

Zum neuen Streich des verrückten, aber unheimlich niedlichen iranischen Staatspräsidenten Ahmadineschaad (siehe rechts, passend zur Position die Bildquelle: WamS), seinem Vorschlag, Israel nach Europa zu verlegen und damit den Nahostfriedensprozeß schlagartig glücklich zu beenden, sollte an dieser Stelle ein ausführlicher Kommentar stehen. Zur Erinnerung: Ende Oktober hatte Ahmadineschaad noch zur Vernichtung Israels aufgerufen. Gestern gab er sich etwas "moderater": Da relativierte er den Holocaust, bzw. meinte, daß die Europäer, wenn sie einen Judenstaat wollen, den doch bitteschön auf ihrem eigenen Territorium veranstalten sollen.

Wie gesagt, dazu sollte hier einiges stehen. Aber Henryk M. Broder war nicht nur schneller, sondern hat ausnahmsweise sogar mal was gutes geschrieben, nämlich ungefähr das, was hier auch gestanden hätte: "Die Palästinenser zahlen die Zeche für die Sünden der Europäer. Und wenn es so etwas wie eine historische Gerechtigkeit in dieser Welt geben würde, wäre der jüdische Staat in Schleswig-Holstein oder in Bayern errichtet worden, nicht in Palästina." (Spiegel Online)

Das Tolle: Broder kann sowas schreiben, ohne gleich für rechtsradikal oder islamofundamentalistisch infiltriert gehalten zu werden!



Kultur(terrorismus) am 05.12.2005, 11:07 Uhr

Nachtrag zum 2.Advent

Nachträglich das besinnliche Gedicht zum zweiten Advent.

Knorkator - "Weihnachtsschimpfe"

Ich lass mich nicht verarschen von euch verlog'nem Pack

ihr seht das Ende kommen mit jedem neuen Tag.

Bekämpft oder erduldet das allgemeine Leid

doch wagt ihr nicht zu sehen, daß ihr es selber seid.

Ihr glaubt an schöne Worte, ihr glaubt an einen Gott

und huldigt ihm zum Feste mit Ente und Kompott.

Das ganze Jahr ein Arschloch und dann für einen Tag

beginnt ihr euch zu lieben, daß ich es nicht ertrag.

Ihr glaubt euch zu besinnen wenn euer Lichtlein brennt

doch wer denkt schon an jene, die er nicht selber kennt.

und wenn ich's doch versuche verspür ich Neid und Hohn

werf ich doch meinem Nächsten von seinem eig'nen Thron.

Ihr glaubt man muß nur lieben und schon ist alles gut

doch wer zeigt euch die Grenze zu Eifersucht und Wut.

Ihr wollt doch nur besitzen, und auch das größte Schwein

sehnt sich nach einem Liebsten und ist nicht gern allein.

Ihr schimpft auf all die Kinder, die nie zufrieden sind

ihr flucht auf all den Reichtum den man durch euch verdient.

Ihr sagt, ihr wäret glücklich mit einem leeren Sack

ich lass mich nicht verarschen von euch verlog'nem Pack.


Intime Interna am 01.12.2005, 11:02 Uhr

Advent, Advent, ein Tempel brennt.

Alle, die der Lichtwolf-Lesung am 27.11. nicht beiwohnen konnten, können hier nachgucken, was sie verpasst haben. An gleichem Ort ist auch das Programm der Lesung vom 17.07.05 angegeben, damit Sie die Lesungen zu Hause nachstellen können (ein toller Spaß für lauschige Adventabende!).

Allen anderen, also denen, die am Sonntag dabei sein konnten und noch immer nicht genug haben, sei hier ein kleiner Programmtip gereicht: Am kommenden Sonntag (04.12.) wird Herr Schneidegger noch einmal im KGB lesen. Anläßlich Nikolaus tritt dort die Creme der Freiburger "Poetry Slam"-Szene auf, und "der schlechteste Philosoph und beste Trinker der Welt" (KGB-Chef Vural über Schneidegger) wird den Poetikschlamm-Jungspunden mit Georg Heyms Gedicht "Der Wahnsinn des Herostrat" Kontra geben.

Los geht es um 20:15 Uhr, das KGB befindet sich immer noch in der Friedrichstr.23 am Siegesdenkmal.


Politik am 23.11.2005, 18:38 Uhr

Wollen Sie George W. Bush leiden sehen?

(Nicht für unsere arabischstämmigen Leser geeignet!)

Dann schmeißen Sie ihn in dieser Neufassung einer altbekannten Flashanimation doch einfach etwas durch die Rabatten oder sehen ihm bei stundenlangen schmerzhaften Stürzen zu.

Doch Vorsicht: Wenn Sie dabei erwischt werden, die CIA Sie vom Fleck weg in ein Geheimgefängnis verschleppt und dort ein Geständnis aus Ihnen rausfoltern lässt, könnten Sie als potentieller Attentäter womöglich zu lebenslanger Haft verurteilt werden. Also bitte obigen Link nur heimlich anklicken!


Politik am 22.11.2005, 10:56 Uhr

Merkel = Kanzlerin.

Und so geht das Merkel-Lächli: [:]

Deutschland hat nach einer anarchistischen Phase, die man sich auch erstmal leisten können muß und zwischen zwei und sechs Monaten andauerte, wieder eine Regierung.

Hurra.

Angela Merkel (rechts beim Suppe Auslöffeln zu beobachten) ist soeben zum deutschen Bundeskanzler gewählt worden. 202 Bundestagsabgeordnete stimmten mit "Nein", höchstwahrscheinlich miese Chauvisäue von FDP, Grünen und SED-PDS-Nachfolgepartei.


Hochschule am 10.11.2005, 23:05 Uhr

Novemberproteste 2005 an der Uni Freiburg

Der Beitrag "Novemberproteste - Vollversammlung am 10.11." von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 10.11.2005, 22:51 Uhr

Novemberproteste 2005 an der Uni Freiburg

Der Beitrag "Novemberproteste - Rolldemo am 10.11." von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 10.11.2005, 16:57 Uhr

Novemberproteste 2005 an der Uni Freiburg

Der Beitrag "Novemberproteste - Galerie IV - Rolldemo am 10.11. (2)" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 10.11.2005, 16:50 Uhr

Novemberproteste 2005 an der Uni Freiburg

Der Beitrag "Novemberproteste - Galerie III - Rolldemo am 10.11. (1)" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 09.11.2005, 15:02 Uhr

Novemberproteste 2005 an der Uni Freiburg

Der Beitrag "Novemberproteste - Eröffnung & erste Demo" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 09.11.2005, 11:26 Uhr

Novemberproteste 2005 an der Uni Freiburg

Der Beitrag "Novemberproteste - Galerie II - Demo am 08.11. (2)" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 09.11.2005, 11:00 Uhr

Novemberproteste 2005 an der Uni Freiburg

Der Beitrag "Novemberproteste - Bibliographie" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.




Hochschule am 09.11.2005, 10:51 Uhr

Novemberproteste 2005 an der Uni Freiburg

Der Beitrag "Novemberproteste - Galerie I - Demo am 08.11. (1)" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Intime Interna am 06.11.2005, 10:51 Uhr

Kommunikatives Winterfell

Abermals ist eine Welle kosmetischer und technischer Überarbeitungen über lichtwolf.de gekommen, deren Großteil dem Benutzer eher verborgen und/oder egal bleiben wird. Wussten Sie z.B., daß man den traffic einer site um bis zu 66 Prozent reduzieren kann, indem man google bots rauswirft, also den gesamten IP-Bereich von 66.249.64.1 bis 66.249.71.254 sperrt? Nein? Und das brauchen Sie auch nicht zu wissen?

Stimmt. Aber gut zu wissen ist, was sich hier sonst so verändert hat und auch noch zu sehen ist:

-Auf lichtwolf.de verfügbare Beiträge haben jetzt mehr Ähnlichkeit mit denen aus dem Heft, weil Frau Felisandes Initiale, die schicken Großbuchstaben am Textanfang, auch hier angezeigt werden.

-Da die LiWoGA (Lichtwolf-Gesamtausgabe) vorerst nicht mehr fortgesetzt wird, müssen die Mitarbeiter sich eben hier vorstellen. Ab sofort finden sich im Impressum Beschreibungen ("Lebenslauf") zu fast jedem, der bislang mal was mit dem Lichtwolf zu tun hatte.

-In den gedruckten Ausgaben veröffentlichte Beiträge werden von nun an nicht mehr bloß mit Titel, Verfasser und Seitenzahl auf lichtwolf.de aufgelistet, sondern können außerdem eine kurze Inhaltsangabe vorweisen, damit Sie wissen, welche Ausgaben Sie unbedingt nachbestellen wollen.

-Neu angelegt wurde auch eine Liste mit Häufig gestellten Fragen zum Lichtwolf und entsprechenden Antworten.

-Kleinere Symbolkosmetik hier und da, Aktualisierung der Angaben "Über den Lichtwolf", sowie das Monatsbuch für Oktober 2005 sind das Kleinvieh der jüngsten Überarbeitung.

-Bitte beachten Sie auch die Ankündigung des anstehenden Hausputzes in der Quasselbude.


05.11.2005, 23:31 Uhr

Über den Lichtwolf

Der Beitrag "Häufig Erfragtes" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.




Intime Interna am 28.10.2005, 00:39 Uhr

Kein Werbegag.

Die "Rechts"abteilung informiert.

Um allen Versuchen zuvorzukommen, den Lichtwolf in die braune Ecke zu stellen: Der Lichtwolf ist definitiv NICHT rechtsradikal, war es noch nie und wird es niemals sein. Die Verwendung gewisser Symbole auf dem Titelbild der aktuellen Ausgabe sollte für jeden offensichtlich keine politische Aussage darstellen, sondern ist nichts als die illustrative Umsetzung des Titelthemas "Ideologien & Weltanschauungen".

Ein Blick ins Heftinnere sollte auch denen, die Dinge nach ihrem Äußeren zu beurteilen pflegen, klarmachen, daß die auf dem Titelbild prangenden Symbole in keinster Weise Ausdruck der politischen Überzeugungen von Redaktion oder Herausgeber sind.


Intime Interna am 25.10.2005, 20:07 Uhr

Das neue Heft (Nr.17) ist da.

Besser spät als – usw.blabla.

Schuld war die Buchmesse. "Hä?", werden aufmerksame Leser denken, "Wie wollen sich die Clowns vom Lichtwolf einen Stand auf der Buchmesse bei einem Quadratmeterpreis von im Schnitt 250 Euro leisten können?"

Durchschaut, das verspätete Erscheinen des siebzehnten Lichtwolf lag gar nicht an der Buchmesse. Sondern an den Technik-Legasthenikern in Freiburgs Kopierläden. Bis da endlich mal einer gefunden war, der die ungeheure logistische Anforderung bewältigen konnte, mal eben kurz 40 Seiten zu einem Stapel schöner Hefte zusammenzukopieren, und ganz nebenbei kein Vermögen dafür verlangte...! Jedes Mal das gleiche!

Jetzt zur Sache: Der Lichtwolf Nr.17 mit dem Titelthema Ideologien & Weltanschauungen ist ab sofort in diesen Verkaufsstellen erhältlich, sowie im Einkaufszentrum von lichtwolf.de zu bestellen. Details zu dieser Ausgabe und den weiteren im Heft behandelten Themen (die auch dieses Mal wieder nicht ohne sind!) stehen hier im Archiv.





Intime Interna am 07.10.2005, 13:15 Uhr

Warten Sie schon...

...voller Ungeduld...

...auf die neue Ausgabe? Dann seien Sie vertröstet: Aufgrund der weltpolitischen Lage, auch ein terroristischer Hintergrund kann zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, wird sich das Erscheinen der Nummer 17 ein wenig verzögern.

Der Lichtwolf des Herbstes wird erst am 24.10.2005 veröffentlicht. Das Titelthema heißt "Ideologien & Weltanschauungen", außerdem gibt es ein Extra für Studienanfänger.

Abonnenten erhalten das gute Stück natürlich druckfrisch, die übrigen Menschen dürfen durch ihren Hefterwerb den kaufmännischen Mittelstand unterstützen, der im Übrigen noch einige wenige Exemplare der Nummer 16 auf Lager hat, also schnell zugreifen: Der 24. kommt schneller als man denkt!


Politik am 03.10.2005, 12:08 Uhr

15 Jahre Tag der deutschen Einheit V2.0

(zur Feier des Tages verfasst im deutschesten Modus, dem Konjunktiv)

In weniger entgötterten Zeiten hätte es etwas zu bedeuten gehabt, zöge an einem Nationalfeiertag der Mond zwischen Erde und Sonne, um diese für eine Weile zu einem Schatten ihrer selbst zu verfinstern.

Du bist der Kükator? Nein. Du bist Günther Jauch. (Foto: Frank Peterschröder, Bilderberg, ©2005)

Gleichfalls in früheren Zeiten hätten Kampagnen wie die Aktion "Du bist Deutschland", mit der die Bundesregierung für Stimmung sorgen zu wollen vorgibt, noch etwas zu bedeuten gehabt. Die im TV ausgestrahlten BRD-Stimmungswerbespots mit Musik aus dem Film "Forrest Gump" auszustatten hätte geheißen, die Regierung oder ihre Cousins in der Werbeagentur halten uns für debile Volltrottel. Lauf, Volk, Lauf! Und auch über das Finale des Filmchens brauchen wir zum Glück nicht weiter nachzudenken. Harald Schmidt rät in ungewohntem Duzton: "Schlag mit den Flügeln und reiß Bäume aus." Bald darauf heißt es: "Du bist die Flügel.", die bezaubernde Anne Will schließlich konstatiert: "Du bist der Baum."

Früher nämlich hätte man diese Kette assoziativen Blödsinns als regierungsamtliche Aufforderung an die Volksidioten verstehen müssen, sich gegenseitig totzuschlagen. So aber bleibt alles anders und wir können beruhigt einen Tag und den Kopf frei haben.

P.S.: Stimmige Parodien der Deutschlandkampagne übrigens bei Flickr.



Intime Interna am 02.08.2005, 20:28 Uhr

Sommerfrische 2005

Der Lichtwolf macht bis Mitte September Sommerpause. Bestellungen im Einkaufszentrum und Beschwerden an die Redaktion werden in dieser Zeit weiterhin angenommen, jedoch erst Mitte September bearbeitet. Wir bitten um Verständnis und wünschen Ihnen einen Sommer mit Ihrem Lieblingswetter; -


Intime Interna am 23.07.2005, 16:03 Uhr

Falls Sie spätabends einen Lichtwolf brauchen...

...können Sie ab sofort einen im KGB bekommen. Jeden Abend bis 2 Uhr. Unsere Freunde von der besten Kneipe der Welt sind nämlich jetzt auch eine hochoffizielle Verkaufsstelle des Lichtwolf.


Politik am 21.07.2005, 10:33 Uhr

Spenden oder nicht oder was?

Nun kommt es in Niger, einem fast schon demokratischen Land in Westafrika, zu einer lange erwarteten Hungersnot, über die Spiegel Online in genau dem vorwurfsvollen Ton des Elendsjournalismus berichtet, den das Magazin sonst ankreidet. Nun sieht die Welt wieder herzlos zu, gemäß demselben Magazin, das vor einem Monat seinen Hauskomiker Henryk M. Broder Bob Geldofs Live-8-Spektakel auseinandernehmen ließ. In Spiegel 27/05 (S.100-107) und hier hieß es noch, westliche Entwicklungshilfe sei wie "Schokolade für Zuckerkranke" und die Überflutung afrikanischer Märkte mit subventionierten EU-Lebensmitteln erziehe den schwarzen Kontinent zum Bettler.

Ist das mit "humanitärer Tragödie" gemeint? Egal, was wir machen, der Spiegel findet es immer falsch?



Intime Interna am 18.07.2005, 16:41 Uhr

al Qaida nun auch in Deutschland

Wie sehr der Terror auch Mitten in Europa Fuß gefasst hat, spürt jeder am eigenen Leib, wenn er beim Bäcker einen Amerikaner (!) erwirbt, mit einem 10 Euro-Schein bezahlt und 9,11 Euro (!!) Wechselgeld bekommt.

Sind wir denn nirgendwo mehr vor bin Laden sicher!

P.S.: Die gestrige Lesung war für Lichtwolf-Verhältnisse ein voller Erfolg. Der KGB hat sich mit den dargebotenen Leistungen zufrieden gezeigt und wird Operation Mindfuck weiterhin wohlwollend begleiten, m.a.W. die Chancen stehen nicht schlecht, daß es eine weitere Lesung gibt.


Intime Interna am 15.07.2005, 21:53 Uhr

Der wichtigste Veranstaltungshinweis des Jahres

Die erste Lichtwolf-Lesung: Sonntag, 17. Juli 2005.

lesungGanz recht: Wenn Sie sich nur einmal im Jahr Kultur antun wollen, dann sollten Sie sich 2005 für etwas ganz besonderes entscheiden. Alternativ können Sie auch zur ersten Lichtwolf-Lesung überhaupt und jemals gehen.

Am kommenden Sonntagabend, d.h. am 17.07. ab 20:15 Uhr, wird Herr Schneidegger in der Sowjet- und sowieso besten Kneipe aller Zeiten, im "KGB" (keine Angst, das ist ganz unpolitisch!), die schönsten Kleinode und kleinsten Übel aus drei Jahren "Lichtwolf - Zeitschrift trotz Philosophie" mit lauter Stimme in angenehmer Atmosphäre vortragen. Es erwartet Sie ein ausgewogenes, reichhaltiges Programm mit zwei Pausen und anschließendem Lichtwolf-Bauchladen, außerdem ein "Überraschungsgast"... Und Sie sind herzlich eingeladen, wie es seit bald einem Monat auf der Titelseite von lichtwolf.de steht!

Falls Sie am Sonntag also nichts besseres zu tun haben, kommen Sie doch vorbei: Das KGB finden Sie am Siegesdenkmal, Friedrichstraße 23. Der Eintritt ist natürlich frei. Und bemühen Sie sich, rechtzeitig da zu sein! Der Schneidegger (also ich) fängt nämlich pünktlich an!



Intime Interna am 05.07.2005, 22:01 Uhr

Das neue Heft (Nr.16) ist da!

Es ist ein Zwitter!

Ganz recht, ab sofort kann der 40 Seiten dicke und somit nicht mehr aus eigener Kraft bewegungsfähige sechzehnte Lichtwolf in all den in jedem Sinne coolen Geschäften gekauft werden, die mitsamt ihrer jeweiligen Adresse und Öffnungszeiten unter "Verkaufsstellen" aufgeführt sind.

Hurra!Lichtwolf 16

Seien Sie attraktiver als diese Frau und sagen Sie auch zum aktuellen Lichtwolf nicht "Nein, igittigitt!" !

Sie sollen jetzt gar nicht länger von dem einzigartigen Erlebnis ferngehalten werden, daß Ihnen Ihr Hormonspiegel beschert, wenn Sie - kritisch, wie Sie eben sind! - sich zunächst im Archiv über das aktuelle Heft informieren, die immer stärker aufwogende Vorfreude bis zum letzten auskosten und sich dann ins Einkaufszentrum bewegen, um dort die Nr.16 und noch ein anderes Prunkstück aus dem dortigen Angebot zu erwerben, wodurch Sie - der Lichtwolf wird in diesem Monat drei Jahre alt und ist großzügig! - zusätzlich & kostenlos das Sonderheft "Das Dunkle Zeitalter Vol.I", in dem die ersten vier Ausgaben versammelt sind, erhalten -- und dann, nach Absenden Ihrer Bestellung, in einen tiefen Schauer der Verzückung versinken ob der seligen Befriedigung, die Ihnen dieses unvergeßliche Erlebnis verschaffen wird, das sich beim Erhalt Ihrer Hefte um ein vielfaches potenziert wiederbeleben wird!

Und wenn das jetzt nicht verkaufsfördernd wirkt, habe ich den Kapitalismus echt nicht verstanden.


Intime Interna am 01.07.2005, 09:01 Uhr

Das Dunkle Zeitalter

Zum dritten Geburtstag im Juli lässt der Lichtwolf die Hosen runter.

Denn in drei Jahren verändert man sich ja ganz schön. Nehmen Sie mal den Menschen: Am Anfang ein Zellhaufen zwischen ekelhaft und niedlich, lediglich Elterninstinkte verleiten zum Wahn, hier sei noch nicht alles verloren und mit etwas Geduld noch was zu retten. Mit drei Jahren ist dann sowas wie ein künftiger Rentenkassensubventionierer erkennbbar, der schon die wichtigsten Fähigkeiten besitzt, um an Tramhaltestellen herumzupöbeln (hauptsächlich aufrechter Gang und sprachähnliche Lautformung).

Im Sonderheft "Das Dunkle Zeitalter Vol.I" sind die ersten vier Ausgaben des Lichtwolf (Juli, September, November 2002, Januar 2003) neu herausgegeben worden und harren im Publikationsarchiv der Untersuchung, im Einkaufszentrum des Kaufes.

Und nicht nur Offenbarung macht der Lichtwolf zum Geburtstag: Wer im Juli mindestens zwei Artikel im Einkaufszentrum erwirbt, bekommt kostenlos (solange der Vorrat reicht) ein Exemplar von "Das Dunkle Zeitalter Vol.I" oben draufgelegt. Wir sind nämlich gar nicht so.


Intime Interna am 18.06.2005, 18:17 Uhr

Noch keine Nr.15 besorgt?

Dann aber mal schnell, bald gibt es nämlich keine Exemplare von Lichtwolf Nr.15 mehr. Und wenn Sie etwas gegen Kaufakte via Internet haben und zufällig in oder nahe Freiburg leben, dann suchen Sie eine der folgenden Buchhandlungen auf: Herder, Walthari, Schwanhäuser oder X für U (Adressen stehen unter "Verkaufsstellen"). Dort geben Sie bitte richtig viel Geld für gute Bücher aus und nehmen bei der Gelegenheit gerade mal drei, vier aktuelle Ausgaben vom Lichtwolf mit. Dafür müssen Sie am 17.Juli (20h) auch nichts bezahlen, um der Lichtwolf-Lesung im KGB (Friedrichstr.23) beizuwohnen.



Hochschule am 02.06.2005, 19:42 Uhr

In drei Wochen wird gewählt

Am 21.Juni finden in der Uni Freiburg die Wahlen der Fakultätsräte, des AStA und des Senats statt. Und mit jedem Tag, den das Abstimmungsergebnis näherrückt, wird es spannender. Ein kleiner Überblick über die Gerüchteküche des universitären Vorwahlkampfes.

"Engagieren, Gestalten, Erfahrungen sammeln, eine eigene Meinung entwickeln, nette Leute kennen lernen und eine gute Zeit haben - kurz um [sic!!]: so richtig in das Studentenleben eintauchen, ohne dabei den Boden unter den Füßen zu verlieren, dafür steht der RCDS Freiburg!", heißt es auf der Homepage der genannten Hochschulgruppierung, die - ganz in diesem Sinne - dieses Jahr nicht zu den Uniwahlen antreten wird.

Frau Merkel

Ein Symbolfoto ohne den geringsten Bezug zum Text.

Das ist nur konsequent: Die beiden RCDS-Vertreter, die von ihren Wählern in den AStA 2004/05 entsandt wurden, tauchten dort so gut wie nie auf; besser also, wenn die Plätze unter denen verteilt werden, die Konfrontation statt "Kooperation", ideologische Agitation statt "Verbesserung der Studiensituation und Einsatz für die Uni Freiburg", und Weltrevolution statt "Studierendenpolitik" im Sinn haben! So bleibt auch viel mehr Zeit, um "eine gute Zeit zu haben", vom Boden zum Hoden!!

Die Grüne Jugend springt gleich in die freigeräumte ökologische Nische und wird in diesem Jahr wieder mit einer eigenen Liste antreten. Im letzten Jahr standen die Grünen noch auf den Listen des Bündnisses unabhängiger Fachschaften (buf), am 21.Juni wollen sie ihren Spitzenmann Thorsten Deppner aus eigener Kraft in den Senat bringen, im AStA jedoch weiterhin mit buf kooperieren.

P.S.: Für die hetzerische, tendenziöse politische Berichterstattung der letzten Tage möchten wir uns hiermit, bzw. mit dem obigen Foto (es zeigt Frau Dr. Angela Merkel von der Christdemokratischen Union) entschuldigen.


Politik am 30.05.2005, 23:31 Uhr

Europa ohne Frankreich / Freiheit für Chupito!

Der Esel Chupito, der auf "Malle" eine Einheimische (i.e. einen weiblichen homo sapiens (!) deutscher Staatsbürgerschaft) vergewaltigen wollte soll jetzt hingerichtet werden! Und das wegen versuchter Vergewaltigung?! Kein Wunder, daß die Franzosen sich gestern mehrheitlich gegen eine Verfassung aussprachen, die solcherlei Justizgrausamkeit womöglich noch unterstützt... Kann ja sein -- oder wissen Sie, was auf S.50 der EU-Verfassung steht?! Jedenfalls wissen wir nun, was die meisten Franzosen und voraussichtlich die meisten Niederländer nicht wollen und sind: Sie wollen nicht "auf dem Weg der Zivilisation, des Fortschritts und des Wohlstands zum Wohl aller seiner Bewohner, auch der Schwächsten und der Ärmsten, weiter voranschreiten" und auch nicht, daß Europa "ein Kontinent bleiben will, der offen ist für Kultur, Wissen und sozialen Fortschritt". Auch wissen wir, daß Frankreich mehreitlich "Demokratie und Transparenz als Grundlage seines öffentlichen Lebens" nicht "stärken und auf Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität in der Welt" nicht hinwirken will. Die meisten Franzosen sind ja auch nicht "stolz auf ihre nationale Identität und Geschichte" und nicht entschlossen "die alten Gegensätze zu überwinden und immer enger vereint ihr Schicksal gemeinsam zu gestalten".

Da bleibt den Bewohner Rumpfeuropas nur noch ein Blick in die aktualisierte Bibliographie zu den Freiburger Studentenprotesten, der ausgewählte Presseberichte (insbesondere über die Räumung des besetzten Rektorats) aus der zweiten Mai-Hälfte hinzugefügt wurden, und deren Überarbeitung, neben einer neuerlich ventilierten Frankophobie (s.o.), eigentlicher Anlaß dieser Meldung war.

P.S.: Die EU-Verfassung findet sich übrigens hier -- und weder "Gott", noch "Esel" werden darin erwähnt! Und da wir das den Briten und den Franzosen zu verdanken haben, sagen wir: Merci, France, pour l'ordures européen sans Dieu et sans ânes!


Hochschule am 30.05.2005, 23:14 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

Der Beitrag "Bibliographie zu den Freiburger Uniprotesten vom Mai 2005" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Politik am 22.05.2005, 18:56 Uhr

In Deutschland gehen die Lichter aus

Nach der erwarteten Wahlniederlage von Rot-Grün in Nordrhein-Westphalen dreht Münte von der SPD durch: Er schlägt vorgezogene Bundestagswahlen im Herbst 2005 vor. Ein politischer Selbstmord allererster Güteklasse unter dem lobenswerten Motto "Wir suchen die Entscheidung" steht uns da bevor. Die Taktik, die CDU/CSU mit dem Vorschlag zu überrumpeln und dazu zu zwingen, innerhalb von vier Monaten aus den internen Streitereien eine Kanzlerin ("Niemand hat die Absicht, das BaFöG abzuschaffen.") zu gebären, wird wohl kaum auf- und somit auch auf Bundesebene das Licht ausgehen: Bundesrat und Bundestag mit kräftigen schwarzen Mehrheiten dürften auf die lange Agonie von SPD und Grünen folgen, nach jahrelanger Blockadepolitik wird dann kurzer Prozeß gemacht mit den Residuen des Sozialstaats. Diejenigen, die bislang auf Agenda 2010 und die volksverräterischen Genossen geschimpft hatten, werden dann ganz schön Augen machen, wie die neoliberalen Politclubs das Land umkrempeln, wenn die Unfähigkeit der Regierung, die Bürger vor den Auswüchsen des Kapitalismus zu schützen, von dem eilfertigen Willen einer neuen Regierung, eben diesem Kapitalismus kein Hindernis im Weg stehen zu lassen, abgelöst wird.

Wie ein Ausbürgerungsantrag auszufüllen und was bei Emigration so alles zu beachten ist, wird rechtzeitig vor den Neuwahlen hier erklärt. Für die heimatverbundenen, die sich trotzallem nicht aus Deutschland retten wollen, gibt es Tips und Tricks zum gekonnten Selbstmord, politisch wie ontisch.


Hochschule am 11.05.2005, 20:51 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

Der Beitrag "Maiproteste - Galerie VIII: Nachlese (Rektorat, Podiumsdiskussion)" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 11.05.2005, 20:42 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

Der Beitrag "Luzide Argumentation vs. Glaube der Satten" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 10.05.2005, 14:42 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

Der Beitrag "Alles flattert – Die Presse und die Nerven" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 10.05.2005, 14:25 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

Der Beitrag "Protestprogramm, Militanz und die da oben" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 10.05.2005, 14:02 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

Der Beitrag "Von Grundgesetz und Meinhof zur Rektoratsbesetzung" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 07.05.2005, 20:46 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

Der Beitrag "Reaktion des Rektorats auf die Forderungen der Besetzer" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 06.05.2005, 12:07 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

Der Beitrag "Maiproteste - Galerie I: ...in der Freiburger Uni" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 06.05.2005, 12:05 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

Der Beitrag "Maiproteste - Galerie II: Stationen" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 06.05.2005, 12:02 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

Der Beitrag "Maiproteste - Galerie III: Demonstration vom 03.05. (1)" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 06.05.2005, 12:00 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

Der Beitrag "Maiproteste - Galerie IV: Demonstration vom 03.05. (2)" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 06.05.2005, 11:58 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

Der Beitrag "Maiproteste - Galerie V: Besetztes Rektorat von außen" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 06.05.2005, 11:52 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

Der Beitrag "Maiproteste - Galerie VI: Besetztes Rektorat (Innenansichten)" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 06.05.2005, 11:51 Uhr

Freiburger Studentenproteste vom Mai 2005

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Hochschule am 05.05.2005, 13:56 Uhr

Räumung des besetzten Rektorats?

Prorektor Karl-Reinhard Volz, offizieller Verhandlungsführer des Rektorats, hat gegenüber den Studierenden, die seit Montag das Verwaltungsgebäude der Uni Freiburg besetzt halten, angekündigt, die Besetzung nicht länger als bis heute, 16 Uhr zu dulden. Die Zeit scheint günstig für eine Räumung: Aufgrund des heutigen Feiertags dürfte es den Studierenden schwerfallen, ausreichende Verstärkung für die Besetzung zu mobilisieren.


Hochschule am 04.05.2005, 16:24 Uhr

Freiburger Studentenprotest im Mai 05 - Zwischenbericht

Seit Montag früh (02.05.) protestieren die Studierenden aller Freiburger Hochschulen einmal mehr gegen die "Bildungspolitik" des Landes Baden-Württemberg, lediglich den Mechanismen der Agitprop ist die Reduktion auf "gegen Studiengebühren" geschuldet.

Die in jedem Sinne erfolgreichste Protestaktion ist die Besetzung des Rektorats, in dem auch zwei Tage nach dessen Erstürmung 50 bis 180 (je nach Tageszeit) Studierende nebst ein paar Polizisten ausharren (und nachts schlafen).

Das Wetter hat sich zuletzt deutlich auf die Seite der Gebührenbefürworter geschlagen und ersäuft einen großen Teil des Protesteifers im Regen, aber die Motivation ist, besonders in der Studentisch Besetzten Zone, gut. Das Rektorat wird aller Voraussicht nach auch in den nächsten Tagen und Nächten gehalten, evtl. gar bis zum für den 11.Mai geplanten Besuch von Ausbildungsminister Frankenberg, der sich dann mal ein Bild von einer Elite machen kann, wie er sie eher nicht im Sinn hatte.


Intime Interna am 01.05.2005, 18:44 Uhr

Neue Klamotten im Einkaufszentrum

Pünktlich zum 1.Mai gibt es drei neue Kleidungsstücke im sog. "spreadshop" des Lichtwolf-Einkaufszentrums zu kaufen, allesamt mit dem Lichtwolfskopf und für die Damen ist auch was dabei. Gleich mal reinschauen und hemmungslos Frustration mit Konsum kompensieren, hier darf man das!


Lebenswelt am 30.04.2005, 22:37 Uhr

Zur Lage der Nation - Ende April

Zwei Dinge, die in der zurückliegenden Woche wenigstens ein paar Gemüter bewegten, sind an dieser Stelle um der Nachwelt Willen festzuhalten.

Erstens, die Vollversammlung vom Donnerstag, die die neuen Freiburger Studentenproteste ab dem 1.Mai irgendwie ankündigte oder eröffnete und irgendwie doch nicht, also eher ein Vorgeplänkel darstellte, das die Volksmassen einmal darüber aufklärte, "Was war...", danach darauf einschwor, "Was kommt...". Das Resumee der bisherigen Protestaktionen konnte sich sehen lassen: Das Video von der "Jubeldemo" wird hoffentlich irgendwann im "Internet" zu finden sein und verspricht für die kommenden Proteste eine gesunde Note von kreativer Energie, wie wir unter Fachleuten sowas nennen. Den Jubeldemonstranten war anzumerken, wie wohl ihnen die ironische Affirmation dessen tat, was sie sonst nur erfolglos bekämpfen können, m.a.W. wie unheimlich angenehm es sein muß, auf der Seite derer zu stehen, denen die Hochschulpolitik des Landes BaWü zu Gute kommt.

Eine nachdenkliche Stimme erhielt auf der VV ebenfalls Gehör: Samuel Strehle wies in seiner kurzen Rede darauf hin, Zielgruppe der Proteste seien nicht eine machtlose Öffentlichkeit, sondern die verantwortlichen Politiker, und die würden sich vom Nichteinverständnis fröhlicher Studierender kein bißchen beeindruckt zeigen. Der realistische Ausblick auf die Aussichtslosigkeit auch der nächsten den Rahmen des Erlaubten achtenden Proteste sorgte für betretendes Schweigen im proppevollen Audimax; nur fünf Minuten später tobte frenetischer Jubel über die Nachricht, die Hamburger Kommilitonen würden die Besetzung ihrer Uni-Verwaltung fortsetzen, nachdem die mit fünf Wasserwerfern angerückte Polente einen Demonstranten ins Krankenhaus geknüppelt hatte.

Die hiesigen Proteste sollen ab dem 1.Mai unter dem Kampfnamen "Freiburger Frühling", der der gleichen geschichtsverwirrten Namensgebung wie die "Montagsdemonstrationen" gegen den vierten Hartz entspringt, stattfinden. Der Name ist immer besser als der ursprüngliche "summer of resistance" und nomen muß ja nicht immer omen sein. -

Und mit diesem Stirnrunzeln über den deutschen Weltkrieg gegen die deutsche Sprache sei übergeleitet zum zweiten bedeutenden "happening" dieser Tage, das freilich eine ganz andere Zielgruppe hatte als das Protestwesen: Die Absolventen-, neuerdings Zukunftsmesse heads and hands 2005 bot dieses Jahr zwei Tage lang Beratungs- und Anwerbeveranstaltungen für Hochschulabgänger in Mensa, Uni und career center. Einen Eindruck von dieser Veranstaltung verschafft dieser sauber recherchierte Artikel, den Sie bitte schnell und zügig lesen.



Politik am 20.04.2005, 11:48 Uhr

Anstehende Personalia und die Ausgabe Nr.15

Jetzt, wo Paul Wolfowitz Chef der Weltbank und Joseph Ratzinger Papst ist, wird es Zeit, einige bevorstehende Personalia anzukündigen, die den Trend fortsetzen:

-Slobodan Milosevic wird Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks

-Moshammers Hündchendame Daisy wird Programmchef von arte

-Jörg Haider wird Vorsitzender des Zentralrats der Juden

-Roberto Blanco löst Osama bin Laden als el Qaida-Chef ab

-Der Lichtwolf stiftet eine Professur für theoretische Philosophie an der LMU München

Abgesehen davon kann die aktuelle Ausgabe eben dieses Lichtwolf mit weiteren geheimen Details der kommenden Weltunordnung ab sofort im Einkaufszentrum erworben werden.


Intime Interna am 14.04.2005, 12:29 Uhr

Das neue Heft ist fertig.

Der fünfzehnte Lichtwolf ist da und kann ab sofort erworben werden, und zwar entweder in einer der Verkaufsstellen im Raum Freiburg, oder über das Einkaufszentrum von lichtwolf.de. Da steht die Ausgabe zwar noch nicht drin, aber das gute Stück ist auch via email an versand ätt lichtwolf.de bestellbar.

Die Begeisterung der ersten Käufer war groß (siehe unten), und mit Fug! 36 werbefreie Seiten aus Zwischentönen von Grau zum Selbstkostenpreis von lumpigen 2 Euro. Das Titelthema "Hochschulpolitik – Nein, Danke!" wird auf 16 Seiten eingehend behandelt, hinzukommen die gewohnten Beobachtungen des alltäglichen Wahnsinns, die feinen Serien und eine fünfseitige Reportage von der Achse des Bösen, die genauso exklusiv ist wie zwei Gastbeiträge.

Und noch exklusiver das Gimmick dieser Ausgabe: Ein wanderndes Haar, das in den Kopierer geraten und im Heft auf jeder Seite woanders ist – das soll uns der Spiegel erstmal nachmachen! Ein ganz, ganz dolles Ding!



Intime Interna am 16.03.2005, 13:24 Uhr

Wiedergutmachung für kötte Links

Im Zuge einer Umräumaktion auf dem Server waren einige Dateien kurzzeitig nicht erreichbar, z.B. einige Interviews und sonstiger PDF-Kram. Das ist nun alles behoben und zur Versöhnung wurden zwei Beiträge aus älteren Ausgaben des Lichtwolf ins Archiv gewuchtet: Was lustiges zum Angucken und was ernstes zum Nachdenken.




Hochschule am 06.02.2005, 20:47 Uhr

BVG vs. BVerfG

Also meinetwegen! Die in dem Beitrag "Freiburger Reaktionen auf das Karlsruher Urteil" verwendete Abkürzung "BVG" für "Bundesverfassungsgericht" ist auf vielfachen Wunsch in "BVerfG" geändert worden. Sie können aufhören, uns deswegen zu schreiben!


Hochschule am 01.02.2005, 18:22 Uhr

Geübter Polizeischutz bei kommender Demo

Die Demonstrationen gegen Studiengebühren am 3.2. werden, wenn man diesem Bericht glauben darf, von ungewöhnlicher Polizei behütet werden: Hilfssheriffs aus dem Irak, komplett mit Splitterschutz und Kalshnikow. Das kann ja heiter werden. (Schnell angucken bevor Yahoo! merkt, daß der Praktikant mal wieder die Fotos vertauscht hat!)



Intime Interna am 26.01.2005, 00:00 Uhr

Studiengebührenverbot gekippt

Das BVG hat Frau Bulmahns Hochschulrahmengesetz als unerlaubten Eingriff des Bundes in die Länderhoheit gekippt, damit auch das bundesweite Verbot von Studiengebühren und die Forderung, verfasste Studierendenschaften einzuführen. Der baden-württembergische Ausbildungsminister Frankenberg sagte am Freitag in der Freiburger PH die Einführung von Studiengebühren für das Wintersemester 2006/07 voraus. Vorher sind zwar noch Landtagswahlen in BaWü; aber zu glauben, die schwarze Pest im Süden abwählen zu können - das wäre noch illusorischer als die Hoffnung, der freie Zugang zur Universität würde in Zukunft eher gestärkt als geschwächt werden.


Intime Interna am 24.01.2005, 00:00 Uhr

Studiengebühren

Am 26.01. entscheidet das Bundesverfassungsgericht über das bundesweite Verbot von Studiengebühren. In der Mensa Rempartstraße wird die Urteilsverkündung ab 10 Uhr live übertragen, am Abend findet um 18 Uhr eine Vollversammlung in HS 2006 statt.


Intime Interna am 20.01.2005, 00:00 Uhr

Das neue Heft ist da.

Der 14. Lichtwolf ist fertig und kann im Archiv in Augenschein genommen, sowie anschließend (oder vorher) im Einkaufszentrum bestellt werden. Für lumpige 2 Euros bekommen Sie 32 wunderschön aufgemachte, auf edelstem Papier gedruckte Seiten Lichtwolf.


Intime Interna am 14.01.2005, 00:00 Uhr

Todesdrama in München! Moshammer ermordet!

Erst Flutwelle, dann das!! Moooossii, Neeeeein!

Aber zum Glück: "Die Fahnder entdeckten Hund Daisy unversehrt in dem Haus."


Intime Interna am 10.01.2005, 00:00 Uhr

eingeschränktes Rauchverbot für Kopftücher

Mit dem Ende der Weihnachtspause gilt in den Gebäude der Freiburger Uni Rauchverbot - wer trotzdem quarzen will, darf draußen bleiben. Eine schöne Idee aus dem innovativen Programm "Wenn Amerika das macht, muß es ja Weltspitze sein!", und das gerade in der Winterzeit.

Dem sozialen Frieden förderlich wäre es jedenfalls, wenn die Raucherzonen vor den Türen mit Elvis Presleys "In the Ghetto" beschallt würden. Das Geld dafür fehlt, wird doch wohl alles für die PR-Schleimer draufgegangen sein, die sich das Motto der Aktion ausgedacht haben: "Bei uns rauchen nur die Köpfe". Vermutlich weil vorher auch der Arsch gequalmt hat, was?




Intime Interna am 22.12.2004, 00:00 Uhr

Mit der CDU in die Weihnachtsferien

Wenn alle CDU-Mitglieder, die ihre Seilschaften, Kumpaneien und Finanztricks nicht geschickt genug verheimlicht haben und von irgendwas zurücktreten mussten, eine neue Mitterechts-Partei gründeten, würde die zwar keiner wählen wollen, aber dafür müsste sie sich keine Sorgen um Mitgliederschwund oder kalte Schultern der Lobbyisten machen.

Mit diesem besinnlichen Ausblick geht die Redaktion in die Feiertagspause und freut sich auf die Feierlichkeiten anläßlich des 25. Todestags von Rudi Dutschke am 24.12. Wir melden uns ab bis zum neuen Jahr - und dann gibt's auch schon die nächste Ausgabe!



Intime Interna am 15.12.2004, 00:00 Uhr

Die LiWoGA setzt sich fort

Der zweite Band der Lichtwolf-Gesamtausgabe ist fertig und kann im Einkaufszentrum für lumpige 5 Euro erworben werden. Band 1 und Band 2 kosten zusammen nur 7,50 Euro. Schnell zugreifen: Wer bis zum 20. Dezember bestellt, bekommt seine Gesamtausgabe noch vor Heiligabend und kann damit ungeliebte Verwandte verunsichern!


Intime Interna am 08.12.2004, 00:00 Uhr

Der zweite Band der LiWoGA...

...erscheint am 14. Dezember 2004. Vorbestellungen werden ab jetzt angenommen, und zwar im Einkaufszentrum.

Hurtig hin und Auftrag erteilen, um ein Weihnachtsgeschenk in Petto zu haben, das garantiert nicht enttäuscht, nicht zweimal unterm Baum liegt und vor allem nicht umgetauscht werden kann!


Intime Interna am 24.11.2004, 00:00 Uhr

Aus dem AStA...

...ist die dicke Luft schon wieder raus. Nach der gestrigen AStA-Sitzung gab buf-Renegat Martin Lyssenko (siehe Bericht vom 02.11.) bekannt, er werde sein Mandat niederlegen. Damit rückt ein dem u-asta treuerer Kandidat der buf-Liste nach und die Mehrheit von acht Sitzen ist wieder gesichert.

Schade, es hätte ja sooo spannend werden können!


Intime Interna am 10.11.2004, 00:00 Uhr

Entschuldigung angenommen.

Es ist ja nicht alles schlecht und dämlich in den USA. Einige der 49%, die nicht Bush gewählt haben, entschuldigen sich auf dieser Homepage bei der ganzen Welt für die anderen 51% in rührenden Webcam-Bildern.

Wie der durchschnittliche IQ und das Abstimmungsverhalten in den einzelnen US-Bundesstaaten zusammenhängen, zeigt diese Statistik.



Intime Interna am 06.11.2004, 00:00 Uhr

Bush Präsi, VV ereignislos

Eine kurze Notiz zu den beiden politischen Ereignissen dieser Woche: Georg Wilhelm Friedrich Bush ist zum US-Präsidenten wiedergewählt worden. Auf der Vollversammlung am 3. November wurde als Reaktion darauf eine Resolution gegen Studiengebühren verabschiedet und die Pöbelherrschaft gefeiert. Herr Schneidegger hat in der sich anschließenden Nacht auf einen Hinterhof gekotzt. Das wars.




Hochschule am 02.11.2004, 12:38 Uhr

Reform-Erpressung und u-Dämmerung

Der Beitrag "u-Modell ist nicht gleich u-Modell" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Hochschule am 02.11.2004, 12:16 Uhr

Reform-Erpressung und u-Dämmerung

Der Beitrag "Jede Stimme zählt - die bedrohte Mehrheit im AStA" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Intime Interna am 02.11.2004, 00:00 Uhr

"Wahlen" zwischen Not und Elend in den USA

Andernorts (Spiegel und alle anderen, die von dpa beliefert werden) berichten schon den ganzen Tag über die US-Präsidentschafts"wahlen". Daß es noch gar nichts darüber zu berichten gibt - außer daß sie heute stattfinden sollen - hält die Mischpoke von nichts ab: Seit heute morgen wird stündlich im Radio durchgegeben, in irgendeinem verschissenen Kaff an der Ostküste seien die Leute schon fertig mit Wählen und Bush mit 19 von 26 Stimmen der Sieger. Vielen Dank!

Wenn in zwei Wochen feststeht, welche Wahlanfechtungsklagen vor Gericht verhandelt werden, dann kann man langsam mal darüber nachdenken, den Wahlausgang medial aufzubereiten. Aber bis dahin muß man ja irgendwas schreiben, nöwahr liebe Kollegen?


Hochschule am 01.11.2004, 10:30 Uhr

Reform-Erpressung und u-Dämmerung

Der Beitrag "Gespräch mit u-Vorstand Daniele Frijia" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Intime Interna am 30.10.2004, 00:00 Uhr

In Sachen AStA-Mehrheitsverhältnisse

Wie angekündigt wird es am kommenden Dienstag, 2. November, auf lichtwolf.de ein feines Dossier zur bedrohten Mehrheit des gegenwärtigen u-Modells im AStA geben. Die kurze Erklärung des u-Modells aus unserer Sonderausgabe "Von Besetzern, Hetzern und Schwätzern" ist jetzt schon ins Archiv gepackt worden, um Uneingeweihten den Einstieg in die Materie zu erleichtern.

Wie ebenfalls bereits gemeldet, findet am 3. November um 18 Uhr eine Vollversammlung zur aktuellen Lage des u-asta im Audimax statt. Es wird interessant werden. Darum sollte jeder, der körperlich kann, eigenontisch dort auftauchen und sich nicht bloß auf die Berichterstattung des Lichtwolf verlassen!


Hochschule am 29.10.2004, 11:44 Uhr

Reform-Erpressung und u-Dämmerung

Der Beitrag "Gespräch mit AStA-Mitglied Martin Lyssenko" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Intime Interna am 27.10.2004, 00:00 Uhr

Krisis ahoi!

Der Teufel, der BaWü bislang besessen hat, ist nach auf Stuttgarter OB-Wahl erfolgter Schlägerei seiner Paladine zurückgetreten. Und auch in der beschaulichen Freiburger Hochschulpolitik geht es zu wie im Tollhaus: Die Mehrheitsverhältnisse im AStA sind ins Wanken geraten. Mehr dazu gibt es in einem ausführlichen Dossier auf lichtwolf.de, das Anfang nächster Woche kurz vor der Vollversammlung, auf der u.a. auch die bedrohte Mehrheit des u-Modells zur Sprache kommen wird, erscheint.

Die Vollversammlung findet am Mittwoch, 3. November 2004, um 18 Uhr s.t. im Audimax (KG II) statt.


Intime Interna am 22.10.2004, 00:00 Uhr

6000 Jahre Schöpfung

Gemäß James Ussher wird die Schöpfung morgen um 14:30 Uhr stolze 6000 Jahre alt. Schon mal jetzt Happy Birthday und alles Gute für die nächsten 1000 Jahre!




11.10.2004, 11:32 Uhr

Über den Lichtwolf

Der Beitrag "Was ist der Lichtwolf?" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.







Philosophistik & Misosophie am 04.10.2004, 03:58 Uhr

Weisheiten aus Redaktionsnächten

Urplötzlich, aus nächtlichem Himmel und kosmischen Sphären, eine Wahrheit, mir direkt auf die Zunge gelegt - über die Titelbilder der gedruckten Lichtwolfausgaben:

Je länger man interpretiert, desto mehr hat man recht.


Intime Interna am 02.10.2004, 00:00 Uhr

Höflichkeits-Offensive

In unserem Bestreben, binnen Jahresfrist zur meistgelesenen Zeitschrift Deutschlands zu werden, haben wir - Sie werden es vielleicht gemerkt haben - auf Höflichkeit umgeschaltet, das heißt wir siezen Sie, unsere Leser. Sollten Ihnen irgendwo auf lichtwolf.de Überreste unseres flegelhaften Kumpeltons ("Du", "Ihr") unterkommen bitten wir diese Relikte zu entschuldigen und uns gegebenenfalls darauf aufmerksam zu machen.

Abgesehen davon läuft heute unser zweiter Versuch einer eBay-Auktion aus: So eine LiWoGA kostet nicht viel und macht Freude!


Intime Interna am 25.09.2004, 00:00 Uhr

LiWoGA ein Flop?

Verdomme, nun stand ein Exemplar des ersten Bandes der LiWoGA (Lichtwolf Gesamtausgabe) eine Woche lang bei eBay herum - und keiner hat geboten!

Lag es daran, daß die LiWoGA in der Rubrik "Männermagazine" eingeordnet war? Oder ist die Kaufkraft inzwischen derartig im Keller, daß noch nicht einmal mehr ein Euro fuffzig für ein Stückchen Kultur übrig sind?

Na also, nun mal flott zur verlängerten eBay-Auktion und kräftig bieten!


Intime Interna am 18.09.2004, 00:00 Uhr

Konsumterror nun auch hier

Das Einkaufszentrum ist nun also an den Start gegangen und damit nicht nur der sog. Spreadshop zum Kleidung Kaufen oder der Service zur Nachbestellung von alten Lichtwolf-Ausgaben, nein, auch unsere erste eBay-gestützte Veräußerung läuft bereits.

Man darf gespannt sein, ob und wie lange sich der Lichtwolf in den gefährlichen, düsteren Gewässern des Kapitalismus halten kann!


Intime Interna am 09.09.2004, 00:00 Uhr

So lehren wir im Jahr 3000

Das kommentierte Vorlesungsverzeichnis für die Freiburger Philosophie im kommenden Semester ist noch immer nicht online. Dafür aber schon der Lehrplan für das Wintersemester 3004 (man richte den Blick auf den Titel des Brauserfensters). Die Selbstverständlichkeit, mit der sich die sonst so umtriebigen Lehrenden schon jetzt auf ihre Veranstaltungen in 1000 Jahren festlegen, wirft die Frage auf, ob diese Herrschaften nicht etwas über Leben und Tod wissen, was alle Menschen anginge.



Intime Interna am 01.09.2004, 00:00 Uhr

Was sich so alles findet...

...wenn man nach sich selbst googlet: Offenbar macht der Lichtwolf inzwischen auch in Gynäkologie.


Intime Interna am 31.08.2004, 00:00 Uhr

Sommerpause vorbei!

Heute vor 140 Jahren ist Ferdinand Lassalle wie ein richtiger Philosoph an den Folgen eines Duells, geführt um das Herz einer schönen Frau, gestorben.

Eine schöne Okkasion, das Ende der Sommerpause von lichtwolf.de zu verkünden. In den nächsten Tagen werden die beiden lang angekündigten Innovationen eröffnet: Das Einkaufszentrum mit toll-Merchandise und die Quasselbude zur Gegenkommunikation.


Intime Interna am 31.08.2004, 00:00 Uhr

Affenartige Enthüllungen aus der Redaktion

Hinweise darauf, warum es Kollege Schneidegger so schwerfällt, mit dem Anrotzen fremder Leute und vor allem dem Rauchen aufzuhören, finden sich in diesem Bericht über die sympathische Affendame Feili.


Sozialphänomenologie am 28.07.2004, 14:16 Uhr

Wesensfügung im Sommer

Ich bin machtlos

darum bin ich friedlich.

Die Aussicht, nie etwas mit diesen Leuten

Da draußen, da unten

zu tun zu haben.

Und mit dem, was sie darstellen

macht mich stark um mich selbst.

Denn es erspart mir

mich wie eine geisteskranke Kakerlake

in den Sonnenschein zu drängeln

sobald jemand das Licht anmacht.



Intime Interna am 08.07.2004, 00:00 Uhr

Hört das Sterben denn gar nicht auf?

Nun ist auch noch Chlodwig Poth gestorben, nur zwei Tage nach Bernd Pfarr! Wer ist der nächste?! Henscheidt?!

Die Götter zürnen, man merkt es auch am Wetter.

Unabhängig davon gilt es kundzutun, daß die nächste Ausgabe des Lichtwolf erst in der zweiten Monatshälfte des Juli erscheinen wird. Der verantwortliche Chefredakteur, dr faustus, ist bereits wegen Revolutionsverschleppung von einem Redaktionstribunal dazu verurteilt worden, Heideggers Antrittsvorlesung aus dem Gedächtnis rückwärts aufzusagen. Er gelobt Besserung.


Intime Interna am 07.07.2004, 00:00 Uhr

Was es heute neues gibt...

Neben Halvdasons Namenshermeneutik über den neuen BuPrä Hoschi Köhler auf der Titelseite und Cy D. Fects Räsonieren "Von Herren und Sklaven" im Archiv sind nun wie versprochen zwei MP3s aus der Radiosendung vom 25.06. zum Thema u-asta und CDU-Besetzung online.

Zu hören ist darin Studiogast Corner Stone, der seinen sauber recherchierten "Sachverstand" beisteuerte (Merci an Radio Dreyeckland!).


Intime Interna am 07.07.2004, 00:00 Uhr

Sondermann ist tot. :(

Bernd Pfarr ist gestorben. Mehr dazu auf der Seite seines wichtigsten Wirkungsfeldes, der Titanic (die Zeitschrift, nicht das Schiff!!).


Intime Interna am 05.07.2004, 00:00 Uhr

Rehaklit hat es geschafft!

Die Griechen sind beste Fussi-Mannschaft Europas und damit gleich auf mit den Deutschen, die - wie anno 2002 taxiert - zweitbeste der Welt sind.

Frohsinn löst das aus, wie auch dieser Bericht auf Yahoo!, der wohl vom Orakel diktiert worden ist: "Ein großer Bahnhof in Athen ist programmiert."

Außerdem wird der griechische Rundfunk zitiert mit den Worten: "Die Hauptstadt und das Land brennen und beben."

Früher war das kein so gutes Zeichen, aber Ouzo und norddeutsche Trainerkunst werdens schon richten. Hellas!

P.S.: Es heißt hier bewußt Rehaklit statt Rehakles, wir sind ja nicht im Kindergarten!


Hochschule am 02.07.2004, 11:04 Uhr

Von Besetzern, Hetzern und Schwätzern II

Der Beitrag "Mit vollem Mund spricht man nicht!" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Intime Interna am 02.07.2004, 00:00 Uhr

FSK zum Anfassen

Dem Dossier "Von Besetzern, Hetzern und Schwätzern II" ist die Einladung des u-asta zu einer "Schnupper-FSK" mit anschließendem Grillen im Hinterhof der Belfortstraße 24 hinzugefügt worden. Du machen klick hier für gucken.

Wer sich kaum noch auf den Beinen halten kann vor lauter Vorfreude auf die MP3s von Corner Stones Auftritt in der Sondersendung auf Radio Dreyeckland, soll sich ruhig hinsetzen und gedulden: Verhandlungen & Beratungen über die Veröffentlichung der Mitschnitte laufen noch.


Intime Interna am 30.06.2004, 00:00 Uhr

In Sachen u-asta vs. u-asta

Was sich seit der Veröffentlichung unseres Berichts vom 19.06. über die Krise des u-asta in diesem Zusammenhang getan hat, könnt ihr im zweiten Teil des Dossiers nachlesen.

Wir bemühen uns, morgen noch einige MP3-Mitschnitte der Sendung vom 25.06. auf Radio Dreyeckland nachzureichen, in der Corner Stone als Sachverständiger zum Thema Unistreik, CDU-Besetzung und u-asta glänzte.


Intime Interna am 24.06.2004, 00:00 Uhr

Hoppla!

Da ist wohl in der (in anderthalb Stunden ausverkauften) ersten Auflage der Sonderausgabe zum Zerfall des u-asta das Impressum verloren gegangen. Wer eine Ausgabe erworben hat und nötig ein Impressum braucht, soll sich per email an versand (ät) lichtwolf.de wenden, um sein Exemplar der ersten gegen eines der druckfrischen zweiten Auflage einzutauschen, bei der wir acht darauf gegeben haben, daß die erste Seite nicht nach unten verrutscht...

Wem das zu umständlich ist, dem sollen die Aussagen unseres Haftungsausschlusses genügen, in dem auch alles presserechtlich erforderliches drinsteht.

(Sowas kommt dabei raus, wenn man Jurastudenten und Buchsen unabhängig informieren will!!!)


Intime Interna am 23.06.2004, 00:00 Uhr

Morgen mittag.......

erscheint nicht nur das neue u-asta-Info sondern auch

das erste Lichtwolf Sonderheft - "Von Besetzern Hetzern und Schwätzern".

Zu kaufen gibt es diese 36 Seiten pralle Information ab 12:30 Uhr vor der Mensa (Rempartstr.) zum Preis von nur einem Euro.

Es handelt sich bei diesem Heft um eine überarbeitete und erweiterte Fassung des bereits seit Samstag auf unsere Homepage stehenden Dossiers.

Prost!



Intime Interna am 14.06.2004, 00:00 Uhr

Montagswitz für Historiker

...und nur für Historiker -- für KEINEN sonst!!*

Wie nennt man jemanden, der Sozialgeschichte für Nippes hält?

- Nichtwehler.

Und wie nennt man einen, der gerade in Bielefeld mit dem Geschichtsstudium angefangen hat?

- Erstwehler.

(*Wer diese Witze nicht versteht, soll mal hier lesen. Wer sie nicht versteht, obwohl er oder sie Historiker ist/wird, soll zusehen daß er oder sie aus diesem Studienfach verschwindet!)





Intime Interna am 11.06.2004, 00:00 Uhr

Tödliche Astronomie

Wie erst jetzt bekannt wurde, könnte der sog. "Venustransit", der am Dienstag dieser Woche zu beobachten war, für die Zuschauer grauenvolle Spätfolgen haben. Recherchen des Lichtwolf Magazins ergaben, daß ausnahmslos jeder, der Zeuge des letzten Venustransits vor einigen Jahren war, inzwischen gestorben ist.

Das Ministerium für Heimatschutz bestätigte diesen Befund auf Nachfrage und schließt einen terroristischen Hintergrund nicht aus.


Intime Interna am 07.06.2004, 00:00 Uhr

Montagswitz...

...zum "schönen" Wetter. Die Titanic macht es vor, wir machen es nach.

Was ist der Unterschied zwischen unserer Uni und einer Tombola (abgesehen davon daß selbst die schissigste Dorffest- Verlosung spannender ist)?

- In der Tombola sitzen die Nieten nicht auf der Treppe rum.


Intime Interna am 04.06.2004, 00:00 Uhr

Laß meine Familie in Ruhe, Drecksack!

Michael Moore hat es im wahrsten Sinne nicht leicht: Als wäre das Schicksal Übergewicht nicht schon schwer genug zu tragen, fahren ihm nun auch noch allerhand demente Opas an die Sackkarre. Während George Bush sen. sich in Tränen darüber echauffiert, daß seine hochbegabte Gattin und der gemeinsame Sohn George jun., der von ihr sicher eine gute Handvoll Chuzpe abbekommen hat, in Moores neuem Film im O-Ton zitiert (und somit vorgeführt) werden, schimpft der auch nicht mehr ganz frische Ray Bradbury den dicken Moore einen "dämlichen Drecksack" ob des Zahlendrehers im einstmals noch respektablen Werk "Fahrenheit 451", auf das Moores Doku-Streifen "Fahrenheit 9/11" aus bislang noch nicht einsichtigen Gründen anspielt.


Intime Interna am 01.06.2004, 00:00 Uhr

Oh Pfingsten!

Nachdem also Jesus, unser HErr, aus der Gruft geklettert und auf seine Jünger mit einem Flammenwerfer losgegangen war, konnten Sie jäh in allen Sprachen der Erde kommunizieren: "Yaaargh!"

Versteht man überall. Was in Babylon noch böse gemeint war, wird nun gut, und vielleicht, liebe "Gemeinde" ist das die Lehre, die auch wir für unser täglich Walten aus der heilige Pfingstgeschichte ziehen können. Gerade in unserer heutigen, hektischen Zeit. -

Die Feiertage sind indes alle pflichtgemäß geschändet worden, um lichtwolf.de im Akkord zu überarbeiten. Ob die Jünger Jesu da auch panisch "Yaaargh!" schreiend getürmt wären beim Anblick dessen?

Man kann ja mal gucken.





Lebenswelt am 19.05.2004, 11:00 Uhr

heads and hands 2004 - Der Bericht

Der Beitrag "heads and hands 2004 - Außenbeziehungen nach Augustinus" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Lebenswelt am 19.05.2004, 10:59 Uhr

heads and hands 2004 - Der Bericht

Der Beitrag "heads and hands 2004 - Chancen gleich Null" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Lebenswelt am 19.05.2004, 10:58 Uhr

heads and hands 2004 - Der Bericht

Der Beitrag "heads and hands 2004 - Ethikum für sonntägliche Besinnung" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Lebenswelt am 19.05.2004, 10:57 Uhr

heads and hands 2004 - Der Bericht

Der Beitrag "heads and hands 2004 - Fotogalerie" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Intime Interna am 15.05.2004, 00:00 Uhr

heads and hands Gäste!

Willkommen auf der globalen, flexiblen, mobilen usw. tollen Homepage des Lichtwolf-Magazins. Wer sich nach wie vor für unser de-qualification Seminar anmelden will hat Pech - das war schon. Nämlich nie!

Aber ihr könnt euch trotzdem zurückbilden: Einfach die aktuelle Ausgabe bestellen, kostet einen Euro und läuft via email an redaktion AT lichtwolf.de (Postanschrift und Bezahlweg angeben). Oder bestellt gleich die Gesamtausgabe mit allen bisherigen Lichtwölfen - kostet nur 10 Euro und wir alle wissen, daß ihr euch das leisten könnt!


Intime Interna am 10.05.2004, 00:00 Uhr

"Kleine" Unterschiede

Den wesentlichen, d.h. akzidentiellen Unterschied zwischen Europa (dem reifen) und den noch werdenden US of A fängt dieses Bild ein.



Intime Interna am 21.04.2004, 00:00 Uhr

April-Lichtwolf ist fertsch!

Der neue Lichtwolf zum Anfassen ist da. 10 neue exquisite Seiten zum Lesen und rückseitig Beschreiben. Erhältlich ist das Ding via Fachschaft Philosophie in Freiburg und über die bekannten dunklen Kanäle, ab irgendwann demnächst auch hier im Onlineshop.

Einen Vorgeschmack auf die aktuelle Ausgabe gibt es hier.


Intime Interna am 17.04.2004, 00:00 Uhr

Mädchen sind Streber

Wie sich zeigt, lernen weibliche Schimpansen schneller als männliche, weil diese nur Blödsinn im Kopf haben, während jene der gnädigen Frau Mama auf die Finger gucken. Nachzulesen gibt's das in der aktuellen Nature, womit dann auch geklärt wäre, warum die Jungens in unserer Klasse immer den Mädels an den Haaren gezogen haben. Alles um den Klassenschnitt eben zu halten.




Intime Interna am 22.03.2004, 00:00 Uhr

Großartige Karikaturen

...gibt es bei den Kollegas von nichtlustig.de. Das Archiv mit Allegorien über Nilpferde, Außerirdische, Lemminge und anderes Getier (inkl. Normos) findet gar kein Ende mehr und kann eine unterhaltsame gute Stunde bei Laune halten. Aber wie!


Intime Interna am 09.03.2004, 00:00 Uhr

Nachtrag zum WFT

Wenn das Auge wieder langsamer als die Gedanken den Buchstaben hinterherkriecht und "Weltfrauentag" irrtümlicherweise als "Weltuntergang" liest - was würde Sigmund Freud dann wohl dazu zu sagen haben?


Intime Interna am 08.03.2004, 00:00 Uhr

Frau + Webcam = schlimm

Zum Weltfrauentag was feines: Wie Mann produktive Ruhe im Büro wiederherstellt.


Intime Interna am 25.02.2004, 00:00 Uhr

In den Knast für Adorno

Der Hamburger Zigarettenscheich Reemtsma sieht es nicht gern, wenn mit seinen Besitzungen Schabernack getrieben wird. Darum hat er eine Meute von Rechtsanwälten auf einen Studenten losgelassen, der es gewagt hat zwei Adorno-Texte ins Internet zu stellen, die der Reemtsma genauso als Privateigentum betrachtet wie seine gigantomanischen Tabakplantagen in Afrika. Der Frankfurter Teddybär wäre stolz auf den Erbschleicher seiner Gedanken.

Über die ganze Geschichte berichtet in durchaus lesenwerter Manier die taz.


Intime Interna am 22.02.2004, 00:00 Uhr

Kant ist unfähig (wäre).

Nachdem sich all der zum 200. Todestag aufgewirbelte Medienmist in den letzten Tagen wieder etwas legen konnte und die Öffentlichkeit für die nächsten 50 Jahre von weiteren Ausbrüchen des Kantismus verschont bleibt ist es nun an der Zeit, einen zwar nicht wirklich brauchbaren, aber wenigstens kurzweiligen Text aus der düsteren Periode anzuzeigen, in der selbst der von schwerer Geisteskrankheit gezeichnete F.J. Wagner was zu/über Kant zu sagen hatte.

Das ist bemerkenswert, weil der seriöse Wiener Standard mit seiner Überlegung, ob Kant an einer Elite-Uni, wie sie unseren Regierenden vorschwebt, angenommen worden wäre, die Vorlage für Wagners restlos verblödetes Aktualitätsgesülze liefert.



Intime Interna am 13.02.2004, 00:00 Uhr

Widersprüchliche Welt

Dialektik in alltäglicher action: Kaltes Wasser macht dünn, warmes Wasser kostet Millionen.



Intime Interna am 09.02.2004, 00:00 Uhr

Ratten produzieren unter Hochspannung Ozon

Wer hätte es gedacht: Wenn man eine Ratte in ein zehn Kilovolt starkes EM-Feld setzt, produziert sie große Mengen an Ozon und womöglich vieler anderer bösartiger Stoffe.

Diese großartige neue Erkenntnis hat die Menschheit dem Pacific Northwest National Laboratory zu verdanken, das seine Studie in der Zeitschrift "Bioelectromagnetics" (Jg.25, Ausg.2, S.107-113) veröffentlicht hat; den dazugehörigen Abstract gibt's hier, und zuerst stand's - wie immer - im Lichtwolf.


Intime Interna am 06.02.2004, 00:00 Uhr

Abschiedsvorlesung Prof.Scholz

Am 11. Februar hält Prof. Dr. Rüdiger Scholz von der Freiburger Germanistik seine Abschiedsvorlesung. So weit, so unspektakulär. Aber der Ciao-Vortrag mit dem schlichten Titel "Ende." verspricht in seinem Untertitel interessante Wortlaute: "Germanist an der Universität Freiburg 1968 - 2004. Ein Blick zurück - eher im Zorn. Eine Rede an die Studierenden."

Wer Herrn Scholz vor dessen Verbravung erleben durfte, wird ahnen, was sich in dem Mann an Wut auf Uni-Obrigkeit und Strukturen angesammelt haben und am 11.02. wortgewandt entladen wird...

"Ende.", Abschiedsvorlesung von Prof. Scholz: 11. Februar 04, 11 Uhr c.t. in HS 1015 (Uni Freiburg).


Intime Interna am 05.02.2004, 00:00 Uhr

Dumm fickt gut

...oder zumindest öfter, was die Chance auf ein Mitdasein als bonbaisant rein statistisch erhöht.

Aber das ist auch gar nicht der Punkt, sondern: Schlaue Leute haben herausgefunden und dem "Scientific(k) American" mitgeteilt, daß das Gehirn nun doch eine nicht unerhebliche Rolle bei der Partnerwahl spielt. Sogar bei Männchen. Offenbar wurde diese implizit allen irgendwie längst vertraute Eigenheit durch Gespräche mit Affen, aus denen hervorging, wie sich Bruder Schimpanse den Kopf darüber zerbricht, in was für Schwierigkeiten ihn ein Quickie unterm Schwingrad bringen könnte.

Alles brühwarm nachzulesen im "Scientific Anmerican.




Intime Interna am 31.01.2004, 00:00 Uhr

Vogelgrippe grassiert

Chefredaktion zu 50% todkrank, daher ist folgendes von ihr zu erfahren:

Wenn man sich feucht und brockig auf dunklen Hosenstoff niest,

sieht's aus wie Samenauswurf,

selbst nach dem Abwischen noch.

Oma wird wieder Fragen stellen - bevor sie das alles in die Waschmaschine steckt

und Mutter Natur, der dreckigen Schlampe, was zum Schlucken gibt.

Wer Augen hat, der lese!



Hochschule am 24.01.2004, 16:30 Uhr

Uni-Streik: Bericht aus dem besetzten Freiburg

Der Beitrag "Uni-Streik: Fotos & Links" von Timotheus Schneidegger wurde diesem Dossier hinzugefügt.



Intime Interna am 21.01.2004, 00:00 Uhr

Lage der Nation

Wer die Rede von George W. Bush zur Lage der Nation verpasst hat, mag sich bei den Kollegen von ebaumsworld.com schlaumachen. Dort gibt es die Rede, die Millionen von Menschen berührt hat, nochmals für zum Angucken. Nie zuvor hat ein Politiker soviel Mut zur Wahrheit gehabt.



Intime Interna am 16.01.2004, 00:00 Uhr

In Rezensione Veritas

Selten genug kommt es vor, daß Rezensenten durch Bescheidenheit glänzen. Und noch seltener, daß eine Rezension hält was sie verspricht. Geradezu in ekstatische Begeisterung bricht das Man aus, wird es einer solchen gewahr, die sich selbst genauso wenig schont wie das Rezensierte. Ein Musterbeispiel dafür findet sich bei amazon.de. Die Rezension ist überschrieben mit "macht Spaß aber ein par Fehler" - das trifft auf jeden Fall für den Text zu. Ob das Rezensierte damit gleichermaßen passend bedeutet ist, lässt sich nun nicht so fix sagen.

Wie es um den deutschen Geist bestellt ist lässt sich übrigens daran erkennen, daß bisher nur 2 von 102 diese Rezension "hilfreich" fanden. Intolerantes Dreckspack.


Intime Interna am 15.01.2004, 00:00 Uhr

Polemik!!!

Neu im Programm: Die im Nachlaß des Sar auf Etz aufgefundene Replik auf Tilo Wesches Artikel "Der unbewältigte Heidegger" (siehe dort ->).

Was lag näher, als die (leider, leider!) gekürzte Polemik gerade jetzt zu veröffentlichen, wo Herr Wesche höchstselbst am heutigen Abend (20h c.t.) in HS3118 der Uni Freiburg einen Vortrag über Kierkegaard halten wird?


Intime Interna am 14.01.2004, 00:00 Uhr

Style over Substance!

Juchhe, die erste Etappe der monströsen Drei Königs-Plackerei ist geschafft, nun sieht lichtwolf.de auch richtig nach was aus! Naja...


Intime Interna am 10.01.2004, 00:00 Uhr

Tut sich was?

...oder nicht? Momentan ist lichtwolf.de noch nicht der altbekannte Wirbelwind an Aktivität.

Das hängt damit zusammen, daß von der ganzen Chose hier gerade mal das Frontend (=was ihr seht) präsentabel ist, am Administrations-Ding wird noch schwer gearbeitet, d.h. die Redaktion hat noch gar keine Möglichkeit, lichtwolf.de mit Beiträgen zu fluten.

Ab Mitte Januar sollte sich das ändern.

Ach ja: Frohes Neues!




Intime Interna am 18.12.2003, 00:00 Uhr

lichtwolf.de online!

Juchhe, der Lichtwolf hat sein eigenes Plätzchen im Weltnetz aufgemacht.

Bislang isses -- zugegeben! -- noch reichlich spartanisch und voller Ungeziefer ("bugs"), aber wir haben ja Zeit! Außerdem passt es irgendwie zu unserem symbadischen Magazin.

Fröhliche Weihnachten!












Sozialphänomenologie am 10.10.1998, 23:49 Uhr

Die Eiche

(Oktober 1998)

Da war einmal eine Eiche -so! fett-

und die weinte.

Ich ging zu ihr hin und fragte sie etwas.

Wenn eine Eiche weinen kann,

kann sie auch sprechen.

Und sie erzählte mir etwas

und dann fällte ich sie.




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Sarrazins größter Alptraum und weitere Ungeheuerlichkeiten aus Philosophie und Popkultur in Lichtwolf Nr. 33 vom Frühling 2011. Kostet nur monströse 6,80 Euro, das dicke Heft!



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Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf 1/2013 (Nr. 41), März 2013

Titelthema: Experten

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Das nächste Heft erscheint am 20. Juni 2013 mit dem Titelthema Der #@%*! Gottes. »» Abonnieren


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