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Lichtwolf Nr. 55 (3/2016)

Erschienen im September 2016, Titelthema: Nasen & Füße


Lichtwolf Nr. 55 (3/2016)

106 körperbetonte Seiten übers Laufen, Lecken, Duften und Riechen: Ballett, Hornhaut und Schweißfüße sowie Fliegen, Köln, Wilhelm Schapp und Peter Trawny.

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Lichtwolf Nr. 55 (3/2016) ist auch als DRM-freies E-Book zum Preis von nur 3,99 EUR erhältlich:


Nasen und Füße haben vieles gemeinsam, was sie trotz und wegen ihrer Unterschiedlichkeit zum Ausgangspunkt der philosophischen und popkulturellen Exkurse dieser Ausgabe macht. Es sind seltsame Körperstellen, in der Kunst ohne Satire (oder Allgemeinheiten wie Haken-, Stups- und Knubbelnase) schwer darzustellen. Beim Fuß ist das entschuldigt dadurch, dass er uns meist in Socken und Schuhen verborgen begegnet, selbst wenn es der eigene ist. Nasen dagegen ragen uns kaum zu verbergen aus jedem Gesicht entgegen, nur die eigene bleibt spiegellos im toten Winkel.

In der Genesis hat Gott den Lebensodem dem Menschen durch die Nase eingeblasen, die am Kopf sitzt, von dem aus die Hegelsche Dialektik von Marx auf die Füße gestellt worden ist. Nasen und Füße verweisen einerseits auf den Mängelcharakter des Menschen, mit dem sich Marc Hieronimus eingangs (nach Bdolfs Propädeutikum) befasst. Vom niederen Menschsein hinauf zu den höchsten Künsten, die sich andererseits auf Füße und nasale Stimmorgane stützen (und diese damit zum Wohlgefallen des Publikums ruinieren) – namentlich Ballett und Tenorgesang – geht es mit dem sachkundigen Osman Hajjar.
Fuß- und Nasenfetischisten bietet diese Ausgabe nicht bloß mannigfache Wichsbilder, sondern auch theoretisch-literarisches Unterfutter. Dazu gehören neben Bdolfs übers ganze Heft verteilte füllosophische Döntjes zum Titelthema besonders Martin Köhlers Untersuchung des Popelns und das Portrait von Wilhelm Fließ und anderen Nasexuellen, welches das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus (IPuP) vorlegt.
Popeln kann man auch zwischen den Zehen, wo sich Hornhaut, Sockenflusen und geronnener Schweiß zu einem infektiösen Bio-Parmesan verdicken: Mit dem Gehen als schwieriges Wandern in der Literaturgeschichte befasst sich Jürgen Nielsen-Sikora, während Reiseessayist Michel Helming so weit die Füße tragen aus der Praxis von Homer, Hornhaut und Gastfreundschaft referiert. Aus diesen Sphären des Fußgebrauchs im hundert Jahre währenden Zeitalter seiner technischen Ersetzbarkeit (Stichwort: ökologischer Fußabdruck) stammt auch Karl Krausens Ode auf den Fort-Schritt, an die weiter hinten ein Fackel-Text über Irrationalismus am Beispiel von Fußschweißbehandlungen anknüpft.
Damit ist der Bogen geschlagen zum Topos Riechen, das Nasen und Füße – aktiv und passiv – gemein haben. Georg Frost schlägt zu diesem Unterthema das Ästhetik-Handbuch auf. Stefan Rode liest aus Süskinds „Das Parfum“ eine Kulturgeschichte von Duft und Gestank heraus und abermals Kollege Frost geht am Riechkolben vorbei in die Nebenhöhlen, deren Funktion bis heute unklar ist. Und noch ein Stück weiter geht Wolfgang Schröder unter der Fragestellung, wie die Welt in den Schädel hinein- und die Kunst aus diesem herauskommt.

Der tragbare Gedanke eröffnet den hinteren Heftteil, worin Schneidegger die Geschichtenphilosophie Wilhelm Schapps auf politische Erzählungen wie die Kölner Silvesternacht anwendet, mit der sich auch Osman Hajjar befasst und für eine Überwindung von Orientalismus und Okzidentalismus plädiert. Tobias Stenzel stellt die Fliege als Viehlosovieh und Michael Helming den vergessenen Kant-Übersetzer und Kultgründer Edgar James Neal vor. Nach den Kurzrezensionen folgt die Langrezension bzw. Übersetzung von Peter Trawnys „Technik.Kapital.Medium“ aus Schneideggers Feder, eine Feier toter Handwerker durch Bedolf und die Aphorismen pro domo et mundo. Gekrönt wird diese Herbstausgabe von Patrick McGrath Muñiz’ Gemälde „Adoracion Capital“, das die Rückseite des Hefts ziert.

aus dem Inhaltsverzeichnis:

S. 005 (Lebenswelt):
Propädeutikum und Prolegomena zum Thema Nasen & Füße

11 Thesen über Nasen und Füße, der Jugend zum Geleit...
von Bdolf

S. 006 (Sozialphänomenologie):
Die Krone der Mängelwesen

Nasen und Füße scheinen mehr als andere Körperteile zu beweisen, dass der Mensch im Vergleich nicht etwa die Krone der Schöpfung, sondern vielmehr ein Mängelwesen ist. Aber jeder Blick trügt, der nicht von weit genug außen kommt.
von Marc Hieronimus

S. 012 (Lebenswelt):
Menschenskinder

Man wird in eine Welt geboren, deren Gestank einen die Nase verfluchen und grobe Ablenkung suchen lässt.
von Bdolf

S. 013 (Sozialphänomenologie):
Stufen zum Nichts: Nasen & Füße

Die Kolumne befasst sich dieses Mal komparativ mit Rotzen und Popeln bei Fußballspielern und Philosophen.
von Martin Köhler

S. 014 (Kultur(terrorismus)):
Nasen, Sex und Wissenschaft

Der Nasenfetisch ist der Underdog unter den sexuellen Abweichungen und wurde von Wilhelm Fließ wissenschaftlich geadelt, wenn auch nicht zum Vorteil seiner Patienten. Einen sympathischen Einblick in die Welt eines Nasenfetischisten bietet Krafft-Ebing.
von IPuP-Press

S. 020 (Philosophistik & Misosophie):
Die Ästhetik von Nase und Fuß

Ein Blick ins philosophische Lexikon anhand der beiden titelgebenden Körperteile und ihrer Ästhetik
von Georg Frost

S. 022 (Kultur(terrorismus)):
Spitzenkünstler

Wer sich für Schönheit und Kunst die Fußgesundheit ruinieren will, geht zum Ballett, um totale Herrscher zu unterhalten – und in Konkurrenz zu denen zu treten, die zum ähnlichen Zweck aus ihrem Atemwegssystem einen brutalen Tenor schöpfen.
von Osman Hajjar

S. 031 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Niemand bleibt auf der Strecke

Ich habe keine Nase (mehr) und will aber riechen, habe keine Füße (mehr), muss aber dringend wohin laufen -
von Bdolf

S. 032 (Kultur(terrorismus)):
Über das Gehen

Die Literaturgeschichte ist voll gerechten Lobes für den aufrechten Gang, bringt die lesende Waldgängerin damit aber in eine knifflige Situation.
von Jürgen Nielsen-Sikora

S. 034 (Kultur(terrorismus)):
Von Homer und den Hornhäuten

Per pedes reisen befreit die Gedanken. Hat man unterwegs eine passende Bleibe gefunden, so stellt man die Schuhe in die Ecke und erfreut sich mit Homer von Kopf bis Fuß seines Gastseins...
von Michael Helming

S. 042 (Lebenswelt):
Der Fortschritt

Wir kommen schneller an Orte, wo wir nichts zu suchen haben, und wir können uns anhand von Photos von dem überzeugen, was wir nie angezweifelt haben – all das verdanken wir dem Fortschritt.
von Karl Kraus

S. 048 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Nasen- und Füße-Lehrgeschichten

Sach- und Fachtexte zum Themenfeld „Nasen/riechen – Füße/Geruch/Pilze“
von Bdolf

S. 050 (Kultur(terrorismus)):
Du riechst so gut…

Süskinds Roman „Das Parfum“ enthält eine kleine Kulturgeschichte des Geruchs – von dessen schamvoller Ächtung, über seine bürgerliche Eindämmung bis hin zur dekadenten Duftmagie heutiger Tage.
von Stefan Rode

S. 056 (Lebenswelt):
Der Fluch der hohlen Birne

Niemand weiß, wozu sie gut sind, und dass man sie überhaupt hat, erfährt man nur leidvoll durch ihre Entzündungen: die Nasennebenhöhlen.
von Georg Frost

S. 058 (Philosophistik & Misosophie):
Die Handschrift des Kopfinnern

Im „Schutzraum inwendiger Selbstreferenz“ ist man allein mit seinen Gegenständen. Die Kunst gibt Hinweise, wie das Werk – durch Technik und Symbole beschränkt und ermöglicht – aus dem Kopf in die Welt kommt.
von Wolfgang Schröder

S. 067 (Irgendwas mit Medien):
Vorsicht!

Ein Text aus der Fackel Nr. 838-844, September 1930, S. 106-107 zum brisanten Thema Schweißfüße und Wunderheilung.
von Karl Kraus

S. 068 (Philosophistik & Misosophie):
Der tragbare Gedanke 55

Kleine Texte zum langen Nachdenken nach kurzem Lesen.
von Bdolf, Filbinger, Jean-Baptiste O´Lebigmac, Michael Helming, Tobias Stenzel, Wolfgang Schröder

S. 070 (Politik):
Die politische Erzählung

Für Wilhelm Schapp ist alles über Geschichten vermittelt und es spricht einiges dafür, auch politische Ereignisse wie AfD, Amok und Köln über eine Phänomenologie ihrer Erzählung besser verstehen zu können.
von Timotheus Schneidegger

S. 080 (Lebenswelt):
Viehlosovieh: Fliege

„Flieglein, süßes“ im Spiegel von Literatur und Popkultur
von Tobias Stenzel

S. 082 (Politik):
Sex, Gewalt und Muslime

Der Orientalismus pflegt das Stereotyp einer ausgeprägten Sinnlichkeit, die für das Christentum das Befremdlichste am Islam ist und besonders muslimischen Männer eine prinzipielle Irrationalität zuschreibt. Es gibt aber auch den Okzidentalismus.
von Osman Hajjar

S. 091 (Kurz und Klein):
Kurz und Klein 55

Rezensionen aktueller (und klassischer) Buchtitel in unter 800 Zeichen.
von Bdolf, Marc Hieronimus, Martin Köhler, Michael Helming

S. 092 (Philosophistik & Misosophie):
Wildes Leben und gesunder Menschenverstand

Was soll man von einem Philosophen halten, der einen Tempel baut und sich die Seele brennbar denkt? Könnte man doch noch die Kant-Übersetzung von Edgar James Neal (1791-1836) lesen...!
von Michael Helming

S. 094 (Philosophistik & Misosophie):
Philosophie wohnt am Nichtort der Unmöglichkeit

Die Zeit der großen Erzählungen der Welt ist vorbei. Wohin man auch blickt, was immer man sich vorstellen kann, alles ist bestimmt von Technik, Kapital und Medium. Das ist notwendig der Fall, so Peter Trawnys hoffnungsfreie Analyse.
von Timotheus Schneidegger

S. 102 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Tot zu sein…

...bedarf es wenig und wer tot ist, ist ein König -
von Bdolf

S. 103 (Philosophistik & Misosophie):
Pro Domo et Mundo 55

Sentenzen für Latrinentür und Rasierspiegel
von Filbinger, Michael Helming, Timotheus Schneidegger, Wolfgang Schröder


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