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Lichtwolf Nr. 52 (4/2015)

Erschienen im Dezember 2015, Titelthema: Bitte / danke


Lichtwolf Nr. 52 (4/2015)

Höflichkeit und Dankbarkeit, Schenken und Schulden, Benehmen und Vergeben sowie eine Extraportion Politik, Kant und Miesmuscheln auf 100 Seiten.

ISBN 9783941921566

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Lichtwolf Nr. 52 (4/2015) ist auch als DRM-freies E-Book zum Preis von nur 3,99 EUR erhältlich:


Die allgemeinen Umgangsformen drücken sich alltäglich einerseits im Grüßen aus, andererseits im Bitte/danke-sagen. Ihre Selbstverständlichkeit ist bemerkenswert, denn selbst wer unhöflich ist, bricht die Regeln nur, ohne sie grundsätzlich infrage zu stellen – wozu ausgewählte Nietzsche-Aphorismen ab Seite 16 als Handreichung empfohlen seien. Die Sprechakte des Bittens und Dankens sind wunderliche Ausnahmen, wie Marc Hieronimus ab Seite 28 erläutert, und ganz und gar nicht unproblematisch. Darum geht es in dieser Ausgabe auch ums Schenken und Schulden, Benehmen und Vergeben. Max Frisch etwa plagte sich, nachdem ein gönnerhafter Freund ihm das Studium finanziert hatte, mit einer lebenslangen „Dankesschuld“ herum, die Wolfgang Schröder ab Seite 20 fragen lässt, wie man für etwas dankt, was man weder erwünscht noch erbeten hat. Der Erzpessimist Cioran sah es als sinnlos an, im Leben um irgendwas zu bitten oder für irgendwas dankbar zu sein. Allerdings hatte er eine idyllische Kindheit in seinem rustikal-rumänischen Geburtsort, in den uns Michael Helming ab Seite 40 mitnimmt.
Behandelt wird auch die Frage, was Benimmregeln zugrunde liegt. Wie sich die junge Bourgeoisie ihre Umgangsformen beim Adel abguckte, aber von dessen Menschenbild angewidert war, beschreibt Georg Frost ab Seite 6 an der Debatte um Lord Chesterfields Briefe. Ganz anders die Adab-Literatur der islamischen Welt, die genreübergreifend und mäandernd-erzählend Artigkeit lehrt. Sie fasst das Leben als Geschichte auf, für deren Handlung jeder selbst verantwortlich ist, und was das mit Novalis, Scheler und Derrida zu tun hat, erklärt Osman Hajjar ab Seite 56.
Es wird auch ganz praktisch-philosophisch: Wie man es in Literatur und Kulturwissenschaften – ohne Rücksicht auf Verluste – nach der Maxime „Lobst du mich, lob ich dich“ zu etwas bringt, ist das Thema von Vasile V. Poenaru ab Seite 30; wie man in Schwaben den kategorischen Imperativ anwendet, wenn dort einer nach der Uhrzeit fragt, erklärt Martin Köhler in seiner Kolume ab Seite 15. Kant wird ja auch in der Griechenland- und der Flüchtlingskrise gern zitiert und falsch verstanden. Timotheus Schneidegger weist ab Seite 48 darauf hin, dass Solidarität mit Flüchtlingen nichts mit Gefühlen, sondern nur mit Vernunft zu tun hat. Ab Seite 38 wundert er sich anlässlich des Pariser Klimagipfels, warum wir aus uralter und neuerer Naturethik (Platon bzw. Otfried Höffe / Angelica Krebs) noch nicht die überfälligen Schlüsse gezogen haben.
Zur Entspannung beim harten Fragen sind wieder Kleinigkeiten eingeflochten wie Jonis Hartmanns Ode an die Tüte, Johannes Witeks Verdammung televisionärer Hybris und Bdolfs Propädeutikum sowie zwei Miniaturen ab Seite 54: Familiäre Amtshilfe im Kinderbettchen und Konflikte der Höflichkeitsformen von Künstlern, Mathematikern, Philosophen und Puffgängern. Das Titelthema beschließt Marc Hieronimus mit Erwägungen zum Fest der Liebe (Seite 64): Mehr davon, bitte! Danke.

Im hinteren Heftteil wird es politisch: Mirko Stehr verteidigt die Antideutschen gegen den politphänomenologischen Rundumschlag aus dem letzten Heft. Martin Köhler sieht 25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung Sartres „Geschlossene Gesellschaft“ auf nationaler Ebene aufgeführt und Vasile V. Poenaru hat die kanadische Amts- und Paradigmenübergabe von Stephen Harper an Justin Trudeau belauscht. Dazwischen finden sich wieder Kurzrezensionen, Aphorismen und Ultrakurzmärchen sowie das Viehlosovieh: Diesmal beschreibt Stefan Rode die Miesmuschel. Aus Rüdiger Spiegels trotzphilosophischem Merkzettelkasten kommen Überlegungen zu Verallgemeinerung und Hirnfunktionen. Frost und Schneidegger haben die „Kritik der reinen Vernunft“ visuell dargestellt, Redaktionspraktikant Filbinger hat für die Reihe „Die unbedeutendsten Denker der Geschichte“ den schrankenlosen Verschränker und Kant-Renegaten Johann Schöller ausgegraben. Michael Helming zuletzt war nicht nur in Rumänien, auch in Sizilien unterwegs, suchte dort nach Spuren von Gorgias von Leontinoi und fand - nichts.

aus dem Inhaltsverzeichnis:

S. 005 (Sozialphänomenologie):
Propädeutikum und Prolegomena zum Thema Bitte/danke

Hinführung zum Titelthema in 12 Thesen, der Jugend zum Geleit.
von Bdolf

S. 006 (Kultur(terrorismus)):
Was sich gehört und wozu

In zahlreichen Briefen versuchte Philip Dormer Stanhope a.k.a. Lord Chesterfield seinen Söhnen beizubringen, wie man sich benimmt. Das junge Bürgertum sah in der guten alten Schule allerdings nur Heuchlei und Kalkül.
von Georg Frost

S. 015 (Sozialphänomenologie):
Stufen zum Nichts: Bitte / danke

Pflicht und Wille zur Zeitansage: Was wird in Schwaben aus dem kategorischen Imperativ gefolgert, wenn einer nach der Uhrzeit fragt?
von Martin Köhler

S. 016 (Philosophistik & Misosophie):
Bitten und danken

Der neue Fritz zum Thema „Bitten und danken“ - ausgewählte Aphorismen aus „Menschliches, Allzumenschliches I“ (1878).
von Friedrich Nietzsche

S. 020 (Kultur(terrorismus)):
Dankbar von Zürich bis Montauk

Die moralische Herausforderung des Danks: Ohne darum gebeten worden zu sein, finanzierte ein gönnerhafter Freund Max Frisch das Studium. Wie dankt man für etwas, was man weder erwünscht noch erbeten hat?
von Wolfgang Schröder

S. 028 (Philosophistik & Misosophie):
Zauberworte

Grammatik der Umgangsformen: eine syntaktisch-semantische Analyse der (schweren!) Sprechakte des Bittens und Dankens
von Marc Hieronimus

S. 029 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Hybris

Auch die Talkshow-Elite hat mit der Dankbarkeit für ihr Sosein zu kämpfen.
von Johannes Witek

S. 030 (Hochschule):
Rittertum und Germanensache

Gefälligkeiten im Wissenschaftsbetrieb: „Lobst du mich, lob ich dich“ ist die Maxime, nach der man es in Literatur und Kulturwissenschaften – ohne Rücksicht auf Verluste – zu etwas bringt.
von Vasile V. Poenaru

S. 038 (Philosophistik & Misosophie):
Überdachte Zukunft

Zum Klimagipfel in Paris: Kommende Generationen werden keinen Grund haben, uns zu danken, sondern sich eher wundern, warum wir aus uralter Naturethik nicht die notwendigen Schlüsse gezogen haben.
von Timotheus Schneidegger

S. 040 (Philosophistik & Misosophie):
Nichts zu danken

Ausweglosigkeit als Weg: Der Erzpessimist Cioran sah es als sinnlos an, im Leben um irgendwas zu bitten oder für irgendwas dankbar zu sein. Allerdings hatte er eine idyllische Kindheit in seinem rustikalen Geburtsort.
von Michael Helming

S. 047 (Lebenswelt):
Geistersehen mit und ohne Plastik

Tüte? Eine Ode an die Tüte
von Jonis Hartmann

S. 048 (Politik):
Kalte Solidarität

Kant wird in Flüchtlings- und Griechenlandkrise gern zitiert und falsch verstanden. Auch die Kanzlerin weiß: Solidarität mit Flüchtlingen hat nichts mit Gefühlen, sondern nur mit Vernunft zu tun.
von Timotheus Schneidegger

S. 054 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Amtshilfe & Fürbitten im Erdgeschoss

Zwei Miniaturen zum Titelthema: Familiäre Amtshilfe im Bettchen und Konflikte der Höflichkeitsformen von Künstlern, Mathematikern, Philosophen und Puffgängern...
von Bdolf

S. 056 (Philosophistik & Misosophie):
Etikette, Bildung, Belletristik

Die Adab-Literatur der islamischen Welt besteht aus Transgenrewerken, die erzählend Artigkeit lehren – in einem assoziativ-mäandernden Stil, der dem Lebenslauf sehr nahekommt und zu Novalis, Scheler und Derrida führt.
von Osman Hajjar

S. 064 (Sozialphänomenologie):
Mehr davon!

Welt.Macht.Liebe: Erwägungen über den Anfang, das vermeintliche Ende, den Wandel und die Rückkehr der Liebe - zum Fest der Liebe.
von Marc Hieronimus

S. 066 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Zu Gast bei einer Arbeitsgemeinschaft von Begriffen

Wer so zu Gast sein muss, ist wohl lieber ausgeladen.
von Jonis Hartmann

S. 067 (Kurz und Klein):
Kurz und Klein 52

Rezensionen in unter 800 Zeichen u.a. von Büchern aus dem kookbooks Verlag.
von Bdolf, Jonis Hartmann, Timotheus Schneidegger

S. 068 (Philosophistik & Misosophie):
Die Kant-Karte

Praktische Anschauung für komplizierte Lektüre: Kants transzendentale Reflexion aus der „Kritik der reinen Vernunft“ auf einer Doppelseite visualiert.
von Georg Frost & Timotheus Schneidegger

S. 070 (Philosophistik & Misosophie):
Der schrankenlose Verschränker

Aus der Reihe „Die unbedeutendsten Denker der Geschichte“: Johann Schöller beschritt als Neukantianer Pfade der Sprachkritik und haderte mit dem Begriff des Verschränkten.
von Filbinger

S. 072 (Politik):
Warum gegen Deutschland

Linke Linke: In der letzten Ausgabe wurden die Antideutschen in den Kanon der arschoffenen Gesellschaft eingereiht. Dagegen eine Verteidigung des Begriffs „antideutsch“
von Mirko Stehr

S. 080 (Politik):
Die Hölle, das sind die anderen

Besuchen Sie mal den Nachbarn, denn auch nach einem Vierteljahrhundert halten Ossis und Wessis einander aus - wie in Sartres „Geschlossene Gesellschaft“...
von Martin Köhler

S. 082 (Politik):
Paradigmenwechsel in Kanada

O Canada! Wie der abgewählte kanadische Regierungschef seinem Nachfolger den Hausschlüssel überreicht
von Vasile V. Poenaru

S. 085 (Phosphoriszierende Prosa & Lyrik):
Ultrakurzmärchen 52

Es wird einmal gewesen sein: Zwei extrem kurze Märchen übers Frühstücken und über Freizeit.
von Marc Hieronimus & Michael Helming

S. 086 (Lebenswelt):
Viehlosovieh: Miesmuschel

Haben wir denn keine anderen Gedanken, als die arglosen Schalenweichtiere zu kochen, zu dünsten, zu grillen, in Rieslingsud zuzubereiten und mit Knoblauchciabatta oder mit Feta überbacken zu servieren?
von Stefan Rode

S. 088 (Philosophistik & Misosophie):
Nichts... am Beispiel des Gorgias

Lebende & Leichen Spezial: Mit dem Verstreichen von Jahrhunderten und Jahrtausenden wird die Möglichkeit des Nichtseins sogar für überlieferte Autoren zur Gewissheit.
von Michael Helming

S. 096 (Philosophistik & Misosophie):
Verallgemeinerungen unterscheiden & Denken versus Hirnfunktionen

aus der Reihe Ungleiches und Gleiches – Aus Rüdiger Spiegels trotzphilosophischem Merkzettelkasten
von Rüdiger Spiegel

S. 097 (Philosophistik & Misosophie):
Pro Domo et Mundo 52

Sentenzen für Latrinentür und Rasierspiegel
von Filbinger, Marc Hieronimus, Michael Helming, Wolfgang Schröder


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