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Links der Woche am 17.12.2011, 15:37 Uhr (Neues Zeitalter)

Links der Woche, rechts der Welt KW 50/11

von Timotheus Schneidegger / Kommentare Kommentare (0)

Exotisch denken

Für die taz bespricht Frank Schäfer das neue Buch "Orangen! Erdnüsse!", in dem Globaldenker Eliot Weinberger einige seiner lyrischen (oder auch erratischen) Essays zusammengefasst hat. Sie behandeln auf ungewöhnliche Weise u.a. Polizisten mit Lippenstift und den gar nicht so offensichtlichen postmodernen Zusammenhang von Foucault und George W. Bush. (12.12.11)


Kampf um Anerkennung

Serdar Somuncu ist aggro, lustig und klug, wie er im ZEIT-Interview mit Marcus Staiger zeigt. Darin geht es vor allem um die öffentlichen Lesungen aus "Mein Kampf", mit denen Somuncu auch durch national befreite Zonen getourt war und sich nur wundern kann, warum man sich jetzt über ein rechtsradikales Terrornetzwerk wundert. (12.12.11)


Holz und Hitchens

Diese Woche starb Philosoph und DKP-Mitglied Hans Heinz Holz mit 84 Jahren. Für den Freitag würdigt ihn Tom Strohschneider ausführlich, in der FAZ schreibt Dietmar Dath einen knappen Nachruf auf den Linksdialektiker, der auf Kapitalismusverächter Eindruck macht, die im Feinkostladen einkaufen.

Am 15. Dezember ist der eigensinnige Polemiker und entschlossene Antitheist Christopher Hitchens an Krebs gestorben. Nachgerufen wird in der FR recht kurz von Harry Nutt, in der SZ auch nicht viel länger von Jannis Brühl, in der taz mit angemessener Zurückhaltung von Doris Akrap und in der ZEIT von Jessica Braun.


Streiten sich zwei Historiker

Einen neuen Historikerstreit, wie ihn sich die FAZ erhofft, wird das nicht abgeben, aber vielleicht eine Debatte eröffnen, die keineswegs zur Unzeit kommt. Denn Götz Aly erklärt in seinem Buch "Warum die Deutschen? Warum die Juden?" den Antisemitismus mit Sozialneid. Hans-Ulrich Wehler wirft ihm nun vor, die Empirie der "sozialen Mobilität" seit 1800 entweder ignoriert oder falsch interpretiert zu haben. (12.12.11)

(In der FR übrigens wird Wehler zur wachsenden Ungleichheit in Deutschland befragt. Und wo wir schon dabei sind: Die taz unterhält sich über Krise & Kampf mit Empire-Autor Michael Hardt)


Die neuen Förderreizwörter

Außer Datenbanken gibt es nicht viel Forschungsarchitektur, die sich Geisteswissenschaftler fördern lassen können, ist in der FAZ zu lesen. Weil das "Europäische Strategieforum für Forschungsinfrastrukturen" (ESFRI) aber seine Mittel abregnen lassen will, tun Ideen Not, wo und wie die Geisteswissenschaften sich ihre Digitalisierung und Vernetzung fördern lassen können, um zu applied content management und Digital Humanities aufzusteigen. (13.12.11)


Einfach nur töten

Gewohnt klug denkt Georg Seeßlen im Freitag über die Verbindung zwischen Terror und Medien, genauer: zwischen Terror und Pop nach. Anlass ist die erstaunliche Einsicht, dass der "Nationalsozialistische Untergrund" auf jede Kommunikationsroutine des Terrors verzichtet hat und damit ein popkulturelles und gewalthistorisches Unikum darstellt. (15.12.11)


Ihre Stimme wird gebraucht!

Nicht nur FDP-Mitglieder- und Russen konnten zuletzt herumdemokraten, auch das gemeine Volk ist gefragt: Nebenan bei Keule's Welt wird der Vollpfosten 2011 gewählt. Hier vor Ort haben Sie die Möglichkeit, diejenigen Beiträge aus der ersten Dekade "Zeitschrift trotz Philosophie" zu wählen, die unbedingt im Jubiläumsbuch enthalten sein müssen, das zum 10. Geburtstag im Sommer 2012 erscheint.


Stichworte: Eliot Weinberger, Serdar Somuncu, Hans Heinz Holz, Christopher Hitchens, Götz Aly, Hans-Ulrich Wehler, Wissenschaftsförderung, Georg Seeßlen, Terrorismus, Pop, Wahlaufruf, Links der Woche

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Zuletzt bearbeitet am 17.12.2011, 15:38 Uhr: neu


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