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Links der Woche am 25.06.2011, 14:25 Uhr (Neues Zeitalter)
Links der Woche, rechts der Welt KW 25/11von Timotheus Schneidegger /
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Im Freitag schaut Boris Hänßler mit Blade Runner und Ray Kurzweil nach, wie weit wir auf dem Weg zu lernender und fühlender Künstlicher Intelligenz sind und ab wann wir uns das Smartphone endlich direkt ins Stammhirn stecken können. Besonders ehrgeizig sind natürlich die Forscher, die Moral computerisieren wollen. (20.06.11)
Alexander Kluge unterhält sich in der FR mit dem Politologen Claus Leggewie über die Ähnlichkeit von Politik und Schriftstellerei, über fehlende Leidenschaft, "Arabellion" und - wie bei den Herren üblich - über den ganzen Rest auch noch. (25.06.11)
Plagiatsfälle
Anfang März wurde die Debatte um den Plagiatsfall Guttenberg und seine Folgen recht abrupt durch Fukushima beendet. Gegessen war das Thema aber nicht, und so kehrt es in den Diskurs zurück, nachdem letzte Woche der EU-Politikerin Silvana Koch-Mehrin (FDP) ihr Doktortitel ebenfalls wegen Plagiaterie aberkannt wurde.
Besonders schön ist dieser Fall, weil Koch-Mehrin zwar ihre Spitzenämter aufgab, sich nun jedoch in den EU-Forschungssausschuss wählen ließ. Das kann man lustig finden wie die Opposition im EU-Parlament, oder empörend, wie es die bloggenden Wissenschaftler tun: Der Physiker Joachim Schulz und der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch erklären noch einmal, was es mit wissenschaftlichem und politischem Anstand auf sich hat und fordern Koch-Mehrins kompletten Abgang (wie tags drauf geschehen). Elmar Diederichs argumentiert systematisch und stößt dabei bis in die Sphäre politischer Philosophie vor, die durchaus gefragt ist, wenn eine wissenschaftliche Hochstaplerin einem demokratischen Organ zur Forschungsförderung vorsitzt.
Oder man geht ganz anders ans Plagiieren ran, wie der Politikwissenschaftler Jörg Becker in der FAZ: Er freut sich zunächst über die Anerkennung, die Georgios Chatzimarkakis, ebenfalls FDP, ihm erbrachte, indem er in seiner Doktorarbeit von Becker abschrieb. Nach einem Exkurs darüber, was die Abschreiberei mit liberalen Werten zu tun haben soll bzw. über sie aussagt, ist die Freude schal geworden: Als wäre das Plagiieren nicht schon schlimm genug, Chatzimarkakis hat Beckers Thesen völlig aus dem Zusammenhang gerissen.
Das kreative Prekariat
Die Journalistin Katja Kullmann hat einen Lebenslauf voller toller Referenzen und ist dennoch bei Hartz IV gelandet. Also hat sie ein Buch geschrieben ("Echtleben"), das die Großmedien zum Anlass der Frage nehmen, ob sich Fleiß und Bildung überhaupt noch lohnen (FAZ).
Don Alphonso hat in den FAZ-Blogs wenig Mitgefühl mit den jungen Kreativen, die sich einst als new masters of the universe feierten und nun die Ernte ihrer Dynamik-Predigten einfahren. Die ZEIT unterhält sich mit Kullmann über ihren Absturz Ausflug ins Prekariat und stellt außerdem weitere Bücher zum Thema vor. Hier sind es besonders die schönen Kommentare der ZEIT-Leserschaft ("Selber schuld, geht halt arbeiten!"), die wir unserer Leserschaft zur Ermutigung und zum Stählen des Trotz-Reflexes anempfehlen.
Stichworte: Künstliche Intelligenz, Alexander Kluge, Plagiat, Prekariat, Hartz IV, Links der Woche
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Zuletzt bearbeitet am 26.06.2011, 13:50 Uhr: Kleine Änderungen.
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