www.lichtwolf.de - Sozialphänomenologie am 03.06.2007, 19:46 Uhr - "Anarchie, Staat und Utopie in Rostock"
Bisher haben die G8-Gegener vor allem ihr Talent zur effektvollen Selbstpersiflage bewiesen: sei es durch jämmerliche Hymnen, die sogar Joan Baez zum Kotzen gebracht hätten; oder langen Schlangen vor McDonalds, Burger King und Tankstellen bei gleichzeitig skandiertem Hass auf Kapitalismus und Ölkonzerne. Dazu Bob Geldofs kleines Intermezzo als Chefredakteur der BILD.
von Johannes Franzen
Die Großdemo in Rostock soll aber offenbar eine neue Stufe des Protestes markieren. Beim Anblick irrer Punks, die in Einkaufswägen gebunkerte Steine auf Polizisten schleudern und Autos anzünden, bekommt der Attac-Wahlspruch "Eine andere Welt ist möglich" jedenfalls einen interessanten neuen Beigeschmack. Immerhin verdanken wir diesen Menschen einen Eindruck davon, wie die SA vor dreiunddreißig in auf deutschen Straßen gehaust haben muss. Darüber auch noch überrascht zu sein, bleibt jedem unbenommen. Aber die Dreistigkeit, mit der die sogenannten friedlichen Demonstranten die Realität zu ihren Gunsten schmieden, lässt Kafka und die Monty Pythons wie blasse Naturalisten erscheinen.
Da verzapfen Ströbele und Konsorten ohne Schamesröte, die Ausschreitungen wären von der Polizei provoziert worden. Alles ganz unverhältnismäßig. Auf der Attac-Homepage heißt es dazu:
"Anlass für die Eskalation nach Ende der Demonstration war nach derzeitigem Kenntnisstand der Angriff einer kleinen Gruppe Demonstranten auf einen am Kundgebungsplatz geparkten Polizeiwagen. Dabei sind offenbar zwei Polizisten verletzt worden. Danach eskalierte die Situation. An der Eskalation waren beide Seiten beteiligt. Dabei hat insbesondere die Polizei mit gezielten Übergriffen auch auf friedliche Teilnehmer der Kundgebung unverhältnismäßig reagiert."
Dieser Artikel stammt von www.lichtwolf.de (19.05.2013, 15:17 Uhr).