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Links der Woche am 30.06.2012, 14:23 Uhr (Neues Zeitalter)

Links der Woche, rechts der Welt KW 26/12

von Timotheus Schneidegger / Kommentare Kommentare (1)

Er so: flach!, Columbus so: rund!

Der Bayreuther Soziologe Georg Kamphausen hat seinem Bachelor-Studiengang eine Karikatur zur Interpretation vorgelegt und dokumentiert in der FAZ auszugsweise die Ergebnisse. Diese sind "mit dem bekannten Begriffsapparat des Kulturpessimismus nicht zu beschreiben" und das glorreiche Resultat des zurückliegenden Bildungsreformjahrzehnts. (24.06.12)

>>>>>[ Korrelation–Kausalität? Schon zu vor-Bologna-Zeiten durfte ich etwa Veranstaltungen des ethisch-philosophischen Grundlagenstudiums mit ähnlichen Geistesgrößen besuchen. Es ist nicht nur das System, es ist auch das Gesindel. ]<<<<<
- A. M. Neander <30.06.2012, 14:29 Uhr>

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Skandalmaschine überhitzt?

Letzte Woche hat Martin Mosebach in der FR für die Strafbarkeit von Blasphemie plädiert und obwohl die Zutaten für einen ordentlichen Aufreger stimmen - bekannte Persönlichkeit, von der man "so was" nicht gedacht hätte, plus steile These -, kommt die Debatte nicht in Schwung. Mit bemühter Ironie "verteidigt" Ingo Schulze in der FR den Mosebach, indem er auf den für Kunst nötigen Leidensdruck und den großen Segen verweist, den Salman Rushdie durch die Fatwa erhielt. Haha. Ausgerechnet Cicero winkt müde ab, obwohl dort regelmäßig Udo di Fabios restaurative Feudalphantasien verbreitet werden.


Rousseau überall

Zu seinem 300. Geburtstag finden wir Rousseau auf allen Kanälen, darum hier nur eine Auswahl. In der NZZ skizziert Heinrich Meier Rousseaus philosophisches Gesamtwerk. Die taz belegt ihn mit dem sympathischen Doppeletikett Aufklärer und Taugenichts. Im Freitag portraitiert Karl-Heinz Ott den Philosophen nicht unkritisch als Fortschritts- und Menschheitsskeptiker. Die ZEIT lässt Slavoj Žižek psychoanalytisch über Rousseaus Begriff der Selbstliebe meditieren und bietet - durchaus nicht unpassend - einen langen Essay von Axel Honneth über den vernachlässigten Zusammenhang von politischer Philosophie und Pädagogik.


Nachsitzen für Manager

Im theorieblog nimmt Lisa Herzog die Debatte um die Finanztransaktionssteuer zum Anlass, Hegels Ökonomiebegriff vorzustellen. Demnach dichtet diese Disziplin Gesetzmäßigkeiten in eine Masse von Zufälligkeiten hinein, allerdings sind Gesellschaft und Marktgeschehen auch regulierbar, und zwar nicht nur mit Steuern und Staatsanwalt, sondern vor allem durch Aufklärung. (25.06.12)


Ruhm ohne h ist auch was

Kaum haben die geschätzten Kollegen vom Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus repräsentative Räumlichkeiten mit 4000 Quadratmeter Nutzfläche bezogen, schickt die taz Nord einen Volontär vorbei, um völlig falsch und unsachlich (u.a.) über die "Philosophie-Studenten" zu berichten. (24.06.12)


Das Übrige und Übliche

Die taz zeigt sich sehr angetan von der Friedrich-Engels-Biographie, in der der Historiker Tristram Hunt die Dokumente und Briefe des Ur-Kommunisten auswertet. +++ Ist Ethik nicht immer völlig subjektiv begründet und drum auf tönernen Füßen?, wird der Philosophy Bro am Mailbag Monday gefragt. Und antwortet. +++ Der blinde Hund weist auf Beschäftigungs- und Konsummöglichkeiten für arbeitslose Philosophie-Absolventen hin. +++ In eigener Sache: Seit gestern hat lichtwolf.de ein neues Layout - bitte laden Sie ein, zwei Mal neu und teilen Sie uns mit, ob alles funktioniert und schön ist. Die verspätete Sommerausgabe ist gedruckt und sollte, so Gott will, Anfang kommender Woche endlich in die Briefkästen kommen. Derweil könnten Sie schon einmal die Rabatte im Einkaufszentrum ausnutzen. Es wird Sie niemand deshalb verurteilen.


Stichworte: Bachelor, Studierende, Martin Mosebach, Blasphemie, Ingo Schulze, Jean-Jacques Rousseau, Slavoj Žižek, Axel Honneth, Pädagogik, G. W. F. Hegel, Wirtschaft, IPuP, taz, Bremen, Friedrich Engels, Ethik, Arbeitslosigkeit, Layout, Links der Woche

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Zuletzt bearbeitet am 30.06.2012, 14:21 Uhr: neu


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