"Je länger man interpretiert, desto mehr hat man recht." (Schneidegger) - Montag, 20. Mai 2013
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Links der Woche am 02.07.2011, 13:46 Uhr (Neues Zeitalter)
Links der Woche, rechts der Welt KW 26/11von Timotheus Schneidegger /
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Auf jedem Narrenschiff, das dampft und segelt
Mehr kulturpessimistische Polemik als Rezension ist Jürgen Nielsen-Sikoras Besprechung des Buchs "Blödmaschinen" von Markus Metz und Georg Seeßlen nebenan bei Glanz & Elend. Das macht den Text jedoch nicht weniger lesenswert, der schon allein für diesen Satz verlinkenswert ist: "Geistige Arbeit wird ohnehin überflüssig in einem System struktureller Blödheit, in der auch die Philosophie zu einem Halb-und-Halb aus mathematischer Formel und MRT-Hirnbild mutiert ist." (26.06.11)
Ebenfalls in Glanz & Elend verhandelt Goedart Palm mit Georges Bataille das Böse bzw. den Bösen; und nicht nur mit Bataille: Nach einem Einstieg mit "Natural Born Killers" und biblischen Teufelskonzepten kommen alle zu Wort, die etwas zum Bösen geschrieben haben: Nietzsche, Konrad Lorenz, Niklas Luhmann usw. Ein ausführlicher Rundumschlag zum Bösen als Exzess und zu Rolle und Charakter des personifizierten Bösen als gnadenloser Moralpunk. (Der Vollständigkeit halber: Ähnliches Rezensieren in der SZ.) (27.06.11)
ein Décadent, der sich zum Übermenschen stilisiert
Vor einer Weile (vgl. LdW 16/11) erschienen Franz Overbecks "Erinnerungen an Friedrich Nietzsche" als Neuedition des Buch von 1906, mit dem des Bartträgers alter Kumpel den von der Schwester betriebenen zeitgenössischen Kult auf den Teppich zurückzuholen gedachte. Wolfgang Schneider bespricht das Buch und Overbecks liebevolle Herabsetzung Nietzsches in der WELT. (28.06.11)
Im Freitag beschäftigt sich die Wissenschaftsjournalistin Kathrin Zinkant mit den Segnungen der funktionellen Magnetresonanztomographie, die antrat, um den Leib-Seele-Dualismus final aufzulösen. Wie effektiv die MRT-Bildnerei beim Lösen uralter Fragen ist, zeigte sich zuletzt in der bahnbrechenden Erkenntnis, dass die Umwelt Auswirkungen auf das Gehirn hat. (01.07.11)
In seinem digitalphilosophischen FAZ-Blog stellt Hans Ulrich Gumbrecht die Frage, was bildende Kunst heute noch wollen will, bzw. welche Berechtigung diese Frage beim "contemporary sublime" überhaupt noch hat. Denn das Erhabene hat Vorrang vor dem Schönen, um die virtuell gewordene Wirklichkeit auf diese letzte mögliche Weise ins Greifbare zu transzendieren. (02.07.11)
Stichworte: blöd, Böse, Georges Bataille, Franz Overbeck, Nietzsche, Magnetresonanztomographie, Kunst, Links der Woche
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