"Je länger man interpretiert, desto mehr hat man recht." (Schneidegger) - Montag, 20. Mai 2013
Was isst der Lichtwolf?
Impressum / Autoren
Abonnement
Netzseitenoptikregler:
normal / alt / harmlos / mobil
Schriftgröße: A A A
lichtwolf.de / Themen / Hochschule / "Besser als ausgedacht"
Humboldt? Der Unternehmensberater! »»
«« Die Misere der Freiburger Universität
Hochschule am 28.11.2007, 10:18 Uhr (Verlorenes Zeitalter)
Besser als ausgedachtvon Timotheus Schneidegger /
Kommentare (0)
œber Marc Röhlig heißt es, er "schreibt für sein Leben gern: vom Liebesbrief am Valentinstag bis zur Antwort auf den Bußgeldbescheid." Anstatt nun, wie es sich für solche Leute gehört, beizeiten mal einige unlektorierte Lyrikbände an einen der Verlage zu schicken, deren Reklamen einen mit einem "Sie schreiben gern?" anhauen, berichtet der arme, verwirrte junge Mann für SPON aus seinem Leben als Student an der Uni Freiburg. Dies auf eine Weise, die vermuten läßt, daß es sich bei ihm um nichts als ein alter ego des bitterlich verträumten Matthias Matussek handelt, alibihaft bebildert mit Fotos aus dem Devotionalienhandel der Uni Freiburg. Liest man "Röhligs" launiges Geschwafel über Referate, Mensa und alles, was Matussek sonst noch gerade einfällt, wenn er an seine vergeudeten Jahre an der alma mater denkt, mit einer solchen Vorstellung des Autors, fällt der Spaßfaktor natürlich umso geringer aus. Nimmt man nämlich in kindlicher Unschuld an, diesen Menschen gäbe es wirklich so, wie er sich darstellt, hat man kräftig zu lachen, wenn Röhlig z.B. in seinem aktuellen Beitrag von einem Kennenlernspiel zu Beginn eines Tutorats erzählt, in dem der Begriff "Gordischer Knoten" erwähnt wurde:
"Es hat mich neugierig gemacht. Gleich nach dem Tutorat bin ich in die Bibliothek gegangen und habe mir jede Menge Bücher ausgeliehen, die mir den Gordischen Knoten erklärten, und alles, was die Jahrhunderte sonst noch zu bieten hatten."
Hach ja!
Die Lachtränen bleiben einem gelegentlich, wie auch heute, im Kanal stecken, blitzt einmal mehr Matusseks tiefe Verbitterung darüber auf, daß das Goldene Zeitalter des totalen Wettbewerbs an der jüngst mit Eliteschärpe behängten oberrheinischen Bachelorbäckerei noch immer nicht angebrochen ist. Schuld sind wie immer die 68er, hier in Form ihrer wirren Brut, die partout nicht lernen und Hemden mit dem Logo "ihrer" Uni kaufen will, sowie immer noch nicht jubelt, wenn die halbjährlich fälligen 500 Euro Studiengebühren zu überweisen sind. Da die damit zu verbessernde Lehre, so der unfreiwillige Subtext, sich seit der Einführung der Gebühren keinen Millimeter in Richtung Zumutbarkeit bewegt hat, muß es ja an den 68ern, also ihren Kindern liegen, von denen Matussek-Röhlig nun -- und jeder, dem etwas an der deutschen Sprache liegt, möge bitte dieses Zitat überspringen -- die "Verbesserung der Lerne" verlangt. Wie zum Beweis der Krausschen These, moralische Niedertracht verrate sich bereits im Umgang mit der Sprache:
"So lange es nicht genügend Dozenten gibt, die sich die gewichsten Stiefel anziehen; und so lange es keine Studenten gibt, die bereitwillig den Hintern herhalten, um sich mal kräftig zum Lernen animieren zu lassen - so lange wird wohl die eigentliche Elite auf sich warten lassen."
Jede Lebensform zu verachten, die nicht mit der eigenen identisch ist, und gewichste Stiefel abwechselnd zu lecken und ihnen in äffischster Unterwerfung den Hintern darzubieten -- damit ist der Geist der Exzellenzinitiative dann doch brillant in Worte gebannt. Insofern passt Matussek-Röhlig perfekt zum Spiegel und zur Uni Freiburg.
Stichworte: Matthias Matussek, Stiefel, Elite, armes Deutschland, Uni Freiburg, Exzellenzinitiative, Studiengebühren, Hochschule
Permalink
short-URL
Facebook
Twitter
Humboldt? Der Unternehmensberater! »»
«« Die Misere der Freiburger Universität
Ebenfalls von Timotheus Schneidegger:
Phosphoriszierende Prosa & Lyrik am 10.02.2004, 17:29 Uhr:
Alle online verfügbaren Beiträge von Timotheus Schneidegger anzeigen.
Ebenfalls aus dem Ressort Hochschule:
Hochschule am 24.01.2004, 17:38 Uhr:
Uni-Streik: Bericht aus dem besetzten Freiburg

Dieses Dossier umfasst folgende weitere Beiträge:
- Uni-Streik: Fotos & Links (24.01.04)
Reklame

Dieses Buch ist erhältlich im guten Buchhandel, hier im Einkaufszentrum oder direkt beim catware.net Verlag. Übrigens auch als E-Book.
Im Einkaufszentrum »
Die aktuelle Ausgabe:
Lichtwolf 1/2013 (Nr. 41), März 2013Titelthema: Experten
Alles über Experten an sich sowie über solche für Kunst, Vogelhausbau und Gynäkologie, Expertensysteme, Philosophie als Lebensweise und Roman-Bashing - alles in einem einzigen verschwenderisch illustrierten Frühlingsheft.
Auszüge aus der Nr. 41 können Sie auch im LichtwolfReader durchblättern.
Auch als E-Book erhältlich:
Kindle-Ausgabe, 3,99 EUR
E-Book im .epub-Format, 3,99 EUR
Kommentare (0)
Reklame
Den Lichtwolf können Sie sich auch bequem pünktlich zu jeder Jahreszeit nach Hause kommen lassen: Das Jahres-Abo kostet bloß 26,80 Euro.
| « | November 2007 | » | ||||
| So | Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa |
| 1 | 2 | 3 | ||||
| 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
| 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 |
| 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 |
| 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | |
...nach oben | Hilfe | Über diese Seite | Haftungsausschluss © 2002-2013 Zeitschrift Lichtwolf / catware.net Verlag
Netzseitenoptikregler: normal / alt / harmlos / mobil Schriftgröße: A A A