Randale, Bamboule! - Freiburger Schule! - Mittwoch, 19. Juni 2013
Was isst der Lichtwolf?
Impressum / Autoren
Abonnement
Netzseitenoptikregler:
normal / alt / harmlos / mobil
Schriftgröße: A A A
lichtwolf.de / Themen / Phosphoriszierende Prosa & Lyrik / "Das Katzenhaar"
Abgrund »»
Phosphoriszierende Prosa & Lyrik am 27.09.2004, 10:12 Uhr (Freiburger Zeitalter)
Das Katzenhaarvon Felisande /
Kommentare (0)
ch wache auf, so kurz vor acht,
sprich: Praktisch mitten in der Nacht.
Steig aus dem Bett, bin recht verdrossen,
die Augen sind noch halb geschlossen.
In die Küche, so mein Streben,
mit Frühstück lässt sichs leichter leben.
Ein Tässchen Kaffee, Milch, ein Brot,
das bringt die Welt wieder ins Lot.
Gedacht, getan, doch welch ein Graus –
die Wirklichkeit sieht anders aus:
Ich beiß so in mein Brötchen rein
und, wie könnte es auch anders sein:
Auf dem Belag, oh wunderbar
lag obendrauf ein Katzenhaar!
Schlaftrunken noch, mit null Geschick,
hat man für sowas keinen Blick.
Eh man sich versieht, hat mans erlebt:
Das Haar fest auf der Zunge klebt.
Ich taste also mit den Fingern
in meinem Mund nach diesen Dingern.
Ich fisch, ich angle ewig lang,
das Haar klebt fest, mir wird schon bang –
das Haar ist immer noch zu fühlen!
Mit Wasser will ichs runterspülen.
Ich trinke und, oh welch ein Wandel!
Das Haar hängt an der rechten Mandel.
Es würgt, es kitzelt zum Verdrießen,
Tränen mir ins Auge schießen!
Ich sitze da und seufze leise,
da geht es wieder auf die Reise:
Grad war es noch auf meiner Zunge,
schwupps – jetzt ist es in der Lunge!
Ich huste, röchle, pruste laut
der Morgen, ja, der ist versaut!
Doch plötzlich, als ich tiefer schnauf
kommt auch das Härchen wieder rauf!
und legt sich, als sei nichts passiert,
am Gaumen fest – bin irritiert
ich geb schon auf, ohjeminee,
da kommt die rettende Idee:
Noch einmal fest ins Brötchen beißen,
das wird’s schon mit hinunter reißen!
Gesagt, getan, und welch ein Hohn:
Es ist weg, nach einem Bissen schon!
Jetzt kann ich wieder an dem Schreibtisch sitzen,
zufrieden meinen Bleistift spitzen.
Schräg von hinten schleicht zu mir
mein heißgeliebtes Katzentier.
Es schmiegt sich an und schnurrt ganz toll,
daß ich es bitte streicheln soll.
Nach Schmusen steht ihm jetzt der Sinn,
es dreht mir keck sein Bäuchlein hin.
Kann es etwas schönres geben,
als mit sonem Tier zu leben?
Ich lächle froh und spür ganz klar
im Mund ein neues Katzenhaar...
Stichworte: Katze, Mieze, Haar, Fell, Husten, Phosphoriszierende Prosa & Lyrik
Permalink
short-URL
Facebook
Twitter
Abgrund »»
Ebenfalls aus dem Ressort Phosphoriszierende Prosa & Lyrik:
Reklame

Das Wallpaper zur Tätigkeit gibt es hier. Die Zeitschrift zur Tätigkeit können Sie übrigens auch abonnieren, um auf andere Gedanken zu kommen.
Im Einkaufszentrum »
Dies und mehr im Heft
Dieser Artikel ist die unveränderte Fassung des Beitrags "Das Katzenhaar" aus
Lichtwolf 1/2005 (Nr. 14), Januar 2005Titelthema: Das Ende, der Untergang, Schluß, aus!
32 Seiten DIN A4 im gewohnten s/w-Broschürdruck mit verstärktem Umschlag, schwarzes Titelbild färbt nicht ab.
Kommentare (0)
Reklame

Kennen Sie das? Sie müssen plötzlich eine Preisrede halten - doch woher nehmen? Der Laudatomat hilft und liefert Laudationes auf Knopfdruck!
| « | September 2004 | » | ||||
| So | Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa |
| 1 | 2 | 3 | 4 | |||
| 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 |
| 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 |
| 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 |
| 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | ||
...nach oben | Hilfe | Über diese Seite | Haftungsausschluss © 2002-2013 Zeitschrift Lichtwolf / catware.net Verlag
Netzseitenoptikregler: normal / alt / harmlos / mobil Schriftgröße: A A A