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Links der Woche am 07.01.2012, 14:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 01/12

Hannah: The Movie

Nicht Montana, sondern Arendt: Die "Information Philosophie" meldet den Beginn der Dreharbeiten von Margarete von Trothas Film über Hannah Arendt (gespielt von Barbara Sukowa, Axel Milberg als Heinrich Blücher, so das Luxemburger Tageblatt), der im Oktober in die Kinos kommen soll.

Das Durcheinander der Dinge

In der ZEIT referiert Elisabeth von Thadden über die Begriffsgeschichte der Ordnung, vom Kosmos der Vorsokratiker über die antike Physik und neuzeitliche Taxonomie bis zur Einsicht der Humboldt-Nachgeborenen, dass in der Welt ein heilloses Durcheinander herrscht und das einst gefürchtete Chaos als relative Ordnung in alle Wissenschaftsbereiche einzieht. (06.01.12)

Alles auf null

Mit der viel beschworenen Chancengleichheit wird es nichts, solange sich die Regierung nicht dazu durchringt, endlich einen richtigen Kapitalismus durchzusetzen. Darum plädiert der Wissenschaftsphilosoph Ulrich Kühne in der taz für eine 100-prozentige Besteuerung von Erbschaften, die ein gesellschaftlich schädliches Relikt des Feudalismus darstellen. (07.01.12)

Das Weitere

Umberto Eco wird 80, Stephen Hawking wird 70. +++ Die FAZ bespricht zwei inzwischen nicht mehr ganz so neue Bücher über Hegel von Robert Pippin und Susan Buck-Morss. +++ Medienphilosoph Peter Weibel würde laut WELT gerne Cyborg werden: Transhumanismus als letzte Chance, mit dem Internet klarzukommen.


Irgendwas mit Medien am 12.11.2009, 00:08 Uhr

Die Guerilla ist überall

B: Bewegst Du Dich im öffentlichen Raum?

A: Wenn es sich nicht vermeiden lässt, ja, dann lasse ich mich blicken und man guckt dann auch stets zurück.

B: Sperrst Du auch die Ohren auf?

A: Auch das. Was haben die Deinen vernehmen müssen, dass Du Dich so versperrst?

B: Flitzerblitzer. Dauerparodiesendungen.

A: Das ist originell.

B: Was ist der Unterschied zwischen dem Hinweis auf eine Geschwindigkeitsüberwachung und der Warnung vor einem Flitzerblitzer?

A: Ein Stück Zeit, ein Stück Witz.

B: Beide muss man jedoch frisch zu mischen verstehen.

A: Dir macht das Bauchweh?

B: Ich muss kotzen, ja.

A: Lasse nur alles heraus, häppchenweise und auch die Brocken.

*Musikeinspielung*

B: Wo kommen all die verschissenen Eco-Seminaristen und Baudrillard-Schleimer her? Gibt es derer überviele oder keine wichtigeren Zeichen mehr zu kapern?

A: Gewiss von beidem ein Stück! Die frischen Radiofritzen wollen eben nicht die Straßenverkehrsordnung verlautbaren, das würde den Motoristen die Freude am freien Fahren und am Funk vergällen! Was gilt’s!

B: Eben nichts, der Golfprolet so wenig wie die Omas und Tiere, die er totfährt. Wer jedoch kann auf die Idee gekommen sein, diesen zeitlosen Unwitz im Rundfunk zu verbreiten?

A: Eine Eco-Leserin etwa?

B: Sie muss jedenfalls in der Nähe sein und schämt sich weder für das Umwerten auf Latrinenniveau, noch dafür, dies in Rechnung zu stellen.

A: Gewiss, auch sie hat für Lebensabschnittspartner und Miete zu sorgen! Und der lustige Widerstand gegen die Gängelei unserer freiheitlichen Medien, werbliche Inhalte als solche - gar als Dauerwerbesendung zu kennzeichnen, verleidet Dir gleichfalls den Verkehr?

B: So ist es. Bald schon kann man sich dafür bezahlen lassen, überall Kleingedrucktes einzublenden, damit es beizeiten unsichtbar wird.

A: Nun, da sollte eine schwule Sau wie Du eben mit der Zeit gehen, die auch das Leben der Zeichen bestimmt!

B: Meinetwegen, doch es stört mich, dass die Straßen mit hungernden Semiotikern überlaufen, die für Geld alles solange umwerten, bis es bricht.

A: Dann lieben alle alles!

B: Außer mich und Dich.

A: Nun, dann werden wir endlich frei und gleich sein!

B: Vielleicht trüge es den in die Kloaken quellenden Überschuss ab, würden sich die semiotischen Guerilleros selbst umwerten.

A: In Deiner Klage verbindet sich der Kulturpessimist mit dem Ökonom: Jener will zur Mehrung seiner Geltung und seines Einflusses verknappen, dieser zur Mehrung seines Geldflusses.

B: Als wäre in der Kultur überhaupt noch etwas ohne Ökonomie darin! Wann ist Dir zuletzt ein Gedanke begegnet, in dessen Blutverwandtschaft Du kein gewerbliches Kalkül erahntest?

A: Bleibe mir fort mit Deinem Blut & Hoden, mein Lieber!


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