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Monatsbuch

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Mit dem Stichwort "Ludwig Wittgenstein" sind die folgenden Artikel markiert:


Links der Woche am 04.05.2013, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 18/13

Die Welt zum Guten ändern

Norman Birnbaum gehört der großen Generation linker Intellektueller an, die - anders als ihre (Zeit-)Genossen im Ostblock - für ihre Sozialutopien belächelt oder als nützliche Idioten der herrschenden Ordnung verachtet wurden. Ihre Nachfolger und Studenten sorgten für wachsende Ungleichheit, Krieg gegen den Terror und Finanzkrise. So fällt Birnbaums Bilanz der Weltverbesserung in der FAZ eher bitter aus. (03.05.13)

Lebensweltliches:

Beim Cicero wird über den Zusammenhang von Krisen und Kreativität nachgedacht - am Beispiel von Wittgenstein und WK I; und "Wer mehr über das Leiden der „Geistesgrößen“ erfahren will, kann in der aktuellen INDES nachlesen." +++ Georg Seeßlen hat diese Woche wieder über Kleinigkeiten gebloggt - von Schaufensterpuppen über Ästhetisierung und moralische Urteile bis zum Dauerbrenner Flugzeugsitzbauer. +++ Nicht schlafen zu wollen ist kindisch und ein Zeichen von Lebenshunger, schreibt Peter Bürger in der NZZ-Reihe über Schlaflosigkeit. +++ In der ZEIT unterhält sich Susanne Mayer recht engagiert mit Naomi Wolf über deren neues Buch "Vagina", in dem sie Männlein und Weiblein zu mehr Masturbation und Ritterlichkeit rät.

Persönliches:

Nach der obligatorischen Kapital-Lektüre meint jeder, eine (schlechte) Meinung zu Jeremy Bentham haben zu müssen; im Freitag versucht sich Magnus Klaue an einer Rehabilitation des Sozialreformers und Panoptikers. +++ David Foster Wallace war Tennisprofi und Logiker und wurde als Schriftsteller bekannt, ehe er 2008 Selbstmord beging; nun ist seine Abschlussarbeit "Schicksal, Zeit und Sprache. Über Willensfreiheit" auf Deutsch erschienen, wie der Deutschlandfunk meldete. +++ Ein anderes manisch-depressives Multitalent feiert am Sonntag seinen 200. Geburtstag: Kierkegaard. Bei Glanz & Elend würdigt Dieter Kaltwasser aus diesem Anlass den dänischen Hosenträger.

Abschließendes:

Wenn Sie sich mit psychoanalytischer Textkritik noch nicht so auskennen und erstmal an was Leichtem üben wollen, hätte man Sie früher auf die Katholiban von kreuz.net verwiesen; nun, da die von der homosexuellen Weltverschwörung abgeschaltet nach Österreich deportiert wurden, bleibt immer noch das von den Jugendverderbern des IPuP herzlich empfohlene www.eltern-im-netz.net, wo der Tötungs- und Geschlechtstrieb dermaßen wegsublimiert ist, dass es nur so rauscht. (Könnte Satire sein!)


Links der Woche am 25.08.2012, 14:43 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 34/12

Nachkläppe

Zu den Debatten aus der letzten Woche zotteln noch einige Wortmeldungen herein. In Sachen "Feuilleton abschaffen" spricht sich auch Isolde Charim in der taz dafür aus, das querulatorische Potential der Blätter in Zeiten ökonomistischer Gleichdenke zu stärken. Und bei der FAZ meldet sich in Sachen Europa Martin Walser zu Wort und verteidigt die Einigkeit des alten Kontinents mit Nietzsche, Hölderlin und Schäuble. Die ZEIT dagegen macht es andersrum und hat einen Sack europäischer Schriftsteller gefragt, was sie von Deutschlands Euro-Politik halten.

"nice-to-know"-Interdisziplinarität

Interdisziplinarität ist cool und hip und der Winner bei allen DFG-Antragsfeten. Davon will Peter Geimer in der FAZ aber nichts wissen, denn er fragt, ob der vor jeder gemeinsamen Forschung nötige Verständigungsaufwand z.B. zwischen Romanistinnen und Festkörperphysikern oder zwischen Neurologinnen und Vorderasienarchäologen überhaupt lohnt. (19.08.12)

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Nach den Soziologen geben jetzt auch die Historiker einen empfohlenen Scheiß auf das Hochschul-Ranking des CHE, das Studieninteressierten den Weg weisen soll. Jürgen Kaube berichtet in der FAZ von der soziologischen und mathematischen Kritik an den empirischen Methoden des CHE und wird grundsätzlich: "So wenig, wie es die besten fünf Weltreligionen, die fünf besten Physiklehrer an Gymnasien oder fünf beste Ehefrauen gibt, gibt es die besten fünf Soziologie- oder Geschichtsinstitute oder Geschichtsstudiengänge an deutschen Hochschulen." (21.08.12)

Zwei Umwerter

Nebenan im Begleitschreiben beschäftigt sich Gastautor Leopold Federmair mit Nietzsche und Jean Genet. Nietzsches Projekt, durch Reflexion zur Naivität zurückzukehren, findet bei Genet unter umgekehrten Vorzeichen statt. Am deutlichsten wird der Unterschied beim vitalen Thema Begierde - verstockt hier, obszön da; ein zweiter Teil folgt. (23.08.12)

Max Weber im Radio

via @perspectivia: DRadio Wissen hat diese Woche über die Tagung "Max Weber in der Welt" berichtet. Auf hypotheses.org sind die vier Teile versammelt: Universalgelehrter und Soziologe, Der frühe Denker der Globalisierung, Der Soziologe und der Krieg sowie Ein deutscher Soziologe in der Welt. (24.08.12)

Zur vorlesungsfreien Zeit:

Die Reisen des jungen Wittgenstein in die skandinavische Einsamkeit werden in der NZZ thematisiert. +++ Hoffnung für Studienabbrecher macht die ZEIT: Alles halb so wild! +++ Wer das Philosophie-Studium schmeißt, erspart sich was, vgl. dazu Philosophen schämen sich (via der blinde Hund). +++ 50 Jahre wissenschaftstheoretischer Paradigmenwechsel: The Observer über Thomas Kuhns Klassiker.



Links der Woche am 21.05.2011, 14:35 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 20/11

Fiskalphilosophie

Man erinnere sich an die Fiskaldebatte, die Peter Sloterdijk mit seinem Aufruf zum Boykott des Finanzamts ausgelöst hatte. Lothar Struck lässt sie Revue passieren und hat sich für Glanz & Elend durch das Buch "Die nehmende Hand die gebende Seite" gekämpft, in dem Schlotterdeik auf seine übliche Weise über Westerwelle, Sozialstaat und Steuern nachdenkt. (16.05.11)

Steht wie eine V1!

In der taz meditiert Helmut Höge über den offensichtlichen Zusammenhang zwischen militärischen Zerstörungs- und männlichen Fortpflanzungssehnsüchten am Beispiel des Kawumm-Phallus, auch bekannt als Rakete: "Die glatte, kühle Erotik eines für den einmaligen Abschuss in den Himmel vorgesehenen Stahlkörpers macht ost- wie westdeutsche Männer gleich kirre." (17.05.11)

Wo sind sie geblieben?

Offenbar hat Kultursoziologe Stephan Moebius lange nicht mehr im Fäuleton geblättert. Sonst wüsste er, dass es zu Fukushima, Libyen und bin Laden (aber auch zu von Trier, DSK und jedem anderen Scheiß) mehr als genug bis ins Groteske schöngeistige Kommentare gab und gibt. Doch eine Debatte will entfacht werden, und so fragt er in der ZEIT, wo die Intellektuellen als Weltdeuter vom Rang eines Émile Zola geblieben sind. (19.05.11)

Wittgenstein in Berlin

Nach wie vor jährt sich Wittgensteins Tod zum 60. Mal und im Schwulen Museum in Berlin-Kreuzberg gibt es eine Ausstellung zum österreichischen downsizing-Logiker. Helmut Mayer hat sie sich für die FAZ angesehen und findet die gezeigten Funde aus Cambridge und Innsbruck geschmackvoll in Szene gesetzt. (19.05.11)

Ein Prost dem Pessimismus

Der Hessische Rundfunk gratuliert dem früheren Frankfurter Professor und Adorno-Assi Alfred Schmidt zum 80. Geburtstag mit einem Portrait. Mit Schoppen, Schopenhauer und Materialismus findet er: "Eine Philosophie darf keine süßliche Metaphysik sein. Sie muss gnadenlos das Negative aussprechen." (19.05.11)

Man sprach Deutsch

Axel Honneth beklagte diese Woche gegenüber der dpa, dass die Philosophie selbst in Deutschland immer seltener auch auf Deutsch behandelt wird. Darüber hinaus wird sie an den Unis zwischen der Neurowissenschaft hier und dem Nützlichkeitsdenken da zerrieben. Johannes Seibel kommentiert in der Tagespost den Sieg der angelsächsisch analytischen Tradition und den "Ausverkauf einer ganzen Disziplin an die bloße Meinung". (18.05.11)

Was sich gehört

Apropos "Schwundform von Ratgeber-Kolumnen der Alltagsmoral": In der taz unterhält sich Kai Schlieter mit dem als "Moral-Experten" annoncierten Rainer Erlinger darüber, was sich alles gehört und was nicht: Freude über fremde Tode, Nothilfe für Personen und für Völker, Atomkraft und Massentierhaltung. Daneben werden alle Fragen aus dem Ethik-Duden durchgenommen. (21.05.11)

Und sie gehören doch dazu!

Die Badische Zeitung spricht mit dem Philosophen und Übersetzer Franz Schupp über den Islam, genauer: die arabische Kultur, die nicht nur die griechischen Klassiker bewahrte, sondern mit Averroes - so Schupps These - gar die europäische Aufklärung einleitete. (21.05.11)


Links der Woche am 30.04.2011, 13:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 17/11

Jesus Reloaded

Der Philologe und Übersetzer Mustafa Al-Slaiman hat in der SZ zu Ostern erklärt, wie Jesus im Koran dargestellt wird. Demnach versteht sich der Islam als Ergänzung (oder klarstellendes Update), nicht als Konkurrenz zum jüdischen Messianismus und christlichem Trinitätsgedenken. So gesehen wäre der Islam nicht, wie gern behauptet, dem Christentum knapp 700 Jahre hinterher, sondern einen Schritt voraus. (24.04.11)

Vertrauen braucht mehr als eine Runde

Letzte Woche wurde bereits auf den neuen populärwissenschaftlichen Trend "Altruismus" bzw. "Kooperation" hingewiesen. Nun hat Josef Honerkamp in den Scilogs nachgelegt mit Überlegungen aus der Spieltheorie, allen voran dem Gefangenendilemma. Gingen die Beteiligten streng rational vor, würde jede Runde gleich ausgehen. Gäbe es aber eine Vielfalt von Agenten und Strategien, deren Spiel zudem über mehrere Runden ginge, würde der Kooperation gleichsam evolutionär der Vorzug gegeben werden. (27.04.11)

Rosa und braun

Wie es der reinste Zufall will, hat man an der Uni Cambridge pünktlich zum 60. Todestag Ludwig Wittgensteins bisher unveröffentlichte Notizen des Sprachphilosophen (und seines Liebhabers Francis Skinner) ausgegraben, die einst als das Rosa Buch gedacht waren und womöglich noch dieses Jahr als das Braune Buch erscheinen könnten. The Philosopher's Eye hat Näheres + Links zur Geschichte. (29.04.11)

Fast rund, polar

Marianna Lieder portraitiert im Tagesspiegel zum fünften Geburtstag das Halbjahresmagazin "Polar. Zeitschrift für politische Philosophie und Kultur." Die zehnte Ausgabe ist gerade zum Thema "Tod und Gesellschaft" im Campus Verlag erschienen. (29.04.11)

Wandern mit Frege

Im Vorgriff auf das Titelthema der Sommerausgabe ("Urlaub") verweisen wir hier gern auf einen Termin für die Logiker an der Ostseeküste: Alljährlich begeht Wismar den Geburtstag ihres großen Sohns Gottlob Frege mit einer Wanderung. Am nächsten Sonntag zum 25. Mal, wie die Ostsee-Zeitung informiert. (30.04.11)

Der Link-der-Woche-Preis für die schönste Einleitung geht in dieser Woche übrigens an Constanze Kurz: "Wo steht man eigentlich als postmoderner Mensch? Apple kann es uns sagen."


Links der Woche am 09.04.2011, 14:31 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 14/11

Der bessere Baron

Kollege Rode hat in der Zürcher Studierendenzeitung das wunderbare von Joel Bedetti verfasste Portrait des Barons Meinhard von Seckendorff gefunden. Ein guter Mann von Welt, wohlerzogen und voller Liebe zu Frauen, schönen Künsten und besonders zur Philosophie. Mit dieser Liebe hat er sein Erbe durchgebracht und sein Studium an der Uni Zürich kürzlich nach 90 Semestern abgebrochen. Nun hat er sich auf sein verfallendes Schloss zurückgezogen und gibt - immer noch gut gelaunt - Auskunft über sein Leben. (25.02.11)

Gewöhnung an Damokles

Jede neue Erfindung bringt eine neue Art von Unfällen mit sich, und je komplizierter die Technik, desto katastrophaler die Folgen im stets unwahrscheinlichen, doch möglichen Fall des Falls. Martina Heßler resümiert in der FAZ mit Günther Anders im Gepäck die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und warum der sich selbst überholende Mensch immer wieder davon ablässt, mit dem Unwahrscheinlichen zu rechnen. (03.04.11)

Libyen als Philosophem

Der scharfe Strubbelkopf BHL hat kürzlich den Libyen-Krieg in die Wege geleitet, nun weht ihm Gegenwind aus der eigenen Profession in die Föhnfrisur: Ein paar Intellektuelle, die Krieg prinzipiell nie gut finden, hat Frankreich noch. Sascha Lehnartz berichtet in der WELT, wie sie nun gegen den bellizistischen Mainstream in der linksrheinischen Philosophie aufmucken. (05.04.11)

Nietzsche für umme

Das European Journal of Philosophy hat eine komplette Ausgabe mit Essays zu Friedrich Nietzsche kostenlos ins Netz gestellt. Insgesamt 20 Texte im PDF-Format zu Nietzsches Positivismus, Amor Fati und Metaethik, zu der Tradition, in der er stand, und zu seinen Kritikern, außerdem zu - haha - "Genealogie und Moral" sowie zu Nietzsche und Kunst. (06.04.11)

Geburtstagsreime

The Philosopher's Eye weist auf allerhand Festivitäten zum anstehenden 60. Todestag von Ludwig Wittgenstein hin. Unter anderem veranstaltet die British Wittgenstein Society einen Wettbewerb, einzureichen ist ein Essay oder Gedicht mit bis zu 1500 Wörtern zum Thema "Wittgenstein nach 60 Jahren". Der Gewinner darf auf der Konferenz in Gregynog vorlesen; und das Örtchen klingt immerhin, als gebe es dort guten Whiskey. (07.04.11)


Links der Woche am 05.03.2011, 15:15 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 09/11

Elder anti-statesmen über Arabien

Im Freitag blicken die als Revolutionstheoretiker titulierten alten Herren Michael Hardt und Antonio Negri auf die jugendliche Multitude in Tunesien, Ägypten und Libyen. Deren gegenwärtige Revolten könnten Nordafrika zum neuen politischen Experimentierfeld und Selbstfindungsorkus machen. (27.02.11)

Lesen macht dumm und gewalttätig

Die FR berichtet über das Vorgehen der Berliner Staatsanwaltschaft gegen die linken Buchläden Schwarze Risse, Infoladen M99 und OH21. Dort gab es die Zeitschrift "Interim" zu kaufen, für deren straffähige Inhalte die Buchhändler belangt werden sollen - ein bislang einmaliger Vorgang, der die bisherige Rechtsprechung auf den Kopf stellt. (28.02.11)

Die Banalität des Blöden

Nachdem die FAZ kürzlich Heidi Klum sehr schön als deutsche Schäferhündin portraitiert hat, packt die taz anlässlich der neuen Staffel von "Germany's Next Top Model" Hannah Arendt aus und analysiert das totalitäre System hinter den medialen Verführungs- und Unterwerfungsritualen. (02.03.11)

Schöner wohnen mit Wittgenstein

Die NZZ hat sich das von Ludwig Wittgenstein für seine Schwester entworfene Haus in Wien angesehen. Die Architektin Gabriele Reiterer beschreibt den im Geiste des Tractatus errichteten Bau und seine sprachphilosophische Geschichte. (05.03.11)

Leihen und herrschen

In dieser Woche wurde Muhammed Yunus, der für seine Erfindung der Mikrokredite 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, unter fadenscheinigem Vorwand als Direktor der von ihm gegründeten Bank abgesetzt. Die Blätter für deutsche und internationale Politik beschäftigen sich mit den Mikrokrediten, die zunächst als Wundermittel gegen Armut und Arbeitslosigkeit gepriesen wurden, tatsächlich jedoch beide zu fördern scheinen und vor allem nur die Falschen reich machen.





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