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Mit dem Stichwort "Gerechtigkeit" sind die folgenden Artikel markiert:


Links der Woche am 23.03.2013, 14:30 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 12/13

Sozialpolitik in Historikers Sicht

Vergangene Woche wurde an dieser Stelle bereits auf die neuerliche Debatte um Ungleichheit und Gerechtigkeit hingewiesen. Anlass war Hans-Ulrich Wehlers Buch "Die neue Umverteilung", das Klaus Harpprecht in der ZEIT vorstellt. Der Historiker hatte sich ebenda vergangenen Monat ausführlich zum geschönten Armutsbericht der Bundesregierung geäußert und sich insbesondere darüber gewundert, dass der soziale Frieden immer noch hält. Im Gespräch mit der FR gibt Wehler Auskunft über die Umverteilung von unten nach oben und die kalte Wut.

Opa erzählt vom Krieg

Der 68er Helmut Wietz hat einen Comic über das wilde Berlin Ende der 60er gemacht - eine Art bebilderte Selbstkritik der Generation, die (ob bekifft oder nüchtern) Mao und Adorno verehrte, auch ohne viel lesen zu müssen. Marcel Malachowski stellt Buch und Mindset im Freitag vor. (21.03.13)

Wissenschaftsphilosophiewochen bei der FAZ

Sibylle Anderl berichtet von einem Hannoveraner Treffen von Wissenschaftsphilosophen, die zwischen den Stühlen von Physik und Philosophie tagten. In der Klimaforschung führt mehr Wissen zu mehr Unsicherheit - Schuld ist die Komplexität der Materie, erklärt Joachim Müller-Jung. Abermals Sibylle Anderl schlägt von Hannover aus vor, bei solchen Problemen mal den Wissenschaftsphilosophen zu fragen.

Eingeführt bleiben!

Klaus Watzka unterrichtet in Jena BWL und beobachtet mit Sorge, wie nun auch die letzten Bundesländer die mit ordentlich Sachzwang eingeführten Studiengebühren wieder abschaffen. In der FAZ macht er ein Tabu aus, um es wacker zu brechen, indem er nämlich dafür plädiert, die Studentenschaft an den Kosten ihrer Bildung zu beteiligen. (21.03.13)

Außerdemos von Sonstnochos:

Nebenan bei Glanz & Elend bespricht Jürgen Nielsen-Sikora zwei Bücher zur Verschwarmung des Menschen im Netz von Nicholas A. Christakis und James H. Fowler sowie von Jean Baudrillard (!). +++ Mit den Piraten wurde nicht nur der Insiderwitz als politisches Kommunikationsmittel "salonfähig", wir verdanken der Partei auch Klarheit darüber, ob Berlin auf die Zombie-Apokalypse vorbereitet ist. +++ Pünktlich zum neuen Papst ist Karlheinz Deschners "Kriminalgeschichte des Christentums" abgeschlossen, wie Ludger Lütkehaus in der NZZ meldet. +++ Der Frühling lässt noch auf sich warten, der Lichtwolf zur Jahreszeit ist aber schon da: Titelthema Experten.


Links der Woche am 16.03.2013, 14:49 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 11/13

Der Blick zurück

Die marxistische Geschichtsschreibung Anglophoniens hat mit Eric Hobsbawn und Tony Judt in den vergangenen Jahren zwei ihrer Ganzgroßen verloren. Michael Hesse räsoniert in der FR über Tony Judts und Timothy Snyders historiographische Dialoge übers 20. Jahrhundert. (13.03.13)

Europa beherrschen

Mit Merkel und Gauck herrscht in Deutschland eine postdemokratische Ideologie, die rundum mit Teflon beschichtet ist. Georg Seeßlen geht in seinem Blog dem Merkelismus nach, der nur scheinbar bräsig-wendehälsig ist, tatsächlich aber machiavellistisch und merkantilistisch (eben merkelistisch) seine Agenda in Europa durchsetzt. (09.03.13)

MOOCs

Da nur "online" es heutzutage über keine Aufmerksamkeitsschwelle mehr schafft, muss es schon auch "massive" sein: Massive Open Online Course (MOOC) ist kein neuer Spieletrend, sondern bietet den gebildeten Ständen und denen, die dazuzählen wollen, Content direkt aus den Hörsälen der berühmtesten Hochschulen. Seiten wie Cousera, Open Course World, edX oder Udacity bieten (auch deutschsprachige) Vorlesungen zum Download an, sind das Titelthema der aktuellen ZEIT und werden in der FAZ mit Lob und Anerkennung begutachtet.

Gesellschaft mal anders

Robert Misik stellt im Freitag Hans-Ulrich Wehlers und Michael Sandels Überlegungen zu Ungleichheit und Gerechtigkeit vor, die vor allem auf die richtige Formulierung von Fragen der Umverteilung zielen. In der FR denkt Schriftsteller Artur Becker russisch über die kommende Gesellschaft nach bzw. darüber, welche revolutionären Voraussetzungen die Hinwendung zu geistigem statt materiellen Wohlstand hat. Und die taz stellt die jüngste Occupy-Phänomenologie von Michael Hardt und Antonio Negri vor, die da heißt "Demokratie! Wofür wir kämpfen".

Auch das noch:

Das Institut für Polytoxikomanologie und Perspektivismus empfiehlt dieses Ratespiel: Wer hat's gesagt - Nietzsche oder Spongebob? +++ Na, haben Sie auf der gegenwärtigen Leipziger Buchmesse wieder keinen Preis abgekriegt? Trost finden Sie beim Laudatomaten, der schmucke Lobreden auf Sie (oder sonstwen) ausspuckt. Die einzig wahre Messe für Freunde des gedruckten Worts ist ohnehin die Mainzer Minipressen-Messe Ende Mai, an der übrigens auch der Lichtwolf teilnimmt.


Links der Woche am 03.11.2012, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 44/12

Naturethik woher, wohin?

In den Scilogs greift Ludwig Trepl einen Kommentar auf, der nicht nur Menschen, sondern auch die Natur als Subjekt ethischer Überlegungen gelten lässt. Im ersten Teil geht Trepl den Grundrichtungen solcher Naturethiken nach, um dann erstmal Ethik an sich zu durchleuchten. "Achtung" ist in ihr mindestens so wichtig wie Wille und Gesetz, und so behandelt der zweite Teil von Trepls Überlegungen die Leitung durch moralische Gefühle im Umgang mit der Natur.

Rezensionen

Wenn die ZEIT von einem "epochalen Werk" spricht und damit ein Buch namens "Gerechtigkeit für Igel" bezeichnet, merkt der Ethiker mit Geschmack auf: Besprechung von Ronald Dworkins Summa über die eine große Sache. +++ Die Historiker nehmen sich nun der individuellen Gefühle an: Die NZZ bespricht einen Essayband zur Geschichte des Lachens. +++ Gerd Koenen zeigt sich in der NZZ unzufrieden mit dem letzten Buch des verstorbenen Eric Hobsbawm über den Marxismus als historische Gedankenformation.

Außerdemchen:

Doktorandin Janina Reibold ist in einen exzellenten Graduiertenkolleg zum Thema "Open Access" eingeladen worden und verbrennt mit ihrer ungezogenen Skepsis in der FAZ manche Brücke. +++ Im Blog nebenan beschreibt Sibylle Anderl das Hochstapler-Syndrom an Unis. +++ Und nochmals FAZ: Die hat sich ganz großartig mit Fritz J. Raddatz über Stil unterhalten.


Links der Woche am 13.10.2012, 14:28 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 41/12

Unser täglich Seeßlen

Die Sensation der Woche ist nicht etwa der Nobelpreis für die EU, sondern dass Georg Seeßlen ja ein Blog hat, das er nahezu täglich beschickt! Der Essay der Woche ist eine etymologisch-historische Meditation über das Wort und die Institution "Nachrichten", an der auch die Frankfurter Schule ihre Freude gehabt hätte. (10.10.12)

Wir werden alle sterben!

Astronomieblogger Florian Freistetter hat in der Vergangenheit aus zukünftigem Anlass ausgiebig und tapfer gegen die Vulgärpanik wegen des in zweieinhalb Monaten vermeintlich endenden Maya-Kalenders gekämpft. Doch er sieht sein aufklärerisches Werk in Scherben, hat er selbst doch nun einen mysteriösen Kalender entdeckt, der gleichfalls in der zweiten Dezemberhälfte jäh endet. (10.10.12)

Solidarität. Macht. Gerechtigkeit.

Was für Affen gilt, muss in höherem Maße doch auch für Menschen gelten, fand Adolf Hitler und mit ihm der ganze spätmoderne Biologismus. Andrea Roedig schreibt im Freitag über (menschliche) Experimente mit Kapuzineräffchen, die im Gegensatz zu Pavianen einen Sinn für Gerechtigkeit haben. Den hat auch der Mensch, er kann sogar dicke Bücher und lange Artikel darüber schreiben. (11.10.12)

Habituelle Obdachlosigkeit

Wer sich gefragt hat, was es mit dieser Frankfurter Buchmesse auf sich hat, von der diese Woche im Feuilleton so oft die Rede ist, für den hat Klaus Bittermann, Verleger und Autor (u.a. das "Who's who peinlicher Personen") in der FAZ mal seine Erfahrungen aufgeschrieben; und genau so haben wir uns das auch vorgestellt. (11.10.12)

Das Weitere:

Einen wichtigen Beitrag zum Perspektivismus leistet Blogger(in?) Resubefra im Freitag, wo er/sie den Unterschied zwischen westlichem und asiatischen Webdesign erklärt. +++ Richard Senett hat wieder ein Buch darüber geschrieben, was die Gesellschaft zusammenhält und was sie zerstört (u.a. Banken), die taz unterhält sich mit dem Soziologen. +++ Viele Besprechungen diese Woche in der NZZ: eine Neuedition der Reden in drei Fassungen, mit denen Platonübersetzer Friedrich Schleiermacher die Religion verteidigt, das "Spanische Testament", in dem der illustre Arthur Koestler seine Zeit in Francos Todeszelle dokumentiert, und soziologisch wird es mit Max Webers letzten Briefen sowie einer Erinnerung an Helmut Schelskys Pamphlet wider den SPIEGEL und die linken Intellektuellen.




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