Das außer- und antiakademische Philosophie-Magazin. - Sonntag, 26. Mai 2013
Was isst der Lichtwolf?
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Mit dem Stichwort "Bologna-Reform" sind die folgenden Artikel markiert:
Links der Woche am 25.05.2013, 14:40 Uhr
Links der Woche, rechts der Welt KW 21/13
Retweets und Likes statt Citation Index
Im Web 2.0 kann bekanntlich jeder mit jedem, aber (auch und gerade) junge Wissenschaftler schrecken noch vor dem Dauerkontakt mit der Netzöffentlichkeit zurück, bloggt Sibylle Anderl bei der FAZ. Dabei kommt die Wissenschaft nicht mehr lang am Dialog via Social Media als Chance und Pflicht vorbei. (20.05.13)
Gottlobs Werk und Bertrands Beitrag
Wolfgang Krischke berichtet für die FAZ von der dritten internationalen Tagung zum Werk Gottlob Freges in Wismar. Wir lesen über Freges Drittmitteleignung und sein idealistisches Logikverständnis, über die Wunder der Selbstbezüglichkeit und Freges schwierige Wittgensteinlektüre. (24.05.13)
Supermenschen aus der Petrischale
Bei Telepolis unterhält sich Christoph Mann mit dem Technikphilosophen Armin Grunwald über Human Enhancement. Im ersten Teil erklärt Grunwald, womit man als Technikfolgenabschätzer zu zu tun hat, etwa mit synthetischer Biologie, die auch zum Aufrüsten von Menschen dienen kann. Das ist in der Leistungsgesellschaft sehr willkommen, so geht es im zweiten Teil weiter, drum gilt es, Öffentlichkeit und Politik zu beraten. Möchten Sie mehr darüber erfahren, was hinter Ihrer Spezies liegt? Lichtwolf Nr. 39 behandelt das Thema "Jenseits des Menschen". (18./19.05.13)
Der Jurist Bernd Rüthers sieht die Universitas in Gefahr. Die Gründe, die er in der FAZ aus eigener Anschauung aufführt, sind altbekannt: 68er-Mitbestimmungschaos, Überbevölkerung, soziale Selektion, Trennung von Forschung und Lehre, Reformwut, Ökonomisierung, Bologna und Exzellenzquark. Die Folge: Untergang des deutschen Bildungswesens. (24.05.13)
Et cetera
Die NZZ stellt Harald Welzers Aufruf zur Beseitigung der herrschenden Ordnung vor, "Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand". +++ In einer Woche erwartet Sie der Lichtwolf auf der Mainzer Minipressen-Messe vom 30.05. bis 02.06. - dort erhalten Sie Ihre Links der Woche mündlich und eigenontisch.
Links der Woche am 06.04.2013, 14:28 Uhr
Links der Woche, rechts der Welt KW 14/13
Einen Interviewband zum globalen Aktivismus stellt uns Florian Schmid im Freitag vor. Darin finden sich (nicht mehr ganz frische) Gespräche mit u.a. Slavoj Žižek, Stéphane Hessel, Tariq Ali, Francis Fukuyama und Michael Hardt über die globalen Krisen, Anlässe zum Protest und die Notwendigkeit seiner Organisation und Vernetzung. (02.04.13)
Nach Bologna kein Bologna mehr
Kulturwissenschaftler Klaus P. Hansen beschreibt in einem Gastbeitrag für Spon, "wie Unis Genialität verhindern", nämlich u.a. mit Wettbewerbszirkus und Dauerbefristungen. Bologna und Exzellenzwahn machen Gelehrte zu Verwaltungsangestellten und geben PR den Vorrang vor ernsthafter Forschung (insbesondere der einsamen Lektüre). (03.04.13)
Unn sünst?
Das ganz Kleine und das ganz Große: Cary Huang macht mit einer Flash-Animation die Größenverhältnisse im Universum anschaulich. +++ Georg Seeßlen bloggt 12 Thesen über Sprache, die auch im Lichtwolf Nr. 35 zum gleichen Thema hätten stehen können. +++ Apropos Lichtwolf: Die aktuelle Ausgabe ist seit dieser Woche auch als E-Book erhältlich. +++ Christian Wiese schreibt in der Jüdischen Allgemeinen - als hätte er die plötzliche Fahndung nach 50 NS-Verbrechern geahnt - darüber, was von Hannah Arendts "Eichmann in Jerusalem" nach einem halben Jahrhundert noch bleibt. +++ Die taz stellt das neue Waffenrecht an einer Uni in Lynchburg (!) vor, die so US-amerikanisch zu sein scheint wie Apple Pie und auch was für Taliban wäre. +++ Der blinde Hund hat seine Link-Liste mit Philosophie im Internet aktualisiert und um Open-Access-Zeitschriften erweitert. +++ Radio-Tipp: Heute kommt ab 23:05 Uhr im Deutschlandfunk die Lange Nacht über Erich Mühsam.
Links der Woche am 07.10.2012, 14:26 Uhr
Links der Woche, rechts der Welt KW 40/12
Mit 24 Stunden lesetour-bedingter Verspätung...
In seinem Blog macht Gunter Dueck eine Rechnung von Risiken und Gefahren auf, die mangels Hellsehen überall in der unbekannten Zukunft liegen. Im Schritt zurück beleuchtet Dueck sodann den Zusammenhang von Unvertrautheit und selbsterfüllender Furcht, um zu seiner Forderung "Aufklärung statt Haftungsausschlüsse!" zu gelangen. (29.09.12)
Georg Seeßlen und Markus Metz haben dieses Jahr wieder einen Doppelschlag vorgelegt, in dem sie die Tendenz des zeitgemäßen Dienstleistungskapitalismus zu Spektakel und Verblödung untersuchen. Besprochen werden die jüngsten Titel von Peter V. Brinkemper bei Glanz & Elend.
An deutschen Unis wird nach Bologna jährlich millionenfach die "employability" der Studentenschaft geprüft, obschon keiner weiß, wie sie zu vermitteln und zu erheben ist. Peter Wex, ehemals leitender Verwaltungsdirektor der FU Berlin, vermutet in der FAZ, das Kompetenzgerede sei als Wissenschafts-PR gar nicht so ersnt gemeint. (03.10.12)
Gregor Keuschning gibt einen Überblick über die Notizbücher von Sloterdijk, in denen der schnaufende Denker seine Leseeindrücke festhält (u.a. die Kollegen Jürgen Nielsen-Sikora nebst Glanz & Elend) und meist auf Reisen weiterdenkt. Darüber hinaus wird gelästert, beklagt, der eigene Ruhm protokolliert und die Politik kommentiert. (07.10.12)
Links der Woche am 19.11.2011, 14:00 Uhr
Links der Woche, rechts der Welt KW 46/11
Noch sechs Wochen, dann ist das Jahr 2011 erledigt; noch vier Wochen, dann kommt Lichtwolf Nr. 36 (Thema: Nacht) - nur, damit Sie Bescheid wissen und rechtzeitig ein neues Jahr abonnieren können!
In seinem Wirtschaftsethik-Blog "Gute Geschäfte" geht Frank Wiebe der nicht kleinen Frage nach, was unter "Freiheit" alles verstanden wird: Isaiah Berlins Wovon und Wozu, die idealistische Freiheit zum Vernunftgebrauch, Honneths und Hegels soziale Freiheit bis hin zu der sehr eigenwilligen Freiheit in Fichtes die DDR vorwegnehmender Schrift über den "Geschlossenen Handelsstaat". (13.11.11)
Reaktanz bedeutet, etwas anders machen zu wollen nur aus dem Grund, dass alle anderen es gleich machen. Harald Martenstein gibt in seinem ZEIT-Essay über den unsteten und doch lockenden Mainstream als reaktantes Beispiel eine Lobeshymne auf Westerwelle, die im gegenwärtigen Meinungsschwarm ebenso befremdlich wäre wie eine Exotenmeinung, die einen künftigen Mainstream vorwegnimmt. (14.11.11)
Zum Tod von Franz Josef Degenhardt
Am 14. November ist der Liedermacher Franz Josef Degenhardt gestorben und das ist nicht schön. Sogar die bürgerliche FAZ bringt inzwischen einen Nachruf (von Dieter Bartetzko) auf den Bürgerschreck. Die taz würdigt seine Lieder und ließ Jörg Sundermeier den Nachruf schreiben, in der ZEIT macht das Ulrich Greiner.
Philosophy - the booming life science everyone loves to love!
Bereits letzte Woche wurde hier im Kleinen auf einen SZ-Artikel verwiesen, der des Lichtwolfs Konkurrenz in den Kioskregalen vorstellt. Zum Tag der Philosophie am 17. November geht das ZDF dorthin, wo es weh tut - ins Post-Bologna Philosophie-Studium - während Uwe Justus Wenzel in der NZZ den angeblichen "Megatrend Philosophie" aufgreift sowie die beiden neuen Zeitschriften "Philosophie Magazin" (dessen Chefredakteur beim Theorieblog interviewt wird) und "Hohe Luft". Beim Medienmagazin kress vergleicht Rupert Sommer die beiden Neuerscheinungen, im PR-Portal Horizont.net tut das Juliane Paperlein.
Politycki gegen die Mediokrität
Bock auf Kulturpessimismus? Passt doch so schön zum trüben Novemberwetter! In der ZEIT diagnostiziert Matthias Politycki einen Burn-out der Kultur, bedingt durch den seit Privat-TV, Amerikanisierung und 1989 auch auf kulturellen Leistungen lastenden Quotendruck. Politycki ist übrigens Kurator des Autorenforums beim Literaturfest München und klagt auch das himmelschreiende Elend an, das ihm dort vor Augen und zu Ohren kam. (18.11.11)
Faschoscheiße
Nach den Anschlägen in Norwegen am 22. Juli d.J. stellte sich bereits die Frage, ob offener Rassismus von der Meinungsfreiheit gedeckt ist oder vielmehr Verbrechen legitimiert. Jagoda Marinic plädierte vor einem Jahr in der FR für eine Demokratie, der ein anrüchiger Diskurs lieber ist als ein juristisch verengter. Allerdings hat der jüngst Nachricht gewordene Thriller um den "Nationalsozialistischen Untergrund" sie nachdenklich gemacht; denn rassistisches Gedankengut droht hierzulande eher verharmlost als unterdrückt zu werden; weder urplötzlich noch von einer Minderheit. (Dazu nicht unpassend: Am 8.11. ist in Berlin endlich ein Denkmal für Georg Elser enthüllt worden.)
Ansonsten:
In der NZZ fragt sich Urs Hafner, ob die Umwandlung der Universitäten in Zeugniskonzerne sich mit ihrem Bildungsauftrag verträgt - eine Frage, die man 12 Jahre nach Unterzeichnung der Bologna-Erklärung auch in der Schweiz ja mal stellen darf! +++ Die WELT meldet, dass Bernard-Henri Lévy ein Buch darüber geschrieben hat, wie er einmal Gaddafi gestürzt hat. +++ The BirdBase, so was wie el Kaeda für Vögel, hat zahlreiche Großmedien mit einer miserablen Kafka-Edition hereingelegt.
Links der Woche am 06.08.2011, 14:10 Uhr
Links der Woche, rechts der Welt KW 31/11
Unsere Selbsteinschätzung ist abhängig davon, auf wie vielen Metern über Normalnull sie getroffen wird. Bierologe Bastian Greshake weist in den Scilogs auf Verhaltensstudien hin, die sich mit dem Priming beschäftigen, also dem Phänomen, dass und wie Umweltfaktoren die Urteilskraft beeinflussen. Die Konsequenz: Von Managern Bescheidenheit zu fordern ist sinnlos, solange sie ihre Büros hoch über der Stadt haben. (31.07.11)
Im Freitag stellt Ralf Klausnitzer das Buch "Akademischer Kapitalismus. Über die politische Ökonomie der Hochschulreform" des Soziologen Richard Münch vor. An Stelle des alten Wettbewerbs um die bessere Idee ist der Wettlauf um Exzellenz, Elite und Gütesiegel getreten, klar, nix Neues. Interessant aber ist, wie Münch den angeblich geschaffenen Uni-"Markt" als folgenschwere Illusion entlarvt. (01.08.11)
The Philosopher's Eye tut kund, dass die renommierte, eher in der Analytischen Philosophie verortete Zeitschrift "Dialectica" derzeit eine ganze Reihe von Artikeln kostenlos anbietet, um neue (Probe-)Abonnenten zu locken. Als PDFs stehen Artikel vorwiegend zu ontologischen und logischen Themen bereit. (01.08.11)
Links der Woche am 23.10.2010, 15:01 Uhr
Links der Woche, rechts der Welt KW 42/10
Die heutige Ausgabe der NZZ widmet sich ausführlich dem Internet und damit zusammenhängenden Kulturfragen. Früher dran und tiefer drin war die "International Review of Information Ethics", deren 13. Ausgabe vom September 2010 als PDF (1 MB) zur Verfügung steht. Unter dem Titel "Intercultural Infomation Ethics" werden u.a. P2P, MMORPGs, Nekama und das gute Leben im Netz behandelt.
Stuttgart 21, wohin man blickt. In der taz nimmt Jörg Magenau das schwäbische Ringen um Oben oder Unten zum Anlass einer unterhaltsamen Überlegung zum Reisen und der darauf wirkenden Beschleunigung, die vom Fortschritt ausgeht. (17.10.10)
Karl Payer erkennt im Journal für Philosophie & Psychiatrie 2/09, dass Heideggers Angst-Begriff ziemlich genau eine Depression beschreibt, und überlegt mit "Sein und Zeit" und weiteren Klassikern im Gepäck, welchen Sinn und Nutzen für das Leben Depressionen haben.
Die Wirkungsweise von Ketamin, auch bekannt als "Special K", ist auch Jahrzehnte nach der Synthetisierung nicht gänzlich verstanden. Jörg Albrecht blickt in der FAZ auf die medizinische und psychedelische Geschichte des Narkotikums zurück, das dort helfen könnte, wo alle anderen Psychopharmaka versagen. (20.10.10)
Die ersten Studienjahrgänge verlassen mit Bachelor-Zeugnissen die Hochschulen - oftmals unfreiwillig, denn wie so oft hat die Politik mit der Bologna-Reform erstmal kräftig flexibilisiert und gehofft, der Markt werde die Verteilungslogik schon irgendwie regeln. Das "Master-Desaster" ist Wochenthema beim Freitag. (21.10.10)
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