Die RAF des guten Geschmacks. - Freitag, 24. Mai 2013
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lichtwolf.de / Monatsbuch / Mai 2011
Politik am 03.05.2011, 07:41 Uhr
Bin Laden? Das gibt's doch was vom Lichtwolf...
Aus Lichtwolf Nr. 33, S. 18:
"Jede Angst hat eine Hoffnung im Gepäck, die sich vom geschulten oder schlicht voreingenommenen Auge an den Fußabdrücken des Horrors erkennen lässt. Mit der Borg-Königin realisiert sich eine allzu menschliche Hoffnung, die seit 1945 den Kern amerikanischer Militärstrategie ausmacht. Nämlich sich nicht Mann für Mann durch unendliche Horden von Gegnern kämpfen zu müssen, sondern mit einer Bombe an der richtigen Stelle den Sack zumachen zu können. Früher glaubte man, den Kreml zu sprengen würde das kommunistische Gespenst mit einem Schlag austreiben; heute drückt sich die erfahrungsresistente Hoffnung, die Hydra durch Enthauptung töten zu können, in der Fixierung auf Osama bin Laden aus, obwohl es seit bald einem Jahrzehnt für lose vernetzte Terrorzellen keine Rolle spielt, ob er noch lebt und was er anordnet."

Den ganzen Artikel und viele weitere Texte, schön illustriert und handschmeichelnd gedruckt, finden Sie in Lichtwolf Nr. 33 (Titelthema: "Monster") - erhältlich hier im Einkaufszentrum für nur 6,80 Euro.
Links der Woche am 07.05.2011, 14:14 Uhr
Links der Woche, rechts der Welt KW 18/11
Heinrich Hemme berichtet in der FAZ von einem neuen Ansatz, den die Spieltheoretiker Lionel Levine und Katherine E. Stange zur Lösung theoretischer Verteilungsproblem gefunden haben. Dass sich an den praktischen dadurch nichts ändert, ergibt sich schon an der Prämisse, dass die Beteiligten der Strategie auf Kooperation statt Konkurrenz setzen müssten. Man beachte hier übrigens die Kommentare. (02.05.11)
Gleichfalls in der FAZ und fast passend zum obigen Artikel ist das ausführliche Gepräch, das Frank Rieger mit Daniel Suarez anlässlich des Erscheinens seines neuen Romans "Darknet" geführt hat. Suarez' Erzählwelten sind in der nahen Zukunft angesiedelt und befinden sich fest im unsichtbaren Griff der Algorithmen, denen der Mensch nur noch als Schnittstelle zur Realität dient. (02.05.11)
Wer zuerst schießt, hat gewonnen!
Wie gerufen zur vermeldeten Tötung Osama bin Ladens kamen in den Scilogs Elmar Diederichs' Überlegungen zum vorauseilenden Entwaffnungsschlag, in Rumsfeld-Diktion: pre-emptive strike. Dargestellt (und kritisiert) werden die politphilosophischen Grundlagen und Güterabwägungen der Militärdoktrin, die im Falle des 3. (nicht 2.) Golfkriegs zu weltweitem "Ruhm" gelangte. (02.05.11)
Angesichts des anhaltenden Specials "Philosophie" der Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft" mokiert sich Leonie Seng in den Scilogs über das Marketing-Versagen der dargestellten Wissenschaft. Die Philosophie als Produkt (nicht als brand?) versäume mal wieder, ein fresheres Image bei der target audience zu pitchen, weil ihre Sprachrohre (Nida-Rümelin, klar) nicht aus ihrem verschwurbelten Jargon herausfinden. (02.05.11)
Christina Rietz hat in der ZEIT einen geselligen Abend protokolliert, den man mit Hanno Depners "Kant für die Hand. Die Kritik der reinen Vernunft zum Basteln & Begreifen." aus dem Knaus-Verlag zugebracht hat. Weder mit dem gebastelten Ding an sich, noch mit dem Verständnis der "Kritik der reinen Vernunft" hat es anscheind geklappt. (04.05.11)
Tag der Philosophie in der FR
...mit gleich zwei schönen Texten. Zum einen hat Sylvia Staude ein Gespräch mit Alva Noë über Kunst, das Bewusstsein und seine Umwelt geführt. Angenehmerweise bleiben die Computermetaphern hier mal außen vor und der Vorzug wird dem Bild vom Tanz gegeben.
Zum anderen schreibt Otto A. Böhmer zum 300. Geburtstag über David Hume, der keinen guten Start in der Philosophie hatte und es auch sonst als gewichtiger Denker nicht leicht hatte z.B. mit dem störrischen Buchmarkt und dem anhänglichen Rousseau. (07.05.11)
Links der Woche am 14.05.2011, 14:30 Uhr
Links der Woche, rechts der Welt KW 19/11
Vor einer Weile hat sich u.a. die FAZ mit "Der kommende Aufstand" beschäftigt - eine Weckschrift, die von einem unbekannten Autorenkollektiv verfasst wurde. In der multitudinalen Autorschaft scheint linksrheinisch ein neuer Trend zu liegen, wie Niklas Maak mit Blick auf die in Paris veröffentlichten "Grundbausteine einer Theorie des Jungen-Mädchens" berichtet. Wieder ein Kollektiv - diesmal unter dem Signet "Tiqqun" - analysiert darin das durchkapitalisierte Individuum. (10.05.11)
Waldemar Kesler bespricht in der taz den/die "Logicomix" - einen philosophiegeschichtlichen Comic über Logik mit Bertrand Russell in der Hauptrolle -, allerdings ohne einen Eindruck vom Inhalt des Buchs in Wort oder Bild vermitteln zu können. (10.05.11)
Die FAZ hat ein neues Blog am Start: "Digital/Pausen" soll wohl Philosophie und Gegenwart behandeln. Das Blog wird beschickt von Hans Ulrich Gumbrecht, der zu Beginn von einem Seminar schwärmt, zu dem er Peter Sloterdijk nach Stanford eingeladen hatte. Gewohnt wolkig mythologisierte Schlotterdeik die Gegenwart des Astro-Terrors in mesopotamischer Stimmung. (11.05.11)
Raffael Fritz weist in/bei Ö1 Wissenschaft auf das neue Buch von Alain Badiou hin, das diese Woche erscheint: "Lob der Liebe. Im Gespräch mit Nicolas Truong" Darin wendet er sich gegen Partnerbörsen und Biologismen, die Badiou allesamt als Ausflüsse eines sicherheitsfanatischen Hedonismus gelten. Echte Liebe muss bereit sein, zu leiden und durchzuhalten. (13.05.11)
Und sonst so?
Sonst interessiert sich "Popküken" Lena Meyer-Landrut offenbar für ein Philosophie- oder Theologiestudium, im Philosophicum Lech wird nach einer Eröffnung von Schlotterdeik über das Glück nachgedacht und Hans-Jürgen Stöhr ist ein Berater für "gescheites Scheitern".
Intime Interna am 20.05.2011, 11:49 Uhr
Da hätten Sie ja mal was sagen können - oder eben nicht... -, hochverehrte Tweetkesselchen-Spieler: Dass die Kommentarfunktion von lichtwolf.de seit Sonntag kaputt ist und Sie die gesuchten Begriffe hier gar nicht auflösen können!
Doch nun funktioniert das Teil wieder, Sie können wieder kräftig in die Beiträge hineinkommentieren oder eben die noch ungelösten Tweetkesselchen der Runde 5 in Angriff nehmen; hier gab's schon den ersten Tipp.
Für die chronischen Mitrater auch interessant: Zur Feier des 23. Mai gibt es ein Tweetkesselchen-Spezial, nämlich das Akronymhomonymeraten! Zu finden sind gleich zehn doppeldeutige Abkürzungen auf einen Schlag. Wer zuerst die meisten löst, kriegt ein Lichtwolf-Abo hinterhergeschmissen. Los geht es am 23. Mai um 0:00 Uhr.
Links der Woche am 21.05.2011, 14:35 Uhr
Links der Woche, rechts der Welt KW 20/11
Man erinnere sich an die Fiskaldebatte, die Peter Sloterdijk mit seinem Aufruf zum Boykott des Finanzamts ausgelöst hatte. Lothar Struck lässt sie Revue passieren und hat sich für Glanz & Elend durch das Buch "Die nehmende Hand die gebende Seite" gekämpft, in dem Schlotterdeik auf seine übliche Weise über Westerwelle, Sozialstaat und Steuern nachdenkt. (16.05.11)
In der taz meditiert Helmut Höge über den offensichtlichen Zusammenhang zwischen militärischen Zerstörungs- und männlichen Fortpflanzungssehnsüchten am Beispiel des Kawumm-Phallus, auch bekannt als Rakete: "Die glatte, kühle Erotik eines für den einmaligen Abschuss in den Himmel vorgesehenen Stahlkörpers macht ost- wie westdeutsche Männer gleich kirre." (17.05.11)
Offenbar hat Kultursoziologe Stephan Moebius lange nicht mehr im Fäuleton geblättert. Sonst wüsste er, dass es zu Fukushima, Libyen und bin Laden (aber auch zu von Trier, DSK und jedem anderen Scheiß) mehr als genug bis ins Groteske schöngeistige Kommentare gab und gibt. Doch eine Debatte will entfacht werden, und so fragt er in der ZEIT, wo die Intellektuellen als Weltdeuter vom Rang eines Émile Zola geblieben sind. (19.05.11)
Nach wie vor jährt sich Wittgensteins Tod zum 60. Mal und im Schwulen Museum in Berlin-Kreuzberg gibt es eine Ausstellung zum österreichischen downsizing-Logiker. Helmut Mayer hat sie sich für die FAZ angesehen und findet die gezeigten Funde aus Cambridge und Innsbruck geschmackvoll in Szene gesetzt. (19.05.11)
Der Hessische Rundfunk gratuliert dem früheren Frankfurter Professor und Adorno-Assi Alfred Schmidt zum 80. Geburtstag mit einem Portrait. Mit Schoppen, Schopenhauer und Materialismus findet er: "Eine Philosophie darf keine süßliche Metaphysik sein. Sie muss gnadenlos das Negative aussprechen." (19.05.11)
Axel Honneth beklagte diese Woche gegenüber der dpa, dass die Philosophie selbst in Deutschland immer seltener auch auf Deutsch behandelt wird. Darüber hinaus wird sie an den Unis zwischen der Neurowissenschaft hier und dem Nützlichkeitsdenken da zerrieben. Johannes Seibel kommentiert in der Tagespost den Sieg der angelsächsisch analytischen Tradition und den "Ausverkauf einer ganzen Disziplin an die bloße Meinung". (18.05.11)
Apropos "Schwundform von Ratgeber-Kolumnen der Alltagsmoral": In der taz unterhält sich Kai Schlieter mit dem als "Moral-Experten" annoncierten Rainer Erlinger darüber, was sich alles gehört und was nicht: Freude über fremde Tode, Nothilfe für Personen und für Völker, Atomkraft und Massentierhaltung. Daneben werden alle Fragen aus dem Ethik-Duden durchgenommen. (21.05.11)
Die Badische Zeitung spricht mit dem Philosophen und Übersetzer Franz Schupp über den Islam, genauer: die arabische Kultur, die nicht nur die griechischen Klassiker bewahrte, sondern mit Averroes - so Schupps These - gar die europäische Aufklärung einleitete. (21.05.11)
Kurz und Klein am 22.05.2011, 22:07 Uhr
Überschätzt und unterfinanziert
Eric Chauvistré gehört zu den wenigen Journalisten, die unter ehemaligen Einsatzoffizieren Ansehen genießen. Ein Grund dafür ist, dass er die Frage "Why are we here?", mit der der Journalismus bekanntlich schon dem Vietcong zum Sieg verholfen hat, ernst nimmt. Sein Buch "Wir Gutkrieger" untersucht angenehm moralinfrei die Ansprüche, mit denen die Bundeswehr ins Ausland geschickt wird. Naivität und Größenwahn prägen die verantwortlichen Politiker. Die einen glauben an den "Krieg ohne Krieg", mit dem die Einsätze verkauft werden, und nicken von völker- und grundrechtlichem Eiertanz geprägte Mandate ungelesen ab. Die anderen fürchten oder fordern den seit den 90ern betriebenen Aufbau einer weltweit einsetzbaren Interventionsarmee, der auf Soldaten in der Einsatzrealität wie Hohn wirkt.
Kurz und Klein am 22.05.2011, 22:09 Uhr
Anders als Chauvistré ist Timmermann-Levanas ehemaliger Presseoffizier der Bundeswehr. Auch er beschäftigt sich mit Politik und Afghanistaneinsatz, jedoch aus der Betroffenenperspektive, wie schon der Titel verrät: "Die reden, wir sterben."
Dies tut dem Buch nicht gut. Die Journalistin und Co-Autorin Andrea Richter hat falsche Rücksicht auf den Autoren und seine Erlebnisse genommen. Herausgekommen ist ein Buch, in und mit dem der Oberstleutnant a.D. seine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) behandelt. Die geschilderten Schrecken im und nach dem Einsatz sind kein Spaß; auch nicht die Amtsgänge, die eine empathiefreie Bürokratie psychisch verletzten Soldaten zumutet. Das konnte man sich aber schon vorher denken und der zwischen Wut und Larmoyanz schwankende Ton lehrt nichts Neues.
Kurz und Klein am 22.05.2011, 22:13 Uhr
Um endlich einmal auf ein Werk einzugehen, das im engeren Sinne philosophisch ist, empfehle ich dringend die Lektüre des Bandes "Wissenschaft" aus der Reclam-Reihe "Grundwissen Philosophie". Verfasst hat dieses Büchlein der Göttinger Professor Felix Mühlhölzer, der nicht nur der vielleicht klügste unter den deutschen Wissenschaftsphilosophen ist, sondern auch sehr gut und verständlich schreiben kann. Eine lobenswerte Fähigkeit, die ihren Teil dazu beiträgt, dass er gerade einmal 146 Seiten benötigt, um Interessierte mit den wichtigsten Fragen, Methoden und Problemen der gegenwärtigen Wissenschaftsphilosophie vertraut zu machen und sie wirklich in sein Thema hineinzuziehen. Was ebenfalls lobenswert ist: Mühlhölzer überfordert seine Leser so gut wie nie mit technischen Details.
Intime Interna am 22.05.2011, 22:15 Uhr
Im Zuge der Erfassung aller bisher im Lichtwolf (online und in den Heften) besprochenen Titel sind fünf Rezensionen online gewuchtet worden. In unter 800 Zeichen rezensiert werden:
Mühlhölzer, Felix: Wissenschaft
Timmermann-Levanas, Andreas: Die reden, wir sterben
Chauvistré, Eric: Wir Gutkrieger
Sowie zwei der K&K-Besprechungen aus der aktuellen Ausgabe:
Riechelmann, Cord: Bestiarium: Der Zoo als Welt - die Welt als Zoo
Lebenswelt am 23.05.2011, 00:01 Uhr:
Intime Interna am 26.05.2011, 21:06 Uhr
Mainzer Minipressen-Messe 2011
In einer Woche beginnt - quasi an Himmelfahrt - die Mainzer Minipressen-Messe 2011. Vom kommenden Donnerstag bis Sonntag stellen in Gutenberg-City Kleinverlage, Untergrundzeitschriften, Buchkünstler und Kunstdrucker vor bibliophilem Publikum aus.
Der Spass steigt in einem schönen, großen Zelt direkt am Mainzer Rheinufer (hinter dem Rathaus und der Rheingoldhalle) mit malerischem Blick auf Hessen, von dem uns zum Glück ein breiter Fluss mit Wasserschutzpolizei trennen wird.
Begleitet wird die MMPM wieder von zahlreichen interessanten Veranstaltungen: Poetry Slam, Workshops und eine Diskussion zur Frage, ob und welchen Sinn der Kleindruck in Zeiten von Wordpress noch hat.
Die Messe selbst ist am Do., 02.06. und Fr., 03.06. jeweils von 14:00 bis 19:30 Uhr geöffnet, Sa., 04.06. und So., 05.06. bereits ab 10 Uhr.
Der Lichtwolf ist dieses Mal wieder mit einem eigenen Stand neben den lieben Kollegen des under-dog-biz vertreten und lädt seine geschätzte Leserschaft aus Nah und Fern recht herzlich ein, der Messe und dem famosen Stand der Zeitschrift trotz Philosophie (Standnr. C30) einen Besuch abzustatten. Der Eintritt ist frei!
Am Lichtwolf-Stand (etwa in der Nähe des Cafés in der Mitte des Ausstellungszelts) kriegen Sie was geschenkt. Zudem gibt es sämtliche Ausgaben zu kaufen sowie Bücher von Lichtwolf-Autoren, die das Zeug auch gerne signieren. Neben Herausgeber Schneidegger sind die Herrschaften Bdolf, Michael Helming und die reizende Clarissa Gonzofeva vor Ort und schreiben was in den Buchdeckel. Überdies hat Schneidegger sein Privatarchiv geöffnet und bringt die letzten Exemplare von eigentlich längst vergriffenen Altausgaben des Lichtwolf (aus dem Schreibmaschinenzeitalter) mit.
Links der Woche am 28.05.2011, 14:16 Uhr
Links der Woche, rechts der Welt KW 21/11
Nebenan bei Glanz & Elend bespricht Goedart Palm Michail Bachtins "Zur Philosophie der Handlung". Der Acte gratuit wird als anlass- und motivlose Tat zum negativen Ausgangspunkt einer Philosophie der Handlung, die beim vitalistisch und phänomenologisch beschlagenen Bachtin die Selbstbehauptung des Individuums zum Grund hat. (23.05.11)
Am 4. Januar d.J. starb der Imam und Dichter Hadayatullah Hübsch. Die Kollegen von satt.org bringen Auszüge aus Gesprächen, in denen Hübsch in den letzten Wochen vor seinem Tod seinen Beatnik-Kollegen und Linienpiloten Jürgen Ploog biographisch ausgefragt hat z.B. über das Fliegen, das Reisen und seine Begegnung mit Burroughs. (23.05.11)
Freiheit hier, Gleichheit da sind die zwei Enden einer Wurst, an der die Philosophie schon lange kaut. Andreas Herberg-Rothe unternimmt in der FR den Versuch, die Begriffe zu klären, ihren historischen Konflikt - besonders augenfällig während des Systemgegensatzes im Kalten Krieg - nachzuzeichnen und einen neuen Tara im Kapitalismus anzumahnen. (23.05.11)
Die britische Mitterechts-Regierung ist unter Studenten nicht wohlgelitten. Das gebrochene Wahlversprechen der Liberalen, die Studiengebühren abzuschaffen (tatsächlich wurden sie drastisch erhöht), ist das eine. In der FAZ berichtet Anna Gielas von neuen politischen Vorgaben, mit denen insbesondere die Geisteswissenschaften auf der Insel kaputtevaluiert werden. (23.05.11)
(Dazu passt durchaus der drei Tage darauf ebd. veröffentlichte Kommentar von Gina Thomas zu den britischen Sparmaßnahmen im Bibliothekswesen.)
Im Freitag überlegt der Gefängnispsychologe Götz Eisenberg - der ebd. mit einer Portraitreihe über Kriminelle geglänzt hat -, warum Jugendliche Gewalttaten in kameraüberwachten Ecken wie U-Bahnstationen verüben. Der sozial, politisch und medial geforderte Narzissmus zeigt seine dunkle Seite: Die Täter schlagen zu, nicht obwohl, sondern weil sie dabei gefilmt werden. (25.05.11)
Bei den Scilogs greift Sprachblogger Anatol Stefanowitsch die Anregung eines alt-Texts auf, dass und wie man von einem beliebigen Wikipedia-Eintrag in endlich vielen Klicks zum Eintrag "Philosophie" gelangt. Sodann erklärt er anhand eines Beispiels, warum alle Wege zur Philosophie führen. (26.05.11)
Der Warenfetischismus des Jazz
Volker Heins bespricht in der FR Dirk Braunsteins Buch "Adornos Kritik der politischen Ökonomie", worin der Autor Kritik an Adornos (ökonomisch fundierter) Kritik insbesondere der Kulturindustrie übt. Bei TWA nämlich fielen am Ende Wirtschaft und Gesellschaft in eins und das findet Braunstein dann doch wenig überzeugend. (27.05.11)
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