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Monatsbuch

Dezember 2011

Links der Woche am 03.12.2011, 14:05 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 48/11

Gottgefällige Evolution

Religion und Evolution sind Michael Blumes Blog-Themen. In seinem aktuellen Beitrag geht er wieder dem Selektionsvorteil Religiosität nach und der Frage, welche Rolle Gebote dabei spielen: Sie dienen den Gläubigen dazu, einander zu erkennen und unter den Augen "überempirischer Akteure" zusammenzuhalten. (26.11.11)

Honneth-Lesekreis

Das Theorieblog hat einen Online-Lesekreis zu Axel Honneths neuem Buch "Das Recht der Freiheit" gestartet, an dem sich alle Interessierten beteiligen können. Binnen zwölf Wochen soll das Buch in zwölf Portionen gelesen und diskutiert worden sein. Zwei Sitzungen unter der Überschrift "Historische Vergegenwärtigung: Das Recht der Freiheit" sind bereits online.

Handydisplays statt Feuerzeuge im Konzert

Sloterdijk sagt, den Moment für einen Teil des Alltags zu halten sei kein guter Umgang mit dem "Angebot des Moments". Diesen Gedanken greift Stefan Schulz in der FAZ auf: Er sieht im Telephon das erste Gerät, das die Momentvergessenheit förderte, die gemeinsam mit dem Apparat um sich griff, sodass wir heute die schönsten Momente verpassen, weil wir mit ihrer Dokumentation für später und Andere beschäftigt sind. (27.11.11)

Mehr als nur vernünftig

In der SZ erklärt Dirk Lüddecke die Geschichte der Menschenrechte, was er einleitend bereits als praktische Relativierung der Menschenwürde kenntlich macht. Anlass ist das Buch "Die Sakralität der Person. Eine neue Genealogie der Menschenrechte." des Freiburger Soziologen Hans Joas, der mit Troeltsch und Durkheim hinter den Menschenrechten eine nicht nur rein rationale Begründung stehen sieht. (29.11.11)

Aussterbende Orchideen

An der Bonner Uni bedrohen Sparmaßnahmen die Philosophische Fakultät, wie Jürgen Kaube in der FAZ berichtet. 10 Prozent der Stellen sollen gestrichen d.h. nicht mehr neu besetzt werden. Neben den wie üblich besonders bedrohten kleinen Fächern wie Mongolistik und Keltologie verschwindet dann auch die ohnehin kleingesparte Slawistik. (29.11.11)

Kulturkaffer

Beim Titel-Magazin schreibt Thor Kunkel eine vorbildliche Polemik gegen den Literaturbetrieb, besonders gegen seinen PR-Fortsatz, das querverfilzte Feuilleton: "Das funktioniert in etwa wie die Marktwirtschaft, die auch schon lange keine freie mehr ist und in der lauter Versager einander decken." (30.11.11)

Žižek im People-Journalismus

Bei der ZEIT riecht es im Moment ja ohnehin etwas streng nach Männerschweiß und diversen Gels. Da fällt es kaum weiter auf, dass der Ostzonensafarist Moritz von Uslar mit Slavoj Žižek, "dem Superstar der Kapitalismuskritik" (warum nicht "die/der Lady Gaga der Philosophie"?) unterwegs war. Dabei geht es nur am Rande um Žižeks Bücher, hauptsächlich werden sein Äußeres und seine Popularität behandelt. (02.12.11)

Ansonsten noch:

Die ZEIT bespricht das neue Buch "Tunguska" von Michael Hampe, in dem vier Auffassungen vom Wesen der Natur aufeinandertreffen. +++ Im Gespräch mit der taz erklärt Steven Pinker, warum die Welt allen Nachrichteneindrücken zum Trotz heute so gewaltfrei ist wie nie zuvor. +++ Die WELT meldet den Einzug der Philosophie in Münchner Upper-class-Kitas. +++ Radiotipp: Heute Abend ab 23:05 Uhr ist im Deutschlandfunk die lange Nacht über Kierkegaard, Wittgenstein und Kafka zu hören.


Links der Woche am 11.12.2011, 08:21 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 49/11

Wegen Internet- und Bregenausfall mit einigen Stündchen Verspätung: die spärlichen dieswöchigen Lektüretipps im Netz. Falls Sie übrigens noch ein ausgefallenes Weihnachtsgeschenk suchen: Ein Lichtwolf-Abo lässt sich auch verschenken.

Weich, aber herzlos

Elias Canetti war ein Arschloch, lernen wir von der ZEIT. In der nämlich bespricht Peter Hamm den Briefwechsel 1942-1992 ("Liebhaber ohne Adresse") zwischen Canetti und seiner Geliebten, der Malerin Marie-Louise von Motesiczky, die sich seine Polygamie, Egomanie und Falschheit jahrelang gefallen ließ. (03.12.11)

Am Anfang war der Ethos

Wirtschaftsethiker Frank Wiebe bloggt über die Begriffe Ethik, Moral und Ethos. Er zeigt auf, dass sie keineswegs synonym sind, wie sie von Philosophen und in Unternehmen verwendet werden und wie sie aufeinander aufbauen bzw. einander ergänzen. (04.12.11)

Politische Mitnahmeeffekte

Als im August in England Jugendrevolten tobten, stritten sich die Fachleute, ob der Protest politisch sei oder bloß offen gewalttätiges Konsumverhalten. Gestützt auf Umfragen unter Beteiligten des damaligen Aufruhrs kommt Gary Younge im Freitag zu dem Schluss, dass die Motive (Armut, Ungleichheit, Polizeibrutalität) durchaus politisch waren. (05.12.11)


Intime Interna am 16.12.2011, 11:04 Uhr

Zum zehnten Geburtstag...

...haben Sie die Qual der Wahl.

Kopfschlagen, Eierlikörsaufen, Packhüpfen - was sind angemessene Tätigkeiten zur Feier der unwahrscheinlichen Tatsache, dass es die "Zeitschrift trotz Philosophie" auch zehn Jahre nach ihrer Gründung in einem Freiburger Hinterhof noch immer gibt?

Lichtwolf-Geburtstag

Machen wir doch einfach ein Buch, das die ersten zehn Jahrgänge des Lichtwolf zusammenfasst und zum Jubiläum im Sommer 2012 erscheint! Die Redaktion hat einige der seit 2002 im Lichtwolf veröffentlichten Beiträge ausgewählt und Sie, unsere quasilibidinös verehrte Leserschaft, bestimmen, welche ins Jubiläumsbuch aufgenommen werden, darum:

Stimmen Sie ab und gewinnen Sie ein Exemplar des Jubel-Bands!

Zu diesem Zweck haben wir hier auf lichtwolf.de eine Umfrage vorbereitet. Sie dauert vielleicht um die zehn Minuten, je nachdem, wie lange Sie überlegen und ob Sie tatsächlich aus allen bisherigen 35 Ausgaben einen Beitrag wählen wollen. Am Ende der Umfrage können Sie an der großen Geburtstagstombola teilnehmen und neben dem Jubel-Band auch ein Abo oder Heftpaket gewinnen.

Machen Sie also für die Lichtwolf-Beiträge, die Sie der Nachwelt in Buchform überliefert wissen möchten, ein Kreuz unter: www.lichtwolf.de/geburtstag


Links der Woche am 17.12.2011, 15:37 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 50/11

Exotisch denken

Für die taz bespricht Frank Schäfer das neue Buch "Orangen! Erdnüsse!", in dem Globaldenker Eliot Weinberger einige seiner lyrischen (oder auch erratischen) Essays zusammengefasst hat. Sie behandeln auf ungewöhnliche Weise u.a. Polizisten mit Lippenstift und den gar nicht so offensichtlichen postmodernen Zusammenhang von Foucault und George W. Bush. (12.12.11)

Kampf um Anerkennung

Serdar Somuncu ist aggro, lustig und klug, wie er im ZEIT-Interview mit Marcus Staiger zeigt. Darin geht es vor allem um die öffentlichen Lesungen aus "Mein Kampf", mit denen Somuncu auch durch national befreite Zonen getourt war und sich nur wundern kann, warum man sich jetzt über ein rechtsradikales Terrornetzwerk wundert. (12.12.11)

Holz und Hitchens

Diese Woche starb Philosoph und DKP-Mitglied Hans Heinz Holz mit 84 Jahren. Für den Freitag würdigt ihn Tom Strohschneider ausführlich, in der FAZ schreibt Dietmar Dath einen knappen Nachruf auf den Linksdialektiker, der auf Kapitalismusverächter Eindruck macht, die im Feinkostladen einkaufen.

Am 15. Dezember ist der eigensinnige Polemiker und entschlossene Antitheist Christopher Hitchens an Krebs gestorben. Nachgerufen wird in der FR recht kurz von Harry Nutt, in der SZ auch nicht viel länger von Jannis Brühl, in der taz mit angemessener Zurückhaltung von Doris Akrap und in der ZEIT von Jessica Braun.

Streiten sich zwei Historiker

Einen neuen Historikerstreit, wie ihn sich die FAZ erhofft, wird das nicht abgeben, aber vielleicht eine Debatte eröffnen, die keineswegs zur Unzeit kommt. Denn Götz Aly erklärt in seinem Buch "Warum die Deutschen? Warum die Juden?" den Antisemitismus mit Sozialneid. Hans-Ulrich Wehler wirft ihm nun vor, die Empirie der "sozialen Mobilität" seit 1800 entweder ignoriert oder falsch interpretiert zu haben. (12.12.11)

(In der FR übrigens wird Wehler zur wachsenden Ungleichheit in Deutschland befragt. Und wo wir schon dabei sind: Die taz unterhält sich über Krise & Kampf mit Empire-Autor Michael Hardt)

Die neuen Förderreizwörter

Außer Datenbanken gibt es nicht viel Forschungsarchitektur, die sich Geisteswissenschaftler fördern lassen können, ist in der FAZ zu lesen. Weil das "Europäische Strategieforum für Forschungsinfrastrukturen" (ESFRI) aber seine Mittel abregnen lassen will, tun Ideen Not, wo und wie die Geisteswissenschaften sich ihre Digitalisierung und Vernetzung fördern lassen können, um zu applied content management und Digital Humanities aufzusteigen. (13.12.11)

Einfach nur töten

Gewohnt klug denkt Georg Seeßlen im Freitag über die Verbindung zwischen Terror und Medien, genauer: zwischen Terror und Pop nach. Anlass ist die erstaunliche Einsicht, dass der "Nationalsozialistische Untergrund" auf jede Kommunikationsroutine des Terrors verzichtet hat und damit ein popkulturelles und gewalthistorisches Unikum darstellt. (15.12.11)

Ihre Stimme wird gebraucht!

Nicht nur FDP-Mitglieder- und Russen konnten zuletzt herumdemokraten, auch das gemeine Volk ist gefragt: Nebenan bei Keule's Welt wird der Vollpfosten 2011 gewählt. Hier vor Ort haben Sie die Möglichkeit, diejenigen Beiträge aus der ersten Dekade "Zeitschrift trotz Philosophie" zu wählen, die unbedingt im Jubiläumsbuch enthalten sein müssen, das zum 10. Geburtstag im Sommer 2012 erscheint.


Kultur(terrorismus) am 19.12.2011, 19:51 Uhr

Fünf Sterne für ein Cover

Kenner wissen: Michael Helmings Erzählband "Die vorläufig letzte Fassung der Gegenwart" enthält außergewöhnliche Phantastik. Da nimmt es kaum wunder, dass das Buch auch eine außergewöhnliches Cover hat. Tom Benz hat es entworfen und - ganz unzeitgemäß - komplett ohne Photoshop, nur mithilfe von Spiegeln inszeniert und aufgenommen.

DVLF

Jetzt können Sie dieses Buchcover auf photographie.de bitte auch mit den gebührenden fünf Sternen auszeichen. Merci!




Intime Interna am 20.12.2011, 13:08 Uhr

Das neue Heft ist da!

...und in vier Tagen müssen Sie einige Geschenke parat haben, welch günstiger Zufall!

Nicht nach-,Lichtwolf Nr. 36 sondern nachtdenken, darum geht es in der soeben offiziell veröffentlichten Winterausgabe der "Zeitschrift trotz Philosophie". Das Titelthema lautet "Nacht", behandelt wird nämliche im eigentlichen Sinne, d.h. als Grusel, Entbehrung und Finsternis, sowie natürlich im übertragenen Sinne: Umnachtung, Fastnacht, Herzen der Finsternis, Gemunkel und natürlich Bonaventura. Nicht nur Nachtschwärmer sollten zugreifen, auch für lichte Köpfe ist dieses Brevier ein unerlässlicher Wegweiser auf der dunklen Seite von Planet, Philosophie und Psyche!

Das Heft gibt es hier bei uns im Einkaufszentrum. Natürlich können Sie es auch gleich mit einem kompletten Abo bekommen und sich ein Jahr Lichtwolf sichern. Wenn Sie zunächst einmal ganz unverbindlich reingucken möchten, können Sie auch das gerne tun: Es gibt einmal einen PDF-Auszug, der ihnen die ersten neun Seiten des Nachtwolfs auf die Festplatte zaubert. Diese stehen auch im LichtwolfReader bereit und können dort am Bildschirm durchgeblättert werden.

Der Beitrag "Kunst und Licht, Kultur und Landschaft. Krieg nicht zu vergessen." von Marc Hieronimus steht auch online, ebenfalls seit gestern verfügbar ist aus der Reihe "Das Gerede vom..." die Langfassung der aktuellen Quartalszusammenfassung des Feuilleton.

Wenn Ihnen ein Heft aus Papier zu hölzern daherkommt, gedulden Sie sich bitte noch etwas: Lichtwolf Nr. 36 erscheint in etwa einer Woche auch als E-Book für Kindle, iPad usw.

Der Nachtwolf (oder ein Lichtwolf-Abo) ist auch ein schickes Weihnachtsgeschenk: Wenn Sie spätestens bis Donnerstag Mittag bestellen, stehen die Chancen gut, dass das Heft pünktlich zu Heiligabend bei Ihnen oder gleich beim Beschenkten im Briefkasten liegt!






Kurz und Klein am 20.12.2011, 21:13 Uhr

Mit tagscharfen Sinnen

Im Halbstundentakt eines Kirchturmschlagwerkes folgen wir vierundzwanzig Stunden lang einem Schlaflosen, der in seinen Meditationen ein breites Ideenspektrum zum Dualismus Schlafen / Wachen abarbeitet. Ein immerwacher Wille lässt uns demnach Ziele suchen, peitscht das Bewusstsein (=Wachheit) zum Lebenszweck. Insomie ist Aggression, Leiden an Sich und Zukunftskrankheit. Da hat Schlaflosigkeit „ihren festen Platz in einer Welt, die dem Fortschritt verfallen ist.“ Der Autor streift literarische wie philosophische Quellen, die Nachtbegeisterung der Romantik ebenso wie existentielle Übermüdung „putzmunterer“ Schlipsträger unserer Tage und die asozialen Schlaflosen der Städte. Wer dem Autor folgt, muss nicht zwingend dessen Meinung teilen, wohl teilt er einen lesenswerten inneren Uhrenvergleich.


Lichtwolf Nr. 36

Mehr Rezensionen vom Lichtwolf?

Diese und weitere Besprechungen finden Sie in Lichtwolf Nr. 36 (Titelthema: "Nacht") - erhältlich hier im Einkaufszentrum für nur 6,80 Euro (oder als E-Book für 3,99 Euro).




Kurz und Klein am 20.12.2011, 21:17 Uhr

Wahnwurst

Auf die Idee, eine Veganerin ein Buch mit dem Titel „Wurst und Wahn“ rezensieren zu lassen, kann wohl nur der Lichtwolf-Herausgeber kommen. Aber: Knallharte Satire steckt in dem dünnen Bändchen. Vegetarier übernehmen die gesellschaftliche Deutungshoheit und der fleisch(fr)essende Protagonist verkümmert seelisch und körperlich beim Versuch, sich an die neue Ordnung anzupassen. Wie ein Junkie auf Entzug schleppt er sich durch sein Leben: Erbrechen, Delirium, Filmrisse. Gliedmaßen fallen ab, Zähne aus, die Gesichtszüge ein. Die Farbe weicht aus der Welt, jeder Frohsinn geht verloren unter dem Diktat der dogmatischen Gemüsefresser. Der Spott des Autors trifft den Wellnesskult genauso wie die Ökoszene. Stellenweise zu klamaukig, meistens jedoch wahnsinnig lustig - und zwar im besten Sinne.


Lichtwolf Nr. 36

Mehr Rezensionen vom Lichtwolf?

Diese und weitere Besprechungen finden Sie in Lichtwolf Nr. 36 (Titelthema: "Nacht") - erhältlich hier im Einkaufszentrum für nur 6,80 Euro (oder als E-Book für 3,99 Euro).





Intime Interna am 24.12.2011, 00:01 Uhr

lichtwolf.de zum achten Geburtstag

Wie letztes Jahr und eigentlich jedes Jahr zum 24. Dezember, wird - während Jesus mit einem gestohlenen SUV und voll bis unter die Dornenkrone Obdachlose durch Einkaufszentren hetzt - hier der Jahrestag des Starts von lichtwolf.de gefeiert. Geschenkt gibt es zu diesem Feste Artikel aus den gedruckten Ausgaben. Heute feiern wir die achte Wiederkehr des "Launchs" unserer edlen Weltnetztröte und jetzt haben Sie über die Feiertage ordentlich was zu lesen:

- Die fünfteilige Essayreihe zur Kritik der Geisteswissenschaften von Stefan Schulze Beiering aus Lichtwolf Nr. 31 bis 35 ist komplett und ungekürzt online, ebenso wie

- aus dem aktuellen Lichtwolf Nr. 36 (Titelthema: "Nacht") Judith Stiebers "Neues vom Hai - Folge 12" und Bdolfs "Propädeutikum und Prolegomena zum Thema Nacht", außerdem zwei der weltberühmten 800-Zeichen-Rezensionen (Bücher von Jürgen Große und Jakob Hein.

- Außerdem können Sie reinlesen in Michael Helmings Reisebericht aus Meersburg, wo er für Lichtwolf Nr. 35 den genii loci von Mauthner und Mesmer nachjagte; sowie in den von Stefan Rode verfassten Lichtwelpen aus Lichtwolf Nr. 34, worin die teilhabekritische Zuschrift der kleinen Larissa beantwortet wird.

Feiern Sie schön und lesen Sie mehr denn je, denn das schadet dem System, jedem System!


Links der Woche am 24.12.2011, 14:01 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 51/11

Sandel Superstar

Die ZEIT stellt den in Harvard lehrenden Philosophen Michael Sandel vor. Seine Vorlesungen zum Thema Gerechtigkeit sind eher öffentliche Seminare und so beliebt, dass der Zutritt ausgelost werden muss. In Fernost werden die Mitschnitte seiner Sokratiaden millionenfach herunterladen. (19.12.11)

Was vom Hype bleibt

In Wien lehrt der Archtitekt Georg Franck, der in der NZZ erklärt, wie ein Klassiker zustande kommt: Entgegen aller Verschwörungstheorien über "den Betrieb" ist die Ochsentour - ob in bildender Kunst, Architektur oder Literatur - immer die gleiche und durchaus kritisch-rationalistische: Neu sein, bei Experten bekannt werden, Mainstream werden, nachgeahmt werden, nach der Inflationsbereinigung übrig bleiben. (19.12.11)

Festlektüre

Sollten Sie unterm Baum den Geschenkklassiker Büchergutschein finden, so seien Sie vertrauensvoll verwiesen auf zwei Rezensionen von Stefan Geyer bei Glanz & Elend, die ganz hervorragende Lektüre versprechen: Besprochen werden der letzte Roman von Tristan Egolf unter dem Motto "All hail Discordia" (indeed!) sowie "Ignaz oder Die Verschwörung der Idioten" von quasi outsider artist John Kennedy Toole.

Akademisches Gezwitscher

via @jluebeck und falls Sie Folge-Bedarf haben: Die Wissenswerkstatt hat im Rahmen einer Studie zwei Listen zusammengestellt, einmal eine der Wissenschaftler und einmal eine der Universitäten bei Twitter.

Nun doch Historikerstreit?

Und das zum Fest der Liebe: Tom Strohschneider referiert im Freitag, wie sich zwei Historiker streiten. Denn in der FAZ hat Götz Aly bereits auf die Generalkritik reagiert, die Hans-Ulrich Wehler letzte Woche an seinem Buch über die Geburt des Antisemitismus aus dem Sozialneid geübt hat.

Er nu wieder!

Slavoj Zizek hat es geschafft, trotz oder wegen diverser Zwangsneurosen Schlotterdeik den Rang als feuilletontauglicher Philosoph abzulaufen. In der FR führt Arno Widmann ein ausführliches Festtagsgespräch mit ihm, das sich - wie üblich! - liest, als wären schon einige Tässchen Glühwein im Gedankenspiel gewesen. (23.12.11)

Die Aporie ist die Lösung

Der Besinnungsaufsatz zum "Fest der Liebe" steht in der taz. Helmut Höge denkt dort mit Foucaults sozialer Lebenskunst und acht Anführungszeichen pro Satz über Liebe und Freundschaft nach und warum es immer nur bei Sex bleibt, Moral aber auch keine Lösung ist. (23.12.11)

Zu guter Letzt:

Heute vor acht Jahren ist lichtwolf.de ans Netz gegangen und zu diesem Anlass ist wieder eine Reihe von Artikeln aus vergangenen Ausgaben (und der aktuellen) onlinegestellt worden. +++ Stipendium gefällig? Philosophen und Schriftsteller für vier Wochen ins Nietzsche-Haus nach Sils-Maria. +++ Ey: Schöne Feiertage!


Intime Interna am 28.12.2011, 10:25 Uhr

Elektrische Nachtausgabe

Lichtwolf Nr. 36 E-Book

Lichtwolf Nr. 36 ("Nacht") als E-Book für Kindle und alle anderen.

Na, hat der Weihnachtsmann Ihnen was Schönes gebracht? Vielleicht sogar irgendeine Art von Leuchtschrippe, auf/mit der Sie E-Books lesen können? Oder sowas hatten Sie schon längst und hätten jetze gerne auch den neuen Lichtwolf im Elektroformat?

Bitteschön: Alles war elfenartig fleißig über die Feiertage und der aktuelle Lichtwolf zum Thema Nacht ist nun auch (wie die vorigen Ausgaben Nr. 34 und 35) als E-Book für schnöde 3,99 Euro erhältlich: Bei Amazon für den Kindle und bei Libreka für alle anderen Lesegeräte.

Weitere Elektrizitätswerke vom Lichtwolf resp. seinen Autoren gibt es nebenan beim catware.net Verlag.


Links der Woche am 31.12.2011, 14:20 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 52/11

Kopfloser Protest

Das US-Magazin TIME hat den Demonstranten als Person des Jahres aufs Titelbild gehoben. Aus diesem Anlass denkt Nils Minkmar in der FAZ über die Proteste des Jahres 2011 - von Arabellion bis Occupy und Russland - nach, die allesamt ohne charismatische Führerfigur auskamen, was ihn wiederum zu einem neuen Umgang mit Rechtsterroristen inspiriert. (27.12.11)

Zum Tod von Michael Dummett

Am 27.12. starb der britische Logikphilosoph Michael Dummett mit 86 Jahren. Letztes Jahr hat er in Podcasts bei "Philosophy Bites" über Frege gesprochen und über seine erste und einzige mit Wittgenstein.

Wacht auf, Versackte dieser Erde!

Heute Nacht werden so viele Alkoholabbauprodukte die Kanalisation fluten wie in keiner anderen Nacht des Jahres. Im Neuen Deutschland lesen wir eine "kleine Betrachtung zur Bedeutung des Alkohols für politische Bewegungen" von Ralf Hoffrogge, der darin die Geschichte des Schnäpskens für das Proletariat skizziert. Prost! (28.12.11) (Dazu passend: die FR über Suffköppe im Tierreich.)

Einen tanzenden Superstar gebären

Nietzsche von den USA inspiriert? Diese These des Buchs "American Nietzsche" von Jennifer Ratner-Rosenhagen stellt Hannes Stein in der WELT vor. Demnach hat Nietzsche für den Transzendentalisten Ralph Waldo Emerson geschwärmt und zugleich in den USA (gerade in linken Kreisen) bereits Verehrung genossen, als er in Deutschland noch weitgehend ignoriert wurde. (28.12.11)

Wie wird 2012 gewesen sein?

Statt eines Jahresrückblicks gibt Dietmar Dath in der FAZ eine extrapolierte und extra polierte Vorschau auf das Jahr 2012, die zwar erfreulicherweise ohne "Maya-Weltuntergang" auskommt, aber doch nur den immer gleichen Scheiß mit neuem Branding erwarten lässt. (29.12.11)




Lektüreempfehlungen


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Dieses Buch ist erhältlich im guten Buchhandel, hier im Einkaufszentrum oder direkt beim catware.net Verlag. Übrigens auch als E-Book.



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Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf 2/2014 (Nr. 46), Juni 2014

Titelthema: Perverse

Kriegsgeilheit, Pädo- und Zoophilie, Exploitation und Bestialität, Narzissmus, Heideggers Schwarze Hefte, Postmoderne, Kellerasseln und islamische Mystik: Paperback (DIN A4), 118 weitgehend versaute Seiten, ISBN 9783941921399

Auszüge aus der Nr. 46 können Sie auch im LichtwolfReader durchblättern.

Auch als E-Book erhältlich:
Kindle-Ausgabe Kindle-Ausgabe, 3,99 EUR
epub-Format E-Book im .epub-Format, 3,99 EUR
epub bei minimore .epub bei minimore.de, 3,99 EUR


Das nächste Heft erscheint am 20. September 2014 mit dem Titelthema Mars. »» Abonnieren


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