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Links der Woche am 19.07.2014, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 29/14

Ex Internet Lux

Wie jeden Sommer beschäftigen sich Feuilleton und Intellektuelle mit ihrem eigenen Fehlen in der Öffentlichkeit. Den Auftakt macht dieses Jahr Gundolf S. Freyermuth bei Telepolis, wo er auf Geschichte und Verfall des engagierten Gelehrten zurückblickt und die Rettung im Internet sieht. (13.07.14)

Fotzen und Arschlöcher

Im Freitag schreibt Jürgen Busche recht unterhaltsam darüber, warum vulgäre Sprache in der Politik so irritierend wirkt: Mit jener werden Grobheit und Bildungsmangel verbunden, die nicht zu dem Bild von dieser passen, das von aufgeräumten Lehrbüchern gezeichnet wird. (16.07.14)

Fußball als politische Metapher

Der Fußball des Jahres 1954 hat nichts mehr mit dem des Jahres 2014 zu tun, schreibt Georg Seeßlen im Freitag. In seiner Analyse schreibt er eine politisch-ökonomischen Analyse der deutschen Verhältnisse anhand der fußballhistorischen Wegmarken nationaler Identitätsbildung. (16.07.14)

Neue Bücher:

Michael Hampes neues Buch zur Rettung der Philosophie vor sich selbst wird auch bei Spektrum der Wissenschaft besprochen. +++ Lange nichts mehr aus Heideggers Nachlass gelesen? Ludger Lütkehaus stellt in der NZZ den ersten Band mit erstaunlich zivilen Briefwechseln der Familie Heidegger vor. +++ Marc Reichwein zeigt sich in der WELT skeptisch über Stefan Müller-Doohms Habermas-Biographie, weil dem Autor als Schüler des Portraitierten die nötige Distanz fehle. +++ Albert Camus’ Liebe zu seiner algerischen Heimat war stets schwierig; nun haben zwei algerische Autoren seinen als neo-kolonialistisch bezeichneten Roman „Der Fremde“ neu geschrieben. +++ Die Philosophin Rosi Braidotti hat ein mühsam zu lesendes Buch über posthumane Subjektivität geschrieben, das in der NZZ rezensiert wird und dessen Untertitel Lichtwolf-Lesern bekannt vorkommen dürfte.

Außerdemos von Sonstnochos:

Und noch was aus dem Heft-Archiv: Heute Abend ab 23:05 Uhr kommt im Deutschlandfunk die Lange Nacht über die Magie der Zahlen und dazu passt doch sehr gut Lichtwolf Nr. 40 über Zahlen, Ziffern und Nummern. +++ Der Kapitalismus hat sich selbst transzendiert und produziert nur noch negative Werte (Krisen und Elend), schreibt abermals Georg Seeßlen in seinem Blog und konstatiert als Modell dieses untoten Kapitalismus die „Supermarkt-Kassiererin, deren hungriger Blick zwischen den Waren und der Überwachungskamera hin und her geht“. +++ Die Berner Zeitung brachte diese Woche eine Serie zur Ethik von Menschenrechten und -würde. +++ Marcus Hammerschmitt berichtet bei Telepolis von einer Studie über die verbissene Ethik-Konkurrenz zwischen Veganern und Vegetariern. +++ Der Veganismus ist auch in der Schweiz längst „in aller Munde“, wie Nadine Jürgensen in der NZZ bedenkt. +++ Hans Ulrich Gumbrecht war in Lissabon und schreibt in seinem FAZ-Blog über die Authentizität des Fado und was Derrida davon hielte. +++ Ebenfalls in der FAZ beschweren sich sieben Autoren über die Studentenjugend von heute.


Links der Woche am 12.07.2014, 14:23 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 28/14

Das totale Management

In der FAZ nimmt Dietmar Dath u.a. den Roman „The Circle“ von Dave Eggers zum Anlass für einige Betrachtungen über die nächste Zukunft der Ausbeutung, die im digitalen Business zur sektenartig verzückten Code-Fron wird. Scheinbar abgeschaffte Hierarchien und Stimmung wie auf dem Kindergeburtstag prägen den jüngsten Kreis der Hölle des Erwerbslebens zwopunktnull. (06.07.14)

ZEIT und Neuer Realismus

Seit einem Weilchen feiert die ZEIT eine Reihe zum Thema Neuer Realismus ab, dem Schlagwort Markus Gabriels. Bislang haben sich dazu einige geäußert, diese Woche war Iris Radisch dran. Sie nimmt die Annäherung des digitalen Alltags an die Science-Fiction zum Anlass, über den philosophischen Realitätsverlust nachzudenken. (09.07.14)

Unn sünst?

Die taz stellt Michael Hampes Buch vor, das zur Rettung der Philosophie durch argumentative Rationalität aufruft. +++ Anlässlich des WM-Finales denket Georg Seeßlen in der taz über nationale Identität als Konsumprodukt nach. +++ Slavoj Žižek wird vorgeworfen, aus einem Rassistenblatt abgeschrieben zu haben. +++ Zum Tod seines Freunds und Kollegen Hans-Ulrich Wehler schreibt Jürgen Habermas in der FAZ. +++ Apropos: Bei Glanz & Elend bespricht Dieter Kaltwasser die bislang umfassendste Habermas-Biographie. +++ Eine Leipziger Ausstellung blickt zurück auf die seit 100 Jahren im Meiner Verlag erscheinende Philosophische Bibliothek, wie das Börsenblatt meldet. +++ Die ZEIT ist total begeistert von Peter Sloterdijks neuem Hauptwerk, das kulturkritisch von Madame de Pompadour bis zu virtuellem Geld mäandert. +++ Die FR stellt das Buch „Zukunft als Katastrophe“ vor, in dem die Germanistin Eva Horn der Dystopie in Film und Literatur nachgeht.


Links der Woche am 05.07.2014, 14:24 Uhr

Links der Woche, rechts der Welt KW 27/14

Denken ist unangenehm

...und dieser Verdacht, der sich beim Public Viewing schnell einstellt, ist nun auch wissenschaftlich belegt. Telepolis berichtet von einer Studie, bei der ein Großteil der Teilnehmer_innen einen Elektroschock dem Alleinsein mit den eigenen Gedanken vorzog. (03.07.14)

Imperialer Perfektionismus

Wenig sommerlichen Frohsinn verbreitet Wolfgang Streeck in der FAZ, wo er darüber schreibt, wie sich der Traum von der digitalen Teilhabe aller in den Albtraum der überwachten Postdemokratie verkehrte. Ziel der Datensammelei ist dabei weniger die Einschüchterung vorlauter Bürger als gesteigerte Konsumfähigkeit und asymmetrische Kriegsführung. (04.07.14)

Außerdemchen:

Jan Greve hat für den Freitag das Berliner Museum des Kapitalismus besucht, wo man in interaktiven Lernspielen die Formel G-W-G' erfahren kann. +++ Auch Martin Meyer von der NZZ war im Museum, und zwar im Guggenheim, wo gerade eine Ausstellung über den Futurismus läuft, die Pubertät des 20. Jahrhunderts. +++ Bei Telepolis blickt Kai Kleinwächter auf die bisherige und künftige Entwicklung des deutschen Bildungssystems, das seine US-amerikanische Prägung verliert und eine eher eurasische annimmt. +++ Thomas Macho bespricht in der NZZ Hilal Sezgins neues Buch zur Tierethik; in der FAZ spricht sich Sezgin gegen Zoo-Haltung aus, daneben denkt Hans Ulrich Gumbrecht darüber nach, was es heißt, im Namen der Tiere sprechen zu wollen. +++ Den aktuellen Lichtwolf zum Thema Perverse gibt es auch als E-Book.


Intime Interna am 03.07.2014, 22:44 Uhr

Perverse elektrisch

Zum Sommerbeginn ist bekanntlich Lichtwolf Nr. 46 zum Thema Perverse erschienen.

Lichtwolf Nr. 46 (Perverse) als E-Book

Treue Stalker Follower unseres minderjährigen Weltmagazins haben es schon geahnt, denn niemand wird uns jemals so kennen und lieben wie sie: Das Heft ist auch erhältlich als E-Book! In der elektronischen Fassung kostet die Sommerausgabe bloß 3,99 Euro. Wie billig. Zu haben ist sie wie üblich für Amazon Kindle, im offenen epub-Format und in der E-Book-Boutique minimore.de.

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Lichtwolf Nr. 44 vom Winter 2013/14 zum Thema „Obst“ ist erhältlich als DIN-A4-Paperback und als E-Book für Kindle sowie im epub-Format.



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Die aktuelle Ausgabe:

Lichtwolf 2/2014 (Nr. 46), Juni 2014

Titelthema: Perverse

Kriegsgeilheit, Pädo- und Zoophilie, Exploitation und Bestialität, Narzissmus, Heideggers Schwarze Hefte, Postmoderne, Kellerasseln und islamische Mystik: Paperback (DIN A4), 118 weitgehend versaute Seiten, ISBN 9783941921399

Auszüge aus der Nr. 46 können Sie auch im LichtwolfReader durchblättern.

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Das nächste Heft erscheint am 20. September 2014 mit dem Titelthema Mars. »» Abonnieren


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